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Freitag, 26. Juni 2026

Radebeuler Kunstpreis: Die Provinz der Gesinnung

von Thomas Hartung

Radebeuler Rathaus: Wirbel im Stadtrat wegen AfD-Personalie



Manchmal verrät ein kommunalpolitisches Scharmützelchen mehr über den Zustand des Landes als eine Bundestagsdebatte. Die Auseinandersetzung um die Neubesetzung der Stadtrats-Jurymitglieder für den Radebeuler Kunstpreis gehört in diese Kategorie. Gewählt wurden im zuständigen Ausschuss Dr. Katja Schröter von der CDU und Dr. Bettina Gruber-Scheller von der AfD, so der offizielle Beschluss der Stadt Radebeul. Und doch machte die “Sächsische Zeitung” prompt ein politisches Lehrstück daraus. Schon Überschrift und Vorspann geben die Richtung vor: Nicht die Besetzung einer Jury wird beschrieben, sondern eine „umstrittene Personalie“, die „Couragepreisträger und Grüne“ empöre; konkret wird die Kritik der bei der Wahl durchgefallenen Grünen-Stadtratsfraktionschefin Eva Oehmichen hervorgehoben, die die Wahl von Bettina Gruber-Scheller moniert. Das ist in seiner Mechanik inzwischen ein vertrautes Genre: Sobald irgendwo nachweisbare Fachlichkeit aus dem falschen politischen Lager auftaucht, wird aus einem normalen Gremienvorgang ein moralischer Alarmfall. Gerade das macht den Fall so aufschlussreich. Denn Bettina Gruber-Scheller ist ja keine kulturfremde Zufallsbesetzung. Sie ist promovierte Literaturwissenschaftlerin, außerplanmäßige Professorin, mit akademischen Stationen in Bochum, Dresden, Innsbruck und Atlanta; auf der Seite der TU Dresden ist ihr akademischer Werdegang ausführlich dokumentiert. Dass ausgerechnet ihr die Eignung für die Jury eines Kunstpreises abgesprochen wird, ist nur auf den ersten Blick kurios.

Tatsächlich ist es typisch.

In der heutigen deutschen Kulturpolitik zählt Kompetenz nur noch unter politischem Vorbehalt. Wer das falsche Parteibuch trägt, verliert selbst mit nachweisbarer Qualifikation augenblicklich den Status des Legitimen. Es entzündet sich, wie so oft im heutigen Deutschland, kein Streit über Kunst, Urteilskraft oder lokale Kulturpflege, sondern ein Kampf um moralische Besitzstände. Damit wären wir bei Eva Oehmichen. Es ist fast schon eine soziologische Fingerübung: Wenn eine von ihrer Nichtwahl frustrierte Augenoptikerin einer promovierten Literaturwissenschaftlerin die Eignung für die Jury eines Kunstpreises abspricht, weiß man, noch bevor der Name fällt, aus welchem politischen Biotop der Impuls stammt. Nicht, weil Augenoptikerinnen kein Urteil über Kunst haben dürften. Sondern weil hier der Tonfall alles verrät: nicht argumentativ, sondern moralisch; nicht sachlich, sondern ausgrenzend; nicht an Kunst interessiert, sondern an kultureller Grenzsicherung. Man erkennt daran jenen Parteitypus, der von Diversität spricht, aber weltanschauliche Abweichung nicht erträgt.

Preise als Besitzstände des richtigen Lagers

Dass die “Sächsische Zeitung” diesen Reflex sofort aufgreift, ist seinerseits bezeichnend. Selbst nach den jüngsten Wahlergebnissen der AfD genügt in Sachsen offenbar weiter die bloße Nähe zur falschen Partei, um aus einer kommunalen Jurybesetzung einen Skandal zu machen. Das Blatt berichtet nicht primär über Satzung, Qualifikation oder kulturellen Auftrag, sondern rahmt die Angelegenheit von vornherein als Glaubwürdigkeitsproblem des Preises. Das heißt im Klartext: Die demokratische Realität wird zwar widerwillig akzeptiert, aber redaktionell sofort wieder moralisch neutralisiert. Die Wähler entscheiden anders? Dann muss wenigstens das Feuilleton klarstellen, dass diese Entscheidung kulturell eigentlich unzulässig sei.

