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Am frühen Abend des 17.10.2023, in den ersten Tagen des Gazakrieges, detonierte etwas auf dem Parkplatz des Al-Ahli Krankenhauses in Gaza-Stadt. Die Hamas meldete einen Angriff durch die IDF. Und über die Nacht ansteigend bis zu 471 Todesopfer und mehr. Die Medien weltweit übernahmen die Meldung. | |||
Die Meldung erschien mir sofort absurd. Denn es ergab in der Phase des gerade erst beginnenden Krieges nach dem Terroranschlag und Massaker durch die Palästinenser am 7.10. überhaupt keinen militärischen Sinn. | |||
Warum sollten die IDF (Israel Defense Forces) überhaupt ein Krankenhaus bombardieren? | |||
Ich habe mir den Wecker gestellt und saß mit verquollenen Augen - Haare ins Gesicht gekämmt, Gesicht zur Faust geballt – um halb fünf wieder im Büro. Vor mir entfaltete sich das gesammelte Medienversagen der Welt. | |||
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Teilweise wurde auch nachträglich vorsichtiger berichtet. Die ersten Meldungen sind jedoch bis heute online. | |||
London, New York, Amman und Tunis: Überall versammelten sich Menschen, um gegen den angeblichen Luftschlag gegen ein Krankenhaus zu protestieren. Auch, nachdem die IDF sich dazu geäußert hatte. Die Propaganda-Maschine war angelaufen. | |||
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Demonstration in New York, 18.10.2023 | |||
Die Recherche gestaltete sich ab einem gewissen Punkt sehr leicht. Denn plötzlich tauchten „Tatortfotos“ bei den Stock-Anbietern auf, die die Palästinenser selber gemacht hatten. Genau bei den Quellen, die große Medien auch nutzten. | |||
Ich kam sehr schnell zu dem Schluss, dass es sich nicht um einen Angriff der IDF gehandelt hatte. Und dass die Zahlen von 500 Getöteten schlicht Phantasie waren. | |||
Ich war mir so absolut sicher, dass ich bereit war, mich gegen die gesammelte Weltpresse zu stellen. Was nichts Heldenhaftes ist, niemanden schert ein kleiner MilBlogger. Ich möchte nur verdeutlichen, wie sicher ich mir war. | |||
Die U.M.-Homepage ist nach wie vor nach einem Hacker-Angriff offline. | |||
Aber nicht als knappe Auswertung, wie vor fast zweieinhalb Jahren. Sondern als Nacherzählung. Als Detektivarbeit. Das gibt auch einen kleinen Einblick in das befremdliche Hexenwerk, das ich hier vollbringe. Als das andere es gerne darstellen, nicht ich. | |||
Sie, die geneigten und verehrten Leserinnen und Leser, sind Dr. Watson. Und ich bin Sherlock Holmes. | |||
Das Ahli Krankenhaus | |||
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Das Ahli Krankenhaus wurde schon 1882 während des Osmanischen Imperiums gegründet. Nach dem Anglo-Ägyptische Krieg durch die „Anglican Church's Church Missionary Society“, also durch Christen. Später wurde es übernommen von der US-amerikanischen Southern Baptist Convention. | |||
Das ganze Gelände besteht aus einer Ansammlung von kleineren, nach und nach gebauten Gebäuden. Viele sind mit Solar-Paneelen versehen. Man ist sich bewusst, dass der Strom aus Israel kommt. | |||
Die Detonation erfolgte auf einem Parkplatz, den ich als Angestelltenparkplatz bezeichnet hatte. | |||
Die Anzahl der Betten, also die stationäre Kapazität des Krankenhauses, wird in mehreren Quellen mit 50 angegeben. Das ist angesichts der Größe der Hauptgebäude glaubwürdig. | |||
Es ist also ein Mini-Krankenhaus. Auf einigen Karten wird es sogar als „Ärztehaus“ bezeichnet. Also etwas, wo Patienten hauptsächlich ambulant versorgt werden. Ein Gebäude wird beispielsweise als Augenarzt bezeichnet. | |||
Die Pressekonferenz | |||
Gefasst hat mich das Ganze dann, als ich in der frühmorgendlichen Recherche das Foto der aufgebarten Leichen gesehen habe. | |||
