Freitag, 27. Juni 2025

Leserfrage: Bericht über Siedlergewalt

Bewaffnete Siedler

Michael hat mich heute Morgen per Mail gefragt:

„Diese Woche war ein Vorfall mit Siedlern im Westjordanland, der mich erstmalig am israelischen Vorgehen wirklich hat zweifeln lassen (Siedler greifen eine arabische Ortschaft an, am Ende hat die IDF drei Araber erschossen). Dazu würde mich natürlich auch Ihre Analyse interessieren.“

Dazu werde ich mich nicht weiter äußern.
Allerdings aus völlig anderen Gründen, als einige mir gerne unterstellen.

Ich lehne die Siedlungen im Westjordanland rundweg ab.
Wie bis vor dem 10/7 übrigens über 60% der Israelis selber.

Die jüdischen Siedler begründen die Landnahme üblicherweise religiös und historisch.
Als Atheist muss ich das ablehnen. Mit der gleichen Begründung könnten Christen Anspruch auf die Region Betlehem erheben, weil Jesus Christus dort geboren wurde.

Ich bin auch nicht primär für eine Zweistaatenlösung – die ich in der Praxis eh für unmöglich halte – weil die Juden dort historisch gelebt haben. Sondern weil die Gewinner des Ersten Weltkrieges es so bestimmt haben. Und später die UN.
In meinem Weltbild hatten die Juden nicht mehr oder weniger Anspruch auf die Gebiete als die Araber, die sich heute Palästinenser nennen. Keinem von beiden hat das Land vorher gehört. Die Juden haben es akzeptiert und einen Staat gegründet, die Araber nicht.

Es ist auch nicht so, dass die Siedler dort nur friedlich ihre Häuser bauen. Arabische Siedlungen werden zerstört, die Bewohner vertrieben. Wehren die Araber sich oder schlagen zurück - manchmal greifen sie auch von sich aus Siedler an - werden die Siedler von den IDF beschützt. Was häufig mit dem Tod von Arabern endet.

Lächelnde junge Siedler in traditioneller religiöser Kleidung, eskortiert von Soldaten.

Andererseits muss man aber auch erklären, dass die Palästinenser eine Staatsgründung verweigern.
Das ist unabhängig davon, ob andere Staaten einen de facto Staat Palästina anerkennen.

„Wenn ich jungen Leuten in Amerika sage, die verständlicherweise Sympathien für die Palästinenser haben, weil viele von ihnen getötet wurden – viel mehr Palästinenser als Israelis – und wenn ich denen erzähle, was Arafat abgelehnt hat, können sie es nicht glauben. Er hat einen palästinensischen Staat abgelehnt, mit der Hauptstadt in Ost-Jerusalem, 96% des Westjordanlandes, 4% von Israel, um das auszugleichen…“
Bill Clinton, als US-Präsident Vermittler bei den Verhandlungen Camp David II 2000, New York Times Interview, 2024

Screenshot: Bill Clinton bei der Podiumsdiskussion

Die palästinensische Führung kann einen eigenen Staat nicht akzeptieren. Weil sie dadurch ihre Grenzen definieren müsste und somit Israel – ob direkt oder indirekt – anerkennen. Und dafür würden sie vermutlich an der nächsten Laterne enden.
Würde heute im Westjordanland gewählt, bekäme die Hamas die Mehrheit der Stimmen. So tief ist der Vernichtungswille gegenüber in der Gesellschaft verankert. PLO, Fatah, Hamas, sie alle sind darauf aufgebaut, Israel zu vernichten.
Und deshalb regiert Abbas dort seit dem Tod von Arafat quasi diktatorisch durch.
Zudem finden ständig Schießereien zwischen Palästinensern vor allem im nördlichen Westjordanland statt, über die die Medien wenig berichten.

Das führt wiederum dazu, dass die Palästinenser nicht voll zur Rechenschaft gezogen werden können. Da sie kein offizieller Staat sind, greift das Kriegsvölkerrecht nicht und der IGH lehnt Klagen gegen sie ab, da er nicht zuständig ist. Gegen Israel als souveränen Staat geht das aber wunderbar.

Würden die Palästinenser einen Staat gründen, wäre es sehr viel leichter, diplomatischen Druck auf Israel auszuüben.
Auch deshalb, vielleicht sogar vor allem deshalb, lehnt die derzeitige nationalistische Regierung einen palästinensischen Staat ab. Weil der Druck dann enorm ansteigen würde, die Siedler aus den besetzten Gebieten abzuziehen. Die mit in der Regierung sitzen.

