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Samstag, 14. Februar 2026

An der (authentischen!) Seite Israels

von Christian Hamann

Zerstörungen in Gaza-Stadt: Kontraproduktive Effekte



Kein Land der Welt war jemals so sehr systematischer Diskriminierung durch die UN sowie verleumderischer Hetze durch Medien und NGOs ausgesetzt wie Israel. Diese Agitation hat sich seit dem Beginn des Gaza-Krieges am 7. Oktober 2023 nochmals gesteigert. In den drei vorausgegangenen Nahostkriegen von 1956, 1967 und 1973 waren Israels Streitkräfte in der Lage, die Kämpfe innerhalb kurzer Zeit gegen eine zahlenmäßige Übermacht von mehreren arabischen Staaten siegreich abzuschließen. Dagegen jagen sie jetzt schon seit über zwei Jahren einem solchen Abschluss alleine gegen die Terrorgruppe Hamas vergeblich nach. Die deutliche Verschlechterung der Lage für Israel liegt jedoch nicht an einer Verschiebung der militärischen Kräfteverhältnisse, sondern an der Art, wie mit diesen Kräften umgegangen wird.

Es handelt sich um eine kontraproduktive “Strategie” der Kriegsführung, eine, die sich im US-Militär und generell im Westen während der 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt hat. Diese nahm, angefangen mit dem Koreakrieg (1950-1953), zunehmend selbstzerstörerische Züge an. Die Charakteristika bestanden in der oft falschen Etikettierung als “Demokratieverteidigung”, in einer Bewaffnung vermeintlich prowestlicher Kämpfer mit nachfolgender Proliferation dieser Waffen in gegnerische Hände (Beispiele Mudschahedin in Afghanistan der 1980er Jahre oder im Irak mit nachfolgendem Erstarken des IS), sowie in einer empathiefreien, jede Solidarität erstickenden Behandlung der Zivilbevölkerung. Hinzu trat eine unübersehbare Tendenz zu einer absurden Verschleppung der Kampfhandlungen.

Überproportional harte Reaktionen

Das Virus der selbstzerstörerisch hinausgezögerten Kriegsführung hat Israel nach den USA und ihren NATO-Partnern erst mit großer Zeitverzögerung erreicht – in einer inzwischen sozusagen “weiterentwickelten” Variante: Diese Mutante heißt Dahiya-Doktrin. Über diese Anti-Strategie ist die israelische Zivilbevölkerung aufgrund der üblichen lückenhaften Berichterstattung der Mainstream-Medien nur sehr unzureichend informiert. Zwar stoßen die Bürger gelegentlich auf den Begriff Dahiya-Doktrin, verbinden ihn aber lediglich mit dem Motto, dass im Falle eines Angriffs überproportional hart zurückgeschlagen wird. Dies allein würde eine bewährte Strategie im Sinne Niccolo Machiavellis repräsentieren, der zufolge ein Gegner mit kurzen, harten und entscheidenden Schlägen zur Kapitulation gebracht wird.

Gegen feindliche Kämpfer funktioniert diese Strategie perfekt – wie Israel in den Kriegen von 1967 und 1973 bewiesen hat. Nach dieser den meisten Israelis nicht bewussten Antistrategie werden zivile Infrastruktur und Wohnhäuser gezielt zerstört. Angeblich soll die dadurch leidende Zivilbevölkerung emotional gegen ihre Anführer aufgebracht werden, im Gazastreifen also die Hamas. Dieser “Strategie” fehlt jede psychologische Grundlage. Ganz im Gegenteil wird der in Kriegszeiten ohnehin präsente Effekt eines verstärkten Zusammenhalts („rally around the flag“) durch feindliche Brutalität weiter intensiviert. Die Dahiya-Doktrin hat auf diese Weise die Abkehr der palästinensischen Zivilisten von der Hamas-Führung nicht herbeigeführt, sondern verhindert. Denn diese wäre dadurch zustande gekommen, dass die Terroristen ihre Gefechtspositionen regelmäßig in Wohngebieten und sogar Schulen und Krankenhäusern eingerichtet haben.

Militärischer Erfolg gegen Terroristen nahezu unmöglich

Das ganze Ausmaß der Kontraproduktivität der Dahiya-Doktrin wird erkennbar, wenn man sie als faktische Beihilfe zur Medienpropaganda gegen Israel betrachtet. Zu dieser Hetze liefert die israelische Führung mit der überwiegend militärisch sinnlosen Verwüstung des Gazastreifens leider das Bildmaterial. Während die Gebäudeschäden den Islamisten egal sind, weil internationale Organisationen für den Wiederaufbau sorgen werden, bringt sie die vorläufige Unbewohnbarkeit des Gebiets einem geostrategischen Hauptziel näher. Dieses besteht in der Islamisierung der westlichen Welt durch Ströme entwurzelter Flüchtlinge. Diese Strategie funktioniert seit dem Libanesischen Bürgerkrieg (1975-1990), als prizipienvergessene europäische Politiker damit anfingen, nicht nur tatsächlich verfolgte Christen, sondern auch Moslems aufzunehmen.

Hingegen sind die “Genozid”-Vorwürfe gegen Israel absurd, unter anderem schon deshalb, weil die israelischen Streitkräfte ihre Angriffe generell im Voraus ankündigen. Die Warnungen erlauben es jedoch den gut informierten Hamas-Kämpfern noch eher als den Zivilisten, sich in Sicherheit zu bringen. Damit wird ein militärischer Erfolg gegen die Terroristen nahezu unmöglich. Zweitens führen die unvermeidbaren kollateralen Zivilopfer zu einem Imageverlust Israels und einer weltweiten Emotionalisierung gegen Juden. Ohne gründliche Kurskorrektur minimieren die Entwicklungen die Überlebenschancen der authentischen zionistischen Idee und Israels. Namentlich über Islamisierungseffekte der Flüchtlingsbewegungen sind auch alle westlichen Nationen und ihr freiheitliches Gesellschaftskonzept bedroht.

