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Dienstag, 13. Januar 2026

Antifa vs. Migrantifa: Leipzig als Brennspiegel politischer Polarisierung

von Thomas Hartung

Ständige Konfrontationen mit der Polizei, neuerdings auch untereinander: Linksradikales Milieu in Leipzig-Connewitz



Leipzig galt lange als freundliche Studentenstadt mit Bach-Fest und Buchmesse. Heute ist die Stadt ein Brennspiegel: Wer wissen will, wie sich politische Konflikte verdichten, wie Gewalt legitimiert und delegitimiert wird, muss nach Leipzig schauen. Hier trifft linke Militanz auf migrantischen Antisemitismus, eine selbstbewusste jüdische Szene auf eine aggressive Kinder-Kultur, christliche Gemeinden auf eine Buttersäure-Antifa – und einen Staat, der seine Empörung sehr selektiv verteilt. Der jüngste Vorfall wirkt wie eine bittere Pointe: Eine Gruppe von acht Kindern greift das jüdische Café „HaMakom“ an. Zwei Jungen reißen zunächst eine Israelfahne herunter, kehren dann mit Verstärkung zurück, bewerfen eine Mitarbeiterin mit gefüllten Plastikflaschen und verletzen sie, versuchen ins Café einzudringen und beschädigen eine Scheibe. Dabei skandieren sie „Fuck Israel“. Die identifizierten Täter sind zehn und elf Jahre alt, polizeibekannte Intensivtäter mit russischer und südsudanesischer Staatsangehörigkeit; die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Volksverhetzung.

Brisanter könnte der Ort kaum sein: Das angegriffene Café versteht sich als „Ort jüdischen Lebens, Begegnung und persönlicher Aufarbeitung“, Teil einer Ausstellung über jüdisches Leben, Antisemitismus und Holocaust in Leipzig – in einer Stadt, die 2026 unter dem Motto „Tacheles – jüdisches Leben“ an sich selbst arbeitet. Leipzig zeigt hier die neue Konstellation: Antisemitismus ist offiziell geächtet, in der Praxis aber weitgehend importiert und entkoppelt von der Bildsprache „Nie wieder“. Der Feind steht nicht mehr in SA-Stiefeln vor der Synagoge, sondern trägt Kinderjacke, Migrantenbiographie und Smartphone. Der Staat reagiert – aber ohne das Problem wirklich benennen zu wollen, weil es nicht in das Monopolbild vom „Rechtsextremismus“ als Hauptquelle des Judenhasses passt.

Christenverfolgung von links

Keine zwei Kilometer weiter, in einem unscheinbaren Viertel, erlebt eine christliche Gemeinde ebenfalls eine andere Form von Hass: Das „Stay“-Café der Zeal Church wurde seit November 2022 mindestens 22-mal angegriffen: Scheiben wurden eingeschlagen, Farbe, Schmierereien. An Heiligabend 2025 bohren Täter ein Loch in die Frontscheibe und injizieren einen halben Liter Buttersäure – das Café ist nun auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die Botschaft ist eindeutig: Ihr seid hier nicht erwünscht. Hier kommen die Täter aus der linksextremen Szene. Auf “Indymedia” begründen sie die Anschläge offen damit, das Café sei von „fundamentalistischen“ und „erzkonservativen“ Christen getragen, stehe für „Queerfeindlichkeit und Misogynie“ und müsse daher „in den Ruin getrieben“ werden. Ziel ist nicht mehr Kritik oder Protest, sondern Vernichtung – eine Wortwahl, die man sonst aus antifaschistischen Aufrufen gegen vermeintlich „rechte“ Läden kennt.

Dasselbe Muster zeigt sich auch andernorts: In Kassel wurde eine Freie Evangelische Gemeinde verwüstet, Fenster zertrümmert, die Parole „218 abtreiben!“ an die Fassade gesprüht. Wer am christlichen Lebensschutz festhält oder nicht zum Regenbogenchor gehört, wird zur „Feindstruktur“ erklärt – und darf nach Ansicht der Szene folgerichtig mit allen Mitteln bekämpft werden. Doch gerade Leipzig steht aktuell exemplarisch für eine neue Form innerdeutscher Christenverfolgung: nicht vom Staat orchestriert, aber von Teilen der linken Szene betrieben und vom bürgerlich-linken Milieu mit bemerkenswerter Gelassenheit hingenommen. Kirchen, die sich nicht zum Zeitgeist bekennen, gelten nicht als Schutzobjekte, sondern als legitime Ziele moralischer Gewalt.

Connewitz: Mythos „antifaschistischer Schutzwall“ – und innerlinker Bürgerkrieg

Der Stadtteil Connewitz ist seit Jahren Projektionsfläche dieses Milieus. In den 1990ern durch Hausbesetzungen von Punks und Autonomen zur „antifaschistischen Hochburg“ stilisiert, bekam er vor fast exakt zehn Jahren seinen Gründungsmythos, als Hunderte Neonazis den Stadtteil überfielen und Läden verwüsteten. 217 wurden am Ende angeklagt, mittlerweile haben fast alle ihr rechtskräftiges Urteil. Ein Verfahren wurde eingestellt, da der Angeklagte verstorben ist. Außerdem gab es zwei Freisprüche. Alle Verurteilten wurden wegen Landfriedensbruchs bestraft, zum Großteil kamen sie mit Bewährungsstrafen davon. Seitdem aber gilt für das dort ansässige linke Milieu: Wir sind die Belagerten – also ist jede Gegenaggression Verteidigung! Doch tatsächlich ist Connewitz längst Ausgangspunkt einer eigenen Gewaltökonomie: Silvesterkrawalle, Angriffswellen auf die lokale Polizeiwache, brennende Barrikaden, gezielte Attacken auf Beamte – all das gehört zur Jahresroutine. Nach dem Urteil gegen die linksextreme Gewalttäterin Lina E. wird Leipzig zum Schauplatz eines „Tag X“, an dem Steine, Flaschen und Molotowcocktails fliegen.

Neu ist nun, dass die Szene sich selbst spaltet – und zwar entlang des Nahostkonflikts: Für den 17. Januar 2026 ist eine Demo „Antifa heißt Free Palestine“ mitten in Connewitz angekündigt: “antiimperialistische” Bündnisse, Gruppen wie “Handala Leipzig”, “Students for Palestine” und “Migrantifa Leipzig” wollen gegen die „antideutsche“ Szene aufmarschieren, die sich ausdrücklich mit dem Staat Israel solidarisiert. Die Organisatoren brandmarken Connewitz in ihrem Aufruf als „weiße Zone“: ein Viertel, in dem die „antideutsche“ Linke proisraelische Hegemonie ausübe und palästinasolidarische Menschen seit dem 7. Oktober 2023 unter Druck setze. Als zentrale Feindorte gelten ihnen das linke Abgeordneten- und Projektbüro „linXXnet“ und der Club “Conne Island” – beides bisher ikonische Orte der Szene. Die Demo-Route wird bewusst an diesen Adressen vorbeiführen. Nach übereinstimmenden Angaben sollen 1.000 Polizisten zum Einsatz kommen, um beide Lager zu trennen.

Linke Gewalt gegen „rechte Firmen“

Damit verschiebt sich der Fokus: Nicht mehr nur Polizei, „Nazis“ oder Immobilienfirmen, sondern neuerdings linke Einrichtungen selbst geraten ins Visier. Die sächsische Links-Landesarbeitsgemeinschaft „Shalom“ ruft ihrerseits zur Gegendemo auf und warnt vor „autoritären und antisemitischen Gruppen“. Juliane Nagel, prominente Linke-Abgeordnete aus Leipzig, sieht ihr Viertel und „linke Räume“ bedroht – und wirft den Palästina-Bündnissen Spaltung im Sinne von Rechten und Staat vor. Während also der linke Bürgerkrieg um die richtige Haltung zu Israel tobt, kommentieren die „Freien Sachsen“ die Palästina-Demo als willkommene Attacke auf die „Antifa-Hochburg Connewitz“. Die einen marschieren gegen „weiße Zonen“, die anderen zur Verteidigung „linker Orte“ – und die Rechten klatschen und halten sich zurück.

Connewitz wird so zur Drehscheibe einer dreifachen Polarisierung. Erstens steht migrantischer und antiimperialistischer Antisemitismus gegen „antideutsche“ Israel-Solidarität. Zweitens hat sich eine autonome Gewaltkultur gegen Polizei, Christen und Unternehmer etabliert. Und drittens findet sich eine rechte Peripherie, die zusieht, wie der Lieblingsfeind sich selbst zerlegt – ohne dass die Stadt eine klare Linie gegen jede Form politischer Gewalt findet. In dieses Bild fügen sich die Anschläge auf sogenannte „rechte Firmen“ ein: Linksextreme zünden die Baumaschinen einer Immobilienentwicklerin an, greifen später eine Mitarbeiterin tätlich an; die Polizei spricht von einer „neuen Qualität linker Brutalität“. Jüngst gehen LKW der Firma Rothkegel in Flammen auf, ein “Indymedia”-Schreiben rechtfertigt dies mit angeblichen Kontakten des Unternehmers zur “rechten Szene”. Das LKA ermittelt wegen politischer Motivation. Und Parallel dazu tritt die wieder sogenannte „Hammerbande“ aus dem Schatten – jenes Netzwerk „Antifa-Ost“, dessen Geschichte exemplarisch zeigt, wie weit sich der linksextreme Gewaltkorridor von Leipzig aus inzwischen erstreckt. Seit Jahren attackiert die Gruppe tatsächliche und vermeintliche „Nazis“ mit Hämmern, Schlagstöcken und vermummten Überfallkommandos; mehrere Opfer erleiden Schädelbrüche und schwere Kopfverletzungen. Die Bundesanwaltschaft wirft den mutmaßlichen Mitgliedern nicht nur gefährliche Körperverletzung, sondern in mehreren Fällen versuchten Mord vor und spricht von einer kriminellen Vereinigung.

Extremistisches Memorandum in der “taz”

Diese Woche beginnt vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der nächste Großprozess gegen sechs Angeklagte der Gruppe unter anderem aus Leipzig, denen Angriffe auf Rechtsextreme beim „Tag der Ehre“ in Budapest 2023 sowie ein koordinierter Überfall auf mehrere Thor-Steinar-Läden und Neonazis in Erfurt, Magdeburg, Halle und Schwerin zur Last gelegt werden. Bemerkenswert ist, wie tief die Personalien dieser Szene in das Leipziger Umfeld hineinragen: Unter den Beschuldigten finden sich Personen, die in der Stadtverwaltung, in sozialen Projekten oder im akademischen Milieu andocken konnten und dem staatsgeförderten NGO-Umfeld zuzurechnen sind. Zugleich mobilisiert die linksradikale Szene in Connewitz Solidaritätsdemos, während Ungarn und die USA die „Antifa-Ost“ inzwischen als Terrorgruppe einstufen.

