von Theo-Paul Löwengrub

Bogen überspannt: ZDF-„heute Journal“ unter Hayalis Moderation
Als Konsequenz aus dem Skandal um ein KI-generiertes Video, das angeblich Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE beim brutalen Abführen einer Mutter vor den Augen ihrer Kinder zeigen sollte, dabei aber nichts anderes als eine fiktive filmische Umsetzung der Wahnbilder darstellte, die durch maximal voreingenommene öffentlich-rechtliche Hirne wabern, hat das ZDF nun doch noch einen Sündenbock gefunden – natürlich am unteren Ende der Skala: Um die für die permanente Propaganda in Wahrheit verantwortlichen Sendergranden und linksaktivistischen Anchorleute um Dunja Hayali aus der Schusslinie zu nehmen, wurde nun als Quasi-Bauernopfer die ZDF-New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht abberufen. Moderatorin Anne Gellinek gab den ehrlichen Jakob und beschwor journalistische Qualitätskriterien – obwohl diese abermals pervertiert wurden. ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten sprach von einem „großen Schaden“, der entstanden sei und kündigte an, dass man aktuell mit einem Maßnahmenkatalog sicherstellen wolle, dass dieser Fehler sich nicht wiederhole. Die Überprüfung habe ergeben, dass die Verstöße “gegen ZDF-Richtlinien und journalistische Standards so schwer wiegen”, dass Albrecht “mit sofortiger Wirkung abberufen” werde, hieß es in der offiziellen Mitteilung. „Das KI-generierte Material hätte ohne journalistische Begründung und ohne Einordnung gemäß der internen Regeln des ZDF zur Verwendung von KI-generiertem Material nicht verwendet werden dürfen“, so der Sender weiter. „Eine nach journalistischen Standards erforderliche Überprüfung der anderen Videoszene und ihres Ursprungs ist nicht erfolgt. Der Schlussredaktion des heute journals hätte bei der Abnahme des Beitrags die KI-generierte Bildsequenz auffallen müssen.”
Hätte, dürfte, müsste: Der Konjunktiv lenkt vom Grundsätzlichen ab. Da das ZDF systematisch und vorsätzlich seine eigenen vollmundigen Ansprüche zu “seriöser” und “der Wahrheit verpflichteter” Berichterstattung ebenso gründlich verletzt wie der deutsche ÖRR insgesamt die Vorgaben des Rundfunkstaatsvertrags bei der Sicherstellung eines neutralen und ausgewogenen Programms zur informierenden Aufklärung der Öffentlichkeit, kann man solche hohlen Rechtfertigungen in der Pfeife rauchen. Fakt ist: Aufgedeckt wurde auch dieser Skandal nur durch exakt freien Medien, gegen die das ZDF seit langem Stimmung macht – sei es durch die feuchten Zensur- und Verbotsträume hierfür eigens eingeladener autoritärer Freiheitsfeinde wie Daniel Günther bei Markus Lanz oder durch privat abgesetzte Verunglimpfungs-Videos von Dunja Hayali (samt Haushund) in eben den sozialen Medien, deren Regulierung zumindest für Jugendliche man beim ZDF anscheinend gar nicht abwarten kann.
Kontrollversagen des Senders
Da das Fake-Video aus New York kam, glaubt man also, das Thema auf diese Weise abräumen und vor allem Intendant Norbert Himmler, Schausten, “Heute Journal”-Redaktionsleiter Stefan Leifert und Moderatorin Hayali aus ihrer Verantwortung entlassen zu können. Nicola Albrecht mag in diesem Fall die für den Beitrag verantwortliche Mitarbeiterin gewesen sein, doch selbst wenn wirklich nur sie alleine die KI-Inhalte und falsch deklarierten Archivausschnitte verantwortlich war, so konnte sie damit ja nur deswegen durchkommen, weil sie wusste, was man in Mainz sehen will und vor allem, dass dort niemandem auch nur die leistesten Zweifel an diesen absurden Darstellungen kommen würde – weil man beim ZDF längst die eigenen Lügenmärchen glaubt und den dauerbeschworenen “Feinden” – Trump und ICE, ebenso wie im Inland Höcke und der AfD – einfach alles zutraut. Schon deshalb wiegt hier das Kontrollversagen des Senders deutlich schwerer als die abgelieferte Propagandaarbeit einer subalternen Korrespondentin, die nach Jahren beim ÖRR genau weiß, welchen “Dreh” und welche Bilder man von ihr verlangt. So, wie 2015 ZDF- (und auch ARD-)Reportageteams an den Bahnhöfen nur auf die wenigen Frauen und Kinder unter den Waggonladungen von „Geflüchteten” hielten und die Legionen junger Männer filmisch tunlichst ausblendeten, so werden bei Demos die Kameras nur gezückt, wenn man endlich ein paar passende “Rechte” vor die Linse kriegt, oder bei AfD-Parteitagen nur dann, wenn möglichst zum Nazi-Zerrbild passende Extremfälle in Sichtweite kommen.
