Montag, 28. September 2026

DFB-Debakel gegen Griechenland: Wenn man Schwarz-Rot-Gold den Falschen überlässt

von Bernd Volkmer

Authentischer griechischer Nationalstolz siegt über “schwarz-rot-goldene“ alibideutsche Retortenvielfalt



Es lief die 74. Minute in der WWK-Arena, als die historische Katastrophe ihren Lauf nahm. Ein griechischer Stürmer – dessen Urgroßvater wohl nie an einem deutschen Stammtisch über die Kehrwoche philosophiert hat – schob den Ball entspannt ins Netz. 0:1. Aus, Schluss, die Deutsche Nationalmannschaft ist insolvent. Es ist keine Frage: Das Spiel spiegelte exakt den Zustand unseres Landes wider. Früher, ja früher, da hießen die Helden noch Sepp, Gerd oder Jürgen. Da wusste man beim Blick auf den Spielberichtsbogen sofort, dass hier echte deutsche Eichen auf dem Platz standen – geformt aus Sauerkraut, Fleiß und einer soliden DFB-Satzung von 1904.

1974 war die deutsche Fußball-Substanz sogar so unerschöpflich, dass man gleich zwei Nationalmannschaften auf den Rasen schicken konnte: eine für den Kapitalismus und eine für den Sozialismus, also Mercedes gegen Trabant. Beides funktionierte auf seine Art, solange die Frisuren gestutzt und die Namen eindeutig waren. Damals, ja damals wurde die BRD bekanntlich Weltmeister und wurde nur von der DDR in der Gruppenphase geschlagen. Doch die glorreiche Vergangenheit von Sauerkraut und Eichen ist lange her.

Wenn eine Staatsbürgerschaft nicht reicht

Heute stehen da plötzlich Akteure mit zwei Pässen auf dem Platz. Es scheint ein Auswahlkriterium zu sein, denn neun von elf Spielern hatten gleich zwei Staatsbürgerschaften. Eine absolute logistische Unmöglichkeit! Welches Trikot zieht man an, wenn man in der Halbzeitpause zwei Staatsbürgerschaften verwalten muss? Es wird berichtet, dass mancher Spieler vor lauter Identitätsdebatten gar nicht mehr weiß, in welches Tor er schießen soll.

Die Ursache für die Niederlage ist in den Chefetagen der Republik längst ausgemacht. Wir brauchen mehr Diversität in der Nationalmannschaft, wenn gewollt auch mit Röckchen. Die flächendeckende Diversitäts-Offensive muss auch in der Deutschen Fußballnationalmannschaft ankommen. Das Schwarz-Rot-Gold-Gebrummel von Klopp ist nur Fassade. Wo früher ein strammer Schuss reichte, verlangt das moderne Anforderungsprofil heute offenbar mindestens eine Migrationsgeschichte im Stammbaum. Die Quotenpolitik macht auch vor dem Strafraum nicht halt: Gerüchten zufolge darf demnächst nur noch eingewechselt werden, wer im Aufwärmtraining nachweislich drei verschiedene Kulturen repräsentiert.

Hauptsache quotenbunt: Der DFB-Kader



Sogar Trainer Klopp schlug bereits Alarm und forderte, man dürfe Schwarz-Rot-Gold “nicht den Falschen überlassen”. Wen meint er damit? Die Gesellschaft zerbricht gerade an der Frage, wie man deutsche Identität erhalten kann, angesichts der Islamisierung unseres Landes. Sind es etwa die Falschen, die vor den Konsequenzen warnen? Da fehlt nur noch die Brandmauer und die Omas gegen Rechts. Faeser und der DFB haben es in Katar einst mit der Regenbogenfahne probiert. Das ist bekanntlich schief gegangen. Jetzt darf zwar Schwarz-Rot-Gold wieder ran, aber die Mannschaft bleibt bunt.

Während im Supermarkt die Barbies nun Melanin angereichert im Regal stehen dürfen, verlangt der deutsche Fußball-Fan am Samstagnachmittag immer noch verlässliche Tradition: Elf Mann, ein Ball und Nachnamen, die man ohne Zungenbrecher auf ein Bierglas gravieren kann. Mal ehrlich, Namen wie Vagnoman und Ebnoutalib gehen mir einfach nicht so leicht über die Lippen. Da muss ich noch ein bisschen üben.

Der Vorteil der einfachen Identität

Dass die Griechen am Ende gewannen, lag übrigens nicht am Sportlichen. Die Namensliste der Spieler sprach für sich. Sie hatten schlicht den Vorteil der einfachen Identität: Wer aus Athens Vororten kommt, muss sich nicht erst zwischen zwei Pässen entscheiden, sondern kann sich voll und ganz darauf konzentrieren, den Ball ins Eck zu schlenzen.

Die Mannschaft des DFB ist bunt, zwar noch ohne Röckchen, aber nicht jeder muss zwingend Deutsch sprechen. Es reicht die Lippen beim Absingen der Nationalhymne einigermaßen im Rhythmus zu bewegen. Eom Ruf nach Schwarz-Rot-Gold macht noch keine Deutsche Nationalmannschaft. Man muss die Fahne auch den richtigen Spielern überlassen.


Sloweniens Premier prangert die himmelschreiende Heuchelei und Einseitigkeit der UN an

von Tatjana Festerling

Ein wahrer Staatsmann mit Courage und Analysefähigkeit – im Gegensatz zu dem fremdschamreifen deutschen Politpersonal: Sloweniens Premier Janez Janša



Janez Janša, der Premierminister von Slowenien, ist tatsächlich aktuell der einzige (!) europäische Staatslenker, der den Mut aufbringt, die Massenmorde der iranischen Regierung an der eigenen Bevölkerung anzusprechen. Er ist auch einer der ganz wenigen – wenn nicht sogar der einzige – Premierminister eines europäischen Landes, der intellektuell in der Lage ist, verantwortungspolitisch und interessengeleitet zu regieren und visionäre höhere Gedanken zu formulieren. Kein Wunder, dass ihn die Slowenen bereits zum vierten Mal zum Regierungschef gewählt haben. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hingegen muss beim Treffen mit dem russischen Amtskollegen Sergei Lawrov hingegen muss die üblichen, EU-narrativkonformen Phrasen vom Zettel ablesen (ja, so schwach ist der kleine, deutsche Mann).

Janez Janša hingegen geht deutlich weiter: In seiner Rede vor der 81. UN-Generalversammlung am vergangenen Donnerstag hat er einen Kernvorwurf gegen die UN formuliert: Diese wende ihre Prinzipien selektiv und nach doppelten Standards an. Er argumentierte, Vertrauen in die UN könne nur entstehen, wenn Prinzipien konsequent gälten – und nicht nur dann, wenn es politisch gerade opportun oder bequem ist. Die Organisation sei auf Souveränität, gleicher Würde, Rechtsstaatlichkeit, friedlicher Streitbeilegung und Menschenrechten gegründet. Diese Prinzipien verlören aber ihren Sinn, wenn sie je nach Land, Konflikt oder politischem Interesse unterschiedlich angewendet würden.

Christenmorde im Gegensatz zu Gaza kein Thema

Zum Vergleich nannte er das Spannungsfeld Gaza/Palästina, in dessen Kontext zahllose Resolutionen einseitig gegen Israel verabschiedet wurden und dem zudem eine im Vergleich zu sonstigen Konflikten eine überproportionale Aufmerksamkeit zuteil werde. Andere aktuelle Krisen hingegen würden von den UN und den dort lobbyierenden Mächten konsequent ausgeblendet; als Beispiele führte Janša etwa die weltweit Verfolgung und Tötung von Christen (über 4.800 getötete Gläubige allein im Vorjahr laut offiziellen Zahlen, Dunkelziffer erheblich höher) an, insbesondere die massiven islamistischen Pogrome gegen Christen in Nigeria, wo seit über einem Jahrzehnt Morde, Entführungen, Zerstörung von Dörfern und Gotteshäusern an der Tagesordnung sind. Dass die UN hierzu nur eine müde Sicherheitsratsresolution zuwege brachte, spricht Bände.

Auch den wachsenden Antisemitismus – weltweit und auch innerhalb etlicher UN-Mitgliedsstaaten – prangerte der slowenische Premier schonungslos an. Vor allem aber nahm er zu den Menschenrechtsverletzungen und Massenmorden im Iran kein Blatt vor den Mund. “Wenn jedes zivile Leben zählt, warum wird die angebliche Dringlichkeit von Krise zu Krise so unterschiedlich gewertet?“, fragte er. Die Antwort der internationalen Gemeinschaft müsse sich nach Ausmaß, Dauer und Schwere des Leidens richten – nicht nach Sympathien oder Ressentiments, Geographien, Allianzen, Medienaufmerksamkeit oder politischem Einfluss.

Konkrete Reformvorschläge

Zum Iran sagte Janša konkret, das „kriminelle theokratische Regime“ habe allein in diesem Jahr „brutal zehntausende seiner eigenen Bürger ermordet“. Hinrichtungen politischer Gefangener, junger Intellektueller und anderer Regimegegner sowie zahllose Menschenrechtsverletzungen fänden bei weitem nicht die nötige entschlossene Reaktion der Staatengemeinschaft. Gerade Menschenrechte dürften aber nicht davon abhängen, ob es politisch gerade genehm sei, die Opfer zu verteidigen. In Interviews am Rande der Versammlung kritisierte Janša das iranische Regime zusätzlich wegen seiner destabilisierenden und Zwietracht säenden Rolle in regionalen Konflikten – aber auch wegen seiner engen Verbindungen zu Russland.

Der Premier schlug zwei konkrete UN-Reformen vor: Zum einen einen unabhängigen Mechanismus, der jährlich Ausmaß, Dauer und Schwere großer Krisen mit der tatsächlichen internationalen Reaktion vergleicht, um die Selektivität und mögliche Voreingenommenheiten sichtbar zu machen. Und zum anderen stärkere Schutzmechanismen gegen die politische Instrumentalisierung von UN-Mandaten und Institutionen. Warum diese vernünftigen und überfälligen Vorschläge nicht von Deutschland gekommen sind, kann sich jeder selbst beantworten.



Sonntag, 27. September 2026

Heino: Der verdächtige Sänger

von Thomas Hartung

Heino (bei einem Auftritt im Juli dieses Jahres)



In der Medienwelt finden sich Porträts, die einen Menschen beschreiben, und es andere, die ihn dechiffrieren. Stefan Willekes soeben im ”Zeit-Magazin erschienenes Heino-Porträt gehört entschieden zur zweiten Gattung. Schon der Vorspann stellt nicht einfach einen 87-jährigen Künstler vor, der seit nunmehr fast sieben Jahrzehnten auf deutschen Bühnen steht. Er eröffnet ein Ermittlungsverfahren: Heino sei eine „Institution der alten Bundesrepublik“, habe besonders im Osten viele Fans, singe von Heimat und Deutschland und „behauptet“, das sei nicht politisch gemeint. Dann die Frage: „Wo steht Heino wirklich?“ Das unscheinbare Verb „behauptet“ ist dabei wichtiger als manches spätere Argument. Wer etwas behauptet, kann recht haben; im journalistischen Sprachgebrauch schwingt jedoch bereits mit, dass die Behauptung der Überprüfung bedarf. Heino singt also nicht einfach unpolitisch von Heimat, er behauptet sein Unpolitischsein. Das Magazin übernimmt damit von Beginn an die Rolle des Hermeneutikers, der hinter dem Gesagten nach dem eigentlich Gemeinten sucht; ja nach dem, was eigentlich sein müsse.