Sofortige Aufgabe der suizidalen Dahiya-Doktrin nötig

Kurskorrektur bedeutet die Infragestellung und Ablösung der gegenwärtig den Westen beherrschenden “Political Correctness” – also jener unsäglichen Pseudophilosophie, die gleichermaßen das feige Appeasement wie den zur stumpfsinnig-suizidalen Dahiya-Doktrin gesteigerten Neocon-Militarismus geboren und kultiviert hat. Ein Blick auf die politische Großwetterlage zeigt, dass es für diese Kurskorrektur keinen besser geeigneten Zeitpunkt gibt als jetzt. Eine amerikanische Armada ist auf dem Weg zum Persischen Golf. Der militärische Druck kann Verhandlungslösungen hervorbringen. Ebenso kann es zu einer sauberen, Zivilopfer und große Gefechte meidenden Befreiung der iranischen Nation von 47 Jahren Ayatollah-Diktatur kommen.

Wird jedoch versäumt, aus 80 Jahren kontraproduktiver britisch-amerikanischer Militärinterventionen zu lernen, ist eine Wiederholung und abermalige Steigerung dieser Katastrophen unausweichlich. Die ganz große Eskalation droht besonders dann, wenn es die israelische Politik versäumen sollte, die Dahiya-Doktrin unverzüglich als Suizidprogramm zu identifizieren und durch eine Ideologie der Befreiung der gegnerischen Zivilbevölkerung von ihren autokratischen Führern zu ersetzen. Ohne die allergrößte Umsichtigkeit würde sich der inzwischen auf kleinerer Flamme weiter köchelnde Gazakrieg als die Generalprobe für ungleich Schlimmeres im Iran und Israel erweisen. Die Umsichtigkeit hat die mögliche Bereitstellung von Atomwaffen durch Nordkorea zu berücksichtigen. Dasselbe gilt auch für die die realen Großmachtperspektiven der Türkei, auf deren Verwirklichung Erdogan drängt.


Mittwoch, 11. Februar 2026

Investigativ: „Israel hat 3000 Palästinenser verdampft!“

Wann immer man Bilder einer Detonation im Gazastreifen sieht, sollte man sich fragen, warum genau in dem Moment eine Kamera darauf gerichtet war. Einschlag neben dem Mushtaha Tower, 05.09.2025

Al Jazeera behauptet gestern in einem Beitrag, Israel habe Waffen im Gazastreifen eingesetzt, die fast 3000 Palästinenser „verdampft“ hätten. Was schon absurd erscheint, wird bei genauerer Betrachtung zu einer an den Haaren herbeigezogenen, bewussten Propaganda-Lüge.

Es gibt zwei wiederkehrende, antisemitische, historische Erzählungen, die grob unterschieden werden.
Zum ersten die so genannte Brunnenvergiftung. Diese kam während der Pest im 14. Jahrhundert vor allem im süddeutschen Raum und der Schweiz auf. Damit machte man Juden für die Pest verantwortlich.
Zum zweiten die Ritualmordlegende, vor allem von William of Norwich. Verbreitet wurde das bereits ab 1144 vor allem durch den Mönch Thomas von Monmouth. Juden hätten den jungen William entführt und in einem Ritual getötet.
Beide Muster finden sich seitdem immer wieder in den meisten solcher Erzählungen.

Dass Juden Menschen verdampfen, darauf ist noch niemand gekommen.

Die arabische Nachrichtenplattform Al Jazeera aus Katar hat gestern einen Beitrag veröffentlicht unter dem Titel „Israel setzte im Gazastreifen Waffen ein, die Tausende von Palästinensern verdampfen.“
Als Redakteur ist ein Mohammad Mansour angegeben. Veröffentlicht wurde der Beitrag auf der als vergleichsweise harmlos geltenden englischsprachigen Plattform.

Screenshot des Beitrags

Ich werde den Artikel auszugsweise chronologisch durchgehen. Um zu zeigen, wie mehr oder weniger geschickt hier eine Propagandalegende erschaffen wird.
Vor allem aber, weil ich dadurch davon abgehalten werde, wegen angewiderter Überforderung in Lakonie und Satire zu verfallen. Was wirklich unglaublich anstrengend ist.

Die Thermik

Im Vorspann (Teaser) des Beitrags steckt schon ganz viel drin:

„Eine Ermittlung von Al Jazeera enthüllt, wie von den USA gelieferte thermische und thermobarische Munition, die bei 3.500 °C brennt, von fast 3.000 Palästinensern keine Spuren hinterlassen hat.“

Verwendet wird der Begriff „investigation“, was mehr als nur eine reine Recherche ist. Das Wort ist nicht zufällig mit dem deutschen „investigativ“ verwandt.
Wie wir sehen werden, ist absolut gar nichts an diesem Beitrag investigativ. Er beruht ausschließlich und direkt auf Behauptungen der Hamas. Inklusive unverhohlen angegebener Quellen. Da wurde nichts „ermittelt“ oder „untersucht“.

Das nächste ist die Behauptung, Israel habe „thermische und thermobarische“ Waffen verwendet.
Der Begriff „thermische“ Waffen ist nicht klar umrissen. Das sind – eher unfachlich – alle Waffen, die vor allem durch Hitze wirken. Das im Vietnamkrieg eingesetzte Napalm war eine solche Waffe.
Solche Waffen sind umstritten, aber nicht verboten. Da sie einen militärischen Nutzen haben, dadurch können beispielsweise Flugabwehrstellungen zerstört werden. (Radars, Generatoren)
Mir sind zwei Fälle bekannt, in denen Israel tatsächlich weißen Phosphor eingesetzt hat. Aber gegen Stellungen an der Grenze zum Libanon, entfernt von möglichen zivilen Kollateralschäden. Gegen eben solche Flugabwehrstellungen.

Thermobarische Waffen wirken etwas anders. Sie sind darauf ausgelegt, bei einer Detonation einen so großen „Feuerball“ zu verursachen, dass dieser eine große Druckwelle entwickelt und der Umgebung sofort sämtlichen Sauerstoff entzieht.
Solche Waffen sind vor allem dafür geeignet, gegen weitläufige Bunkeranlagen eingesetzt zu werden. Im offenen Gelände erreichen sie nicht ihre volle Wirkung. Um diese Waffen wird es in dem Beitrag vor allem gehen.

