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Samstag, 25. April 2026

Jüdische Deutsche, deutsche Juden, Israelis… Versuch einer Orientierung

 

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Aus persönlichem, gegebenem Anlass habe ich das akute Bedürfnis, meine Sicht auf Juden und Israel doch nochmal zu erklären.

Denn ich glaube, nach dem Dritten Reich ist da einiges kommunikativ einfach weggeduckt worden. Bis heute haben viele Deutsche ein Problem damit, auch nur „Juden“ zu sagen. Anstatt „Juden“ zu normalisieren, findet nach wie vor eine Sonderbehandlung statt. Aus ganz verschiedenen Motiven und politischen Ansichten. Der „Jude“ scheint für viele nach wie vor „der Fremde“ zu sein.

Deutsche Juden sind älter als Deutschland

Zunächst einmal bin ich selber völlig ohne irgendwelche Ressentiments oder Vorurteile sozialisiert worden. Und mit Vorurteile meine ich nicht, dass Juden Brunnen vergiften oder kleine Kinder fressen. Sondern viel grundsätzlicher, dass Juden irgendwie „die Anderen“ sind.

Der Mensch definiert immer, wer zu seiner und zu einer anderen Gruppe gehört. Das ist einer von vielen psychologischen Mechanismen, die uns von vor der Steinzeit geblieben sind. Das wird ausgiebig beforscht, u.a. scheint das so genannte „Mutterschaftshormon“ Oxytocin damit zu tun zu haben. Das „Kuschelhormon“ hat auch maßgeblichen Einfluss auf Fremdenhass.

Im Süden Düsseldorfs wurde ich geboren, gegenüber des Schlossparks. Aufgewachsen bin ich genau zwischen Düsseldorf und Köln. Am Bieräquator: dort, wo man in Kneipen tradiert Alt und Kölsch bekommt. Sicher hat auch das damit zu tun. Die Schääl Sick ist immer die andere.

Denn die älteste jüdische Gemeinde nördlich der Alpen ist in Köln nachgewiesen. Genauer im Jahr 321.
Noch krasser: Der spätere Kaiser „Konstantin der Große“, der das Christentum zur Staatsreligion im Römischen Reich machte, hat in einem Dekret erlassen, dass jüdische Bürger Kölns in „Kurialämter“ durften.
Heute würde man sagen, sie durften Beamtenjobs übertragen bekommen. Das war zumeist kein Lob, sondern eine Pflicht. Kurien spendeten auch für die Stadt oder richteten öffentliche Spiele aus. Es waren voll anerkannte Bürger, wie der Legionär aus dem Balkan oder Spanien, der nach 20 Jahren seinen Ruhesitzt bekam, oder der Kelto-Germane, der aus Solingen Messer lieferte.

Das bedeutet also, dass Juden in Deutschland bereits sesshaft waren, sogar leitende Aufgaben übernahmen, bevor es überhaupt Deutschland gab. Jahrhunderte bevor der Begriff „tiudisk“ (gesprochen etwa „diutisch“) für „völkisch“ aufkam. Das war nämlich keine Bezeichnung für eine Herkunft. Ein Lateinisch sprechender Mönch in Nordfrankreich oder Norditalien hätte die Bevölkerung auch „tiudisk“ genannt: Jene, die die Gemeinsprache sprechen. „Deutsch“ trägt den Vielvölkerstaat im Namen, sorry Blut und Boden.

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Der „Judenhof“ in Speyer: Umkleideraum und Vorraum der Mikwe, des jüdischen Ritualbads. Angeschlossen an die damalige Synagoge. Vor 1084 gebaut, ab da wurde er vom christlichen Bischof von Speyer offiziell gefördert.

Die Juden sind „die Anderen“?

In der Schulbildung wird gerne erwähnt, welchen Ressentiments und Vertreibungen Juden auch in Deutschland ausgesetzt waren. Und nichts läge mir ferner, als das zu verharmlosen. Tatsache ist aber, dass das Deutsche Reich für Jahrhunderte auch ein Paradies für Juden war.
Die SchUM (Speyer, Worms, Mainz) waren das europäische Zentrum für das Judentum. Fürsten luden Juden in ihr Gebiet ein und gaben ihnen Vergünstigungen. Weil Juden nicht nur gute Kaufleute, sondern auch gute Handwerker waren. Was durch die Propaganda der letzten zwei Jahrhunderte gerne vergessen und für antisemitische Erzählungen verwendet wird.
Die SchUM sind heute UNESCO Welterbe.
Die größte Vertreibung von europäischen Juden fand nicht in Deutschland statt, sondern nach der Rückeroberung durch die „allerkatholischsten“ Herrscher Spaniens.

Was Juden höchstens zu den „Anderen“ machte, war die Heiratspraxis. Die aber häufig genug durchbrochen wurde.
Die gelbe Kopfbedeckung und die gelben Sterne waren keine europäische Idee. Die stammte vom abbasidischen Kalifen al-Mutawakkil, der im 9. Jahrhundert in Samarra im heutige Irak residierte. Ein Hardliner. Europäer haben das teilweise übernommen. Zum Schluss die Nazis.

Natürlich gab es Vertreibungen und soziale Intoleranz. Und Schlimmeres.
Das Wort „Ghetto“ leitet sich vom venezianischen Stadtviertel Cannaregio ab, das „geto“ („Gießerei“) genannt wurde. Immer wieder wurden Juden zu den „Anderen“ gemacht. Aber es ist unmöglich zu entscheiden, was vorwiegend war. Auch Historiker können das nicht. Im Mittelalter war man etwas nachlässig mit Statistiken.

In Deutschland haben im Ersten Weltkrieg letztendlich tausende deutsche Juden für Kaiser, Volk und Vaterland gekämpft. Nich nur als Eingezogene, sondern auch als Offiziere.

Stereotype und Abstraktionsvermögen

Sozialisiert in einem American Football Team mit Mitgliedern aus 22 Nationen ist es mir schwer unmöglich, Stereotypen zu folgen. Und Rassismus, eh. Wenn, dann spreche ich von sozio-kulturellem Kontext. Und das tue ich niemals leichtfertig.

Juden sind aber durch ihre Geschichte mehr als eine Nation oder Staatsangehörigkeit. Sie sind eine Religionsgemeinschaft, genau so gläubig und nichtgläubig wie Christen, manchmal genauso atheistisch wie ich. Sie sind ein Volk, denn alles, was es für ein Volk braucht, ist es, sich als Volk zu definieren. Und sie sind eine Ethnie. Was DNA-Verbindungen von Menschen mit dem Namen Cohen zu Angehörigen der Priesterkaste vor über 2000 Jahren zweifelsfrei belegt haben.

Für mich aber ist ein jüdischer Deutscher vor allem ein Deutscher.
Und wenn, wie heute wieder in einem Video gesehen, eine Autofahrerin mit Beifahrer in Berlin zwei Männer mit Kippa im Vorbeifahren anpöbelt, dann ist das antisemitisch. Denn sie kann gar nicht wissen, ob diese Juden tatsächlich Israelis sind, mit der IDF zu tun haben, ober ob es einfach nur Deutsche jüdischen Glaubens sind.
Es ist Rassismus in seiner ausgeprägtesten Form. Vergleichbar wäre es, wenn ich alle dunkelhaarigen für Muslime, Palästinenser, Araber, Islamisten oder – alter Begriff – „Kümmeltürken“ halten würde. Ostasiaten, Südamerikaner und Afrikaner werden sich bedanken.

Um das differenzieren zu können, um Menschen zunächst durch Kennenlernen und unterlassenes Einordnen verstehen zu können, braucht es Abstraktionsvermögen. Die Fähigkeit, vom Einzelnen auf das Gesamte und vom Gesamten aufs Einzelne schließen zu können. Da hat schon Aristoteles drüber nachgedacht. Und das ist ein Kernpunkt dessen, was echte Intelligenz ausmacht.

Gewohnheitsmäßige Ablehnung

In meinen Augen haben die Nazis auch einen gehörigen Teil deutscher Kultur und Geschichte in einem Bildersturm zerstört. Und es scheinbar bis heute unmöglich gemacht, über die Hinterlassenschaften des Holocaust hinaus, einfach normal mit Juden umgehen zu können.

Ich kann mich noch gut an ein geleaktes Handy Video erinnern. Jahre ist es her. Aufgenommen im südlichen Ostdeutschland in einer Art Biergarten. An dem wohl ein Schwarzer mit seiner weißen Freundin vorbei geht. Die Aufnehmende sagte im deutlichen ostdeutschen Akzent „Isch habe noch nie so eenen in Escht gesehen.“
Das ist vielleicht das Problem.

Die Wahrscheinlichkeit ist statistisch recht groß, dass jeder, der dies liest, schon einmal einen Juden getroffen hat. Oder sogar einen kennt. Ohne es zu wissen.
Und das überfordert viele.

Jüdische Deutsche, deutsche Juden, deutschsprechende Israelis, israelische Deutsche, jüdische Atheisten, Doppelstaatler… das ist aber auch alles verwirrend.
Ich bin der festen Überzeugung, dass sehr viele Menschen durch diese sozio-kulturell bedingte deutsche Sprach- und Denkbarriere nicht einmal verstehen, wenn sie etwas Antisemitisches äußern. Oder wo der Unterschied zwischen Antisemitismus und Israelkritik liegt.

Ich warne zur Vorsicht.
Ich kenne drei Juden und/oder Israelis persönlich, die am Samstag im Biergarten neben Ihnen sitzen können, eine Schweine-Haxe futtern, nicht im Finanzgewerbe arbeiten, den lokalen Akzent sprechen, sich anständig den Helm lackieren und über Netanjahu abledern. Und alle gedient haben.
Wer bei dem Bild paranoid wird, hat es verdient.