Das kennen wir inzwischen zur Genüge von Gesinnungsprozessen von Beleidigung bis Volksverhetzung, wo Juristen sich anmaßen dürfen, Angeklagten zu erklären, was sie denn mit ihren Äußerungen tatsächlich geäußert haben. Dass all dies sozial arrogant, politisch einseitig, ja – Stichwort Gesinnungsjustiz – instrumentalisierend und linguistisch schlicht dumm ist, muss hier nur in Erinnerung gerufen werden, um den Text einzuordnen. Nur ergibt die Recherche ein Problem: Der verborgene “rechte Heino” lässt sich gar nicht so recht finden und überführen. Er lehnt ein lukratives Angebot der FPÖ für einen Parteiauftritt ab. Er hat sich gegen die AfD ausgesprochen und sogar einmal ein AfD-Verbot befürwortet. Vor der Bundestagswahl unterstützte er Friedrich Merz. Gregor Gysi, gewiss kein Kronzeuge einer rechten Heino-Apologetik, berichtet von Ansichten zu Mindestlohn und Steuergerechtigkeit, die er “eher sozialdemokratisch” findet, und bekundet ausdrücklich, sein anfänglicher Verdacht, Heino stehe „rechts außen“, habe sich nach persönlicher Bekanntschaft erledigt. Ein klassisches Porträt könnte an diesem Punkt eine überraschende Erkenntnis verbuchen: Das kulturelle Bild und die tatsächlichen politischen Positionen dieses Mannes passen nicht besonders gut zusammen.

Der Mann, der nicht verschwinden will

Das “Zeit-Magazin” jedoch wählt den intellektualistisch-laienjuristischen – und problematischeren – Weg: Wenn Heino politisch nicht zuverlässig rechts einzuordnen ist, werden eben seine hinterlassenen Zeichen untersucht. Das beginnt durchaus brillant. Heino erscheint als „Zeitmaschine“. 1969, 1989, 2026: Die Welt dreht sich weiter, politische Systeme verschwinden, Moden kommen und gehen – aber einer steht immer noch da und singt. Die Sonnenbrille bleibt, die blonden Haare ebenso, erst recht das rollende R, und selbst die Beatles, erzählt Heino seinem Publikum, seien inzwischen Geschichte, während er immer noch da sei. Darin liegt tatsächlich etwas kulturgeschichtlich Faszinierendes. Heino ist nicht bloß ein Sänger aus der alten Bundesrepublik. Er ist ein Stück alter Bundesrepublik, das die Bundesrepublik überlebt hat, aus der es stammt. Und vielleicht beginnt genau hier das Unbehagen. Denn die bundesdeutsche Kulturgeschichte der vergangenen Jahrzehnte versteht sich gern als Geschichte erfolgreicher Überwindungen. Überwunden wurden Provinzialität und Muff, autoritäre Familienstrukturen und sexuelle Prüderie, Nationalpathos und unreflektierte Heimatgefühle. Was früher selbstverständlich war, wurde historisiert, problematisiert, dekonstruiert oder wenigstens ironisiert.

Nur hat Heino offenbar die kulturwissenschaftliche Fortbildung versäumt. Er singt weiter. Das Magazin erinnert genüsslich daran, wie lange er schon als Inbegriff des Gestrigen verspottet wird. Rainer Moritz nannte ihn einmal das „Brechmittel mehrerer Generationen“, Punkmusiker machten sich über ihn her, Otto ließ bereits 1985 einen Heino-Zombie aus dem Grab steigen. Sein Aussehen, heißt es, sei oft als „provozierend spießig“ empfunden worden: der „Look eines Ewiggestrigen“. Bemerkenswert ist daran das Wort provozierend. Früher provozierte, wer Konventionen brach. Inzwischen kann offenbar auch provozieren, wer sie nicht bricht. Heino ist kulturgeschichtlich zum Ärgernis geworden, weil er eine Entwicklung verweigert, ohne sie argumentativ zu bekämpfen. Er hält keine Vorträge gegen die Moderne. Er steht einfach noch herum.

Die Deutschlandfahne unter Beobachtung

Am deutlichsten zeigt sich die Methode des Porträts beim Konzert in Cottbus. Auf der Bühne hängt eine riesige Deutschlandfahne. Heinos Manager versichert, sie habe „nichts mit einer politischen Gesinnung oder Ausrichtung zu tun“. Am Ende bittet eine Lautsprecherdurchsage das Publikum, sich zur Nationalhymne zu erheben. Gespielt wird – wohlgemerkt – ausschließlich die dritte Strophe. Und dann beobachtet der “Zeit“-Reporter das Publikum. Viele junge Leute, viele alte, Paare, Familien, „unauffällige Menschen“. Es gebe „keine Glatzen“, niemand habe AfD-Parolen gebrüllt. Man muss diesen Absatz zweimal lesen, um seine ganze unfreiwillige Komik zu erfassen. Bei einem deutschen Konzert hängt eine deutsche Fahne, anschließend erklingt die gültige Nationalhymne – und der journalistische Kontrollblick wandert durch die Reihen, um festzustellen, ob irgendwo Rechtsextremisten oder Jünger der Pech-und-Schwefel-Partei zu entdecken sind.

Natürlich findet Willekes keine. Doch weshalb musste er überhaupt nach ihnen suchen? Genau hier offenbart sich jene kulturelle Semiotik, die das gesamte Porträt strukturiert. Die Deutschlandfahne ist nicht zuerst Deutschlandfahne; sie ist ein “Zeichen”, eine “Chiffre”, deren mögliche Kontamination geprüft werden muss. Heimat ist nicht zunächst Heimat. Volkslied nicht zunächst Volkslied. Osten nicht einfach eine Himmelsrichtung oder ein historischer Erfahrungsraum. All diese Dinge tragen einen politischen Schatten. Der Reporter schreibt diesen Schatten nicht frei erfunden in die Gegenstände hinein; es gibt durchaus politische Milieus, die nationale Symbole vereinnahmen. Gerade deshalb aber stellt sich die entscheidende Frage: Wer besitzt die Deutungshoheit über ein kulturelles Zeichen – diejenigen, die es gebrauchen, oder diejenigen, die es am radikalsten verwenden? Wenn die Anwesenheit rechter Männer mit Glatzen die politische Bedeutung einer Deutschlandfahne verändern kann, müsste ihre Abwesenheit sie eigentlich wieder normalisieren. Doch so funktioniert die Semiotik des Verdachts nicht.

Heimat als ostdeutsche Devianz

Besonders aufschlussreich wird das beim Blick nach Ostdeutschland. Dort war Heino zu DDR-Zeiten populär, obwohl seine Musik öffentlich nicht gespielt werden durfte. Karl-Eduard von Schnitzler formulierte 1973 im “Schwarzen Kanal” einen Satz, der erstaunlich gut auch in das heutige Porträt passen würde: „Das Vergangene steht semmelblond vor uns und singt die alten Lieder.“ Das ist eine wunderbare historische Pointe. Der sozialistische Chefpropagandist und das westdeutsche Kulturmilieu begegnen Heino aus völlig unterschiedlichen politischen Ausgangspunkten – und stoßen sich doch am selben Phänomen: Da singt einer von etwas, das eigentlich überwunden sein sollte. Der Heino-Sammler Eberhard Kulla beschreibt, was der Sänger für manche DDR-Bürger bedeutete: „Heino hat uns etwas gegeben, das die Staatsregierung der DDR nicht wollte: Heimat. Er hat uns die deutsche Einheit in Liedern geschenkt.“ Kulla war wegen seines Heino-Fankreises sogar ins Visier der Staatssicherheit geraten. Hier liegt eine große Geschichte bereit. Man könnte untersuchen, warum ausgerechnet sentimentale westdeutsche Volksmusik in der DDR eine oppositionelle oder zumindest nonkonforme Bedeutung gewinnen konnte. Warum Heimat gerade dort kostbar wurde, wo der Staat festlegen wollte, was Heimat politisch zu bedeuten habe.

Das ”Zeit“-Magazin nimmt jedoch eine charakteristische Abzweigung. Kulla beklagt, eine linke Elite wolle Heino in die rechte Ecke stellen. Prompt diagnostiziert ihm Willekes daraufhin ein „diffuses Ressentiment“, ein „Leiden an der deutschen Wirklichkeit“, vorgetragen im „Grummel-grummel-Bariton“. Und bald ist man bei den „Unverstandenen“, deren “Gefühl” sich inzwischen über ganze Landstriche gelegt habe und Wahlen entscheiden könne. Heino, so die Pointe, sei seiner Zeit voraus gewesen. Aus einem konkreten DDR-Erlebnis wird so eine Vorgeschichte des heutigen politischen Ressentiments. Das müsste per se vielleicht gar nicht falsch sein – aber es ist bemerkenswert, wie schnell der Text jene Erfahrung psychologisiert, deren politischen Gehalt er zuvor selbst beschrieben hat. Wer sich von einer kulturellen Elite verkannt fühlt, könnte tatsächlich verkannt worden sein. Er könnte aber auch bloß unter einem „Gefühl des Unverstandenseins“ leiden. Zwischen beiden Möglichkeiten liegt ein beträchtlicher Unterschied.

Die Hermeneutik des Verdachts

Damit gelangt man zum eigentlichen Verfahren des Artikels. Es handelt sich um eine Hermeneutik des Verdachts. Heinos Aussagen werden nicht primär danach beurteilt, was sie besagen, sondern danach, welche verborgenen kulturellen Bedeutungen sie transportieren könnten. Seine politische Selbstbeschreibung besitzt dabei erstaunlich wenig Beweiskraft. Sagt Heino, die Deutschlandfahne sei nicht politisch gemeint, wird gerade dieses Dementi interessant. Singt er ein altes Lied, wird dessen Rezeptionsgeschichte untersucht. Sagt er, er habe sich über bestimmte politische Implikationen nie Gedanken gemacht, erscheint genau diese Gedankenlosigkeit als Problem.

So entsteht eine argumentativ nahezu perfekte Falle: Wäre Heino erklärter Nationalist, wäre die Sache klar. Bestreitet er, Nationalist zu sein, könnte gerade das Teil seiner Strategie der Vieldeutigkeit sein. Der Artikel formuliert diesen Verdacht ganz ausdrücklich. Heino bewege sich „auf einem Grat zwischen krassem Nationalismus und dem Dementi desselben“. Dadurch könne er sich einer Festlegung entziehen und immer behaupten, alles Suspekte sei nicht so gemeint gewesen, so Willekes. Das ist eine bemerkenswert schwere kulturpolitische Anklage. Denn „krasser Nationalismus“ wäre normalerweise anhand politischer Aussagen zu belegen. Hier entsteht er vor allem aus einem Ensemble von Liedern, Fahnen, Auftritten, Publikumsreaktionen und der Weigerung des Sängers, die daraus gezogenen Interpretationen zu übernehmen.