Der tiefere Skandal liegt freilich nicht in der Kränkung einzelner Personen, sondern in der Umfunktionierung von Kultur. Eine Kunstpreisjury ist ihrer Idee nach ein Ort begründeter Auswahl. Sie soll Kunst erkennen, würdigen, einordnen; sie soll Qualität, lokale Wirkung, ästhetische Eigenart, Förderungswürdigkeit beurteilen. Dafür braucht es Menschen mit Urteilskraft und möglichst auch mit Sachverstand. Die Satzung der Stadt beschreibt den Kunstpreis als Instrument zur Pflege und Förderung zeitgenössischer Kunst in einer Stadt, die sich selbst als Wohn- und Schaffensort vieler Künstler versteht. Doch genau das wird unterlaufen, wenn die Jurybesetzung nicht als Frage der Eignung, sondern als Frage der Lagerzugehörigkeit behandelt wird. Dann wird Kunst zur Beute. Nicht mehr das Werk, sondern die Gesinnung wird kuratiert; nicht mehr die Qualität, sondern die politische Verlässlichkeit entscheidet darüber, wer mitreden darf. Der Preis wird nicht offen zerstört, sondern sanft kolonisiert.

Die Angst vor dem freien Urteil

Was die Gegner solcher Personalien im Kern fürchten, ist nicht Unkenntnis, sondern Freiheit des Urteils. Eine Jury mit Personen, die nicht in denselben Selbstverständlichkeiten gefangen sind wie das übliche lokale Kulturmilieu, könnte tatsächlich anders entscheiden, andere Maßstäbe anlegen, vielleicht vergessene oder verdrängte Positionen ernster nehmen. Genau das ist ja der Sinn einer plural zusammengesetzten Jury. Aber der heutige Kulturbetrieb will gerade das nicht. Er will Vielfalt als Dekor, nicht als Denkform. Er liebt Unterschiede in Biographie, Lebensstil und Oberfläche, aber er scheut Unterschiede in ästhetischer oder weltanschaulicher Wahrnehmung.

Wo diese Unterschiede dennoch auftauchen, wird sofort Alarm ausgelöst: Das Falsche könnte prämiert, das Unbotmäßige legitimiert, der symbolische Besitzstand beschädigt werden. Darin ähnelt die Kunstdebatte längst der Personalpolitik in Universitäten, Medien und Stiftungen. Überall derselbe Reflex: Fachliche Qualifikation zählt, aber nur unter Vorbehalt. Die eigentliche Währung ist politische Anschlussfähigkeit. Wer sie nicht mitbringt, bleibt draußen oder wird nachträglich zum Problem erklärt.

Preise als Besitzstände des richtigen Lagers

Radebeul hat dafür ein institutionelles Gedächtnis. Jörg Bernig, 2013 selbst Träger des Radebeuler Kunstpreises, wurde 2020 vom Stadtrat zunächst zum Kulturamtsleiter gewählt. Später wurde er nach öffentlichem Druck, politischer Kampagne und dem Widerspruch des Oberbürgermeisters faktisch doch nicht ins Rathaus gelassen. Der Vorgang ist in seiner Struktur identisch: Erst wird jemand kulturell gewürdigt, dann wird derselbe Name politisch untragbar gemacht. Nicht, weil die literarische oder fachliche Qualität plötzlich verschwunden wäre, sondern weil das Milieu umgeschaltet hat. Was damals an Bernig exemplarisch vorgeführt wurde, setzt sich heute in kleinerem Maßstab an der Juryfrage fort. Die Botschaft lautet: Kulturinstitutionen dürfen plural sein, aber nur innerhalb eines moralisch vorab markierten Korridors. Jenseits davon wird selbst fachliche Exzellenz zum Verdachtsmoment. Kunstjurys, Kulturämter, Preise und Gremien werden nicht mehr als Orte freien Urteils verstanden, sondern als Besitzstände des richtigen Lagers; nicht mehr als Sphäre der Urteilskraft begriffen, sondern als Vorfeld politischer Hygiene.

Genau darin liegt das Muster. Die moderne Bundesrepublik kennt im Kulturbetrieb immer weni-ger echte Kritik und immer mehr Etikettierung. Früher stritt man darüber, ob jemand einen Text verstanden, eine Schule geprägt, eine künstlerische Entwicklung erkannt oder ein Werk überzeugend eingeordnet hat. Heute reicht die falsche Parteizugehörigkeit, und schon soll jede fachliche Qualifikation unter moralischem Vorbehalt stehen. Das ist nicht nur befremdend, sondern geistig unerquicklich in einem sehr deutschen Sinn. Denn die Verachtung richtet sich nicht gegen Unkenntnis, sondern gerade gegen Kenntnis, sobald sie aus der falschen Ecke kommt. Eine promovierte Literaturwissenschaftlerin wird dann nicht als Gewinn für eine Kunstpreisjury betrachtet, sondern als politischer Störfall. Die Kompetenz wird nicht geprüft, sondern exkommuniziert.