Die “taz” wiederum druckt pünktlich zum Prozessauftakt eine ausführliche Erklärung „einiger der vom GBA verfolgten Antifaschist*innen“, in der der Mordvorwurf als „politisch motivierte Eskalation“ verspottet wird, zugleich aber ein selbstbewusstes Bekenntnis zu militantem Antifaschismus abgelegt wird – als sei die Frage, ob man politischen Gegnern den Schädel einschlagen darf, in erster Linie eine Frage der historischen Perspektive.

„Auch wenn gewaltvoller Widerstand gegen Nazis heute von vielen moralisch abgelehnt wird, kann seine historische Bedeutung nicht geleugnet werden“, heißt es da etwa. Es sei leicht, moralische Urteile über jene zu fällen, die Gewalt anwenden. Doch vor dem Hintergrund historischer Erfahrungen „ist die Frage, die sich alle Demokratinnen und Demokraten stellen sollten, bis zu welchem Punkt man das staatliche Gewaltmonopol schwerer gewichtet, als die Notwendigkeit, Faschismus zu bekämpfen“. Das ist kein Witz.

Polarisierung mit Doppelstandard

Leipzig wird so zum Labor eines asymmetrischen Rechtsverständnisses: Wer auf der „richtigen“ Seite kämpft, darf mehr als andere. Gewalt gegen Sachen, gegen Unternehmen, gegen Christen, gegen Israel-Solidarische und natürlich gegen “Nazis” – all das wird relativiert, solange das Feindbild stimmt. Die Polizei spricht von Terrorismus; der städtische Diskurs spricht lieber von „Aktivismus“, „Protest“ oder – wie im “taz”-Artikel – von innerlinken „Streits um Deutungshoheit“.

Der Angriff von Migrantenkindern auf ein jüdisches Café, die Buttersäure gegen ein christliches Café, die brennenden Bagger einer Immobilienfirma, der angekündigte Marsch „Antifa heißt Free Palestine“ gegen linke Israel-Sympathisanten: Auf den ersten Blick sind das getrennte Geschichten, doch in Wahrheit bilden sie eine Trias der Polarisierung. Im ersten Fall materialisiert sich importierter Judenhass in der Generation, die man über pädagogische Projekte gerade immunisieren will. Im zweiten Fall trifft der Hass jene Christen, die sich der dominierenden Sexualmoral nicht beugen wollen – und deshalb als „reaktionäre Struktur“ markiert sind. Im dritten und vierten Fall richtet sich Gewalt gegen wirtschaftliche Existenzen und linke Räume selbst, sobald sie dem radikalen Moralcode widersprechen.

Gemeinsam ist all dem: Die Opfer sind aus Sicht der dominierenden Stadtelite nie die „richtigen“ Opfer. Jüdische Einrichtungen dienen gern als Kulisse für Erinnerungspolitik – reale Bedrohungen durch migrantische Täter stören die saubere Erzählung. Christliche Freikirchen passen nicht ins Bild einer queeren, progressiven Stadt – ihre Verfolgung lässt sich zur „Auseinandersetzung um Vielfalt“ umlabeln. Unternehmer gelten per se als verdächtig, insbesondere, wenn sie der falschen politischen Ecke zugerechnet werden. Und wenn sich die Linke selbst bekämpft, beschreibt man das als tragischen, aber im Kern „innerlinken Streit“, nicht als Symptom von Antisemitismus und Gewaltkultur in der eigenen Szene.

Was Leipzig uns lehrt

Was macht Leipzig damit so exemplarisch? Die Stadt bündelt drei Strömungen, die Deutschland insgesamt prägen werden. Exportierte Erinnerungskultur trifft importierte Konflikte, so lässt sich die erste zusammenfassen. Projekte wie “HaMakom” oder das Themenjahr „Tacheles“ leben von der Hoffnung, dass pädagogische Narrative gegen Antisemitismus immunisieren. Der Angriff auf das Café zeigt, wie begrenzt diese Hoffnung ist, wenn man die realen Prägungen der Zuwanderungsmilieus ausblendet. Die zweite Strömung kann man wie folgt überschreiben: Ein linksautonomes Milieu genießt faktische Narrenfreiheit, kann man die zweite überschreiben: Connewitz ist nicht Ursache aller Probleme, aber Symbol einer Szene, die gelernt hat, dass ihr Gewaltverhalten politisch relativiert wird, solange es gegen die scheinbar „legitimen“ Ziele geht. Neu ist, dass diese Ziele zunehmend auch linke Orte selbst sind – “linXXnet”, “Conne Island”, Israel-solidarische Gruppen. Die Antifa spaltet sich in proisraelische „Antideutsche“ und antiimperia-listische Palästinaaktivisten; dazwischen bleiben Jüdinnen und Juden, die von beiden Seiten eher instrumentalisiert als geschützt werden. Und die BRD mutiert zu einem Staat, der sich selbst als moralische Instanz versteht, so darf man getrost die dritte Strömung subsumieren. In offiziellen Verlautbarungen treten Stadt und Land als Erzieher auf: gegen Hass, gegen Hetze, gegen Intoleranz. Gleichzeitig versagen sie dort, wo es wirklich unbequem wird – bei der konsequenten Benennung islamisch geprägter Judenfeindschaft, bei der klaren Verurteilung linksterroristischer Strukturen, bei der Verteidigung konservativer und nichtwoker, mithin unmodischer Manifestationen des Christentums.

Leipzig ist so kein exotischer Sonderfall, sondern Vorbote. Die Stadt zeigt, wie eine Republik aussieht, in der politisch definierte Feindbilder wichtiger werden als der allgemeine Rechtsfrieden – und in der selbst die Linke im Nahostkonflikt in feindliche Lager zerbricht. Konservative Kritik hat in dieser Situation eine einfache Aufgabe: Sie muss daran erinnern, dass eine Stadt, die jüdisches Leben feiert und gleichzeitig Gewalt verharmlost, die von jüdischen, christlichen und bürgerlichen Einrichtungen ausgeht, ihre eigene Glaubwürdigkeit untergräbt; dass eine Linke, die in Connewitz Antifa gegen Antifa marschieren lässt, jede moralische Sonderrolle verspielt; und dass ein Staat, der all dies duldet, nicht mehr Hüter gleicher Maßstäbe ist, sondern selbst Teil der Polarisierungsmaschine.


Samstag, 10. Januar 2026

Öko-Terror mit Nähe zur linken Politik: Wie ein Antifa-Anschlag bereits 1995 in Wien beinahe die Stromversorgung lahmlegte

von Hans S. Mundi

Sprengstoffanschlag auf Stromumspannwerk: Das absehbare Werk politischer Sympathisanten und Finanziers bis in die Regierung hinauf



Schockierende Nachrichten begleiteten die Republik diese Woche aus dem linksverstörten, von subversiv-unfähigen Kräften dominierten gesellschaftlich zerrütteten Berlin, wo im neuen Jahr zigtausende Haushalte als Resultat eines typisch geisteskranken linksgrün-klimaterroristischen Anschlags auf die Stromversorgung tagelang bei klirrender Kälte ohne Strom ausharren mussten, bis – deutschlandtypisch viel zu spät – seit gestern dann zumindest provisorisch wieder Saft floss. Tatsächlich war es kein Zufall, dass dieser Anschlag stattfand – denn diese Gefahr hätte nicht nur wegen einschlägig bekannten „Vulkangruppe„, die sich zur Tat bekannte und der laut BKA allein bislang schon 30 (!) kriminelle Untaten der linksdestruktiven Art zugerechnet wurden, bekannt sein müssen, sondern war auch nur eine Frage der Zeit – weil der Berliner Senat bereits 2020 Veranstaltungen förderte, auf den solche Anschlägen offen propagiert wurden (siehe hier). Doch die Verfolgung linken Terrors durch Politik und Behörden und Justiz erfolgt umgekehrt proportional zu ihrer tatsächlichen Bedrohung – und dasselbe gilt dann umgekehrt auch für rechten Terror, weshalb Phantom-“Staatsstreiche” durch Reichsrentner mit tausendzähligen Polizeirazzien und jahrelangen ergebnislosen Schauprozessen beantwortet werden, während es für die kriminologische Würdigung von Klimaterrorismus nicht einmal eine eigene Staatsschutzkategorie gibt. Daran änderten auch diverse Anschläge auf Bahngleise, Stromhäuschen oder sogar schwere Sabotageakte wie 2024 in Grünheide gegen die Energieversorgung des dortigen Tesla-Werks nichts.

Doch gewarnt sein hätte man auch können, ja müssen durch den Blick ins Ausland – und in die Geschichtsbücher. Namentlich nach Österreich. Denn dort waren schon vor 30 Jahren über 1,5 Millionen Wiener nur knapp an einer ähnlichen Blackout-Katastrophe vorbeigeschrammt. Erinnern wir uns – aus gegebenem Anlass – im Gestern an heute: “Linker Terror gegen Wiener Stromversorgung“ titelten in den Tagen ab dem 11. April 1995 Österreichs Tageszeitungen. Was war passiert? Laut und deutlich war damals in einem Waldstück nahe der 4.000-Seelen-Gemeinde Ebergassing in Niederösterreich ein dumpfer Knall zu hören gewesen; der Grund: Zwei Linksterroristen hatten versucht, einen Sprengstoffanschlag auf eine für die Infrastruktur der österreichischen Bundeshauptstadt kritische 380kv-Hauptstromleitung zu verüben, eine der beiden wichtigsten Versorgungsleitungen für ganz Wien. Der Anschlag ging, zum Glück fehl – die Attentäter hatten sich selbst in die Luft gesprengt. Linksdumm gelaufen. Erst Tage später fand man die Überreste ihrer Leichen – und identifizierte sie als den 29-jährigen Gregor Thaler und den 33-jährigen Peter Konicek, zwei bestens bekannte Köpfen der Wiener Antifa-Szene. Nachtigall, ick hör dir trapsen.

Ein Innenminister als Antifa-Sponsor

In den Ermittlungsakten der Wiener Kripo hieß es später, zwei der vier Sprengsätze seien “aufgrund einer zu hohen Induktionsspannung” vorzeitig explodiert; der Strommast selbst hatte der Detonation standgehalten. Das Stromnetz ging daher nicht in die Knie – anders als in Berlins Südwesten vergangenen Samstag. Doch des war damals schon pures Glück. Motiv war in Wien eine geplante Aktion gegen den Atomstrom-Transit gewesen – also lupenreiner ökosozialistischer grüner Terror. Wäre der Anschlag erfolgreich verlaufen, hätte weiten Teilen Wiens in der Karwoche 1995 ein ähnliches Blackout-Chaos gedroht, wie es jetzt Berlin erlebte. Jahre später stand dann mit Bassam A. ein dritter Tatverdächtiger, dem unter anderem auch noch ein Anschlag auf eine Bahnstrecke vergeworfen wurde, ins Visier von Ermittlungen: Er und die frühere Freundin des bei dem missglückten Anschlag verbrutzelten Antifanten Thaler hatten sich unmittelbar nach der Tat nach Mexiko abgesetzt. Die dortige Regierung verweigerte jedoch die Auslieferung – weil die österreichischen Behörden keine ausreichenden stichhaltigen Beweise vorlegen konnte, wie lokale Medien berichteten. Eigentlicher Hintergrund waren allerdings politische Vertuschungs- und Justizbehinderungsversuche durch die linke Wiener Stadtpolitik, zu der die Antifa-Terroristen offenbar kompromittierende Beziehungen unterhielten.