Deshalb bin ich sicher, der entscheidende Schritt Richtung einer Lösung ist nicht die Beendigung der Besatzung der Westbank. Sondern dass die Palästinenser nach über 75 Jahren bereit sind, Israel anzuerkennen.
Das hat nichts mit persönlichen Sympathien zu tun. Der Rückzug aus dem Gazastreifen hat gezeigt, dass das eine leichter als das andere zu lösen ist.

Weshalb ich nicht darüber berichte oder es erkläre hat jedoch einen völlig anderen, viel banaleren Grund: Meine Themen sind Krieg und Nachrichtendienste und die Medienmeldungen zu diesen Themen zu erklären.
Über die Besetzung könnte ich noch sprechen. Aber einzelne Scharmützel haben damit nun wirklich nichts zu tun. Darüber findet man auch üblicherweise alles in den Medien.

Vermummte israelische Siedler bauen eine Straßenbarrikade mit Autoreifen.

Zudem finde ich es sehr wichtig, dass der Gazakrieg nichts mit der Besetzung und der Westbank zu tun hat. Das zu verknüpfen ist ein palästinensisches Narrativ. Und die Rechtfertigung auf Demonstrationen „Free Palestine“ zu rufen, ohne das Kernproblem zu beachten.

Das Westjordanland und der Gazastreifen, die PLO und die Hamas, sind zutiefst gespalten. Nachdem Israel sich einseitig aus dem Gazastreifen zurückgezogen hat, kam es zu einem Bürgerkrieg zwischen den beiden Seiten. Und die UN bezeichnet den Gazastreifen vor allem als besetzt, weil sie nach wie vor Westbank und Gazastreifen als eine Entität behandelt. Und sich weigert, das zu trennen.

Das erklärte Ziel der Gaza-Palästinenser ist die Vernichtung Israels. Nicht eine Befreiung.
Seit nun fast 20 Jahren lebt kein Israeli mehr im Gazastreifen.

Und das, meine Damen und Herren, war Kritik an Israel, ohne dabei antisemitisch zu sein. Nur mal so als Anregung.
Und ich weiß, dass sehr viele Juden und Israelis das so oder sehr ähnlich sehen.


Erschienen auf steadyhq



Was „Hass und Hetze“ ist, bestimmt ab jetzt dein Großer Bruder Staat

von Jörg Schneidereit

Ausschnitt aus dem Originalcover von Orwells „1984“ 



Die Regierenden definieren die Grenzen des noch Sag- und Denkbaren – und setzen sie nun auch durch. Rigoros und ohne viel Federlesens. Mit 180 zeitgleichen Razzien, hier im ehemals demokratischen Deutschland. Ein politischer Blitzer-Marathon gegen rechte Meinungssünder, die sich nicht an die neuen Verkehrsregeln und Stoppschilder des Linksstaats halten. Gestern wurden die Wohnungen völlig unbescholtener, aber regimekritischer Bürger im Alter von 17 bis 87 mit Polizeigewalt gestürmt und diese „Volksverhetzer“ und „Majestätsbeleidiger“ dingfest gemacht, um sie ihrer „gerechten“ Strafe zuzuführen.

Nicht nur ist es möglicherweise kein Zufall, dass wir diese Aktion einen Tag nach der Aufhebung des Verbots des kritischen “Compact”-Magazins durch das Bundesverwaltungsgericht (eine vollumfängliche Klatsche für Frau Faeser, der ehemaligen, linksextremistischen Innenministerin) erleben. Ironischerweise finden exakt zeitgleich im faschistoiden Mullah-Staat Iran geheimdienstliche Massenverhaftungen statt, bei denen gerade Regimegegner zu tausenden eingesammelt werden und vermutlich der alsbaldigen Hinrichtung entgegensehen. Vielleicht ist inzwischen der Iran das heimliche Vorbild unseres Linksstaates, der sich mittels Bespitzelung, einem Apparat aus Gesinnungsbürokratie, willkürlicher Zensur und der Schaffung abstruser Neologismen zur Legitimation seiner Maßnahmen ein Richtschwert zur Verfolgung jedweder Kritiker seines Handelns geschmiedet hat – man weiß es nicht.