Reinigung statt Kunst

Man könnte das eine Provinz der Gesinnung nennen. Und man erkennt sie zuverlässig an ihrem Tonfall: nicht argumentierend, sondern empört; nicht unterscheidend, sondern ausgrenzend; nicht an Kunst interessiert, sondern an der Reinhaltung des symbolischen Raumes. Genau darin liegt der eigentliche Skandal. Eine Kunstpreisjury soll Kunst beurteilen, nicht Gesinnungszeugnisse sortieren. Die Satzung des Radebeuler Kunstpreises spricht von der Pflege und Förderung zeitgenössischer Kunst. Wer aber schon die Mitwirkung einer ausgewiesenen Literaturwissenschaftlerin für unzumutbar erklärt, weil sie der AfD angehört, zeigt unfreiwillig, dass es ihm nicht um Kunst geht, sondern um politische Reinigung. Der Fall Radebeul ist deshalb kein Randthema. Er ist eine Miniatur der Republik.

Überall dieselbe Szene: Demokratische Entscheidungen werden getroffen, aber medial und moralisch sofort unter Vorbehalt gestellt. Fachlichkeit ist vorhanden, zählt aber nicht. Was zählt, ist die richtige Haltung. Und genau dort, wo Kultur eigentlich ein Raum des freien, auch widerständigen Urteils sein müsste, herrscht inzwischen die größte Nervosität gegenüber echter Pluralität. Die Causa zeigt im Maßstab der Kommune, was die Republik insgesamt umtreibt: die Angst vor nichtlinker Normalität in kulturellen Räumen. Wer einmal erlebt hat, wie in Deutschland ein ausgewiesen kompetenter Bürger nachträglich aus dem Kreis des Legitimen hinausmoralisiert wird, versteht sofort, warum selbst die Besetzung einer Kunstpreisjury inzwischen als weltanschaulicher Ernstfall behandelt wird. Die Lehre lautete: Kultur gilt nur dann als autonom, wenn sie politisch gehorcht. Vielleicht ist das die schlichteste Wahrheit hinter dem ganzen Vorgang: Nicht Bettina Gruber-Scheller beschädigt das Vertrauen in den Kunstpreis. Beschädigt wird es von jenen, die dem Publikum und den Gremien nicht einmal mehr zutrauen, zwischen Parteibuch und Urteilskraft zu unterscheiden.


Samstag, 6. Juni 2026

Judenhass ist keine Kunst

von Julian Marius Plutz

Banksys Gaza-Propaganda “Flying Ballon Girl“: Aufhänger für die üblichen stereotypen Anfeindungen



Die Wege des Judenhasses sind unergründlich und mitunter sehr kreativ. Und so wie viele Wege nach Rom führen, führen noch mehr Wege zum “moralisch legitimierten” Antisemitismus. Ob ein Hotel, das aufgrund von angeblichen Fake-Buchungen „Jews are not allowed“ verkünden ließ, oder die Kunst: Die Ventile der Judenhasser treiben die Protagonisten zu unfassbaren semantischen Verrenkungen und einer apologetischen Akrobatik, sodass es nur noch eine Frage der Zeit scheint, bis Judenhass endlich olympisch wird. Vielleicht ja, wenn wieder mal eine entsprechende Veranstaltung in München stattfindet? Das hätte wenigstens eine hübsche historische Tiefe.

Persönlich konnte ich diesen intellektfreien Spagat wieder einmal vor wenigen Tagen erleben, in einer Diskussion. Es ging dabei um Kunst und mir wurde – völlig zu Recht – vorgeworfen, dass ich keine Ahnung davon habe. Das weiß ich, aber ist mir auch egal. Denn keine Frage ist subjektiver als die nach der Bewertung von Ästhetik und Schönheit. Manche finden zum Beispiel dicke Frauen attraktiv; ich nicht. Andere mögen die Serie „Ein Fall für zwei“ nicht; ich schon. Apropos: In einer Episode unterhalten sich die beiden Protagonisten da über einen Film, den sie soeben gesehen haben; Dr. Lessing – das ist der Anwalt – rechtfertigt den Streifen damit, dieser sei ja “Kunst”. Josef Matula antwortet darauf: „Kunst! Kunst mir mal fünf Mark leihen?“ Der Detektiv und ich haben ja so viel gemeinsam.