Israel besitzt keine thermobarische Waffen.

Russland setzt thermobarische Waffen in der Ukraine ein.
Und dort wird wenig über sie berichtet. Höchstens wenn sie zerstört werden. Was ahnen lässt, dass sie auch nicht so viel grausamer sind, als alle anderen Waffen auch.

Ein russischer „schwerer Flammenwerfer“ TOS-1 Buratino in der Ukraine, wegen seiner Silhouette „Pinocchio“ genannt.

Ein wenig Füsik

Kommen wir zu dem unappetitlichen Effekt des Verdampfens. Der eigentlich nur unappetitlich in unserer Vorstellung ist. Würde ein Mensch tatsächlich verdampft werden, wäre das ein sehr schneller und schmerzloser Tod.

Beim Abwurf der Atombomben auf Japan wurden Menschen verdampft. Von ihnen blieben nur Schatten auf dem Boden. Das gibt vielleicht einen Hinweis darauf, welche Energie herrschen muss.
In der Detonation selber herrschten mehrere Millionen Grad Celsius. Die Bomben wurden in 500m bzw. 600m Höhe gezündet. Am Boden herrschten zwischen 3000°C und 4000°C. Dort, wo die Menschen verdampft sind, eher 8000°C. Im Hypozentrum, dem Ground Zero.
Das sind Annäherungswerte und vermutlich zu niedrig angesetzt.

In einem Krematorium herrschen etwa 1000 bis 1200 °C. Einen menschlichen Körper auch nur einzuäschern dauert etwa eine Stunde. Wobei die Verbrennung dann noch zwei bis drei Stunden weiterläuft. Und selbst dann bleiben noch Knochenfragmente.

Eine thermobarische Waffe erreicht zwar Temperaturen von den hier angegebenen 3500°C. Aber nur im Kern des „Feuerballs“. Die eigentliche Wirkung findet außerhalb statt, durch den Druck und den Sauerstoffentzug („Vakuum-Waffen“).

Übung Caucasus 2016: Eine thermobarische Artilleriewaffe wird getestet. Die dunklen Streifen zeigen den eigentlichen Wirkungsradius, dort findet die Druckwelle statt. 09.09.2016

Selbst wenn Israel solche Waffensysteme hätte, wäre die Aussage, dass 3000 Menschen durch sie verdampft worden wären, schlicht Unfug.

Der Luftschlag gegen die Schule

Der Beitrag beginnt mit einem üblichen, journalistischen Mittel: Dem Mann von der Straße.
Persönliches zu berichten oder Stimmen einzufangen dient dazu, einen Beitrag persönlicher zu machen und zu emotionalisieren.

Mohammad Mansour schildert, wie eine Yasmin Mahani am 10. August 2024 durch die Trümmer der Tabahin-Schule gelaufen ist und ihren Sohn Saad gesucht hat.

„Ich betrat die Moschee und fand mich inmitten von Fleisch und Blut wieder. Wir fanden nichts von Saad. Nicht einmal einen Leichnam, den wir hätten begraben können.“

Wenn die Menschen verdampft worden sind, warum sollte Yasmin Mahani dann in Fleisch und sogar Blut treten? Blut wäre schon weit unterhalb der angegebenen 3500°C verdampft.

Tatsächlich habe ich damals genau diesen Angriff auf diese Schule und die Berichterstattung ausführlich ausgewertet.
Dabei wurde keine thermobarische, geschweige denn thermische Waffe eingesetzt. Sondern von außen wurde eine eher kleine Rakete in einen Teil der angeschlossenen Moschee gefeuert. Vermutlich eine GBU-39. Die ziemlich genau diesen Teil herausfräste. Weil sich laut IDF genau da eine Kommandostruktur der Hamas befand – sehr glaubwürdig. Israel hätte auch das ganze Gebäude mit einem oder zwei 4000-Pfünder einebnen können.
Nicht nur der Turm der Moschee stand noch. Auf den Balkonen des Innenhofs hing noch die Wäsche zum Trocknen.
Meine erste Frage wäre doch eher, was Saad Mahani denn so beruflich gemacht hat.

Diese Geschichte steht also in keinem Zusammenhang mit dem eigentlichen Inhalt des Artikels. Es wird einfach nur irgendeine alte Geschichte eingeflochten, aus einem kürzlich gegebenen Interview übernommen, bei der eine Frau ihren Sohn nicht finden konnte. Es wird der Eindruck vermittelt, dort seien Menschen verdampft worden, ohne das so auszusprechen.

Quelle: Hamas

„Laut einer Recherche von Al Jazeera Arabic […] haben Zivilschutzteams im Gazastreifen 2.842 Palästinenser dokumentiert, die seit Kriegsbeginn im Oktober 2023 »verschwunden« sind.“

Da ist sie wieder, die „Investigation“.
Da wurde gar nichts geprüft oder nachgeforscht. Es wurden schlicht die Zahlen des Zivilschutzes übernommen. Und der gehört zur Hamas.

„Experten und Zeugen führten dieses Phänomen auf Israels systematischen Einsatz international verbotener thermischer und thermobarischer Waffen zurück, die oft als Vakuum- oder Aerosolbomben bezeichnet werden.“

Ich bezweifle, dass Zeugen eine thermobarische von einer normalen Detonation unterscheiden können. Ganz abgesehen davon, dass man in dem Moment als Augenzeuge sicher andere Sorgen hat. Die behaupteten Experten werden selbstverständlich nicht genannt.
Noch absurder wird die Behauptung, diese Waffen seien verboten. Sie sind es nicht.

Im Weiteren wird eine konkrete Quelle genannt: Der Sprecher des Zivilschutzes Mahmoud Basal.
2025 hat die IDF veröffentlicht, dass Mahmoud Basal Mitglied der Hamas ist. Der Posten des Sprechers ist lediglich ein Deckmantel, um Äußerungen seriöser erscheinen zu lassen.
Mahmoud Zabar Tafesh Bassal ist Mitglied der Brigade „Gaza City“. Und darin - noch genauer - Mitglied des Zeitoun-Bataillons.

