Montag, 16. März 2026

In Trumps Falle getappt: Beging Tucker Carlson Hochverrat?

von Tom Schiller

Tief gefallen und falsch abgebogen: Tucker Carlson



Er galt einst als Galionsfigur der MAGA-Journalisten und nahm sogar seinen Rausschmiss bei “Fox-News” und seinen damit einhergehenden massiven Einnahmeverlust in Kauf – doch jetzt scheint der völlig abgedriftete Politkommentator Tucker Carlson in eine Falle von Donald Trump getappt zu sein, die ihn als Landesverräter erscheinen lässt – und womöglich gar auch ein strafrechtliches Nachspiel haben könnte. Das US-Justizministerium soll bereits ein entsprechendes Verfahren eingeleitet haben. Worum geht es? Carlson hat mit dem Iran offenbar eine Art Privatdiplomatie, quasi seine eigene “Außenpolitik”, betrieben – und zwar im Namen der Vereinigten Staaten betrieben. Das gilt in den USA als Landes- oder gar Hochverrat. Irgendwann muss die CIA Wind davon bekommen und Präsident Trump informiert haben. Trump hat Tucker dann möglicherweise als ahnungloses Counterintelligence-Asset genutzt, um dem Iran falsche Informationen zuzuspielen.

Denn: Kaum hatte Carlson bei einem Besuch im Weißen Haus von Trump “vertrauliche” Informationen unter dem Siegel der Verschwiegenheit erhalten, lancierte er diese offenbar prompt an die Mullahs in Teheran weiter. Die Aktionen, die die Mullahs nach dem Beginn der Militäroperation “Epic Fury” starteten, basieren exakt auf diesen Falschinformationen – womit Trump zwei Fliegen mit einer Klappe schlug: Er täuschte den Iran – und überführte den abtrünnigen Carlson des Verrats und somit als mutmaßlichen Feindagenten. Washingtoner Regierungskreisen zufolge habe die CIA diese Erkenntnisse prompt an Justizministerium weitergeleitet, das daraufhin prompt ein Strafverfahren gegen Carlson eingeleitet haben soll. Die Aussage, dass die Behörde gegen ihn ermittelt, stammt übrigens von Carlson selbst.

Nachplappern iranischer Regime-Propaganda

Der Skandal geht aber noch weiter, denn offensichtlich fühlt sich Carlson auch noch berufen, iranische Regime-Propaganda nachzuplappern. Nach Beginn von “Epic Fury” hat Iran IRGC-Agenten nach Saudi-Arabien und Katar geschickt, um dort Anschläge durchzuführen, doch diese Pläne wurden glücklicherweise vereitelt. Iran hat nach dem Scheitern der Terrorakte Tucker dann die gezielte Falschmeldung untergejubelt, es habe sich dabei eigentlich um Mossad-Pläne gehandelt. Carlson sah in seiner wahnhaften Voreingenommenheit gegen Israel offenbar überhaupt keinen Anlass, diese Behauptungen zu hinterfragen, und verbreitete sich selbst online begierig weiter, woraufhin sie sich wie ein Lauffeuer ausbreiteten. Saudi-Arabien und Katar (!) sahen sich daraufhin gezwungen, die nachweislichen Fake News über die Mossad-Urheberschaft öffentlich zu dementieren (auf der “Achse des Guten” wurde das von Carlson verbreitete – und von etlichen antisemitischen (vulgo “antizionistischen”) Kanälen in Deutschland und Österreich unkritisch nachgeplapperte – Mossad-Märchen ausführlich auseinandergenommen.

Bleibt dennoch die Frage: Warum tut Carlson all das? Es gibt zwei Gründe. Zum einen steigert Carlson sich seit langem in die völlig verquere Paranoia einer finsteren Israel-USA-Machtelite hinein, die angeblich alles kontrolliere; diese fixe Idee hat inzwischen zu seinem völligen Zerwürfnis mit dem von ihm früher unterstützten Trump geführt. Und zum anderen klingelt für Tucker die Kasse gewaltig, seit er auf iranischer Seite „kämpft“ – noch deutlich mehr als bei seinen antiisraelischen, grotesk einseitigen und Ursache und Wirkung wie üblich völlig verdrehenden Ausfällen zum Gaza-Krieg, was wiederum zur Folge hat, dass neben seinen bisherigen rechten Anhängern nun auch immer mehr islambesoffene Linke aus aller Welt zu seinem Stammpublikum hinzutreten. Wie auch immer: Fakt ist, dass Tucker Carlson inzwischen auf der Seite all derjenigen zu finden ist, die ihrem US- und Israelhass freien Lauf lassen und eines der übelsten Regime dieser Welt unterstützen. Als ernstzunehmender politischer Analyst hat er seine Reputation endgültig verspielt.


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