Erschienen auf steady.page

Freitag, 20. März 2026

Fastenbrechen als Happening für vertrottelte Almans: Auch Kassel unterwirft sich lustvoll dem Islam

von Julian Marius Plutz

Kasseler Fastenbrechen mit dem Organisator Sidney Burnie (vordere Reihe, 2.v.r.), der – obwohl selbst “Kuffar” – begeistert mitbetete

 

In Kassel bekam ich von zwei Moslems eins aufs Maul. Als ich in der Straßenbahn lautstark den Islam kritisierte, hatte eine dicke Kopftuchdame nichts Besseres zu tun, als zwei schlagkräftige männliche Assistenzkräfte aus ihrer Verwandtschaft anzurufen, die wenig später an einer Haltestelle zustiegen und meiner Freundin und mir jeweils eine einschenkten. Noch ehe ich mich wehren konnte, waren die beiden wieder verschwunden. Buntes, schönes Drecksloch Kassel! Und weil es in der nordhessischen Stadt inzwischen so weltoffen zugeht, durfte am vergangenen Mittwoch natürlich auch eine großangelegte Feier anlässlich des muslimischen Fastenbrechens nicht fehlen. In diesem Fall allerdings nicht veranstaltet von den Grünen (wie im Bundestag) oder von islamistischen kalifatsaffinen Moscheeverbänden, sondern von dem 23-Jährigen “Influencer” Sidney Burnie, dessen Name an eine Pornodarstellerin erinnert und der optisch alles verkörpert, was mit der Jugend dieses kaputten Landes schief läuft.

Auf dem Friedrichsplatz in Hessen richtete Burnie ein ein großes Happening zum Iftar aus. Der – wie mittlerweile alle deutschen Staatsmedien – ramadangeile “Hessische Rundfunk” (HR), der Sidney offenkundig auch während der Zeit des Organisierens begleitet hatte, legte dazu ein 1001-Nacht-Märchenstück an den Tag, das, in Buchform veröffentlicht, im Science-Fiction-Regal zu finden wäre: Eine über hundert Meter lange Schlange an der Essensausgabe, orientalische Spezialitäten – vegan oder mit Fleisch –, Picknickdecken, Klapptische und Stühle auf dem Rasen – von diesen Eindrücken der HR verzückt-toleranzbesoffen. Eine richtig „bunte Menge aus vielen verschiedenen Nationen“, schwärmte der von der eigenen Courage ergriffene Sidney Burnie.

Bunt, aber monochrom gibt sich der Wokismus

Doch wie bunt war diese Veranstaltung wirklich? Zunächst einmal: Weder Sidney noch irgendjemand, der in dem HR-Beitrag zu Wort kam, hat selbst einen islamischen Hinter- oder Vordergrund. Mehr noch: Der begeisterte HR-Sprecher musste bei jedem eingespielten O-Ton vermelden, dass diese Person selbst „kein Moslem“ sei. Einmal mehr beschleicht den gemeinen Gebührenzahler da der Verdacht, dass die tolerante Buntheit doch recht monochrom daherkommt. Tatsächlich dürfte es an vielen AfD-Stammtischen wesentlich diverser und bunter zugehen als bei einer durchschnittlichen „Omas gegen rechts“-Aktion (weiß, alt, Lehrerin in Rente) oder einer “Demo gegen rechts” (weiß, jung bis mittelalt, akademische Geisteskrankenwissenschaftler und ein paar Informatiker) – wobei keiner in der AfD dies für einen Wert an sich halten würde.

Doch Sidney sieht das anders: „In Kassel leben um die 20.000 Muslime und generell hat es hier um die 170 Nationen. Das hat man gar nicht so irgendwie auf dem Schirm, deswegen lassen wir uns halt verändern, lass da mal Fastenbrechen machen und und äh das aber als Grund ganz viele Menschen vereint“, so der unbedarfte Linksaktivist. Worte, bei denen man nur erahnen kann, was er möglicherweise meint. Doch Sidney ist noch nicht fertig mit seiner Mission: Denn es seien natürlich nicht nur Muslime eingeladen, „sondern wirklich jeder, also alle Kulturen, alle Religionen und alle Nationen“. Ach ja, tatsächlich??? Wäre hier wirklich jeder willkommen und könnte tatsächlich jede Minderheit an der Veranstaltung schadenfrei teilnehmen? In Kassel gibt es rund 1.000 Juden, vielleicht mittlerweile etwas weniger. Das sind rund zwei Prozent des muslimischen Bevölkerungsanteil, von dem etliche auf Juden – sagen wir es unpolemisch – nicht unbedingt gut zu sprechen sind. Man darf daher zweifeln, ob hier jemand mit Kippa oder Davidstern tatsächlich so willkommen aufgenommen würde, wie Naivling Sidney sich das vorstellt. Wobei: Im Fall der Fälle bliebe es vermutlich nur bei akademisierten Bullshit-Kontroversen mit Soziologie-Silke, denn für das Faustrecht bräuchte es ein paar muslimische Jungs. Aber die waren ja gar nicht da.

Die autochthone Gesellschaft ist das Hauptproblem

Es ist wie immer: Aufgrund der eigenen Schwäche sind die anderen so stark. Wie meinte es unlängst ein schlauer Mensch: „Ohne unser eigenes Systemversagen hätten Islamisten keine Chance.“ Doch solange dreitausend hauptsächlich nichtmuslimische, komplett verblödete Kasseler Gutmenschen auf die Straße gehen, um das Ende vom Ramadan als eine Art Multikulti-Toleranzspektakel zu feiern und einer Religion zu frönen, mit der sie nichts am Hut haben, solange diese Leute und ihre zahllosen gleichtickenden Verbündeten ihre eigene Kultur inständig hassen und ablehnen, und vor allem: solange sie immer noch die gleichen falschen Parteien wählen, hat die primitive Wüstensekte ein leichtes Spiel.

So gesehen sind Gestalten wie Sidney Burnie ein größeres Problem als Mohamed Atta. Zwar sind woken Wahnsinnige wie der 23-jährige Kasseler keine “Terroristen” im eigentlichen Sinne – doch sie entkernen in ihrer Masse, ihrer Blödheit und ihrem moralischen Impetus systematisch die Grundwerte dieses Landes. Beim 9/11-Rädelsführer aus der Hamburger Zelle – so wie später bei Anis Amri, Taleb Abdelmohsen und tausenden “Sprenggläubigen” mehr – hatten “nur” die Behörden versagt; an den Burnies dieses Landes versagte eine ganze Gesellschaft. Heutzutage kann in Kassel eine dicke Kopftuchdame in der Straßenbahn ihre Sippschaft anrufen, die dann Selbstjustiz anwendet, wenn sich jemand über den Islam lustig macht. Die Täter sind das eine – doch die autochthone Gesellschaft, die das zulässt, stellt das eigentliche Problem dar. Oder gibt es vielleicht ähnliche Vorkommnisse und Bedrohungen in Ungarn, Tschechien oder Polen? Die deutsche Dekadenz befindet sich im Spätherbst und eines ist sicher: „Winter is coming“ – doch es wird keine bezaubernde weiße Weihnacht, sondern, wenn dieses Land so weitermacht, ein Schlachtfest. Das ist zwar halal, aber dafür umso blutiger.


Montag, 2. März 2026

Noch woker, noch „progressiver“: Unter dem neuen Chef der Bischofskonferenz wird die politisierte Kirche noch linker

von Dennis Riehle

Aalglatt zeitgeisthörig in die Bedeutungslosigkeit: Der nee Bischofskonferenz-Chef Heine Wilmer 



„Die goldene Zeit der Geistlichkeit fiel immer in die Gefangenschaft des menschlichen Geistes“, wusste bereits Friedrich Schiller. Den Kirchen geht es besonders dann gut, wenn sie den Verstand ihrer Schäfchen beschneiden können. Ein solches Manöver geschah mehrfach in der Geschichte. Und die Gegenwart bietet offenbar erneut die Gelegenheit, auf das freie Denken der Gläubigen Einfluss zu nehmen. Auch wenn die Mitgliederzahlen drastisch zurückgehen, so gibt es noch immer genügend Gottesdienstbesucher, die auf den Parteitag am Samstag verzichten, weil die Propaganda der Predigt am Sonntag mindestens genauso wuchtig ausfällt. Der erhobene Zeigefinger von der Kanzel – er ist wieder da, wenn er denn jemals verschwunden gewesen sein sollte.

Und die Moral dürfte künftig noch lauter schwingen – hat die Deutsche Bischofskonferenz mit Dr. Heiner Wilmer am 24. Februar 2026 doch einen Theologen gewählt, der aus seinem Progressivismus keinen Hehl macht. Er zeigt sich dafür “offen”, die sexuellen Lebenswirklichkeiten der Tagesaktualität anzuerkennen, will schwule und lesbische Paare ganz offiziell segnen, begrüßt die Frauenweihe, fordert mehr “Inklusion” und preist die “Diversität” preist er. Sein Credo: “Unser Evangelium ist grundsätzlich politisch.” Also ein voraussichtlich noch linientreuer Lobbyist des Linksstaats, als es bereits Georg Bätzing war.

Jesus mit Palästinenserschal

Als Ritter des Ordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem sieht der den Zölibat in seinem persönlichen Fall zwar als hilfreich an, will den Pfarrer von heute aber nicht mehr dazu verpflichten. Synodalität sei für ihn der einzig gangbare Weg, also das Einbeziehen sämtlicher Interessengruppen an der Basis. Man könnte auch sagen: Aktivismus ist unter diesem deutschen Oberhirten willkommen, die Tür für linksidentitäre Lobbyisten steht weit offen! Echte Partizipation sei ihm stets ein Anliegen gewesen, so Wilmer – gemeint ist das Priestertum für Laien; nicht aus biblischen Gründen, sondern aus dem Prinzip erzwungener Reformen.

