Sonntag, 22. Juni 2025

US-Luftschlag Iran – Erste Auswertung

B-2 Bomber am Boden

Protokollarische erste Auswertung des Luftschlages der USA gegen die Atomanlagen des Iran. Alle Angaben nach jetzigem Stand.
Aufgrund der Brisanz ohne Bezahlschranke.

In der vergangenen Nacht haben die USA einen Luftschlag gegen die Atomanlagen des Iran durchgeführt.

Beteiligt waren u.a. sechs B-2 Bomber, die von der Whiteman Air Force Base in Missouri ohne Stopp gekommen sind.

Acht B-2 auf der Startbahn der Whitman Base.

Insgesamt wurden 12 Bunkerbrecher GBU-57 auf die Anreicherungsanlage Fordo abgeworfen. Zwei weitere auf die Atomanlage Natanz.
Diese Bunkerbrecher sind die größten der Welt. Zum Vergleich: Die größten im Gazakrieg eingesetzten Bomben hatten 2000 Pfund, die GBU-57 hat 30.000 Pfund. (Amerikanische Pfund)

GBU-57 beim Verladen.

Es wurden 30 Tomahawk Marschflugkörper auf die Anlagen Natanz und Isfahan gefeuert.
Abgefeuert wurden sie von der USS Georgia der Ohio Klasse. Dieses Atom-U-Boot ist, wie das Schwesterschiff Ohio, umgerüstet (SSBN auf SSGN) und kann 154 dieser Marschflugkörper tragen. Und sie abfeuern, ohne aufzutauchen.
Diese nuklearfähigen!Tomahawk haben eine Reichweite von bis zu 2500 Kilometern.

USS Georgia

Shaping

In einem Posting auf der Facebook Fanpage und auf X hatte ich kurz angerissen, dass die NATO-Streitkräfte (und damit auch Israel) das so genannte „Shaping“ lieben.
Das bedeutet, vor einem großen Angriff die Rahmenbedingungen zu den eigenen Gunsten zu beeinflussen. „In Form bringen“.

Beispielsweise, indem man Flugabwehr ausschaltet, vorher bereits durch Pioniere Brücken legen lässt, Bereiche vermint, und so weiter.

Daher habe ich nicht damit gerechnet, dass die USA einfach so mal einen großen Angriff fliegen werden. Sondern dass an einzelnen Angriffen vorher abzulesen sein wird, was geplant ist.

In der Nacht vor dem Schlag der USA hat die Israelische Luftwaffe einen großen Angriff geflogen. An diesem Angriff waren 50 Flugzeuge mit etwa 150 Bomben beteiligt. Das ist wirklich massiv.

Nach den jetzt vorliegenden Informationen gehe ich davon aus, dass dieser Angriff mit den USA nicht nur abgestimmt, sondern geplant war. Das war bereits das „Shaping“!
Inzwischen ist bestätigt, dass mindestens die umliegende Flugabwehr der Anlagen Isfahan und Natanz komplett ausgeschaltet wurde.
Dies alles wurde jedoch nicht offiziell öffentlich kommuniziert.

Nuklearforschungszentrum Isfahan

Die überirdische Anlage Isfahan, die zur Gewinnung von Uranium und der Weiterverarbeitung dient, wurde bereits durch mehrere Luftschläge Israels weitestgehend zerstört.
In einem ersten Luftschlag wurden wenige Punktziele getroffen.

Satellitenbild Isfahan, zwei Gebäude wurden sehr genau zerstört.

In dem zweiten, erwähnten Luftschlag in der Nacht vor dem US-Schlag wurde der Großteil der Anlage schlicht entkernt.

Sattelitenbild nach dem zweiten Luftschlag

Anreicherungsanlage Natanz

Die Anreicherungsanlage Natanz wurde bereits im oberirdischen Bereich durch mehrfache Luftschläge stark zerstört.

Sattelitenbild Wirkungsbild Natanz

Bei dem US-Luftschlag wurden auch zwei Bunkerbrecher auf den dazugehörigen Bunker gezielt.
Dieser deutlich geringere Einsatz im Verglich zu Fordo lässt darauf schließen, dass Israel und die USA hier sehr genau wussten, was wo ist und wie man es zerstört.

Sattelitenbild, dass die ganze Anlage und die Bunkereingänge zeigt.

Wirkungsbilder liegen mir derzeit nicht vor.

Anreicherungsanlage Fordo

Der mit Abstand stärkste Angriff ging auf Fordo.

Die stark gebunkerte unterirdische Anlage Fordo wurde laut den USA vollständig zerstört. Der Iran hat sehr früh bekannt gegeben, es seien nur die Eingänge beschädigt.

Beschriftetes Sattelitenbild der Anlage nach dem Luftschlag

Inzwischen veröffentlichte Satellitenbilder lassen jedoch eine Penetration annehmen, wodurch die Eingänge dann von innen heraus verschüttet worden sein könnten. Einschläge an den Eingängen sind nicht zu erkennen.

Aufgrund der veröffentlichten Bilder gehe ich davon aus, dass die Anlage Fordo zerstört ist. Nachhaltig.

Bunkerung

Es wird immer wieder debattiert, dass die GBU-57 diese Tiefe der Bunkerung nicht durchbrechen können. Die Angaben gehen von 60 bis 80 Metern.
Dabei wird ignoriert, dass nicht zwangsläufig das dickste Gestein durchschlagen werden muss. Die Angaben beziehen sich natürlich immer auf den tiefsten Punkt.

Querschnitt durch einen Berg mit einer Bunkeranlage.

Ein Bunkerbrecher entfaltet seine Wirkung erst im Inneren.
Daher sind von außen zumeist keine größeren Schäden zu erkennen.
Auch ausgewertete Videos von Bunkerbrechern auf Tunnel im Gazastreifen zeigen, dass zwar zunächst eine hohe Staubwolge entsteht. Da Erdreich aufgeworfen wird. Die eigentliche Wuchtwirkung jedoch unter der Erde passiert und an der Oberfläche nur wenige Schäden hinterlässt.
Siehe die Eliminierung von Mohammed Deif.

Zu der unterirdischen Wirkung gehört die Druckwelle, der rasante Verbrauch von Sauerstoff sowie das mögliche Freisetzen von Verbrennungsgasen. Eventuell kommen sog. Secondary Explosions hinzu.
Die Leiche von Mohammed Sinwar, dem Burder von Yahya Sinwar, war erst nach Tagen unter dem Europäischen Krankenhaus im Gazastreifen entdeckt worden, er war mit einem Kommandeur im ansonsten unbeschädigten Raum elendig erstickt.

