Mittwoch, 25. Februar 2026

Nach KI-Skandal und wiederholten Faktenverdrehungen: Beim ZDF brennt intern die Hütte

von Theo-Paul Löwengrub

Lange Gesichter: ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten



Der Skandal um das im “Heute Journal“ gesendete KI-generierte Video, mit dem die angebliche Brutalität der US-Einwanderungsbehörde ICE demonstriert werden sollte, sowie die Verwendung von weiterem falsch deklariertem Archivmaterial im selben Zusammenhang, haben das ZDF bis ins Mark getroffen. Hier wurde nun ein kritischer Punkt überschritten – denn diesmal kann man nicht mehr so tun, als sei nichts gewesen und die Affäre wie üblich einfach aussitzen, so wie man dies bei zahllosen früheren Fehlleistungen tat. Zwar musste die bisherige New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht als personelles Bauernopfer den Kopf hinhalten, die sofort abberufen wurde – doch jedem ist klar, dass das Kontrollversagen und damit die eigentliche Schuld beim Sender liegt, wo man überhaupt keine Veranlassung sah, die Videos zu hinterfragen, weil sie so schön ins eigene vorurteilsgeschwängerte Weltbild passen.

Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ rechtfertigte ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten Albrechts Abberufung wie folgt: „Die Entscheidung ist an der Sache orientiert. Es ist ein Verstoß gegen Regeln und das fordert auch eine Antwort“, sagte sie. Albrecht sei eine erfahrene und angesehene Kollegin, der sie „in keiner Weise irgendeine Fälschungs- oder Manipulationsabsicht“ unterstelle. Immerhin räumte sie ein, dass auch in der Senderzentrale in Mainz „hätte Alarm schrillen müssen, weil erkennbar Material aus dem Netz verwendet wurde“. Die “Fehler” würdennaher derzeit „sehr genau“ untersucht und könnten „auch noch arbeitsrechtliche Konsequenzen haben“. Außerdem sei die Kommunikation des ZDF nach dem Fehler öffentlich zu Recht kritisiert worden; diesbezüglich erklärt Schausten, dass „die Tragweite des Themas spät erkannt“ worden sei.

“Infam und böswillig”

Beim ZDF scheint es intern jedenfalls heftiger zu brodeln, als nach außen bekannt wird: Laut dem Journalisten und ARD-Dissidenten Alexander Teske, der als bestens vernetzter ÖRR-Insider gilt, soll gestern eine Online-Betriebsversammlung des ZDF mit insgesamt rund 1.150 Mitarbeitern stattgefunden haben. Auch hier kündigte Schausten eine harte Reaktion auf den KI-Skandal an, einschließlich arbeitsrechtlicher Verfahren gegen sämtliche für den Beitrag Verantwortlichen. Bettina Warken, die Leiterin von “ZDF Reportage”, sprach von einem „Relotius-Moment“; WISO-Moderatorin Sarah Tacke berichtete, dass sie bei Terminen mit „Ach, Sie kommen vom KI-Fernsehen!“ angesprochen werde und beklagte ein „Klima der Angst“ in der Redaktion. Allerdings ging es natürlich doch wieder nicht ohne die üblichen Beschuldigungen gegen die unabhängigen Medien, die, im Gegensatz zum ZDF, ihre Arbeit machen und den Fake-Skandal erst publik gemacht hatten: Schausten kritisierte, „gewisse Plattformen“ – gemeint war offensichtlich “Nius” – „infam und böswillig“ über den manipulativen Beitrag berichten würden. Hier durfte natürlich auch Elmar Theveßen, der katastrophale Studioleiter in Washington nicht fehlen: Dieser forderte, man solle sich das „Geraune von Nius“ nicht zu eigen machen.

Schausten selbst, Intendant Norbert Himmler oder Moderatorin Dunja Hayali wurden hingegen nicht kritisiert. Dabei räumte das ZDF auf Anfrage von „Apollo News“ ein, dass Hayali ihre Anmoderation des Beitrages, wobei sie sogar noch vor KI-manipulierten Videos gewarnt hatte, sogar selbst verfasst hatte. Allerdings sei sie für die Abnahme der Beiträge “nicht verantwortlich”; so kann man sich natürlich auch aus der Affäre ziehen… Viel bequemer ist es da, alle Schuld bei Albrecht und anderen subalternen Mitarbeitern abzuladen, während, Himmler, Schausten, Theveßen und Hayali wieder einmal ungeschoren davonkommen. Dabei sind sie es, die erst das pseudojournalistische interne Klima und die Erwartungshaltung geschaffen haben, die Albrecht davon ausgehen ließen, ohnehin werde jeder Anti-Trump-Beitrag begierig aufgenommen, ob mit oder ohne KI aufgepeppt.

Ein-Mann-Fakenews-Schleuder Theveßen

Ausgerechnet Theveßen, der seit Jahr und Tag grotesk tendenziöse Berichte aus den USA schickt, in denen er Donald Trump als faschistischen Unmenschen darstellt, der demi m September ermordeten konservativen Aktivisten Charlie Kirk längst widerlegte Behauptungen in den Mund legte; dem sich vor aller Welt in seine Bestandteile auflösenden Ex-Präsidenten Joe Biden beste geistige und körperliche Gesundheit attestierte und noch von einem durchaus “möglichen Sieg” von Trumps Konkurrentin Kamala Harris schwafelte, als die US-Medien Trumps Wiederwahl bereits zu vermelden begannen: Diese Ein-Mann-Fakenews-Schleuder sollte zu diesem Thema am besten fein stille schweigen.

In jedem gut geführten und vor allem am Publikum orientierten Medienkonzern wäre jemand wie Theveßen, der permanent den hanebüchensten Blödsinn von sich gibt, längst in hohem Bogen entlassen worden. Dasselbe gilt für Hetzer wie Hayali oder Jan Böhmermann, der dem ZDF mit seinen ständigen Lügen und Verleumdungen nur Schaden zufügt. Aber da man sichere Beitragsmilliarden hinter sich weiß und vor allem Union und SPD sich nicht trauen, diesen Sumpf endlich trockenzulegen, da er das für sie überlebenswichtige Rentnerpublikum bindet, welches ihre verbliebene Stammwählerschaft ausmacht, können die Staatssender weiter ihr Unwesen treiben.


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