Screenshot: Veröffentlichungen der IDF (Auszüge) zur Identität Basals mit palästinensischen Dokumenten.

„Die Untersuchung [„investigation“] legte detailliert dar, wie bestimmte chemische Zusammensetzungen in israelischer Munition menschliche Körper innerhalb von Sekunden in Asche verwandeln.“

Ah, plötzlich geht es darum, in Asche zu verwandeln. Nicht darum, zu verdampfen. Immer noch unrealistisch, aber ein Unterschied von mehreren tausend Grad.
Zitiert wird ein russischer Militär-Experte namens Vasily Fatigarov, der Thermobarik erklärt. Allerdings wird nicht klar, ob der ehemalige Offizier, der sich einige Male sehr linientreu zum Ukrainekrieg geäußert hat, überhaupt mit Al Jazeera gesprochen hat.

Normale Bomben

Und dann wird ein Bogen zu Mk84 und anderen Bomben gespannt. Eingeleitet durch folgende Grafik:

Das Problem daran ist, dass die Mk84 die Standard-Bombe der USA und Israels ist. Es ist keine thermobarische Waffe.

Den hier zitierten Angriff habe ich damals nicht ausgewertet. Wenige Tage später fand die Pager-Operation im Libanon statt.
Aber alleine anhand des Bildes sieht man sehr leicht, dass hier Bunkerbrecher eingesetzt wurden. Die auch etwas getroffen haben. Keine Verbrennungen an der Oberfläche, keine Trümmer, nachgerutschtes Erdreich, Menschen, die doof vor einem Loch herumstehen: genau so sieht es aus, wenn darunter ein Tunnel oder Bunker kollabiert.

Aufgrund eines Videos der IDF habe ich den Luftschlag wenige Monate zuvor gegen den Bunker ausgewertet, in dem die Nummer Zwei der Hamas Mohammed Deif hockte. Ebenfalls in dem Jahr, ebenfalls bei Chan Yunis. Und ich konnte zeigen, dass selbst einfachste Zelte kaum 20 Meter von der Detonation entfernt keinen Schaden genommen haben.
Die bei diesem Foto hier von der Hamas gemeldeten ausgelöschten Familien halte ich für mehr als unwahrscheinlich. Außer, sie haben in dem Hamas-Bunker gehockt.

Die Mk84 sind zwar keine Bunkerbrecher. Sie können aber mit einem Verzögerungszünder als solche eingesetzt werden. Gegen leicht gebunkerte Ziele. Ich würde aber erstmal davon ausgehen, die IDF sind hier auf Nummer sicher gegangen und haben eine andere Waffe eingesetzt. Mehrere davon.

Und nochmal Hamas

Anschließend erklärt auch Munir al-Bursh noch die Funktionsweise von solcher „extremen Hitze“. Und damit wird sehr viel klar.
Bursh ist der Direktor des Gesundheitsministeriums des Gazastreifens. Und damit einer der hochrangigsten Vertreter der Hamas, die noch am Leben sein dürften.

Munir al-Bursh, Direktor des Gesundheitsministeriums der Hamas, bei einer Pressekonferenz.

Anschließend werden noch verschiedene Bomben der IDF erklärt und gezeigt. Die selbstverständlich alle nichts mit thermobarischen Waffen zu tun haben.

„GBU-39: Diese Präzisionsgleitbombe wurde beim Anschlag auf die al-Tabin-Schule eingesetzt.“

Danke für die Bestätigung. Habe ich ja schon damals drauf getippt.

„Basal vom Zivilschutz bestätigte den Fund von Fragmenten der Flügel der GBU-39 an Orten, an denen Leichen verschwunden waren.“

Dann wurden sie wohl weggezaubert. Oder sie wurden tatsächlich sehr exakt getroffen und zerrissen.
Denn – festhalten – die GBU-39 sind die kleinsten dieser Bomben. Sie wird auch als „SDB“ bezeichnet, Small Diameter Bomb. Also eine Bombe mit außergewöhnlich kleinem Wirkungsradius.
Die GBU-39 hat 250 Pfund, die Standard-Bombe Mk84 2000 Pfund. Merkste selber, oder?

Frau Buttu und der internationale Genozid

Natürlich ist das noch nicht genug Drama. Also wird ein „internationaler Genozid“ konstruiert. Da die Waffen ja in den USA und Europa gefertigt würden.
Nur am Rande: Alle diese Bomben werden in den USA hergestellt. Die genannten GBU-39 und die JDAM-Nachrüstsätze übrigens von Boeing, mit deren Passagiermaschinen auch die Fluggesellschaften von Katar bis Saudi-Arabien ausgestattet sind.

„»Dies ist ein globaler Völkermord, nicht nur ein israelischer«, sagte die Anwältin Diana Buttu, Dozentin an der Georgetown University in Katar.“

Frau Buttu ist eine derart schillernde Person, dass man sie kurz vorstellen sollte.
Buttu ist eine kanadisch-palästinensische Anwältin, die zunächst Abschlüsse in „Middle East and Islamic Studies“ in Toronto erworben hat. Danach besuchte sie u.a. die Stanford Law School und die Northwestern in den USA.

Während der zweiten Intifada, bei der es zu über 20.000 Anschlägen und u.a. 138 Selbstmordanschlägen kam, wurde Buttu Sprecherin einer Einheit für Verhandlungen der PLO.
2013 und 2014 unterrichtete sie an der Harvard einen Kurs unter dem Titel – kein Scherz jetzt – „Negotiations Skills: Strategies for Increased Effectiveness“ (etwa: „Verhandlungsgeschick: Strategien für mehr Effektivität“) Die wissenschaftliche Freiheit gilt in Harvard wohl auch für Menschen, die völlig offen für Terroristen gearbeitet haben. Lernen von der PLO, wie man besser verhandelt. Kannst’e dir nich ausdenken.

Im letzten Abschnitt des Beitrags von Al Jazeera wird noch darauf eingegangen, dass das internationale Rechtssystem zusammenbräche. Ich erspare mir, auch darauf noch einzugehen.

Fazit

Was hier getan wird, ist typischer Propaganda-Journalismus.