Sondern weil sich bereits wenige Stunden nach der Detonation Ärzte inmitten von zusammengetragenen Leichen hingestellt und eine „Pressekonferenz“ gegeben haben. | |||
Welcher Arzt tut so etwas? Ich hatte mit Vielem gerechnet, aber nicht mit dieser Unverfrorenheit. Die ich als Europäer als zutiefst amoralisch und verabscheuungswürdig empfand. Inzwischen ist sie gewohnheitsbedingt nur noch ein Schulterzucken wert. | |||
Dieses Bild ist für mich Sinnbild der palästinensischen Opfer-Narrative und Propaganda geworden. Wenn dieses Kalkül, so etwas zu veranstalten, jemanden mit „westlichen“ Werten nicht anwidert, ist die Nadel seines moralischen Kompasses verbogen. | |||
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Die nächtliche Pressekonferenz der Ärzte. Inmitten von drapierten Leichen um ein Rednerpult. Links im Bild ein Hamas-Offizier, der die Szene überwacht. | |||
Nur 10 Tage nach dem 10/7 und zehn Tage bevor Israel Truppen in einer großen Bodenoffensive in den Gazastreifen schickte, trauten sich einige Hamasi noch in Uniform aufzutreten. | |||
Ich habe bis heute diesen Pavillon nirgendwo finden können. Und ich habe danach gesucht. Auf dem Gelände des Ahli Krankenhauses ist und war er jedenfalls nicht. Auch das Pflaster ist ein völlig anderes. | |||
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Die Vorbereitung der Pressekonferenz. Im Hintergrund sieht man, dass es sich um ein anderes Krankenhaus handelt. In der Mitte wird schon Platz für das Rednerpult gelassen. Ich hätte es gerne als Titelbild verwendet, doch das wäre sicher auf einigen Social Media Plattformen blockiert worden. | |||
Aber, mein lieber Watson, da es hier um Deduktion geht, wollen wir moralischen und ethischen Aspekten für den Moment nicht über Maß Tribut zollen. | |||
Die Beweisbilder | |||
In den frühen Morgenstunden des 18.10.2023 tauchten dann die Fotos eines Atia Darwish in den Datenbanken auf. Die von Apa Images angeboten wurden. Da ich keine weiteren Hinweise finden konnte, muss ich davon ausgehen, dass es sich dabei um die Austrian Press Agency in Österreich handelt. | |||
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Darwish hielt sich am nächsten Morgen auf dem Parkplatz des Ahli Krankenhauses auf und machte dutzende Bilder. Die aus einem für mich nicht nachvollziehbaren Grund von den Medien ignoriert wurden. Vermutlich war er früher da und hat auf Tageslicht gewartet. Unten sieht man bereits einen weiteren „Journalisten“ mit Heilm in eine Kamera sprechen. | |||
Nimmt man die Karte und die Nordrichtung, kann man sehen, dass die Bilder am frühen Morgen gemacht worden sein müssen. Sie Sonne kommt aus Ost, die Schatten sind lang, die Sonne steht tief, das Universum blufft nicht. | |||
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Die Windrose eingeblendet, das Foto wurde aus Ost aufgenommen. | |||
Der Krater | |||
Erst am Freitag hatte ich mal wieder eine virtuelle Debatte mit einem der üblichen Kandidaten auf X. | |||
Daraufhin kam der übliche Strom von Links. Die ausnahmslos über Sekundär- und Tertiärquellen irgendwelche Videobeweise widerlegten. Siehe ganz unten. Aber nichts belegten. | |||
Ich habe mehrfach freundlich aufgefordert, er solle den Krater zeigen. Ich habe sogar das von mir käuflich erworbene und verifizierte Bild hochgeladen. | |||
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Das ist wenig überraschend. Denn der Krater wurde nicht direkt fotografiert – zumindest kenne ich keine Aufnahmen. | |||
Und das ist übrigens der einzige Punkt, an dem ich meine Auswertung vom 18.10.23 korrigieren muss. | |||