So wenig wie Claas Relotius alleinverantwortlich für die von ihm begründete Arbeitsmethodik linker Medien war, sondern natürlich ebenso der “Spiegel”, der dessen zusammenphantasierte Erzählungen begierig schluckte und druckte, so wenig kann man Nicola Albrecht für diese Selbstoffenbarung des Gebührenfernsehens die Schuld geben. Der Fisch stinkt auch hier vom Kopf, und so ist es vor allem Himmler, unter dessen Ägide das ZDF sich endgültig zu einer journalistisch nicht mehr ernstzunehmenden linken Propagandaschleuder entwickelt hat. Er ist es, der menschenverachtende Hetzer und Minusmenschen wie Jan “Vielleicht mal n paar Nazis keulen?” Böhmermann, Sarah “Blinddarm” Bosetti, eben auch Hayali oder den grotesk einseitigen US-Korrespondenten Elmar Theveßen wieder und wieder ihr Unwesen auf Kosten der Beitragszahler treiben lässt – obwohl diese bösartigen Scharfmacher und Witzfiguren den Sender jenseits präseniler, halbnarkotisierter Gewohnheitskonsumenten der “Generation Uhu” (unter hundert) längst seine allerletzte Reputation gekostet haben.
Märchenerzähler und Journalistenkarikaturen
Allein die permanenten, hanebüchenen Zerrbilder, die US-Korrespondent Elmar Theveßen unablässig nach Deutschland schickt, beweisen, dass der Fake-Beitrag vom vergangenen Sonntag kein Fehler, sondern Teil einer permanenten Anti-Trump-Propaganda ist, die dermaßen plump ist, dass sie sich nicht einmal mehr um den äußeren Anschein von Objektivität bemüht; man denke nur an Theveßens Schwärmereien vom angeblich topfitten Zustand des “hellwachen” Joe Bidens im Präsidentschaftswahlkampf 2024, als dieser – obschon bereits für alle Welt als erbarmungswürdiges, dementes Wrack erkennbar – von seinen Strippenzieher vor die Live-Kameras geschickt wurde, oder vergangenes Jahr an seine wiederholt geäußerten Lügen über den gerade ermordeten Charlie Kirk, der angeblich die “Steinigung von Homosexuellen” gefordert habe. Und während solche Märchenerzähler und maximal voreingenommenen Journalistenkarikaturen dem ZDF-Publikum bis heute als “Experten” präsentiert werden, opfert man mit Albrecht nun jemanden aus der zweiten Garnitur; dabei waren es die “Heute Journal”-Redakteure und Hayali, die den mit falschen und aus dem Zusammenhang gerissenen Videos garnierten Beitrag abgenommen und gesendet haben, der wieder einmal nur den einen Zweck hatte, ein möglichst düsteres Bild von Donald Trumps angeblich in den “Faschismus” abgleitenden USA zu zeigen. Da passt ins Bild, dass es überhaupt keinen aktuellen Anlass für den besagten “Heute”-Bericht über ICE gab; Albrecht sollte wohl nur ein wenig Stoff liefern, um das Dauer-Arousal über Trump am Köcheln zu halten. Dass Hayali in derselben Sendung auch noch vor Fake-News und gefälschten Videos zum Thema ICE warnte, ist der Gipfel des Hohns.
Um die Heuchelei perfekt zu machen, schaltete sich auch noch ausgerechnet Kulturstaatsminister Wolfram Weimer ein und forderte vehement eine Fortsetzung der Aufarbeitung. Es gehe „um die Glaubwürdigkeit des öffentlich-rechtlichen Journalismus“. Dabei hat gerade Weimer jegliche Glaubwürdigkeit verloren und sich selbst schwerster Urheberrechtsverletzungen schuldig gemacht, indem er auf den von seinem Unternehmen betriebenen, wenn auch kaum gelesenen Portal „The European“ jahrelang zahllose Persönlichkeiten von Alice Weidel über Oskar Lafontaine bis Brad Pitt und sogar Papst Franziskus ohne deren Wissen oder gar Einverständnis als “Autoren” auflistete, obwohl diese von ihrem “Glück” gar nichts wussten – Weimars Klitsche hatte lediglich öffentlich zugängliche Äußerungen von ihnen weiterverwurstet. Deshalb – und wegen seiner dubiosen Geschäfte im Zusammenhang mit dem von seiner Firma veranstalteten “Ludwig-Erhard-Gipfel”, in dessen Vorfeld dem die Weimer Media GmbH für hohe sechsstellige Summen Treffen mit Bundesministern verkümmelte – hätte der Merz-Intimus Weimer eigentlich schon seit Monaten zurückgetreten oder gefeuert worden sein. Dass auch diese ministrierende Zumutung weiterhin in Amt und Würden ist, ist ein Ausdruck derselben neofeudalen Verhältnisse wie im ZDF – und dass sich ausgerechnet der desavouierte Publizist Weimer gegenüber den publizistischen Falschmünzern des ZDF nun als Wächter journalistischer Ethik aufwirft, passt zu dieser moralisch verwahrlosten Republik.