Es wird eine hanebüchene Aussage einer Quelle genommen und darum der Eindruck einer sensationellen Neuigkeit aufgrund von investiven Recherchen aufgebaut.

Tatsächlich belegen diese Untersuchungen aber nichts. Das können sie auch nicht, weil Israel keine konventionellen Waffen besitzt, die Menschen „verdampfen“ können. Tatsächlich können auch die angesprochenen thermobarischen Waffen das nicht. Die Israel aber auch nicht besitzt.
(Zumindest ist mir keine solche Waffe auch nur in der Theorie bekannt.)
Die einzig denkbare Waffe, die so etwas kann, wäre eine Atombombe.

Also wird ein Bogen geschlagen zu normalen Bomben. Und der Eindruck erweckt, zum Teil angedeutet, diese Waffen könnten das.
Aus militärischer Sicht am witzigsten: Die kleinste Bombe wird als eine solche Waffe erzählt.
Als Beleg dafür werden hochrangige Mitglieder der Hamas zitiert. Die außerhalb der palästinensischen Autonomiegebiete und entsprechender Medien aber kaum jemand als solche erkennen dürfte.

Die von Al Jazeera gepostete Kachel, die inzwischen herumgereicht wird. Was die Agentur Reuters damit zu tun hat, erschließt sich allerdings nicht.

Das alles dient nur als Aufhänger für das erst am Ende verbreitete Narrativ: Es ist ein Genozid, bei dem sogar Menschen verdampft werden. Und es ist ein internationaler Genozid, bei dem alle, die Israel etwas liefern, eine Mitschuld tragen.
Extra erwähnt wird auch Europa. Mir ist derzeit keine einzige Bombe bekannt, die ein europäisches Land an Israel liefern würde.

Ihr habt keine Ahnung, wie anstrengen es war, ernst zu bleiben.

Sonntag, 8. Februar 2026

Angriffe der IDF - Der angebliche Waffenstillstand

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Das Narrativ ist sehr einfach: Es gibt einen Waffenstillstand. Und die IDF (Israel Defense Forces) greifen trotzdem weiterhin willkürlich die Palästinenser an.
Das wird so nicht nur durch irgendwelche Propagandisten verkauft, sondern auch durch Prominente, wie die UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese und (zumeist linksradikalen) Politikern.
Ein Realitätsabgleich.

Zunächst wurde das Narrativ etabliert, es gäbe einen Waffenstillstand. Das ist falsch! Schlicht und ergreifend.
Es ist nach wie vor Krieg.

Ein Waffenstillstand ist das Ergebnis von Verhandlungen, die die Beendigung der Kämpfe besiegeln. Üblicherweise durch einen unterzeichneten Vertrag. Es ist eine Vorstufe des Friedens und häufig gleichbedeutend damit.

Eine Waffenruhe ist nur das vorläufige Ruhen der Waffen unter zumeist definierten Bedingungen. Es ist eine Pause des Krieges.

Am 24. Dezember 1914 hörten die britischen und deutschen Soldaten auf zu schießen. Ohne Befehl, einfach so. Die Deutschen sangen in ihren Schützengräben die meist weltweit bekannten deutschen Weihnachtslieder, die Briten antworteten. Langsam wagten sich einige aus den Gräben. Es endete beim Tausch von Zigaretten und Schokolade und der gemeinsamen Beisetzung von Gefallenen.
Das Töten und Sterben ging danach noch fast vier Jahre weiter.
Das war eine Waffenruhe.

Das Englische unterscheidet nicht so genau. Zumeist wird das Wort „ceasefire“ verwendet.
Ein ausgehandelter Waffenstillstand wäre jedoch eher „armistice“.
Man muss also schauen, was tatsächlich vereinbart wurde. Was in der Realität passiert und warum. Die deutschen Medien unterscheiden hier nicht. Ich nehme an, weil den Redakteuren und Journalisten mehrheitlich die Kompetenz fehlt.

Gebrochene Vereinbarungen

Mit der Hisbollah im Libanon wurde eine Waffenruhe vereinbart, unter der Bedingung, dass sie nicht mehr angreift und es unterlässt, ihre Infrastruktur neu aufzubauen. Die IDF haben sich von Anfang an vorbehalten, wieder dazwischen zu hauen, sobald sie Anzeichen dafür sehen.
Daraus kann man ablesen, dass Israel dem nur zugestimmt hat, um Ressourcen zu schonen und sich auf den damaligen Konflikt vor allem mit dem Iran konzentrieren zu können.

Nach der Pager-Operation des Mossad war die Führung der Hisbollah im September 2025 ausgelöscht. Deshalb stimmte sie im November der Waffenruhe zu israelischen Bedingungen zu.

Neue Hintergründe zur Pager-Operation
Inzwischen wurden Hintergründe zu der Pager-Operation Israels im Libanon öffentlich. Zudem konnte ich selber noch einige interessante Details recherchieren. Viele…
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Durch Trumps schwammigen Friedensplan wurde im Oktober 2025 eine Waffenruhe mit der Hamas vereinbart.
Als Zeichen des guten Willens zogen die IDF sich hinter eine vereinbarte Linie zurück, die so genannte Gelbe Linie. Sie erklärten sich bereit, Angriffe zu unterlassen, so lange die Hamas nicht mehr angreift und die nächsten Schritte des Friedensplans vereinbart würden. Die unter anderem eine Entwaffnung und Entmachtung der Hamas vorsieht.

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Die vereinbarte Gelbe Linie, hinter die die israelischen Truppen sich zurückgezogen haben.

Sowohl Hisbollah als auch Hamas haben diesen Bedingungen zugestimmt. Und beide verstoßen – auch nach internationalen nachrichtendienstlichen Informationen – fortlaufend gegen diese Bedingungen.
Zudem weigert die Hamas rigoros, sich entwaffnen zu lassen. Sie wusste also vorher, dass sie die weiteren Vereinbarungen nicht einhalten würde.
(Taqiyya, das erlaubte Belügen von Ungläubigen zum Selbstschutz? Sure 16, Vers 106)

Die Hamas ist das eingegangen, um Zeit zu gewinnen. Da vor allem durch das allmähliche Abschneiden der Hoheit über die Hilfslieferungen drohte, die Macht zu verlieren. (Daher auch die fortgesetzte Propaganda des angeblichen Aushungerns.)
Das äußerte sich dann auch durch Gefechte im Gazastreifen und öffentliche Hinrichtungen Angehöriger des Doughmush-Clans in Gaza-Stadt. Der seinerseits die salafistisch-dschihadistische „Army of Islam“ (Jaysh al-Islam) unterhält, die aber in Machtopposition zur Hamas steht.