Die zu dem Zeitpunkt am häufigsten verwendete Munition der Israelis waren 2000 Pfund Mark 84 Bomben. Oder Bauart-ähnliche. Was auch quasi der allgemeine Standard ist. Quasi das Billy Regal des Zerstörens aus der Luft. | |||
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Werden diese Bomben lasergelenkt, kommen sie auf eine Genauigkeit von bummelig 30cm. | |||
Ich habe ein Bild herausgesucht, auf dem man den Krater einer 2000er sieht. Damit Sie, mein lieber Watson, sich zumindest eine Relation vorstellen können. | |||
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Der Anflug | |||
Die Ausrichtung eines Kraters ist kompliziert. Also zu ermitteln, von wo eine Bombe, Rakete oder ein Marschflugkörper kam. (Im deutschen Militärsprech kurz FK = Flugkörper) Weil viele physikalische Faktoren eine Rolle spielen. In diesem Fall ist es aber sehr einfach. | |||
Man sieht an der Einschlagstelle einen „Kometenschweif“ aus einer Richtung (im Bild nach links oben). Das ist die Richtung, in der die Wucht wegging. | |||
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Das kann aufgrund der Faktoren anders aussehen. Ich möchte auch nicht den Eindruck vermitteln, dass ich das irgendwie gelernt hätte. Sowas können Forensiker, die das wirklich lange und wissenschaftlich studiert haben. Von denen es wahrscheinlich nur sehr wenige auf der Welt gibt. Die Leute, die Flugzeugtrümmer nach einem Aufprall untersuchen, beispielsweise. | |||
Aber da dieser „Krater“ nicht tief ist, und andere Bildzeichen weitere Hinweise geben, ist das hier wirklich simpel: Was auch immer da eingeschlagen ist, kam aus Nordost. | |||
Und es ist eben wichtig, für die weiteren Bildzeichen. | |||
Wuchtwirkung und Brandwirkung | |||
Die Palmen sind genau von diesem Krater ausgehend verkohlt. Sie sind jedoch nicht umgeknickt. | |||
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Das bedeutet, dass die Wucht nicht ausgereicht hat, eine biegsame und doch stabile Palme zu knicken. | |||
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Die Wuchtwirkung hat ausgereicht, um ein Fahrzeug hochzuheben und zu drehen. Dieses Auto ist nur etwa sieben Meter vom Krater entfernt. | |||
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Bei den Gebäuden sind Ziegel abgedeckt. Die nur lose aufliegen. | |||
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Das Krankenhaus auf einem Satllitenbild vom darauffolgenden Tag, dem 19.10.2023. Alle Solaranlagen sind intakt. | |||
Der Krankenwagen, der in ca. 30m Entfernung steht, ist unbeschädigt. Der kann allerdings auch erst nach der Detonation durch den Haupteingang (im Bild oben, nicht sichtbar) dort abgestellt worden sein. Man sieht jedoch auf dem Gesamtbild auch den weinroten Wagen unten rechts im Bild, der bis auf eine kaputte Windschutzscheibe keine Schäden aufzuweisen scheint. | |||
Was war es denn nun? | |||
Mein lieber, verehrter Freund Watson. Sie sind ehemaliger Militärarzt. So sicher, wie Sie einen Knochenbruch erkennen, so sicher kann man hier nur zu einem Ergebnis kommen. | |||
Das war keine Bombe. Es war auch keine Rakete und kein Marschflugkörper. | |||
Eine Bombe hätte eine viel verheerende Wirkung gehabt. An den Gebäuden wären Einschläge von Schrapnellen zu sehen. Selbst bei einem 1000-Pfünder wäre die Wucht so groß, dass die Solar Paneelen beschädigt würden. | |||
So absurd sich das für einen Laien anhören mag, Watson mein Freund, aber die Brandwirkung wäre viel geringer. Denn diese „Wirkmittel“, wie man beim Militär sagt, wollen ja durch die Wucht wirken, nicht durch Brand. | |||
Das sieht eindeutig so aus, als wenn der Flugkörper bzw. dessen Treibstoff ohne Detonation in einem großen Feuerball kurz, aber heftig verpufft wäre. Und das wiederum legt nahe, dass er aus dem Gazastreifen gestartet wurde. | |||