Und spätestens hier horcht man auf – denn die Parallelen zur Gegenwart in Deutschland, wo die Übergänge zwischen linken Regierungen und Antifa, extremistischen NGOs und sogenannten Klimaaktivisten fließend sind, drängen sich förmlich auf. Eine der damaligen Schlagzeilen in Wien lautete: „Ein roter Innenminister und seine Antifa-Spende“. Berichtet wurde über einen Sumpf, der dem gegenwärtigen in ganz Deutschland frappierend ähnelt – vor allem im ultralinksgrün durchwirkten Berlin. “Der Status” schreibt in einem Rückblick auf die Ereignisse 1995: „Doch die Causa war auch politisch hochbrisant. Denn für Aufklärung war ausgerechnet SPÖ-Innenminister Caspar Einem, damals erst wenige Tage im Amt, zuständig. Der Politiker pflegte gute Beziehungen zum linken Vorfeld, und so suchte er sein Heil, indem er in die Offensive ging.” Einem geriet schnell unter Druck – denn er musste einräumen ein, an das „TATBlatt“ (eine einschlägige Antifa-Publikation) Gelder gespendet zu haben: “Die linksextreme Publikation veröffentlichte auch Antifa-Bekennerschreiben und Aufrufe zu Anschlägen auf patriotische Politiker wie den damaligen FPÖ-Chef Jörg Haider. Einem spendete gleich zweimal: 1.000 Schilling (ca. 70 Euro) für einen diesbezüglichen Prozess – und einmal 5.000 Schilling (ca. 360 Euro) für eine Druckmaschine.“

Das vom damaligen SPÖ-Innenminister gesponserte linksextreme Kampfblatt “TATBlatt”



Durch die linke Finanzhilfe aus dem roten Regierungsumfeld (Einem spendete damals wohl nicht als Einziger) konnte das linksfaschistoide Hetzorgan “TATBlatt” seine Auflage von zuvor auf satte 10.000 Exemplare erweitern und noch mehr Nachwuchs für den radikalen Untergrund rekrutieren. Doch die wahre Bedeutung dieser Spende sollte sich erst viel später offenbaren: Denn jenes Antifa-Mitglied, das an Einem mit der Spendenbitte herangetreten war, war ausgerechnet jener Gregor Thaler gewesen, der spätere Bombenleger von Ebergassing. Die beiden hatten sich zudem spätestens seit Ende der 1980er Jahre persönlich gekannt. Die überall zum Himmel stinkende rote Sumpf-Kumpanei, welche hierzulande „Unsere Demokratie“ schützt und immer häufiger unbescholtene Bürger, die nicht links sein wollen , nötigt, bedroht und massenhaft „gegen Rechts“ aufmarschieren lässt, zeigte auch damals in Österreich schon ihren völligen Mangel an Berührungsängsten mit kriminellen und terroristischen Fußtruppen des Milieus, das heute als “Zivilgesellschaft” verbrämt wird. Für Einem blieb die delikate Nähe zu einem verhinderten Terroristen folgenlos: Ein von der FPÖ und der Boulevardzeitung “Krone” geforderter Rücktritt erfolgte nicht, stattdessen wechselte er zwei Jahre später ins Verkehrsministerium. 2000 wäre er sogar beinahe SPÖ-Chef geworden; auch nach seinem Ausscheiden aus der Regierung war er später noch in wichtigen Positionen tätig, unter anderem als Vizechef des Globalisten-Treffs in Alpbach.

Vollständig aufgearbeitet wurde der Anschlag von Ebergassing nie. Dort hatte der Skandal keine Konsequenzen, ganz ähnlich wie die Aktionen von Klima-Saboteuren später in Deutschland (man denke nur an den medial gefeierten Landfriedensbruch und die vandalischen Akte der “Letzten Generation”), wo außer Symbolstrafen keine Konsequenzen folgten. Das Resümee ist hüben wie drüben, in Ösi- oder Buntland, damals wie heute, immer das gleiche: Die Devise lautet “Mit Samthandschuhen gegen Linksextreme”. Interessant ist die abschließende Einschätzung der journalistischen Kollegen aus Austria: „Die linken Parteien haben sowieso keine Berührungsangst zum linken Rand. Wiens grüne Ex-Vizebürgermeisterin pflegte ein Naheverhältnis zu Antifa-Fotografen. Babler ließ sich einst von einer umstrittenen Politologin coachen, deren Bücher sich laut eigener Aussage zum „Entglasen von Geschäften eignen“ und ihr Standardwerk in einem linksradikalen Szeneverlag publizierte, der u.a. auch Ratgeber für werdende Linksextremisten und Werke mit Titeln wie ‚feministisch morden‘ im Portfolio hat. Nur konsequent, wenn heute SPÖ-Ministerinnen eine ’stabile Antifa‘ feiern…“

Deutschland ist selbst zum tiefen Linksstaat mutiert

Obwohl die exzellenten Verbindungen der beim gescheiterten Anschlag getöteten Attentäter bis in die hohe Politik hinein damals viele Österreicher irritierten, blieb der Antifa-Terror von Ebergassing in der öffentlichen Erinnerung kaum präsent. Schon gar nicht in Deutschland, wo man Übungmit dieser Art von Verdrängung hat; hierzulande zählen ja sogar die RAF-Morde zur linksnostalgischen Folklore und werden, wenn überhaupt, allenfalls verharmlosend bis geradezu wohlwollend memoriert. Das ist kein Wunder, denn in der Zwischenzeit ist die gute alte BRD selbst zum tiefen Linksstaat mutiert und mithin sicherheitspolitisch verkümmert und leicht angreifbar geworden. Dabei wäre ein Blick in die Archive und eine Auffrischung der bei linker Gewalt notorischen schlechten Erinnerung, die fast schon an Geschichtsblindheit grenzt, durchaus einmal ratsam gewesen, um zu wissen, dass der Schoß, aus dem der Antifa- und Ökoterror kroch, auch und gerade in Deutschland überaus fruchtbar ist. Der Anschlag auf das Umspannwerk am Teltowdamm vom vergangenen Samstag kam nicht aus dem Nichts.

Wäre diese Gefahr nicht auch in Deutschland immerzu – und selbst jetzt noch nach dem Berliner Blackout-Debakel – heruntergespielt oder in die Nähe böser rechter Verschwörungstheorien gerückt worden, dann würde die Durchführung solcher Anschläge deutlich schwerer gelingen und der Verfolgungsdruck wäre deutlich größer. So aber gehören solche Bedrohungen inzwischen fast zum Alltag; gerade Anfang der Woche wurde in Erkrath in NRW gerade noch ein Anschlag auf ein Umspannwerk verhindert – weil die beteiligten Klima-Antifanten auch dort zum Glück zu blöde waren, ihn technisch auszuführen; doch man kann annehmen, dass sich solche Taten häufen werden.

Auch im Fall der “Vulkangruppe”: Es riecht nach NGO-Sumpf

Für das linke Milieu, das mit seiner NGO-Förderung und teils institutionellen Absorption dieser Terrorkreise die Büchse der Pandora geöffnet hat, wird diese Art von “Aktivismus” allerdings selbst zum Bumerang: Denn ihr Krisenmanagement ist ebenso unterirdisch wie linke Polutik. Für alle Gefahren innen und außen offen und strunzblöd steht die politische Klasse des vermerkelten Schrottplatzes Deutschland nach dem Berliner Desaster nun da, und einmal mehr fliegt den elitären Moralmachthabern die selbstfabrizierte linksterroristische Scheiße um die eigenen Ohren und offenbart ebenso ihre Gewissenlosigkeit wie Unfähigkeit. Was sich nicht nur Berlins Regierendem Lügenmeister Kai Wegner zeigt, der den Anschlag erst verpennte, sich dann daheim einschloss und anschließend erstmal mit seiner Lebensgefährtin und mitregierenden Schulsenatorin beim Tennis “den Kopf freikriegen” musste. Kai “auf Abwegen” Wegner hat sonst ein riesiges Herz fürs verqueere linke Siffmilieu der moralisch verwahrlosten Spreestadt, doch hier, wo er einmal gefordert wäre, versagte drehbuchreif.

Und nun? Hilflos, ahnungslos und wirr sprechen Hauptstadtmedien und Mainstreampolitiker über eine angeblich niemandem bekannte „Vulkangruppe“ – ganz so, als gäbe es nicht seit Jahren eine massiv unterstützte, finanzierte Aufrüstung „gegen Rechts“ wodurch irreguläre LInks-Gruppen, die sich organisatorisch inzwischen wie rote Kampfbrigaden vernetzt haben und wie auf Knopfdruck fast schon paramilitärisch agieren bei Massenaufmärschen oder gezielten Störaktionen, wie etwa beim Alice-Weidel-Sommerinterview des ZDF in Berlin. Sowas kommt von sowas. Zwischenfrage: Glaubt hier noch jemand an den Weihnachtsmann oder an den Osterhasen? Also daran , dass eine “Vulkan”-Gruppierung aus dem linken Sumpf heraus operiert und wirklich nirgends, an keiner Stelle mit einer der zahllosen üppig staatsfinanzierten linken NGO verknüpft oder verbandelt sein soll?! 30 Anschläge samt Bekenner-Logistik, Geld fürs Leben im Untergrund, auch wenn es sich um linken Teilzeit-Terrorismus handelt (auch Sprengstoff kostet Geld und professionelle Observation!) Durchführung, Material: All das riecht förmlich nach NGO-Sumpf, bis hoch zu dessen Fans und Förderern, die wiederum bis in die amtierende SPD-Parteispitze und Lars “Antifa” Klingbeil hinauf reichen.