Ein Arschloch namens Banksy

Zurück zu meiner Diskussion. Nachdem ich mehrfach betont hatte, wie schrecklich ich Keith Haring finde (was soll an bunt lackierten Kühen schön sein?) und mir, wiederum völlig zu Recht, gesagt wurde, wie wenig Ahnung ich doch habe, meldete sich ein Anwesender zu Wort und sprach mich ganz persönlich an: Ob ich denn zufällig irgendeinen Künstler kenne, der in einem Werk ein Kind dargestellt hat, das in Bethlehem mit einem Luftballon über die Mauer fliegt? Die Anspielung sollte natürlich die wahnsinnig tiefe Botschaft transportieren, dass die Israelis die bösen Besatzer sind und die besetzten Araber die Guten.

Da ich keine Ahnung von Kunst habe, kenne ich den Künstler – vermutlich ein Arschloch, der Banksy heißt – natürlich nicht. An der Diskussion nahmen noch vier oder fünf weitere Leute teil, doch der Diskutant sprach ganz gezielt mich auf dieses Werk an. Nur mich. Warum? Natürlich, um sogleich eine grundsätzliche Diskussion um den jüdischen Staat zu beginnen, sprich: strenggenommen über mich, ich elendiges Zionistenschwein. Soviel zum Thema “Israelkritik hat nichts mit Antisemitismus zu tun”. Hätte es auch nicht, wenn dieses Argument nicht genau von solchen Leuten käme, die unbewusst das Gegenteil an den Tag beweisen.

Eiskalte Judenhasser

Verstehen Sie mich richtig: Kritik muss nicht notwendigerweise sachlich sein. Sie kann meinetwegen auch unfair und einseitig daherkommen, wie Sie an diesen Zeilen erkennen. Anders gesagt: Ich bin selbst gerne unsachlich. Meine Kritik ist oft polemisch, einseitig und nicht selten pauschal. Ich bin zu laut und zu oft drüber und drauf. Aber eines wird man bei mir nicht finden: Menschen in ihrem Argument oder gar in ihrer Person zu diskreditieren, weil sie so sind, wie sie sind und wofür sie nichts können. Und hier beginnt der Unterschied: Nicht der Allgäuer Kuhbauer wird auf die problematische Scheißhauskunst zu Israel angesprochen – sondern ich. Weil ich Jude bin. Dabei habe ich mit Israel persönlich nichts zu tun. Ich bin ich weder Botschafter des Landes, noch war mein Vater Konsul, und meine Oma hieß auch nicht – trotz einer veritablen physiognomischen Ähnlichkeit – Golda Meir.

Und so sucht sich jeder, der es mag, sein Ventil zum privaten Judenhass. Und genau dadurch wird der Antisemitismus fetischisiert und praktischerweise auch gleich konserviert. Das macht müde und wütend, also “mütend”. Doch wenn ich wütend bin, kaschiere ich damit nur, wie enttäuscht ich eigentlich bin. Enttäuscht darüber, wie eiskalt Antisemiten sind, wie seelenbefreit und empathielos. Das Böse segelt lächelnd vor sich hin. Man kann froh sein, dass es immerhin noch ein paar wache Geister gibt, die das erkennen.


Montag, 25. Mai 2026

Geisteskrank: Theater Magdeburg inszeniert Weihnachtsmark-Terror als Bühnenstück gegen die AfD

von Theo-Paul Löwengrub

Wohldokumentierter Terror: Szene einer Überwachungskamera, die den Beginn der Amokfahrt von Magdeburg zeigt



Der linke Kulturbetrieb ist ebenso wie die Medienblase so dermaßen abgedriftet, moralisch unrettbar degeneriert und verkommen, dass einem immer öfter die Spucke wegbleibt. Wer dachte, mit dem bizarren Hamburger Thalia-Theaterstück “Prozess gegen Deutschland” zum AfD-Verbotsverfahren schon alles gesehen zu haben, der wird durch das, was nun, rund eineinhalb Jahre nach dem verheerenden Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt vom 20. Dezember 2024, am dortigen Theater aufgeboten wird, eines Schlimmeren belehrt: Das Theater Magdeburg bringt mit dem Stück “Wunde Stadt” ein Drama auf die Bühne, das “nicht den Täter in den Mittelpunkt stellt, sondern die Betroffenen und die kollektive Erschütterung der Gesellschaft”, wie es zynisch heißt. Die Premiere soll in Kürze stattfinden. Das Stück entseht unter der Regie von Sebastian Nübling und soll laut “Zeit” ein “mutiges Projekt in einer Stadt” sein, die sich selbst als „Boxsack der Geschichte“ empfinde.

