Dienstag, 10. März 2026

„Israel züchtet babyfressende Kinderentführer“: Die SPD auf judenfeindlichen Abwegen

von Julian Marius Plutz

Rücktritt nach irren antisemitischen Ausfällen: 
Die Mannheim-Feudenheimer SPD-Lokalpolitikerin Melek Hirvali Cizer



Der gemeine Mannheimer verfügt nicht nur über einen Dialekt, der an den Sprachduktus eines Schlaganfallpatienten erinnert, sondern bringt auch regelmäßig Söhne und Töchter aus der Stadt hervor, die, um es höflich auszudrücken, den tiefen Teller nicht erfunden haben. Xavier Naidoo zum Beispiel, der als sonnenbebrillte Heulboje unlängst in die Schlagzeilen geriet, als er allen Ernstes meinte, dass eine bekannte Chipsmarke ihren Snack mit einer Embryonenlösung glasiert und wir ohnehin alle Babys essen würden. Das muss man sich mal vorstellen.

Die Sache mit den verspeisten Kindern entwickelt sich zu einem Trend, der sich größter Beliebtheit nicht nur, aber offenkundig besonders verschärft in Mannheim erfreut. So entblödete sich die SPD-Politikerin Melek Hirvali Cizer, die )für die Quadratestadt völlig überraschend) türkische Wurzeln hat, auf Facebook durch die Verbreitung judenfeindlicher Thesen: Israel, weiß Cizer habe „das größte Reservoir für Ersatzorgane“ und es „züchte“ natürlich auch „babyfressende, weltweit Kinder entführende Agenten“. Geben Sie es zu, das wussten auch Sie noch nicht! Ach ja, das nächste Land, welches Israel angreifen wird, ist übrigens die Türkei, ist sich Melek sicher. Überhaupt sei Israel ein Land, das „Länder überfällt, Einheimische misshandelt und tötet“.

Meleks Babyfresser und die Pädos

Publiziert hat sie diesen literarisch sowie intellektuellen Leckerbissen am vergangenen Freitag – und dazu noch ein zweites Werk ähnlicher Qualität, dafür nicht weniger gaskrank: „Was ist Israel?“, fragt sie darin und fährt fort: „Diesen Angriffen“ (gemeint ist der israelisch-amerikanische Militärschlag gegen die Mörder-Mullahs im Iran) „verdankt Europa die massenhaften Flüchtlinge, die gezielt in die EU manövriert werden.“ Auch das wussten Sie noch nicht, liebe Leser, oder? Und weiter heißt es bei Melek: „Was denken Sie, wie lange das gut geht? Seit wann wollen Pädos und Babyfresser Gutes für andere? Spanien ist wohl nicht in den Epstein-Akten und lässt sich nicht erpressen!“ Am Ende bezieht sie sich noch auf den spanischen Protest gegen die USA sowie Israel und unterstellt, Spanien sei deshalb nicht erpressbar, weil es nicht zum Missbrauchskomplex um Jeffrey Epstein gehöre.

Auch wenn diese Melekschen Weisheiten sogar den eigenen Genossen zu bunt wurden und sie nach internem Druck gestern von ihren Ämtern zurücktrat (sie war immerhin Ortsvorstand in Mannheim-Feudenheim und saß zudem im Bezirksbeirat!), sind solche von linken wie rechten hoffnungslos abgedrifteten Zeitgenossen verbreiteten Überzeugungen leider in diesem Land Alltag. Und das ist ist, zugegeben, nicht nur ein Problem der SPD. Melek Hirvali Cizer reiht sich nämlich in die Liga der zahllosen Judenhasser ein, die in jeder Partei und jenseits von Parteien zu finden sind.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die Cizers dieses Landes erzählen Verschwörungstheorien und verbreiten diese (nicht selten mit der scheinbaren Pointe auf den Lippen, weil sich ja bei Corona und Impfung Verschwörungstheorien später als wahr herausgestellt hätten, müsse dies axiomatisch für alles gelten, was als Verschwörungstheorie bezeichnet wird). Dabei finden sie erschreckend viel Zuspruch. Keine Woche vergeht, ohne dass ich nicht irgendwo derartigen geistesgestörten Schwachsinn lesen muss. Dabei handelt es sich um – zumindest formal– gut gebildete Menschen, gerne mit Titeln und/oder Ämtern versehen, die sich trotzdem oder gerade deshalb so äußern, als seien sie doof wie Schifferscheiße. Wie recht Gustave Flaubert hatte, hätte wohl selbst Gustave Flaubert nicht gedacht: “Ehren entehren. Titel werten ab. Ein Amt verblödet.”

Die Spitze des judenfeindlichen Eisbergs im Fall Cizer ist aber die Tatsache, dass dies aus dem Mund beziehungsweise Kopf einer Politikerin kommt, einer Partei, die in Baden-Württemberg nur knapp die 5-Prozent-Hürde geknackt hat. Offensichtlich muss sich die Arbeiterpartei ohne Arbeiter ein neues Klientel suchen – und hierbei sind osmanische Randfichten wie unsere Melek aus Mannheim genau die nützlichen Vollidioten, um eine längst gescheiterte Partei noch künstlich am Leben zu halten. Der erhoffte Zulauf aus Zugelaufenen und durch Absenkung des Wahlalters bei gleichzeitigen Social-Media-Verboten geköderten Teenagern soll ihr das Überleben sichern. Jaja. Die Hoffnung stirbt zuletzt, liebe Sozis – aber sie stirbt. Und das ist auch gut so.


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