Sonntag, 8. Februar 2026

AfD im Aufwind – was bedeuten eigentlich 25 Prozent? Eine Nachlese

von Lukas Mihr

25 Prozent sind stabil erreicht – der Aufwärtstrend hält an: Die AfD ist stärkste politische Kraft Deutschlands



Der nachfolgende Artikel erschien bereits vor einem Jahr und behandelte die Frage, wie eine AfD, die bei 25 Prozent steht, die Gesellschaft beeinflussen könnte. Wer mag, kann ihn in Gänze noch einmal lesen; wer nicht, kann bis ans Ende springen und findet dort meine Einschätzung, ob ich damals richtig oder falsch lag.

Wer eine Atombombe bauen will, muss eine kritische Masse überschreiten. Das Isotop U-235 macht weniger als 1 Prozent des natürlichen Urans aus. Für eine Atombombe braucht man aber einen Reinheitsgrad von mindestens 80 Prozent. Erreicht man diesen Wert nicht, gibt es auch keine Explosion. Warum sollte man nicht auch in der Politik solche Kipppunkte annehmen? Eine Partei wie die Grünen ging schon mit nur knapp 7 Prozent in eine Regierungskoalition und konnte die Geschicke Deutschlands maßgeblich mitbestimmen. Hält die Brandmauer weiterhin, braucht die AfD allerdings 50 Prozent, wenn sie regieren und den Kanzler stellen will. Was aber, wenn es irgendwo zwischen der 5-Prozent-Hürde und der absoluten Mehrheit noch einen weiteren Kipppunkt gibt? Tatsächlich spricht einiges dafür, dass eine AfD mit 25 Prozent der bundesweiten Wählerstimmen tatsächlich Akzente setzen kann, selbst wenn sie als Koalitionspartner ausgegrenzt wird.

Ist dieser Wert möglich? Natürlich! Er wird zwar bei der Bundestagswahl am Ende des Monats vermutlich noch nicht erreicht werden, könnte aber im Sommer überschritten werden, wenn die Umfrageergebnisse weiterhin so steigen wie jetzt. Aktuell steht die AfD im Schnitt aller Institute bei 21 Prozent, würde jedoch 26 Prozent aller Parlamentssitze erzielen. Bei einem Viertel der Wählerstimmen wären sogar 31 Prozent aller Abgeordneten denkbar. Grund ist, dass die Stimmen aller Parteien, denen der Einzug nicht gelingt, verfallen und gleichmäßig unter den anderen Parteien aufgeteilt werden. Neben den vielen Splitterparteien, die üblicherweise nur als „Sonstige“ ausgewiesen werden, müssen bei dieser Wahl gleichzeitig die FDP, die Linke und das BSW zittern.

Merkliche Änderung des Diskussionsklimas

Aber sollte tatsächlich ein Viertel aller Wähler ihr Kreuz bei der AfD machen, wird sich das Diskussionsklima in diesem Land merkbar verändern. Das liebste Feindbild linksgrüner Journalisten ist bekanntlich der “dumme Mann aus dem Osten, der AfD wählt”. Dieses Zerrbild war noch nie zutreffend; denn auch wenn die AfD in Ostdeutschland tendenziell stärker ist, so stammen allein schon aufgrund der höheren Bevölkerung die absolut meisten AfD-Stimmen zuverlässig aus dem Westen. Zudem wurde die AfD 2013 – also 23 Jahre nach der Wiedervereinigung – gegründet. Im Jahr 2025 werden also selbst viele ostdeutsche Wähler schon aus Altersgründen keine DDR-Sozialisierung mehr erfahren haben.

Einen wahren Kern hat dieses Vorurteil natürlich dennoch: Die AfD schneidet unter Akademikern schlechter und unter Männern und Ostdeutschen besser ab. Doch je höher die Umfragewerte steigen, desto mehr nähern sich AfD-Wähler und Gesamtbevölkerung einander an. Eine AfD, die bei 25 Prozent steht, wird vielleicht tatsächlich noch in die Richtung des oben genannten Feindbilds tendieren – aber eben weniger stark. Gut möglich also, dass diese Methode der Stigmatisierung schon bald von ganz allein verschwindet. Zudem würde es dann zunehmend schwierig, die faktische „Isolationshaft“ im Bundestag zu rechtfertigen: Bekanntermaßen wird der AfD bislang ein Bundestagsvizepräsident, – also ein Sitz im Präsidium – konsequent durch die selbsternannten sogenannten “demokratischen Parteien” verwehrt. Dadurch ist es für sie schwieriger, die Tagesordnung im Parlament mitzubestimmen. Und es wäre dann künftig noch seltsamer als bisher, wenn die Linkspartei (dank ausreichend vieler Direktmandate) mit nur 4 Prozent aller Wählerstimmen einen Vizepräsidenten stellen darf, die AfD mit 25 Prozent aber nicht.

Neue Tricks der Musterdemokraten gegen die Opposition?

Friedrich Merz hatte schon vor mehreren Jahren betont, dass er diese Ausgrenzung nicht betreiben wolle: Zwar dürfe man einzelnen Personen den wertvollen Posten verweigern, nicht aber einer Partei insgesamt. Dies betrachtete er als „undemokratisch“. Sprich: sollte die AfD einen vergleichsweise moderaten Kandidaten vorschlagen, könnte dieser auch mit den Stimmen der CDU gewählt werden. Zwar hat Merz als Fraktionsvorsitzender auch in diesem Punkt nie geliefert; unmöglich ist ein solches Szenario trotzdem nicht. Aktuell gibt es bereits AfD-Landtagsvizepräsidenten in Brandenburg und Sachsen, in der Vergangenheit gab es sie in Hamburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Ganz ähnlich gilt dies auch für die Vorsitzenden in den Bundestagsausschüssen: 2017 kam die AfD hier zum Zug, 2021 jedoch nicht. Bei der letzten Bundestagswahl 2021 war die AfD allerdings auf dem vorletzten Platz gelandet; diesmal dürfte sie ihr Ergebnis wohl glatt verdoppeln.