Wenn „Schwarzbraun“ nach Auschwitz führt

Am schärfsten wird diese Methode bei „Schwarzbraun ist die Haselnuss“. Heinos Manager weist darauf hin, das Lied sei älter als der Nationalsozialismus und finde sich sogar in einem Lagerliederbuch von Häftlingen des KZ Sachsenhausen. Man kann diese Verteidigung historisch diskutieren; die Verwendung eines Liedes durch unterschiedliche Gruppen beantwortet tatsächlich nicht automatisch die Frage nach seiner späteren Konnotation. Doch dann zieht Willeke einen Vergleich, der die gesamte Methode des Textes entblößt: Auch „Arbeit macht frei“, schreibt er sinngemäß, sei schließlich nicht von den Nationalsozialisten erfunden worden; trotzdem würde sich kein vernünftiger Mensch den Satz heute über seine Bürotür hängen. Rhetorisch sitzt das vielleicht; historisch jedoch hinkt es gewaltig. „Arbeit macht frei“ ist durch seine Anbringung an den Toren nationalsozialistischer Konzentrations- und Vernichtungslager zu einer der international bekanntesten Chiffren des NS-Terrors geworden. Ein Volkslied hingegen, das vor dem Nationalsozialismus existierte, von Nationalsozialisten gesungen wurde, aber zugleich auch in einem Liederbuch von KZ-Häftlingen auftauchte, besitzt offenkundig eine andere semantische Geschichte.

Ausgerechnet ein Artikel über gefährliche Vieldeutigkeit produziert hier selbst eine mächtige Assoziation. Er sagt nicht: Heino singt ein NS-Lied. Nein, er stellt „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ neben „Arbeit macht frei“. Den Rest erledigt das kulturelle Gedächtnis des Lesers. Und damit praktiziert der Text genau jene Methode, die er Heino indirekt vorwirft: Er arbeitet mit Zeichen, deren Wirkung über das ausdrücklich Gesagte hinausgeht.

Heino ist nicht rechts genug für den Artikel

Das Verrückteste an diesem Porträt bleibt deshalb, wie viele seiner eigenen Rechercheergebnisse gegen die implizite These sprechen. Gregor Gysi mag Heino. Seine politischen Ansichten erscheinen ihm teilweise sozialdemokratisch. Heino hält die AfD nicht für die Lösung. Er lehnte den FPÖ-Auftritt ab. Als ein AfD-Politiker mit dem Satz „Am Sonntag würde Heino Felix wählen“ warb, ging Heinos Management juristisch dagegen vor. Man stelle sich die umgekehrte Konstellation vor: Ein Sänger äußerte sozialdemokratische Positionen, spräche sich gegen eine linke Partei aus, verweigerte einen gut bezahlten Auftritt bei deren Parteifest und klagte dagegen, von einem ihrer Kandidaten für Wahlwerbung vereinnahmt zu werden. Würde man anschließend acht Seiten lang fragen, ob er vielleicht doch irgendwie links sei? Bei Heino wird genau diese Differenz zwischen politischer Position und kultureller Codierung zum Gegenstand.

Das mag legitim sein, verrät aber mehr über den gegenwärtigen Kulturkampf als über Heino. Denn offenbar existiert inzwischen ein Begriff des kulturell Rechten, der weit über konkrete politische Überzeugungen hinausreicht. Heimat, Volkslied, nationale Symbolik, Skepsis gegenüber kulturellen Eliten, Widerstand gegen sprachliche Aktualisierung und das Beharren darauf, alte Dinge weiterhin in ihrem alten Sinne verwenden zu dürfen – all das bildet ein Milieu von Zeichen, aus dem sich ein politischer Verdacht zusammensetzen lässt. Der politische Heino kann sozialdemokratischer sein, als das Klischee erlaubt. Der semiotische Heino bleibt verdächtig.

„Ich mach doch nix“

Deshalb ist der Titel des Porträts hervorragend gewählt: „Ich mach doch nix!“ Im Text fällt der Satz völlig banal. Heino versucht, einen Pappaufsteller auseinanderzuklappen, sein Manager sagt: „Heino, lass das“, und der alte Mann antwortet: „Ich mach doch nix.“ Doch der Satz wird zum Motto einer ganzen Existenz: Heino macht doch nix. Er singt nur. Er trägt nur seine Sonnenbrille. Er lässt eine Deutschlandfahne aufhängen. Er singt alte Lieder. Er tritt für einen Feuerwehrmann auf, den er ungerecht behandelt findet. Er weigert sich, sein Repertoire nach den jeweils neuesten Sensibilitäten zu kuratieren. Und gerade dieses „Ich mach doch nix“ hält das Porträt offenbar für unglaubwürdig. Denn in der spätmodernen Kultur gibt es offenbar keine unschuldigen Worte, Taten und Ereignisse mehr, wie trivial sie auch sind. Alles wird zum Verdachtsmoment, zum Indiz, zum entlarvenden Zeichen. Wer singt, “reproduziert Diskurse”.

Wer eine Fahne zeigt, “positioniert sich”. Wer ein Wort benutzt, aktiviert seine “Verwendungsgeschichte. Wer behauptet, etwas sei unpolitisch, kann damit eine “politische Normalität” verteidigen. Das alles ist als kulturwissenschaftliche Einsicht nicht unsinnig. Aber eine Gesellschaft, die jedes Zeichen ausschließlich über seine problematischste Verwendung liest, verliert irgendwann die Fähigkeit zur kulturellen Mehrdeutigkeit.

Wem gehört ein Volkslied?

Hier liegt die entscheidende Frage, die das Porträt nicht stellt: Wem gehören kulturelle Zeichen? Gehört „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ den Nationalsozialisten, weil sie es sangen? Den KZ-Häftlingen, weil es auch in ihrem Liederbuch stand? Den Generationen davor? Heino? Seinem Publikum? Oder jeweils dem Interpreten, der die politisch folgenreichste Verwendungsgeschichte auswählt? Und weiter: Gehört die Deutschlandfahne den demokratischen Institutionen der Bundesrepublik oder dem radikalsten Demonstranten, der sie ebenfalls schwenkt? Gehört Heimat demjenigen, der darin Kindheit, Landschaft und Zugehörigkeit erkennt – oder demjenigen, der daraus ein ethnisches Ausschlusskonzept macht?

Eine liberale Kultur müsste auf solche Fragen eigentlich mit einem entschiedenen Sowohl-als-auch reagieren. Zeichen sind nicht herrenlos, aber sie sind auch nicht auf ihre schlimmste historische Verwendung festgelegt. Sonst könnte jede extremistische Bewegung Symbole gerade dadurch dauerhaft enteignen, dass sie sie sich aneignet. Die paradoxe Folge wäre eine kulturelle Vetomacht der Radikalen: Je erfolgreicher Rechtsextreme ein Symbol benutzen, desto weniger dürften Demokraten es benutzen. Das wäre eine bemerkenswerte Form antifaschistischer Kapitulation.

Der falsche Heino als moralisch wahrer Heino

Am Ende des Porträts vollzieht Willeke noch eine zweite, beinahe literarische Operation: Er besucht einen Heino-Imitator, der in Altenheimen singt. Dieser falsche Heino setzt sich zu Kranken ans Bett, hört ihre Geschichten und verbirgt hinter seiner Sonnenbrille Tränen der Rührung. Der echte und der falsche Heino sind einander nie begegnet. Dann kommt der Schlusssatz: Der echte Heino müsse für die Verwechslung eigentlich dankbar sein, weil er in Gestalt seines Imitators ein Mensch sei, „der Nähe zulässt und dem es nichts ausmacht, Mitgefühl zu zeigen“. Das ist elegant geschrieben und zugleich erstaunlich brutal. Nach der politischen Hermeneutik folgt die psychologische.

Der echte Heino erscheint als emotional gepanzerte Marke: immer dasselbe Lächeln, immer dieselbe Brille, „Jaja“, „So, so“, Bühne, Erfolg, weitermachen. Selbst nach dem Tod seiner Tochter und später seiner Frau steht er rasch wieder im Rampenlicht. Der Imitator dagegen weint. Der falsche Heino wird dadurch zum moralisch wahreren Heino. Auch hier stellt sich allerdings eine Frage, die ein Porträt über einen 87-jährigen Mann vielleicht wenigstens zulassen müsste: Ist öffentlich sichtbare Emotionalität tatsächlich der zuverlässigere Beweis von Mitgefühl? Oder begegnet hier eine Kultur, die Authentizität durch demonstrierte Innerlichkeit misst, einem Menschen aus einer Generation, die gelernt hat, Schmerz gerade nicht öffentlich auszustellen? Vielleicht ist auch das eine Form kultureller Übersetzung, die das Porträt nicht leistet.

Das Vergangene steht semmelblond vor uns

Am Ende bleibt deshalb Karl-Eduard von Schnitzlers Satz hängen: „Das Vergangene steht semmelblond vor uns und singt die alten Lieder.“ Er war als sozialistische Polemik gemeint. Heute könnte er fast als kulturjournalistische Diagnose durchgehen. Gerade darin besteht Heinos eigentümliche Bedeutung. Er ist kein großer politischer Denker, vermutlich nicht einmal ein besonders politischer Mensch. Das “Zeit-Magazin” liefert selbst genügend Material dafür, dass die Suche nach einer konsistenten rechten Ideologie bei ihm wenig ergiebig wäre. Aber Heino begeht etwas, das für eine reflexive Kultur womöglich schwerer zu ertragen ist: Er problematisiert sich nicht. Er singt Heimat, ohne vorher Heimat zu definieren. Er zeigt Deutschland, ohne die Fahne mit einer Gebrauchsanweisung zu versehen. Er singt Lieder, deren Rezeptionsgeschichte Kulturredakteure auf mehrere Seiten beschäftigen kann, und antwortet auf die Frage nach ihrer Bedeutung womöglich bloß: Darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht.

Das kann naiv sein. Es kann stur sein. Manches kann geschmacklos oder historisch unsensibel sein. Nur ist Naivität noch keine Ideologie und Sturheit noch kein Nationalismus. Vielleicht ist Heino deshalb weniger ein politisches Rätsel als ein hermeneutischer Störfall. An ihm zeigt sich, wie schwer es einer Gegenwart fällt, kulturelle Phänomene stehenzulassen, deren Produzenten die Bedeutung ihrer eigenen Zeichen nicht nach den Kategorien des gegenwärtigen Diskurses erklären. Das “Zeit-Magazin” fragt: Wo steht Heino wirklich? Nach acht Seiten lautet die interessantere Gegenfrage: Warum reicht es uns nicht, dort nachzusehen, wo er tatsächlich steht? Politisch findet man einen alten Unterhaltungskünstler mit widersprüchlichen, teilweise konservativen, teilweise sozialdemokratischen Ansichten, mit Sympathie für Merz, Distanz zur AfD und einem tiefen Trotz gegen jene, von denen er sich sein Leben lang verspottet fühlte.

