Dienstag, 17. März 2026

Feigheit vor dem „Feind“: Die Süddeutsche flieht von X

von Olli Garch

Die „Süddeutsche Zeitung“ alias „Alpen-Prawda“ erklimmt neue Tiefpunkte: etzt flüchtet sie vor Netzkritik



Dass viele Linke Kritik nicht ertragen können, ist bekannt – und so ist es ach wenig verwunderlich, dass die “Süddeutsche Zeitung” (SZ), nach knapp vier Jahren unzensiertem X unter seit Musks (seit dessen Twitter-Übernahme 2022), zum 10. März 2026 ihren offiziellen X-Account aufgegeben hat. Ein Wunder, dass sie es überhaupt so lange dort ausgehalten hat. Die Maßnahme stellt eine glatte Kapitulation vor unliebsamer Debattenkultur da, die auf X weitgehend ungefiltert auflebt, im Gegensatz zur kuratierten, dauerbetreuten und so sortenrein gehaltenen Diskurssimulation früherer Zeiten, als Twitter noch missliebige Accounts sperrte (bei Corona sogar, wie später bekannt wurde, ungeprüft auf direktes Verlangen der Biden-Administration).

Die Entscheidung der SZ passt jedoch so ganz zur Blattlinie des Hauses. Dass diese von immer mehr angestammten SZ-Lesern abgelehnt wird, was das Blatt allein im Jahr 2025 rund 10.000 (!) Print-Abonnenten kostete, versteht man in München anscheinend eher als Auftrag, auf seiner Geisterfahrt umso trotziger Kurs zu halten. Editierte Kommentarspalten unter SZ-Beiträgen in sozialen Medien, zuückgehaltene, wenn allzu kritische Leserzuschriften, Ausblendung oder Bagatellisierung von Meldungen und Ereignissen, die nicht ins eigene ideologisch verrammelte Weltbild der Redaktion passen und jetzt auch noch der Rückzug von X – all das zeugt von einer Wagenburgmentalität, an der nicht einmal die zunehmend kritische ökonomische Lage des eigenen Verlags zu rütteln vermag.

”Schade, wir haben immer sehr über Euch gelacht!”

Auch beim Rückzug von X blieb sich die SZ natürlich treu und log, dass sich die Balken biegen: In ihrem letzten Post erklärte die Redaktion: „Aus unserer Sicht macht die zunehmende Verrohung der Plattform einen konstruktiven öffentlichen Dialog nicht mehr möglich“. Dazu verwies sie ihre Follower auf angeblich harmlosere Kanäle wie Instagram, TikTok, LinkedIn und WhatsApp. Diese Begründung löste in den Netzkommentaren eine Welle aus Häme und Empörung aus: Viele Nutzer warfen der Zeitung vor, nie an echtem Dialog interessiert gewesen zu sein, und bezeichneten den Rückzug als Flucht vor berechtigter Kritik an ihrer einseitigen Berichterstattung. Die Kommentare reichten von Spott wie „Schade, wir haben immer sehr über Euch gelacht“ bis zu Vorwürfen wie „Eure linksgrüne Propaganda will keiner mehr lesen“. Besonders pikant dabei ist die Tatsache, dass die SZ selbst inhaltlich kaum mit ihrer Community interagiert hat: So hat eine Anfrage an Grok ergeben, dass die SZ tatsächlich nie auf Kommentare ihrer Leser geantwortet hat. Das ist per definitionem das genaue Gegenteil eines “konstruktiven öffentlichen Dialogs”!

Einbruch bei Leserzahlen

Der Rückzug passt gut zum allgemeinen Bedeutungsverlust und Niedergangs dieses einst großen bundesdeutschen Blattes, das früher einmal für hochwertigen, differenzierten linksliberalen Journalismus stand, damit aber aber so wenig gemein hat wie der “Spiegel” mit dem großen Nachrichtenmagazin, das er vor langer Zeit einmal war, ehe er von einer selbstgefälligen Kaste aktivistischer und autoritärer Blasen-Schreiberlinge gekapert wurde: Die verkaufte Auflage ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken; im vierten Quartal 2025 lag sie noch bei 251.402 Exemplaren – ein Rückgang um 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (268.986 im vierten Quartal 2024). Dieser schleichende Schrumpfungsprozess betrifft analoge Medien und vor allem den Printsektor zwar insgesamt, doch die SZ sticht durch einen besonders rapiden Auflagenverlust hervor und nein, das liegt eben nicht nur am Wegsterben der Hauptleserschaft – sondern daran, dass der redaktionelle Kurs immer einseitiger und ideologietriefender ist.