Mit 25 Prozent der Sitze im Bundestag eröffnet sich die Möglichkeit, einen Untersuchungsausschuss aus eigener Kraft ins Leben zu rufen. Aktuell wäre dieses Szenario denkbar, sofern FDP, Linke und BSW tatsächlich nicht ins Parlament einziehen. Die spannende Frage ist: Werden die “Demokraten” dann einfach das Quorum anheben, um der AfD so ihren Triumph zu vereiteln? Das ist zwar theoretisch möglich, aber wenig wahrscheinlich – denn ein Untersuchungsausschuss ist für jede Opposition und damit das Ansehen einer Demokratie einfach ein zu wichtiges Instrument, als dass es sich einfach abschaffen ließe. Eher wird man einen solchen Ausschuss dann vermutlich torpedieren, sprich: etwa wichtige Akten nur mit Verzögerung oder in Teilen geschwärzt aushändigen. Aber so oder so: Selbst das wäre ein wichtiger Erfolg für die AfD.

Schrittweise Normalisierung der politischen Zusammenarbeit

Steigt die AfD in der Wählergunst sogar noch weiter, dann wäre gar ein Drittel aller Bundestagssitze in Reichweite. Dann ergibt sich eine sogenannte Sperrminorität, weil besonders weitreichende Entscheidungen nur mit Zweidrittelmehrheit beschlossen werden können. Allerdings käme es dann darauf an, wie die AfD diese neuen Handlungsspielräume nutzt: Würde sie dann zum Beispiel allein schon aus Prinzip ständig ihr Veto einlegen und auf Obstruktion des politischen Betriebs setzen, dürfte sie bald als Blockiererin gelten, was ihrem Ansehen eher schaden würde. Nutzt sie diese Möglichkeit jedoch gezielt und zeigt sich dabei auch konstruktiv und kompromissbereit, könnte sie die Regierungspolitik – zumindest in Nuancen – mitbestimmen. Eine schrittweise Normalisierung der politischen Zusammenarbeit könnte die Brandmauer dann peu à peu brüchig machen.

Ebenso wird spannend, ob die parteinahe Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES) künftig dann ebenfalls staatliche Fördergelder erhält, wie dies auch bei allen anderen Parteistiftungen der Fall ist. Nach der bisherigen Gesetzeslage ist dafür drei Mal hintereinander der Einzug in den Bundestag nötig und dies wäre nach der kommenden Wahl der Fall. Die DES hat künftig dann also nicht nur das Gesetz, sondern – bei einem entsprechenden Wahlergebnis – auch ausreichend viele Bürger auf ihrer Seite. Und auch die Debatten auf Social Media dürften künftig deutlich anders verlaufen; natürlich hilft dabei, dass dort seit dem Wahlsieg Donald Trumps mittlerweile die Meinungsfreiheit wieder groß geschrieben wird.

Überzeuge nie deinen Gegner, sondern das Publikum!

Ein ehernes Gesetz der Diskussionskultur besagt, dass man in einer Diskussion niemals seinen Gegner überzeugen sollte (denn dieser ist sich seiner Sache meist allzu sehr sicher), sondern in erster Linie versucht, die eigenen Argumente vorzutragen und sich so gut wie möglich zu schlagen, damit unbeteiligte Dritte, die noch unschlüssig sind, erreicht und umgestimmt werden können. Würde ein Viertel aller Social-Media-Nutzer die linksgrüne Politik hinterfragen, käme man ihnen jedenfalls kaum noch mit der Nazikeule bei – denn solche „Argumente“, die eigentlich Diffamierungen sind, dienen eben nur dem gegenseitigen Schulterklopfen im eigenen Lager. Wenn eine breite Mitte der Gesellschaft aber allmählich skeptisch wird, kann sie beurteilen, welche Seite echte Argumente vorträgt – und welche Seite sich nur der immergleichen Phrasen und Denkschablonen bedient.

Eine AfD, die bei 25 Prozent steht, könnte sogar die stärkste Partei in Deutschland sein, oder zumindest nur knapp hinter der CDU landen. Dann wäre es dem Fernsehzuschauer künftig aber kaum mehr vermittelbar, wenn die AfD in einem Kanzlerduell nicht eingeladen wird. Aktuell werden Friedrich Merz und Olaf Scholz gegeneinander in den Ring steigen, also die Vertreter der stärksten und drittstärksten Partei. Das ergibt sogar Sinn, denn folgt man der Koalitionslogik, hat Alice Weidel derzeit keine Chance, ins Kanzleramt einzuziehen. Allerdings wird der Privatsender RTL auch die AfD in seine Debattenrunde einladen. Das wäre eine faire Lösung, die 2021, bei einem schwachen Wahlergebnis von nur 10 Prozent, kaum denkbar war. Generell ist anzunehmen, dass Vertreter der AfD häufiger in Talkshows eingeladen werden. 2022 kam die Partei in den öffentlich-rechtlichen Gesprächsrunden auf einen Anteil von gerade einmal 0,4 Prozent, 2023 auf 1,7 Prozent und 2024 auf 2.6 Prozent. Bei derart kleinen Fallzahlen und einer so grotesken Unterrepräsentierung einen Trend auszumachen ist tückisch, doch 2025 könnte hier für Klarheit sorgen.

