Samstag, 15. Oktober 2022

"Und jetzt erzählt Dir Oma, wie sie den Karl Lauterbach entführt hat!"

von Mirjam Lübke...

Karl Lauterbach entführen? Wer tut sich so etwas an? Wenn der Entführer mal einen Moment nicht aufpasst, bestellt er über dessen Amazon-Account erst einmal 80 Millionen PCR-Tests - das holt man über das großzügigste Lösegeld nicht wieder herein. Selbst wenn man ihn gefesselt und geknebelt in den Kartoffelkeller sperrt, muss der Minister irgendwann getränkt und gefüttert werden, mit "Lachsfich", sonst wird er ungemütlich. Bei dieser Gelegenheit versucht er gewiss, einen von der strafmildernden Auswirkung einer Fünffachimpfung zu überreden. Ach, was sage ich, wahrscheinlich muss man ihm schon im Moment der Gefangennahme einen Impfnachweis vorlegen, sonst bringen ihn keine zehn Pferde in das Tatfahrzeug. Also, ich würde ihn nach spätestens einer Stunde freiwillig wieder gehen lassen, bevor er mir den letzten Nerv raubt. Aber vielleicht besitze ich für derlei Aktionen auch die kriminelle Energie nicht.
 


Ausgerechnet eine pensionierte Lehrerin, selbstverständlich aus der Reichbürgerszene Sachsen stammend - soll nun Ambitionen entwickelt haben, den Gesundheitsminister seiner Freiheit zu berauben. Damit sollte ein Staatsstreich eingeleitet werden, wie auch immer die 75-Jährige das bewältigen wollte. Nicht, dass ältere Damen ihr harmloses Image nicht für radikale Aktionen nutzen könnten: In der Science-Fiction-Serie "V-Die Besucher" aus den Achtzigern bringt eine vorher harmlose Omi eins der Shuttles der Außerirdischen zur Strecke - mit einem Molotow-Cocktail aus ihrem Hackenporsche. Bei "Monty Python" raubten teesüchtige Großmütter ahnungslose Punker aus. Im Alltag stellt dies jedoch eher eine Ausnahme dar. Aber wer weiß, vielleicht gibt es auch eine Senioren-Antifa, bei der gereifte Aktivistinnen aus Wollresten Sturmhauben stricken? "Mit 10 Prozent Merino, mein Junge, das hält schön warm, während du die Nazis bekämpfst!"
 
Natürlich schützt auch das Alter nicht vor törichten Ideen. So mag es durchaus sein, dass sich ein paar ältere Menschen zu einer Anti-Lauterbach-Aktion zusammengefunden oder auch von einem Putsch geträumt haben. Die Medien halten sich allerdings sehr bedeckt damit, wie weit die Bemühungen schon gediehen waren. Standen bereits die ersten mit Panzerfäusten ausgerüsteten Rollatoren in der Garage bereit? Oder Gehstöcke mit Gewehrlauf? Man fragt sich, wie lange Dissidenten wie wir noch mit Messer und Gabel essen dürfen, bis diese in unseren gefährlichen Händen zu Massenvernichtungswaffen erklärt werden.
 
Da drängt sich der Verdacht auf, wir könnten es hier mit einem medialen Ablenkungsmanöver zu tun haben. Was terroristische Aktivitäten angeht, stehen nämlich gerade zwei andere dicke Brocken zur Debatte, die lebhaft diskutiert werden: Zum einen natürlich immer noch der Anschlag auf die NordStream-Pipelines. Auch wenn für beide politische Lager ein Wunsch-Schuldiger existiert, wissen wir darüber trotz vieler Indizien im Grunde nichts. Ebenfalls ungelöst - und in der medialen Versenkung verschwunden - ist der Fall der Bahnsabotage am 8. Oktober. Da muss sich jemand sehr gut ausgekannt haben.
 
Zudem kann auch Karl Lauterbach derzeit einen Aufmerksamkeitsschub gut brauchen. Unsere jährliche Panikmache gib uns heute: Krankenhäuser am Limit! Steigende Inzidenzwerte! Neue Mutanten! Das alles erweist sich meist bei näherer Durchleuchtung als recht fadenscheinig - zum Beispiel sind die als Corona-Infizierten geführten Patienten oft mit einer ganz anderen Diagnose in die Klinik gekommen und erst über den Routinetest als angesteckt aufgefallen. Das durfte sogar ein Arzt öffentlich in der Tagesschau sagen. Sogar die Impfpropaganda wird im grünen Deutschland recycelt.
 
Der Minister hat gerade seine neue Impfkampagne gestartet. Mit Unterstützung von Spiegel-Spargelhasserin Margarete Stokowski, die ganz furchtbar unter Long Covid leidet. Judith Sevinc Basad ist gerade zum Feind Nr. 1 der Antifa befördert worden, weil sie anmerkte, dass sich Stokowski trotz enormen Leidensdrucks beim fröhlichen Cocktailmixen und Nägellackieren im Netz zeigt. Darf die Dahinsiechende denn nicht noch ein paar letzte freudvolle Momente erleben?

In der Werbekampagne des Ministeriums hingegen wird uns derzeit gezeigt, wie sich eine ordentliche Großmutter zu verhalten hat: "Ich spiele lieber mit meinen Enkeln als mit meiner Gesundheit", erklärt uns Gertrud. "Deshalb lasse ich mich impfen!" Wird hier etwa schon wieder - trotz gegenteiliger Erkenntnisse - suggeriert, von Kindern könne man sich die Seuche holen? Nein, besonders aufrichtig sind weder Medien noch Ministerium zu uns.
 
Ist also die Geschichte von der "Terror-Oma" auch nur ein Märchen? Das muss noch nicht einmal so sein, denn eine Menge Bürger sind sauer auf Karl Lauterbach, weil er sich gerade die nächsten Einschränkungen und Vorschriften einfallen lässt. Das Geschmäckle daran ist aber der Zeitpunkt, zu dem das Ereignis medial losgetreten worden ist. Da hat wohl jemand Werbung für seine stagnierende Impfkampagne gebraucht.




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