Screenshot des Bunkerraumes

Die Anti-Schiffs-Rakete Kormoran des Tornados der Marineflieger (also meiner alten Bande) war so ausgelegt, dass sie sich im Niedrigstflug (unter 10m über der Wasseroberfläche) dem Ziel nähert, dann aufsteigt und von oben senkrecht auf das Ziel stößt.
Das Schiff sollte aber nicht versenkt werden. Erst im Inneren des Schiffs kam es zur eigentlichen Detonation, welche die Schotts (Türen) aufbricht und zu Secondary Explosions führt. Liegen geblieben ist ein ausgehöhlter Schiffsrumpf. Das bindet wiederum Kapazitäten des Feindes, der diese Reste abschleppen und Reparieren wird.
Über ein einfaches „Booom“ ist man lange hinaus.

Um die Beschädigung der Anlage beurteilen zu können, muss man also wissen, wo sie im Inneren penetriert wurde. Zudem haben die USA nach den Luftbildern jeweils drei der Bunkerbrecher auf eine Stelle gesetzt. Diese können dann, mit minimaler Verzögerung einschlagend, natürlich tiefer penetrieren.

Aufgrund dieser Komplexität traue ich niemandem außerhalb des beteiligten Militärs zu, definitive Aussagen dazu machen zu können! Und die wenigsten werden es seriös einordnen können.

Unter ferner liefen

Des Weiteren wurden in den vergangenen Tagen Nuklearanlagen beschädigt oder zerstört:

  • Schwerwasserreaktor Arak

  • Parchin Militärkomplex

  • Firma zur Herstellung von Zentrifugen zur Anreicherung TESA in Karaj

  • Nukleares Forschungszentrum TNRC in Teheran

  • Gebäudekomplex der Revolutionsgarden zur Nuklearforschung an der Imam Hossein University in Teheran

  • Komplex der Shahid Meisami Group in Karaj, die an dem iranischen Programm für chemische Waffen beteiligt war

  • Unternehmen für die Herstellung von Kohlefaser, welche sowohl für Raketen als auch für Zentrifugen zur Anreicherung benötigt wird, Industriepark Sefidrud

Sattelitenbild Sefirud

Andere militärische Anlagen und Ziele aus dem Bereich der Öl-Industrie würden hier weit den Rahmen sprengen.

Newsletter abonnieren

Randnotiz

Im Zuge der Angriffe wurde in der Nacht zum 21. Juni auch Saeed Izadi eliminiert.
Im Iran, nicht im Gazastreifen.

Er war Kommandeur der Quds-Brigaden der Hamas, und vermutlich die wichtigste Kontaktperson zwischen Hamas und dem iranischen Regime.
Er war laut Mossad elementar an der Planung, Finanzierung und Vorbereitung des 10/7 beteiligt.

Saeed Izadi

Einschätzung

Alles hängt nun davon ab, wie der Iran reagiert.
Eine erste Reaktion wird der große Raketenangriff auf Israel heute Morgen gewesen sein. Das war jedoch militärisch eher ein spontanes Zurückschießen. Auch der Iran kennt die Ziele, kann schnell den Befehl geben und auf den Auslöser drücken.
Bisher liegen mir keinerlei Meldungen vor, dass irgendwelche militärischen Ziele in Israel getroffen worden wären.

Iranischer Treffer in Israel, ein ziviler Gebäudekompex ist einseitig abgerissen.

Die Auswirkungen für den Iran werden verheerend sein.
Das ändert aber zunächst nichts daran, dass er nach wie vor Raketen hat und gefährlich ist.
Viele erwarten zu schnell Ergebnisse, ähnlich wie bei Sanktionen gegen Russland. Im Iran leben etwas mehr Menschen als in Deutschland, auf einer Fläche größer als Deutschland, Frankreich, Österreich und die Beneluxländer zusammen.

Die größte Gefahr geht nun von Gegenangriffen aus.
Das der Iran Israel aber immer schwerer erreichen kann, und dabei im Schnitt wirkungsloser wird, könnte er sich andere Ziele suchen. Er hat den USA und anderen (auch Deutschland) bereits gedroht, dass nun alle Einrichtungen der USA und der „Verbündeten“ legitime Ziele seien.

Um den Persischen Golf liegen viele Staaten, die mit den USA verbündet sind, oder diese zumindest dulden. Darunter die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuweit. Der Irak erträgt eher als, er duldet.

Beschriftetes Satellitenbild der Region

Die USA haben die Welt in Zuständigkeitsbereiche unterteilt. Für den Bereich des Nahen Ostens, von Gaza über den Jemen bis zum Iran, ist das CENTCOM in Florida zuständig. Und die unterhalten einen vorgeschobenen Posten in Katar, quasi gegenüber des Irans.
Der Stützpunkt Al Udeid wurde aber bereits evakuiert. Ebenso wie viele Liegenschaften und Botschaften in der Region. Die Abwehr der Botschaft im Irak wurde inzwischen sogar durch irakische Truppen verstärkt.
Der Iran wird wenige Ziele finden, die er wirkungsvoll angreifen kann.

Luftbild des Strützpunktes Al Udeid.

Der große Konflikt, der hinter allem steht, ist zwischen dem weltlich regierten Saudi-Arabien des Hauses Saud und der Theokratie der Mullahs im Iran. Hamas, Hisbollah und der lupenreine Stellvertreterkrieg im Jemen sind auf diesen schwelenden Grundkonflikt zurückzuführen.
Der Iran wäre aber restlos bekloppt, Saudi-Arabien anzugreifen. Das über eine der modernsten Streitkräfte der Welt verfügt und von allen irgendwie ständig vergessen wird.
Das wird in der Denke der Mullahs nicht stattfinden.

Eine größere Gefahr wäre daher, dass der Iran die Straße von Hormus angreift, sperrt oder zivile Schiffe bekämpft.
Das wäre ein suizidales Unternehmen für die iranische Marine, die keinerlei Chance hat, so etwas zu überleben.
Der Iran hat vor allem auf den Krieg mit Israel gesetzt, die iranische Marine ist lachhaft. Als Flaggschiff dient die Shahid Bahman Bagheri, die gerade fertiggestellt wurde. Das ist ein umgebautes altes Containerschiff, das nun als Träger für Drohnen und Helikopter dient.

Luftbild des umgebauten Tankers

Es wäre sicher kein Problem für die Mullahs, die halbe Marine über die Klinge springen zu lassen.
Ein viel größeres Problem ist, dass etwa ein Drittel des weltweiten Öl-Handels durch die Straße von Hormus gehen. Und davon wiederum ein Großteil durch China. Und die sind Kunden des Irans, nicht des Westens des Golfes. Die würden sich schön bedanken.