Immer mehr Geld für den linken Untergrund

Zur Erinnerung: 2024 wurden 530 in Deutschland ansässige oder aktive NGOs direkt sowie mittelbar durch mehrheitlich im Eigentum des Bundes befindliche “Unternehmen” im kommenden Jahr finanziell unterstützt. Das teilte die Bundesregierung unter anderem in ihrer Antwort 20/8838 auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion mit. Die Mittel für die geförderten Projekte werden dabei von folgenden Behörden bereitgestellt: Bundeskanzleramt, Bundesbeauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Bundestag, Bundespresseamt (BPA), Bundesaußenministerium (AA), Bundesministerium für Justiz (BMJ), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Bundesministerium für Verteidigung (BMVG), Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (BMUV), Bundesministerium für Bauen (BMWSB), Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Keine Angaben lagen aus den Bundesministerien für Wirtschaft und Klima (BMWK), für Finanzen (BMF), für Familie (BMFSFJ), für Verkehr (BMDV), sowie dem Bundesministerium für Zusammenarbeit (BMZ) vor.

Die Bundesregierung begründete ihre nicht einmal ganz vollständige Antwort mit dem “zumutbaren Aufwand“ und „der vorgegebenen Frist“, in der die Informationen beschafft, zusammengestellt und aufgearbeitet werden mussten. Im Klartext: Man hat selbst keinen Überblick mehr, wer hier alles finanziert und gepampert wird. Wohlgemerkt: 2025 stockte die CDU-geführte linkste Bundesregierung aller Zeiten unter Friedrich „Links ist vorbei” Merz das Budget für den NGO-Sumpf nochmals auf. Noch irgendwelche Fragen?


Freitag, 9. Januar 2026

Unfassbare Äußerungen einer MDR-Journalistin: Diskussion um Berliner Vulkangruppen-Terror ist nur „durchschaubarer Trick, um vom Rechtsextremismus abzulenken“

von Thomas Hartung

MDR-“Altpapier”-Kolumnistin Antonia Groß:Unterirdisches unterm Undercut




Der Berliner Blackout war eine kleine Generalprobe für den Ernstfall: Brandanschlag auf die Energieinfrastruktur, Zehntausende Menschen tagelang ohne Strom und Heizung, kalte Wohnungen, ausgefallene Geräte in Pflegeheimen – mitten im Winter. Polizei und Verfassungsschutz sprechen von einer politisch motivierten Tat, die „Vulkangruppe“ aus dem linksextremen Milieu reklamiert den Anschlag für sich, die Bundesanwaltschaft ermittelt. In dieser Lage veröffentlicht der “Mitteldeutsche Rundfunk” (MDR) eine schwer erträgliche Kolumne von Antonia Groß, die sture Ideologie vor jegliche Empathie stellt: Die Diskussion über einen linksextremen Hintergrund sei vor allem ein „bekanntes Muster“ und ein „durchschaubarer Trick“, schreibt sie – „medial wirksam und deshalb beliebt bei Rechten, um von Gefahren durch Rechtsextremismus abzulenken“.

Man könne „fast nur mit den Augen rollen, so durchschaubar ist der Trick“. Von „Linksterrorismus“ zu sprechen sei voreilig, Medien betrieben „hastiges Labelling“ und eine „(Jauche-)Grube für Spekulation“. Damit sind die beiden Schwerpunkte dieses Vorfalls markiert; auf den ersten Blick wirkt Groß’ Text wie routinierte Medienkritik: Warnung vor vorschneller Schuldzuweisung, Hinweis auf laufende Ermittlungen. In Wirklichkeit sollen die Formulierungen etwas anderes leisten. Kern und Zweck der Kolumne bestehen nicht in der Artikulierung von Zweifeln an Details, sondern in der Abwertung eines ganzen Deutungsrahmens.

Bewusste Fokusverschiebung

Denn wer bei einem gezielten Anschlag auf eine Kabelbrücke durch dem Antifa-Milieu nahestehenden Klima-Extremisten von linksextremen Strukturen schreibt oder spricht, gestützt auf zahlreiche analoge Taten, ein authentisches Bekennerschreiben und entsprechende Ermittlungen – , betreibe damit das Geschäft der Rechten und wende in deren Interesse „Tricks“ an. Der moralische Fokus verschiebt sich damit radikal: Nicht das Schicksal von bis zu 50.000 Betroffenen, die in der Kälte sitzen, Kinder ins Warme schaffen und pflegebedürftige Angehörige versorgen müssen, steht im Zentrum. Das Problem sind vielmehr Politiker und Medien, die es wagen, Linksextremismus beim Namen zu nennen. Besonders irritierend ist der Ton gegenüber den Betroffenen.

Groß zitiert aus der “taz”(!) und mokanten “Spiegel”-Reportagen über Nachbarschaftshilfe – etwa den Mann, der im provisorischen Wärmeraum versucht, seinen 30 Jahre alten Aquarien-Wels am Leben zu halten, oder die Frau, die ihre Kaninchen vor dem Erfrieren schützen will – und macht sich anhand dieser „überfühligen“ Anekdoten erkennbar lustig. Mehr Abgehobenheit und Arroganz geht nicht. Haustiere als der Kitsch der kleinen Leute, der der Kolumnistin offenbar auf die Nerven geht – obwohl auch die Verspotteten den öffentlich-rechtlichen Staatsfunk zwangsgebührenfinanzieren dürfen, der solchen Kolumnen eine Bühne bietet. Dass dieser Text nicht in einem privaten Blog steht, sondern in der MDR-Medienkolumne “Das Altpapier”, ist kein Zufall: Das Format versteht sich als „Wächter“ über den Medienjournalismus und läuft seit 2017 auf dem MDR-Portal “MEDIEN360G” – finanziert aus Rundfunkbeiträgen.

Die Biographie als Programm

Was Groß und gleichgesinnte Journalisten hier treiben, ist der wahre Skandal: Ein Anschlag auf kritische Infrastruktur – vom Bundesinnenministerium als typische Aktionsform gewaltorientierter Linksextremisten beschrieben – wird in einer öffentlich-rechtlichen Medienkolumne nicht zum Anlass nüchterner Analyse, sondern zum Vehikel, um das eigene Lieblingsnarrativ zu bedienen – der rechte Feind ist immer gefährlicher; wer über linke Täter redet, betreibt Ablenkung. Die Botschaft an die Opfer lautet unausgesprochen: Ja, ihr friert gerade; aber das wirklich Allerwichtigste ist, dass niemand „falsche“ Schlüsse zieht! Doch wenn Wenn Ideologie höher gewichtet wird als elementare Solidarität, ist etwas grundsätzlich ins Rutschen gekommen.

Antonia Groß ist dabei eine typische Vertreterin eines Milieus, das in den Redaktionen der Öffentlich-Rechtlichen inzwischen hegemonial ist: Volontärin der “Berliner Zeitung”, engagierte Verfechterin „gendersensibler Sprache“, Publikationen zur Schreibdidaktik und zur Sprachkritik in den neuen Medien, Beiträge für linksliberale Plattformen wie “taz” und “Übermedien”, medienpolitische Kommentare über „Macht der Moralkeule“ und die Notwendigkeit, öffentliche Kommunikation stärker als „Kontrolle von Macht im Auftrag der Zivilbevölkerung“ zu organisieren. Kurzum: Eine junge, im einschlägigen akademischen Milieu geprägte Journalistin aus der linksprogressiven Filterblase samt Nasenpiercing und Topfschnitt mit „Problempony“: Hier passen wirklich alle Klischees wie die Faust aufs Auge. Doch das ist an sich nichts Ehrenrühriges. Problematisch wird es, wenn der Sender diese Perspektive fast ausschließlich als medienkritischen Maßstab anbietet – und zwar auf Kosten jener, die den Laden finanzieren müssen.

Die linksgrüne Schlagseite

Denn der MDR ist kein Nischenportal, sondern Teil eines Apparats, den alle Bürger zwangsweise zu stemmen haben. Gerade deshalb erwarten viele Beitragszahler, dass hier nicht länger parteipolitische oder ideologische Reflexe bedient werden, sondern ein Mindestmaß an Pluralität und Empathie herrscht – insbesondere dann, wenn Menschen von Gewaltakten betroffen sind. Stattdessen geschieht das genaue Gegenteil. Der Fall Groß bestätigt genau jenen Eindruck, den selbst moderate Kritiker wie Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in der MZ beschreiben als „Unwucht zugunsten linker und grüner Positionen“ und als Mangel an konservativen Profilen in den Redaktionen. Erinnern wir uns: Als 2020 einer seither vielfach zitierten Studie alle 150 Volontäre von ARD und “Deutschlandradio” (DLR) zur politischen Orientierung gefragt wurden, antworteten 86 von ihnen – und zeigten, dass Wahlverhalten der Volontäre vor allem von einer Farbe geprägt ist: grün.

Würde der ÖRR-Nachwuchs wählen, kämen die Grünen mit 57,1 Prozentaif eine absolute Mehrheit im Parlament, auf die Linke entfielen 25 Prozent der Stimmen, Die SPD würde drittstärkste Kraft; die CDU hingegen würde mit drei Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und die AfD kommt gar nicht vor. Hinzu kommt: Auch aus den Häusern selbst gibt es mittlerweile Alarmrufe. Mitarbeiter von ARD, ZDF und DLR diagnostizierten 2024 in einem „Manifest“ sinkendes Vertrauen, wachsende Zweifel an der Ausgewogenheit und eine „Lücke zwischen Programmauftrag und Umsetzung“. Dennoch leisten sich die Sender Kolumnisten, die einen linksextremistisch motivierter Anschlag auf kritische Infrastruktur als „Trick-Erzählung“ abgetan wird – mitsamt Seitenhieben auf Kält-opfer und „Haustierhalter*innen“. Wer so perfide agiert, braucht sich über „schwindende Akzeptanz“ nicht zu wundern – er produziert sie.
Was eine verantwortliche Medienkritik leisten müsste

Niemand verlangt von einer MDR-Autorin, stillschweigend jede Polizeimeldung zu über-nehmen. Medienkritik darf und muss auf offene Fragen hinweisen: War die Berichterstattung ausgewogen? Wurden Begriffe wie „Terrorismus“ vielleicht vorschnell benutzt? Sind alle Verdachtsmomente sauber belegt? Doch darum ging es hier nicht – denn seriöse Kritik hätte zwei Bedingungen: Sie nimmt die Realität des Anschlags und das Leid der Betroffenen ernst – ohne Zynismus. Und sie wendet denselben Maßstab auf Linksextremismus an wie auf Rechtsextremismus. So fragt etwa “Cicero”-Chef Alexander Marguier, “warum eine seit mehr als zehn Jahren aktive Terrorzelle immer wieder die Bevölkerung drangsalieren kann, ohne dass nennenswerte Ermittlungserfolge erzielt werden, während man gleichzeitig durchgedrehte Reichsbürger-Rentner im Tweed-Sakko der Öffentlichkeit als Ausgeburt des Schreckens präsentiert.” Bei Groß dagegen wird ein asymmetrischer Moralkodex sichtbar: Rechts ist immer schon „Struktur“, „Gefahr“, „Terrorismus“ – nach links hingegen darf selbst bei erdrückenden Beweisen, wenn überhaupt, ein möglicher Verdacht gelten, den man mit gerunzelter Stirn und Augenrollen kommentiert. Und wer in dieser Lage gar nach Linksterrorismus fragt, gilt nicht als nüchterner Beobachter, sondern als Teil des Problems.