Kulturell aber steht dort etwas Größeres. Ein Restbestand jener Bundesrepublik, in der Heimat noch kein Diskurs, das Volkslied noch kein Bekenntnis und die Deutschlandfahne noch nicht notwendig ein Fragebogen zur politischen Gesinnung war. Man muss nicht darauf bestehen, diese Bundesrepublik unbedingt zurückzuhaben. Man könnte aber einfach akzeptieren, dass einige ihrer Bewohner noch leben. Und manchmal sogar noch singen.


Brüssel will das Finale: Feuer frei gegen Bürger und Nationen!

von Hans S. Mundi

Im totalitären Vollrausch: Von der Leyen



Am 28. Februar 2026, es war kurz nach dem Beginn der amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran, veröffentlichte Merkels Brüsseler Adjutantin von der Leyen eine “Erklärung” zu den Kampfhandlungen (zuvor hatte sie viel telefoniert, laut Medienberichten mit Akteuren aus der neuralgischen Golfregion), in der sie symbolische “politische Signale” setzen wollte; Signale, die vielen EU-Regierungen allerdings offenbar deutlich zu weit gingen: Sie beschrieb darin die Entwicklung als “äußerst besorgniserregend” und schmetterte: “Wir rufen alle Parteien zu größtmöglicher Zurückhaltung auf!”. Die EU-Kommission werde “in enger Koordination” mit den EU-Mitgliedsstaaten “alle notwendigen Schritte unternehmen, um EU-Bürger in der Region zu unterstützen.“ Der Inhalt dieser von den Konfliktparteien ohnehin ignorierten, infolge der politischen Selbstverzwergung Europa völlig belanglosen Erklärung war weniger aufschlussreich als das, was sich von der Leyen hier einmal mehr herausgenommen hatte. Denn ausgerechnet in einem (wie etliche Beobachter anmerkten) fragilen Moment und bei einem Konflikt, in dem die sonst stets steif durchs Weltgeschehen trudelnde EU eben keine einheitliche Position vertrat, geschweige denn mit einer Stimme sprach oder sprechen konnte (und von der Leyen wusste das!), maßte sich die Brüsseler Zentralistin gewohnt demonstrativ eine Rolle an, die ihr nicht zustand, und wollte als scheinbare Großmacht die “Position Europas“ vertreten – als sei ihre konsenssimulierende Note bereits „official agreement“, als hätte sie irgendeine legale Vollmacht oder Autorität, sich für 27 Staaten außen- und sicherheitspolitisch zu äußern. Doch Urschel von der Merzel betrachtet die EU als ihren persönlichen Gestaltungsraum, als ihr Selbstverwirklichungshabitat und persönlichen Besitz; ergo sprach hier also die Königin von EURabien, die oberste Verwalterin höchster Gnaden im von der satanisch-totalitären Angela Merkel geschaffenen Siedlungsraum der kastrierten Ex-EU-Nationalstaaten.

Infolge von der Leyens Amtsanmaßung eskalierte – wieder mal – der schon so häufig aufgeflammte EU-Kompetenzstreit, was aufgrund der vollen Konzentration auf die Vorgänge im Nahen Osten diesmal relativ unbemerkt blieb. Doch ungewollt hatte Merkels Matrone einmal mehr offenbart, „wie weit sich die Brüsseler Spitze innerlich schon von jeder institutionellen Selbstbegrenzung entfernt hat“, so “Tichys Einblick“ (TE). Die Kollegen der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) berichteten damals vor dem äußerst brisanten Hintergrund der erneut hässlich zutage tretenden Fehlkonstruktion namens EU (samt ihrer Kommission): „Nathalie Loiseau, frühere französische Europaministerin, wies von der Leyen öffentlich zurecht und machte klar, dass dies nicht ihre Angelegenheit sei. Der Grund für diese Wut liegt auf der Hand. Von der Leyen verfügt in der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik weder über das eigentliche Mandat noch über einen eigenen diplomatischen Dienst und keine eigenen nachrichtendienstlichen Lagebilder.“

Politkriminelle Handschrift der Patin Merkel

Von der Leyens klar erkennbarer und immer deutlicher hervortretender Macht- und Vollstreckungsanspruch ist paradetypisch; überaus deutlich erkennbar trägt er die politkriminelle Handschrift der politischen Patin Angela Merkel, deren markantestes Merkmal ihrer ruinösen, volksverräterischen Regentschaft Deutschlands in einem permanenten Putsch auf Raten bestand, also in einer wohl kalkulierten stetigen Aushöhlung bewährter – auch und gerade rechtsstaatlicher – Standards zum Behufe der Umpolung aller staatlichen, gesellschaftlichen und medialen Instanzen im Sinne einer politstrategischen Gleichschaltung und Machtzentralisierung. Von der Leyen, die diesbezüglich bei der Skrupellosesten gelernt hat, weiß eben von daher, wie es geht und wie diese teuflische Rezeptur wirkungsvoll im globalitären Eliten-Protektorat „Rest Germany“ erprobt, strategiebasiert und knallhart organisatorisch-technisch erbarmungslos exekutiert werden konnte – was sich sich nun auch für ihre Eurobonzokratie anstrebt. Nicht nur beim Thema Nahostkrieg, sondern in allen Belangen ist ihre Kompetenz- und EU-Rahmenüberschreitung die dreiste, dennoch längst routiniertes Charakteristikum ihrer Amtsführung.

Anstelle eines tragfähigen, bescheidenen, auf seriös-demokratischer Grundlage und Kompetenz fußenden Auftretens, mit der sich die Rolle einer “EU-Führerin“ überhaupt legitimieren ließe, tut von der Leyen das, was typisch für Apparatschiks nach Merkelmanier ist: Einfach vorpreschen, durchziehen, alles wie selbstverständlich aussehen lassen und dazu auch mal leicht infantil leer in den Raum glotzen. Der dazu passende, hervorragende Kommentar kam von der griechischen EU-Abgeordneten Afroditi Latinopoulou, welche die von der Leyen im Europaparlament scharf und brilliant-pointiert attackierte: Sie warf der skandalumwitterten Kommissionspräsidentin unkontrollierte Migration, hohe Steuerlasten und den Niedergang der Agrarwirtschaft – also von Bauern, Tierhaltern und Fischern – vor. Zudem verantworte von der Leyen den Verlust hunderttausender Arbeitsplätze, setze autoritär eine Woke-Agenda zulasten traditioneller Werte durch und betreibe eine immer undemokratischere Überwachungspolitik. Latinopoulou kritisierte zudem die aktive Finanzierung illegaler Migration aus Steuergeldern und spätere Einbürgerungen. Als “Gegenleistung” für den immer erdrückenderen ideologischen Kurs habe es nur Papierstrohhalme, an Flaschen befestigte Plastikdeckel und “Pride”-Veranstaltungen gegeben.

Kadermäßig instruiert

Von der Leyens nassforsches Auftreten in Brüssel zum damaligen Kriegsbeginn war mehr als nur eine Randnotiz; es führte zum allmählichen Ausbruch eines innengemeinschaftlichen Konflikts, der sich in der EU seit Jahren aufgebaut hat. Denn diese deutsche Kommissionschefin Leyen hat ihre Macht Stück für Stück ausgebaut, hat ihre Zuständigkeiten ausgedehnt, Grauzonen besetzt und politische Tatsachen geschaffen, wichtige Posten mit einem politischen Nutten- und Huren-Personal besetzt und sie kadermäßig instruiert, ihre sinistre Agenda gegen die Völker Europas durchzuziehen, um anschließend die Leine immer kürzer und straffen anspannen zu können. Seit Jahren geht das so; solange die Hauptstädte mitliefen, wurde es als starke Führung verkauft. Auch bei der Ukraine, wo die meisten EU-Domestiken und Hauptfinanziers auf Linie sind, war dies unproblematisch. Doch nun, im Iran-Krieg, stößt dieses teuflisch-hinterfotzige System an seine Grenzen – denn hier geht es um Außenpolitik im eigentlichen Sinn, also um genau jene sensible Domäne, die nach den alten und bestehenden Verträgen nicht der Kommissionspräsidentin gebührt, sondern den Einzelstaaten, allenfalls noch der Hohen Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik.

Der Vorwurf, den seitdem und zunehmend mehrere EU-Staaten, Diplomaten und Abgeordnete von der Leyen zunehmend machen, trifft den Kern: Sie gehe, so der breite Konsens, in der Außenpolitik weit über ihr Mandat hinaus. Die Rede ist von einer “diplomatischen Überdehnung” ihres Amtes. Das ist weitaus mehr als ein Stilproblem – sondern “der Vorwurf, dass die Präsidentin der Kommission längst nicht mehr wie eine Hüterin institutioneller Grenzen auftritt, sondern wie eine irrlichternde politische Oberinstanz, die Europa nach außen repräsentiert, noch bevor die Staaten überhaupt eine gemeinsame Linie gefunden haben“, wie TE schreibt. Worum sich dieses Machtspiel final dreht, kommt nun ans Licht – und nichts daran ist Zufall, denn haargenau nach demselben Muster hat Merkel bereits systematisch und wohldosiert, Zug um Zug Deutschland gleichgeschaltet und einen Tiefen Staat gegen bürgerliche Freiheitsrechte, demokratische Mitbestimmung und freie Medien und freien Meinungsaustausch der Bürger transformiert. Und genau das droht mit derselben Übergriffigkeit nun allen Ländern, die Mitglied der Brüsseler Kommissions-Verwaltungszone sind. Plötzlich kommentieren etliche Medien, aufgeschreckt und das böse Spiel nicht durchblickend, dieses Daumenschraubenanlegen überkritisch, sprechen von bei der EU-Kommission und ihrer Führung angeblich blinkliegenden Nerven. Dabei ist alldoes nur der nächste Schritt und die logische Folge auf politische Entwicklungen, die dem Eliten-Machtkartell auf seinen diabolischen Pfaden schaden könnten.

NGO-gestützte Wahlbeeinflussung

Hinsichtlich der folgenden Eskalationsetappe der EU zum besseren Verständnis vorab: Erstens forcieren die Brüsseler Strategen und ihr williger Köter Merz, dieser BRD-Hausmeister aus Abwrackberlinistan, im Korruptesten Ukraine die responsiven Aggressionen gegen Putin und machen so die gesamte EU zur Geisel ihrer paramilitärischen Teilhabe an einem Krieg gegen „die Russen“ – erkennbar und eindeutig mit der klaren Zielsetzung Krieg. Zweitens “kümmert” sich Brüssel intrigant-aktiv und ungebeten immer mehr um Dinge, die niemals europäische Zuständigkeit sein durften, und mischt sich – wo Erpressung mit zurückgehaltenen Unionsgeldern nichts mehr hilft – nur allzugern in die inneren Angelegenheiten der Mitgliedstaaten bei deren politischer Ausrichtung ein, “Regime-Changes” und NGO-gestützte Wahlbeeinflussung inklusive (zuletzt in Ungarn und Rumänien war dies überaus erfolgreich!). Die aufmüpfigen konservativ-bürgerlichen Kräfte wurden erfolgreich “enthauptet”, und an ihrer Statt konnten technokratische EU-Systemlinge als ferngesteuerte Regierungsattrappen installiert werden – Marschrichtung EU-Einheitsstaat ohne eigenständige Nationen voraus! Sticheleien und Schienbeintritte gegen deren atlantische Widersacher Donald Trump und Elon Musk sind seitens Brüssel natürlich ebenfalls an der Tagesordnung – mit unabsehbaren Auswirkungen auf die eigentlich souveränen Einzelstaaten. Die kürzlichen demonstrativen EU-Verhandlungen mit Trumps „Lieblingsnachbarn“ in der sozialistisch-woken Regierung Kanadas wegen einer abstrusen „EU-Assoziierung“ des fernen Landes waren ein weiterer symbolischer Böllerschuß der finsteren EU-Eliten, welche jetzt zur totalen Allmacht streben und nun final Großmacht werden wollen, zentralistisch-autoritär aufgestellt und in blanker Aggression nach innen und außen gerichtet, sprich: gegen alles und jeden, der nicht im Gleichschritt mitmarschiert, Überschrift: „Merkel’s Paradise“.