Aber einerseits zu behaupten, Tradition wahren zu wollen, sie an anderer Stelle auf Teufel komm raus zu brechen: Das ist nicht nur ein Widerspruch in sich, sondern hier vermischen sich Wasser und Wein. Am Ende steht “Dogmatik light”: Es soll konservativ aussehen, aber der linke “Liberalismus”, der eigentlich keiner ist, muss alles in Händen halten. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, meinte Jesus. – das Reich seiner Diener hingegen ist es schon. Denn wie soll man den Appell anders verstehen, den Wilmer aussandte: „Wehret den Anfängen! Schützen wir unsere Demokratie!“? Da hätte man auch jede erstbeste „Oma gegen rechts“ auf die Kanzel stellen können, oder einen 08/15-Politiker von Grünen oder Linkspartei.

Von “Vielfalt sexueller Lebensentwürfe” bis zur größten Menschheitsaufgabe

Das Tempo wird sogar noch angezogen, indem man sich lossagt vom Kern der frohen Botschaft. Dort geht es um die Hinwendung zum Herrn allein, denn der Götzendienst ist ein Frevel. Dass ihn die Reden der AfD an dunkle Zeiten der Geschichte erinnern, ist ein typisches Beispiel von Projektion. Denn wer war es denn, der sich im Nationalsozialismus und während anderer Diktaturen den Regimen an den Hals warf? Sie trugen Talar und Pileolus, huldigten Kreuz und Monstranz nur noch aus Makulatur. Wilmer lässt keinen Zweifel.

Auch zur sogenannten “Erderhitzung” meinte er, dass „die Zeit drängt“. Und: “Der Klimaschutz ist das größte Marktversagen in unserer Menschheitsgeschichte”. Auch müsse “Gerechtigkeit der Geschlechter” zur “Normalität” werden (wie viele Geschlechter Wilmer da genau meint, ist allerdings nicht überliefert). Was wird wohl Papst Leo XIV. dazu sagen, wenn Wilmer den Kurs seines Vorgängers Bätzing unvermindert fortsetzt, zumal Anpassung an Trend und Hype unter bundesrepublikanischem Glockengeläut längst Realität sind? In Rom scheint die Gangart des hiesigen Klerus weit mehr als nur ein Splitter, sondern eher ein handfester Dorn im Auge zu sein. Was der “synodale Weg” begann, wird unter Wilmer zu einem Pfad in die kirchliche Selbstauflösung.

Die Schöpfung als Verhandlungsmasse, das Evangelium als Parteiprogramm

Da will man die Teilhabe aller fördern, schließt Sympathisanten von Alice Weidel und Tino Chrupalla aus, weil man deren Pragmatismus für unvereinbar mit der Schönwetterideologie der heiligen Luisa hält. Man stellt die Schöpfung in Frage, weil neben männlich und weiblich nicht nur divers existiert, sondern gefühlt 57 andere Identitäten. Eigentlich war doch alles so wohlgemacht, bis plötzlich Windräder und Wärmepumpen die Landschaft verschandelten. Öl und Gas gelten als verpönt. Dabei sind sie natürliche Ressourcen, Propeller und Photovoltaik hingegen nicht. Da wird ein künstliches Paralleluniversum aus der Taufe gehoben, in der der Mensch macht, was er will.

Er brandmauert sich in die Isolation, empfindet Nächstenliebe für sämtliche Völker, aber nicht für den Nachbarn, der blau wählt. Die Exegese der Schrift hat sich längst verselbstständigt, das Kruzifix zeugt nicht mehr vom Tod des später Auferstandenen, sondern von Regenbogen, Vielfalt und dem Esprit des Larifari. Mit dieser Agenda wird man weder einen Blumentopf noch die Gnade des Allmächtigen gewinnen. Doch dieser Anspruch scheint ohnehin längst obsolet geworden zu sein. Was zählt, ist wieder einmal der Hofknicks vor dem Zeitgeist.


Donnerstag, 19. Februar 2026

Ramadan als neue Leitkultur

von Thomas Hartung

Ramadan-Beleuchtung in deutschen Städten: Nicht nur der Bevölkerungsaustausch, sondern auch der geplante kulturell-religiöse Shift werden als “bunte Weltoffenheit” gefeiert – bis nichts mehr von uns übrig ist



Wenn eine deutsche Großstadt ihren Park mit „Happy Ramadan“-Leuchtschildern und Mondsymbolen ausstattet, ist das mehr als dekorative Folklore. Es ist eine symbolische Setzung: Der islamische Fastenmonat wird aus der Sphäre des persönlichen Glaubens in die repräsentative Stadtidentität gezogen. Freiburg macht das im Seepark, andere Städte wie Frankfurt hängen Halbmonde und Ramadan-Schriftzüge in prominente Einkaufsstraßen. „Frankfurt schaltet wieder mal die Ramadan-Beleuchtung in der Fußgängerzone ein und die grüne Bürgermeisterin verkauft dies als Zeichen für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das ist Schönwetter-Populismus!“, ärgert sich Islamforscherin Susanne Schröder auf X. Zu Recht: Denn gleichzeitig werden christliche Symbole – Kreuze in Klassenzimmern, Krippen im Rathaus, Schulweihnachtsfeiern – seit Jahren problematisiert, relativiert oder entkernt. Die Botschaft ist hier doppelt: Erstens, dass die Kommune religiöse Sichtbarkeit politisch orchestriert, statt einfach nur den Glauben der Bürger zu schützen. Zweitens, dass gerade der Ramadan zum bevorzugten Anlass wird, um „Vielfalt“ zu inszenieren – und zwar nicht im Sinne von ruhiger Koexistenz, sondern als neue kommunale Leitkultur.

Wer von „Selbstverständlichkeit muslimischen Lebens“ spricht, aber bei christlichen Ritualen ständig warnend mit dem Neutralitätszeigefinger wackelt, betreibt keine Gleichbehandlung, sondern die Verschiebung der kulturellen Mitte. In dieser Gemengelage ist es mehr als stillos, wenn Bundeskanzler Friedrich Merz auf seinem offiziellen Instagram-Account mit den Sätzen „Unsere freiheitliche Gesellschaft ruht auf der Toleranz. Sie lebt von Offenheit und echter Neugier für den Anderen. Ramadan schafft dafür einen festlichen Rahmen über Kulturgrenzen hinweg. In diesem Miteinander entsteht die Kraft, die unser Land in Zeiten der Bewährung braucht“ den Ramadan feiert, an die Christen dagegen kein Wort verliert. Parallel dazu läuft die mediale Erzählung in Dauerschleife: öffentlich-rechtliche Angebote wie der “Südwestrundfunk” erklären den Ramadan zum quasi-therapeutischen Format; so senke Fasten Cholesterin und Triglyceride, verbessere Insulinsensitivität, helfe beim Abnehmen und könne die Psyche stabilisieren, so der neue Ratgeber-Journalismus. Und Ernährungsfachblätter entwerfen eigene Programme, wie muslimische Jugendliche „gesundheitsverträglich“ durch den Fastenmonat kommen sollen – mit Tipps für Übergewichtige, passende Speisen und Tagesrhythmus.

Ramadan-Mobbing auf dem Schulhof

Nichts davon ist per se illegitim; Fasten gehört zur religiösen Tradition, und es gibt durchaus medizinisch interessante Effekte. Auffällig ist allerdings die einseitige Tonlage: Ramadan als Wellness- und Achtsamkeitsformat, als säkularisierte Spiritualität mit positiven „Effekten auf Stoffwechsel und Seele“. Dass Kinder und Jugendliche tagsüber nichts trinken, im Unterricht müder, gereizter oder konzentrationsschwach werden, rutscht in die Fußnoten. Die gesundheitliche Rahmung dient damit zugleich als Entschärfung: Wer auf Probleme hinweist, stört nicht nur die Religionsfreiheit, sondern gleich auch noch ein vermeintlich gesundheitsförderndes Ritual. Dass in diesem Jahr auch die christliche Fastenzeit in denselben Zeitraum fällt, lässt das Ritual als kollektivierende Praxis erscheinen. Diese weiche Außenkulisse kontrastiert scharf mit dem, was Lehrer und Wissenschaftler inzwischen unter der Überschrift „religiös begründete Konflikte“ in Schulen beobachten. Eine größere Befragung von rund 700 Schulbeschäftigten kommt zu dem Ergebnis, dass mehr als ein Drittel regelmäßig religiös motivierte Konflikte erlebt – besonders häufig „rund um den Islam“. Eine Auswertung der Schweizer Stiftung Zukunft CH spricht sogar explizit von „islamischem Mobbing“: Kinder würden unter Druck gesetzt, im Ramadan zu fasten, Mitschülerinnen ohne Kopftuch beschimpft, nichtfastende muslimische Jugendliche als „schlechte Muslime“ markiert.

Bereits 2023 berichtete die “Welt” über „islamistische Sittenwächter an Schulen“, die im Fastenmonat als moralische Polizei auftreten: Schüler, die essen oder trinken, würden bloßgestellt oder zum Fasten genötigt, nichtmuslimischen Kindern werde geraten, in Gegenwart muslimischer Mitschüler besser nichts zu essen. Das passt zu anderen Befunden: Eine Umfrage der gesetzlichen Unfallversicherung zeigt, dass über die Hälfte der Lehrkräfte Zunahmen von psychischer Gewalt und Mobbing im Schulalltag sieht, körperliche Gewalt eingeschlossen. Religion ist dabei nur eine von mehreren Konfliktachsen – aber beim Ramadan bekommt sie eine besondere Schärfe, weil es um täglich sichtbares Verhalten geht: Essen, trinken, sich am Sportunterricht beteiligen. So entsteht eine doppelte Asymmetrie. Die Mehrheitsschule erklärt in Projekttagen und Leitbil-dern, man wolle Vielfalt, Respekt und Toleranz. Gleichzeitig wächst auf dem Hof ein Milieu, in dem Kinder lernen: Wer im Ramadan isst, wer offen sagt, dass er nicht glaubt, wer als Mädchen unverschleiert oder kurzärmlig kommt, verletzt nicht nur „Gefühle“, sondern gilt als Verräter an der eigenen Gemeinschaft. Der Druck trifft besonders muslimische Kinder, die nicht fasten möchten oder dürfen – sie sind die ersten Opfer der Religionspolizei im Kinderzimmer.