Doch selbst wenn es sich um den üblichen Strukturwandel der Medien handeln sollte und die Leser sich einfach zunehmend digitalen Formaten zuwenden, da wäre der freiwillige Boykott der wichtigsten digitalen Mein Plattform X ein geradezu Selbst mörderischer Schritt. Der unweigerlich wird diese zu einem weiteren Relevanzverlust der SZ führen. Sollte es sich jedoch (auch) um eine Sparmaßnahmen gehandelt haben, dann wäre diese definitiv an der falschen Stelle erfolgt. Generell stellt sich zudem in Zeiten zunehmender Polarisierung die Frage, welche Rolle traditionelle Medienhäuser spielen wollen, wenn sie vor offener Debatte kneifen.

OCCRP-Medien zur Wahlbeeinflussung

Die Finanznot der SZ wird sogar noch verstärkt durch den Wegfall der Gelder, die in der Vergangenheit über das umstrittene Journalisten-, besser: Propaganda-Netzwerk ”Organized Crime and Corruption Reporting Project” (OCCRP) heimlich aus den USA flossen. Der Rückzug von X wirft ein neues Licht auf die Verbindungen der SZ zum OCCRP, dessen Gründungsmitglied sie ist. Dieser globale Zusammenschluss großer Medienhäuser wurde seit 2006 von US-Regierungsstellen wie USAID, aber auch von der EU heimlich finanziert. Im Gegenzug durften die Amerikaner über die Redaktionen geheimdienstliches Material ausspielen – oft im Bestreben, demokratisch gewählte, aber unliebsame Regierungen zu stürzen oder Wahlen zu beeinflussen, wie etwa im Fall des ukrainischen “Euro-Majdan“ 2014, in Georgien oder zuletzt auch in Rumänien. Nach Aufdecken dieser Machenschaften geriet OCCRP in die Kritik wegen der problematischen Abhängigkeit der Medien von US-Interessen und mangelnder Transparenz über die Finanzierung. OCCRP-Gründer Drew Sullivan prahlte sogar in einer Dokumentation des “Norddeutschen Rundfunks” mit erfolgreichen Beispiel für solche Wahlbeeinflussungen „in fünf oder sechs Ländern“, doch der Film wurde nach Druck von Sullivan selbst zensiert und nie ausgestrahlt.

In diesem Zusammenhang steht namentlich die SZ durch die Kampagne zum Sturz der Österreichischen Regierung kurz vor der EU-Wahl im Jahr 2019 in der Kritik, die unter dem Namen „Ibiza-Affäre“ in die Geschichte einging. Gemeinsam mit dem “Spiegel” veröffentlichte die SZ damals das in einer geradezu geheimdienstlichen Operation aufgenommene Video, das zum Sturz der bis dahin in der Bevölkerungsmehrheit äußerst beliebten österreichischen Türkis-Regierung aus ÖVP und FPÖ – sowie anschließend zur massiven Veränderung der Ergebnisse der EU-Wahlen – führte. Spätere Gerichtsverfahren stellten fest, dass der FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache entgegen der damaligen Darstellung der SZ nichts Illegales getan hatte. Hingegen war die Aufnahme glatt illegal; ihre Veröffentlichung gilt bis heute als zumindest hoch umstritten, und ihr Zeitpunkt war eindeutig zum Zweck der Wahlbeeinflussung gewählt.

Hetze und Kampagnen

Eine weitere Kontroverse betrifft die Aktivitäten der SZ bei der Beeinflussung der EU-Wahlen im Jahr 2024: Im Rahmen der sogenannten „Voice-of-Europe-Affäre“ haben die SZ und andere OCCRP-Medien vor den Wahlen konservative Politiker, die für Frieden in der Ukraine eintraten, kampagnenartig beschuldigt, für Russland zu arbeiten. Beweise dafür wurden bis heute nicht vorgelegt. Doch die mediale Hetze beeinflusste die Wahlergebnisse so massiv, dass die rechten Parteien am Ende europaweit 27 Sitze verloren. Der AfD-Politiker Petr Bystron musste in diesem Zusammenhang nicht weniger als 29 (!) Hausdurchsuchungen über sich ergehen lassen, auch diese natürlich ohne jedes Ergebnis. Ein Verfahren steht immer noch aus.

US-Präsident Donald Trump kappte 2025 die USAID-Finanzierung des OCCRP – unter Verweis auf Vorwürfe der Einmischung in US-Wahlen; die überfällige Trockenlegung hat dieser verdeckten Propaganda weitgehend den Stecker gezogen. Für die SZ ein finanzieller Schlag – vor allem aber kam sie wohl nicht damit klar, dass sie mit den Kampagnen- und Manipulationsvorwürfen auf X tagtäglich von der Community konfrontiert wurde. Vielleicht ja auch deshalb der Rückzug: Offenbar konnten die Verantwortlichen die Wahrheit nicht ertragen.


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