Unreformierbar und unrettbar
Nein, der jüngste Skandal beim ZDF ist kein Fehler oder Einzelfall. Er ist Ausdruck eines Systems, das in weiten Teilen keinen Journalismus mehr betreibt, sondern als mit Milliarden gemästeter linker Propagandamoloch seit Jahren die politische Transformationsagenda um jeden Preis begleitet und durchsetzen hilft – und dazu mittlerweile nicht einmal mehr davor zurückschreckt, Videos zu fälschen, wenn Realität die gewünschten Bewegtbilder schlicht nicht hergeben will. Dass die ARD ihm darin kaum nachsteht, macht es nicht besser. Beide Großsender sind der agitatorische Arm eines taumelnden Machtkartells aus Parteien, NGOs, zahllosen Lobbygruppen, Universitäten und Kulturbetrieb, das mit den immer deutlicher zutage tretenden Folgen einer zerstörerischen Klima- und Migrationspolitik immer mehr Vertrauen im Volk verliert. Unreformierbarkeit und Unrettbarkeit des ÖRR zeigen sich darin, dass die Rundfunkanstalten nicht etwa mit einer Umkehr zu ihrem eigentlichen Senderauftrag und einer fundamentalen – auch personellen – Neuausrichtung beginne,, sondern nur mit immer noch mehr Lügen und Hetze alles versuchen, um jede politische und mediale Opposition gegen dieses Kartell zu vernichten.
Über die eigenen Zahlknechte dieses perfiden Spiels, die Zwangsgebührenzahler, ergießt sich eine Kaskade von Lügen, Verzerrungen und Wahrheitsauslassungen, um die offiziell erwünschten Narrative wieder und wieder zu bedienen: Die größte Gefahr ist der Rechtsextremismus – Russland ist der Feind der Menschheit – Trump ist ein Faschist – die AfD ist die Wiedergängerin der NSDAP – die Welt ist dem Untergang durch Klimakrise und Hitzetod geweiht – die Corona-Maßnahmen waren allesamt richtig – die Impfungen waren ein Segen – Deutschland braucht mehr Zuwanderung. Und so weiter, und so fort. Dabei werfen die angeblichen “Nachrichtenformate” der ÖRR freien Medien wie „Nius“ auch noch irrigerweise eben die Methoden vor, die sie selbst betreiben. Erst Ende Januar hatte „Heute Journal“-Urgestein Marietta Slomka behauptet: „Gerade unsere hohe Reichweite und die Glaubwürdigkeit, die wir oder auch die ‚Tagesschau‘ glücklicherweise immer noch haben, passt denen, die uns am liebsten abschaffen würden, natürlich gar nicht. Von denen werden wir deshalb auch besonders hart attackiert. Hätten wir diese Reichweite nicht, wären wir als Zielscheibe vielleicht gar nicht so interessant.“
Absurder Anachronismus
Solche Aussagen zeigen die ganze arrogante Selbstherrlichkeit dieser Kaste, die sich lustvoll als Teil des politischen Establishments sieht, nicht mehr als dessen Kontrolleur. „Nius“-Chefredakteur Julian Reichelt bemerkt treffend, dass das ZDF die Glaubwürdigkeit vergangener Zeiten missbraucht, um besonders ein älteres Publikum – und damit die „politisch und demographisch wichtigste und mächtigste Gruppe des Landes einzulullen und einzuschüchtern, sie zu erziehen und mit haarsträubenden Märchen zu betäuben“. Es werde „nicht bloß gelogen, sondern an einer ganz neuen Realität gebaut“. Wenn es um die Bekämpfung wirkmächtiger Fake News gehe, so Reichelt, dann wäre “ein ZDF-Verbot für Rentner deutlich wirksamer als ein Social-Media-Verbot für Jugendliche“, und ergänzt: „Sie sind die selbstgleichgeschalteten eifrigen Chronisten und Wächter der totalen Politisierung der Medien, die nur tadellose Gesinnung duldet und jede staatsferne Skepsis unter Verdacht stellt“. Es gehe „um eine Form der Gedankenkontrolle, bei der es zunehmend als unerträglich gelten soll als Abweichler zu gelten“. Dies bringt den arroganten Habitus des gebührenfinanzierten Molochs perfekt auf den Punkt.
ARD und ZDF haben keine Existenzberechtigung mehr. Dieser Konstrukt ist angesichts der heutigen schier unendlichen Medienvielfalt ohnehin ein absurder Anachronismus; um dieses Modell weiter zu rechtfertigen, müsste es wenigstens eine außerordentliche journalistische Qualität bieten, die von freien und privaten Formaten nicht erreicht werden kann. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Der ÖRR ist, wie die Parteien und Kirchen, Teil einer Elite, die ausschließlich von dem Geld lebt, das sie den Bürgern unter Zwang abpresst – wofür es sie auch noch bevormundet, verspottet und verachtet.
Vielleicht sollte man mal dem ZDF sagen, dass die Dunja Hayali keiner leiden kann. Niemand.
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