Die neue Einbahnstraße der Völkerverständigung

Gerade deshalb wirkt es so schief, wenn dieselbe pädagogische Öffentlichkeit, die beim Ramadan jede Kritik sofort als „islamfeindlich“ zurückweist, gegenüber den USA plötzlich apokalyptische Szenarien entwirft. Schulleiter in Baden-Württemberg sagen Austauschreisen ab, weil man ernsthaft fürchtet, deutsche Schüler könnten von ICE-Beamten „mit Waffen ins Auto gezerrt“ werden – als wären sie illegale Migranten auf der Flucht. Dabei warnen weder Auswärtiges Amt noch US-Behörden vor Schulreisen; hunderttausende Einreisen von Touristen, Schülergruppen und Studierenden verlaufen jährlich völlig problemlos. Die Logik ist absurd: Nach außen wird Völkerverständigung mit Amerika als Sicherheitsrisiko behandelt, im Inneren aber werden sehr reale Probleme einer islamisch geprägten Peergroup-Kultur relativiert. Gegen US-Grenzbeamte malt man Bilder maskierter Schergen, gegen Ramadan-Mobbing begnügt man sich mit „Sensibilisierung“. Die Doppelbotschaft an die Schüler lautet: Der Westen, insbesondere die USA, ist bedrohlich; der religiöse Konformitätsdruck im eigenen Umfeld an den Islam hingegen, eine expansive und vielfach gewaltaffine Religion, ist Kultur, die man respektieren müsse. Völkerverständigung wird so zur Einbahnstraße: Wir sollen alles verstehen und wertschätzen, was islamische Praxis an Normansprüchen in den öffentlichen Raum trägt – während wir gleichzeitig die traditionelle westliche Bindung an Rechtsstaat und USA als moralisch verdächtig markieren.

Juristisch ist der Befund klarer als der politische: Der Staat ist zu weltanschaulicher Neutralität verpflichtet. Er darf religiöse Praxis schützen, er darf Information anbieten – er darf aber keine faktische Leitreligion durch symbolische Aufwertung installieren. Wer Ramadan-Leuchtschriften kommunal finanziert, der öffnet die Tür zu einer privilegierten Sichtbarkeit des Islams; wer gleichzeitig christliche Symbole aus Schulen und Rathäusern verdrängt, der verschiebt die Gewichte. Noch gravierender ist die pädagogische Schieflage. Religionsfreiheit heißt auch: Freiheit von religiösem Zwang. Eine Schule, die „Ramadan-Workshops“ veranstaltet, Fasten als Gesundheitsphänomen oder interkulturelle Kompetenz verpackt, zugleich aber dem gruppendynamischen Druck auf Schulhöfen tatenlos zusieht, verletzt ihre Schutzpflicht gegenüber den Schwächeren. Das gilt nicht nur für christliche oder areligiöse Kinder, die im Ramadan zum diskreten Rückzug mit Butterbrot gedrängt werden, sondern gerade für muslimische Schüler, die nicht fasten wollen oder können. Eine säkulare Schule hat nicht die Aufgabe, die Normen der strengsten religiösen Fraktion in alltägliches Verhalten zu übersetzen.

Säkularität ernst nehmen

Eine konservative Antwort auf diese Entwicklung wäre nüchtern und klar: Sie würde anerkennen, dass religiöses Fasten – ob christliche Passionszeit oder islamischer Ramadan – als private Praxis respektiert werden muss. Sie würde zugleich darauf bestehen, dass schulischer Alltag religiös neutral bleibt: Unterricht, Pausenverpflegung, Klassenfahrten und Sport orientieren sich an pädagogischen und gesundheitlichen Kriterien – nicht an Scharia- oder Fastengeboten. Das bedeutet konkret: Kein Kind darf daran gehindert werden, in der Pause zu essen oder zu trinken, weil andere fasten! Kein Schulkind darf von Mitschülern anhand religiöser Regeln kontrolliert, beschämt oder sanktioniert werden! Und wo das dennoch geschieht, ist entschlossenes Eingreifen der Schule gefragt – nicht aus Feindseligkeit gegenüber dem Islam, sondern aus Loyalität zum Grundrechtsschutz des Einzelnen. Studien, die systematisches „islamisches Mobbing“ und religiös begründete Konflikte dokumentieren, sind ein Anlass zum Handeln, nicht zum Beschwichtigungsdiskurs. Umso schärfer ist gegen Praxen wie an der Moosland-Schule Ottersweier zu protestieren, die „halal“-Essen als “Normalfall” für alle Schüler eingeführt hat:


Für die Kommunalpolitik wiederum heißt Neutralität: Entweder schafft man einen fairen Rahmen, in dem alle großen Religionen sichtbar sein dürfen – oder man verzichtet auf religiöse Symbolpolitik insgesamt. Eine Stadt, die Ramadan-Beleuchtung installiert, sich aber bei Weihnachtsbeleuchtung und Krippen aus Rücksichtnahme auf andere Religionen (genauer: die eine, den Islam) zurücknimmt und eigene Traditionen aufgibt, produziert keine Vielfalt, sondern eine neue Hierarchie der falschen Sensibilität und Unterordnung. „Wer religiöse Symbole im großen Stil in Parks hängt und dazu begleitende Wohlfühl-Berichterstattung liefert, muss sich fragen lassen, ob er bereit wäre, Kreuz, Krippe und christliche Fastenzeit im selben Maß sichtbar zu machen“, meint dazu der religionspolitische AfD-Fraktionssprecher Baden-Württembergs, Rüdiger Klos. Der eigentliche Prüfstein ist nicht die Frage, ob Städte und Medien „Happy Ramadan“ sagen dürfen. Der Prüfstein ist, ob sie bereit sind, auch die Kehrseite anzusprechen: den sozialen Druck, die moralische Übergriffigkeit und die zunehmende Konfliktlast in Schulen. Wer nur die Lichterkette sieht, aber nicht die Realität auf dem Pausenhof, betreibt keine Völkerverständigung, sondern Symbolpolitik. Und eine Pädagogik, die beim Ramadan alle Register der Empathie zieht, beim Schutz der eigenen Kinder vor religiösem Mobbing aber zurückzuckt, hat ihren inneren Kompass verloren.


Dienstag, 8. Juli 2025

Wenn Hysterie Politik ersetzt

von Boris Reitschuster

Klima-Aktivistin weint, Ex-Vizekanzler tröstet – und der Verstand hat Sendepause


Nicht jeder politische Auftritt ist berichtenswert. Manche wirken wie Realsatire, andere wie Endlosschleifen aus Empörung und Erschöpfung. Doch die ServusTV-Sendung vom vergangenen Donnerstag sprengte diese Kategorien. Sie zeigte in aller Deutlichkeit, was passiert, wenn Emotionen nicht mehr argumentieren, sondern regieren. Und wenn Zweifel nicht mehr erlaubt sind – selbst dann nicht, wenn sie sachlich und ruhig vorgetragen werden.

Eigentlich wollte ich über einzelne Eskapaden des rot-grünen Moralwahnsinns gar nicht mehr schreiben. Zu oft gleichen sie sich, zu vorhersehbar ist der Ablauf: Dramatisierung, Empörung, Gesinnungsapplaus. Aber dieser Abend war anders. Er war eine Blaupause für den Zustand einer ganzen Debatte – und mehr noch: ein Blick in die seelische Verfassung jener, die längst nicht mehr überzeugen wollen, sondern gehorcht werden möchten.

Anja Windl, Aktivistin der „Letzten Generation“, sitzt auf dem Podium, spricht mit zitternder Stimme über Stromausfälle in Italien, Tote in der Hitze, Kipppunkte und den nahenden Zivilisationskollaps. Immer wieder wirkt sie, als stünde sie kurz vor dem Weinen. Nicht affektiert, nicht gespielt – sondern wie ein Kind, dem man gerade erklärt hat, dass morgen die Welt untergeht und niemand etwas dagegen tun will. Man möchte sie in den Arm nehmen und ihr erklären, dass man keine Panik haben muss. Dass man diskutieren kann. Dass es Lösungen gibt. Aber genau das scheint in dieser Runde nicht mehr vorgesehen.

Neben ihr sitzt Werner Kogler, der ehemalige Vizekanzler Österreichs, bis vor wenigen Tagen Chef der Grünen, grauer Bart, väterliches Grinsen. Er widerspricht nicht. Im Gegenteil. Er springt der jungen Frau zur Seite, wenn ihre Argumente ins Wanken geraten. Er verteidigt ihren Ton, ihre Angst, ihre Weltuntergangsrhetorik. Und damit entlarvt er – ungewollt, aber deutlich – worum es hier längst geht: nicht um Wissenschaft. Nicht um Strategien. Sondern um Glauben. Und um Gefolgschaft.

Denn wer die Sendung aufmerksam verfolgt, erkennt schnell, wie sich Argument und Emotionalität hier verschieben. Der Schauspieler Albert Vortell bringt es früh auf den Punkt: Das alles erinnere ihn an Corona. An die kollektive Angst, die sich verselbstständige. An Medienbilder, die plötzlich alles in Blutrot färben – Wetterkarten wie Warnmeldungen, als stünde eine atomare Katastrophe bevor. Vortell schildert seine Kindheitserinnerungen an platzenden Straßenbelag und Wasserknappheit im Italienurlaub – Jahrzehnte vor dem Begriff „Klimakrise“. Seine Botschaft: Die Welt war nie stabil. Aber heute ist sie hysterisch.

