Donnerstag, 12. März 2026

Baden-Württembergs CDU will ihre Forderungen „eins zu eins“ umsetzen? Dann müsste sie einfach mit der AfD koalieren

von Alexander Schwarz

Peinliche Truppe CDU: Hagel, Merz und der Selbstverrat der Brandmauer-Irren



Nach ihrer selbstverschuldeten, wenn auch knappen Niederlage gegen die Grünen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am Sonntag, leckt die CDU sich immer noch die Wunden, ist bitter beleidigt über den angeblich so schmutzigen Wahlkampf der Grünen und versucht nun, mit markigen Sprüchen gegenüber dem Wahlsieger und designierten Ministerpräsidenten Cem Özdemir die Forderungen durchzudrücken, die man sich im saft- und kraftlosen Wahlkampf nicht zu thematisieren wagte. „Eins zu eins“, so ein Spitzenunionist, wolle und werde man bei Özdemir die eigenen Positionen durchdrücken. Man sei „auf Krawall gebürstet“, drohte ein CDU-Funktionär. Das politische Klima sei „aus den Reihen der Grünen nachhaltig vergiftet worden“, klagte Innenminister Thomas Strobl mit Bezug auf das von den Grünen lancierte, acht Jahre alte Video, in dem CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel von den „rehbraune Augen“ einer Schülerin schwärmte; eigentlich eine völlige Belanglosigkeit, die aber in der neuen woken Prüderie – wie kalkuliert – zum Skandal geriet.

Einerseits den harten Max mimen, andererseits aber mangels brandmauerbedingt selbstverworfener Alternativen gar keine andere Wahl als mitzuregieren haben: Das ist die linkshörige CDU von heute. In Wahrheit bettelt Hagel händeringend nach einem Bündnis mit den Gründen und war dazu der Idee einer Teilung der Amtszeit des Ministerpräsidenten – wegen des Patts der Parlamentssitze – nicht abgeneigt, was das Ausmaß der Verzweiflung in der Partei zeigt. Dass Özdemir diese Idee mit den Worten: „Wir sind erwachsen hier. Wir machen erwachsene Politik. Die Situation ist einfach zu ernst für Quatsch aller Art“ barsch beiseite wischte, hat die Stimmung noch einmal verschlechtert.

Gejammer und kindische Forderungen

Manche in der Union erwarten gar allen Ernstes eine Entschuldigung von Özdemir. Zumindest müsse er versuchen, die „aufgerissenen Gräben zuzuschütten“, forderte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. Die Teilung der Amtszeit des Ministerpräsidenten bleibe im Forderungskatalog der CDU, verkündete Hagel trotzig. Warum allerdings Özdemir der Union entgegenkommen sollte, wo er genau weiß, dass sie mit der einzigen rechnerischen Alternative AfD nie zusammenginge (obwohl genau dies dem Wunsch der Wählermehrheit entspräche), weiß man vermutlich nur in der Südwest-CDU. Jedenfalls zeigt die ganze Farce um diese Wahl, dass dieser Partei jede Selbstachtung verlorengegangen ist. Man jammert, stellt kindische Forderungen und sieht sich als Wahlsieger, blendet aber aus, dass man den Sieg – trotz eines zeitweiligen 14-Punkte-Vorsprungs in den Umfragen – selbst verspielt hat und, sogar noch wichtiger, dass Hagel sofort Ministerpräsident werden könnte, wenn man die Brandmauer endlich einreißen, den offenkundigen Wählerwillen respektieren und mit der AfD koalieren würde, die 18,8 Prozent der Stimmen erreichte.

Doch stattdessen macht man sich lieber weiter zum Lakaien der Grünen und bettelt um eine Machtteilung. Die AfD wäre gut beraten, diesen Irrsinn auf besonders eindrucksvolle Weise bloßzustellen, indem sie Hagel bei der konstituierenden Sitzung des Landtages als Ministerpräsidenten vorschlägt und die CDU dadurch in das Dilemma bringt, entweder ihren eigenen Kandidaten abzulehnen oder mit der AfD zusammenzugehen und die Brandmauer aufzugeben. Dies wäre die perfekte Methode, um die ganze himmelschreiende Idiotie dieses antidemokratischen Konstrukts aufzuzeigen.


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