Samstag, 14. März 2026

Paderborner Abgründe: Pädo-Sumpf Katholische Kirche

von Olli Garch

Paderborns 2002 verstorbener Erzbischof Kardinal Degenhardt: Nicht nur erwiesene Vertuschung, sondern auch Verdacht auf Mittäterschaft



Während die katholische Kirche sich noch immer in der Rolle des pseudomoralischen Vorkämpfers „gegen Rechts“, sprich: die AfD gefällt, hat sie eigentlich ganz andere Sorgen – und selbst buchstäblich reichlich Dreck am Stecken: So zeigt eine aktuelle Studie einmal mehr die Abgründe von Perversion und Machtmissbrauch in ihren eigenen Reihen auf. Alleine im Bistum Paderborn haben zwischen 1941 und 2002 insgesamt 210 Priester mindestens 489 Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht, wobei die Dunkelziffer an Tätern und Opfern noch erheblich größer sein dürfte – weil viele Betroffene sich zeitlebens nie gemeldet haben oder noch immer schweigen. Die Studie wurde von den beiden Theologieprofessorinnen Nicole Priesching und Christine Hartig erstellt und sorgt für neue Schockwellen nicht nur in der Paderborner Diözese.

Vertreter der Missbrauchsopfer sprechen bereits zuvor von einem regelrechten “Pädophilen-Netzwerk“, bei dem sich die Geistlichen ihre Opfer gegenseitig zuführten. Die Jungen sollen sogar mit einem Fahrdienst sollen die Jungs zu den Priestern nach Hause gebracht worden sein. Besonders perfide ist, dass den Opfern dabei auch noch selbst die Schuld für die ihnen angetanen Sexualverbrechen eingeredet wurde: So hätten etwa Kinder vor der Beichte zu ihren eigenen Peinigern Sätze sagen müssen wie „Ich will schamhaft und keusch sein“. Sie hätten sich dadurch befleckt, dreckig und sündhaft gefühlt und seien mit der Angst aufgewachsen, jeder blicke vorwurfsvoll oder angewidert auf sie, so Priesching. So seien “Kinderseelen zerstört” worden.

Totschweigen und Leugnen

Besonders unappetitlich: Es besteht der Verdacht, dass auch der 2002 verstorbene Kardinal und Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt, der als konservativer Hardliner im deutschen Episkopat galt und unter anderem für das Predigt- und Lehrverbot gegen den kritischen Theologen Eugen Drewermann verantwortlich zeichnete, selbst unter den Tätern war; allerdings gibt es laut den Autorinnen keine eindeutigen Hinweise dafür. Fakt ist jedoch, dass Degenhardt Druck auf Familien und Opfer ausübte, damit sie schweigen, und so zur Vertuschung der Triebtaten beitrug. Wie immer bestand die amtskirchliche Reaktion auf die lange bestehenden Vorwürfe in Totschweigen und Leugnen. Verdächtige Priester mussten allenfalls eine Therapie machen und wurden meist diskret versetzt.

Nach Veröffentlichung der neuen Studie demonstrierten Betroffenen-Initiativen vor dem Paderborner Dom und an der Universität. Vergangene Woche wurde im Dom ein Mahnmal eingeweiht, bei dem Tafeln mit persönlichen Geschichten und Bildern von Opfern umgedreht und ans Licht geholt werden. Bei den noch nicht verjährten Taten will die Staatsanwaltschaft ermitteln. Sie wird vermutlich viel zu tun haben: Eine zweite Studie über die Zeit zwischen 2002 und 2022 unter Erzbischof Hans Josef Becker ist aktuell gerade in Arbeit. Doch bereits schon vorliegenden, ungeheuerlichen Enthüllungen bestätigen aufs Neue, dass die Kirche gut beraten wäre, erst einmal ihre eigene blinden Flecken und Schattenseiten aufzuklären, bevor sie den Bürgern und Wählern dieses Landes, von deren Kirchensteuern sie sich fürstlich bezahlen lässt, vorzuschreiben, wie sie sich politisch zu positionieren haben. Die ohnehin längst überfällige Abschaffung der Kirchensteuer wäre ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, denn diese Kirche hat wirklich jede moralische Autorität verspielt – ebenso wie der ganze Rest des steuer- und zwangsfinanzierten Molochs von Parteien, öffentlich-rechtlichem Rundfunk, NGOs und anderen Institutionen.


„Alles Hass, Hetze, Propaganda!“: Katzenjammer bei Steinmeier und Gauck

von Mirjam Lübke

Zeremonienmeister „unserer Demokratie“ mit Hang zur Meinungskonformität: Gauck, Steinmeier 



Ja, was denn nun, möchte man fragen: Frank-Walter Steinmeier sieht “UnsereDemokratie™” einmal mehr durch die sozialen Medien gefährdet. Hass und Desinformation treiben dort ihr Unwesen, stellt der Präsident nun schon zum wiederholten Male fest. Man könnte sich also gähnend zurücklehnen und über den weiteren Versuch, uns Facebook, Twitter & Co. madig zu machen, müde lächeln. Wenn da nicht die jüngsten Vorstöße der EU wären, unter dem Deckmantel des Jugendschutzes den Zugriff auf diverse Plattformen zu beschränken. Handy-Verbot für alle unter 16-Jährigen heißt das Allheilmittel. Ob und wieweit Jugendliche ein Mobiltelefon nutzen, sollte eigentlich der Entscheidung der Erziehungsberechtigten – früher sagte man “Eltern” – überlassen werden, aber das würde der EU eine Kontrollmöglichkeit nehmen: Sich über Klarnamenpflicht und elektronische Passkontrolle einen Überblick darüber zu verschaffen, wer sich generell im Netz tummelt.

