von Alexander Schwarz
Falschbehauptungen und Suggestivfragen in penetranter Verhörsituation bei maximal unfairer Gesprächsführung: ZDF- bzw. ARD-Sommerinterviews mit Weidel und ChrupallaAm Sonntag strahlten ARD und ZDF im Abstand von einer Stunde ihre Verhöre vor laufender Kamera (vulgo “Sommerinterviews”) mit den AfD-Vorsitzenden aus. Tino Chrupalla stellte sich der hochnotpeinlichen Befragung in der ARD, Alice Weidel der im ZDF. Ziel war, wie jedes Jahr, nicht journalistischer Erkenntnisgewinn oder Informationsbenefit für die Zuschauern, sondern das noch weniger denn je zuvor camouflierte Ziel, die beiden zu „entlarven“ und der AfD in den bevorstehenden Ostwahlen maximal zu schaden. Die hierfür abgestellten und spezialgetrieften Gesinnungskommissare Markus Preiß (ARD) und Wulf Schmiese (ZDF) gaben denn auch alles, um ihre Gesprächspartner daran zu hindern, auch nur eine Antwort ohne Unterbrechung aussprechen oder ein politisches Konzept zusammenhängend darlegen zu können. Hier tat sich vor allem der unter Starkstrom stehende und sichtbar hochnervöse Schmiese bei Weidel in unerträglicher Weise negativ hervor. Immerhin wurde diesmal auf die inszenierte Rahmung durch von linksextremen NGOs wie dem “Zentrum für Politische Schönheit“ zusammengekarrte Störer und Saboteure verzichtet, die im vergangenen Jahr ungehindert in Sicht- und Hörweite des Weidel-Sommerinterviews lautsprechergestützte “Scheiß AfD“-Chöre anstimmen duften (im Fall von Weidel mag dies heuer auch dadurch erschwert worden sein, dass das diesjährige Interview in Wien stattfand).
Das ZDF-Urgestein Peter Hahne, der über zehn Jahre lang die Sommerinterviews des Senders geführt hatte, äußerte sich bei „Nius“ entsetzt über das Verhalten von Preiß und Schmiese. Beide hätten gefühlt deutlich mehr Redezeit gehabt als Chrupalla und Weidel. Vor allem Schmiese habe „verbittert, verhärmt, verzweifelt“ gewirkt und seinen klaren Auftrag, Weidel „fertigzumachen“, kaum verhehlen können. Man könne so etwas nicht als Interview bezeichnen. Die Gesamtperformance sei „erbärmlich“, ein „Schuss in den Ofen“ und Wasser auf die Mühlen derer gewesen, die den ÖRR abschaffen wollten, so Hahne. Während die Interviews beider AfD-Parteichefs in den öffentlich-rechtlichen Sendern wieder einmal von Dutzenden “Faktenchecker“ begleitet wurde (alleine bei Chrupalla setzte die ARD nicht weniger 15 von ihnen ein!), die natürlich prompt anschlugen und angebliche “Falschbehauptungen” monierten (etwa Weidels Aussagen zum Klimawandel, die dem “breiten wissenschaftlichen Konsens“ widersprächen), waren es tatsächlich ARD und ZDF selbst, die in ihrer Fragestellung Halb- und Unwahrheiten verbreiteten.
Schmieses Elektro-Märchen
So wollte Schmiese um jeden Preis wollte er die kontrafaktische Erzählung im Interview unterbringen, die deutsche Automobilindustrie stecke nicht wegen zuviel, sondern zu wenig Elektromobilität in der Krise, weil China nach deutschen Elektroautos lechze, die stur auf den rückständigen Verbrennungsmotor fixierte hiesige Industrie jedoch nicht liefern könne. Wieso angesichts dessen die AfD am rückständigen Verbrennermotor festhalte, wollte Schmiese sinngemäß gleich mehrmals hintereinander wissen. Dabei brachte Schmiese nonchalant die Lüge unter, jedes zweite Auto in Wien, wo das Interview stattfand, sei ein E-Auto (in Wahrheit sind es ganze 6,9 Prozent, und selbst bei den Neuzulassungen nur 22 Prozent, wie Hahne klarstellte), Die existenziellen Probleme der deutschen Autoindustrie rühren zudem eben daher, dass sie auf E-Autos umgestellt und sich gerade nicht gegen den politisch forcierten Wahnsinn der Abschaffung des Verbrenners gewehrt hat.