Das Ende der sozialen Isolation

Vor allem aber wird die Cancel Culture an Schrecken verlieren. Heute kann man für die falsche Meinung den Job verlieren; doch wenn 25 Prozent der Bevölkerung die falsche Meinung vertreten, gestaltet sich die Suche nach neuen linientreuen (Ersatz-)Mitarbeitern umso schwieriger. Klar: In manchen besonders woken Bereichen, zum Beispiel in der sogenannten “Kreativ-Branche”, wird sich nicht viel ändern, aber viele andere Arbeitnehmer könnten ohne Angst vor Jobverlust dann künftig frei zu ihrer Meinung stehen. Das betrifft aber nicht nur das Arbeitsleben: Zu den besonders perfiden Methoden der politischen Auseinandersetzung zählt die soziale Isolation auch im Privatbereich. Für die falsche Meinung kann man eben nicht nur den Job, sondern auch den Freundeskreis verlieren. Auch dieser Zustand dürfte sich durch höhere AfD-Resultate rapide ändern.

Nehmen wir an, 10 Prozent AfD-Wähler stehen 90 Prozent der Gesellschaft gegenüber. Dann beträgt das Verhältnis 1 zu 9. Aber schon bei einem Wahlergebnis von 25 Prozent schrumpft dieses Verhältnis auf 1 zu 3 zusammen. Die Wahrscheinlichkeit, in Cliquen, auf Partys und gesellschaftlichen Events Gleichgesinnte zu treffen, die sich dann auch zu ihrer Meinung bekennen, nimmt dadurch erheblich zu und schon daran wird deutlich, dass die soziale Isolation künftig nicht mehr so gut funktionieren wird. In Ostdeutschland klappte sie ohnehin nicht allzu gut. Wer nicht gerade in einem linksalternativen Stadtteil wie Leipzig-Connewitz wohnt, kann dort üblicherweise seine Meinung frei äußern, ohne sich ausgestoßen zu fühlen – und das nicht erst jetzt, sondern schon seit Jahren. Im Westen dürfte bald eine ähnliche Situation herrschen.

Neue Dynamik

Selbst an den Universitäten könnte sich das Klima langsam drehen. Angenommen, die AfD verdoppelt ihre Stimmanzahl, verdreifacht sie ihren Anteil unter Akademikern womöglich; denn eine Partei, die an Stimmen hinzugewinnt, wird dort, wo sie ohnehin stark ist, kaum noch Wachstumsmöglichkeiten haben, sondern eher die Gruppen ansprechen, bei denen sie zuvor nicht punkten konnte. Ein westdeutscher Student wird derzeit für die falsche Meinung womöglich ganz ohne Freunde dastehen – zumindest unter der Annahme, dass sein Freundeskreis etwa 20 Personen umfasst und Studenten nur zu maximal 5 Prozent die AfD wählen. Steigt dieser Anteil, mag man zwar immer noch ausgegrenzt werden; man ist aber eben nicht mehr ganz allein.

Mittlerweile deutet sich eine völlig neue Dynamik an: Nachdem Friedrich Merz nun erst- und einmalig die Brandmauer in Frage stellte, musste auch die CDU dieselben Ausgrenzungsmechanismen erfahren wie die AfD. Auf Social Media riefen einige Accounts CDU-Wähler dazu auf, sie zu entfolgen, und so manches Wahlkreisbüro bekam ungebetenen “Besuch”. Es zeigte sich, dass gegen die Faschismuskeule nicht einmal die Union gefeit ist, die sie bislang selbst eifrig gegen die AfD schwang. Nun stellt sich die Frage, ob es dem linksgrünen Mob hier lediglich darum ging, eine kleine „Korrektur“ vorzunehmen, um nach der Bundestagswahl entweder eine schwarz-rote oder schwarz-grüne Koalition zu erzwingen. Sollte Merz aber Ernst machen und immer wieder Mehrheiten mit der AfD erreichen, könnte die soziale Isolation auch für die CDU zum Dauerzustand werden. Dann jedoch gibt es keine diskriminierte Minderheit mehr – sondern eine gespaltene Gesellschaft. Und so würde die soziale Ausgrenzung dann fast schon von ganz alleine einer schwarz-blauen Koalition den Weg bereiten.

Soweit der damalige Artikel.

Seit einem halben Jahr konstanter Wert

Hatte ich nun recht mit meiner Einschätzung, die AfD würde im Sommer 2025 die 25 Prozent erreichen? Ja! Nah dem ermittelten Durchschnitt der Website DAWUM („Darstellung und Auswertung von Wahlumfragen“) wurde der Wert von 25 Prozent sogar schon am 30. April 2025 erreicht. Das war zunächst nur ein einmaliger Spitzenwert; seit dem 5. September 2025 jedoch liegt die AfD stabil bei mindestens 25 Prozent und hat diesen Wert kein einziges Mal mehr unterschritten. Die AfD hält sich also seit fast einem halben Jahr konstant bei diesem Wert, zeitweise war sie deutlich darüber. Und auch meine Einschätzung, dass dies für den Status als stärkste Partei reichen müsste, hat sich bestätigt: Seit dem 5. September lag die AfD deutlich vor der CDU. Dass eine AfD mit 25 Prozent automatisch die stärkste Partei sein würde, ist allerdings keine Selbstverständlichkeit: Wenn die CDU konstant 2 Prozent der SPD-Stimmen für sich gewonnen hätte, wäre die AfD zu keinem Zeitpunkt die stärkste Partei gewesen.

