von Dirk Schmitz
Goldreserve Frankreich hat seine gesamten Goldreserven von 129 Tonnen aus den USA abgezogen und ohne Netto-Verkäufe fast 13 Milliarden Euro Verkaufserlös erzielt. Exakt 12,8 Milliarden Euro Einnahmen waren es, die die Banque de France durch eine gezielte Umschichtung ihrer Goldreserven in die Heimat verbuchen konnte. Konkret ging es bei den 129 “repatriierten“ Tonnen, die bisher in New York lagerten, um die „Modernisierung“ der Bestände. Die Charge macht rund 5 Prozent der gesamten französischen Reserven aus.
Die Transaktionen fanden zwischen Juli 2025 und Januar 2026 statt.
Da Zentralbanken ihre Goldgeschäfte aus strategischen Gründen und zur Vermeidung von Marktspekulationen meist diskret abwickeln, wurde das volle Ausmaß der Abschluss der Rückholung erst mit dem nun vorliegenden Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr 2025 publik. Frankreich hat mit diesem Schritt seine verbliebenen Goldreserven vollständig aus den USA abgezogen. Die 129 Tonnen Gold, die bis vor kurzem noch bei der Federal Reserve Bank in New York lagerten, waren das letzte nennenswerte Kontingent französischer Reserven auf US-Boden.
AfD-Forderung brüsk abgeschmettert
Unterdessen weigert sich der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, unser Gold zu sichern. Die AfD-Forderung der Rückholung der deutschen Goldreserven im Wert von 233 Milliarden Euro Zeitwert in unser Land wurde brüsk von der Regierung abgeschmettert.
Dabei müssten längst auch diskutierte Inventur-Differenzen, illegale Abflüsse oder Mehrfachbuchungen offengelegt werden – selbst dann, wenn diese bestritten werden.
„Die goldene Währungs- und Souveränitäts-Reserve eines Landes muss grundsätzlich ohne Lagerrisiko im jeweiligen Eigentümerland liegen„, heißt es bei der AfD. Die Bürger hätten Anspruch darauf, dass sich ihr nationales Vermögen ohne Drittparteienrisiko vollständig unter deutscher Hoheit auf deutschem Boden befindet. Die Partei erklärt weiter, dass Staatsgold “zwingend vollständig in inländisch-deutschen Tresoren gelagert sein muss, um Eigentümerschaft und Verfügbarkeit sicherzustellen.”
Die AfD befindet sich damit in seriöser Gesellschaft: So hat der Bund der Steuerzahler nicht zuletzt wegen der unberechenbaren Politik von US-Präsident Donald Trump ebenfalls gefordert, die deutschen Goldreserven so bald wie möglich aus den USA nach Deutschland zu bringen. Auch Politiker von Grünen und FDP stellten diesbezügliche Überlegungen an. AfD-Vorstandsmitglied Peter Boehringer sagte: “Wir leben in Zeiten, in denen Eigentumsrechte, auch Völkerrecht nicht mehr hundertprozentig garantiert ist.”
Kein Vertrauen in die eigenen Sicherheitsstandards?
Doch die Finanzpolitiker der Koalition sind mit ihrer „Brandmauer“ natürlich gegen eine Rückholung: “Politisch versucht die AfD erneut, Unsicherheit zu instrumentalisieren und aus berechtigten Sorgen billiges Kapital zu schlagen„, sagte die SPD-Finanzpolitikerin Frauke Heiligenstadt. Deutschlands Goldreserven seien „gut diversifiziert“. Das hört sich nicht wirklich „sicher“ an. Der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Fritz Güntzler, verwies darauf, dass die Goldreserven im absoluten Notfall auch die Versorgung mit kritischen Importen sicherstellen: “Daher ist es sinnvoll, einen Teil der Reserven im Ausland bleiben.“ Das Argument zieht allerdings nicht: Unser Land kann Reserven auch im eigenen Keller beleihen.
Übrigens: Die USA lagern genau null Kilogramm ihres Staatsgoldes im Ausland. Sie haben Vertrauen in ihren eigenen nationalen Schutz. Deutschland anscheinend nicht – und das, obwohl der von der Bundesbank verwaltete Goldschatz der größte der Welt ist nach den Beständen der USA: Rund 3.350 Tonnen waren es Ende 2025. Mehr als die Hälfte davon, 1.710 Tonnen, lagert nach Angaben der Bundesbank in eigenen Tresoren in Frankfurt, doch 1.236 Tonnen – knapp 37 Prozent – werden eben bei der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in New York aufbewahrt. Die restlichen 404 Tonnen verwahrt die Bank of England in London. Auch die “Neue Zürcher Zeitung” diskutiert diese Situation positiv bis ängstlich: Genau wegen des politisch „heiklen Teils“ in den USA werde es Zeit für eine Rückholung des deutschen Goldes – bevor dies aus unbekannten Gründen plötzlich nicht mehr geht und die US-Regierung dies unter Vorwänden untersagt. Noch glaubt das niemand; sollte es jedoch so kommen, wäre es allerdings wirklich an der Zeit, die NATO ohne die USA fortzusetzen…
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