Montag, 30. März 2026

Was vom „Correctiv“-Märchen übrigblieb: Interview mit Potsdam-Teilnehmerin Simone Baum

von Daniel Matissek

Keine Sorge, die Parole bezieht sich NICHT auf kriminelle Migranten… 



Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Wer will sich auch noch ein Stückchen vom Opferkuchen abschneiden? Publicity gibt’s grade gratis für schon länger unter dem medialen Radar segelnde Underdogs der Aufmerksamkeitsökonomie, Has-beens und Profilneurotiker, die eine große Zukunft hinter sich haben. Man muss nur irgendeine Geschichte erzählen, die noch so lange zurückliegen und noch so unüberprüfbar sein mag – und schon bekommt jede ihre “fucking fifteen minutes of fame” im linksdeutschen Empörungsstadel. Seit den Anschuldigungen von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen, die sich zunehmend in einem Morast von Widersprüchen und Inkonsistenzen verliert und inzwischen als Ouvertüre eines beispiellosen legislativen Putschversuchs des NGO-Komplexes zur weiteren Einschränkung von Freiheitsrechten entlarvt ist, folgt jetzt die große Stunde der Trittbrettfahrerinnen. Eine regelrechte Welle der Offenbarungen brandet auf: Immer mehr Frauen “brechen ihr Schweigen”, wie es anerkennend vermeldet wird, und berichten von psychischen und sexuellen Gewalterfahrungen. Auffallend: Es handelt sich dabei oftmals gar nicht um reale Verbrechen, sondern natürlich um “Gewalt” nach neuerer Lesart gemeint ist: Unschöne Momente und leider unvermeidliche Stresssituationen mit dem anderen Geschlecht und namentlich Ex-Partnern, die es leider nunmal im Leben jeder Frau gibt (so wie umgekehrt auch jedes Mannes) völlig unterhalb der Strafbarkeitsgrenze liegen, werden da zu subjektiven Übergriffen hochgekocht und unterscheidungslos mit echten Scheußlichkeiten auf eine Stufe gestellt.

Weil das Internet so ein schrecklicher, rechtsfreier Raum ist, in dem ausnahmslos finsteren Gesellen und Psychopathen lauern, vor denen der Staat seine betreuten Bürger nur noch durch Social-Media-Verbote, Dauerzensur, überbordende EU-Datenschutzregelungen und demnächst dann auch noch Klarnamenpflicht schützen kann, finden hier natürlich die eigentlichen Verbrechen statt – nicht da draußen in einem Land mit zwei Gruppenvergewaltigungen täglich und über 30.000 Messerattacken. Das ist die Folie, vor der sich nun die “Opfer” outen. Zum Beispiel Cathy Hummels: Bei einem Stammtisch der „Abendzeitung München“ mit der auch hier wieder unterirdisch präpotent dahersülzenden Grünen-Politikerin Katharina Schulze vor rund 100 Gästen in München bekannte sie „Ich wurde psychisch vergewaltigt!“. Ein Stalker habe Drohbriefe mit ausgedruckten Screenshots ihrer privaten Instagram-Nachrichten verschickt und versucht, sie zu erpressen. Einmal sei er sogar auf ihrem Grundstück aufgetaucht.„Ich habe auch schon sehr, sehr viele Leute angezeigt. Die klauen meine Daten, aber ich darf nicht die Daten von dem Täter klauen. Mir wurde da gesagt, das gehe nicht wegen Datenschutz“, so das TV-Sternchen. Ach Gottchen! Frage: Hat Hummels nicht gerade die größtmögliche Öffentlichkeit im Internet gesucht und davon profitiert, indem sie als Influencerin ihr Privatleben exhibitionistisch zur Schau stellte? Meinte sie, es gäbe da draußen keine Spinner, Voyeure, Stalker? Wieso sollen für dieses Naivität jetzt alle anderen Internetnutzer büßen, sollten jetzt alle Männer am Pranger stehen? Vor allem aber: Welche Person des öffentlichen Lebens ist nach solchen Maßstäben eigentlich noch nicht “psychisch vergewaltigt” worden? Ich fühle mich durch Abmahnungen linker NGOs, Steuerbescheide, Krankenversicherungsbeitragserhöhungen und das deutsche Fernsehprogramm übrigens ebenfalls psychisch vergewaltigt. Ich saß deshalb aber noch nie in einer Talkshow.