Keine Aktionstage zur Durchsetzung von 150.000 offenen Haftbefehlen, aber gegen Meinungsverbrecher

Weit mehr allerdings ist diese Operation, die exakt am gestrigen 122. Geburtstag des großen Mahners George Orwell stattfand, eine traurige, aber entlarvende Ironie. Ob diese Koinzidenz, süffisant und in nonchalanter Verachtung, absichtlich geschah, darüber kann ebenfalls nur gemutmaßt werden.

Zur Erinnerung: Gegenwärtig gibt es knapp 150.000 offene Haftbefehle in Deutschland, bei denen es sich zu 88 Prozent um gesuchte Migranten beziehungsweise Ausländer handelt. Aktionen hier: Null. Dafür aber landesweite Razzien gegen „falsche Meinung“. Dieses Land ist komplett kaputt. Um es nochmal ins Blickfeld zu rücken: Meinung ist hier längst zu „Hass“; Ansicht zu „Hetze“, Kritik zum Verbrechen geworden. Und wer die gegenwärtigen Einschüchterungsmaßnahmen kritisiert, ist ebenso „Gegner unserer Demokratie“ wie die aktuell Verfolgten dieser Hexenjagd. So einfach ist das.


Bestrafe wenige, erziehe viele...



Tatsache ist: Die immer radikaler um sich schlagende Staatsfaust reagiert, angesichts derartiger Einsätze gegen ihre eigene Bevölkerung, letztlich immer furchtsamer und panischer. Das immer totalitärer agierende System hat Angst. Das ist so offensichtlich wie durchschaubar, und jedem noch denkenden Individuum dürfte dies klar sein. Echte Freiheit lebt vom Diskurs und verschiedenen Meinungen. Sie lebt ganz gewiss nicht von staatlich verordneter Einheitsmeinung – aber sie stirbt definitiv, wenn Begriffe wie Hass zur politischen Waffe werden. Vergessen wir nicht: Diktatur kommt nie über Nacht – sondern immer in Salami-Taktik, scheibchenweise. Gestern wurde wieder eine dicke Scheibe von unserer sterbenden Demokratie abgeschnitten.



Sonntag, 22. Juni 2025

US-Luftschlag Iran – Erste Auswertung

B-2 Bomber am Boden

Protokollarische erste Auswertung des Luftschlages der USA gegen die Atomanlagen des Iran. Alle Angaben nach jetzigem Stand.
Aufgrund der Brisanz ohne Bezahlschranke.

In der vergangenen Nacht haben die USA einen Luftschlag gegen die Atomanlagen des Iran durchgeführt.

Beteiligt waren u.a. sechs B-2 Bomber, die von der Whiteman Air Force Base in Missouri ohne Stopp gekommen sind.

Acht B-2 auf der Startbahn der Whitman Base.

Insgesamt wurden 12 Bunkerbrecher GBU-57 auf die Anreicherungsanlage Fordo abgeworfen. Zwei weitere auf die Atomanlage Natanz.
Diese Bunkerbrecher sind die größten der Welt. Zum Vergleich: Die größten im Gazakrieg eingesetzten Bomben hatten 2000 Pfund, die GBU-57 hat 30.000 Pfund. (Amerikanische Pfund)

GBU-57 beim Verladen.

Es wurden 30 Tomahawk Marschflugkörper auf die Anlagen Natanz und Isfahan gefeuert.
Abgefeuert wurden sie von der USS Georgia der Ohio Klasse. Dieses Atom-U-Boot ist, wie das Schwesterschiff Ohio, umgerüstet (SSBN auf SSGN) und kann 154 dieser Marschflugkörper tragen. Und sie abfeuern, ohne aufzutauchen.
Diese nuklearfähigen!Tomahawk haben eine Reichweite von bis zu 2500 Kilometern.

USS Georgia

Shaping

In einem Posting auf der Facebook Fanpage und auf X hatte ich kurz angerissen, dass die NATO-Streitkräfte (und damit auch Israel) das so genannte „Shaping“ lieben.
Das bedeutet, vor einem großen Angriff die Rahmenbedingungen zu den eigenen Gunsten zu beeinflussen. „In Form bringen“.

Beispielsweise, indem man Flugabwehr ausschaltet, vorher bereits durch Pioniere Brücken legen lässt, Bereiche vermint, und so weiter.

Daher habe ich nicht damit gerechnet, dass die USA einfach so mal einen großen Angriff fliegen werden. Sondern dass an einzelnen Angriffen vorher abzulesen sein wird, was geplant ist.