Sicher ist allerdings, dass es sich keinesfalls um einen absichtlichen Beschuss durch eine Seite gehandelt hat. Selbst wenn so ein Feuerball dramatisch aussieht, er ist keine Detonation. | |||
Und bevor sie einwerfen, dass die IDF auch kleine Raketen einsetzen: Das ist vollkommen richtig. Sie verwenden beispielsweise die Spike aus Eigenproduktion, die sie gegen fahrende Ziele einsetzen. Diese werden manchmal mit einem Betonkopf versehen, da man nur das Fahrzeug ausschalten will. Aber die werden zumeist von Drohnen oder Helikoptern aus gestartet, was in der Phase des Krieges einen riskanten Überflug bedeutet hätte. Denn man musste ja noch mit einer zumindest halbwegs funktionierenden Flugabwehr rechnen. | |||
Nein nein, mein lieber Watson, das war eine abgeschmierte Rakete und kein gezielter Angriff. Sagen Sie Inspector Lestrade, er muss sich nicht bemühen und kann zu Hause bleiben. | |||
500 Tote und Viedo-Beweis | |||
Ich habe mir abschließend den Spaß erlaubt, einmal die Grünflächen des Gebäudes zu messen. | |||
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Helfer sammeln etwas von eienr scheinbar blutigen Stelle auf. | |||
Es wurde auch gemeldet, die meisten hätten auf dem Rasen campiert. Und tatsächlich lag dort auch etwas Gerümpel herum und es gibt mindestens ein Video, wie üblich schlecht zu erkennen und verwackelt, das Leichen auf dem Rasen zeigen soll. | |||
Diese Grünfläche ist etwa 900m² groß. Es müsste also wirklich voll gewesen sein. Sehr voll. Kein-Platz-zum-liegen-voll. | |||
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Am Vormittag des 18. Oktobers haben die IDF ein abgehörtes Telefonat veröffentlicht. Nachdem ich meine Auswertung veröffentlicht hatte. | |||
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In dem Telefonat sagt ein Palästinenser zu einem anderen, die Rakete sei vom Islamischen Dschihad von einem Friedhof aus abgefeuert worden. Auf Nachfrage erklärt er, der Friedhof befände sich direkt rechts vom Krankenhaus. („Al-Ma’amadani“ ist eine andere Bezeichnung für das Krankenhaus.) | |||
Und siehe da: Direkt am Krankenhaus befindet sich ein großer Friedhof. | |||
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Es gibt noch eine weite Debatte um einen vermeintlichen Videobeweis. Al Jazeera hatte ein Handy-Video veröffentlicht. Woraufhin der Kanal der IDF nachts um viertel vor drei auf X reagierte. (Die Einheit der Pressesprecher besteht aus etwa 450 Soldaten, überwiegend Soldatinnen.) | |||
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Nun haben sich viele berufen gefühlt dies zu analysieren. Teilweise sehr aufwändig. Welche Raketen wohin gegangen sind, 3D-Rekonstruktionen aller gefeuerten Raketen, usw. | |||
Laut Ockhams Rasiermesser ist die naheliegendste Erklärung allen anderen vorzuziehen. Und dies ist die naheliegendste Erklärung: Eine Rakete ist abgeschmiert, vermutlich sogar eine selbstgebaute der Palästinenser selber. Sie verpufft auf dem Parkplatz eines kleinen Krankenhauses in der Nähe. Einige Menschen sterben, einige Autos brennen ab, das Krankenhaus bleibt funktionsfähig. | |||
Die Frage ist, ob sie auch eine Meldung des IS so blauäugig übernommen hätten. Doch anstatt eine Lehre daraus zu ziehen, verbreiten sie bis heute Nachrichten radikaler Terroristen, ohne sie zu prüfen und prüfen zu können. | |||
Und nun, Watson, scrollen Sie doch noch einmal zum Titelbild. Nachdem Sie das nun alles wissen, fragen Sie sich doch einmal, wie dramatisch der Bildausschnitt gewählt wurde. Und was das wohl für einen Eindruck bei jemandem erweckt, der diese Informationen nicht hat. | |||
Kommen Sie, Watson. |





















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