Grundsätzlich lehnt China aber eine militärische Einmischung ab.
Populistisch wird China gerne als Machtfaktor kommuniziert. Die chinesische Mentalität und vor allem das unausgesprochene Versprechen der kommunistischen Partei ist aber das auf Wohlstand. Alles, was das gefährdet, ist nicht in Chinas Interesse.
China lässt auch Russland am ausgestreckten Arm verhungern, und genauso wird es das mit dem Iran tun.

Zudem führt die asiatische Öl-Route aus dem persischen Golf an Indien vorbei. Und Indien ist nicht nur eine Atommacht mit 1,4 Milliarden Einwohnern, inzwischen vermutlich mehr als China, sondern auch eher mit Israel dicke.

Screenshot Ansprache von Präsident Trump heute morgen

Deshalb gehe ich in der nahen Zukunft von verstärkten iranischen Angriffen auf Israel aus. Im Rahmen der verbleibenden Möglichkeiten. Vielleicht finden einige Angriffe auf US-Einrichtungen statt. Die im Einzelnen sicher für Schlagzeilen sorgen würden, aber im großen Ganzen irrelevant sein werden.
Für die USA wird die Grenze überschritten, wenn es beispielsweise Angriffe auf die ölfördernden Verbündeten wie Katar, Kuweit oder die Vereinigten Arabischen Emirate sieht.

Viele würden das sicher öffentlich als Ausdruck der Stärke kommunizieren.
Setzt man sich mit diesen Zusammenhängen etwas auseinander, erkennt man ein Zeichen der Hilflosigkeit.

Der Iran hat keine Möglichkeit Israel existenziell zu gefährden, die USA relevant anzugreifen oder sich gegen die Angriffe zur Wehr zu setzen.

Dem überlebensnotwenigen Kindskopf in mir sei zu verzeihen, dass ich hier mein Meme aus den heutigen frühen Morgenstunden zitieren muss.

Bild
Erschienen auf steadyhq

Samstag, 21. Juni 2025

In guter alter islamistischer Tradition

von Thomas Heck...

Während Israel für den Westen die Drecksarbeit erledigt und die israelische Zivilbevölkerung dafür einen hohen Preis bezahlt, schüttelt unser Außenministerdarsteller blutige Terroristenhände. Dabei ist Wadephul ein Politiker, der die Brandmauer zur AfD propagiert. Der steigt im Deutschen Bundestag nicht mal in einen Fahrstuhl, wenn dort ein AfD-Politiker steht. Doch dem islamistischen Terroristen schenkt er gerne ein Lächeln. Solche Leute regieren uns. Appeaser, Terroristversteher, Islamistversteher. Sie stehen da aber in "guter" alter Tradition. Und fallen Israel nonstop in den Rücken.







Mittwoch, 18. Juni 2025

Drei Jahre lang vorbereitet – So setzte Israels Geheimdienst die iranische Luftabwehr Schachmatt

von Thomas Heck...

Angesichts des laufenden Präventivschlags der israelischen Armee gegen das nach Atomwaffen strebende Terror-Regime der Mullahs im Iran ist der Westen, seine linken Islamversteher von SPD, Grünen bis zu Linkspartei und dem BSW und die antisemitische GEZ-Journaille noch weitestgehend sprachlos entsetzt und versucht gerade, das Geschehene zu verarbeiten, ein Vorhaben, bei dem selbst erfahrenden Offiziere wie ich an ihre Grenzen stoßen. Zumal wir niemals an Geheimdienstinfiormationen Israels gelangen werden. Was da bekannt wird, ist ggf. Bestandteil der psychologischen Kriegsführung, die zum Ziel hat, die Mullahs zu verunsichern. Deren Propaganda mit den üblichen Lügengeschichten zeigt, dass der Iran schwer getroffen ist. Die Raketenangriffe nehmen langsam ab und es bleibt zu konstatieren, dass es dem israellischen Militär gelungen ist, dem Iran den finalen Schlag zu verpassen.


Sollten jetzt die USA in den Konflikt eingreifen, besteht tatsächlich eine gute Chance, dem Mullah-Regine ein für alle Mal den Garaus zu machen. Denn die iranischen Mullahs sind die, die faktisch hinter den Progrom des 07.10. stecken, sie sind die Drahtzieher. Fakten, die unsere Medien gerne verdrängen.


Der gegenseitige Beschuss von Israel und dem Iran geht weiter. Israel meldet erfolgreiche Angriffe auf das Atomprogramm. Berichten zufolge wäre der Iran sonst in der Lage gewesen, in wenigen Monaten Atomwaffen herzustellen, berichtet WELT-Reporterin Dorothea Schupelius.

Schon die Detonation der Pager von Hisbollah-Mitgliedern aus der Ferne war ein Meisterstück des israelischen Geheimdiensts. Der Angriff auf den Iran kam für den Gegner ähnlich überraschend. Laut ranghohen Geheimdienstmitarbeitern war er jedoch mindestens genauso akribisch geplant.

Israel hat den Angriff auf den Iran nach Angaben aus Geheimdienstkreisen mindestens drei Jahre lang vorbereitet. Um die Luftabwehr und die Raketensysteme Teherans zu Beginn des Angriffs in der vergangenen Woche zu schwächen, hätten Agenten des israelischen Geheimdiensts Mossad Präzisionswaffen für Angriffe aus nächster Nähe in den Iran geschmuggelt, sagten mehrere ranghohe Geheimdienstmitarbeiter der Nachrichtenagentur AP.




Zu diesen Waffen gehörten demnach kleine Drohnen, die in Fahrzeugen in den Iran geschmuggelt und in der Nähe iranischer Boden-Luft-Raketenstationen platziert worden seien. Auch Iraner hätten bei diesen Operationen geholfen.

So sei es dem israelischen Militär gelungen, die iranische Luftabwehr und Raketensysteme rasch auszuschalten, Kontrolle über Teile des iranischen Luftraums zu erlangen und gezielt iranische Generäle und Atomwissenschaftler zu töten. Als der überrumpelte Iran mit Vergeltungsangriffen reagieren wollte, war er dazu nur noch in begrenztem Maße fähig.

Diese Darstellung basiert auf Gesprächen mit zehn derzeitigen und ehemaligen israelischen Geheimdienst- und Militärfunktionären, von denen einige anonym bleiben wollten. Es war nicht möglich, alle ihre Behauptungen unabhängig zu überprüfen. Die ehemalige Leiterin der Forschungsabteilung des israelischen Geheimdienstes Mossad, Sima Schine, bestätigte der AP jedoch die Grundzüge des Angriffs und sagte, sie habe über dessen Planung und Ausführung Bescheid gewusst. „Dieser Angriff ist der Höhepunkt jahrelanger Arbeit des Mossad, um das iranische Atomprogramm ins Visier zu nehmen“, sagte Schine, die jetzt Analystin am Institut für nationale Sicherheitsstudien ist.