Natürlich geht es bei der Inszenierung nicht um die Problematisierung und kritische Aufarbeitung der islamischen Masseneinwanderung. Ebenso wenig um das anhaltende Staatsversagen in der Migrations- und Duldungspolitik, das auch in diesem Fall wieder ursächlich für den Tod von sechs Menschen war (darunter ein neunjähriger Junge und fünf Frauen). Die Opfer starben, weil ein durchgeknallter 50-jähriger Arzt und vorgeblicher “Ex-Muslim” Saudi Taleb al-Abdulmohsen, der längst in einer Psychiatrie oder hinter Schloss und Riegel hätte sitzen müssen oder besser noch gar nicht mehr in Deutschland hätte sein dürfen, einen gemieteten SUV durch eine Rettungsgasse in die Menschenmenge auf dem Alten Markt gesteuert hatte. Über 300 (!) Menschen wurden dabei verletzt, viele schwer. Der als Psychiater (!) tätige, von Kollegen und Patienten als hochgradig gestört bezeichnete Abdelmohsen, der dennoch nie aus dem Verkehr gezogen wurde, zeigte in seinem Vorgehen während und nach der Tat alle Merkmale eines islamistischen Anschlags; er hatte sich auch nicht etwa einen islamischen Gottesdienst oder ein muslimisches Zielpublikum, sondern einen christlichen deutschen Weihnachtsmarkt ausgesucht.

Täter-Opfer-Umkehr

Das hinderte linke Medien jedoch nicht an der Selbstentblödung, ihn als ”Islamkritiker” zu framen, da Abdemlohsen – neben vielen anderen konfusen Einlassungen der letzten 15 Jahre – auch Sympathien für die AfD geäußert hatte und sich unzufrieden mit dem Umgang deutscher Behörden mit saudischen Flüchtlingen geäußert hatte. Dass der verwirrte Terror-Doktor neben diesen selektiven Aussagen eine ganze Menge zusammenhanglosen Stuss von sich gegeben hatte, was so gar nicht in seine Rahmung als “Rechter” passen will, wurde dabei konsequent unterschlagen (ganz ähnlich übrigens wie im Fall von Tobias Rathjen, der schon lange vor seinem Hanau-Anschlag als mit schwerer Schizophrenien diagnostizierter Unzurechnungsfähiger gerichts- und amtsbekannt war und nicht nur Migranten, sondern auch seine eigene Mutter getötet hatte, von Medien und Politik jedoch bis heute als rechter Hassverbrecher dargestellt wird). Die Folge: Politik und linker Mainstream ordneten Abdelmohsens Tat sofort als “rechtsextrem-islamfeindlich” ein, nicht als islamistisch – mit einem infamen Hauptzweck: Der AfD einen Strick daraus drehen zu können, dass sie den Anschlag “politisch instrumentalisiert” habe, obwohl es sich doch angeblich nachweislich um einen “rechten“ Anschlag gehandelt habe.

In genau diese Richtung zielt auch Nüblings migrationsexkulpatorische Machwerk am Magdeburger Theater: Subtile, pseudokünstlerische Hetze gegen die Opposition, die die Tat für scharfe Migrationskritik und organisierte Kundgebungen genutzt habe, und Verschiebung von wahren Verantwortlichkeiten “Rechte Akteure”, sekundiert die “Zeit”, hätten “Desinformationen” verbreitet – weshalb die “Gewalt gegen Muslime und Migranten in Magdeburg spürbar angestiegen” sei. Aha! Muslime als Hauptbetroffene eines Terrorakts gegen Besucher eines Weihnachtsmarkts – und schuld ist natürlich die AfD. Es ist die übliche bizarre Täter-Opfer-Umkehr nach bewährtem Muster, an dem sich auch Sachsen-Anhalts Landespolitik gerne beteiligte: Obwohl der Untersuchungsausschuss des Landtags den lokalen Behörden Versäumnisse bei Sicherheitskonzepten vorwarf, blieb die hauptursächliche zügellose Einwanderungspolitik und die Untätigkeit angesichts früherer Verhaltensauffälligkeiten und sogar Drohungen des späteren Terroristen unerwähnt und ohne jede Folge.