Ich lag richtig damit, dass die FDP und das BSW um den Einzug in den Bundestag zittern müssten, lag aber falsch bei der Linkspartei. Diese legte einen wirklich atemberaubenden Endspurt hin und konnte sich innerhalb eines Monats mehr als verdoppeln. Mittlerweile zeigt sich, dass eine starke AfD vermutlich das Ende für die FDP bedeutet: Bei der Bundestagswahl 2025 erreichte diese noch 4.3 Prozent, während die AfD bei 20,8 Prozent landete. Mittlerweile ist die AfD etwa 5 Prozent stärker, während die FDP nochmals etwa 1 Prozent schwächer ist. Man mag einwenden, dass die Schwäche der FDP nicht einzig auf die Stärke der AfD zurückzuführen ist, sondern auch auf eigene Fehler. Aber nehmen wir an, ein guter Wahlkampf würde der AfD einen weiteren Prozentpunkt bescheren: Vor einem Jahr hätte das noch für den Einzug in den Bundestag gereicht, heute eben nicht mehr. Sollte die FDP in einem Monat auch in Baden-Württemberg unter 5 Prozent bleiben, könnte dies der Todesstoß für die Liberalen sein.

Etwas ist in Bewegung geraten

Andererseits hat sich nicht bestätigt, dass die AfD im politischen Betrieb „ankommt“. Nach wie vor werden ihr ein Sitz im Bundestagspräsidium und die wichtigen Ausschussvorsitzenden verwehrt. Es gibt einige Signale, dass nun tatsächlich Geld an die Desiderius-Erasmus-Stiftung fließen könnte, doch solange das Geld noch nicht geflossen ist, bleibt es beim Konjunktiv. Jedoch gab es im vergangenen Jahr mehrere Signale, die Brandmauer einzureißen, oder der AfD Spitzenposten zuzugestehen, vor allem auf der kommunalen Ebene jedoch auch durch den Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn, Außenminister Johannes Wadephul und den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer. Und tatsächlich gelang es der AfD erstmals entscheidende Personalien mitzugestalten. Zwar nicht, wie damals gemutmaßt über eine Sperrminorität, aber indem sie das Plenum als öffentliche Bühne nutzte. Hätten CDU und SPD eisern zusammengehalten, hätte die AfD die Nominierung Frauke Brosius-Gersdorf nicht verhindern können. Aber durch die scharfe Kritik aus Reihen der AfD an den Positionen der Juristin, regte sich auch in Unionskreisen Widerstand. Die Personalie wurde schließlich zu den Akten gelegt.

Insbesondere die Debatte darüber, ob der Verband der Familienunternehmer Vertreter der AfD zu Gesprächsrunden einladen soll oder nicht, zeigt, dass etwas in Bewegung geraten ist. Im vergangenen Jahr war auch zu beobachten, dass die Medien etwas volksnäher berichteten, als in den Jahren zuvor. Auch bei ARD und ZDF wurde über Integrationsprobleme und Ausländerkriminalität berichtet – ohne dass man beide Phänomene ins Reich der Legenden verwies. Ebenfalls jährte sich die Flüchtlingskrise von 2015 zum zehnten Mal. In mehreren Medien war zu lesen oder zu hören, dass man es eben „nicht geschafft“ habe. Sicher, die Journalisten waren nicht ehrlich genug, ihre damaligen Jubelmeldungen kritisch einzuordnen, aber sie wiederholten sie immerhin 2025 nicht. Ob sich der Trend, der auch von Julia Ruhs angestoßen wurde, 2026 fortsetzt, bleibt allerdings abzuwarten.

Kipppunkt erreicht

Der “Spiegel” warnte jedenfalls jüngst vor einem „Probesturm auf die Brandmauer“. Die alternativen Medien hätten deutlich an Schlagkraft hinzugewonnen und auch Bild und Welt würden immer häufiger die CDU kritisieren. Traditionell war die Springer-Presse eher konservativ, jedoch in den letzten Jahren zunehmend linksgrün eingefärbt. Sollte die AfD künftig sogar noch weiter in der Wählergunst steigen, gilt dort womöglich bald wieder: „Back to the roots!“ Die Medienpräsenz der AfD hat sich allerdings nicht deutlich erhöht. Der Wert von 2,6 Prozent Talkshowauftritten für AfD-Politiker im Jahr 2024 ist auf 2,8 Prozent im Jahr 2025 nur minimal gestiegen. Das ist jedoch nur eine kleine Schwankung und keine Trendwende.

Elementar wichtig ist jedoch, dass die 25 Prozent offenbar tatsächlich einen Kipppunkt darstellen – so wie von mir wie vor einem Jahr beschrieben. Denn mittlerweile rücken – natürlich nicht auf Bundesebene – Mehrheiten in greifbare Nähe. Bislang ist Robert Sesselmann der einzige Landrat der AfD und auch Bürgermeistenposten sind eher rar gesät. In den vergangenen Jahren scheiterten viele Kandidaten jedoch äußerst knapp, mit Ergebnissen zwischen 45 Prozent und 50 Prozent. Bei 25 Prozent bundesweit kann es zumindest eine Handvoll Posten mehr auf kommunaler Ebene geben, bei 30 Prozent im Bund sind dann auf einmal schlagartig mehr Mandatsträger denkbar – wenn auch nur im Osten. Sollte sich die AfD in den kommenden Monaten weiter steigern, könnte sie im Herbst dann sogar den ersten Ministerpräsidenten stellen.


Angriffe der IDF - Der angebliche Waffenstillstand

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Das Narrativ ist sehr einfach: Es gibt einen Waffenstillstand. Und die IDF (Israel Defense Forces) greifen trotzdem weiterhin willkürlich die Palästinenser an.
Das wird so nicht nur durch irgendwelche Propagandisten verkauft, sondern auch durch Prominente, wie die UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese und (zumeist linksradikalen) Politikern.
Ein Realitätsabgleich.