Im ÖRR-Propagandastadl durfte natürlich auch der klimabedingte Höllensommer nicht fehlen. Hier stellte Schmiese die Zahl von 12.000 „Hitzetoten“ in den Raum, während sein ARD-Kollege Preiß sogar von 14.000 Toten fabulierte; die eine Zahl ist indes so lächerlich wie die andere, weil sich erstens überhaupt nicht seriös ermitteln lässt, wer tatsächlich an den Folgen der Hitze oder lediglich an einem heißen Tag gestorben ist, und es sich bei diesen vom RKI in berüchtigter coronaesker Manier auftragsgemäß zusammengestellten Willkürdaten fast ausnahmslos um Todesfälle handelt, die im Totenschein eine andere Ursache als Hitze ausweisen, aber trotzdem nun nachträglich mal eben zu “Hitzetoten“ deklariert werden. Diese alarmistische Panikmache, die hier von ARD und ZDF ohne jeden plausiblen Beleg als vermeintliche wissenschaftliche Tatsache eingestreut wurde, diente nur dem Zweck, die angeblich gemeingefährliche “Klimaleugnung“ der AfD zu dokumentieren. Leider versäumten es sowohl Weidel als auch Chrupalla, an dieser Stelle den Spieß herumzudrehen und die Manipulation der Öffentlichkeit durch unverantwortliche Hitze- und Klimapropaganda zu monieren. ARD und ZDF wären jedenfalls besser beraten, ihre „Faktenfinder” und “Faktenchecker“ einmal die eigenen Redakteure und Moderatoren anzusetzen. Doch glücklicherweise übernehmen diesen Part die freien Medien und vor allem X-Nutzer, die per Schwarmintelligenz die Lügen fast in Echtzeit aufdecken.
Versäumte Paraden
Generell ist leider kritisch anzumerken, vor allem bei Weidel, dass sie Schmieses Anwürfe nicht sachlich parierte, was natürlich einerseits durch die ständigen Unterbrechungen erschwert wurde, andererseits eben leider auch auf mangelnde Vorbereitung zurückzuführen war. Tatsächlich hätten sich viele der unverschämten Suggestivfragen leicht parieren oder abwehren lassen, was die ansonsten für ihre Schlagfertigkeit gefürchtete Weidel in diesem Fall missen ließ. So hätte sie etwa die ihr von Schmiese genüsslich vorgehaltene Erklärung des französischen Rassemblement National (RN), in dem dieses jede Zusammenarbeit mit der AfD verweigerte, deutlich besser kontern müssen: Der wahre Grund für die demonstrative Abwendung des RN – wie übrigens auch der Fratelli d`Italia der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni – war vor allem der, dass die AfD aus der EU und dem Euro austreten will, was für beide Länder eine Katastrophe wäre, weil Deutschland der Zahlmeister Europas ist, auf den die beiden heillos überschuldeten Länder angewiesen sind – und weil die Rechtsparteien in ihren Ländern ebenso nationale Interessen in den Vordergrund stellen wie die AfD dies auch für Deutschland tut, vermeiden sie (zumindest im EU-Parlament und in der Öffentlichkeit) die Kooperation mit der Partei, die einen “Dexit“ zum ökonomischen Nachteil ihrer Nationen anstrebt. Das, nicht etwa eine angeblich sogar für rechtspopulistische Schwesterparteien im Ausland inakzeptable “Radikalität“, ist der Grund für die Distanz zur AfD. Auf diesen Punkt hätte Weidel aufmerksam machen können und müssen.
Den Vogel schossen Hauptstrommedien jedoch mit der allen Ernstes verbreiteten Behauptung ab, die AfD würde ARD und ZDF durch die Sommerinterviews wieder einmal “benutzen”, obwohl sie diese Sender doch abschaffen wolle – denn die Einladungen, sich genau hier zu präsentieren, würden sie wie stets doch „auffallend gerne“ annehmen. Tatsächlich ist es genau umgekehrt; sollte damit ernsthaft gemeint sein, die AfD verdanke ihren Höhenflug ihren (statistisch angesichts ihrer realen Umfragewerte grotesk unterrepräsentierten) Auftritten im ÖRR, so muss es sich dabei um einen schlechten Scherz halten – denn die AfD ist nicht wegen, sondern trotz des medialen Trommelfeuers von ARD und ZDF zur stärksten politischen Kraft Deutschlands geworden. Nachdem der ÖRR die AfD jahrelang entweder komplett ignorierte und sie gar nicht in seine Talkshows einlud oder wenn doch, nur, um AfD-Vertreter ständig zu unterbrechen, sie mit stakkatohaften und völlig irrelevanten Unterstellungen in die Defensive zu drängen oder sie von den anderen Gästen im Konzert mit “haltungsstarken” Moderatoren niederbrüllen zu lassen, kommt man nun, da sie immer größer wird, nicht mehr umhin, sie eben doch einzuladen – hält aber an der Unsitte fest, ihre Vertreter entweder lächerlich oder unglaubwürdig zu machen und sie möglichst gar nicht zu Wort kommen zu lassen. Dass sich der überall in der Defensive befindliche Staatsfunk damit nur selbst schadet, begreifen die dort herumfuhrwerkenden pseudojournalistischen Fossile einfach nicht. Das Zuschauerurteil war auch dieses Jahr wieder dementsprechend vernichtend – vor allem das zu Schmieses Umgang mit Weidel vernichtend, wie zehntausende Kommentare bei Youtube und anderswo zeigen. Die Mainstream-Journaille (und namentlich der ÖRR) macht genau dieselben Erfahrungen wie die Altparteien, als deren Handlanger sie sich hergeben – und sind ebenso einsichts- und lernresistent wie diese: Jeder Versuch, die AfD erst zu ignorieren und dann zu diffamieren und abzuwürgen, hat das genaue Gegenteil bewirkt.
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