Donnerstag, 26. Februar 2026

Für Laien: Getötete Kinder, Sniper und Panzer

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Für diejenigen, die es interessiert, erkläre ich es gerne nochmals. (Und immer wieder.)

Die pro-palästinensische Propaganda berichtet häufig über erschossene Kinder. Und erklärt immer wieder, dass diese gezielt von „Snipern“ erschossen worden seien.

Die Unterschiede zwischen „Scharfschützen“ (Sharpshooter) und „Snipern“ habe ich bereits mehrfach erklärt. Im Deutschen wird das sprachlich weniger unterscheiden. Im Englischen wird immer häufiger, auch durch die Medien, der falsche Begriff „Sniper“ verwendet.

Kampfpanzer

Eigentlich sind Kampfpanzer dafür gebaut, im Verband mit anderen Panzern nach vorne zu reiten. Sie sind die Nachfolger der Kavallerie. Manchmal können sie auch irgendwo mit ihrer Kanone in Stellung gehen.

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US-Kampfpanzer währen der Operation Desert Storm. Kuweit, 15.02.1991

Die Kampfentfernung solcher Kampfpanzer fängt eigentlich überhaupt erst bei etwa 1,5 Kilometern an. Sie können auch Ziele auf drei Kilometern und weiter bekämpfen.
Was bedeutet, der Richtschütze hat im Panzer eine vergrößernde Optik. Ähnlich wie ein Periskop bei U-Booten.

Üblich ist bei solchen Kampfpanzern ein koaxiales MG. Das bedeutet, das kann vom Richtschützen drinnen bewegt werden, auch wenn die Luken zu sind. Auch damit kann man Ziele auf locker einem Kilometer bekämpfen.
Das übliche Kaliber für diese Waffen liegt in der NATO bei 7,62mm, ähnlich wie bei den älteren Sturmgewehren. Bei deutschen Leopard ist es tatsächlich genau das gleiche MG, das auch in der Infanterie von den Soldaten herumgeschleppt wird.

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Ein Soldat sichert mit einem aufgesetzten schweren MG auf einem Schützenpanzer. Irak, 25.03.2025

Zusätzlich haben die Kampfpanzer auch ein weiteres MG, das sie oben an einer der Luken aufsetzen können. Das dient dann dazu Infanterie in der Nähe zu bekämpfen oder beispielsweise Dronen. Das wird dann von einem Schützen mit der Hand bedient. Das geht also nur, wenn die Luken offen sind.

Der israelische Panzer Merkava

Der israelische Kampfpanzer Merkava, der im Gazastreifen eingesetzt wird, ist aber genau für diesen „Häuserkampf“ gebaut. Besser wären die Begriffe „close combat“ oder „urban warfare“. Er kann beispielsweise durch eine Luke hinten auch Verletzte aufnehmen.
Und er ist noch stärker bewaffnet. Denn in dieser „städtischen Kampfführung“ sind die Entfernungen ja meist eben nicht über einen Kilometer, sondern sehr kurz. Zudem kann der Panzer ja auch von oben, aus den Häusern, bekämpft werden.

Deshalb hat der Merkava nicht nur ein „normales“ MG in der Blende, wie der Leopard. Das sieht man von außen gar nicht. Sondern er hat meist auch noch ein koaxiales MG über dem Rohr. Das hat ein noch größeres Kaliber mit 12,7mm. „Meist“, weil es verschiedene Baureihen gibt.
Beide werden von innen bedient. Das bedeutet, der Richtschütze kann in seinem „Cockpit“ zwischen drei verschiedenen Waffen wählen: Blenden MG, koaxiales „großes“ MG und der Kanone.
Und er hat nicht nur ein aufgesetztes MG, sondern zwei.

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Die Wirkung dieser Maschinengewehre wird - vermutlich aufgrund von Hollywood-Filmen - allgemein völlig falsch eingeschätzt. Im echten Leben bringt es absolut nichts, sich vor einem solchen MG hinter einer Autotür zu verstecken. Eigentlich nicht einmal hinter einem ganzen Auto. Denn sie durchschlagen sogar einen Motorblock.