Da nun aber Italiens Meloni weder wankt noch weichen will, im insolventen Frankreich eine Machtübernahme der Le Pen-Gruppierung droht, in Urschels Herkunftsland die AfD zunehmend Wähler anzieht und sich Regierungsbeteiligungen der bösen nationalistischen “Rechtspopulisten“ allerorten ankündigen, verfällt die einfallslose merkelsozialisierte Kommissionspräsidentin auf dieselben Methoden, die die einzige FDJ-Propagandasekretärin in ihrer DDR-Jugend erfolgreich verinnerlicht hatte: Gelenkte Demokratie, sprich: antidemokratische Vollbremsung und totalitäre Brüsseler Kommissions-Ausdehnung sowie weitreichende EU-Untertanenkontrolle. Und das eskaliert nun dahingehend, dass die präsidialen provokanten Auftritte der Ursula-Puppet noch häufiger und noch provokativer kommen werden, dass noch mehr autoritäre und regulative Anmaßungen drohen und die Reihen noch fester geschlossen werden. Wer nun immer noch an Freiheit und Demokratie in der EU glaubt, bekommt jetzt im Tagestakt die EU-Knüppel auf den Kopf – und los geht’s: denn wer allein schon in der Merkel-VdL-EVP bei Misstrauensvoten gegen die Kommission aus der Reihe tanzt, soll künftig sechs Monate (!!) kaltgestellt werden – brought to you by von der Leyen und der EVP-Fraktion, der auch ihre CDU angehört, unter dem willfährigem Kettenhund und Fraktionschef Manfred Weber (den von der Leyen einst selbst mit Merkels Hilfe als Kommissionschefin ausgebootet hatte): „Reden, Berichterstattung, Positionspapiere: gestrichen. Weber will die Fraktion auf Linie bringen, aus Angst vor Rebellen in den eigenen Reihen. Die EVP predigt nach außen die große Stabilität, doch intern herrscht blanke Panik.“ Es ist bezeichnend aber wenig zufällig, dass ausgerechnet die größte Fraktion im Europäischen Parlament „sich gezwungen sieht, ihre eigenen Abgeordneten an die kurze Leine zu nehmen.“

Kaltstellung von Abweichlern

Die EVP ist nunmehr – genau wie zuvor die Merkel-vergewaltigte CDU – nur noch als politischer Schützenpanzer gefragt, der die Machtstrategie insgesamt nicht gefährden darf. Bekämpft werden dort nicht etwa politische Gegner, sondern Abweichler in den eigenen Reihen – erschreckend, weil es symptomatisch und voller scheußlicher historischer Parallelen ist, was da jetzt via Brüssel abläuft, denn die Kaltstellung von „Abweichlern“ markierten stets freiheitsfeindliche, inhumane Staatsgebilde scheußlichster Diktaturen, siehe Stalin oder der linke Massenmörder Mao Zedong mit ihren Schauprozessen, wenngleich die Blutrünstigkeit der Bestrafung natürlich nicht annähernd vergleichbar ist. Dennoch: Was politische Säuberungen anbelangt, ist die Eurokratur bereits auf einem “guten“ Weg und die Hinweise verdichten sich, dass dieser Horrorfilm jetzt in Brüssel läuft. So berichtet “Euractiv“, dass die Fraktion in einer geschlossenen Sitzung in Straßburg soeben neue Regeln verabschiedete, die vor allem eines bezwecken sollen: „Disziplin“ (eine Lieblingsvokabel der Totalitaristen). Vorbereitet wurden diese politischen Schweinereien von Jeroen Lenaers, einem niederländischen Abgeordneten, der als Fraktionsgeschäftsführer auftritt. Dessen Botschaft war klar in der Machtzentrale auf unmissverständlich getrimmt: Wer bei Misstrauensanträgen gegen die Europäische Kommission nicht pariert, verliert Privilegien!

Und hier wird es nun rund: All die bis hier geschilderten Vorgänge könnte man, isoliert betrachtet, als übliches EU-Gerangel betrachten; doch das ist falsch, völlig falsch. Denn in der abschließenden Betrachtung des weiteren Geschehens enthüllt sich eben das erschreckende Gesamtbild eines machtgierigen Leviathans, der nunmehr jede Hemmungen verliert und zu hemmungsloser Allmacht strebt. Und dazu gehört eben immer auch die Kontrolle der Medien und (eigentlich verbrieft freier) Meinungen, die Übernahme und zentrale Steuerung des multimedialen Komplexes und die totale Kontrolle der Kommunikation. Und siehe da: Im Europäischen Parlament verbündeten sich soeben die Parteien der politischen Kartell-Mitte und krakeelten prosozialistischen Bullshit in die Manege: Ohne klare Gesetzesvorgaben würden digitale Plattformen angeblich “die Demokratie zerstören”.

Barleys Gebrabbel

Hahaha: “Europa hat die Macht zu handeln. Wir entscheiden über unsere Regeln – nicht Big Tech”, so von der Leyen in einer weiteren übergriffigen Rede zur Lage der EU. Anschließend kündigte sie – wieder mal – “neue Instrumente“ an, angeblich um „Lücken“ in der Regulierung zu schließen: Totale Kontrolle des Internets und der Smartphone-Anwenderschaft mit einem Social-Media-Verbot für unter 13-Jährige, plus Ankündigung eines Gesetzentwurfes, der auch Erwachsene vor „süchtig machendem Design“ schützt – ein weiterer unfassbarer Allgemeinplatz als Hinweis auf kommende Zensurwillkür. Mit den Werkzeugen Digital Services Act (DSA), dem Digital Markets Act (DMAv) und dem AI Act habe die EU zwar bereits verschiedene Gesetze. Doch von der Leyen möchte ihren Medien-Kontrollwahn jetzt im Zuge ihrer totalen Machtergreifung unbedingt noch erweitern: Ihr Vorschlag sei zwar nur ein „erster Vorstoß“ (man beachte auch hier wieder die Merkel-Salamitaktik), doch entsprechende Gesetzentwürfe müsse die Kommission in den Hinterzimmern der Macht noch erarbeiten. Alle Beteiligten wissen, dass es bei Digitalpolitik nicht um Kartellrecht oder Verbraucherschutz gehe, sondern um Macht, Kontrolle, Zensur.

Entlarvend daher folgender Bericht aus der „Zeit“, der polemisch entgleist und sich unfreiwillig als linientreu outet: „Auf Ablehnung stoßen die Forderungen nach strikteren Regeln nur bei rechtsextremen und antidemokratischen Parteien, die Zensur hinter jeder neuen Digital-Regel wittern.“ Ausgeführt wird diese eigenwillige Interpretation dann so: „Bislang hat sich die EU-Kommission weder von europäischen Rechtsradikalen noch von Maga-Anhängern oder dem ständig drohenden US-Präsidenten in ihre Digitalgesetzgebung hineinreden lassen. Trotz Donald Trumps wiederholter Zolldrohungen verhängte die Kommission Ende Juli eine Geldbuße von 890 Millionen Euro gegen Google, weil der Konzern eigene Dienste in der Suche bevorzugt anzeigte und App-Entwickler im Play Store beim Verweis auf alternative Bezugswege beschränkte.“ Und dann folgen auch schon die ökolinken Zeugenaussagen vor diesem imaginären I-Media-Woke-Tribunal: „Wettbewerbs-Vizepräsidentin Teresa Ribera erklärte, Brüssel werde nicht darauf verzichten zu handeln, nur weil einem Handelspartner europäisches Recht missfalle. Diplomatisch lässt sich in Brüssel immer weniger Zurückhaltung gegenüber Trump und den mit ihm verbündeten US-Konzernchefs erkennen.“

Steuerung von Gehirnwäsche

Ganz schlimm wird es dann, wenn auch noch eine unfähige, einfältige, linksverblödete SPD-Politikerin wie Katarina Barley meint, Warnungen aussprechen zu müssen und gegen die “obszöne Konzentration an finanzieller, digitaler und politischer Macht durch die Nähe der amerikanischen Tech-Bosse zum Präsidenten” rhabarbert. Falls diese Machtkonzentration nicht zerschlagen werde, bedeute das nichts weniger als das “Ende der Demokratie”, quatschte die SPD-Pommeranze dann auch noch auf “n-tv”. Ihre ultralinke Begründung: Digitalkonzerne hätten “erheblichen Einfluss darauf, wie Menschen denken” (!), “fühlen” (!) und “Entscheidungen treffen” (!). Und dann kommt wieder CSU-Politiker Manfred Weber als Merkels Schattengewächs um die Ecke, der im linken Chor fordert, Nutzern die rechtliche Möglichkeit zu geben, personalisierte „Empfehlungsalgorithmen sehr einfach abzuschalten“. Dabei nannte der Vorsitzende der EVP-Fraktion die Stoßrichtung ganz offen beim Namen: “Elon Musk wird das nicht gefallen, aber wahrscheinlich ist das ein Grund, es zu tun.”

Und dann heißt es wieder ungewohnt klar und offen in der „Zeit“, dass es sehr wohl um die Steuerung von Gehirnwäsche geht – denn Waschanlage will man natürlich selber sein: „Von der Leyen und die EU-Parlamentarier verfolgen hingegen ein völlig anderes Ziel mit ihren Gesetzesvorhaben. Ihnen geht es um die alltäglichen Auswirkungen der Plattformökonomie auf das Nutzerverhalten und die politische Meinungsbildung. Die EU-Gesetze sollen Minderjährige schützen sowie suchtförderndes Design und algorithmisch gesteuerte Feeds verbieten.“ Barley schließlich beschrieb den Weg in die angestrebte EU-Diktatur dann sehr deutlich und forderte einen “besonders harten Kurs gegen digitale Konzerne”; Geldbußen allein würden aus ihrer Sicht nicht ausreichen, so die “Zeit“, weshalb die EU über “drastischere Maßnahmen nachdenken” müsse – bis hin zur Verweigerung des Marktzugangs oder einer Zerschlagung (!) der Konzerne. “Darum ist es wichtig, jetzt den Spieß umzudrehen: Plattformen dürfen zumindest für Kinder erst zugänglich sein, wenn sie nachweisen, dass sie sicher sind”, so Barley. Das Zwangskorsett der EU, die ursprünglich einmal aus ganz anderen Gründen und Motiven aus der Taufe gehoben wurde, wird also lustvoll immer enger geschnürt.