Zunächst wurde das Narrativ etabliert, es gäbe einen Waffenstillstand. Das ist falsch! Schlicht und ergreifend.
Es ist nach wie vor Krieg.

Ein Waffenstillstand ist das Ergebnis von Verhandlungen, die die Beendigung der Kämpfe besiegeln. Üblicherweise durch einen unterzeichneten Vertrag. Es ist eine Vorstufe des Friedens und häufig gleichbedeutend damit.

Eine Waffenruhe ist nur das vorläufige Ruhen der Waffen unter zumeist definierten Bedingungen. Es ist eine Pause des Krieges.

Am 24. Dezember 1914 hörten die britischen und deutschen Soldaten auf zu schießen. Ohne Befehl, einfach so. Die Deutschen sangen in ihren Schützengräben die meist weltweit bekannten deutschen Weihnachtslieder, die Briten antworteten. Langsam wagten sich einige aus den Gräben. Es endete beim Tausch von Zigaretten und Schokolade und der gemeinsamen Beisetzung von Gefallenen.
Das Töten und Sterben ging danach noch fast vier Jahre weiter.
Das war eine Waffenruhe.

Das Englische unterscheidet nicht so genau. Zumeist wird das Wort „ceasefire“ verwendet.
Ein ausgehandelter Waffenstillstand wäre jedoch eher „armistice“.
Man muss also schauen, was tatsächlich vereinbart wurde. Was in der Realität passiert und warum. Die deutschen Medien unterscheiden hier nicht. Ich nehme an, weil den Redakteuren und Journalisten mehrheitlich die Kompetenz fehlt.

Gebrochene Vereinbarungen

Mit der Hisbollah im Libanon wurde eine Waffenruhe vereinbart, unter der Bedingung, dass sie nicht mehr angreift und es unterlässt, ihre Infrastruktur neu aufzubauen. Die IDF haben sich von Anfang an vorbehalten, wieder dazwischen zu hauen, sobald sie Anzeichen dafür sehen.
Daraus kann man ablesen, dass Israel dem nur zugestimmt hat, um Ressourcen zu schonen und sich auf den damaligen Konflikt vor allem mit dem Iran konzentrieren zu können.

Nach der Pager-Operation des Mossad war die Führung der Hisbollah im September 2025 ausgelöscht. Deshalb stimmte sie im November der Waffenruhe zu israelischen Bedingungen zu.

Neue Hintergründe zur Pager-Operation
Inzwischen wurden Hintergründe zu der Pager-Operation Israels im Libanon öffentlich. Zudem konnte ich selber noch einige interessante Details recherchieren. Viele…
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Durch Trumps schwammigen Friedensplan wurde im Oktober 2025 eine Waffenruhe mit der Hamas vereinbart.
Als Zeichen des guten Willens zogen die IDF sich hinter eine vereinbarte Linie zurück, die so genannte Gelbe Linie. Sie erklärten sich bereit, Angriffe zu unterlassen, so lange die Hamas nicht mehr angreift und die nächsten Schritte des Friedensplans vereinbart würden. Die unter anderem eine Entwaffnung und Entmachtung der Hamas vorsieht.

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Die vereinbarte Gelbe Linie, hinter die die israelischen Truppen sich zurückgezogen haben.

Sowohl Hisbollah als auch Hamas haben diesen Bedingungen zugestimmt. Und beide verstoßen – auch nach internationalen nachrichtendienstlichen Informationen – fortlaufend gegen diese Bedingungen.
Zudem weigert die Hamas rigoros, sich entwaffnen zu lassen. Sie wusste also vorher, dass sie die weiteren Vereinbarungen nicht einhalten würde.
(Taqiyya, das erlaubte Belügen von Ungläubigen zum Selbstschutz? Sure 16, Vers 106)

Die Hamas ist das eingegangen, um Zeit zu gewinnen. Da vor allem durch das allmähliche Abschneiden der Hoheit über die Hilfslieferungen drohte, die Macht zu verlieren. (Daher auch die fortgesetzte Propaganda des angeblichen Aushungerns.)
Das äußerte sich dann auch durch Gefechte im Gazastreifen und öffentliche Hinrichtungen Angehöriger des Doughmush-Clans in Gaza-Stadt. Der seinerseits die salafistisch-dschihadistische „Army of Islam“ (Jaysh al-Islam) unterhält, die aber in Machtopposition zur Hamas steht.

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Screenshot: Öffentliche Hinrichtung von „Kollaborateuren“ im Oktober 2025 durch die Hamas in Gaza-Stadt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit Angehörige des Doughmush-Clans.

Derzeit arbeite ich auch an einem größeren Beitrag zu den Clans, Großfamilien und Organisationen im Gazastreifen, der jedoch viel Recherche erfordert.

Es ist systemisch

Auch an dieser Stelle nochmal sehr deutlich: Ich glaube nicht an eine mediale Verschwörung. Laut Ockhams Rasiermesser ist Inkompetenz viel naheliegender.
Die Medien haben nicht die nötigen Kompetenzen, um beispielsweise die Differenzierung zwischen Waffenruhe und Waffenstillstand in der Breite zu verstehen. Sie übernehmen Agenturmeldungen, die wirtschaftlich und nicht wahrhaftig motiviert sind.
Propagandisten wie Albanese kommen nur als Amarena Krische auf dem Sahnehäubchen obendrauf. Unterstützt von unzähligen Propagandisten auf Social Media.