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Screenshot: Öffentliche Hinrichtung von „Kollaborateuren“ im Oktober 2025 durch die Hamas in Gaza-Stadt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit Angehörige des Doughmush-Clans.

Derzeit arbeite ich auch an einem größeren Beitrag zu den Clans, Großfamilien und Organisationen im Gazastreifen, der jedoch viel Recherche erfordert.

Es ist systemisch

Auch an dieser Stelle nochmal sehr deutlich: Ich glaube nicht an eine mediale Verschwörung. Laut Ockhams Rasiermesser ist Inkompetenz viel naheliegender.
Die Medien haben nicht die nötigen Kompetenzen, um beispielsweise die Differenzierung zwischen Waffenruhe und Waffenstillstand in der Breite zu verstehen. Sie übernehmen Agenturmeldungen, die wirtschaftlich und nicht wahrhaftig motiviert sind.
Propagandisten wie Albanese kommen nur als Amarena Krische auf dem Sahnehäubchen obendrauf. Unterstützt von unzähligen Propagandisten auf Social Media.

Durch dieses Sytem der Kommunikation und Information muss bei den Menschen u.a. in Europa der Eindruck entstehen (überspitzt), die armen Palästinenser hocken friedlich in ihren Zelten, kämpfen mit Hunger und Kälte, und Israel bricht einen Waffenstillstand und bombardiert rücksichtslos weiter. Genozid!

Immer wieder werden Angriffe im Libanon oder Gazastreifen gemeldet, ohne das in einen Kontext zu setzen.
Die Wahrnehmung der Israelis – und durch den unterschiedlichen Medienkonsum vieler jüdischer Deutscher – muss zwangsläufig eine völlig andere sein.

Ein anderes Bild

Also habe ich überlegt, was man tun könnte, um das aufzubrechen.
Ich will gar nicht den Anspruch erheben, „die Wahrheit“ zu verkünden. Nur eine Perspektive anbieten.

Das Gaza-Bilderbuch - Die andere Ebene der Realität
Das zerstörte Rafah an der Grenze zu Ägypten. [24.01.2025, Anadolu Agency, Hassan Eslaiah] Für verschiedene Beiträge hatte ich einige Bildrechte gekauft. Die ich dann…
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Im Folgenden habe ich einmal die Meldungen der IDF wiedergegeben, die diese von sich aus und unabhängig von irgendeiner Berichterstattung veröffentlicht hat. Nur der vergangenen Woche!
Grundlage sind die Meldungen des offiziellen Presseportals und des Accounts auf X. Interne Meldungen habe ich weggelassen. Und ich habe auch die Meldungen übernommen, welche den IDF negativ ausgelegt werden könnten. Meldungen von Einzelnen, beispielsweise von Sprechern und Kommandeuren, habe ich weggelassen, selbst wenn diese offiziell sind.

Ob diese Meldungen glaubhaft sind, muss jeder für sich entscheiden. Aufgrund der Erfahrung, der Hintergründe und des Verständnisses über die internen Abläufe halte ich alle Meldungen für absolut glaubwürdig.

Die Zeitangaben entsprechen den Veröffentlichungen.

Es ist lang, selbst auf die Woche beschränkt. Aber ich denke, recht spannend.

Wenn Kampfpanzer (hier: Merkava) in der Sicherung „in Stellung“ eingesetzt werden, sind die Luken geschlossen. Die Besatzung hat keinen Rundumblick in der Nähe des Fahrzeugs.
Es ist gängige Praxis zu versuchen, sich im toten Winkel an das Fahrzeug anzuschleichen und Sprengmittel darauf zu platzieren. Es wurden schon mehrere Kampfpanzer so ausgeschaltet.
Die meisten Meldungen zur Überschreitung der Gelben Linie durch Einzelne interpretiere ich so.

Die Meldungen 01.02.2026 – 07.02.2026

• 01.02.2026, 09:05h
Die IDF melden die Sprengung eines Tunnels bei Chan Yunis und veröffentlicht dazu mehrere Videos.
In dem Tunnel befanden sich drei Wohnräume. Gefunden wurden u.a. 45 Handgranaten, etwa zehn AK-47, Panzerabwehrraketen, zehn fertige Sprengladungen und sechs Westen.

Video-Vorschaubild

• 01.02.2026, 13:11h
Die IDF melden den Angriff auf Pioniergerät der Hisbollah im südlichen Libanon, die dazu genutzt wurde, die Infrastruktur der Hisbollah wieder aufzubauen.

• 01.02.2026, 16:16h
Die 7. Brigade identifizierte mehrere Kombattanten, die sich im südlichen Gazastreifen der Gelben Linie näherten. Sie eröffneten das Feuer, ein Palästinenser wurde getötet.

• 01.02.2026, 20:158h
Die IDF eliminieren das Mitglied der Hisbollah Ali Dawood Amich durch einen Präzisionsschlag auf sein fahrendes Fahrzeug.
Amich war Ingenieur und Leiert des Ingenieurwesens der Hisbollah, der am Wiederaufbau beteiligt war.
Video des Luftschlags veröffentlicht. Kollateralschäden unwahrscheinlich.

• 02.02.2026, 07:15h
Die IDF sprengt das Haus von Mahmoud Yousef Abed oder Malek Ibrahim Salem im Westjordanland.
Hintergrund: Diese hatten den Anschlag auf die Gush-Kreuzung im Juli 2025 verübten. Bei dem Schusswaffen- und Messerangriff auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums wurde Shalio Zevuloni getötet, die Angreifer wurden ausgeschaltet.
Die Zerstörung der Häuser ist eine gängige Praxis, da die Palästinensische Autonomiebehörde den Angehörigen der Terroristen eine Rente gewährt („Pay-for-Slay“), manchmal sogar Häuser schenkt.
Das Haus wurde nicht bombardiert, sondern in einer geordneten Sprengung zum Kollaps gebracht. Fotos zeigen die Arbeiten.

