Samstag, 1. Dezember 2018

Auf eine Blutwurst beim Innenminister... Schwein gehabt...

von Thomas Heck...

Es klingt wie ein böser Witz: Bei der Islamkonferenz in Berlin hat das Bundesinnenministerium, wie mehrere Medien berichten, ausgerechnet Blutwurst serviert. Aus Schweinefleisch. „Mit so einem Verhalten wie ein Elefant im Porzellanladen werden Seehofer und seine Behörde die Mehrheit der Muslime in Deutschland nie erreichen“, ärgert sich der WDR-Reporter Tuncay Özdamar in einem von mehreren Tweets zu dem Thema. 


Neben Schweinefleisch ist es Muslimen auch untersagt, das Blut von Tieren zu essen. Das Schächten soll ermöglichen, die Tiere möglichst komplett auszubluten. Özdamar ist nicht der Einzige, der sich fragt, ob das Innenministerium mit der Blutwurst ein Zeichen setzen wollte. War es eine mehr oder weniger versteckte Ansage nach dem Motto: Wir Nicht-Muslime lassen uns von euch nicht bestimmen, was auf den Teller kommt? Gar eine persönliche Botschaft von Horst Seehofer, der bekanntlich der Meinung ist, der Islam gehöre nicht zu Deutschland? 

Dagegen spricht, dass, wie Ferda Ataman kürzlich auf Spiegel Online schrieb, Schweinefleisch bereits bei der ersten Islam-Konferenz im Jahr 2006 serviert wurde. Neu dürfte diese Erfahrung also für einen Großteil der Teilnehmer nicht sein, so führt die Frankfurter Rundschau aus und bewegt sich dabei nahe am Fake-News-Niveau, zumal den Muslimen die Blutwurst nicht serviert wurde, sondern ein Buffet angerichtet war. Halal, vegetarisch und Speisen mit Fisch und Fleisch. Wo liegt also das Problem? Der Islam ist dann für mich in Deutschland angekommen und zu Deutschland zugehörig, wenn Tuncay Özdamar kann nicht mehr registriert, dass Schweinefleisch auf dem Tisch stand, weil dass zu einer offenen Gesellschaft gehört.



Auch der SWR verbreitete Falschmeldungen, wonach unter den Muslimen angeblich Schweinefleisch verteilt wurde.



Wenn jetzt der Umgang mit Muslimen erfordert, dass wir in deren Gegenwart auf alles verzichten müssen, was haram ist, also verboten, dann läuft auf dieser so bejubelten Islamkonferenz doch einiges grundsätzlich falsch. 

Natürlich gebietet die Toleranz, dass ich als Nicht-Muslim respektiere, dass Muslime kein Schweinefleisch essen, kein Alkohol trinken, doch dass beinhaltet keinerlei Verpflichtung, ebenso darauf zu verzichten. Ganz im Gegenteil. Ein Muslim hat zu akzeptieren, dass seine nicht-muslimischen Mitbürger Schweinefleisch verzehren und Alkohol trinken.

Wir ich schon mehrfach geschrieben hatte: Bei der Burkini ist es ein ähnlich gelagertes Problem. Toleranz ist es doch nicht, wenn ich toleriere, dass eine Muslima eine Burkini trägt. Toleranz ist doch da angesagt, wo eine nicht-muslimische Frau als einzige kein Burkini, sondern eine Bikini trägt. Wie tolerant sind dann wohl muslimische Männer, die schon zu Silvester auf der Domplatte nicht mehr an sich halten konnten? Insofern ist die sichtbare Blutwurst in etwa ein Lackmustest in den Beziehungen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in dieser Gesellschaft. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Und es ist auch bezeichnend, dass eine Blutwurst auf einer Islamkonferenz mehr Aufregung verursacht als vergewaltigte und ermordete junge Frauen. Das ist Deutschland.



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