Durch dieses Sytem der Kommunikation und Information muss bei den Menschen u.a. in Europa der Eindruck entstehen (überspitzt), die armen Palästinenser hocken friedlich in ihren Zelten, kämpfen mit Hunger und Kälte, und Israel bricht einen Waffenstillstand und bombardiert rücksichtslos weiter. Genozid!

Immer wieder werden Angriffe im Libanon oder Gazastreifen gemeldet, ohne das in einen Kontext zu setzen.
Die Wahrnehmung der Israelis – und durch den unterschiedlichen Medienkonsum vieler jüdischer Deutscher – muss zwangsläufig eine völlig andere sein.

Ein anderes Bild

Also habe ich überlegt, was man tun könnte, um das aufzubrechen.
Ich will gar nicht den Anspruch erheben, „die Wahrheit“ zu verkünden. Nur eine Perspektive anbieten.

Das Gaza-Bilderbuch - Die andere Ebene der Realität
Das zerstörte Rafah an der Grenze zu Ägypten. [24.01.2025, Anadolu Agency, Hassan Eslaiah] Für verschiedene Beiträge hatte ich einige Bildrechte gekauft. Die ich dann…
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Im Folgenden habe ich einmal die Meldungen der IDF wiedergegeben, die diese von sich aus und unabhängig von irgendeiner Berichterstattung veröffentlicht hat. Nur der vergangenen Woche!
Grundlage sind die Meldungen des offiziellen Presseportals und des Accounts auf X. Interne Meldungen habe ich weggelassen. Und ich habe auch die Meldungen übernommen, welche den IDF negativ ausgelegt werden könnten. Meldungen von Einzelnen, beispielsweise von Sprechern und Kommandeuren, habe ich weggelassen, selbst wenn diese offiziell sind.

Ob diese Meldungen glaubhaft sind, muss jeder für sich entscheiden. Aufgrund der Erfahrung, der Hintergründe und des Verständnisses über die internen Abläufe halte ich alle Meldungen für absolut glaubwürdig.

Die Zeitangaben entsprechen den Veröffentlichungen.

Es ist lang, selbst auf die Woche beschränkt. Aber ich denke, recht spannend.

Wenn Kampfpanzer (hier: Merkava) in der Sicherung „in Stellung“ eingesetzt werden, sind die Luken geschlossen. Die Besatzung hat keinen Rundumblick in der Nähe des Fahrzeugs.
Es ist gängige Praxis zu versuchen, sich im toten Winkel an das Fahrzeug anzuschleichen und Sprengmittel darauf zu platzieren. Es wurden schon mehrere Kampfpanzer so ausgeschaltet.
Die meisten Meldungen zur Überschreitung der Gelben Linie durch Einzelne interpretiere ich so.

Die Meldungen 01.02.2026 – 07.02.2026

• 01.02.2026, 09:05h
Die IDF melden die Sprengung eines Tunnels bei Chan Yunis und veröffentlicht dazu mehrere Videos.
In dem Tunnel befanden sich drei Wohnräume. Gefunden wurden u.a. 45 Handgranaten, etwa zehn AK-47, Panzerabwehrraketen, zehn fertige Sprengladungen und sechs Westen.

Video-Vorschaubild

• 01.02.2026, 13:11h
Die IDF melden den Angriff auf Pioniergerät der Hisbollah im südlichen Libanon, die dazu genutzt wurde, die Infrastruktur der Hisbollah wieder aufzubauen.

• 01.02.2026, 16:16h
Die 7. Brigade identifizierte mehrere Kombattanten, die sich im südlichen Gazastreifen der Gelben Linie näherten. Sie eröffneten das Feuer, ein Palästinenser wurde getötet.

• 01.02.2026, 20:158h
Die IDF eliminieren das Mitglied der Hisbollah Ali Dawood Amich durch einen Präzisionsschlag auf sein fahrendes Fahrzeug.
Amich war Ingenieur und Leiert des Ingenieurwesens der Hisbollah, der am Wiederaufbau beteiligt war.
Video des Luftschlags veröffentlicht. Kollateralschäden unwahrscheinlich.

• 02.02.2026, 07:15h
Die IDF sprengt das Haus von Mahmoud Yousef Abed oder Malek Ibrahim Salem im Westjordanland.
Hintergrund: Diese hatten den Anschlag auf die Gush-Kreuzung im Juli 2025 verübten. Bei dem Schusswaffen- und Messerangriff auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums wurde Shalio Zevuloni getötet, die Angreifer wurden ausgeschaltet.
Die Zerstörung der Häuser ist eine gängige Praxis, da die Palästinensische Autonomiebehörde den Angehörigen der Terroristen eine Rente gewährt („Pay-for-Slay“), manchmal sogar Häuser schenkt.
Das Haus wurde nicht bombardiert, sondern in einer geordneten Sprengung zum Kollaps gebracht. Fotos zeigen die Arbeiten.

Kurz & knapp: Wie wir den Terror bezahlen
Nach der Gründung Israels wurde es noch in der gleichen Nacht von allen umliegenden arabischen Staaten angegriffen. Israel gewann. Das von der UN im Teilungsplan den…
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• 02.02.2026, 13:12h
Die IDF melden zwei gezielte Tötungen durch Präzisionsangriffe im Libanon. Eliminiert wurde ein ungenanntes Mitglied der Hisbollah, sowie Ali al-Hadi al-Haqqani, Chef der Flugabwehr.
Ein veröffentlichtes Video zeigt Infrarotaufnahmen der Luftschläge, eines auf ein Fahrzeug bei hoher Geschwindigkeit. Kollateralschäden unwahrscheinlich.