Und dann kippt die Debatte endgültig. Windl spricht von „Brandstiftung an ihrer Zukunft“, vom „menschengemachten Vernichtungsprozess“, davon, dass sie keine Kinder bekommen könne, weil ihr das ethisch nicht vertretbar erscheine. Die Stimme zittert, die Hände ballen sich, der Blick irrt hilflos durch die Runde – als suche sie Halt in einem Raum, der keiner mehr ist. Dann steht sie auf, reißt sich das Mikrofon vom Körper und verlässt das Studio.

Kein trotziges Aufbäumen. Kein kalkulierter Skandal. Sondern ein emotionaler Zusammenbruch im Live-Fernsehen. Für einen Moment wirkt es, als habe sie sich nicht nur in der Diskussion verloren, sondern in einer Welt, die keine Rettung mehr zulässt – zumindest nicht in ihrer Vorstellung.

Und dann geschieht das fast noch Bemerkenswertere: Nicht etwa Irritation, nicht Nachdenklichkeit – sondern Schutzinstinkt. Werner Kogler geht in die Offensive. Nicht gegen die Dramaturgie. Nicht gegen das Pathos. Sondern gegen die Kritiker. Er wirft ihnen vor, unsensibel zu sein. Er tadelt ihre Wortwahl, ihre Argumente, ihren Ton. Nicht die Hysterie ist für ihn das Problem – sondern jene, die sie benennen.

Dabei hatten die beiden Herren – Schauspieler Vortell und Energieunternehmer Eisenhuth – in geradezu vorbildlicher Weise diskutiert. Ruhig, sachlich, fundiert. Sie beriefen sich auf Forschung, historische Vergleiche, physikalische Zusammenhänge. Kein Angriff, kein Spott, kein rhetorisches Säbelrasseln. Doch genau das scheint heute nicht mehr gefragt zu sein. Wer ruhig widerspricht, gilt als gefährlich. Wer gelassen bleibt, als gefühllos. Und wer nachfragt, als Ketzer.

Die Ökonomin Heike Lehner versucht mehrfach, rationale Brücken zu bauen. Sie spricht von Kosten-Nutzen-Rechnungen, von Realismus, von den Zielkonflikten zwischen Klima, Geopolitik und Wirtschaft. Doch in einem Diskurs, der längst religiöse Züge trägt, ist Nüchternheit verdächtig. Rationalität klingt da schnell wie Blasphemie.

Besonders entlarvend ist der Moment, als Windl die Auflösung der „Letzten Generation“ erklärt: Man sei wohl zu spät dran. Die Kipppunkte seien vermutlich bereits überschritten. Was bleibt, ist ein Weltuntergangsglaube ohne Rettungsmission – eine Art säkularisierte Endzeitliturgie. Früher nannte man das Aberglaube. Heute heißt es Aktivismus.

Dass ausgerechnet ein ehemaliger Vize-Regierungschef diesen Alarmismus hofiert, ist mehr als nur ein politischer Fehltritt. Es ist das Eingeständnis, dass Emotion mittlerweile stärker wirkt als Analyse. Dass Tränen mehr gelten als Daten. Und dass die Moral der Lautesten die Richtung vorgibt – selbst wenn sie ins Absurde führt.

Noch verstörender wird es, wenn man genau hinhört. Kogler greift die beiden Männer in der Runde – Albert Vortell und Thomas Eisenhuth – direkt an. Sie hätten Windl wie Lehrer„geprüft“, ihr zu viele Fragen gestellt, mit „einem Ton“, der „so nicht gehe“. Doch was war geschehen? Sie hatten Argumente hinterfragt. Korrekt zitiert. Zahlen ins Verhältnis gesetzt. Keine Polemik, kein Sarkasmus, keine Herablassung. Nur Widerspruch. Doch dieser reichte aus, um als unmenschlich zu gelten – während ein emotionaler Zusammenbruch zur moralischen Überlegenheit erklärt wurde.

Am deutlichsten entlarvt sich Kogler mit einem einzigen Satz. Gegen Ende der Sendung sagt er, sichtlich aufgebracht: „Wenn ich gewusst hätte, mit wem ich hier diskutiere, wäre ich gar nicht gekommen.“ Es ist ein Satz, der alles offenlegt: Die Blase. Die Berührungsängste. Die panische Angst vor echter Debatte. Kogler wollte keine Diskussion. Er wollte Zustimmung. Und als die ausblieb, rückte er nicht seine Argumente zurecht – sondern die Gesprächspartner. Wer nicht ins Weltbild passt, ist keine legitime Stimme. Sondern ein Fehler im System.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum immer mehr Menschen sich abwenden. Nicht vom Klima. Sondern von einer Klimapolitik, die wie eine Sekte kommuniziert. Mit Tabus statt Thesen. Mit Bekenntnissen statt Belegen. Und mit einer Führungsriege, die nicht beruhigt, sondern befeuert.

Die Ironie an alledem: Je lauter der Alarm, desto tauber werden viele. Wer den Ernst der Lage begreifen will, braucht keine Heulkrämpfe. Sondern Ehrlichkeit. Und ein Mindestmaß an Selbstbeherrschung.

Was vielleicht am meisten verstört: Dass eine solche Sendung in den großen Medien kaum Resonanz findet. Kein Aufschrei, keine Analyse, kein „Was war da eigentlich los?“ Dabei hätte dieser Abend das Potenzial, eine ganze Epoche zu entlarven: als Zeitalter der Angst, in dem Emotionalität über Erkenntnis triumphiert – und Zweifel zur Blasphemie wird.

Denn Hysterie ist keine Strategie. Und schon gar kein Ersatz für Politik.


Dienstag, 24. September 2024

Alarmierend: Immer mehr Deutsche konvertieren zum Islam

von Adam Baron von Syburg...

Vor allem in der Salafistenszene (hier bei einer Straßenpredigt von Pierre Vogel) finden sich etliche zum Islam übergetretene Deutsche



Was mich fast noch mehr besorgt als die Tatsache, dass Deutschland von muslimischen Migranten förmlich überrannt wird und sich der mohammedanische Glaube schier unaufhaltsam im öffentlichen Raum breitmacht, ist das Phänomen, dass immer mehr Deutsche freiwillig zum islamischen Glaubensbekenntnis wechseln. Vor allem unter Jugendlichen, die teils aus Druck und Gruppenzwang, teils aus zwangsläufiger Beeinflussung durch ein zunehmend muslimisches soziales und schulisches Umfeld mit dem Islam in Berührung kommen, gibt es immer häufiger solche Fälle. Auch ich habe das gerade in jüngster Zeit wiederholt im persönlichen Umfeld erlebt. Da ist die Freundin, die mir berichtete, dass eine türkischstämmige Bekannte, die früher ganz freizügig gekleidet war und emanzipiert war, plötzlich mit Kopftuch und tief religiös aus ihrem Urlaub zurückgekehrt sei. Da ist die positiv-freigeistige, alternativ angehauchte Arbeitskollegin, von der ich nie gedacht hätte, dass sie (offenbar sogar schon seit längerem) Wahl-Muslima ist.

Doch besonders schockiert hat mich der aktuelle Fall eines etwa gleichaltrigen Arbeitskollegen, den ich seit vielen Jahren kenne. Früher wirkte er wie ein ganz normaler, junger Mann; irgendwann dann ließ er sich einen langen Vollbart wachsen. Ich persönlich empfand das als – zumindest optischen – Zivilisationsbruch, doch ich biss mir auf die Zunge; denn selbstverständlich soll und darf das jeder für sich selbst entscheiden. Vollbart-Barbarei ist ja bekanntlich schon seit längerem in Mode – bei Messerterroristen ebenso wie bei westlichen Nichtmuslimen (etwa den sogenannten Hipstern). Vor kurzem hörte ich nun gerüchteweise, dass der besagte Kollege zum Islam konvertiert sei.

“Moderner” Islam versus altbackenes Christentum

Ich konnte und wollte das kaum glauben. Gestern sprach ihn darauf an. Es war mir eigentlich unangenehm, weil ich ungern andere Menschen mit privaten Fragen überrumple, aber es brannte mir einfach auf den Nägeln. Und tatsächlich: Er bestätigte mir, dass er schon vor zwei Jahren zum Islam konvertiert sei. Kritische Einwände meinerseits auf die mangelnden Rechte etwa von Frauen oder Homosexuellen konterte er mit dem Hinweis auf die angeblich vergleichbare christlich-katholische Lehrmeinung. Ich entgegnete, dass die katholische Kirche Homosexuellen zumindest keine Steinigung zuteil werden lasse. Er behauptete, das sei auch im Islam nicht so, und falls doch, dann läge dies an den “Extremisten”. Sind folglich also alle Staaten mit Scharia-Gesetzgebung “extremistisch”? Und in den nicht ganz so extremistischen Staaten gibt es dann “nur” langjährige Haft und/oder Körperstrafen, oder wie? War nicht schon der Religionsstifter ein Schwerverbrecher und gewalttätiger “Extremist”?

Es blieb nicht lange Zeit für eine umfangreichere Diskussion, und es ist mir auch generell unangenehm, mit Arbeitskollegen über Politik und Religion zu streiten – insbesondere mit charakterlich an sich anständigen und guten Menschen, die man seit vielen Jahren kennt und mit denen man immer gut auskam. Aber Sorgen macht mir das schon. Denn dieser Fall zeigt, dass der vermeintlich “moderne”, junge, strengere, Islam auch auf viele hier aufgewachsene Menschen sehr anziehend wirkt. Hingegen erscheint das ältere, dennoch geistig ungleich freiere und friedfertigere Christentum blass, altbacken, angestaubt.

Statt Nächstenliebe Gewalt und Unterwerfung

Nachvollziehen kann ich das nicht: Wer einmal die Hohe Domkirche Sankt Petrus zu Köln – gemeinhin bekannt als Kölner Dom – in all ihrer Erhabenheit von innen gesehen hat, wer am Sonntagmorgen dem Glockenklang und an hohen Festen dem Orgelspiel gelauscht hat, wer das Evangelium von der Auferstehung Christi mit dem Missionsbefehl gelesen hat und schon einmal einer Lichterprozession gefolgt ist, der kann eigentlich unmöglich den Wunsch verspüren, das Christentum gegen die Religion der Minarette und Muezzinrufe einzutauschen.