Der Iran wurde auch deshalb so überrascht, weil man in Teheran nicht davon ausging, dass Israel angreifen würde, solange die Gespräche mit den USA über das Atomprogramm des Landes liefen. Eine sechste Gesprächsrunde war für vergangenen Sonntag im Oman geplant, doch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu startete die „Operation Rising Lion“ am Freitag – nachdem er zunächst US-Präsident Donald Trump informiert hatte.

Für Netanjahu war eine Neutralisierung des iranischen Atomprogramms seit Jahren erklärtes Ziel. Der Erzfeind hat Israel wiederholt das Existenzrecht abgesprochen und Netanjahu wollte eine Atombombe in den Händen Teherans unbedingt verhindern. Wegen der Anreicherung von Uran auf fast waffenfähiges Niveau in iranischen Zentrifugen drängte Israel zuletzt immer stärker auf eine schärfere Position der Weltgemeinschaft gegenüber Teheran.

Mit dem lange vorbereiteten und akribisch geplanten Angriff schuf Israel nun auf eigene Faust Fakten. Wichtige Informationen über Irans Luftabwehr lieferte dem Militär und dem Geheimdienst eine Reihe von israelischen Luftangriffen auf den Iran im vergangenen Oktober. Diese hätten „die Schwäche der iranischen Luftabwehr aufgezeigt“, sagte Naysan Rafati, Iran-Experte bei der International Crisis Group.

Um die gesammelten Informationen zu analysieren, habe Israel Künstliche Intelligenz eingesetzt, sagte ein Geheimdienstmitarbeiter, der an der Auswahl von Personen und Orten beteiligt war, die ins Visier genommen werden sollten. Er sagte, dass die KI den Israelis dabei geholfen habe, die Unmengen an Daten, die sie erhalten hätten, schnell zu durchforsten. Die Ziele seien zunächst in verschiedene Gruppen eingeteilt worden, etwa Führungspersonen, Militär, Zivilisten und Infrastruktur. Zielpersonen seien vor dem Hintergrund ausgewählt, ob sie eine Bedrohung für Israel darstellten, weil sie zum Beispiel eng mit der iranischen Revolutionsgarde verbunden sind, die die ballistischen Raketen des Iran kontrolliert. Der Geheimdienstfunktionär sagte der AP, er habe den Auftrag gehabt, eine Liste iranischer Generäle zusammenzustellen, die auch Angaben darüber enthalte, wo sie arbeiteten und ihre Freizeit verbrachten.

Spione identifizierten Nuklearwissenschaftler und Mitglieder der Revolutionsgarde

Zu den hochrangigen Militärs, die seit Beginn der Angriffe getötet wurden, gehörten General Hossein Salami, der Chef der iranischen Revolutionsgarde, und Generalstabschef Mohammed Bagheri. Aus Sicherheitskreisen erfuhr die AP, dass sich der Mossad nicht nur auf KI stützte, sondern auch auf Spione, um führende Nuklearwissenschaftler und Mitglieder der iranischen Revolutionsgarde ausfindig zu machen. Mindestens acht Mitglieder der Garde, darunter der Leiter des Raketenprogramms, wurden bei einem einzigen israelischen Angriff auf einen unterirdischen Bunker getötet.

Ein weiterer Aspekt des Angriffs bestand darin, iranische Fahrzeuge ins Visier zu nehmen, die für den Transport und den Abschuss von Raketen verwendet wurden.

Schine sagte, die Strategie sei ähnlich wie bei einer ukrainischen Operation Anfang des Monats in Russland gewesen. Dabei wurden nach ukrainischen Angaben fast ein Drittel der strategischen Bomberflotte Moskaus mit billig hergestellten Drohnen, die in russisches Hoheitsgebiet eingeschleust wurden, zerstört oder beschädigt.

Im Krieg gegen die Hisbollah hatte Israel im September im Libanon und in Syrien aus der Ferne Tausende Funkempfänger, sogenannte Pager, und Walkie-Talkies von Mitgliedern der Extremistengruppe explodieren lassen. Auch diese Aktion hatte der israelische Geheimdienst über lange Zeit vorbereitet.



Dienstag, 27. Mai 2025

Hungersnot in Gaza?

Bild

Dieser Beitrag wurde bereits auf der Facebook Fanpage und auf dem X-Account veröffentlicht.

Es ist zu einer neuen Tatsachenbehauptung geworden, Israel hungere den Gazastreifen aus oder im Gazastreifen würden Menschen verhungern.

Dafür gibt es keinerlei Nachweise.

Nicht nur, dass alle Zahlen aus dem Gazastreifen von der Hamas kommen.
In diesem Fall gibt es dazu nicht einmal von der Hamas selber konkrete Angaben.

Die Hamas ist an dem Punkt auch in einer argumentativen Zwickmühle. Da sie selber Hilfslieferungen klaut, um sie für sich selbst zu sichern oder sehr teuer zu verkaufen. Auch die Menschen in Gaza wissen das.

Die UN warnt immer wieder vor einer Hungerskatastrophe. Dazu nutzt sie als Maßstab die IPC-Skala, die „Integrated Food Security Phase Classification“ („Integrierte Klassifizierung der Ernährungssicherheitsphasen“).

Derzeit befindet der Gazastreifen sich in der Phase 2. Das bedeutet, dass für mindestens 20% der Haushalte der Nahrungsmittelkonsum zwar reduziert ist, aber gerade so ausreichend. Dass aber Grundbedürfnisse nicht vollständig befriedigt werden können.

Die Warnung vor einer „Hungerkatastrophe“ ist die Warnung vor Phase 3. Diese bedeutet, dass mindestens 20% der Haushalte Nahrungsmittellücken aufweist oder (!) „Bewältigungsstrategien“ einsetzen muss, beispielsweise Vermögenswerte auflösen. Das Ausmaß der akuten Unterernährung liegt in dieser Phase bei 10% bis 15% der Bevölkerung „über dem Normalwert“.
Das bedeutet, dass es laut dieser Skala auch einen „Normalwert“ an Unterernährung gibt.

Die Phase 4 wäre ein humanitärer Notfall, der noch lange nicht erreicht ist. Und erst die letzte Phase 5 wäre eine Hungerskatastrophe.

Diese Warnungen setzen natürlich voraus, dass der akute Zustand beibehalten würde. Dass also beispielsweise Israel weiterhin die Hilfsmittel blockieren würde. Ist das nicht mehr der Fall, müssten neue Daten erhoben werden.
Deshalb haben UN und Hilfsorganisationen, die damit ja ihr Geld verdienen, zunächst vor einer „Hungerskatastrophe“ gewarnt. (Der Begriff stammt häufig auch einfach von den Medien.)
Nachdem Israel aber wieder Hilfslieferungen durchlässt, können sie das nicht mehr. Also kritisieren sie nun, diese seien zu wenig.