So entsteht der Eindruck, dass für den öffentlich-rechtlichen Diskurs mehr die Frage zählt, wer von den Ermittlungsergebnissen, als die, wer eine solche Terror getan haben könnte. Der Brandanschlag ist dabei nur Symptom. Das eigentliche Thema ist eine Haltung, die sich für „kritisch“ hält und doch blind ist auf einem Auge: Ein System, das gern „Haltung“ predigt, aber Mühe hat, die eigenen Opfer ernst zu nehmen, wenn sie nicht ins Deutungsschema passen. Genau deshalb ist der Fall Groß mehr als nur ein Fehltritt einer einzelnen Autorin. Er ist ein Lehrstück darüber, warum der öffentlich-rechtliche Rundfunk Vertrauen verliert: Weil er den Bürgern die Rolle des zahlenden Statisten zuweist – während ein politisch homogener Redakti-onszirkel entscheidet, welche Empörung erlaubt ist und welche Nachfragen bloß ein „durchschaubarer Trick“ sind. Die Ankündigungen der AfD-Ministerpräsidentenkandidaten Markus Frohnmaier und Ulrich Siegmund, im Wahlerfolgsfalle umgehend die Staatsverträge in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt zu kündigen, erscheinen da inzwischen weniger als politische Drohung denn als Notwendigkeit oder zumindest kulturelle Verheißung.


Der ewige Judenhass der Linken

von Julian Marius Plutz

Verbrennung einer Israel-Fahne: Linker Judenhass tarnt sich als „Antizionismus“




Linker Judenhass ist so alt wie die Geschichte der Linken – was seit Karl Marx bekannt ist. Am 9. November 1969 – am Jahrestag der Reichspogromnacht, während einer Gedenkveranstaltung für NS-Opfer in West-Berlin – legten Linke der „Revisionistischen Clandestinen“ um Dieter Kunzelmann eine Bombe vor dem Jüdischen Gemeindehaus in der Fasanenstraße. Die Bombe versagte dank eines technischen Defekts; dennoch löste sie Panik unter den versammelten Juden aus. Die Täter rechtfertigten den Anschlag als Schlag gegen den „zionistischen Imperialismus“. Fast ein halbes Jahrhundert später, im Mai 2025, auf dem Parteitag der Linken in Chemnitz: Delegierte verwarfen die IHRA-Arbeitsdefinition – den globalen Standard gegen antisemitische Israel-Doppelstandards – und entschieden sich stattdessen für die Jerusalemer Erklärung, die antizionistischer, also judenfeindlicher Agitation freien Lauf lässt und Hass auf Juden salonfähig macht. Vom versuchten Bombenanschlag zur Parteibühne zieht sich ein düsterer, blutroter Faden: Linke Ideologie, die unter der Maske des Antifaschismus Judenhass ideologisch nährt und physisch entfesselt. Kurz gesagt: Sie mögen Juden einfach nicht, weil diese sich einen Staat erlaubt haben, der sich sogar noch die Chuzpe herausnimmt, sich gegen äußere Aggressoren zu verteidigen.

So bleibt alles, wie es ist: Die Diskussionslage in Deutschland, was jüdisches Leben betrifft, ist derart toxisch, dass sich Wohlstandslinke dazu hinreißen lassen, nackten Judenhass als legitime Israelkritik zu verkaufen. Das sind diejenigen, die in ihren wohligen Villenvierteln sitzen, Spendenaufrufe für Afrika unterstützen und jede vulnerable Gruppe protegieren – außer es handelt sich um nicht-linke Juden. In einer Diskussion mit solchen linken Kandidaten, bei der es vorgeblich um Kinderschutz ging, erwähnte ich, dass jüdische Kinder in Deutschland – mein Beispiel war eine jüdische Schule im Frankfurter Westend – von Polizei und Sicherheitsdienst geschützt werden müssen. Die Antwort kam prompt: „Wenn es so schlimm ist für Juden in Deutschland, warum geht ihr nicht nach Israel?“

So stolz auf die “Erinnerungskultur”

Das ist die Debattenlage in Deutschland 2026. Deutschen Juden wird – wie vor vielen Jahrzehnten, diesmal jedoch vermeintlich freiwillig – erneut die Deportation nahegelegt. Das Problem ist nur: Ich bin Deutscher, konkret Franke. Der Landstrich von Bayreuth bis Bad Kissingen, von Nürnberg bis Neustadt/Aisch ist nun einmal meine Heimat. Soll ich in ein Land gehen müssen, das zwar das Land der Juden ist, aber bis auf diese Tatsache nichts mit meiner Identität zu tun hat? Und überhaupt: Würde derselbe Standard angewandt, wenn sich die rhetorischen Vorzeichen umkehrten? Wenn ich sagte: Wenn es so schlimm ist für den syrischen Flüchtling in Deutschland, dann soll er doch nach Syrien zurückkehren? Immerhin – so plump der Satz wäre – hätte er eine gewisse Denklogik – denn für Syrer ist tatsächlich Syrien ihr Heimatstaat. Deutsche Juden hingegen sind und bleiben Deutsche, auch wenn viele Linke genau das zu verhindern versuchen.

Das Ende der Geduld beginnt an dem Punkt, wo sich eine Zuschreibung zur Existenzvernichtung eignet. Ich bin laut – und wenn ich drauf bin, noch mehr. Ich sage dann Worte wie „Scheißhauslesbe“ und verwende das Stilmittel der Polemik, wenn es für mich angebracht ist. Doch niemals wird mich jemand dabei erwischen, Menschen ihren Status als Mensch abzusprechen aufgrund von Eigenschaften, für die sie nichts können, eben weil sie so sind: Hautfarbe, Herkunft, religiöse Prägung, körperliche Attribute. Exakt das aber passiert in diesen Kreisen. Und wenn ich wütend bin, dann kaschiere ich nur meine Enttäuschung über ein Volk, das so stolz auf seine “Erinnerungskultur” ist (welch ein gaskrankes Wort!, dass es lebendes und lebendiges Judentum wissentlich ausklammert.

Erinnerung als seelenlose Pose

Der bittere Kern der ganzen Geschichte ist, dass sich in diesem Land, das sich selbst auf seine Mahnmale und diese seine „Erinnerungskultur“ so viel einbildet, die Lektion der Historie niemals wirklich eingeprägt hat. Dass Mahnung ohne Menschlichkeit hohl bleibt, wenn die, an die erinnert wird, heute wieder in Schulen und Synagogen von Polizei bewacht werden müssen. Das eigentliche Mahnmal sind die hohen Zäune und der Sicherheitsdienst vor jüdischen Einrichtungen und nicht bedeutungsschwangere Reden zum Holocaust-Gedenktag. Und während man Juden heute sagt, sie könnten ja nach Israel gehen, frage ich zurück: Wann haben wir aufgehört, zu begreifen, dass Heimat kein Ort ist, den man anderen abspricht? Dass deutsch zu sein und jüdisch zu sein sich nicht ausschließt, wenn wir es mit Humanismus, was zumindest vordergründig vielen Linke als Wert anerkennen, ernst meinen?

Vielleicht beginnt das Ende der Geduld dort, wo Erinnerung zur seelenlosen Pose verkommt. Deutsche Juden sind nicht hier, um sich zu entschuldigen, weil sie in ihrem Land bleiben. Sie bleiben, weil dieses Land auch das ihre ist – und weil Erinnerung nichts wert ist, wenn sie nicht den Mut hat, jüdisches Leben in der Gegenwart zu schützen. Möglicherweise und recht wahrscheinlich wird es in einer absehbaren Zeit keine Juden in Deutschland mehr geben. Dann habt ihr, vielleicht, ohne es zu wollen, oder doch, um genau das zu wollen, den Job von Adolf Hitler beendet.


Samstag, 3. Januar 2026

Feuerkatastrophe in Crans-Montana: Abgebrannter Club befand sich im selben Gebäude wie die örtliche Synagoge

von Olli Garch

Sicherheitskräfte am abgesperrten und verhüllten Schauplatz des Unglücks gestern Mittag in Crans-Montana



Weltweit wird seit gestern mit großen Entsetzen über den schrecklichen Großbrand in der Neujahrsnacht von Crans-Montana im Schweizer Kanton Wallis mit 40 Todesopfern berichtet. Ein möglicherweise sehr wesentliches Detail jedoch wurde bislang in den Medien so gut wie nicht erwähnt: Der Unglücksort hat dieselbe Adresse wie die örtliche Synagoge von Crans-Montana. Die jüdische Beit Yossef-Gemeinde residiert in denselben Räumlichkeiten wie die Bar „Le Constellation”, die zur Falle für hunderte Menschen wurde, was 40 Feiernde nicht überlebten und wo über hundert teils schwerste Verletzungen erlitten. Die im Zentrum des mondänen Wintersportorts gelegene Adresse, 35 rue Centrale, ist identisch mit jener der Unglücksbar.


Ein Zufall? Vielleicht; doch angesichts der zunehmend prekären Sicherheitslage für Juden in ganz Europa seit dem 7. Oktober 2023 und dem folgenden Gaza-Krieg ist es garantiert nicht abwegig, zumindest den Anfangsverdacht eines kausalen Zusammenhangs zu hegen. Hinzu kommt, dass in besonders eiligen Stellungnahmen und Erklärungen von Brandexperten und Medienberichten erstaunlich rasch eine Schilderung zum Unglückshergang präsentiert wurde, die zwar theoretisch plausibel klingt, die jedoch mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet. Vor allem macht stutzig, dass eine solche Tragödie in einem hochentwickelten Land wie der Schweiz passieren konnte. Wenn bisher vergleichbare solche Discothekenbrände in Schwellen- oder Drittweltländern mit hoher Korruption, notorisch schlampigen Behörden und mangelnden Sicherheitsbestimmungen auftraten (etwa in Südosteuropa, in Mittel- oder Südamerika), mag dies nicht weiter verwundern; nicht einmal in Deutschland, wo praktisch nichts mehr funktioniert, würde so etwas mittlerweile überraschen. Doch ausgerechnet in der Schweiz, einem der bestverwalteten, für die höchsten baulichen und Sicherheitsstandards berühmten und wohlhabendsten Staaten der Welt, das an nichts spart? Hier erscheint solch ein Vorfall mehr als merkwürdig.