• 02.02.2026, 13:55h
Die IDF haben mehrere Waffendepots der Hisbollah im Libanon angegriffen, darunter eins in einem Wohngebiet. Die IDF hat dies selber gemeldet und die Bevölkerung vorgewarnt.

• 02.02.2026, 15:08h
Im nördlichen Gazastreifen wurden vier palästinensische Kombattanten identifiziert, die sich den IDF-Truppen an der Gelben Linie näherten. Alle eliminiert.

• 02.02.2026, 16:07h
Die IDF meldet eine durchgeführte Übung mit US-amerikanischen Zerstörern im Roten Meer.
Die nicht näher benannten Schiffe sind auf Fotos als Schiffe der Arleigh Burke Klasse zu identifizieren. Das ist erwähnenswert, weil sie bei einem Schlag gegen den Iran eingreifen könnten.

• 03.02.2026, 08:01h
Bei der Räumung eines Bereichs an der Gelben Linie wurden 143 Mördergranaten gefunden, die in Säcken des UNRWA eingewickelt waren.
Videos und Fotos veröffentlicht.

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Gefundene Granaten in UNRWA-Säcken.

• 03.02.2026, 18:39h
An der Westgrenze (vermutlich die Grenze zum Gazastreifen) wurden mehrere israelische Schmuggler festgenommen. In einer Kooperation von IDF, Grenztruppen und Schin Bet wurden auch Fahrzeuge und Luftkissenfahrzeuge beschlagnahmt. Ein Überwachungsvideo der Verfolgung mehrerer Personen wurde veröffentlicht.

• 03.02.2026, 22:26h
Bei Jericho im Westjordanland wurden Truppen der IDF von mehreren Personen mit Steinen beworfen. Die Kräfte erwiderten das Feuer, einer der Angreifer wurde getötet.

• 04.02.2026, 06:07h
Die IDF meldet einen größeren Angriff im Bereich der 3. Brigade (Alexandroni). Zur Abwehr wurden Auch Panzer und Luftschläge eingesetzt. (Siehe unten)

• 04.02.2026, 08:07h
Die IDF veröffentlichen eine Reihe von Videos von Präzisionsschlägen gegen die Hisbollah im Libanon, darunter eine gezielte Tötung.

Video-Vorschaubild

• 04.02.2026, 14:46h
Die IDF haben den Kommandeur der Nuhba-Kompanie der Hamas Bilal Abu Atzi mit einem Präzisionsschlag im südlichen Gazastreifen eliminiert. Das war eine Reaktion auf einen Angriff in der Nacht zuvor.
Bilal Abu Atzi hatte am 10/7 den Angriff auf den Kibbuz Nir Oz angeführt.
Die IDF gibt bekannt, dass Unbeteiligte verletzt wurden, darunter ein Mitglied des medizinischen Personals. Sie spricht ihr Bedauern aus.

Ich interpretiere die Meldung so, dass Atzi an dem Angriff bei Gaza in der Nacht beteiligt war, verletzt wurde und die IDF ihn dann gezielt ausgeknipst hat, weil sie durch den Schin Bet wusste, wer hinter dem Angriff gesteckt hat. (siehe Meldung vom Morgen)

• 04.02.2026, 16:06h
Die IDF veröffentlichen ein Überwachungsvideo, das eine Drohne am 21.01.2026 in der Hamas-Hochburg Dschabaliya aufgenommen hat. Es zeigt, wie Kombattanten und Waffen mit einem Krankenwagen des Roten Halbmonds transportiert werden.

Video-Vorschaubild

• 04.02.2026, 17:34h
Eine Spezialeinheit nimmt bei einem Zugriff in Al-Amri im Westjordanland zwei Terroristen fest, die an Anschlägen während des Gazakrieges beteiligt waren. Die Festgenommenen wurden den Sicherheitskräften übergeben.

• 04.02.2026, 19:11h
Die IDF eliminieren durch einen Präzisionsschlag Ali Razaina.
Razaina war Kommandeur der nördlichen Truppen Islamischen Dschihads und Hauptkontakt zur Hamas. Er war auch für die Geiseln des Dschihads zuständig.
Erneut war der Inlands-Nachrichtendienst Schin Bet beteiligt.

• 04.02.2026, 19:43h
Die IDF führten am Vormittag einen Präzisionsschlag auf ein Fahrzeug eines Kommandeurs der Hamas durch. Getötet wurde Muhammad Essam Hassan Habil. Dieser war an der Tötung der 19-jährigen Geisel Korporal Noa Marciano im Al-Shifa Krankenhaus beteiligt. Der Luftschlag erfolgte nach Aufklärung durch die 143. Division (der Einheit von Marciano) und des Nachrichtendienstes Schin Bet.

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Noa Marciano, die als Geisel entführt und im Krankenhaus Al-Shifa getötet wurde.

• 04.02.2026, 21:22h
Beim Dorf Beit Ur al-Tahta im Westjordanland wurden zivile Fahrzeuge mit Steinen beworfen, einige Israelis wurden durch Glassplitter leicht verletzt. IDF und Polizei riegelten das Dorf ab, ein Verdächtiger wurde festgenommen.

• 05.02.2026, 13:31h
Kräfte der 188. Brigade identifizierten einen Kombattanten, der die Gelbe Linie im südlichen Gazastreifen überschritt und sich den Truppen näherte. Eliminiert.

• 05.02.2026, 18:37h
Die IDF haben mehrere Tunnel der Hisbollah im gesamten Libanon angegriffen, in denen auch Waffen gelagert wurden.
Veröffentlichte Videos zeigen eindeutige „secondary explosions“, dort wurden also tatsächlich Sprengstoffe getroffen.