Samstag, 26. September 2026

War von Anfang an klar: Grüne steigen mit Berlins Hamas-Linken ins Koalitionsbett

von Daniel Matissek

Prophetische Plakatierung im Wahlkampf: Die wohl künftigen Berliner Regierungspartner traut vereint 



Es gibt in Deutschlands Parlamenten (mindestens) zwei linksextreme Parteien: Eine, die sich zu ihrem Extremismus ganz offen bekennt und aus ihren hässlichen Zielen gar kein Hehl macht – und eine, die nach außen hin versucht, den Anschein moralischer Orientierung zu geben und sich von der Radikalität Ersterer zu distanzieren, um am Ende dann doch gemeinsame Sache zu machen und dem Extremismus zur Regierung zu verhelfen. Nachdem die Grünen eine nicht mal einwöchige Show des Naserümpfens, der angeblichen roten Linien und Verwehrungen abgezogen haben, prostituieren sie sich in Berlin nun doch macht- und pfründegeil mit den Antisemiten, Enteignern, Islamistenfreunden und Clanverbrecher-Buddys der Linkspartei und gehen mit ihnen in die Koalitionskiste, um sich dort von allen Seiten durchrammeln zu lassen, bis jeder auf seine Kosten gekommen ist. Die berufspolitische grüne Zivilversagerkaste ist nämlich zum Erhalt ihrer Privilegien und Selbstversorgung scharf auf jede Regierungsbeteiligung (weitaus mehr jedenfalls als aus politischen Gründen, denn ohnehin schon setzen alle anderen in Deutschland irgendwo regierenden Parteien einschließlich der Union längst grüne Ideologie um) und lässt sich daher auf alles ein, um sich das Rundum-Sorglos-Paket der steuerfinanzierten Annehmlichkeit für seine Funktionäre zu sichern.

Deshalb drängt man auch in Berlin so schnell wie möglich zurück in die Regierung. Obwohl bis in die eigenen Reihen hinein vereinzelt glaubhafte, überwiegend jedoch gespielte Fassungslosigkeit über die Linkspartei in Berlin und ihren offenen Antisemitismus, ihre Hamas-Sympathien, ihre Enteignungs-Fieberträume und ihre eindeutigen Verbindungen zum schwerstkriminellen Remmo-Clan herrscht und der deutschen Öffentlichkeit so erneut überdeutlich vor Augen geführt wird, welche rückgratlosen und widersprüchlichen Zyniker hier am Wer sind, wollen sich die Grünen sich diese Chance, an die Fleischtöpfe der Macht zurückzukehren, nicht entgehen lassen – schon gar nicht in einer links-linken Koalition, wie sie nun auch in Mecklenburg-Vorpommern zwecks AfD-Verhinderung anstehen wird.

Rein taktische Distanzierungen

Unbeirrt von allen, was die grüne Parteiführung und ausgewählte heuchlerische Bedenkenträger diese Woche in der von der AfD erzwungenen Aktuellen Stunde im Bundestag vorgebracht haben an Empörung und Abgrenzungen zur Linken, die mit ihren Positionen kein Partner sein könne, ließ die Berliner Grünen-Führung nun verlauten, dass sie möglichst schnell in Sondierungsgespräche eintreten und die Koalitionsverhandlungen dann spätestens Mitte Oktober von einem kleinen Parteitag abnicken lassen will. Gerne stünden auch vier frühere Termine zur Verteidigung zur Verfügung, falls man sich noch schneller einigt. Noch deutlicher kann man seine Bereitschaft, als Mehrheitsbeschaffer für diesen unerträglichen Haufen fungieren zu wollen, also kaum noch deutlich machen – und wer ernsthaft glaubt, due ablehnenden Stimmen in der Partei seien irgendetwas anderes gewesen als eine taktische Distanzierung zur Besänftigung der übrigen Teile des Einheitsparteienkartells (vor allem der CDU), mit denen man in NRW, Schleswig-Holstein und anderswo ja ebenfalls prächtig koaliert, muss nun erkennen, dass es sich dabei nur um Schall und Rauch handelt.

Tatsächlich kann man getrost davon ausgehen, dass die felsenfeste Bereitschaft zu einer solchen Koalition schon seit der ersten Hochrechnung am Sonntag bestand und alles seither Geäußerte nur Kosmetik und ein taktisches Manöver waren, die Entrüstungswogen über die antisemitischen und Araberclan-affinen Abgründe dieses künftigen Premium-Partners unbeschadet zu überstehen, um dann das ohnehin gewollte Zusammengehen zu realisieren. Tatsächlich haben die Grünen nämlich mit all diesen Positionen überhaupt kein Problem – sonst hätten sie einen Unvereinbarkeitsbeschluss gegen die Linke, ähnlich wie im Fall der AfD (wobei die Linkspartei im Gegensatz zur AfD eben tatsächlich antisemitisch ist, die freiheitlich-demokratische Grundordnung beseitigen und verfassungswidrigen Positionen zur Durchsetzung verhelfen will). Und deshalb können sich die Galionsfiguren dieser Partei wie Cem Özdemir ihre wohlfeilen Warnungen auch sonstwohin stecken, bestimmte Kräfte in der Linkspartei dürften aus seiner Sicht „nicht in die Nähe der Macht kommen“, antisemitische Vorfälle und “problematische Aussagen” seien nicht konsequent bekämpft worden und seien überdies auch keine „einzelnen Ausfälle“ gewesen, sondern genau damit habe die Linke die Wahl gewonnen, weshalb sie kein Partner sein dürften.

Wohlfeile Sonntagsreden

Das eine sagen und das genaue Gegenteil umsetzen – was das betrifft, nehmen sich Merz-CDU und Grüne inzwischen nichts mehr viel. Denn eben Özdemirs Grüne sind es nun, durch die eben diese konstitutiven bestimmten Kräfte der Linkspartei zur Macht kommen werden, denn diese wurde genau wegen dieser “problematischen Aussagen“ gewählt, wie Nachwahlbefragungen zeigen. Immerhin wies Özdemir auf die schauderhafte Doppelmoral der eigenen Partei hin: Er habe „immer gesagt, man darf es der AfD nicht durchgehen lassen, wenn sie mit Zitaten konfrontiert wird, die widerlich sind, die absolut inakzeptabel sind, dass dann immer die Aussage kommt, das sind Einzelne, das steht nicht für die Partei“. Für ihn müsse für die Linke derselbe Maßstab gelten wie bei der AfD, sagte Özdemir weiter. Doch auch diese Sonntagsreden sind irrelevant angesichts der genau gegenteiligen Handlungen seiner Partei.

An den Hut stecken können sich die Grünen auch wohlklingende Erklärungen wie die ihres Bundestagsabgeordneten Konstantin von Notz, die “Integrität staatlichen Handelns”, insbesondere der Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder, müsse gesichert bleiben und wer das nicht gewährleisten könne, dürfe keine Regierungsverantwortung übernehmen. Diese sind schlicht nicht ernstzunehmen, denn die eigenen Genossen ermöglichen exakt diese Übernahme von Regierungsverantwortung. Dass die Grünen in Berlin noch radikaler als im Rest des Landes und in ihren Positionen nichts als ein Wurmfortsatz der Linken, ist da keine Ausrede, sondern hätte erst recht Grund für die Parteiführung sein müssen, mit Grundsatzbeschlüssen die Notbremse zu ziehen. Dass dies ausblieb, beweist, dass man eben kein Problem mit der alptraumhaften Politik hat, die in Berlin nun droht.

Erosion der Abgrenzung

Dass die Erosion der Abgrenzung zur Linken für die Grünen selbst dabei ein selbstzerstörerischer Akt ist scheint sie nicht weiter zu bekümmern. Eine eigene Analyse der Partei kam zu dem Schluss, dass die Berliner Strategie des „Totkuschelns“ mit der Linken gescheitert sei und man in der Hauptstadt „kaum vom zwanzigjährigen Schrumpfen der SPD oder vom Bundestrend“ profitiere. Der Berliner Landesverband erziele „schlechtere Wahlergebnisse in Berlin als der Bundesverband“, wie ein Vergleich mit dem Ergebnis der Bundestagswahl 2025 zeige. Auch im Vergleich mit anderen Städten und Ländern bleibe man in Berlin „weit unter unserem Potenzial“. Die Antwort der Grünen auf diese Expertise: Noch mehr „Totkuscheln“, nun sogar als Koalitionspartner der Linken, wie das gestrige Betteln um möglichst schnelle Sondierungen zeigt.

Linke und Grüne zusammen haben allerdings noch keine Mehrheit; da fehlt doch noch wer? Ach ja, natürlich die SPD, die sich in besagter Aktuellen Stunde im Bundestag ebenfalls mit kernigen Parolen von der Linkspartei distanzierte und vor allem deren Antisemitismus als “unerträglich“ und “niemals hinzunehmen“ anprangerte. Heißt das, dass wenigstens sie die Machtergreifung der linksradikalen Islamo-Sozialisten verhindert? Kaum. Man kann Gift darauf nehmen, dass auch sie in ihrer Unbelehrbarkeit und Realitätsblindheit diesen Pakt mit dem noch nicht einmal als solchen empfundenen Teufel eingeht, zumal viele altlinke Nostalgiker dieser Partei wie auch ihr Antifa-Arm vor allem mit den feuchten Enteignungsphantasien der Linkspartei sympathisieren und das Konzept der Vermögenssteuer und noch mehr Umverteilung selbst befürworten. Nachdem sich bereits am Wahlabend bei Carmen Miosga die stets gutfrisierte Parteisprechpuppe Tim Klüssendorf auf die explizite Aufforderung Robin Alexanders hin geweigert hatte, eine Koalition mit den Linken in Berlin auszuschließen, ist die SPD nun offenbar bereit, ebenfalls eine solche Koalition des Grauens einzutreten.

Halluzinierten AfD-Antisemitismus verteufeln – und mit realen Antisemiten koalieren: Auch die SPD macht da mit

Dass sich Altvordere wie die beiden Ex-Regierenden Bürgermeister Michael Müller und Walter Momper in einem offenen Brief gegen eine Koalition mit der Linken aussprachen, weil offenkundig sei, dass sie sich lediglich „pro forma“ von Antisemiten distanziere und es „zu den roten Linien sozialdemokratischer Werte“ gehöre, „nicht mit Antisemiten und Terroristen gemeinsame Sache zu machen“, wird die Parteigremien ebenso wenig tangieren wie die Grünen das Moralgeplapper Özdemirs und von Notz‘, weshalb auch dieser Appell aller Voraussicht nach ungehört verhallen wird.