Dies um so mehr, als die angeblichen Abläufe zwar theoretisch schlüssig sein mögen, aber trotzdem lebensfremd und unstimmig anmuten. So heißt es, in dem zum Unglückszeitpunkt mit rund 200 Gästen gefüllten Club im Untergeschoss hätten sich – was auch auf Augenzeugenberichten und Videos zu sehen sei – Wunderkerzen auf Champagnerflaschen entzündet, die nahe der Lüftung als Tischfeuerwerk eingesetzt wurden. Um 1.30 Uhr habe eine auf den Schultern einer anderen getragene Person dann die Flaschen mit brennenden Wunderkerzen hochgehalten. Die Funken hätten daraufhin schlagartig die Decke in Brand gesetzt; das Feuer soll sich rasend schnell ausgebreitet haben, verstärkt durch einen „Flashover“: Innerhalb von Sekunden entstand ein Vollbrand mit enormer Hitze, begleitet von Explosionen.

Großbrand bei geringstem Funkenflug in einer regelmäßig überfüllten Bar?

Hier stellt sich die Frage, wie die Decke einer seit Jahren betriebenen Bar, in der sicher nicht zum ersten Mal unter Vollkapazität gefeiert wurde, so schnell Feuer fangen konnte. Wer schon einmal die Funken einer Wunderkerze auf der nackten Haut gespürt hat, weiß, dass diese normalerweise keine große Hitze abgeben und schon gar keine Verbrennungen verursachen. Und eine Decke aus brennbarem Material und viel Holz im Innenraum bedeuten normalerweise nicht, dass Brände schlagartig schon bei kleinstem Funkenflug ausbrechen. Auch wenn “Le Constellation” ein verhältnismäßig schlechtes Sicherheitsrating von 6,5/10 aufgewiesen habe, wie Schweizer Medien berichten, so war dieser Wert doch für die gültige Betriebserlaubnis und eine Freigabe der Feuerwehr absolut ausreichend.

Und weil garantiert keine Schweizer Gastronomiestätte aus leichtentflammbaren Materialen erbaut ist, drängen sich Mutmaßungen förmlich auf, ob hier nicht doch Brandbeschleuniger oder anderweitige Präparationen zum Einsatz gekommen waren. Dies würde den rasend schnellen Ausbruch des Feuers jedenfalls besser erklären als das geschilderte Szenario. Allerdings würde dies auch bedeuten, dass es sich eben um einen vorsätzlichen Akt und damit einen Brandanschlag handelte. Bleibt man bei dieser theoretischen Überlegung, hätten der oder die Täter noch nicht einmal mit einer solchen Zahl an beklagenden Opfern rechnen müssen; es hätte sich auch auch lediglich um eine als Unfall getarnte Brandstiftung handeln können, eben vielleicht mit dem Ziel, das Gebäude samt Synagoge abzufackeln.

Verstörende Spekulationen, die gleichwohl benannt werden müssen

Dass nach dem Ausbruch des Feuers dann die verhängnisvolle Verkettung von Ereignissen einsetzte, die sich dann unweigerlich aus den baulichen Gegebenheiten ergab, könnte den hypothetischen Tätern gänzlich unbekannt gewesen sein. Vielleicht dachten sie, wenn es brennt, wird der Laden schnell geräumt – und den Rest übernehmen die Flammen. Fakt jedenfalls ist, dass Rauch und Panik die Flucht behinderten – denn der einzige Ausgang führte über eine enge Treppe, die sich sofort verstopfte; viele Gäste stolperten hier übereinander. Eine Rauchgasvergiftung wurde für die meisten Opfer zur Haupttodesursache.

Dass es sich nicht um ein tragisches Unglück handelte, fällt derzeit – noch jedenfalls – ins Reich der Spekulationen, und angesichts der hohen Opferzahl gilt die öffentliche Anteilnahme zunächst einmal den Hinterbliebenen und auch Überlebenden. Doch man muss es klar aussprechen: Im judenfeindlichen Klima überall in Europa ist nichts mehr auszuschließen, und deshalb dürfen diese möglichen Zusammenhänge nicht unter den Teppich gekehrt werden. Dass ausgerechnet über dem Schauplatz einer so ungewöhnlichen Feuerkatastrophe eine Synagoge ihren Sitz hat und dass eine Silvesterfeier wegen ein paar Wunderkerzen in einem solchen Inferno ausartet, erscheint zumindest ungewöhnlich. Offiziell ist die Ursache des Brandes noch unbestätigt. Die Behörden unter Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud ermitteln in alle Richtungen, wie es heißt – vor allem, ob „Sicherheitsvorschriften verletzt” wurden. Es bleibt abzuwarten, was hier noch so alles – falls opportun – als Licht kommen wird…


 



 

Montag, 29. Dezember 2025

US-Wahlmanipulation 2020: Allein in Atlanta und Fulton County 300.000 illegale Stimmen gezählt

von Tom Schiller

So hätten es die Democrats gerne gehabt: 
Der eigentliche Wahlsieger Trump im Knast



Ausgerechnet im Fulton County im US-Bundesstaat Georgia, wo dessen Hauptstadt Atlanta liegt, eine Metropolregion mit über sechs Millionen Einwohnern, flog nun eine Wahlmanipulation auf, die es in sich hat. Man erinnere sich: Fulton County war das County, in welchem Donald Trump und eine ganze Reihe seiner Unterstützer wegen des Versuchs der „bandenmäßig organisierten Wahlbeeinflussung“ angeklagt war. Also nicht die Demokraten, die aufgrund damals US-weiter Unregelmäßigkeiten und Wahlmanipulationen bis heute im Verdacht stehen, ihre Präsidentenmarionette Joe Biden durch eine mutmaßliche „stolen election” an die Macht gebracht zu haben – sondern die Republikaner um Trump sollen hier getrickst haben. An vorderster Front dieser irrwitzigen Anklage stand Fani Willis, eine besonders ergiebige Staatsanwältin, die unter anderem die Gunst der Stunde nutzte, um im Rahmen der Ermittlungen ihrem Lover den Posten des Sonderermittlers nebst 600.000 US-Dollar zuzuschanzen, von welchen sich das Pärchen mehrere Luxusurlaube und weitere Annehmlichkeiten gönnte. Willis wurde später übrigens wegen Befangenheit im „Fall Trump“ disqualifiziert, die Anklage gehen Trump wurde fallengelassen.

Dies geschah möglicherweise nicht ohne Grund. Denn immer noch sind zahlreiche Verfahren wegen Wahlmanipulation und -fälschung anhängig, allesamt angestrengt von einstigen Wahlbeobachtern – aber nicht zulasten der Demokraten, sondern zulasten Trumps. Bei einer Anhörung zu einem dieser Verfahren kam es nun zu regelrecht atemberaubenden Einlassungen der befragten Vertreter der zuständigen Wahlbehörde: Die Anwältin des Fulton County Board of Registration and Elections musste nolens-volens bei einer Befragung zugeben, dass in 36 von 37 (!) Wahlbezirken die Durchführung der Wahl alles andere als korrekt abgelaufen war.

Massenhaft in Boxen platzierte Wahlzettel

Zu Beginn eines Wahltages müssen die Verantwortlichen im Wahllokal normalerweise ein sogenanntes „Null-Band“ aus den Scannern der Briefwahlzettel ausdrucken und unterschreiben. Dies dient als Nachweis dafür, dass die Speicher der Wahlzettel-Scanner tatsächlich leer sind und sich dort keine Stimmen aus vorangegangenen Wahlen oder Scanner-Tests mehr befinden. Aber genau dieses Procedere wurde im Fulton County nicht einhalten. Das lässt natürlich die Schlussfolgerung zu, dass es möglich und sogar sehr wahrscheinlich war, die Scanner vor dem Start der offiziellen Auszählung mit manipulierten Briefwahlzetteln zu füttern. Und genau das scheint auch passiert zu sein: In der Dokumentation „2000 Mules“ wurde nachgewiesen, dass von linken US-NGOs massenhaft Wahlzettel in den entsprechenden Boxen platziert worden waren.

Keine Erklärung hatte die Anwältin für ein anderes Phänomen, welches mehrfach aufgetaucht ist, als man die Wahlunterlagen wegen der Verfahren nochmals prüfte: Auf den abschließenden Reports, die man nach Beendigung der Wahl ausdruckte, tauchten die identischen Seriennummern mehrerer Geräte gleich mehrfach auf den Dokumenten auf. Offensichtlich hatte man die Gerätespeicher einiger Scanner in andere Scanner gesteckt, um dort nochmal die gleichen Reports mit dem identischen Wahlergebnis auszudrucken – offenbar in der Hoffnung, dass es niemandem auffallen würde.

Betrogener Trump sollte zum Betrüger gestempelt werden

Insgesamt betrafen all diese Aktionen am Ende rund 300.000 Stimmen, die auf Grund dieser Verfehlungen nicht hätten zertifiziert werden dürfen. Man erinnere sich: Seinerzeit lag Donald Trump am Ende der offiziellen Auszählung im Bundesstaat Georgia mit 11.779 Stimmen hinter Sleepy Joe. Trumps Telefonat mit dem Innenminister Georgias, Brad Raffensperger, in welchem er diesen aufforderte, Vorwürfe zur Wahlmanipulation umgehend zu überprüfen, machte damals reichlich Furore: Denn eben diese auf wohlbegründeten Verdachtsmomenten basierende Aufforderung, offenkundige Unregelmäßigkeiten zu untersuchen, wurde dann zum Anlass genommen für die Anklage wegen “bandenmäßig organisierter Wahlbeeinflussung”, die sich Trump – neben Hohn und Spott quer durch die Systempresse des „Wertewestens“, vor allem auch in Deutschland – damals einfing. Dass diese Anklage wie gesagt scheiterte, während sich die Hinweise auf die von Trump schon damals befürchteten Wahlmanipulationen durch die neuen Beweise immer mehr verdichten, davon ist in denselben Kampagnenmedien natürlich nichts zu lesen.

Natürlich ist am Ergebnis der Wahlen 2020 im Nachgang nichts mehr zu ändern. Trotzdem ist es wichtig, dass die damals veranstalteten Sauereien ans Tageslicht gezerrt werden, – allein schon um zu zeigen, was die von Europas Linken als natürlichen Verbündete und vermeintliche Mitstreiter für Freiheit und Demokratie gepriesenen US-“DemonRats” so getrieben wurde. Ebenso wichtig ist noch eine andere Erkenntnis: Trump hatte, – wie so oft – auch hier Recht!


Samstag, 27. Dezember 2025

Wohltätigkeitsvereine sammelten Millionen Euro für Hamas – Neun Menschen festgenommen

von Thomas Heck...

Dass die Hamas ihre Unterstützer im Westen hat, ist keine neue Information. Sympathisanten in Poltik und Medien, beginnend bei der Mauermörderpartei Die Linke, deren linker Konkurrent BSW, große Teile der Hakenkreuz-Partei SPD und auch die CDU ist massiv unterwandert, man schaue nur nach Berlin, wo der Regierende Obermotz jüngst den Gedenktag gegen Islamfeindlichkeit verkündete und den täglichen Judenhass auf Berlins Strassen toleriert, fördert, sogar finanziert, bis hin zu den öffentlich-rechtlichen Hetzmedien von ARD und ZDF. Doch die Unterstützung ist noch tiefer, als man je erahnen konnte.