Kurz & knapp: Wie wir den Terror bezahlen
Nach der Gründung Israels wurde es noch in der gleichen Nacht von allen umliegenden arabischen Staaten angegriffen. Israel gewann. Das von der UN im Teilungsplan den…
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• 02.02.2026, 13:12h
Die IDF melden zwei gezielte Tötungen durch Präzisionsangriffe im Libanon. Eliminiert wurde ein ungenanntes Mitglied der Hisbollah, sowie Ali al-Hadi al-Haqqani, Chef der Flugabwehr.
Ein veröffentlichtes Video zeigt Infrarotaufnahmen der Luftschläge, eines auf ein Fahrzeug bei hoher Geschwindigkeit. Kollateralschäden unwahrscheinlich.

• 02.02.2026, 13:55h
Die IDF haben mehrere Waffendepots der Hisbollah im Libanon angegriffen, darunter eins in einem Wohngebiet. Die IDF hat dies selber gemeldet und die Bevölkerung vorgewarnt.

• 02.02.2026, 15:08h
Im nördlichen Gazastreifen wurden vier palästinensische Kombattanten identifiziert, die sich den IDF-Truppen an der Gelben Linie näherten. Alle eliminiert.

• 02.02.2026, 16:07h
Die IDF meldet eine durchgeführte Übung mit US-amerikanischen Zerstörern im Roten Meer.
Die nicht näher benannten Schiffe sind auf Fotos als Schiffe der Arleigh Burke Klasse zu identifizieren. Das ist erwähnenswert, weil sie bei einem Schlag gegen den Iran eingreifen könnten.

• 03.02.2026, 08:01h
Bei der Räumung eines Bereichs an der Gelben Linie wurden 143 Mördergranaten gefunden, die in Säcken des UNRWA eingewickelt waren.
Videos und Fotos veröffentlicht.

Bild
Gefundene Granaten in UNRWA-Säcken.

• 03.02.2026, 18:39h
An der Westgrenze (vermutlich die Grenze zum Gazastreifen) wurden mehrere israelische Schmuggler festgenommen. In einer Kooperation von IDF, Grenztruppen und Schin Bet wurden auch Fahrzeuge und Luftkissenfahrzeuge beschlagnahmt. Ein Überwachungsvideo der Verfolgung mehrerer Personen wurde veröffentlicht.

• 03.02.2026, 22:26h
Bei Jericho im Westjordanland wurden Truppen der IDF von mehreren Personen mit Steinen beworfen. Die Kräfte erwiderten das Feuer, einer der Angreifer wurde getötet.

• 04.02.2026, 06:07h
Die IDF meldet einen größeren Angriff im Bereich der 3. Brigade (Alexandroni). Zur Abwehr wurden Auch Panzer und Luftschläge eingesetzt. (Siehe unten)

• 04.02.2026, 08:07h
Die IDF veröffentlichen eine Reihe von Videos von Präzisionsschlägen gegen die Hisbollah im Libanon, darunter eine gezielte Tötung.

Video-Vorschaubild

• 04.02.2026, 14:46h
Die IDF haben den Kommandeur der Nuhba-Kompanie der Hamas Bilal Abu Atzi mit einem Präzisionsschlag im südlichen Gazastreifen eliminiert. Das war eine Reaktion auf einen Angriff in der Nacht zuvor.
Bilal Abu Atzi hatte am 10/7 den Angriff auf den Kibbuz Nir Oz angeführt.
Die IDF gibt bekannt, dass Unbeteiligte verletzt wurden, darunter ein Mitglied des medizinischen Personals. Sie spricht ihr Bedauern aus.

Ich interpretiere die Meldung so, dass Atzi an dem Angriff bei Gaza in der Nacht beteiligt war, verletzt wurde und die IDF ihn dann gezielt ausgeknipst hat, weil sie durch den Schin Bet wusste, wer hinter dem Angriff gesteckt hat. (siehe Meldung vom Morgen)

• 04.02.2026, 16:06h
Die IDF veröffentlichen ein Überwachungsvideo, das eine Drohne am 21.01.2026 in der Hamas-Hochburg Dschabaliya aufgenommen hat. Es zeigt, wie Kombattanten und Waffen mit einem Krankenwagen des Roten Halbmonds transportiert werden.

Video-Vorschaubild

• 04.02.2026, 17:34h
Eine Spezialeinheit nimmt bei einem Zugriff in Al-Amri im Westjordanland zwei Terroristen fest, die an Anschlägen während des Gazakrieges beteiligt waren. Die Festgenommenen wurden den Sicherheitskräften übergeben.

• 04.02.2026, 19:11h
Die IDF eliminieren durch einen Präzisionsschlag Ali Razaina.
Razaina war Kommandeur der nördlichen Truppen Islamischen Dschihads und Hauptkontakt zur Hamas. Er war auch für die Geiseln des Dschihads zuständig.
Erneut war der Inlands-Nachrichtendienst Schin Bet beteiligt.

• 04.02.2026, 19:43h
Die IDF führten am Vormittag einen Präzisionsschlag auf ein Fahrzeug eines Kommandeurs der Hamas durch. Getötet wurde Muhammad Essam Hassan Habil. Dieser war an der Tötung der 19-jährigen Geisel Korporal Noa Marciano im Al-Shifa Krankenhaus beteiligt. Der Luftschlag erfolgte nach Aufklärung durch die 143. Division (der Einheit von Marciano) und des Nachrichtendienstes Schin Bet.

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Noa Marciano, die als Geisel entführt und im Krankenhaus Al-Shifa getötet wurde.

• 04.02.2026, 21:22h
Beim Dorf Beit Ur al-Tahta im Westjordanland wurden zivile Fahrzeuge mit Steinen beworfen, einige Israelis wurden durch Glassplitter leicht verletzt. IDF und Polizei riegelten das Dorf ab, ein Verdächtiger wurde festgenommen.