In der Nacht vor dem Schlag der USA hat die Israelische Luftwaffe einen großen Angriff geflogen. An diesem Angriff waren 50 Flugzeuge mit etwa 150 Bomben beteiligt. Das ist wirklich massiv.

Nach den jetzt vorliegenden Informationen gehe ich davon aus, dass dieser Angriff mit den USA nicht nur abgestimmt, sondern geplant war. Das war bereits das „Shaping“!
Inzwischen ist bestätigt, dass mindestens die umliegende Flugabwehr der Anlagen Isfahan und Natanz komplett ausgeschaltet wurde.
Dies alles wurde jedoch nicht offiziell öffentlich kommuniziert.

Nuklearforschungszentrum Isfahan

Die überirdische Anlage Isfahan, die zur Gewinnung von Uranium und der Weiterverarbeitung dient, wurde bereits durch mehrere Luftschläge Israels weitestgehend zerstört.
In einem ersten Luftschlag wurden wenige Punktziele getroffen.

Satellitenbild Isfahan, zwei Gebäude wurden sehr genau zerstört.

In dem zweiten, erwähnten Luftschlag in der Nacht vor dem US-Schlag wurde der Großteil der Anlage schlicht entkernt.

Sattelitenbild nach dem zweiten Luftschlag

Anreicherungsanlage Natanz

Die Anreicherungsanlage Natanz wurde bereits im oberirdischen Bereich durch mehrfache Luftschläge stark zerstört.

Sattelitenbild Wirkungsbild Natanz

Bei dem US-Luftschlag wurden auch zwei Bunkerbrecher auf den dazugehörigen Bunker gezielt.
Dieser deutlich geringere Einsatz im Verglich zu Fordo lässt darauf schließen, dass Israel und die USA hier sehr genau wussten, was wo ist und wie man es zerstört.

Sattelitenbild, dass die ganze Anlage und die Bunkereingänge zeigt.

Wirkungsbilder liegen mir derzeit nicht vor.

Anreicherungsanlage Fordo

Der mit Abstand stärkste Angriff ging auf Fordo.

Die stark gebunkerte unterirdische Anlage Fordo wurde laut den USA vollständig zerstört. Der Iran hat sehr früh bekannt gegeben, es seien nur die Eingänge beschädigt.

Beschriftetes Sattelitenbild der Anlage nach dem Luftschlag

Inzwischen veröffentlichte Satellitenbilder lassen jedoch eine Penetration annehmen, wodurch die Eingänge dann von innen heraus verschüttet worden sein könnten. Einschläge an den Eingängen sind nicht zu erkennen.

Aufgrund der veröffentlichten Bilder gehe ich davon aus, dass die Anlage Fordo zerstört ist. Nachhaltig.

Bunkerung

Es wird immer wieder debattiert, dass die GBU-57 diese Tiefe der Bunkerung nicht durchbrechen können. Die Angaben gehen von 60 bis 80 Metern.
Dabei wird ignoriert, dass nicht zwangsläufig das dickste Gestein durchschlagen werden muss. Die Angaben beziehen sich natürlich immer auf den tiefsten Punkt.

Querschnitt durch einen Berg mit einer Bunkeranlage.

Ein Bunkerbrecher entfaltet seine Wirkung erst im Inneren.
Daher sind von außen zumeist keine größeren Schäden zu erkennen.
Auch ausgewertete Videos von Bunkerbrechern auf Tunnel im Gazastreifen zeigen, dass zwar zunächst eine hohe Staubwolge entsteht. Da Erdreich aufgeworfen wird. Die eigentliche Wuchtwirkung jedoch unter der Erde passiert und an der Oberfläche nur wenige Schäden hinterlässt.
Siehe die Eliminierung von Mohammed Deif.

Zu der unterirdischen Wirkung gehört die Druckwelle, der rasante Verbrauch von Sauerstoff sowie das mögliche Freisetzen von Verbrennungsgasen. Eventuell kommen sog. Secondary Explosions hinzu.
Die Leiche von Mohammed Sinwar, dem Burder von Yahya Sinwar, war erst nach Tagen unter dem Europäischen Krankenhaus im Gazastreifen entdeckt worden, er war mit einem Kommandeur im ansonsten unbeschädigten Raum elendig erstickt.

