Samstag, 20. Juni 2026

Kurt Hättasch, die „Sächsischen Separatisten“ und ein polizeilicher Hausbesuch mit Folgen: Der Linksstaat misst mit zweierlei Maß

von Paul Martin

Dem AfD-Stadtrat Kurt Hättasch aus Grimma wird nicht nur die Mitgliedschaft in einer “terroristischen Vereinigung“, sondern auch noch ein bizarrer “Mordversuch“ vorgeworfen – obwohl er Opfer ersichtlich ungerechtfertigter Polizeigewalt wurde



Im November 2024 wurde Grimmaer AfD-Stadtrat Kurt Hättasch, damals 25 Jahre alt, frühmorgens von einer Gruppe Vermummter geweckt, die im Dunkeln vor seinem Haus stand und ihn aufforderte, herauszukommen. Hättasch, der einen Antifa-Angriff hinter dem Besuch vermutete, rief umgehend die Polizei. Da sein Grundstück etwas abgelegen ist, verließ er das Haus auf der Rückseite, um den Beamten entgegenzukommen. Zu seinem Schutz trug er dabei ein Gewehr; Hättasch ist Jäger und besitzt eine waffenrechtliche Erlaubnis. Draußen stieß er auf einige Personen, die angaben, Polizisten zu sein. Einer von ihnen blendete Hättasch mit einer Taschenlampe, sodass dieser Schwierigkeiten hatte, die Situation korrekt zu erfassen. Hättasch wurde aufgefordert, seine Waffe sofort niederzulegen, woraufhin er die Personen bat, sich zunächst auszuweisen (hierbei sollte man auch bedenken, dass sich etwa die Mitglieder der sogenannten “Hammerbande” bei einigen ihren Taten als Polizisten ausgaben). Durch Videoaufnahmen ist zweifelsfrei belegt, dass Hättasch niemanden mit dem Gewehr bedrohte.

Statt sich auszuweisen, zog einer der Polizisten seine Dienstwaffe und schoss Kurt Hättasch in den Unterkiefer. Den eintreffenden Rettungskräften gegenüber verschwieg die Polizei zunächst, dass er eine Schussverletzung erlitten hatte. Hättasch kam in U-Haft und verbrachte Monate im Krankenhaus der JVA, wo sein Gesicht und sein rechter Arm wiederhergestellt wurden. Es stellte sich heraus, dass die Vermummten, die vor Hättaschs Haus standen, Bundespolizisten der Antiterroreinheit GSG 9 waren. Der Grund: Man wirft Hättasch vor, Mitglied der “Sächsischen Separatisten” gewesen zu sein, einer Gruppe, die laut Staatsanwaltschaft einen Umsturz plante. Gegen ihn und weitere sieben Angeklagte läuft deshalb derzeit vor dem Dresdner Oberlandesgericht ein Prozess wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Wenn zwei (nicht einmal) dasselbe tun…

Damit nicht genug: Hättasch ist nach dem nächtlichen Besuch nun auch noch wegen versuchten Mordes angeklagt. Tatsächlich ist die Beweislage gegen ihn insgesamt äußerst dünn. Der Familienvater war ein – reichlich inaktives! – Mitglied einer Chatgruppe, in der auch Gewaltandrohungen geäußert wurden. Diese gingen jedoch in keinem einzigen Fall von Hättasch aus. Mit einem Mitglied der “Sächsischen Separatisten” war Hättasch ein einziges Mal zelten gewesen, dabei gingen sie mit Karte und Kompass pfadfinderähnlichen Aktivitäten nach. Wer mir das nicht glauben mag, glaubt vielleicht eher Mathias Brodkorb, SPD-Mitglied und ehemaliges Mitglied des Bundesrats, der für die “Berliner Zeitung” über den Fall geschrieben und moniert hat: “Am Ende muss es um nachweisbare Fakten gehen und nicht um Mutmaßungen.”

Warum diese ausführliche Schilderung? Nun, weil eines doch sehr aufschlussreich ist: Linke schreien sogar dann noch “Polizeigewalt!”, wenn ein Genosse oder Angehöriger einer ihrer Klientelgruppen tatsächlich und real einen Polizisten mit einer Waffe bedroht und der Beamte dann entsprechend reagiert hat; umgekehrt aber erklären sie jeden zum Faschisten, der es wagt, die Rechtmäßigkeit des Dienstwaffengebrauchs auch nur vorsichtig infrage zu stellen. Es ist schon interessant, dass dieses Milieu etwa dem kürzlich verurteilten Afroamerikaner Karmelo Anthony, der es für angemessen hielt, einen leichten Schubser des 17-jährigen Weißen Austin Metcalf mit einem Messerstich ins Herz zu beantworten, zugestehen, in “Notwehr” gehandelt zu haben – während im Fall Hättasch jeder zum Faschisten erklärt wird, der es wagt, die Rechtmäßigkeit der Anklage auch nur vorsichtig infrage zu stellen. Es ist fast so, als ginge es ihnen gar nicht um die konkreten Handlungen, sondern in erster Linie darum, wer sie sind. “Unsere Demokraten™” stehen natürlich zuverlässig auf der Seite der Rechtsstaatlichkeit…


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen