von Theo-Paul Löwengrub

ZDF-Intendant Himmler: Unfähigkeit und hemmungslose Agitation wird mit Vertragsverlängerung belohnt
Trotz aller atemberaubenden Skandale, die in seine Amtszeit fallen (und die sich in den letzten Wochen noch durch den Zensur-Auftritt des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther bei Markus Lanz und das KI-Fake-Video im heute journal zusammenballten) wurde ZDF-Intendant Norbert Himmler gestern vom Fernsehrat in seinem Amt bestätigt und wird damit weitere fünf Jahre an der Spitze der zwangsfinanzierten Propagandaschleuder stehen. Von den 60 Mitgliedern des Fernsehrates waren 53 anwesend, von denen 48 für Himmler stimmten – was allerdings auch dadurch erheblich erleichtert wurde, dass es keinen einzigen Gegenkandidaten gab. Die Journalistin Floria Fee Fassihi, die ebenfalls für das Amt kandidieren wollte, sah am Ende dann doch noch aus unbekannten Gründen davon ab.
Pro forma wurde Himmler in der Sitzung dann mit dem KI-Skandal konfrontiert, was er mit den üblichen hohlen Phrasen konterte: „Glaubwürdigkeit ist unser größtes Gut“, log er und bezeichnete den (das Gegenteil bestätigenden) Sachverhalt als „gravierend“; der Fall bedürfe der „lückenlosen Aufklärung“. Es habe ein dreifaches Versagen gegeben: „Ohne journalistische Begründung oder Einordnung von KI-Material dürfen wir das in Nachrichtensendungen schlichtweg nicht verwenden“, dann habe die „Überprüfung in der Schlussredaktion“ nicht funktioniert und schließlich habe es in der Aufarbeitung des Skandals am ersten Tag „handwerkliche Fehler“ gegeben. „Ja, Fehler passierten, aber der Fehler ist nicht dem ZDF aufgefallen, sondern er ist Dritten aufgefallen, die (…), ich will das jetzt mal salopp formulieren, aus der Schmuddelecke des deutschen Journalismus kommen“, gab Steffen Kampeter vom Bundesverband der Arbeitgeberverbände zu bedenken. Auch solche Impulse müssten aufgegriffen und nicht mit einer „Wagenburgmentalität“ beantwortet werden. Zorn auf den Whistleblower, der die Stimmen und Inhalte der Krisensitzung der ZDF-Mitarbeiter an „Nius“ durchgestochen hatte, würden sich verbieten, so Kampeter weiter, der auch daran erinnerte, dass der deutsche Journalismus „im Wesentlichen von Whistleblowern und Hintergrundinformantinnen und -informanten“ lebe.
Lieber Inkompetenz denn Parteilichkeit als Erklärung
Dies wollte Katrin Kroemer, die Vertreterin des Deutschen Journalistenverbandes, so nicht stehen lassen: Das Dokument des Whistleblowers sei so „zusammengefummelt“ worden, dass die Verwendung der Ausschnitte „vielleicht auch nicht mehr ganz redlich war“, behauptete sie wahrheitswidrig. Von einer „redlichen Informationsnummer“ könne keine Rede sein. Nathanael Liminski, der Chef der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei, gab zu Protokoll, ihm würde es „Sorgen machen, wenn die Qualität nicht mehr ganz so viel zählt, solange die Botschaft stimmt“. Nun sei „Binnenhygiene“ gefragt: „Hast Du jetzt sozusagen zu einer Botschaft das passende Bild gemacht – oder haben wir Bilder und haben die eingeordnet?“ Es gebe „viele Menschen da draußen, die sich durch diesen Vorgang in ihrem falschen Vorurteil bestätigt sehen, dass im ZDF Tendenz- und Haltungsjournalismus betrieben wird“, beklagte er. Von einem „falschen Vorurteil“ kann natürlich keine Rede sein. ARD und ZDF betreiben nichts anderes als „Tendenz- und Haltungsjournalismus“. Himmler besaß die Chuzpe, darauf zu entgegnen: „Wir haben keine Botschaft zu vermitteln in unseren Nachrichtensendungen. Wir haben zu sagen, was ist, und einzuordnen und das durch Dinge zu belegen, die tatsächlich in Bild und Ton authentisch sind.“
Der Versuch, vorsätzliche Desinformation als Ergebnis bedauerlicher Pannen darzustellen und lieber auf Inkompetenz denn Gesinnungskorruption als Erklärung anzubieten, ist für Himmler und seine Helfershelfer inzwischen eine gängige Masche. In seiner Bewerbungsrede hatte Himmler bereits allen Ernstes behauptet: „Wir bieten vielfältige Perspektiven und berichten unvoreingenommen. (…) Ich persönlich möchte mich in den kommenden Jahren dafür einsetzen, dass das ZDF ein relevanter Faktor für unsere Demokratie und für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ist“. Er bot sich also als Vorkämpfer „unserer Demokratie“, sprich: des politisch-medialen Kartells an, das immer weiter erodiert, weil sein Scheitern mittlerweile offenkundig ist.
Arroganz und Anmaßung
Himmler kündigte auch an, das ZDF werde auch in Zukunft eng mit privatwirtschaftlichen und internationalen Medien zusammenarbeiten werde. Die Partnerschaften mit der deutschen Kreativbranche werde man weiter intensiv pflegen und „den Kreis unserer Partner um Qualitätsmedien erweitern, die unsere Werte auch gemeinsam teilen“. Mit den Printmedien, „die unsere journalistischen Werte teilen“, will er enger und effizienter zusammenarbeiten. „Der Feind sitzt schlichtweg woanders“, so Himmler in entlarvendem Manichäismus. Unter „Feind“ versteht er – was sonst – „sogenannte Medien“, die „so einseitig berichten, dass das mit Journalismus nichts mehr zu tun hat. Sie bekämpfen den kritischen, den professionellen Journalismus aber mit allen Mitteln“, und hätten eine erodierende Wirkung auf die Gesellschaft, weil dadurch eine gemeinsame Wissensbasis unterminiert werde. „Der common ground für ein demokratisches Miteinander und vor allem auch für das Herstellen von Kompromissen fehlt, der fehlt immer mehr“, beklagte er.
Ausgerechnet der Chef einer Sendeanstalt, die jedes journalistische Ethos längst hinter sich gelassen hat und damit maßgeblich dazu beiträgt, das demokratische Miteinander zu zerstören, wirft sich nun zu dessen Hüter und Verteidiger gegen eine Welt von Feinden auf. Es ist eine abermalige Bestätigung der Arroganz und Anmaßung, die im politisch-medialen Komplex vorherrscht. Der beste Dienst, den das ZDF der Demokratie erweisen könnte, wäre, wenn es ganz einfach seine im Senderauftrag festgelegte Arbeit einer objektiven und überparteilichen Berichterstattung erfüllen würde, anstatt linksgrüne Propaganda zu betreiben und Fakten zu ignorieren oder zu verfälschen. Mit Gestalten wie Jan Bähmermann, Dunja Hayali oder Elmar Theveßen ist dies gar nicht möglich. Sie leben fürstlich von dem Geld, das den Gebührenzahlern abgepresst wird und missbrauchen ihre Bekanntheit zur Verbreitung ihrer ideologischen Agenda- und das sind nur einige der öffentlich bekannten Figuren des ZDF, diejenigen, die im Hintergrund agieren, sind meist nicht besser. Dieses Gebilde ist nicht reformierbar – und Himmlers Wahl liefert dafür die neuerliche Bestätigung.
Heil Himmler, bei dem ist ja der Name Programm
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