Mohammad Hannoun (r.) wurde festgenommen. Hier ist der Präsident der Palästinensischen Vereinigung mit Greta Thunberg auf einer Palästina-Demo Ende November zu sehen




Unter dem Deckmantel von Wohltätigkeit sollen aus Italien Millionen an die Hamas geflossen sein. Die Ermittler decken ein mutmaßliches Netzwerk zur Unterstützung der islamistischen Organisation auf. Auch der Präsident der Palästinensischen Vereinigung in Italien sei beteiligt.

Die italienischen Behörden haben neun Menschen festgenommen, die über Wohltätigkeitsorganisationen die militant-islamistische Hamas unterstützt haben sollen. Bei der Operation „Domino“ seien insgesamt Vermögenswerte in Höhe von acht Millionen Euro sichergestellt worden, teilte die Finanzpolizei mit und verwies auch auf die ermittelnde Staatsanwaltschaft in Genua. Den Verdächtigen werde vorgeworfen, große Summen für die palästinensische Terrororganisation gesammelt zu haben, teilte die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft am Samstag mit.

Die Verdächtigen sollen rund sieben Millionen Euro an Vereine mit Sitz in den palästinensischen Gebieten oder in Israel weitergeleitet haben. Die Vereine gehörten entweder der Hamas, würden von ihr kontrolliert oder stünden mit ihr in Verbindung, erklärten die Ermittler.

Unter den Festgenommenen sei der Präsident der Palästinensischen Vereinigung in Italien Mohammad Hannoun. Die Staatsanwaltschaft bezeichnet ihn als Anführer der italienischen Hamas-Zelle.

Er soll mehr als 20 Jahre lang ein System zur Sammlung von Geldern geleitet haben, die formal für humanitäre Zwecke bestimmt waren, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Ermittler. In Wirklichkeit seien die Gelder zum größten Teil zur Finanzierung der Hamas oder mit ihr verbundener Organisationen verwendet worden. Ihm werde die Hauptverantwortung für Überweisungen in Höhe von mehr als sieben Millionen Euro zugeschrieben, insbesondere nach dem 7. Oktober 2023, dem Tag des Terrorangriffs der Hamas mit mehr als tausend israelischen Opfern.

Internationale Zusammenarbeit

Ein Teil der Gelder soll laut Ansa für den Unterhalt der Familienangehörigen von Selbstmordattentätern oder wegen Terrorismus verurteilten Häftlingen bestimmt gewesen sein.

Die Ermittlungen begannen laut dem italienischen Online-Portal „Agenzia Nova“ bereits nach dem Terroranschlag der Hamas auf Veranlassung der Nationalen Direktion für Mafiabekämpfung und Terrorismusbekämpfung. Anlass seien demnach mehrere Berichte über verdächtige Finanztransaktionen gewesen, die bereits vor dem 7. Oktober 2023 festgestellt worden waren. Die Ermittlungen haben nun ergeben, dass die Hamas einen ausländischen Ableger und weitere Zweigstellen eingerichtet hat, die eigens dafür operiert haben sollen, das Image der Organisation zu fördern und vor allem zu ihrer Finanzierung beizutragen.

Italiens Ministerpräsidentin Georgia Meloni begrüßte die Festnahme. „Ich möchte meine Anerkennung und Zufriedenheit für die besonders komplexe und wichtige Operation zum Ausdruck bringen, die die Verhaftung von neun Personen ermöglicht hat, die beschuldigt werden, die Hamas über sogenannte Wohltätigkeitsorganisationen mit mehr als sieben Millionen Euro finanziert zu haben“, erklärte Meloni laut „Agenzia Nova“. „Unter ihnen befindet sich der Präsident des Verbandes der Palästinenser in Italien, Mohammad Mahmoud Ahmad Hannoun, der von den Ermittlern als ‚Mitglied des ausländischen Ablegers der Terrororganisation Hamas‘ und ‚Anführer der italienischen Zelle der Hamas‘ bezeichnet wird.“

Die Untersuchungen hätten auch die Existenz eines strukturierten europäischen Netzwerks zur Geldbeschaffung ergeben, zu dem auch der italienische Zweig zählte. Die Strategie sei immer dieselbe: die Organisation durch formal karitative Aktivitäten finanziell zu unterstützen.

Innenminister Matteo Piantedosi schrieb auf der Plattform X, die Operation habe Aktivitäten offengelegt, die als Initiativen zugunsten der palästinensischen Bevölkerung getarnt worden seien und die Unterstützung und Beteiligung an terroristischen Organisationen verschleiert hätten. Die Europäische Union führt die Hamas auf ihrer Terrorliste.


Montag, 22. Dezember 2025

„El Hotzo“ und die moralische Selbstverklärung

von Thomas Hartung

Unlustig, borniert, primitiv, intellektuelle Zumutung – aber im linken Kulturmilieu wohlgelitten: „El Hotzo“



Am Anfang steht ein aus zwei Fotos montierter Tomatenwitz: Sebastian Hotz, besser bekannt als „El Hotzo“ (beziehungsweise bei denen, die seine geistigen Ergüsse hinreichend lange goutiert haben, auch als “El Kotzo”), fragt seine Hunderttausende Follower auf X, wie sie Ketchup zu ihren Pommes essen – „Trump-Style“ mit einem kleinen Klecks am Rand, oder „Kirk-Style“, wenn der ganze Teller in der blutroten Sauce ertränkt ist. 


Der Doppelsinn erschließt sich sofort: Donald Trump überlebt im Sommer 2024 ein Attentat, er wurde am Ohr getroffen; der rechtskonservative Aktivist Charlie Kirk dagegen verblutete 2025 an einem Halsschuss. Diese menschenverachtende Niveaulosigkeit verdiente eigentlich keine Analyse – wenn nicht “El Hotzo” ein Liebling der Haltungsmedien und des öffentlich-rechtlichen Staatsfunks wäre; beim RBB hatte er jahrelang eine Sendung, bei Böhmermanns “ZDF Royal” war er Gagschreiber. Sein Debütroman wurde im Feuilleton besprochen und im Düsseldorfer Schauspielhaus in ein Bühnenstück umgesetzt. Linker Menschenhass ist salonfähig.

Die Metapher von “El Hotzos” Pommes-Entgleisung lebt von der ästhetischen Entdramatisierung realer, tödlicher Gewalt. Das Massaker wird hier in die Konsumästhetik des Pommes-Snacks überführt; Blut wird zum Soßendesign, das man „präferiert“. Die Kälte der Pointe speist sich aus der demonstrativen Harmlosigkeit der Oberfläche. Das ist nicht subversiv, sondern zynisch: Tragik wird zur Lifestyle-Frage. Verglichen mit klassischer politischer Satire – Kraus, Tucholsky, selbst frühe Böhmermann-Formate – fehlt hier jede Fallhöhe. Es gibt keinen intellektuellen Mehrwert, keine wirklich überraschende Brechung – nur die billige Lust daran, den Tod des „Faschisten“ als Geschmacksfrage zu inszenieren. Ästhetisch ist das eher Social-Media-Meme auf Reklamelevel als Satire – flach in der Form, brutal in der Implikation. Wenn man das bündeln will, könnte man sagen: Die Ketchup-Metapher ist ästhetisch schwach und moralisch hart. Sie trivialisiert reale Gewalt in der Bildsprache der Imbissbude – und dokumentiert damit mehr den Zustand eines Milieus als eine besondere satirische Begabung.

Ungebrochener Liebling des Kulturbetriebes

Dieser Ketchup-Gag ist nicht isoliert. Er folgt früheren Posts, in denen Hotz den Schüssen auf Trump attestierte, dieser habe den „letzten Bus leider knapp verpasst“ und ergänzte, er finde es „absolut fantastisch, wenn Faschisten sterben“. Der öffentlich-rechtliche RBB beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit ihm zumindest beim Jugendsender “Fritz”, Hotz verlor seine Sendung – blieb aber ansonsten ungebrochen Liebling eines großen Teils des Kulturbetriebs, zumal beim ZDF. Später bescheinigt ihm ein Berliner Gericht Straflosigkeit: geschmacklos, aber Satire. Hotz ist keine Randfigur. Er verkörpert einen Typus, der im deutschen Medienbetrieb zur festen Rolle geworden ist: der linksironische Netz-Satiriker, der sich selbst als moralisch aufgeklärte Stimme einer urbanen Generation inszeniert. Hohe Reichweite in den sozialen Medien, Präsenz in Talkshows, Buchverträge, Kabarettpreise, Moderationsjobs im öffentlichrechtlichen Rundfunk – es sind genau diese Schnittstellen, an denen aus einem primitiven Meme-Produzenten ein Bestandteil der medialen Infrastruktur wird.

Seine Marke besteht aus drei Elementen: ironisierte Alltagsbeobachtung, Affirmation eines linksliberalen Weltbildes, aggressiver Spott gegen alles, was rechts von den Grünen steht. Das Besondere ist nicht der Witz an sich, sondern der moralische Überbau: Hotz tritt nicht einfach als Komiker auf, sondern als jemand, der die vermeintlichen Abgründe des Spießertums, des „alten weißen Mannes“, des Konservativen erhellt – aus der sicheren Distanz des eigenen Milieus.

Gewaltphantasien als Satire – und als Grenztest

Diese Selbstinszenierung als reflektierter, feministischer, antiautoritärer Medienmann erhält allerdings Risse, als 2024 Vorwürfe laut werden, Hotz habe Partnerinnen systematisch betrogen, emotional manipuliert und sein öffentliches Image ausgenutzt. Er selbst räumt in einem Statement ein, gelogen, „gelovebombt, gegaslighted, manipuliert“ zu haben; es gebe dafür “keine Ausrede”. Die Diskrepanz zwischen Auftreten und Verhalten ist frappierend: Öffentlich gibt der Autor den kritischen Feministen, privat agiert er – folgt man den Vorwürfen und seinem eigenen Eingeständnis – genau in dem Muster, das er öffentlich anklagt. In einer normalen Öffentlichkeit wäre dies Anlass zu einer grundsätzlichen Debatte über Glaubwürdigkeit, Machtmissbrauch und den Charakter des neuen, moralistisch aufgeladenen Influencer-Typs. Im deutschen Medienbetrieb wird das Thema dagegen rasch entschärft: ein kritischer Tag, ein paar distanzierte Kommentare – und dann weiter im Programm.

