von Alexander Schwarz
Inkarnation des deutschen „Systemjournalismus“: Dunja Hayali – wer auch sonst? – moderierte die vor Fakes strotzende „Heute Journal“-Sendung am SonntagDer Skandal um das am Sonntag vom ZDF-“Heute Journal” verbreitete KI-Video, das angeblich zeigte, wie die US-Einwanderungsbehörde ICE illegale Migranten vor den Augen ihrer Kinder brutal abführt, zieht ungeahnte Kreise. Mittlerweile hat die öffentliche Kritik solche Ausmaße angenommen, dass der Sender diesmal nicht mehr die sonst beim öffentlich-rechtlichen Staatsfunk übliche Methode anwenden konnte, extern überführte Manipulationen einfach auszusitzen und so zu tun, als sei nichts gewesen; man setzt stattdessen, merklich nervös geworden, auf Vorwärtsverteidigung: Gestern Abend sah sich der Mainzer Sender in Gestalt von Moderatorin Anne Gellinek gezwungen, den Vorfall von sich aus zu thematisieren; bereits das ist ein Novum beim ZDF: „Wir haben hier im Heute Journal am Sonntagabend einen Bericht gesendet, der handwerkliche Fehler enthielt, die wir hier an dieser Stelle richtigstellen wollen“, so Gellinek, die die Zuschauer anschließend um Entschuldigung bat. Natürlich wurde es gleich darauf wieder unfreiwillig komisch: Der Beitrag habe nicht „unseren hohen Standards“ entsprochen, fuhr Gellinek fort – und an dieser Stelle hätte eigentlich ein Karnevalstusch ertönen müssen, denn tatsächlich hat das ZDF mit Niveau und Standard so viel zu tun wie ein Schlachtbetrieb mit Veganismus, so dass diese absurde Behauptung durchaus als Kalauer für eine Büttenrede taugen würde (zumal solche Fehlleistungen beim ZDF am laufenden Band geschehen).
Nun wolle man, so der Sender weiter, die beiden manipulativen Stellen „aufarbeiten“. Vielleicht sollte man dazu einmal mit der Journalismussimulantin Dunja Hayali anfangen, die als linksextreme Aktivistin die ihr gebotene Zwangsgebührenplattform seit Jahren für Nudging, Framing und Diskreditierung Andersdenkender missbraucht – und natürlich auch bei diesem neuen ZDF-Tiefpunkt mittendrin statt nur dabei war, denn sie war es, die die Fake-Sendung am Sonntag moderiert hatte: „Die Gewalt, mit der Abschiebekräfte oftmals vorgehen und auch die Willkür, die dort zu sehen ist, hat auf jeden Fall eines erreicht. Es herrscht ein Klima der Angst, das selbst vor Kindern nicht Halt macht“, hatte Hayali den fraglichen Beitrag mit dem üblichen Pathos eingeläutet. Von den USA aus seien „sehr viele Videos zu den Einsätzen der ICE-Truppen von Donald Trump“ in Umlauf gekommen. „Nicht alle sind echt, aber viele“, so Hayali – nur um dann selbst ein solches Video zu zeigen, bei dem sofort auffiel, dass es KI-generiert war. Zunächst versuchte man es mit der plumpen Ausrede, es habe einen technischen Fehler bei der Überspielung des Beitrags aus New York gegeben. Als man das Thema damit nicht vom Tisch bekam, hieß es: „Der Beitrag zeigt, dass sowohl mit echten als auch mit KI-generierten Bildern ein Klima der Angst erzeugt wird. Wir bedauern, dass dabei nicht deutlich genug wurde, welche Bilder real sind und welche nicht“.
Einmal gefälscht, einmal falsch deklariert
Nun sollte also plötzlich der Eindruck erweckt werde, der Bericht habe zeigen wollen, wie sich echte und auch unechte Videos im Netz auf die Angst in der US-Bevölkerung auswirken. Dabei ist offenkundig, dass man einzig und allein das angeblich brutale Vorgehen von ICE vorführen wollte, ohne auf Fake-Videos und deren Folgen einzugehen. „Es sind brutale ICE-Einsätze wie diese, die ihnen Angst machen und die die Nation aufwühlen. (…) Sie führen Eltern vor den Augen ihrer Kinder ab oder nehmen Minderjährige vor ihren Schulen mit“, wurde verkündet, während das KI-generierte Video lief. Auch ein zweites Video, das dazu als Filmmaterial eingespielt wurde gezeigt wurde, stelle sich als falsch heraus: Zwar wurde dieses nicht mit KI erstellt, bezog sich jedoch auf die Festnahme eines Zehnjährigen, der 2022 in Florida einen Amoklauf angedroht hatte. Mit ICE hatte dies nicht das Geringste zu tun. Spätestens damit war klar, dass es dem ZDF offensichtlich darum ging, wieder einmal die angeblich „faschistischen“ Zustände in Trumps USA anzuprangern und mit allen Tricks zu bebildern. Weil man dafür aber keine Belege hatte, nutzte man einfach Fälschungen oder aus dem Zusammenhang gerissene Aufnahmen.