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Grafik der bekämpften Schächte im Libanon der IDF.

• 05.02.2026, 18:57h
Mehrere israelische Zivilisten haben die Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen überquert. Die IDF nahm sie fest.
Zudem haben mehrere hundert Israelis versucht, einen Zaun zu einem nicht näher bezeichneten militärischem Sperrgebiet zu überwinden, die IDF drängte sie zurück.

• 06.02.2026, 01:26h
Beschuss durch Palästinenser im nördlichen Gazastreifen an der Gelben Linie. Feuergefecht, keine israelischen Verluste.

• 06.02.2026, 09:04h
Die IDF führen eine groß angelegte Operation im Westjordanland durch.
431. Brigade „Menasha“: 15 Mitglieder der Hamas und des Dschihad festgenommen, die u.a. an der Herstellung von Sprengstoff beteiligt waren. Sturmgewehre und Waffenteile beschlagnahmt.
6. Brigade „Etzion“ (Jerusalem-Brigade): Über 100 einzelne Operationen.
Judäa-Brigade: Operationen bei und in Hebron. Waffen, Munition und Geld beschlagnahmt. Weitere Operationen, darunter im Dorf Burka, Dutzende Vernehmungen, Waffenteile und Hamas-Flaggen beschlagnahmt.
Binyamin- und Ephraim-Brigaden: Operationen in den Dörfern Beit Laqia und Qalqilya. Gesuchte Personen festgenommen, verdächtige Waffenhändler und Hamas-Mitglieder vernommen.
Insgesamt über 60 Festgenommene.

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Beschlagnahmte Waffe und Ausrüstung.

• 06.02.2026, 15:50h
Die IDF bekämpfte in den vorherigen 24 Stunden infrastrukturelle Ziele der Hamas im Gazastreifen durch Luftangriff. Das ist eine Reaktion auf einen Anschlag auf IDF-Truppen im nördlichen Gazastreifen am Tag zuvor. Beschossen wurde u.a. ein Waffendepot und eine Waffenwerkstatt.
Zuvor wurden Warnungen ausgesprochen und zur Evakuierung des Gebietes aufgerufen, um Zivilisten zu schützen.
Das veröffentlichte Video legt aufgrund von wahrscheinlichen Secondary Explosions nahe, dass dort tatsächlich Waffen gelagert wurden.

• 06.02.2026, 17:42h
Mehrere Kombattanten überschritten die Gelbe Linie. Die 3. Brigade (Alexandroni) eröffnete das Feuer, einer der Palästinenser wurde getötet.

• 06.02.2026, 22:03h
Alarm in der Siedlung Karmei Tzur im Westjordanland, zwei Verdächtige näherten sich dem Zaun. IDF durchsucht das Gelände.

• 07.02.2026, 13:50h
In einem Stützpunkt im Jordantal befreite sich ein gefangener Palästinenser von seinen Handfesseln und griff eine Soldatin an. Ein anwesender Soldat versuchte ihn festzunehmen, der Gefangene wurde erschossen. Die Soldatin wurde nicht lebensgefährlich verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.
(Ich nehme an, es handelte sich um das Tirtsa-Camp, das Kommando der 41. Bataillon „Jordan Valley“.)

• 07.02.2026, 19.28h
Im nördlichen Gazastreifen überquert ein Kombattant die Gelbe Linie. Er wird erkannt und eliminiert.
Geheimdienstinformationen (vermutlich vom Schin Bet) legen nahe, dass es sich dabei um Muhammad Salah al-Din Khaled Abu Raqba handelte, der am Massaker des 10/7 teilgenommen hat.

• 07.02.2026, 21:51h
Im südlichen Gazastreifen überquert ein Kombattant die Gelbe Linie und nähert sich den IDF-Truppen. Von der 7. Brigade identifiziert und eliminiert.

• 07.02.2026, 21:51h
Im Gazastreifen überquert ein Kombattant die Gelbe Linie und nähert sich den IDF-Truppen. Die 3. Brigade (Alexandroni) erkennt eine Bedrohung und eliminiert den Angreifer.

Der Abgleich

Die Öffentlichkeitsarbeit der IDF ist nicht nur mangelhaft, sondern unter aller Sau. Es geht weit über das Verständnis einer kleinen Streitkraft eines Mini-Staates (Belgien hat mehr Einwohner) hinaus. Stellungnahmen kommen verzögert, das meiste wird auf Neu-Hebräisch veröffentlicht, was auch noch eine rekonstruierte und sehr ungenau Sprache ist. Wodurch es schwer zu übersetzen ist.
Die Recherche selbst zu diesem Beitrag hat fast zwei Arbeitstage gekostet. Meiner persönlichen Meinung nach sind die IDF für viele Shitstorms selber verantwortlich.
Das ist jedoch keine Entschuldigung für große Medien!

Ich wiederhole: Das waren nur die offiziellen Meldungen der IDF, ohne die der Sprecher oder Kommandeure. Nur der letzten Woche.
Für jeden Medienmitarbeiter leicht zu finden.

Natürlich kann man nun über jede einzelne Meldung debattieren. Oder sie mit Medienmeldungen vergleichen, wer wann was veröffentlicht hat.

So kann aber jeder für sich einfach einmal abgleichen, was er überhaupt mitbekommen hat. Und welchen Eindruck die Medienmeldungen seit der Waffenruhe im Oktober bis heute bei ihm hinterlassen haben. Oder ob er überhaupt wusste, dass die IDF das so öffentlich kommunizieren.

Und sich vielleicht fragen, warum das so ist.


Erschienen auf steady.page