Der Juso-Bundesvorsitzende Philipp Türmer wirbt bereits offen für eine rot-grün-rote Koalition und ließ wissen, „die Weltuntergangsszenarien, die jetzt überall beschworen werden, wenn Rot-Grün-Rot regieren würde“, erschienen ihm „stark übertrieben“. Er glaube, diese Koalition „könnte genauso eine Chance sein“. Damit dürfte er den Berliner Genossen aus der Seele sprechen. Hochinteressant, wie nonchalant die SPD bereit ist, mit den islamistischen und islamophilen modernen Wiedergängern der SA-Schläger und KZ-Wachmannschaften, die vor 90 Jahren Juden in Deutschland schon einmal das Leben zu Hölle machten, “Chancen“ auszuloten – während sie gleichzeitig eine nach Programm und Inhalten lupenrein auf dem Boden des Grundgesetzes stehende AfD verbieten will. Die Linke, die das ganze Jahr über die Opposition auf Grund eines von vorne bis hinten erlogenen Framings als „gesichert“ extremistisch oder Nazi-Partei diffamieren, steckt voller Antisemiten, Gangster- und Hamas-Fans und schickt sich an, die deutsche Hauptstadt mit diesem Gift zu durchdringen – und ihre Steigbügelhalter zur Macht inszenieren sich als Retter der Demokratie. Sollte diese Koalition das Rote Rathaus übernehmen, wären stilechte Feierlichkeiten angebracht – vielleicht ja mit einem gemeinsamen Fackelzug von Antifa, LBGTQ-Community und Remmo-Clan durchs Brandenburger Tor.

Freitag, 25. September 2026

„Wahl-Intifada“: Ethnische Wahlen als neue Normalität

von Lukas Mihr

“Islamisierung“ der Wahlkabinen: Muslimische Wähler als zunehmend wahlentscheidende Gruppen




Am Wahlsonntag rief der Berliner Kommunalpolitiker Basem Said von der Linken zur „Wahl-Intifada“ auf. Er machte für sich und einen weiteren arabischstämmigen Kandidaten Werbung und verknüpfte dies mit einem Eintreten für Palästina. “Intifada” ist der Begriff für den Aufstand der Palästinenser gegen Israel. Der Nahostkonflikt hat es endgültig bis nach Neukölln geschafft. Auf der Wahlparty der Linken waren illustre Gäste zugegen, darunter Clanchef Issa Remmo und Ibrahim Ibrahim, ein Sympathisant der Terrorgruppe PFLP (“Volksfront zur Befreiung Palästinas”). Offiziell wollte die Linke mit Remmo nichts zu tun gehabt haben; dessen Sohn veröffentlichte daraufhin jedoch Chat-Nachrichten, die zeigen, dass er in engem Austausch mit dem Linken-Bundestagsabgeordneten der Linken Ferat Koçak steht. Ein Listenkandidat war als Anwalt für einen verdächtigen Clan-Angehörigen tätig. Oft genug hatte die Berliner Linke den Begriff „Clankriminalität“ als rassistisch verurteilt – und sich sogar gezielt zu Polizeieinsätzen gegen Clans erkundig; da Koçak Mitglied des Bundestags-Innenausschuss und somit Geheimnisträger ist, sind dies alarmierende Meldungen.

Die jüngsten Nachrichten sind eine Belastung für eine mögliche Koalition aus Linken, Grünen und SPD in der Hauptstadt. Die häufigen Vorwürfe, Israel führe einen “Genozid” gegen die Palästinenser, tun ihr Übriges. Wie nun eine Wahlauswertung zeigt, kam die Linke bei den muslimischen Wählern in Berlin auf 51 Prozent der Stimmen, das BSW auf 17 Prozent, SPD auf 11 Prozent und Grüne 3 Prozent, die AfD hingegen nur auf 4 Prozent. Alle linken Parteien zusammen kamen also auf 82 Prozent; im Gesamtergebnis aller Wähler waren es zusammengenommen 57 Prozent. Für die letzte Bundestagswahl gibt es eine Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen, in der alle relevanten Parteien vertreten sind:



Wie man sieht, tendieren Muslime stärker zu den linken Parteien. Wichtig ist hier weniger der absolute als der relative Wert; beispielsweise schnitten Linke und SPD fast gleich stark ab, in Relation ergibt sich hingegen ein anderes Bild. Denn die Linke kam verglichen mit dem Rest der Wähler auf einen mehr als dreimal so hohen Wert, die SPD hingegen nicht einmal auf das Doppelte. Auch das BSW schnitt im Vergleich zum übrigen Ergebnis überproportional ab. Aber ist dieses muslimische Wahlverhalten nur eine Momentaufnahme – oder bildet es einen breiteren Trend ab? Dafür wurde, KI-gestützt (per ChatGPT), eine größere Datenanalyse durchgeführt. Möglichst viele Studien seit dem Jahr 2000 gingen in die Untersuchung ein. Dabei ist es schon schwierig, die Gruppe der Muslime überhaupt trennscharf zu erfassen. Nicht für jede Studie liegen entsprechende Informationen vor. So kann man zwischen einem tatsächlichen Glaubensbekenntnis und einer reinen Abstammung aus dem islamischen Kulturkreis unterscheiden.

Manche Studien umfassen laut Eigenangabe explizit Muslime, andere nur türkeistämmige Wähler. Dabei kann es sich sowohl um Türken als auch um Kurden handeln. Und natürlich sind nicht alle Türken Muslime, ebenso wie nicht alle Muslime Türken sind. Zudem nahm die Zahl der Araber in Deutschland seit dem Jahr 2000 stark zu. Wieder andere Studien erfassen lediglich Angehörige einer nichtchristlichen Religion, bei denen es sich jedoch häufig um Muslime handeln dürfte (eine buddhistische Masseneinwanderung nach Deutschland gab es schließlich nicht). Darüber hinaus wurden die Studien zum Teil mit unterschiedlicher Methodik erhoben. Manchmal erfolgten sie parallel zu einer echten Wahl, manchmal handelte es sich um Telefonumfragen, manchmal um Internetumfragen. Zum Teil dürften auch Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft in die Erhebung eingegangen sein. Die Stichprobenzahl war zum Teil ausreichend groß, manchmal verschwinden klein oder wurde in einigen Fällen gar nicht angegeben. Manchmal wurde deutschlandweit befragt, manchmal nur regional.

Aufschlussreiche Netzbefragungen

Dadurch können weitere Fehlerquellen entstehen. Drei Internetumfragen des Zentralrats der Muslime (ZMD) aus dem Jahr 2002 kamen auf auffällig hohe FDP-Werte. Das Ergebnis sagt nicht allzu viel aus, weil bei einer Internetumfrage jeder abstimmen kann, unabhängig davon, ob er muslimisch ist oder nicht, und weil Mehrfachteilnahmen möglich sind. Außerdem waren die beiden wichtigsten Funktionäre des ZMD, Ayyub Axel Köhler und Aiman Mazyek, FDP-Mitglieder. Einige Umfragen wurden daher als weniger zuverlässig eingestuft als andere. Wieder andere Erhebungen geben keine einzelnen Prozentwerte für die jeweilige Partei an, sondern erlauben Mehrfachnennungen oder weisen einer Partei auf einer Skala Sympathiepunkte zu. Diese konnten daher nicht aufgenommen werden. Manchmal lag nicht die Originalstudie vor, sondern nur Medienberichte über die Studie, die nicht alle Parteien separat erfassten. Einige Studien geben auch Unentschlossene oder Nicht-Wähler an, was die Zustimmungswerte für alle Parteien erheblich senkt. Diese wurden daher herausgerechnet.

Eigentlich verbietet es sich, Umfragen, die hinsichtlich Qualität und Methodik derart stark voneinander abweichen, zu einer Meta-Umfrage zusammenzufassen. Tatsächlich war dies aber erstaunlich gut möglich, denn im Wesentlichen liegen die Resultate meist recht nah beieinander. Wie vergleicht man aber nun zum Beispiel die Werte der SPD, die zu Beginn der 2000er Jahre noch deutlich höher lagen als heute? Die Darstellung ist denkbar einfach: In einem Diagramm wurden das muslimische Wahlergebnis und das Gesamtergebnis eingetragen. Im Falle von Exit Polls bei echten Wahlen ist dies problemlos möglich. Für Umfrageergebnisse abseits eines Wahltermins ermittelte GPT einen Durchschnitt aus den jeweils aktuellsten Umfragen. In den folgenden Diagrammen gilt: Punkte oberhalb der Diagonalen zeigen, dass die jeweilige Partei unter Muslimen häufiger gewählt wird, Punkte unterhalb der Diagonalen, dass sie unter Muslimen seltener gewählt wird.



Hier zeigt sich ein sehr deutliches Muster: SPD und BSW werden deutlich häufiger von Muslimen gewählt, CDU, FDP und AfD deutlich seltener. Die wenigen Ausnahmen für CDU und SPD liegen im Bereich der statistischen Unschärfe. Für die Linke und die Grünen erkennt man zumindest auf den ersten Blick keinen klaren Trend. Das Bild wird jedoch deutlicher, wenn man sich auf die jüngere Vergangenheit konzentriert:



Über die Gründe, warum Muslime früher eher grün als links wählten und heute eher das Gegenteil tun, kann man nur spekulieren. Vor allem darf man sich nicht zu sehr auf die religiöse Komponente versteifen. Während die Grünen in den vergangenen Jahren verstärkt auf die Klimafrage setzten, betont die Linke stärker klassische Themen der Arbeiterklasse, beispielsweise niedrige Mieten. In den vergangenen Jahren sind die Grünen deutlich stärker israelsolidarisch geworden, während die Linke immer noch in weiten Teilen antizionistisch aufgestellt ist. Allerdings stehen beide Parteien der Türkei in ähnlichem Maße kritisch gegenüber. Die Linke vielleicht sogar stärker, weil sie häufig aufseiten der kurdischen PKK steht. Cem Özdemir hingegen geriet häufiger ins Visier Erdogans, da er als Türke eher als „Volksverräter“ galt und eine der treibenden Kräfte hinter der Anerkennung des Völkermords an den Armeniern im Osmanischen Reich war.

Während viele Deutschtürken noch die SPD wählten, stimmten sie parallel häufig für Erdogans AKP und eben nicht für die kemalistische CHP, das sozialdemokratische Pendant. Viele Deutschtürken ticken eben nationalistisch-konservativ statt links.

Die FDP hat es nie vermocht, in großem Maße Muslime für sich zu gewinnen, obwohl sie sich zumindest 2002 darum bemühte. Damals hatte sich Parteivize Jürgen Möllemann im Nahostkonflikt auf die Seite der Palästinenser gestellt und den Grünen-Politiker Jamal Karsli in die FDP-Fraktion aufgenommen. Er stieß damit eine wochenlange Debatte über Antisemitismus an, doch der erhoffte Wahlerfolg bei der Bundestagswahl blieb aus.