“Suche nach einem Neuanfang”

Während es in diesem Land an den öffentlich finanzierten Bühnen bis heute keine Theaterstücke über die inzwischen zehntausenden deutschen Opfer von muslimischem Terror gibt – vergewaltige Frauen, Messertote oder Anschlagsopfer wie die Ermordeten vom Breitscheidplatz, aus Würzburg oder Solingen –, widmen sich die “Kulturschaffenden“ mit Hingabe Geistererscheinungen wie “antimuslimischem Rassismus” und rührenden Opfererzählungen von Islamverbänden, die gezielt stets das vorjammern, was die linke Blase hören will, von bösen rassistischen Pegida-Ossis und Dunkeldeutschen, die jede Gelegenheit ergreifen und sogar angeblich unpassende Beispiele wie Magdeburg missbrauchen, um Pogromstimmung gegen Migranten zu schüren.

Mit diesem Mindset machte sich auch das Magdeburger Theater ans Werk: Dramatiker: Dramatiker Kevin Rittberger habe “über ein Jahr Betroffene in Therapiegruppen begleitet” und ihre “Geschichten verdichtet”. Doch “Wunde Stadt” erzählt eben nicht (oder zumindest nicht hauptsächlich) von den realen Opfern, die mit “Verlust, Angst und Wut” ringen würden (natürlich nicht auf die Migrationspolitik, sondern die böse AfD, die ihr Leid ausschlachtet) – sondern vor allem von angeblichen Übergriffen und Anfeindungen Einheimischer gegen Muslime nach dem Anschlag und von der “Suche nach einem Neuanfang”. Es gehe, heißt es, nicht um “Rache” oder “pure Anklage”, sondern um “Heilung” und um die “Macht von Geschichten, die eine Stadt wieder zusammenführen können”. Diese “Geschichten” kennen wir zum Erbrechen: es sind die Multikulti-Wahnvorstellungen einer dekadenten, wohlstandslinken Haltungs-Créme, die die realen blutigen Auswüchse der kulturfremden Masseneinwanderung verdrängt und dort, wo sie nicht zu leugnen sind, relativiert und verwässert, um die Eskalation ausgerechnet denen in die Schuhe zu können, die die Notbremse ziehen wollen.

Lauer Vorgeschmack

Das Stück bleibt vor Ort nicht unumstritten; linke Mainstreammedien beklagten wiederholt, es habe bereits “rechte Proteste” vor dem Theater gegeben, und auch die AfD mache dagegen Stimmung. Gehören die Verhetzung von 40 Prozent AfD-Wählern und derlei Spaltungsrhetorik eigentlich auch zur “Heilung”? Die Theaterverantwortlichen sehen in dem Stück unverdrossen eine “Chance”: Sie schlagen einen abstrusen Bogen quer durch die bewegte Historie Magdeburgs mit seiner tragischen Vergangenheit von Zerstörung und Wiederaufbau, vom Dreißigjährigen Krieg über den Zweiten Weltkrieg bis zur Nachwendezeit.

„Magdeburgisierung“ stand zweimal in der Geschichte für totale Vernichtung – doch die Stadt rappelte sich immer wieder auf. Vom Verhängnis des unvermeidlichen Bevölkerungsaustauschs jedoch wird es sich, so wenig wie jede andere deutsche Stadt, nicht mehr erholen, auch ganz ohne materielle Verwüstung. Diesbezüglich war der Weihnachtsmarktanschlag wohl nur ein lauer Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird, wenn sich die ethnische Zusammensetzung dieses Landes im Zuge der Islamisierung und Orientalisierung weiter “verändern” wird. Die von den Theaterleuten beschworene “Resilienz” anstelle von “Untergangserzählungen” jedenfalls ist in Wahrheit nur die Verdrängung des Offensichtlichen – und die schamlose Umdichtung eines weiteren gegen Deutsche gerichteten Terrorakts zu einer angeblichen „Hassgeschichte“ ist ein neuerlicher Beweis für den totalen Realitätsverlust eines geistlosen linken Kultur- und Bildungsbetriebs.