Montag, 31. August 2026

Wie die CDU in Sachsen-Anhalt 2026 im letzten Moment das Ruder herumriss und die Wahl gewann: Bericht eines zukünftigen Chronisten

von Sandra Kristin Meier

Der beispiellose Triumph der Union von Sachsen-Anhalt



Zehn Jahre sind die Landtagswahlen 2026 in Sachsen-Anhalt nun schon vorüber, und der Osten blüht und gedeiht unter der unangefochtenen Herrschaft der CDU. Doch wie vermochte jene Partei, die das Land zuvor auf allen Ebenen in die Grütze geritten hatte, Anfang September 2026 in letzter Minute das Blatt noch zu wenden? Die Historiker sind sich einig: Es war ein gigantischer Kraftakt an Mensch und Material in der finalen Wahlkampfwoche. Spitzenpolitiker aus Berlin und Brüssel gaben sich in diesem Bundesland die Klinke in die Hand. Den ersten Akzent setzte in Roßlau der charismatische Spitzenkandidat Sven Schulze selbst. „Nicht alles ist möglich!“ rief er ins Publikum – und „Nichts ist möglich!“ schallte es begeistert zurück.

Diesen Ton griff der feiste Europaabgeordnete Dennis Radtke auf, nachdem er in einer Sänfte vor eine Menschenmenge in der anhaltischen Provinz getragen worden war. „Es wird auch in Wolmirstedt nur noch Halal-Metzger geben – oder gar keine mehr. Das lässt sich nie wieder ändern!“ rief er in die vor Begeisterung tobende Masse. Und als er zum Beweis mit dem Ruf „Mir geht’s doch gold in Brüssel!“ sein Dreifachkinn und den ansehnlichen Wanst vorstreckte, gab es kein Halten mehr. „CDU! CDU! CDU!“ hallte es im weiten Rund. Parallel dazu bestrich der alerte Populist und Stimmenjäger Philipp Amthor in Halle erwartungsgemäß erfolgreich die Clubs, um das junge, hippe Publikum für seine coole Partei zu gewinnen.

Der Klimakanzler brachte die Wende

Das eigentliche Highlight aber bildeten die beiden Auftritte von Klimakanzler Friedrich Merz, der eigens für einen Nachmittag mit dem Regierungsflieger aus dem zehnwöchigen Kurzurlaub auf den Seychellen eingeflogen worden war. Braungebrannt erklärte der volkstümliche Kommunikator in Wernigerode „in aller Deutlichkeit“, dass der gesamte Harz umgehend abgeholzt und vollständig mit Windrädern gepflastert werde: „Wir schaffen das!“ Daraufhin tobten Tumulte unter der Bühne. Dutzende der adressierten „straffälligen“ Klimaleugner rissen sich in Ekstase unter „Merz! Merz!“-Sprechchören die Ulrich-Siegmund-T-Shirts von den zuckenden Leibern – was Merz treffend mit einem gellenden „Alerta, alerta, antifascista!“ kommentierte.

Zur anschließenden Abschlusskundgebung in Magdeburg rollte der beliebte Volkstribun der CDU mit dem originalen Mofa ein, mit dem er in seiner wilden Jugend einst wehenden Kurzhaares durch Brilon geknattert war. Nachdem er höhere Steuern und Abgaben, mehr Migration aus Afghanistan, die massenhafte Ansiedlung von Flüchtlingen aus dem afro-arabischen Raum und der Subsahara in der Altmark sowie weitere Billionen an Sondervermögen angekündigt hatte, beendete er seine Rede an die „Faulenzer im Osten„, die bis siebzig arbeiten sollen („denn das Bürgergeld für unsere Millionen eingeladenen Sofortrentner und ihre Großfamilien wächst nicht auf den Bäumen„), mit dem schneidigen Schlachtruf „Ruhm der Ukraine!“. Daraufhin bildete sich eine mehrtausendköpfige Schlange, um die bereitliegenden Antragsformulare zur Aufnahme in die CDU auszufüllen. Dass die CDU am Ende 45 Prozent der Stimmen holte und mit absoluter Mehrheit durchregierte, überraschte dann niemanden mehr.


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