Jesus Christus hat sich hingegeben. Er wurde vom Vater geopfert, um die Menschheit, die der dreieinige Gott über alles liebt, zu erlösen. Er hat Feindesliebe gepredigt, Wunder gewirkt und Menschen durch seine Liebe inspiriert. Was hat hingegen Mohammed getan? Er hat mit dem Schwert gemordet, Feinde blutig gerichtet und versklavt und sich Frauen als Objekte der sexuellen Begierde gehalten. Ich könnte es ja noch verstehen oder zumindest nachvollziehen, wenn Deutsche, die mit dem Christentum nichts (mehr) anfangen können, im Buddhismus ihr Seelenheil suchten. Oder im Judentum. Aber warum ausgerechnet im Koran mit seinen totalitären auch weltlichen Gesetzen und der blutigen Scharia? Jedenfalls fürchte ich: Wenn die Islamisierung um uns (und zunehmend auch unter uns) so weitergeht, werden auch die verbliebenen Reste des einzigen “christlichen Abendlandes” in unseren Breiten bald schon Geschichte sein.

Montag, 6. Mai 2024

Nachhilfe für die pro-palästinensischen Schreihälse vor der Kölner Universität

von Gerd Buurmann..

Auf der Uniwiese vor dem Hauptgebäude der Universität zu Köln wurde ein pro-palästinensisches Zeltlager errichtet, in dem allerhand Halbwahrheiten und Lügen über Israel in die Welt getrommelt und skandiert werden. Ich habe mich mal mit ein paar der Begriffe auseinandergesetzt, die in dem Zeltlager immer wieder benutzt werden. Dieser Artikel darf gerne auf allen Seiten geteilt, vielfältig und verbreitet werden, wo die pro-palästinensischen Aktivisten unterwegs sind. Sie sitzen schließlich vor einer Universität, da können sie auch ruhig mal mit etwas Bildung konfrontiert werden.


Fangen wir direkt mit dem wichtigsten Begriff an:

Palästinenser:

Was sind überhaupt Palästinenser? Der Begriff Palästinenser wird heute oft als Abgrenzung gegenüber Juden verstanden. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts jedoch wurden Juden als Palästinenser bezeichnet. In den Vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts zum Beispiel gab es in Jerusalem ein sogenanntes palästinensisches Orchester. Es bestand ausnahmslos aus Juden.

Palästinensische Juden gab es schon in der Antike, zu einer Zeit, als noch kein Islam und noch kein Christentum existierten. Der Begriff „Palästina“ hat zudem einen hebräischen Ursprung und geht auf das in der Bibel beschriebene Volk der Philister zurück. Das Volk der Philister gibt es nicht mehr, aber einen Philister kennt jedes Kind: Goliath.

Das Wort „Palästina“ taucht schriftlich erstmals bei dem antiken griechischen Geschichtsschreiber und Völkerkundler Herodot auf, der das Gebiet im 5. Jahrhundert vor moderner Zeitrechnung so nannte. Nach der Zerschlagung des jüdischen Volkes im Jahr 135 benannten die Römer das Gebiet dann offiziell in Palästina um, um jeglichen Bezug zum jüdischen Volk zu verwischen.

Der Begriff Palästina ist lediglich eine Gebietsbeschreibung und keine Volksbeschreibung. Es gibt keine palästinensische Sprache, keine unabhängige palästinensische Kultur, aber dafür eine Menge Menschen verschiedenster Glaubensrichtungen und Nationalitäten, die durch den Umstand vereint werden, dass sie in einem Gebiet leben, das Palästina genannt wird. Der mit Abstand größte Teil Palästinas liegt im heutigen Jordanien. Dennoch wird Jordanien nicht vorgeworfen, Palästina besetzt zu halten. Woran das wohl liegen mag? Kommen wir also zum nächsten Begriff.

Palästinensische Gebiete:

Was sind die palästinensische Gebiete? Der weitaus größte Teil ist in Jordanien. Weitere Gebiete Palästinas sind Golan, Gazastreifen, Westjordanland und Gebiete von Ägypten, Saudi-Arabien und Israel. Ein sehr kleiner Teil Palästinas befindet sich in Israel, aber alle, die in dem Gebiet Palästina leben, mögen es nun Jordanier, Israelis, Araber, Juden, Christen oder Moslems sein, sind Palästinenser!

In der Moderne wurde mit dem Begriff „Palästina“ das Gebiet bezeichnet, das nach dem Ersten Weltkrieg durch den Untergang des Osmanischen Reiches herrschaftslos wurde. Heute gibt es in der Region die unterschiedlichsten Länder, aber nur ein Land ist demokratisch: Israel! 1948 wurde Israel von überwiegend palästinensischen Juden gegründet. Sie glaubten an die Möglichkeit einer friedlichen Demokratie im Nahen Osten.

Seit der Gründung Israels wird Israel vorgeworfen, ein Besatzungsregime zu sein. Hier haben wir den nächsten Begriff.

Israelische Besatzung:

Es gab niemals eine Nation Palästina. Schauen wir uns daher mal den Ort an, von dem behauptet wird, Israel halte ihn besetzt.

Im Arabisch-Israelischen Krieg von 1948 wurde das Gebiet von Jordanien besetzt und 1949 völkerrechtswidrig annektiert. Nur Großbritannien und Pakistan haben die jordanische Hoheit über Judäa und Samaria jemals anerkannt. Von diesem Gebiet aus wurde Israel im Jahr 1967 angegriffen. Gehen wir aber noch etwas weiter in die Geschichte.

Auf der Konferenz von San Remo im Jahr 1920 wurde Großbritannien mit der Realisierung des Völkerbundmandats für Palästina beauftragt. Auftrag des Mandats, welches am 24. Juli 1922 ratifiziert wurde, war die Hilfe zur „Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“. Zu dieser Entscheidung kam es, nachdem das Reich, das vorher über das Gebiet geherrscht hatte, untergegangen war. Es war das Osmanische Reich.

Im Ersten Weltkrieg unterlag das Osmanische Reich den alliierten Mächten, was dazu führte, dass im Namen des Völkerbundes das Osmanische Reich aufgeteilt wurde, um neue unabhängige Länder zu etablieren. Selbstverständlich konnte bei dieser Entscheidung nicht der jüdische Teil der Bevölkerung übergangen werden, da Juden dort schon seit biblischen Zeiten leben. Nach Jahrhunderten der Unterdrückung und der Diskriminierung, besonders auch durch muslimische Machthaber (die bekanntesten Pogrome an Juden durch Muslime in der Zeit sind die Nabi-Musa-Unruhen, die Unruhen in Jaffa und das Massaker von Hebron), forderten viele Juden unter dem Begriff Zionismus das Recht, das für alle anderen Menschen der Welt selbstverständlich war und ist: Sie beanspruchten Sicherheit in den Grenzen einer selbstverfassten Nation. Sie beanspruchten Unabhängigkeit. Sie beanspruchten Land.

Der damalige britische Außenminister Arthur James Balfour unterstützte den Wunsch der Zionisten und schrieb einen Brief, der als Balfour-Deklaration in die Geschichte einging. Der Völkerbund nahm sich dieses Ansinnens an und wählte ein Gebiet, in dem diese „nationale Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“ entstehen sollte. Das Gebiet umfasste dabei nicht einmal 0,5 Prozent des ganzen arabischen Raums.

Im Jahr 1947, also nach dem Zweiten Weltkrieg, bei dem sich die Situation von Juden im Nahen Osten noch mehr verschlechtert hatte (unter anderem verbündete sich der Mufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, mit Adolf Hitler im gemeinsamen Anstrengen, alle Juden der Welt zu vernichten), wurde ein Teilungsplan der Vereinten Nationen, der Nachfolgeorganisation des Völkerbundes, vorgelegt, in dem sich die jüdische Seite schließlich sogar mit nur einem Viertel des eh schon kleinen Gebiets zufrieden gab. Die restlichen drei Viertel gingen zu zwei Dritteln an das halbautonome Emirat Transjordanien, aus dem später das heutige Land Jordanien wurde. Der Rest sollte zu einem weiteren arabischen Staat werden. Wenn es also eine Partei innerhalb des Konfliktes gibt, die zu extremen Kompromissen bereit war, dann die jüdische Seite.

Als schließlich am 29. November 1947 im Namen der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit Zweidrittelmehrheit sowohl der israelischen als auch der arabischen Seite die Gründung jeweils eines unabhängigen Staates angeboten wurde, nahm die israelische Seite dieses Angebot an, obwohl es nicht einmal 20 Prozent des anfänglich in Aussicht gestellten Landes waren. Die arabische Seite jedoch verweigerte die Annahme ihres unabhängigen Landes. Stattdessen engagierte sie sich zusammen mit Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien in einem gemeinsamen Krieg zur Vernichtung des neu gegründeten Israels.

In dieser Zeit fanden viele Pogrome in muslimischen Ländern gegen Juden statt, unter anderem in Aleppo, Kairo und Aden. Viele Angriffe auf Israel wurden auch von der durch Jordanien extra zur Vernichtung Israels annektierten Westbank unternommen. Im Sechstagekrieg 1967 brachte Israel dieses Gebiet unter Kontrolle und konnte so die Angriffe aus dieser Region beenden. Seitdem hält sich das Gerücht, Israel hielte dieses Land besetzt – ein Gebiet, das vorher von Jordanien in der Absicht, Israel zu vernichten, annektiert worden war und das in der Zeit des Mandats durch den Völkerbund für eine jüdische Nation vorgesehen war.

Die Region wurde somit vor über hundert Jahren durch das Osmanische Reich beherrscht, dann vom Völkerbund verwaltet, dann von Jordanien annektiert und zuletzt von Israel unter Kontrolle geholt. Wie kann man da von „besetzten Gebieten“ sprechen? Schauen wir uns also mal diesen Begriff an.