Das alles, während Palästinenser selber täglich Videos von vollen Märkten posten.

Die Medien bauschen dies auf, auf Social Media wird es so häufig wiederholt, dass eine unumstößliche Gewissheit daraus wird. Es sickert ins Bewusstsein, da es selten hinterfragt wird.

Deshalb fällt kaum jemandem auf, dass die UN bereits seit mindestens Dezember 2023 vor einer „Hungerskatastrophe“ warnt. (Titelbild) Nur wenige Wochen nach Beginn der Bodenoffensive und obwohl Israel zu dem Zeitpunkt noch keine Kontrolle über den Grenzübergang zu Ägypten hatte.

Das ist ein bekanntes Muster.

Jüngst sagte Tom Fletcher vom „Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten“ (OCHA), innerhalb der nächsten 48 Stunden würden im Gazastreifen 14.000 Babys sterben.
Ausnahmsweise bohrte die BBC nach Protesten nach und es zeigte sich, dass die OCHA eigentlich gesagt hatte, dass optimalerweise binnen der nächsten 48 Stunden Hilfslieferungen benötigt würden.

Die Zahl der 14.000 Babys stammt aus einem Report von dieser Vereinigung für die besagte IPC-Skala, die feststellte, dass bei anhaltender Situation (die inzwischen abgestellt ist) 14.000 Kinder zwischen sechs und 59 Monaten an ernsthafter Unterernährung leiden könnten. Und zwar zwischen April 2025 und März 2026. Nicht sofort.
Von Verhungern war keine Rede.
Tom Fletcher von der UN hat hier also schlicht die Unwahrheit gesagt.

Abseits dieses Themas habe ich bereits im November des vergangenen Jahres einen Report der UN ausgewertet, der behauptete, 70% der Getöteten in Gaza seien Frauen und Kinder.
Was rein statistisch bereits absurd ist.

Im Fließtext des eigenen Reports stand dann in einer Fußnote, dass „ein großer Teil“ „in Wohngebäuden oder Ähnlichem“ getötet wurden. Und Zahlen der Getöteten in Kampfhandlungen schwer zu erfassen seien.

Man hatte lediglich 8.119 von zu dem Zeitpunkt über 40.000 Getöteten ausgewertet. Quelle dafür natürlich erneut die Hamas. Diese hatte der UN also ziemlich sicher nur bestimmte Tote gemeldet.
Diese Behauptung ist bis heute in der Welt.

Ebenso wie die akute Hungersnot und die angeblich verhungernden Kinder.


Erschienen auf steadyhq


Korrektur zur IPC-Warnstufe: Hungerkatastrophe im Gazastreifen

Bild

In einem Social Media Posting, dass ich auch als Beitrag auf der Steady Seite veröffentlicht habe, habe ich gestern angegeben:

„Derzeit befindet der Gazastreifen sich in der Phase 2.“

Diese Aussage ist falsch bzw. als Tatsachenbehauptung unzulässig.

Mehrere Kommentatoren haben mich darauf hingewiesen.
Für die konstruktiven Hinweise bin ich – wie immer – dankbar.
Überflüssig die übrigen zu erwähnen.

Für die Interessierten möchte darlegen, welchen Fehler ich gemacht habe und warum dieser Fehler nichts an der Kernaussage meines Beitrages ändert.

Das IPC hat am 17.10.2024 einen Report für den Gazastreifen veröffentlicht.
Darin geht es von einer Phase 3 aus.

Screenshot der Homepage des IPC.

Die UKLFI, die „Britischen Anwälte für Israel“, hat am 27.01.2025 ein Review des IPC Reports und anderer Berichte herausgegeben, in dem sie auf 37 Seiten sehr nachvollziehbar erklären, warum diese Einstufung unzutreffend ist.
Es kommt zu folgenden Ergebnissen (Zitat):

  • Vertrauen auf unvollständige oder ungenaue Daten

  • Inkonsistente Anwendung methodischer Standards

  • Unzureichende Anpassung der Prognosen an neue Daten

  • Mögliche Verzerrung bei der Interpretation und Darstellung der Ergebnisse

Screenshot des Reviews

Ich halte diese Analyse für korrekt.
Daher war ich von Phase 2 ausgegangen. Mit guten Gründen.

Mein eindeutiger Fehler war, das nicht nochmal geprüft zu haben. Selbst wenn ich einen Social Media Post so runtertippe, ist das auch mein Standard.

Denn am 12.05.2025 wurde eine neue Einschätzung der IPC herausgegeben. Also vor genau zwei Wochen. Und darauf haben mich mehrere Kommentatoren aufmerksam gemacht, völlig zurecht.

Diese Einschätzung geht von einer Phase 4 im Gazastreifen aus, also einer „Humanitären Notlage.“

Screenshot der aktuellen Warnung

Für die Kernaussage meines Postings ist das jedoch meiner Meinung nach zu vernachlässigen.

1. Die Phase 4 wird klassifiziert mit „einem hohen Maß an akuter Unterernährung und überhöhter Sterblichkeit ODER 20% der Haushalte sind mit einem extremen Verlust an Existenzmitteln konfrontiert, der wahrscheinlich zu Nahrungsmittellücken führen wird.
Und letzteres wird ja sicher eh der Fall sein, da ja viele Menschen ausgebombt sind. Es sagt also nicht zwangsläufig etwas über Verhungernde.

2. Diese Einstufung wurde während der Blockade durch Israel erstellt und geht davon aus, dass diese dauerhaft anhält. Sie ist jedoch inzwischen beendet. Die Situation müsste also neu beurteilt werden.

3. Das ändert nichts an den wiederholten und nachweisbaren Falschaussagen der UN.

4. Es gibt trotzdem keine glaubwürdigen Angaben über Verhungernde im Gazastreifen, auch von der Hamas nicht.

Ich werde diese Korrektur so veröffentlichen, dass möglichst viele Rezipienten meiner ersten Aussage sie mitbekommen. Auf X kann ich den Text beispielsweise nicht ändern, möchte ihn deshalb aber auch nicht komplett löschen.

Abgesehen davon, dass mir in meinem Selbstanspruch solche Fehler nachhängen, tut mir vor allem leid, jenen Wasser auf die Mühlen geliefert zu haben, die versuchen werden, dadurch auch alle korrekten Aussagen zu diskreditieren.

  • Es gibt keine Verhungernden im Gazastreifen.

  • Das Blockieren von Hilfsgütern kann gemäß Genfer Konvention zulässig sein.