Screenshot des Bunkerraumes

Die Anti-Schiffs-Rakete Kormoran des Tornados der Marineflieger (also meiner alten Bande) war so ausgelegt, dass sie sich im Niedrigstflug (unter 10m über der Wasseroberfläche) dem Ziel nähert, dann aufsteigt und von oben senkrecht auf das Ziel stößt.
Das Schiff sollte aber nicht versenkt werden. Erst im Inneren des Schiffs kam es zur eigentlichen Detonation, welche die Schotts (Türen) aufbricht und zu Secondary Explosions führt. Liegen geblieben ist ein ausgehöhlter Schiffsrumpf. Das bindet wiederum Kapazitäten des Feindes, der diese Reste abschleppen und Reparieren wird.
Über ein einfaches „Booom“ ist man lange hinaus.

Um die Beschädigung der Anlage beurteilen zu können, muss man also wissen, wo sie im Inneren penetriert wurde. Zudem haben die USA nach den Luftbildern jeweils drei der Bunkerbrecher auf eine Stelle gesetzt. Diese können dann, mit minimaler Verzögerung einschlagend, natürlich tiefer penetrieren.

Aufgrund dieser Komplexität traue ich niemandem außerhalb des beteiligten Militärs zu, definitive Aussagen dazu machen zu können! Und die wenigsten werden es seriös einordnen können.

Unter ferner liefen

Des Weiteren wurden in den vergangenen Tagen Nuklearanlagen beschädigt oder zerstört:

  • Schwerwasserreaktor Arak

  • Parchin Militärkomplex

  • Firma zur Herstellung von Zentrifugen zur Anreicherung TESA in Karaj

  • Nukleares Forschungszentrum TNRC in Teheran

  • Gebäudekomplex der Revolutionsgarden zur Nuklearforschung an der Imam Hossein University in Teheran

  • Komplex der Shahid Meisami Group in Karaj, die an dem iranischen Programm für chemische Waffen beteiligt war

  • Unternehmen für die Herstellung von Kohlefaser, welche sowohl für Raketen als auch für Zentrifugen zur Anreicherung benötigt wird, Industriepark Sefidrud

Sattelitenbild Sefirud

Andere militärische Anlagen und Ziele aus dem Bereich der Öl-Industrie würden hier weit den Rahmen sprengen.

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Randnotiz

Im Zuge der Angriffe wurde in der Nacht zum 21. Juni auch Saeed Izadi eliminiert.
Im Iran, nicht im Gazastreifen.

Er war Kommandeur der Quds-Brigaden der Hamas, und vermutlich die wichtigste Kontaktperson zwischen Hamas und dem iranischen Regime.
Er war laut Mossad elementar an der Planung, Finanzierung und Vorbereitung des 10/7 beteiligt.

Saeed Izadi

Einschätzung

Alles hängt nun davon ab, wie der Iran reagiert.
Eine erste Reaktion wird der große Raketenangriff auf Israel heute Morgen gewesen sein. Das war jedoch militärisch eher ein spontanes Zurückschießen. Auch der Iran kennt die Ziele, kann schnell den Befehl geben und auf den Auslöser drücken.
Bisher liegen mir keinerlei Meldungen vor, dass irgendwelche militärischen Ziele in Israel getroffen worden wären.

Iranischer Treffer in Israel, ein ziviler Gebäudekompex ist einseitig abgerissen.

Die Auswirkungen für den Iran werden verheerend sein.
Das ändert aber zunächst nichts daran, dass er nach wie vor Raketen hat und gefährlich ist.
Viele erwarten zu schnell Ergebnisse, ähnlich wie bei Sanktionen gegen Russland. Im Iran leben etwas mehr Menschen als in Deutschland, auf einer Fläche größer als Deutschland, Frankreich, Österreich und die Beneluxländer zusammen.

Die größte Gefahr geht nun von Gegenangriffen aus.
Das der Iran Israel aber immer schwerer erreichen kann, und dabei im Schnitt wirkungsloser wird, könnte er sich andere Ziele suchen. Er hat den USA und anderen (auch Deutschland) bereits gedroht, dass nun alle Einrichtungen der USA und der „Verbündeten“ legitime Ziele seien.

Um den Persischen Golf liegen viele Staaten, die mit den USA verbündet sind, oder diese zumindest dulden. Darunter die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuweit. Der Irak erträgt eher als, er duldet.