Natürlich wird beispielsweise Polizisten beigebracht, hinter Autos Deckung zu suchen. Das ist aber vor allem bei kleineren Waffen sinnvoll und es dient vor allem der Sichtunterbrechung. Wenn man nicht weiß, wo das Ziel ist, kann man mit seiner Pistole mit 12 Schuss auch schwer treffen.
Der Richtschütze eines Kampfpanzers würde aber einfach in Feuerstößen dutzende Schuss in die Richtung feuern. Er würde das Auto durchsieben.

Ganz ähnlich sieht das auch bei den „kleinen“ Kanonen von Schützenpanzern aus.
Dahin wird auch die weitere Entwicklung der Waffensysteme gehen. Weil man die großen Kanonen im heutigen Gefecht immer weniger braucht und diese kleinen Kanonen viel Preiswerter sind, mehr Schuss mitnehmen können und – und das ist wichtig – auch Häuserwände und viele Panzerungen durchschlagen können.

Die Propaganda

Und jetzt stellen wir uns einmal vor, ein Arzt in einem Krankenhaus sieht ein getötetes Kind. Ohne Autopsie kann er gar keine Rückschlüsse darauf ziehen, wie und womit das Kind getötet wurde. Er müsste das Kaliber bestimmen, also das Projektil haben. Das macht dann auch kein normaler Arzt mehr, sondern ein Forensiker. CSI, Bones… wir alle kennen die Serien.

Und weil diese MG die gleichen Kaliber bzw. Projektile nutzen, wie normale Sturmgewehre oder echte Sniper, ist es für einen Arzt völlig unmöglich zu bestimmen, wie das Kind getötet wurde. Geschweige denn durch wen. Ganz zu schweigen davon, ob das mit Absicht geschehen ist.

Eine übliche Kampfentfernung im „Häuserkampf“ wären 50 Meter. (Titelbild) Es ist die Frage, was ein Richtschütze auf diese Entfernung überhaupt noch durch sein „Periskop“ erkennen kann. Als wenn man mit einem Fernglas Fernsehen guck. Hat er ein Wärmebild aufgeschaltet, erkennt er noch weniger.

Wir müssen uns also nur einmal die Situation vorstellen, in der ein Kampfpanzer aus einem Haus plötzlich beschossen wird. Oder mit einer Panzerabwehrrakete auf ihn gezielt wird.
Im Merkava geht ein Alarm an, auf Knopfdruck schwenkt der ganze Turm sofort in die Richtung, aus der das Feuer bzw. das Signal kam. Der Richtschütze wird innerhalb weniger Sekunden feuern. Er hat gar nicht mehr die Zeit abzuwägen, ob hinter dem Fenster vielleicht noch Zivilisten sein könnten.
Er wird feuern. Selbst, wenn er das Ziel gar nicht richtig erkennen kann. Die Frage ist nur, mit welcher Waffe. Und feuert er mit einem MG, wird das auch Querschläger produzieren.
Und er wird auch feuern, wenn er weiß, dass hinter einem Fenster jemand mit einer Rakete hockt.

Auch das bedeutet die Aussage, dass die Palästinenser sich hinter Zivilisten verstecken. Sie wissen das. Und sie nutzen das aus. Indem sie sich in dicht besiedelten Gebieten in zivilen Wohnhäusern verstecken.

Alle aktuellen Meldungen zu erschossenen Kindern sind darüber hinaus mehr als fragwürdig. Denn solche Gefechte finden seit der Waffenruhe im November 2025 gar nicht mehr statt.
Nur noch, wenn Palästinenser die sog. gelbe Linie überschreiten, um die IDF anzugreifen, die sich dahinter zurückgezogen hat.

Wann immer jemand erzählt, Kinder seien „gezielt“ oder „durch Sniper“ erschossen wurden, halte ich das bis zum Beweis des Gegenteils für eine schlichte Propaganda-Lüge. Weil die Palästinenser bzw. die Ärzte gar keine Möglichkeit haben, das zu verifizieren. Und weil die Vorstellung, dass irgendwo Sniper hocken und in hunderten Metern zwischen Hochhäusern (ja, in den Städten stehen noch einige) gezielt auf Kinder schießen, militärisch völlig absurd ist.


Erschienen auf steady.page

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