Fraternisierung mit dem Islam bekam der CDU nicht gut

Wer schon im fortgeschrittenen Alter ist, erinnert sich vielleicht noch an die Unterschriftenkampagne des hessischen CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch, der Stimmung gegen die Reform des Staatsbürgerschaftsgesetzes machte. Es gab aber bereits damals gegenteilige Auffassungen. Zum Beispiel 1998 bei CDU-Bundessozialminister Norbert Blüm: „Ein frommer Muslim in der Moschee ist mir lieber als ein besoffener Atheist im Freudenhaus.“ CDU-Ministerpräsident Günther Oettinger meinte 2006, Muslime seien ihm „lieber als Scientologen oder Atheisten“. Und Manfred Weber von der CSU betonte 2010, ihm seien „als Christ Moslems, die einen Glauben haben, die einen Bezug zu Gott haben, […] lieber als viele Atheisten“. Martin Hohmann, damals noch für die CDU im Bundestag, später dann für die AfD, gab in einer Debatte über die Homo-Ehe im Jahr 2000 zu Protokoll, „dass in den Offenbarungsschriften aller drei großen monotheistischen Weltreligionen ein klares Unwerturteil über Homosexualität ausgesprochen wird“.

Selbst solche Verbrüderungen und Angela Merkels Haltung in der Flüchtlingskrise 2015 konnten sich aber nicht langfristig positiv für die Union auswirken. In der AfD ist es vor allem Maximilian Krah, der schon die Taliban für ihre Anti-Woke-Politik lobte, eine Abkehr vom Remigrationskurs fordert und den Islam als Partner gegen die linke Vorherrschaft gewinnen will. Mal abgesehen davon, dass man über dieses Bündnis vortrefflich streiten kann, erscheint es auch nicht besonders realistisch; das, woran schon CDU und FDP gescheitert sind, dürfte der AfD erst recht nicht gelingen.

Muslimisches Wählerpotenzial könnte schneller wachsen als gedacht

Eine große Lücke enthalten die oben zitierten Studien allerdings: Aus ihnen lässt sich kaum ableiten, wie hoch die Wahlbeteiligung muslimischer Wähler ist. Diese sind häufig politisch schlechter informiert als Deutsche und gehen seltener zur Wahl. Das allerdings könnte sich bald ändern. Wenn die Linke deutlich stärker als bisher die Palästina-Karte spielt, könnte sie nicht nur mehr Wähler für sich gewinnen, sondern auch die Wahlbeteiligung als solche erhöhen. Erst recht, wenn entsprechende Entscheidungen getroffen werden und Muslime langsam bemerken, doch eine Einflussmöglichkeit zu haben. Das muslimische Wählerpotenzial könnte also schneller wachsen als gedacht, denn drei potenzielle Faktoren sind denkbar:
  1. Die Zahl der Muslime steigt.
  2. Die Zahl der Einbürgerungen steigt.
  3. Die Wahlbeteiligung unter Muslimen steigt.
Bis dadurch eine ganze Bundestagswahl gekippt werden kann, dürfte noch einige Zeit vergehen. Aber Berlin macht es vor, und die Hansestädte Bremen und Hamburg könnten bald folgen. Blickt man nur weit genug in die Zukunft, werden auch ganz neue Szenarien denkbar: Zum Beispiel ein Europa, das eben nicht mehr an der Seite Israels steht.

Gerade die sehr niedrigen Werte der AfD unter Muslimen haben im linken Lager Aufmerksamkeit erregt. Der (vorgebliche) Journalist Fabian Goldmann tweetete beispielsweise 2019: “Wer den Rechtsruck bekämpfen will, muss die Grenzen öffnen. Islamisierung gegen rechts. Ausländer rein gegen die AfD.”

“Es fühlt sich wie Verrat an”

In Frankreich hat sich mittlerweile das Schlagwort „Islamo-Gauchismus“ etabliert, um eine Allianz zwischen der politischen Linken und dem Islam zu beschreiben. Der Autor Michel Houellebecq trieb dieses Motiv in seinem Roman “Unterwerfung” auf die Spitze: Darin bilden die Parteien eine Koalition mit der Muslimbruderschaft, um Marine Le Pen als Präsidentin zu verhindern, und verwandeln Frankreich nach und nach in einen Gottesstaat. Spätestens wenn dies konkret wird, dürften die Linken jedoch langsam aufwachen. Im Iran verbündeten sich Kommunisten und Mullahs, um die verhasste Schah-Dynastie zu stürzen; doch die Freude währte nur kurz: Der Iran wandelte sich schnell zu einem Gottesstaat, und die Kommunisten landeten bald darauf im Gefängnis.

Einige Stufen kleiner hat sich das ähnliche Schauspiel bereits wiederholt – nämlich in Hamtramck im US-Bundesstaat Michigan: Dort gibt es eine große Einwanderercommunity aus dem Jemen und Bangladesch. Mittlerweile dominieren Muslime den Stadtrat. 2023 beschloss diese Mehrheit, die Pride-Flagge nicht mehr an öffentlichen Gebäuden zu hissen. 2015 stellte sich Bürgermeisterin Karen Majewski während des Präsidentschaftswahlkampfs – den Trump schließlich für sich entscheiden sollte –, noch vor die muslimische Gemeinde; als die Entscheidung bezüglich der Pride-Flagge getroffen wurde, war sie nicht mehr im Amt. Sie zeigte sich jedoch schockiert: “Es fühlt sich wie Verrat an. Wir haben euch unterstützt, als ihr bedroht wurdet. Aber jetzt sind unsere Rechte bedroht, und ihr seid diejenigen, die uns bedrohen.”


Donnerstag, 24. September 2026

Annalena allein in New York: „Ich muss mir die Stadt erst noch 360 Grad anzucken“

von Bernd Volkmer

Weltbürgerin auf feministischem Glatteis: Annalena Baerbock



New York City: Die Lichter des Times Square spiegeln sich in den Augen von Annalena Baerbock, während sie mit geweiteten Pupillen und einer gigantischen Manhattan-Karte mitten auf der 5th Avenue steht. Ihr UN-Sitzungsleiterjob (von dem sie vermutlich bis heute meint, sie sei “Präsidentin von die Welt“ gewesen) ist Geschichte; die gepackten Diplomatenkoffer sind irgendwo im Flughafenterminal verschollen. Doch die Ex-Außenministerin blickt unverdrossen gen Himmel. „New York tut mir saugut“, ruft sie gegen das Hupen eines Gelben Taxis an, während sie sich einen überdimensionalen Handschuh mit der Freiheitsstatue überstreift. „Das ist ja hier im Grunde wie Völkerrecht, nur mit mehr Wolkenkratzern und deutlich besserem Bagel-Angebot.“

Es könnte glatt als Fortsetzung von “Kevin – Allein in New York” durchgehen, mit diesem verhinderten Trampolinchampion mit Wortfindungsstörungen in der Hauptrolle. Denn statt zurück ins beschauliche Potsdam ging es für die Völkerrechtlerin direkt in eine sündhaft teure Wohnung in Manhattan. Anthony Blinken gefällt das.

Die Festung: Home Alone im Big Apple

Gerüchte machen sich breit: Schon am ersten Tag soll sie den Flur als „geopolitische Unruhezone“ eingestuft haben. Nachdem sie zwei verdächtig aussehende Handwerker im Treppenhaus gesichtet hatte – von Baerbock unverzüglich als die berüchtigten „Klebrigen Banditen“ identifiziert –, verwandelte sie ihr Appartement in eine hocheffiziente Abwehrfestung nach den strengsten Richtlinien der feministischen Sicherheitspolitik. Wer uneingeladen durch die Flurtür einbricht, rutscht nicht etwa auf einfachen Glasmurmeln aus; Baerbock hat den Parkettboden präzise mit glitschigem Bio-Lippenstift der Nuance „Feminist Red“ eingeseift, kombiniert mit einer heimtückischen Dosis fair gehandeltem Kokosöl. „Auf diplomatischem Glatteis ist jeden Agressator sofort dreheskaliert“, kommentiert sie stolz.

Über dem Türrahmen baumelt an einem dünnen Strick kein Farbeimer, sondern ein tonnenschwerer, in Leder gebundener Erstband des Genfer Abkommens. Sollte ein Einbrecher die Tür aufstoßen, löst er einen Zugmechanismus aus, der den Wälzer im wuchtigen Pendelverfahren direkt auf den Kopf des Eindringlings befördert. „Das ist das sogenannte völkerrechtliche feministische Mandrat“, erklärt Baerbock trocken.

Zugang zum Fenster aufgerüstet

Auch der Zugang über die Fenster ist unmöglich. Ein an der Decke montiertes Dampfbügeleisen pendelt im Notfall im 360-Grad-Winkel durch das Wohnzimmer, um etwaige Fassadenkletterer rhetorisch wie physisch glattzubügeln. Direkt auf dem Fensterbrett liegen hunderte scharfe und spitze Kobold-Miniaturfiguren verstreut. „Wer hier ohne festes Schruhwerk einsteigt, lernt die planetaren Karenzen des Schmerzes kennen“, warnt sie. Sollte die Alarmanlage anspringen, dröhnt kein schriller Sirenenton durch das Gebäude, sondern eine Dauerschleife ihrer Reden über feministische Außenpolitik mit 90 Dezibel Lautstärke, tösend wie ein Rasenmäher und noch in hunderttausende Kilometer entfernten Ländern zu hören.

Tests haben gezeigt, dass potenzielle Einbrecher spätestens nach einer Minute freiwillig die Polizei rufen, um die dekonstruktive Rhetorik zu stoppen. „Man muss New York einfach um 360 Grad sicheln“, resümiert Baerbock, während sie vorsichtig über ihre eigenen Kokosöl-Barrikaden balanciert. „Wenn der Vermieter die Klaution wegen der Umbaumaßnahmen nicht freiwillig wieder rausrückt, ist das ein klarer Verstoß gegen die feministische Mietpreisbremse. Da fahre ich dann eine glasklare Grante.“

Columbia University: Vorlesungen im 360-Grad-Winkel

Lange Auszeiten kennt Annalena trotz des Unzugsstresses nicht. Ein Leere-Syndrom nach dem UN-Parkett? Fehlanzeige. Die Ivy-League-Schmiede der Columbia University hat die deutsche Polit-Ikone bereits für erste Gastvorlesungen verpflichtet. Der Titel des Auftaktseminars: „Von Kobolden und Taktiken der 360°-Wende: Wie man geopolitische Stolperfallen rhetorisch mit Anlauf durchbricht“. In der Mensa wurde anschließend stilecht “Bacon of Hope“ serviert, Speck der Hoffnung. Die Studierenden zeigen sich gespannt. „Wir hoffen vor allem auf Praxisbeispiele“, sagt ein Student aus dem dritten Semester. „Besonders interessiert uns die mathematische Herleitung der 360-Grad-Wende in der internationalen Krisenintervention.“

Bis zum Vorlesungsbeginn nutzt Baerbock die freie Zeit für die Erkundung von New York. Beobachter sahen sie zuletzt im Central Park, wie sie Tauben mit Bio-Haferflocken fütterte und ihnen dabei die Grundzüge der feministischen Außenpolitik erläuterte. Ein zurückgebliebener Koffer im Plaza Hotel? Ein verlorenes Ticket zurück nach Berlin? Baerbock winkt ab, zieht die Mütze tief ins Gesicht und lächelt verschmitzt in die Kamera eines vorbeifahrenden Paparazzo: „Ich bin zwar allein in New York – aber die Welt ist schließlich rund. Und wenn man lange genug geradeaus geht, landet man am Ende immer genau da, wo man die Fäden wieder in der Hand hält.“