Es handelt sich hier um die nächste gezielte Irreführung der Zuschauer, die diese grottenschlechte Stimmungsmache auch noch unfreiwillig bezahlen muss. „Trump hatte im Wahlkampf ein hartes Durchgreifen versprochen. Ob allen klar war, dass es auch Kinder treffen wird, darf zumindest bezweifelt werden“, sagte Hayali nach dem Beitrag bedeutungsschwer (überflüssig zu erwähnen, dass sie auf die von ICE unter Obama mit weitaus skrupelloserer Härte durchgeführten Abschiebungen und Familienseparierungen mit keiner Silbe einging). Der Beitrag wurde dann zunächst gelöscht und später in überarbeiteter Form und mit dem Hinweis „Video aus redaktionellen Gründen nachträglich geändert“ wieder hochgeladen. Das bedeutet also: Das ZDF brachte einen Beitrag mit gleich zwei falschen Videos, die nur dem Zweck dienten, die Trump-Regierung zum x-ten Mal ins Zwielicht zu rücken, aber kein reales Geschehen wiedergaben; als der Schwindel dann aufflog, schob man zwei lahme und zudem unglaubwürdige Entschuldigungen nach und gestand den Fehler letztlich ein – aber wohl nicht aus eigenem Antrieb, sonden vor allem deshalb, weil der öffentliche Aufschrei dann immer lauter wurde und etwa auch der nordrhein-westfälische Medienminister und ZDF-Fernsehrat Nathanael Liminski (CDU) von einem „Tabubruch“ und einem „absoluten No-Go“ gesprochen hatte.
Arrogantes Geschwafel aus dem Elfenbeinturm
„Die geltenden Maßstäbe und eigenen Ansprüche an öffentlich-rechtlichen Qualitätsjournalismus hätten eine solche Täuschung des Publikums bereits bei der Entstehung des Beitrags verhindern müssen“, so Liminski weiter. Diesen Tadel konnte man beim ZDF dann doch nicht einfach ignorieren. Der Aufschrei in den alternativen Medien und bei vielen Zwangsgebührenzahlern wäre den Granden des Senders wohl egal gewesen; wenn aber die politischen Herren des ÖRR-Molochs, die letztlich über den Fortbestand und die immer neuen Erhöhungen des GEZ-Beitrages entscheiden, massive Kritik üben, streut man sich dann doch lieber etwas Asche aufs Haupt. Aber das alles kann nicht den Blick verstellen, dass dieser Beitrag kein beiläufiger Fehler war, sondern eine bewusste Propaganda, die einfach nur dermaßen plump war, dass man (diesmal) nicht damit durchkam. Dieselben Sender, die für ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige trommeln, um Kinder vor “Fake News” zu schützen, und sich selbst ihrer “Qualitätsstandards” rühmen, sind längst selbst die größten Lügenschleudern in diesem Land.
Übrigens: Ausgerechnet Hayali wird nächste Woche ein Panel beim „human + artificial intelligence congress“ moderieren, das den Titel „Mensch & KI – Unbewusst gelenkt. Bewusst geführt“ trägt – was einen weiterer Treppenwitz der deutschen Medienlandschaft markiert. Und erst Ende Januar hatte „heute journal“-Urgestein Marietta Slomka behauptet: „Gerade unsere hohe Reichweite und die Glaubwürdigkeit, die wir oder auch die ‚Tagesschau‘ glücklicherweise immer noch haben, passt denen, die uns am liebsten abschaffen würden, natürlich gar nicht. Von denen werden wir deshalb auch besonders hart attackiert. Hätten wir diese Reichweite nicht, wären wir als Zielscheibe vielleicht gar nicht so interessant.“ Dieses arrogante Geschwafel aus dem ÖRR-Elfenbeinturm bekommt vor dem Hintergrund dieses jüngsten KI-Skandals mit Blick auf die angebliche journalistische „Glaubwürdigkeit“ eine besonders pikante Note. Einmal mehr gilt als wiederkehrendes ceterum censeo: Das völlig aus der Zeit gefallene Gebilde ÖRR, das zum Gesinnungsfunk degeneriert ist und seinen Programmauftrag jeden einzelnen Tag mit Füßen tritt, muss abgeschafft werden.
Die alte GEZ-Schlampe
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