Im Land der konditionierten Dauerentrüstung

Der Debattenbeitrag der ehemaligen „Tagesschau“-Sprecherin Judith Rakers, die sich ebenfalls im Fahrwasser der Fernandes-Nabelschau zu Wort meldete, betrifft immerhin reale Übergriffe. In ihrem Podcast „Baborie & Rakers – Was war los gewesen?“ mit Ariana Baborie erzählte die 50-Jährige eigenen “traumatischen Erlebnissen” und führte aus: “Natürlich habe auch ich in meinem Leben schon sehr viele Situationen erlebt mit Männern, die sehr, sehr brenzlig waren – und in denen es auch um sexuelle Gewalt ging!“. So sei sie als etwa siebenjähriges Mädchen im Wald von einem Mann mit einem Hund bedroht worden; er packte ihren Arm und rieb ihn an seinem Penis. „Das war so die schlimmste Situation“, so Rakers. Bis heute habe sie deshalb Angst vor Schäferhunden (nicht vor Penissen?) Irgendwie scheint Rakers einen bestimmten Fetisch-Typus angezogen haben, denn sie berichtete noch von einem weiteren Vorfall mit ihrem Arm, diesmal in einem Schulbus: Ein Mann masturbierte und rieb ihren Arm an seinem Geschlechtsteil. Ihr Vater habe sie zuvor auf solche Situationen vorbereitet – sie sei deshalb gleich aufgestanden, habe laut geschrien, alle drehten sich um, und der Täter floh an der nächsten Haltestelle. Ariana Baborie reagierte auf diese Schilderungen “erschüttert”. Rakers Fazit: “Schweigen schützt Täter, Reden schützt Betroffene”. Dass sie gerade jetzt redet, hat natürlich rein gar nicht zu tun mit der aktuellen künstlichen Aufregung einer Kampagne, die für noch mehr strafrechtlich überflüssige Gesetze trommelt, um die Netzkontrolle auszuweiten.

Um die Kirche einmal im Dorf zu lassen: Natürlich sind solche Erlebnisse abstoßend und verstörend – aber jeder, wirklich jeder Mensch macht irgendwann in seinem Leben irgendwann auch einmal hässliche und schockierende Erfahrungen, früher noch weitaus mehr als heute – doch in einer Hypersensibiltätsgesellschaft vom Snowflakes, eierlosen Waschlappen und zartbesaiteten Neurotikern, wo jeder Wurf mit dem Wattebausch zum körperlichen Angriff wird und jede Belastung zum Trauma gibt es keine Verjährung für Empörungsanlässe. Im Land der konditionierten Dauerentrüstung wird daher “digitale Gewalt” gleichgesetzt mit realer Vergewaltigung, und chauvinistische Sprüche, Anmachen oder Catcalling sollen von physischem sexuellem Missbrauch nicht mehr unterscheidbar sein. Dieser Kniff ist nunmal notwendig, weil es es darum geht, alle Männer zu latenten oder vollendeten Sexualverbrechern zu stempeln. Oder, wie es die (im Nebenfach natürlich auch als Feministin herumgereichte) “Klimaschutzaktivistin” Theresia Crone, die aussieht wie ein Teenie, aber den intellektuellen Horizont einer Fünfjährigen vermuten lässt, gestern bei Miosga ausdrückte: “Wir müssen davon wegkommen, Täter nur im strafrechtlichen Sinne zu sehen!” Spoiler: Gemeint damit sind natürlich nur die weißen, biodeutschen, postkolonialen, triebgesteuerten, kastrationswürdigen Schweine, die “virtuell vergewaltigen” – aber grundsätzlich nicht die aus frauenverachtenden Kulturräumen eingewanderten realen Gruppenvergewaltiger, Frauenschläger und “Ehrenmörder”, bei denen im Zweifel Traumata und kulturelle Missverständnisse vorliegen und die deshalb ebenso aus der öffentlichen Debatte gehalten werden wie ihre Opfer.


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