  • Für die Lebensmittelknappheit sind vor allem die Palästinenser selber verantwortlich.

Erschienen auf steadyhq


Montag, 19. Mai 2025

Israelische Offensive und der Gamechanger – für Dummies

Soldaten der IDF schauen einem Kampfpanzer Merkava nach.

Es findet eine Desinformation und Umdeutung zur gestarteten Offensive Israels statt.
Gehen wir es durch.

In einem längeren Posting schrieb ich gestern beiläufig:

„Zeitgleich berichten alle großen Medien von der angelaufenen israelischen Offensive, ohne zu berichten, was tatsächlich vor sich geht. Die Berichte beruhen ausschließlich auf Äußerungen Israels, der Palästinenser, der UN und anderer. Keine Lagebewertungen, keine Auswertungen, keine Kompetenz.

Das vielleicht alles verändernde Momentum, nämlich dass die IDF sich nicht mehr nach Sichern eines Gebietes zurückziehen will (dafür das benötigte Mehr an Reservisten), wird weder besprochen noch auch nur erwähnt. Vermutlich nicht verstanden oder zu einer dauerhaften Besetzung umgedeutet.“

Daraufhin kamen einige Fragen. Ich habe zurückgefragt.
Dabei wurde mir bewusst, dass viele vielleicht eine völlig falsche Vorstellung davon haben, was im Gazastreifen passiert.

Also zurück zu den Basics. Aus dem Lameng. Aus unserer beliebten Reihe „Komm’a bei misch bei, ich vazell dir dat“.

Der handelsübliche Krieg

In einem „normalen“ Krieg erobert man ein Gebiet und besetzt es.

Das bedeutet, eine Seite zieht sich zurück, die andere rückt nach, sichert das Gelände und bezieht dort erneut Stellung. Ein Haus, ein Dorf, eine Stadt, ein Tal, eine Halbinsel. Es wird „eingenommen“. Gräben graben, MG-Nest einrichten, Straßen sperren.
Das ist das, was beispielsweise im zweiten Weltkrieg passiert ist und derzeit in der Ukraine passiert.

Bachmut wurde über Wochen hinweg umkämpft, bis die Russen die Ukrainer endlich so weit zurückgedrängt hatten, dass sie die Stadt erobert hatten. Oder den Haufen Bauschutt, der übrig war.

Die Begriffe „Sichern“, „Einnehmen“, „Kontrollieren“ und „Besetzen“ werden synonym verwendet. Taktiker haben dafür genauere Begriffe.

Besetzen oder besetzen?

Dieses „Besetzen“ hat militärisch einen anderen Bedeutungsinhalt als politisch bzw. juristisch.
Denn das Militär erobert nur Gebiete und hält diese besetzt, damit der Feind nicht wieder dahin zurückkehren kann. Wenn der Krieg beendet ist, interessiert es das Militär nicht weiter.

Eine Besetzung im politischen bzw. juristischen Sinne bedeutet, dass ein Gebiet dauerhaft von einem Staat in Besitz genommen wird. (Besitz, nicht Eigentum!) Dazu gehört auch, dass er Regierungsaufgaben, wie beispielsweise die Polizei oder die Gerichtsbarkeit, übernimmt.

Erst da greift auch das Völkerrecht, das so etwas sehr genau reguliert. Mit einer Militäreinheit zunächst in einem eroberten Gebiet zu bleiben ist nicht reguliert. Das ist üblicher und zulässiger Teil des Krieges.

Israel hat nicht besetzt

Israel hat das im Gazastreifen bisher nicht getan. Weder das eine, noch das andere.

Hinweis: Die Argumentation der UN und anderer, Israel hielte den Gazastreifen „besetzt“, kommt vor allem daher, dass die palästinensischen Autonomiegebiete als staatliche Entität angesehen werden. Was sie seit dem Bürgerkrieg 2006 aber nicht mehr sind. Seit Anfang 2006 war kein Israeli mehr im Gazastreifen.
Hier geht es um den Krieg.

Mit Beginn der Bodenoffensive sind die Einheiten in den Gazastreifen, haben dort gekämpft und haben sich dann wieder zurückgezogen. Weder sind sie dortgeblieben, noch haben sie das Gelände dauerhaft gesichert.

Das hat zu vielen Problemen geführt.
Beispielsweise wurde ein Gebäude im Süden von Gaza-Stadt bekämpft und „erobert“. Am nächsten Tag kam ein Zug zurück, um den Tunneleingang im Gebäude zu sprengen. Die Hamas war jedoch zurückgekehrt und hat nun den Zug bekämpft, der große Mengen Sprengstoff bei sich hatte. Alle Israelis wurden getötet.

Ebenso im Juni 2024, als ein Konvoi bei Tel Sultan durch ein Gebiet fuhr, dass die IDF (Israeli Defence Forces) am Tag zuvor unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Der Konvoi wurde angegriffen, ein Fahrzeug explodierte, acht israelische Soldaten kamen ums Leben.

Dieses grundsätzliche Problem hat später dazu geführt, dass Israel nach der Waffenruhe gesagt hat, nun seien genug Lebensmittel im Gazastreifen und man blockiere die Hilfslieferungen (…gemäß Genfer Konventionen „IV“, Art. 23). Weil die Hamas sich immer wieder versteckt und dann zurückkehrt.

Die Schlacht am Hamburger Hill wurde während des Vietnamkrieges bekannt. Der Hügel 937 bekam seinen Namen von den Soldaten, da dort Hackfleisch aus ihnen wurde.
Innerhalb einer größeren Offensive stürmten die Marines zehn Tage lang immer wieder den Hügel und mussten schwere Verluste hinnehmen. Wenn sie oben ankamen, war keiner mehr da. Sie gingen wieder runter, wurden beschossen, und das Spiel begann von vorne. Über 630 amerikanische Soldaten verloren so ihr Leben.
Das Paradebeispiel für ein so genanntes Verzögerungsgefecht.

Amerikanische Soldaten in einer Kraterlandschaft am Hamburger Hill.

Begründete Dummheit

Das hört sich erstmal ziemlich so an, als ob da irgendwer in der Planung ziemlich blöde war. (Was ich übrigens auch so sehe, da ich als ehemaliger Unteroffizier ja zu denen gehören würde, die dort verheizt würden. Is so ein Prinzipiending.)
Taktisch und Strategisch kann es dafür aber Gründe geben.

Zur Erinnerung:
Der Gazastreifen ist kleiner als Köln. Etwa so groß wie Schwed an der Oder.
Nie von gehört? Das sagt alles.
In der Länge 40km, gäbe es eine Autobahn, wäre man in 20 Minuten durch. An der breitesten Stelle 14km.
Er ist aber sehr dicht besiedelt, denn dort leben mehr Menschen als in Hamburg.