Besetzte Gebiete:

Von wem hält Israel das Land besetzt? Vom Osmanischen Reich, das es nicht mehr gibt?

Erst 1988 hat Jordanien seinen Anspruch auf das Gebiet aufgegeben, und erst seit 1993 werden Teile des Gebiets von der Palästinensischen Autonomiebehörde verwaltet ohne gültige Erklärung, die Existenz Israels anzuerkennen. Von wem also hält Israel das Gebiet besetzt? Die Antwort ist schlicht: Von niemandem!

Es hat nie eine völkerrechtliche Anerkennung der Annexion des Gebiets durch Jordanien gegeben. Die arabische Seite lehnte das Angebot der Vereinten Nationen von 1947 ab. Das Osmanische Reich existiert nicht mehr. Es gibt eigentlich nur einen Vertrag, der die Situation regelt: das Völkerbundmandat. Wenn es also Besatzer in diesem Konflikt gibt, dann Jordanien und die Palästinensische Autonomiebehörde. Sie werden aber nicht als Besatzer bezeichnet.

Wer Neutralität einfordert, muss die einseitige Vokabel „besetzte Gebiete“ gegen „umstrittene Gebiete“ eintauschen, denn um nichts anderes handelt es sich. Wer Israel als Besatzer bezeichnet, muss auch Palästinenser und Jordanier als Besatzer bezeichnen, denn ihr Recht, dort zu siedeln, ist genauso berechtigt oder umstritten wie das Recht jedes anderen Menschen, dort zu siedeln. Wer behauptet, die jüdischen Siedlungen seien illegal, muss auch die arabischen Siedlungen als illegal bezeichnen.

Hier haben wir den nächsten zutiefst vergifteten Begriff: illegale jüdische Siedler.

Illegale jüdische Siedler:

Die radikale Hamas fordert die Vernichtung aller Juden. Die gemäßigte Fatah glorifiziert den Terror gegen Juden. Immer wieder erschüttern Attentate und Raketenangriffe das kleine Land Israel. Der 7. Oktober 2023 ist der bestialische Höhepunkt dieses Vernichtungswahns.

Eine erschreckende Mehrheit in der palästinensischen Autonomiebehörde fordert ein „judenfreies“ Palästina. Es herrscht brutaler Judenhass. Wer glaubt und fordert, dass Juden verschwinden müssen, kann niemals Frieden mit Juden schließen. Wer brüllt „Juden raus aus meinem Land, meiner Stadt, meiner Nachbarschaft“, will keinen Frieden mit Juden, sondern einen Frieden von Juden. Jüdische Siedlungen sind nur für jene ein Hindernis zum Frieden, die einen Frieden von Juden haben wollen. Für jene, die einen Frieden mit Juden schließen wollen, ist eine jüdische Siedlung kein Problem, sondern die Lösung eines Problems, denn nur in der Akzeptanz von jüdischen Siedlungen wohnt die Möglichkeit der schlichten Erkenntnis, dass Juden einfach nur Nachbarn sein können.

Überall in Jerusalem dürfen Muslime siedeln. Gleiches Recht muss für Juden gelten. Juden, die siedeln und Häuser bauen, sind kein Friedenshindernis. Sie sind es nicht in Israel, nicht in Amerika und nicht in Europa. Sie sollten es auch nicht in den Ländern des Nahen Ostens sein. Überall auf der Welt gibt es in diversen Ländern jüdische Siedlungen und Viertel so wie anderweitig geprägte Viertel auch. Köln gibt es die überwiegend muslimisch geprägte Keupstraße und in Paris den Marais im dritten und vierten Arrondissement, eine überwiegend jüdisch geprägte Siedlung der Stadt. In Israel gibt es eine Menge muslimische Viertel und Siedlungen. Fast zwanzig Prozent aller Israelis sind arabische Muslime. Für Israel sind muslimische Siedlungen innerhalb und außerhalb Israels kein Friedenshindernis.

Die arabischen Regierungen im Nahen Osten sollten ebenfalls Juden als Bürger des Landes mit allen Rechten und Pflichten achten, die Häuser und Siedlungen bauen dürfen wie jeder andere Bürger auch. Die Hamas, die im Gazastreifen regiert, herrscht über ein „judenreines“ Gebiet. Als im Jahr 2005 der Gazastreifen der palästinensischen Verwaltung übergeben wurde, wurden alle Juden innerhalb weniger Tage durch die israelische Armee aus dem Gazastreifen evakuiert. Am Morgen des 12. September verließen die letzten Juden das Gebiet über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt.

Trotz dieses Hasses wird Israel immer wieder kritisiert. Es wird Israelkritik genannt. Was ist diese Israelkritik?

Israelkritik:

„Kritik an Israel muss erlaubt sein“, sagen die Israelkritiker. Stimmt. Israel kann, darf und soll genauso kritisiert werden wie jedes andere Land auch. Es gibt jedoch Israelkritiker, die sagen, man müsse Israel kritisieren, und das stimmt nicht. Das kleine Land Israel darf einem so egal sein wie Costa Rica, Slowenien oder die Elfenbeinküste.

Stellen Sie sich eine Geiselnahme vor, bei der schon einige Geiseln erschossen wurden. Unter den vielen noch lebenden Geiseln ist jemand, der einen Strafzettel nicht bezahlt hat, eine andere Person hat Steuern hinterzogen und ein Mensch hat sogar eine Straftat begangen. Was würden Sie denken, wenn die gerufene Polizei erklären würde, auf beiden Seiten der Geiselnahme seien Verbrecher, sowohl auf der Seite der Geiseln als auch auf der Seite der Geiselnehmer? Was würden Sie sagen, wenn Politiker beide Seiten dazu aufrufen würden, besonnen zu handeln und alles dafür zu tun, dass die Situation nicht eskaliert? Was würden Sie davon halten, wenn Medien einen Versuch der Geiseln, sich zu befreien, als ein „Öl ins Feuer gießen“ und ein „Drehen an der Gewaltspirale“ kritisieren würden?

Zu verlangen, man müsse Israel kritisieren, bedeutet, zu verlangen, einen Menschen kritisieren zu müssen, der mit dem Tod bedroht wird. Die Gründungscharta der Hamas fordert in Artikel 7 die Vernichtung des gesamten jüdischen Volkes weltweit und erklärt in Artikel 13 den ewigen Krieg gegen Israel bis zu der totalen Vernichtung. Auch bei Jahrestagen der Fatah wird die Vernichtung des gesamten jüdischen Volkes gepredigt, während Abbas regelmäßig Judenmörder zu „heldenhaften Märtyrern“ verklärt. Diese Terroristen hassen an Juden, dass sie leben, dass es sie gibt. Das Einzige, was diese Juden tun können, um zur Deeskalation beizutragen, ist schlicht und ergreifend, nicht mehr zu existieren. Das bringt uns zum nächsten Begriff:

Eskalationsspirale:

Natürlich eskaliert der Konflikt im Nahen Osten. Aber das liegt daran, dass sich Juden verteidigen. Eine Situation eskaliert immer erst dann für beide Seiten, wenn sich die eine Seite wehrt, von der anderen Seite ausgerottet zu werden. Deeskalieren heißt für Israel, aufhören, sich zu verteidigen. Solange ein Mörder eine Knarre an den Kopf einer Geisel hält, kritisiere ich nicht die Geisel, egal was sie getan hat. Wer möchte, dass die Geisel kritisiert werden soll, muss erst einmal für ihre Sicherheit sorgen und dafür, dass die geladene Pistole von ihrem Kopf verschwindet.

„Aber auch die Palästinenser sind Opfer“, heißt es, „schließlich sind sie Flüchtlinge“. Da haben wir den nächsten Begriff:

Palästinensische Flüchtlinge:

Als am 29. November 1947 im Namen der Vollversammlung der Vereinten Nationen sowohl der israelischen als auch der arabischen Seite die Gründung jeweils eines unabhängigen Staates angeboten wurde, nahm die israelische Seite dieses Angebot an, während die arabische Seite die Annahme ihres unabhängigen Landes verweigerte und sich stattdessen zusammen mit Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien in einem gemeinsamen Krieg zur Vernichtung des neu gegründeten Israels engagierte. Im Zuge dieses Krieges kam es zu zwei Flüchtlingsströmen. Der eine Strom bestand aus – je nach Quelle – etwa 500.000 bis 700.000 Flüchtlingen, der andere aus 850.000 Flüchtlingen. Im heutigen Diskurs rund um den Nahostkonflikt ist meistens nur noch von den rund 600.000 Menschen umfassenden Flüchtlingsstrom die Rede.

Als im Jahre 1948 Israel gegründet wurde, erklärte die arabische Welt Israel den Vernichtungskrieg. Im Zuge dieses bis heute anhaltenden Krieges und im Glauben an die Versprechungen der arabischen Nationen, nach der Vernichtung Israels könnten die Araber als Sieger in die Region zurückkehren, verließen mindestens 500.000 Menschen (manche Quellen gehen von einer höheren Zahl aus) ihre Heimat; und das, obwohl die meisten von ihnen nicht dazu gezwungen wurden, jedenfalls nicht von israelischer Seite – im Gegenteil: Israel bot den Arabern sogar an zu bleiben, um vollwertige Bürger des Landes zu werden. 160.000 Araber nahmen dieses Angebot an. Mittlerweile gibt es 1.250.000 arabische Israelis. Es kann somit ohne Probleme gesagt werden, dass viele arabische Flüchtlinge in Wirklichkeit Auswanderer waren, was zeigt, dass das Wort „Flüchtling“ eher ein Kampfbegriff ist als eine neutrale Vokabel.

