von Daniel Langhans
Zwangsweise Inobhutnahme von Kindern gegen den Elternwillen – weil Schulen vorschnell die Jugendämter verständigenDass Kinder, wo sie schwerer Gefährdung durch die eigenen Eltern ausgesetzt sind, eines Schutzes bedürfen, leuchtet ein. Was aber, wenn eine Gefährdung durch die Eltern erfunden und erlogen wird? Wenn die eigentliche Gefahr von staatlichen Institutionen, insbesondere Schulen, selbst ausgeht? Wenn die Maßnahmen zur vorgeblichen Wahrung des Kindeswohls sich gegen die Betroffenen selbst richten oder gar finanziell motiviert waren? – Diese Fragen werden thematisiert bei einem Kongress unter dem Titel „Brennpunkt Schule“, zu dem die gemeinnützige Gesellschaft “Axion Resist” für den 28. Februar nach Wettenberg einlädt.
Urplötzlich ist Luisa Pedraza, als sie 16 Jahre alt war, mit ihren fünf jüngeren Geschwistern zwischen die Mühlen der sogenannten „Inobhutnahme“ geraten. Beim Kongress wird sie live am Rednerpult auftreten und den fassungslosen Zuhörern Details aus einem Geschehen schildern, das für sie und ihre gesamte Familie bleibend traumatisierend war. Die Kinder wurden voneinander isoliert, es gab keinen Kontakt zu den Eltern. Volle 14 Monate dauerte dieser unerträgliche Zustand an, bis das zuständige Gericht die Maßnahmen – endlich – für „nicht erforderlich“ erklärte. Ein Wahnsinn! Wie konnte es dazu kommen? Warum dauerte es so lange, bis diese Lawine des Unheils endlich gestoppt wurde? Und wer hat ein Interesse daran, seelische Mühlsteine staatlicher Gewalt in Bewegung zu setzen? Wie viele der 74.600 Inobhutnahmen, die gemäß Statistischem Bundesamt allein im Jahr 2023 stattfanden, würden sich bei näherer Prüfung wohl ebenfalls als „nicht erforderlich“ herausstellen?
Vom Schutz für Hilfsbedürftige zum Ausbeitungssystem
„Axion Resist” versteht sich als Aufklärungs- und Schutz-Organisation, insbesondere im Einsatz für Kinder. Dabei ist die Kritik „nicht gegen den Staat gerichtet, sondern gegen scheiternde Menschen im öffentlichen Dienst oder Auftrag, die sich nicht gesetzeskonform verhalten.“ Man darf gespannt sein, welche Erkenntnisse dieses sensible Tagungsthema ans Licht bringen wird, und ob und inwieweit hierzulande das, was einmal als Schutz für Hilfsbedürftige gedacht war, mittlerweile vielerorts nicht längst zu einem Ausbeutungssystem degeneriert ist. Denn mittlerweile ist ein Zustand erreicht, da bereits bei nur geringsten Verdachtsmomenten seitens der Schule sofort das Jugendamt eingeschaltet wird. Das ist auch die fachliche Beobachtung der „Axion Resist”-Vorsitzenden Dr. Andrea Christidis, die sich als Gutachterin in forensischer Psychologie über zahlreichen Fälle von Inobhutnahme ein genaueres Bild machen konnte. Ihre Schilderungen von realen Prozessen werden mit Spannung erwartet.
Ebenso aufschlussreich werden die Beiträge der Fachanwälte Heribert Kohlen und Dr. Manfred Müller sein. Beide werden deutlich machen, wie sehr geltendes Recht in Deutschland inzwischen gezielt gebeugt wird. Darüber hinaus werden sie aufzeigen, mit welchen Mitteln sich Betroffene gegenüber institutioneller Gewalt behaupten und bedrohte Kinder schützen können. Außerdem wird Erwin Prüfert, Fachkraft für Informations- und Datenschutz, darlegen, inwiefern die an solchen Verfahren beteiligten Schulleiter, Lehrkräfte und Sozialarbeiter in vielen Fällen die Schweigepflicht ignorieren und sich dadurch sogar die Grenzen zur Strafbarkeit überschreiten. Ziel des Wettenberger Symposiums soll es sein, beide Seiten – betroffene Familien wie institutionelle Repräsentanten – für die rechtlichen Rahmenbedingungen zu sensibilisieren und gleichzeitig mehr Handlungssicherheit zu ermöglichen.
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