Das bedeutet, das ist fast alles Häuserkampf.
Für ein normales Gefecht auf dem Acker benötigt der Angreifer eine Überlegenheit von etwa 2 zu 1.
In einem Verzögerungsgefecht, also wenn der Verteidiger absichtlich Raum gibt, und sich in eine bessere Position zurückzieht, benötigt man schon eine Überlegenheit von etwa 5 zu 1.
Im Häuserkampf eine Überlegenheit von 10 zu 1.

Israel hat vor allem eine „Reservisten-Armee“. Die Wehrpflichtigen müssen in der Regel drei Jahre dienen, die meisten bleiben in der Reserve. Deshalb hat Israel 170.000 aktive Soldaten, aber fast 500.000 Reservisten. Ein wehrhaftes Völkchen.

Jetzt kommt ein großes Aber:
Israel hat nur 10 Millionen Einwohner. Weniger, als in Baden-Württemberg leben, etwas mehr als die Hälfte von Nordrhein-Westfahlen. Und weniger, als alleine in Kairo leben.

Das bedeutet, dass jeder Reservist, der eingesetzt wird, spürbar in der Wirtschaft fehlt. Hinzu kommen ständige Unterbrechungen durch Fliegeralarm, Aufwand um Schäden durch Raketen zu reparieren, usw.
Laut einiger Zahlen ist die israelische Wirtschaft 2024 um etwa ein Viertel eingebrochen.

Israel hat also zwar grundsätzlich die Möglichkeit den Gazastreifen militärisch zu besetzen. Also wie in einem „normalen“ Krieg nach und nach Gebiet zu erobern und zu halten. Aber es würde Israel sehr viel kosten.

Das ist der Grund, warum beispielsweise das Al-Schifa-Krankenhaus, groß wie ein ganzes Viertel, mehrfach von den IDF eingenommen wurde. Und Brutkästen dahin gekarrt wurden und Patienten nach Ägypten und Israel verlegt wurden. Und warum insgesamt vier- oder fünfmal auf das Al-Ahli-Krankenhaus gefeuert wurde und es immer noch im Betrieb ist.

Der Normalsterbliche muss sich fragen: Irgendwann sind doch keine Krankenhäuser mehr übrig, oder? (Was wiederum zur Propaganda genutzt wird.)

Foto: Angriff auf das Europäische Krankenhaus. Der Bodeneinbruch zeigt deutlich, dass Bunkerbrecher etwas unter der Erde getroffen haben. Bei dem Angrioff wurde vermutlich Mohammed Sinwar getötet, Kommandeur der Hamas und Bruder des getöteten Yahya Sinwar (Öffnet in neuem Fenster). 13.05.2025

Absichtliches Indielängeziehen?

Das sehe ich als primären Grund, warum Israel sich immer wieder zurückgezogen hat.

Die Zahl der Soldaten, die im Gazastreifen eingesetzt sind, wird mit etwa 160.000 angegeben. Also fast die kompletten aktiven Streitkräfte.
Aber das sind ja nicht die Soldaten, die tatsächlich am Boden da rein gehen! Das sind auch Logistiker, Militärpolizei, die Luftwaffe, die Flugabwehr und so weiter. Menschen also, die auch gegen die Angriffe der Houthi und aus dem Libanon im Einsatz sind, bei der Marine zur Sicherung oder gegen den Iran eingesetzt werden. Und Reservisten, die so häufig nach Hause fahren, dass deutschen Afghanistan-Veteranen Tränen kommen.
In modernen Streitkräften ist der Anteil der tatsächlichen Kampfeinheiten zum Rest etwa 1 zu 4.

Deshalb verziehe ich immer das Gesicht, wenn jemand schreibt, Israel hätte „das beste“ Militär der Welt. Oder „das stärkste“, „das größte“, usw.
Die spielen insgesamt in einer hohen Liga. Durch den Ausbildungsstand und die Ausrüstung. Aber alleine Deutschland hat das Achtfache an Einwohnern und kommt – selbst jetzt – auf fast eine Millionen Reservisten. Wiederhole: Selbst jetzt.
Relationen, so wichtig.

Und deshalb habe ich es von Anfang an für dumm gehalten, sich immer wieder zurückzuziehen. Es kostet im Zweifelsfall Menschenleben.
Aber es gibt nun einmal gute Gründe, die nur absolute Insider und Experten beurteilen können. Und die treten weder im Fernsehen auf, noch sind es Journalisten.
Das maße ich mir nicht an. Und es sollte auch kein anderer, der nicht zu einem sehr kleinen Kreis Erlauchter gehört. Denn das ist etwas, was die Politik vorgibt. Ginge es nach den Militärs, wäre die Sache sehr sicher längst beendet.

Nur um eine Relation zu geben (wir sind ja hier aus dem Lameng): Ich glaube, ein US-Flugzeugträger mit Begleitschiffen und ein Landungsschiff mit Marines und der Gazastreifen wäre längst die Riviera, die Trump gesehen hat.
Soweit zu den Superlativen, die ständig zu diesem Kleinkrieg kolportiert werden.

Den Vorwurf, die Rechtsaußen-Regierung Israels würde den Krieg hinauszögern um Zeit zu gewinnen, kann ich nicht nachvollziehen. Jenen, die das anbringen, fehlt zumeist die Kompetenz.
Aber ich lasse ihn als diskussionswürdig gelten. Kann man drüber streiten.
Dieser Punkt dürfte sich mit der neuen Offensive nun aber klären.

Die Offensive

Israel hat nun angekündigt, eroberte Gebiete zu besetzen.
Deshalb hat es mehr Reservisten zu den Waffen gerufen. Und das kann ein „Gamechanger“ werden.
Kann, nicht muss.

Israelische Reservisten bei der Vorbereitung der Offensive.

Foto: Israelische Reservisten bei der Vorbereitung der Offensive. (18.05.2025)

Das ist schwer zu beurteilen. Umso mehr, da die Medien erneut Arbeitsverweigerung betreiben. Denn um Aussagen israelischer Politiker, der IDF und der Hamas wiederzukäuen, braucht man 2025 keine Medien mehr. Da reicht sowas wie mein Blog, und selbst das ist mir persönlich schon zu blöde.

Kommen wir also auf den Anfang zurück.
In meinen Augen wird hier von den Journalisten und den Propagandisten das militärische Besetzen mit dem politischen Besetzen a priori gleichgesetzt. Und von der UN. Denn von einer dauerhaften, also juristischen und politischen Besetzung, haben Israel und die IDF nix gesagt.
Heute erklärte Netanjahu noch, die „Kontrolle“ übernehmen zu wollen. Was ich als militärisches Besetzen deute.