Beschriftetes Satellitenbild der Region

Die USA haben die Welt in Zuständigkeitsbereiche unterteilt. Für den Bereich des Nahen Ostens, von Gaza über den Jemen bis zum Iran, ist das CENTCOM in Florida zuständig. Und die unterhalten einen vorgeschobenen Posten in Katar, quasi gegenüber des Irans.
Der Stützpunkt Al Udeid wurde aber bereits evakuiert. Ebenso wie viele Liegenschaften und Botschaften in der Region. Die Abwehr der Botschaft im Irak wurde inzwischen sogar durch irakische Truppen verstärkt.
Der Iran wird wenige Ziele finden, die er wirkungsvoll angreifen kann.

Luftbild des Strützpunktes Al Udeid.

Der große Konflikt, der hinter allem steht, ist zwischen dem weltlich regierten Saudi-Arabien des Hauses Saud und der Theokratie der Mullahs im Iran. Hamas, Hisbollah und der lupenreine Stellvertreterkrieg im Jemen sind auf diesen schwelenden Grundkonflikt zurückzuführen.
Der Iran wäre aber restlos bekloppt, Saudi-Arabien anzugreifen. Das über eine der modernsten Streitkräfte der Welt verfügt und von allen irgendwie ständig vergessen wird.
Das wird in der Denke der Mullahs nicht stattfinden.

Eine größere Gefahr wäre daher, dass der Iran die Straße von Hormus angreift, sperrt oder zivile Schiffe bekämpft.
Das wäre ein suizidales Unternehmen für die iranische Marine, die keinerlei Chance hat, so etwas zu überleben.
Der Iran hat vor allem auf den Krieg mit Israel gesetzt, die iranische Marine ist lachhaft. Als Flaggschiff dient die Shahid Bahman Bagheri, die gerade fertiggestellt wurde. Das ist ein umgebautes altes Containerschiff, das nun als Träger für Drohnen und Helikopter dient.

Luftbild des umgebauten Tankers

Es wäre sicher kein Problem für die Mullahs, die halbe Marine über die Klinge springen zu lassen.
Ein viel größeres Problem ist, dass etwa ein Drittel des weltweiten Öl-Handels durch die Straße von Hormus gehen. Und davon wiederum ein Großteil durch China. Und die sind Kunden des Irans, nicht des Westens des Golfes. Die würden sich schön bedanken.

Grundsätzlich lehnt China aber eine militärische Einmischung ab.
Populistisch wird China gerne als Machtfaktor kommuniziert. Die chinesische Mentalität und vor allem das unausgesprochene Versprechen der kommunistischen Partei ist aber das auf Wohlstand. Alles, was das gefährdet, ist nicht in Chinas Interesse.
China lässt auch Russland am ausgestreckten Arm verhungern, und genauso wird es das mit dem Iran tun.

Zudem führt die asiatische Öl-Route aus dem persischen Golf an Indien vorbei. Und Indien ist nicht nur eine Atommacht mit 1,4 Milliarden Einwohnern, inzwischen vermutlich mehr als China, sondern auch eher mit Israel dicke.

Screenshot Ansprache von Präsident Trump heute morgen

Deshalb gehe ich in der nahen Zukunft von verstärkten iranischen Angriffen auf Israel aus. Im Rahmen der verbleibenden Möglichkeiten. Vielleicht finden einige Angriffe auf US-Einrichtungen statt. Die im Einzelnen sicher für Schlagzeilen sorgen würden, aber im großen Ganzen irrelevant sein werden.
Für die USA wird die Grenze überschritten, wenn es beispielsweise Angriffe auf die ölfördernden Verbündeten wie Katar, Kuweit oder die Vereinigten Arabischen Emirate sieht.

Viele würden das sicher öffentlich als Ausdruck der Stärke kommunizieren.
Setzt man sich mit diesen Zusammenhängen etwas auseinander, erkennt man ein Zeichen der Hilflosigkeit.

Der Iran hat keine Möglichkeit Israel existenziell zu gefährden, die USA relevant anzugreifen oder sich gegen die Angriffe zur Wehr zu setzen.

Dem überlebensnotwenigen Kindskopf in mir sei zu verzeihen, dass ich hier mein Meme aus den heutigen frühen Morgenstunden zitieren muss.

Bild
Erschienen auf steadyhq

Samstag, 21. Juni 2025

In guter alter islamistischer Tradition

von Thomas Heck...