Schauen wir uns also die oft vergessenen 850.000 Flüchtlinge an: Im Zuge des bis heute anhaltenden Vernichtungskrieges gegen Israel wurden rund 850.000 Juden aus ihrer arabischen Heimat vertrieben. Ihnen wurden ihr Besitz und ihre Staatsbürgerschaften genommen. Mittlerweile gibt es sogar arabische Nationen, die ihre Vertreibungspolitik derart perfektioniert haben, dass im Jahre 2001 dort kein einziger Jude mehr lebte, zum Beispiel Libyen und Algerien. Während somit in Israel heute 190 Prozent so viele Araber leben wie 1948, und zwar als vollwertige Bürger eines demokratischen Landes, leben in den arabischen Ländern heute nur 0,9 Prozent so viele Juden wie 1948. In dieser Zeit fanden viele schreckliche Pogrome gegen Juden statt, unter anderem die Pogrome von Aleppo, Kairo und Aden.

Juden wurden vertrieben und arabische Regierungen wie die Hamas fordern offen den Völkermord an Juden. Dennoch wird Israel vorgeworfen, einen Völkermord an Palästinenser zu begehen. Da haben wir den nächsten Begriff:

Völkermord:

Es ist doch interessant, dass im Nahen Osten oftmals von Völkermord die Rede ist, damit allerdings nicht die Reduzierung der jüdischen Bevölkerung in den arabischen Ländern auf 0,9 Prozent gemeint ist, sondern die beinahe Verdoppelung der arabischen Bevölkerung in Israel. Spätestens hier wird deutlich, dass der Begriff „Völkermord“ eine politische Diffamierung und Dämonisierung von Israel ist.

In der Gründungscharta der Hamas steht ganz eindeutig, dass Frieden erst kommen kann, wenn Israel vernichtet und das gesamte jüdische Volk ausgerottet wurde. Die Hamas ist ehrlich, deutlich und klar in ihrer Forderung von einem Völkermord und der 7. Oktober 2023 war ein Akt zur Realisierung des Völkermords.

Israel muss sich gegen diesen versuchten Völkermord verteidigen und da passiert es nun mal, dass Israel Fehler macht. Kommen wir also zu dem nächsten Begriff.

Israels Fehler:

Natürlich macht Israel Fehler. Alle wissen das. Es ist Krieg. Im Krieg machen alle Fehler. Israel möchte den Krieg mit seinen Nachbarn jedoch nicht, und das ist der große Unterschied. Israel wäre lieber von Freunden umringt als von Feinden umzingelt. Israel möchte keine Kriegstoten. Jedes Kriegsopfer ist ein Opfer zu viel.

Jeder Mensch, der in einem Krieg sein Leben lassen muss, ist ein Fehler. Für Israel ist es jedoch leider unausweichlich, diese Fehler zu begehen, denn wenn Israel seine Waffen niederlegen würde, gäbe es am nächsten Morgen kein Israel mehr. Ein Israel ohne Fehler ist ein totes Israel. Sollte jedoch die Hamas ihre Waffen niederlegen, wäre am nächsten Morgen Frieden.

Die Hamas will den Krieg! Die Hamas möchte so viele Juden wie möglich töten und Israel auslöschen. Am 7. Oktober 2023 hat die Hamas an einem einzigen Tag so viele Juden ermordet, wie seit dem Holocaust nicht mehr. Der Wunsch zur Vernichtung der Juden steht deutlich in der Gründungscharta der Hamas, und die Reden der Minister in Gaza sprechen eine deutliche Sprache.

Die Hamas feuert regelmäßig Raketen in Richtung Israel ab. Alle Raketen werden abgefeuert in dem Wunsch, so viele Juden wie möglich zu töten. Die Hamas feuert immer wieder Raketen in Richtung von israelischen Schulen, Kindergärten, Synagogen, Moscheen, Kirchen und Krankenhäusern ab. Der einzige Grund, warum dieser Bombenhagel nicht zum Völkermord führt, ist der Verteidigungsanlage von Israel geschuldet.

Oft wird betont, dass auf palästinensischer Seite mehr Menschen sterben als auf israelischer Seite. Das stimmt zwar, aber das heißt nicht, dass Israel bösartiger ist. Die Hamas ist lediglich schwächer. Schwäche ist jedoch keine moralische Überlegenheit. Schwäche ist gut, wenn es jene trifft, die morden wollen.

Israel versucht, so viele zivile Tote wie möglich zu vermeiden. Das ist jedoch sehr schwer, weil die Hamas ihre Waffen und Raketen in Kindergärten, Moscheen und Krankenhäusern lagert und die Zivilbevölkerung ganz bewusst als Schutzschild für ihre Waffen missbraucht. Israel nutzt Waffen, um die Bevölkerung zu schützen, die Hamas jedoch benutzt Menschen, um ihre Waffen zu schützen. Die Hamas wirft ihre Kinder vor Raketen und fesselt das eigene Volk an Bomben. Es ist bemerkenswert, dass Israel bei all diesem Horror den Krieg immer noch so präzise führt, dass nicht noch viel mehr Menschen dabei sterben. Man zeige mir nur ein Land auf der Welt, dass bei ähnlicher Bedrohung so umsichtig reagiert wie Israel.

Aber keine noch so große Umsicht kann Fehler vermeiden, wenn man den Krieg nicht wünscht. Die Hamas aber wünscht den Krieg! Die Hamas macht somit keine Fehler. In der perversen Logik der Hamas machen sie alles richtig. Die Hamas will den Krieg und liebt den Tod.

Israel sieht sich konfrontiert mit dieser Logik, die darauf abziehlt, das jüdische Volk zu vernichten. Israel muss sich daher verteidigen, in einem Krieg, den Israel nicht will. Da kann man nur Fehler machen. Israel macht Fehler. Ich bin auf der Seite derer, die Fehler machen, weil sie den Krieg nicht wollen und nicht auf der Seite derer, die alles richtig machen, weil sie den Krieg stiften!

Die Situation kann im Grunde auf diese einfache Formel reduziert werden: Israel könnte ein Völkermord begehen, tut es aber nicht. Die Hamas will einen Völkermord begehen, kann es aber nicht. Das einzige, was die Hamas daran hindert, den Völkermord zu begehen, ist Israel. Wer nun also gegen Israel demonstriert, demonstriert gegen das einzige Mittel, dass Juden haben, um nicht erneut abgeschlachtet zu werden.

„Das alles rechtfertigt aber doch keinen Apartheidstaat“, mag trommeln die Israelkritiker. Hier haben wir die nächsten Begriff:

Apartheidsstaat Israel:

Es gibt Menschen, die bezichtigen Israel der Apartheid, aber nichts könnte weiter weg von der Wahrheit sein. In der Unabhängigkeitserklärung Israels heißt es:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Das kling nun nicht nach Apartheid. Apartheid herrscht woanders, in Jordanien zum Beispiel. Jordanien ist eine Monarchie mit dem Islam als Staatsreligion und der Scharia als Gesetz. In Syrien sind die Palästinenser entrechtet und werden in Lager gesperrt. Im Januar 2014 kesselte die syrische Armee Palästinenser in einem Lager ein und ließ sie dort verhungern. In Gaza herrscht die Hamas. Sie wurde zwar gewählt, aber nach der Wahl tauschte sie sofort Demokratie gegen Staatsterror aus. Seitdem herrscht die Hamas in Gaza ohne Legitimation. In kaum einem Gebiet der Erde werden Palästinenser brutaler unterdrückt als in Gaza. Der ganze Horror kommt in der Charta der Hamas zum Ausdruck. Artikel 7 erklärt mit Bezug auf den Propheten Mohammed, dass der Frieden erst dann kommen wird, wenn alle Juden weltweit vernichtet wurden.

Die Hamas erklärt, dass man nicht palästinensisch und jüdisch sein kann, so wie die Nazis einst behaupteten, es wäre nicht möglich, deutsch und jüdisch zu sein. Deshalb lässt die Hamas ihre Minister auch Reden im Stil von Joseph Goebbels halten. Am 28. Februar 2010 erklärte der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, in einer öffentlichen Rede:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Das ist Apartheid! Israel ist eine Demokratie, in der jede Kritik, sogar die dümmste und die brutalste Kritik, erlaubt ist und artikuliert werden darf. Jeder Mensch kann in Israel seine Meinung frei äußern. Das ist keine Apartheid.

Das waren jetzt nur ein paar Begriffe, die als neutrale Vokabeln im Nahostkonflikt verstanden werden, aber in Wirklichkeit einseitig gegen Israel sind. Genau diese Einseitigkeit finden wir gerade auf der Uniwiese vor der Universität zu Köln, wo Schreihälse ihren Hass auf Israel rausbrüllen. Ich habe nun diesen Artikel geschrieben, um den Schreihälse etwas entgegenzusetzen.

Warum ich das tue?

Nun, ich bin für Meinungsfreiheit, für die Gleichberechtigung der Geschlechter, für Presse- und Kunstfreiheit, für die Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften, für Religionsfreiheit und für eine pluralistische Demokratie. Nur ein Land im ganzen Nahen Osten steht für all diese Prinzipien: Israel.

Nur in Israel wird meine pure Existenz als Künstler, der gerne Witze über Religionen macht und einen politischen Podcast betreibt, nicht infrage gestellt. In jedem anderen Land des Nahes Ostens würde ich dafür verfolgt werden. Es fällt mir daher nicht schwer, mich zu positionieren. Dennoch ist Israel das Land im Nahen Osten, das am meisten kritisiert wird. Woran liegt das? Warum entscheiden sich so viele Menschen, die nur in Israel offen leben können, während sie in allen anderen Ländern des Nahen Ostens verfolgt werden, gegen Israel?

Es gibt nur eine Macht, die stark genug ist, dass sich Menschen so vehement nicht nur gegen die eigenen Interessen stellen, sondern auch gegen die Interessen all der anderen Menschen, die demokratisch, frei und gleichberechtigt leben wollen: Hass. Um genau zu sein, es ist Judenhass! Das ist der Begriff, um den sich so viele drücken, wenn es um Israel geht: Judenhass!