“El Hotzos” Trump-Posts markieren eine Verschiebung, die man leider sehr ernst nehmen muss. Es ist eine Sache, sich über Politiker lustig zu machen, ihre Sprache zu parodieren, ihre Entscheidungen zu kritisieren. Es ist eine qualitativ andere, den Tod politischer Gegner nicht nur „fantastisch“ zu finden, sondern Gewalt mittels Ketchup-Metapher auch noch in das Vokabular eines Fastfood-Werbespots zu übersetzen. Juristisch mag man das – wie das Berliner Gericht – noch unter „straflose Satire“ verbuchen. Politisch und kulturell ist es ein Symbol: Wenn der Tod von als „Faschisten“ etikettierten Gegnern ausgelacht werden darf, dann rückt Gewalt in den Bereich des Sagbaren als etwas, das zumindest emotional bejaht werden kann. Der Begriff „Faschist“ fungiert hier als moralischer Freibrief: Wer mit ihm etikettiert ist, verliert den Anspruch auf menschliche Solidarität – und in der Logik dieser Rhetorik auch auf das nackte Leben.

Das erwünschte moralische Label

Bemerkenswert ist, wie wenig Distanz ein großer Teil des Medienmilieus dazu wahrt. Kritik gibt es, auch Shitstorms, ja. Der RBB zieht eine Grenze – aber eher aus institutioneller Notwehr, weil ein ARD-Sender sich öffentliche Gewaltfantasien nicht leisten kann, ohne sein eigenes Rechtsverständnis zu kompromittieren. Gleichzeitig bleiben Verlage, Bühnen und ein großer Teil des Feuilletons bei der Lesart: Hier sei jemand „zu weit gegangen“, aber im Grunde gehöre er doch zur richtigen Seite der Geschichte. Die Botschaft an das Publikum ist eindeutig: Gewaltphantasien sind im Prinzip tabu, aber Ausnahmen sind möglich – vorausgesetzt, die falschen Menschen sind betroffen und der Absender trägt das erwünschte moralische Label. Für Linke gilt insofern die Toleranz, die hierzulande ursprünglich einmal für alle galt – und genau das ist das Problem.

Apropos falsche Menschen: Trotz Morddrohung gegen AfD-Chefin Alice Weidel auf einem Fadenkreuz-Aufkleber mit dem Logo der “linksjugend.solid” stellte die Staatsanwaltschaft Hannover das Verfahren jetzt ein; es hatte ausgereicht, dass die extremistische Jugendgruppierung fadenscheinig behauptete, sie sei es nicht gewesen. Anfang Oktober waren die Aufkleber in der niedersächsischen Landeshauptstadt an mehreren Stellen angebracht worden. Die AfD-Landtagsfraktion hatte daraufhin Strafanzeige erstattet.

Die Doppelmoral des Betriebs

Die eigentliche Pointe des „El-Hotzo“-Skandalons liegt in der asymmetrischen Normsetzung. Man stelle sich vor, ein konservativer Satiriker wie etwa Uwe Steimle würde nach einem Attentat auf einen linken Politiker oder Aktivisten einen ähnlichen Post absetzen – „leider knapp verpasst“, mit der Bemerkung, es sei „fantastisch, wenn Marxisten sterben“. Die Reaktion der Medien wäre absehbar: mehrtägige Empörungswellen, Forderungen nach Karrierebeendigung, Debatten über „rechte Hasskultur“, Talkshow-Tribunale. Im Fall Hotz begrenzt sich die strukturelle Konsequenz auf einen öffentlich-rechtlichen Sender; im Übrigen bleibt er verwertbare Figur. Gerichte erklären seine Äußerungen, bei allem Ekel, als von der Kunstfreiheit gedeckt; große Medienhäuser betonen die Meinungsfreiheit – eine Freiheit, die sie konservativen Stimmen ansonsten selten so großzügig zugestehen. Nicht der einzelne „entgleiste“ Tweet ist interessant, sondern die Struktur, die ihn hervorbringt, entschuldigt und zugleich produktiv verwertet.

Damit wird ein doppelter Standard zementiert. Wer sich selbst als links, progressiv, antifaschistisch versteht, kann sich im sprachlichen Grenzbereich sehr viel mehr leisten als der politische Gegner. Das gilt nicht nur für Satire, sondern auch für den Umgang mit persönlichen Skandalen. Die Enthüllung, dass ein lautstarker Feminist Frauen in Beziehungen manipuliert hat, wird als tragischer Ausrutscher behandelt; bei einem konservativen Politiker wäre sie Beleg für die an-gebliche Heuchelei eines ganzen Lagers.
Die Wirkung dieser Doppelmoral ist langfristig fatal. Nicht, weil „rechts“ zu kurz kommt, sondern weil die Idee einer neutralen, auf gleichen Regeln beruhenden Öffentlichkeit unterminiert wird. Wenn das Publikum den Eindruck gewinnt, dass moralische Maßstäbe vom Parteibuch abhängen, dann bricht das Vertrauen in Medien und Institutionen unvermeidlich ein.

Die linke Satireblase

Der Fall Hotz zeigt auch, wie eng öffentlich-rechtliche Strukturen mit einer spezifischen Filterblase verknüpft sind. Dass ein junger Autor, der in sozialen Medien vor allem linke Milieus bedient, eine Sendung beim RBB-Jugendradio bekommt, ist zunächst nicht skandalös. Problematisch wird es allerdings dort, wo der Sender nicht erkennt, dass er nicht irgendeinen bunten Komiker engagiert hat, sondern einen politischen Akteur, der seine Reichweite explizit für Stimmungsmache nutzt – und damit in den Bereich der politischen Kommunikation eindringt. Die Reaktion des RBB, der sich nach dem Trump-Eklat von Hotz trennte und erklärte, seine Posts seien „mit unseren Werten nicht vereinbar“, war aufschlussreich; denn einerseits ist das richtig: Wer Tötungsfantasien teilt, sollte keine Jugendformate eines öffentlich-rechtlichen Senders prägen.

Andererseits kommt diese Erkenntnis viel zu spät und bleibt halbherzig, solange die gleiche Institution systematisch Kabarett- und Comedyformate pflegt, die politische Gegner routiniert dämonisieren – allerdings in anderen Tonlagen. Die Frage ist nicht: Darf der ÖRR Satire? Selbstverständlich darf er das. Die Frage ist: Darf er sich einseitig mit einer politischen Richtung verschränken, deren Satire sich immer wieder am Rand der Entmenschlichung von Gegnern bewegt, während er konservative Stimmen als „problematisch“ abwehrt? Genau diese Asymmetrie zerstört das, was die Legitimation des öffent-lichrechtlichen Systems einmal ausmachen sollte: Ausgewogenheit, Pluralität, redaktionelle Distanz.

Die Moralindustrie und ihr Menschenmaterial

Die Kombination aus moralischem Hochton und privaten Fehlleistungen, die man bei Hotz beobachten kann, ist kein Zufall, sondern Symptom einer moralindustriellen Medienkultur. Sie lebt davon, dauernd das Richtige zu sagen, strukturelle Unterdrückung anzuprangern, patriarchale Muster zu demaskieren – und sie ignoriert dabei, wie verführbar Menschen sind, die eine solche Rolle spielen. Der Influencer, der sich als moralischer Leuchtturm inszeniert, gewinnt einen enormen Machtvorsprung – insbesondere gegenüber jenen, die ihn bewundern, mit ihm zusammenarbeiten oder sich ihm emotional anvertrauen. Wenn ausgerechnet diese Figur privat manipulierend, untreu, verletzend agiert, ist das nicht bloß eine persönliche Tragödie, sondern ein Alarmzeichen: Das Milieu, das ständig über „strukturelle Gewalt“ spricht, ist blind für die strukturelle Gewalt im eigenen Inneren.

Dass weite Teile der Medien hier lieber schnell zur Tagesordnung übergehen, anstatt eine selbstkritische Debatte über die eigene Heldengalerie zu führen, ist bezeichnend. Der Apparat verteidigt sich selbst. Er braucht Figuren wie Hotz – als Verstärker seiner Weltsicht, als prägnantes Gesicht, das in Timeline-Geschwindigkeit liefert, was der redaktionelle Betrieb in schwerfälligerer Form aussendet. Man kann diese Entwicklung als Fall eines aus dem Ruder gelaufenen Satirikers erzählen. Man kann sie aber auch als Hinweis lesen, dass mit der Form der Satire selbst etwas nicht stimmt, wenn sie sich vollständig in die Logik des politischen Lagerkampfs integriert. Satire, die nur noch nach unten und nach rechts tritt, die sich an den immer gleichen Feindbildern abarbeitet, wird von der Kunstform zur Kampfform.

Gemeinsam über die “richtigen” Leute lachen

“El Hotzo” ist in diesem Sinne weniger Urheber als Symptom. Er bedient ein Bedürfnis vieler Redaktionen, Kulturinstitutionen und urbaner Milieus nach moralischer Selbstbestätigung: Die Welt ist in Ordnung, solange wir gemeinsam über die richtigen Leute lachen. Dass die Grenzen zur Verrohung fließend sind, zeigt sich, wenn der Tod von Gegnern zur Pointe taugt – und dafür Applaus kommt, solange das Etikett „Faschist“ auf der Zielscheibe klebt. Der Fall Hotz ist kein Aufruf zur Zensur. Er ist ein Anstoß, darüber nachzudenken, was eine freie Öffentlichkeit ausmacht. Meinungsfreiheit schützt auch geschmacklose, idiotische, verletzende Äußerungen – gerade deshalb ist sie ein hohes Gut. Aber eine offene Gesellschaft darf nicht blind bleiben für die Frage, welche Formen von Rede sie belohnt, aufwertet, institutionell adelt. Eine Medienkultur, die Gewaltfantasien gegen politisch markierte Gegner als Satire relativiert, während sie konservative Stimmen schon für ungeschickte Formulierungen moralisch exkom-muniziert, unterhöhlt ihre eigene Grundlage.

Eine Öffentlichkeit, die moralische Helden feiert, ohne deren reale Praxis zu prüfen, schafft sich Götzen – und wird irgendwann von deren Sturz überrascht. Ein rechtsintellektueller Blick auf den „El-Hotzo-Komplex“ verlangt daher nichts Spektakuläres. Er fordert lediglich, dass wieder gleiche Maßstäbe gelten: keine Lust an der Entmenschlichung, egal gegen wen; kein moralischer Freibrief für die „richtige“ Gesinnung; keine öffentlich-rechtlichen Karrieren für Leute, die mit politischem Tod scherzen. Das wäre keine „rechte“ Medienordnung, sondern schlicht der Versuch, die Idee einer freiheit-lichen Öffentlichkeit ernst zu nehmen – gegen die Versuchung, sie in ein moralisch aufgeladenes Kampagnenökosystem zu verwandeln, in dem Figuren wie “El Hotzo” nicht Ausreißer, sondern Funktionseliten sind.