Ausgenommen natürlich die Rechtsextremisten im Kabinett, vor allem Ben-Gvir und Smotrich. Die haben sehr eindeutig von einer dauerhaften Besetzung und sogar von Siedlern gesprochen.
Aber die poltern seit Beginn des Krieges herum.
Mein Job ist die militärische Beurteilung. Und für die haben diese eindeutig rechtsextremen Kräfte in der Regierung bisher keine erkennbare Auswirkungen gehabt.

Wenn Smotrich etwas zum Krieg raushaut, ist das in meiner Wahrnehmung vergleichbar damit, als würde die Ministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Verena Hubertz von der SPD etwas zur Lieferung von Taurus erzählen.

Diese Regierung besteht übrigens aus sieben (!) Parteien. Die Netanjahu zum Machterhalt unter einen Hut bringen muss. Schert nur eine aus, zerbricht die Regierung. Unsere Ampel mit drei Parteien ist schon eher mäßig gelaufen.
Man kann Netanjahu einiges vorwerfen, aber Jonglieren kann er.
(Muss ich noch erklären, dass ich die Regierung im demokratischen Rahmen scheiße finde, oder reicht das?)

Es ist zulässig, vor einer dauerhaften Besatzung zu warnen oder das zu verurteilen. Mir persönlich ist es inzwischen gleich. Da ich zwar eigentlich für eine Zweistaatenlösung bin, aber inzwischen jegliche Hoffnung auf eine Staatenbildung durch die Palästinenser verloren habe. Die dafür zwingend notwendig ist.

Aber wenn man diese militärischen Grundlagen nicht kennt, ist man sicher überfordert. Verständlicherweise.
Für mich persönlich wird erst eine dauerhafte Besetzung daraus, wenn Israel beginnt, auch dauerhaft Regierungsaufgaben im Gazastreifen zu übernehmen, ohne zu erklären, wie es weitergeht. Aber das kann noch Monate hin sein.
Alles andere ist Alarmismus.

Daher sehe ich nicht nur viele der Aussagen von Journalisten, die das nicht erklären und vielleicht gar nicht verstehen, ebenso als Propaganda, wie die Aussagen vieler Social Media Kommentatoren.

Heute Morgen hat Netanjahu verkündet, dass wieder Hilfslieferungen in den Gazastreifen gelassen werden. Nach massiven Protesten aus der eigenen Regierung hat er erklärt, dass sei auf Druck von Verbündeten passiert.

Es wird Frühling in Gaza.

Aufsteigender Rauch einer Bombe hinterm Horizont vor einem Feld Sonnenblumen.
Erschienen auf steadyhq


Polizist in Hals gestochen – Täter direkt wieder auf freiem Fuß: In Berlin herrschen allmählich Zustände wie in Mogadischu

von Wilma Fricken

Straffrei und auf freiem Fuß trotz brutalster Verbrechen: Buntes Deutschland



In Berlin-Neukölln spielt sich gerade ein weiterer beispielloser Skandal ab, der die Verkommenheit und den Verfall unseres Rechtssystems drastisch vor Augen führt: Kurz nachdem bei einer Judenhasser-Demo ein Polizist von einem propalästinensischen Lynchmob aus Linksradikalen und Arabern beinahe totgeschlagen wurde und noch um sein Leben kämpfte, stach “ein 28-Jähriger Mann” – der Migrationshintergrund wurde nicht erwähnt, kann somit also als gesichert angenommen werden – einem Polizisten vor einer Polizeiwache in den Hals und verletzte ihn beinahe tödlich. Nur mit Glück überlebte der Beamte. Dann die unfassbare Entscheidung der Justiz: der Angreifer wurde nur wenige Stunden später freigelassen.

In einem Land, wo fußlahme Reichsrollatoren-Rentner wegen angeblicher “Umsturzpläne” jahrelang schwerbewacht im Gefängnis sitzen (und ihnen in eigens für zweistellige Millionensummen errichteten Gerichtssälen der Prozess gemacht wird), wo Youtuber wie Shlomo Finkelstein im Knast verrotten und wo Menschen in Beugehaft genommen werden, weil sie die Rundfunkgebühren für den Propagandarotz von ARD und ZDF nicht länger zu zahlen bereit sind: Da können hergelaufene Messertäter also Vertreter der Staatsgewalt angreifen und lebensgefährlich verletzen – und werden unmittelbar danach gleich wieder freigelassen, damit sie gleich die nächsten Straftaten begehen können, so wie unzählige abschiebungspflichtige Migranten, die – obwohl als Vergewaltiger, Gewaltverbrecher und Kriminelle verurteilt und polizeikundig – weiterhin auf freiem Fuß sind hierzulande.

Nur dank Not-OP überlebt

Dieser Staat verspielt das Restvertrauen seiner Bürger in die eigene Justiz, in die Rechtspflege, in die Handlungsfähigkeit seiner Organe. Das Gewaltmonopol wird schon lange nicht mehr respektiert, doch die Signalwirkung, die von Entscheidungen der Staatsanwaltschaften ausgeht, die solche Messerangreifer kurz nach ihrer Tat freilässt, ist verheerend. In Failed States wie Somalia oder dem Kongo, wo Warlords oder Clans das Recht in die Hand nehmen und die staatlichen Behörden nur Makulatur sind, würde so etwas nicht überraschen; hierzulande schon. Dass solche jede Autorität des Rechtsstaats untergrabenden Entscheidungen bei schweren Gewalttaten in Deutschland zunehmend Alltag sind, ist verheerend.

Auch die Tatumstände hätten eine sofortige Inhaftierung alternativlos erscheinen lassen müssen: Der Angriff geschah am Freitagabend, als der Täter – angeblich “frustriert” über eine zu lange Wartezeit bei einer Anzeigenaufnahme, den 31-jährigen Beamten aus heiterem Himmel mit einem Messer attackierte. Der Polizist überlebte nur dank einer Notoperation. Trotzdem stuften die Ermittler die Tat “nicht als Tötungsversuch” ein –sondern nur als gefährliche Körperverletzung. Ergebnis: Der Verdächtige war gegen 2.15 Uhr morgens wieder frei. Die Begründung der Staatsanwaltschaft, es gebe „keine gesicherten Erkenntnisse für einen gezielten Messereinsatz“, klingt wie eine Verhöhnung der Opfers und der Bevölkerung. Ein Stich in den Hals soll kein gezielter Angriff sein? Staatsanwälte, die zu solchen Einschätzungen gelangen, gehören aus dem Dienst entfernt – zumal hier die Zweiklassenjustiz evident wird: Für die eingewanderte Hauptschutzklientel des Linksstaats gelten offenbar andere rechtliche Maßstäbe als für einheimische Täter.