Während Israel für den Westen die Drecksarbeit erledigt und die israelische Zivilbevölkerung dafür einen hohen Preis bezahlt, schüttelt unser Außenministerdarsteller blutige Terroristenhände. Dabei ist Wadephul ein Politiker, der die Brandmauer zur AfD propagiert. Der steigt im Deutschen Bundestag nicht mal in einen Fahrstuhl, wenn dort ein AfD-Politiker steht. Doch dem islamistischen Terroristen schenkt er gerne ein Lächeln. Solche Leute regieren uns. Appeaser, Terroristversteher, Islamistversteher. Sie stehen da aber in "guter" alter Tradition. Und fallen Israel nonstop in den Rücken.







Mittwoch, 18. Juni 2025

Drei Jahre lang vorbereitet – So setzte Israels Geheimdienst die iranische Luftabwehr Schachmatt

von Thomas Heck...

Angesichts des laufenden Präventivschlags der israelischen Armee gegen das nach Atomwaffen strebende Terror-Regime der Mullahs im Iran ist der Westen, seine linken Islamversteher von SPD, Grünen bis zu Linkspartei und dem BSW und die antisemitische GEZ-Journaille noch weitestgehend sprachlos entsetzt und versucht gerade, das Geschehene zu verarbeiten, ein Vorhaben, bei dem selbst erfahrenden Offiziere wie ich an ihre Grenzen stoßen. Zumal wir niemals an Geheimdienstinfiormationen Israels gelangen werden. Was da bekannt wird, ist ggf. Bestandteil der psychologischen Kriegsführung, die zum Ziel hat, die Mullahs zu verunsichern. Deren Propaganda mit den üblichen Lügengeschichten zeigt, dass der Iran schwer getroffen ist. Die Raketenangriffe nehmen langsam ab und es bleibt zu konstatieren, dass es dem israellischen Militär gelungen ist, dem Iran den finalen Schlag zu verpassen.


Sollten jetzt die USA in den Konflikt eingreifen, besteht tatsächlich eine gute Chance, dem Mullah-Regine ein für alle Mal den Garaus zu machen. Denn die iranischen Mullahs sind die, die faktisch hinter den Progrom des 07.10. stecken, sie sind die Drahtzieher. Fakten, die unsere Medien gerne verdrängen.


Der gegenseitige Beschuss von Israel und dem Iran geht weiter. Israel meldet erfolgreiche Angriffe auf das Atomprogramm. Berichten zufolge wäre der Iran sonst in der Lage gewesen, in wenigen Monaten Atomwaffen herzustellen, berichtet WELT-Reporterin Dorothea Schupelius.

Schon die Detonation der Pager von Hisbollah-Mitgliedern aus der Ferne war ein Meisterstück des israelischen Geheimdiensts. Der Angriff auf den Iran kam für den Gegner ähnlich überraschend. Laut ranghohen Geheimdienstmitarbeitern war er jedoch mindestens genauso akribisch geplant.

Israel hat den Angriff auf den Iran nach Angaben aus Geheimdienstkreisen mindestens drei Jahre lang vorbereitet. Um die Luftabwehr und die Raketensysteme Teherans zu Beginn des Angriffs in der vergangenen Woche zu schwächen, hätten Agenten des israelischen Geheimdiensts Mossad Präzisionswaffen für Angriffe aus nächster Nähe in den Iran geschmuggelt, sagten mehrere ranghohe Geheimdienstmitarbeiter der Nachrichtenagentur AP.




Zu diesen Waffen gehörten demnach kleine Drohnen, die in Fahrzeugen in den Iran geschmuggelt und in der Nähe iranischer Boden-Luft-Raketenstationen platziert worden seien. Auch Iraner hätten bei diesen Operationen geholfen.

So sei es dem israelischen Militär gelungen, die iranische Luftabwehr und Raketensysteme rasch auszuschalten, Kontrolle über Teile des iranischen Luftraums zu erlangen und gezielt iranische Generäle und Atomwissenschaftler zu töten. Als der überrumpelte Iran mit Vergeltungsangriffen reagieren wollte, war er dazu nur noch in begrenztem Maße fähig.

Diese Darstellung basiert auf Gesprächen mit zehn derzeitigen und ehemaligen israelischen Geheimdienst- und Militärfunktionären, von denen einige anonym bleiben wollten. Es war nicht möglich, alle ihre Behauptungen unabhängig zu überprüfen. Die ehemalige Leiterin der Forschungsabteilung des israelischen Geheimdienstes Mossad, Sima Schine, bestätigte der AP jedoch die Grundzüge des Angriffs und sagte, sie habe über dessen Planung und Ausführung Bescheid gewusst. „Dieser Angriff ist der Höhepunkt jahrelanger Arbeit des Mossad, um das iranische Atomprogramm ins Visier zu nehmen“, sagte Schine, die jetzt Analystin am Institut für nationale Sicherheitsstudien ist.