• 05.02.2026, 13:31h
Kräfte der 188. Brigade identifizierten einen Kombattanten, der die Gelbe Linie im südlichen Gazastreifen überschritt und sich den Truppen näherte. Eliminiert.

• 05.02.2026, 18:37h
Die IDF haben mehrere Tunnel der Hisbollah im gesamten Libanon angegriffen, in denen auch Waffen gelagert wurden.
Veröffentlichte Videos zeigen eindeutige „secondary explosions“, dort wurden also tatsächlich Sprengstoffe getroffen.

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Grafik der bekämpften Schächte im Libanon der IDF.

• 05.02.2026, 18:57h
Mehrere israelische Zivilisten haben die Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen überquert. Die IDF nahm sie fest.
Zudem haben mehrere hundert Israelis versucht, einen Zaun zu einem nicht näher bezeichneten militärischem Sperrgebiet zu überwinden, die IDF drängte sie zurück.

• 06.02.2026, 01:26h
Beschuss durch Palästinenser im nördlichen Gazastreifen an der Gelben Linie. Feuergefecht, keine israelischen Verluste.

• 06.02.2026, 09:04h
Die IDF führen eine groß angelegte Operation im Westjordanland durch.
431. Brigade „Menasha“: 15 Mitglieder der Hamas und des Dschihad festgenommen, die u.a. an der Herstellung von Sprengstoff beteiligt waren. Sturmgewehre und Waffenteile beschlagnahmt.
6. Brigade „Etzion“ (Jerusalem-Brigade): Über 100 einzelne Operationen.
Judäa-Brigade: Operationen bei und in Hebron. Waffen, Munition und Geld beschlagnahmt. Weitere Operationen, darunter im Dorf Burka, Dutzende Vernehmungen, Waffenteile und Hamas-Flaggen beschlagnahmt.
Binyamin- und Ephraim-Brigaden: Operationen in den Dörfern Beit Laqia und Qalqilya. Gesuchte Personen festgenommen, verdächtige Waffenhändler und Hamas-Mitglieder vernommen.
Insgesamt über 60 Festgenommene.

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Beschlagnahmte Waffe und Ausrüstung.

• 06.02.2026, 15:50h
Die IDF bekämpfte in den vorherigen 24 Stunden infrastrukturelle Ziele der Hamas im Gazastreifen durch Luftangriff. Das ist eine Reaktion auf einen Anschlag auf IDF-Truppen im nördlichen Gazastreifen am Tag zuvor. Beschossen wurde u.a. ein Waffendepot und eine Waffenwerkstatt.
Zuvor wurden Warnungen ausgesprochen und zur Evakuierung des Gebietes aufgerufen, um Zivilisten zu schützen.
Das veröffentlichte Video legt aufgrund von wahrscheinlichen Secondary Explosions nahe, dass dort tatsächlich Waffen gelagert wurden.

• 06.02.2026, 17:42h
Mehrere Kombattanten überschritten die Gelbe Linie. Die 3. Brigade (Alexandroni) eröffnete das Feuer, einer der Palästinenser wurde getötet.

• 06.02.2026, 22:03h
Alarm in der Siedlung Karmei Tzur im Westjordanland, zwei Verdächtige näherten sich dem Zaun. IDF durchsucht das Gelände.

• 07.02.2026, 13:50h
In einem Stützpunkt im Jordantal befreite sich ein gefangener Palästinenser von seinen Handfesseln und griff eine Soldatin an. Ein anwesender Soldat versuchte ihn festzunehmen, der Gefangene wurde erschossen. Die Soldatin wurde nicht lebensgefährlich verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.
(Ich nehme an, es handelte sich um das Tirtsa-Camp, das Kommando der 41. Bataillon „Jordan Valley“.)

• 07.02.2026, 19.28h
Im nördlichen Gazastreifen überquert ein Kombattant die Gelbe Linie. Er wird erkannt und eliminiert.
Geheimdienstinformationen (vermutlich vom Schin Bet) legen nahe, dass es sich dabei um Muhammad Salah al-Din Khaled Abu Raqba handelte, der am Massaker des 10/7 teilgenommen hat.

• 07.02.2026, 21:51h
Im südlichen Gazastreifen überquert ein Kombattant die Gelbe Linie und nähert sich den IDF-Truppen. Von der 7. Brigade identifiziert und eliminiert.

• 07.02.2026, 21:51h
Im Gazastreifen überquert ein Kombattant die Gelbe Linie und nähert sich den IDF-Truppen. Die 3. Brigade (Alexandroni) erkennt eine Bedrohung und eliminiert den Angreifer.

Der Abgleich

Die Öffentlichkeitsarbeit der IDF ist nicht nur mangelhaft, sondern unter aller Sau. Es geht weit über das Verständnis einer kleinen Streitkraft eines Mini-Staates (Belgien hat mehr Einwohner) hinaus. Stellungnahmen kommen verzögert, das meiste wird auf Neu-Hebräisch veröffentlicht, was auch noch eine rekonstruierte und sehr ungenau Sprache ist. Wodurch es schwer zu übersetzen ist.
Die Recherche selbst zu diesem Beitrag hat fast zwei Arbeitstage gekostet. Meiner persönlichen Meinung nach sind die IDF für viele Shitstorms selber verantwortlich.
Das ist jedoch keine Entschuldigung für große Medien!

Ich wiederhole: Das waren nur die offiziellen Meldungen der IDF, ohne die der Sprecher oder Kommandeure. Nur der letzten Woche.
Für jeden Medienmitarbeiter leicht zu finden.

Natürlich kann man nun über jede einzelne Meldung debattieren. Oder sie mit Medienmeldungen vergleichen, wer wann was veröffentlicht hat.

So kann aber jeder für sich einfach einmal abgleichen, was er überhaupt mitbekommen hat. Und welchen Eindruck die Medienmeldungen seit der Waffenruhe im Oktober bis heute bei ihm hinterlassen haben. Oder ob er überhaupt wusste, dass die IDF das so öffentlich kommunizieren.

Und sich vielleicht fragen, warum das so ist.


Erschienen auf steady.page