Der Iran wurde auch deshalb so überrascht, weil man in Teheran nicht davon ausging, dass Israel angreifen würde, solange die Gespräche mit den USA über das Atomprogramm des Landes liefen. Eine sechste Gesprächsrunde war für vergangenen Sonntag im Oman geplant, doch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu startete die „Operation Rising Lion“ am Freitag – nachdem er zunächst US-Präsident Donald Trump informiert hatte.

Für Netanjahu war eine Neutralisierung des iranischen Atomprogramms seit Jahren erklärtes Ziel. Der Erzfeind hat Israel wiederholt das Existenzrecht abgesprochen und Netanjahu wollte eine Atombombe in den Händen Teherans unbedingt verhindern. Wegen der Anreicherung von Uran auf fast waffenfähiges Niveau in iranischen Zentrifugen drängte Israel zuletzt immer stärker auf eine schärfere Position der Weltgemeinschaft gegenüber Teheran.

Mit dem lange vorbereiteten und akribisch geplanten Angriff schuf Israel nun auf eigene Faust Fakten. Wichtige Informationen über Irans Luftabwehr lieferte dem Militär und dem Geheimdienst eine Reihe von israelischen Luftangriffen auf den Iran im vergangenen Oktober. Diese hätten „die Schwäche der iranischen Luftabwehr aufgezeigt“, sagte Naysan Rafati, Iran-Experte bei der International Crisis Group.

Um die gesammelten Informationen zu analysieren, habe Israel Künstliche Intelligenz eingesetzt, sagte ein Geheimdienstmitarbeiter, der an der Auswahl von Personen und Orten beteiligt war, die ins Visier genommen werden sollten. Er sagte, dass die KI den Israelis dabei geholfen habe, die Unmengen an Daten, die sie erhalten hätten, schnell zu durchforsten. Die Ziele seien zunächst in verschiedene Gruppen eingeteilt worden, etwa Führungspersonen, Militär, Zivilisten und Infrastruktur. Zielpersonen seien vor dem Hintergrund ausgewählt, ob sie eine Bedrohung für Israel darstellten, weil sie zum Beispiel eng mit der iranischen Revolutionsgarde verbunden sind, die die ballistischen Raketen des Iran kontrolliert. Der Geheimdienstfunktionär sagte der AP, er habe den Auftrag gehabt, eine Liste iranischer Generäle zusammenzustellen, die auch Angaben darüber enthalte, wo sie arbeiteten und ihre Freizeit verbrachten.

Spione identifizierten Nuklearwissenschaftler und Mitglieder der Revolutionsgarde

Zu den hochrangigen Militärs, die seit Beginn der Angriffe getötet wurden, gehörten General Hossein Salami, der Chef der iranischen Revolutionsgarde, und Generalstabschef Mohammed Bagheri. Aus Sicherheitskreisen erfuhr die AP, dass sich der Mossad nicht nur auf KI stützte, sondern auch auf Spione, um führende Nuklearwissenschaftler und Mitglieder der iranischen Revolutionsgarde ausfindig zu machen. Mindestens acht Mitglieder der Garde, darunter der Leiter des Raketenprogramms, wurden bei einem einzigen israelischen Angriff auf einen unterirdischen Bunker getötet.

Ein weiterer Aspekt des Angriffs bestand darin, iranische Fahrzeuge ins Visier zu nehmen, die für den Transport und den Abschuss von Raketen verwendet wurden.

Schine sagte, die Strategie sei ähnlich wie bei einer ukrainischen Operation Anfang des Monats in Russland gewesen. Dabei wurden nach ukrainischen Angaben fast ein Drittel der strategischen Bomberflotte Moskaus mit billig hergestellten Drohnen, die in russisches Hoheitsgebiet eingeschleust wurden, zerstört oder beschädigt.

Im Krieg gegen die Hisbollah hatte Israel im September im Libanon und in Syrien aus der Ferne Tausende Funkempfänger, sogenannte Pager, und Walkie-Talkies von Mitgliedern der Extremistengruppe explodieren lassen. Auch diese Aktion hatte der israelische Geheimdienst über lange Zeit vorbereitet.