Steinmeier betreibt also indirekt Werbung für diese Kontrollmaßnahmen und würde dem Volke wohl weiter den “gefahrlosen” Genuss etablierter Medien und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks empfehlen. Dort wird nur Wahres und gut Geprüftes verbreitet – darauf würde Herr Steinmeier sein “taz”-Abo verwetten. – Gar nicht zufrieden mit den Medien im Allgemeinen zeigt sich hingegen Altpräsident Joachim Gauck. Durch ihre negative Haltung zur Regierungspolitik entstehe ein Vertrauensverlust in die Demokratie. Der ist tatsächlich durch die Folgen dieser Politik im Alltag begründet, es braucht weder “Tagesschau” noch die “Frankfurter Allgemeine”, um dem Bürger die zahlreichen Krisen aufzuzeigen: Er sieht sie auf seiner Stromrechnung und seinem Kassenzettel im Supermarkt, wenn ihm nicht sogar längst mitgeteilt wurde, wie kurz sein Arbeitgeber vor der Pleite steht.

Expertise zur Meerschweinchen-Haltung oder Toilettenreinigung

Daran rüttelt auch die “Sendung mit der Maus”-Intonierung der reizenden “ZDFheute”-Nachrichtensprecherin Jana Pareigis nichts, welche dem krisengebeutelten Zuschauer ein bisschen auf die Wunden pustet. Wie dürfen wir uns also die Umsetzung des Gauckschen Vorschlags in der Praxis vorstellen? Insolvenzmeldungen in der Online-Variante des “Handelsblatts” müssen künftig mit den Abbildungen von beruhigenden Yoga-Übungen verbreitet werden? Die Wiedergeburt des Fernsehballetts, nur diesmal in den Hauptnachrichten? Gerade Herr Gauck wird sich hoffentlich keine Nachrichten im Stile der DDR wünschen, wobei die der Regierung mit überwältigender Mehrheit zustimmenden “Kulturschaffenden” schon längst wieder Realität sind. Inklusive Preis- und Ordensverleihung.

Zugegeben: In den sozialen Medien geht es oft heiß her. Dazu wurden sie schließlich auch geschaffen, um jedem Nutzer eine Plattform für seine Meinung – sei sie auch noch so grottendumm – seine Tanz- und Handarbeitskünste oder seine Expertise zur Meerschweinchen-Haltung oder Toilettenreinigung zu bieten. Niemand hat je den Anspruch erhoben, es handele sich dabei um Fachjournalismus, und es hält auch keine politische Seite das Monopol auf gepflegte Konversation und Toleranz, auch wenn Steinmeier & Co. das Böse unter der Sonne nur rechts der Mitte sehen. In Deutschland haben wir bislang davon angesehen, an Mikrowellengeräten Warnhinweise anzubringen, man solle seinen Wellensittich nicht nach dem Bad darin trocknen, weil dem Normalbürger genug gesunder Menschenverstand zugetraut wird, dies erst gar nicht zu versuchen. Es wäre wohl das Beste, ein solches Zutrauen auch in die Nutzer der sozialen Medien und unterschiedlichen Videoportale zu setzen, es also ihrem Urteil zu überlassen, was Unfug ist und was nicht. Im Gegenzug steht es schließlich jedem frei, das Gezeigte und Geschriebene aus als solchen zu benennen.

Sechs Finger an einer Hand

Wem wollte man auch die Befugnis überlassen, hier eine allumfassende Kontrolle zu übernehmen? Neue Medien wurden von den Mächtigen schließlich stets mit Misstrauen betrachtet, das ging schon mit dem Buchdruck los, der es plötzlich ermöglichte, politische Flugblätter an eine Vielzahl von Bürgern zu verteilen, die bislang von solchen Informationen ausgeschlossen waren. Karikaturen vermittelten die Botschaft auch an jene, die nicht Lesen konnten. Im Dreißigjährigen Krieg erschienen die ersten Vorläufer des modernen Comics. Heute sind wir längst wieder an einem Punkt angelangt, an dem auch bestimmte Bücher wieder aus der Öffentlichkeit verbannt oder zumindest für empfindliche Gemüter mit Warnhinweisen versehen werden sollen. Fernsehen und Kino fanden sich ebenfalls dem Vorwurf ausgesetzt, Schädliches zu verbreiten, und sei es nur, weil sich kirchliche Kreise auf bestimmte Genres eingeschossen hatten: Science-Fiction galt grundsätzlich als Schund! Vielleicht könnte man sich mit Adorno darauf einigen, dass alle Medien die Klugen klüger und die Dummen dümmer machen. Obwohl auch die Klugen manchmal recht dummes Zeug verbreiten können, denn auch ein akademischer Grad schützt nicht vor Verblendung.

Manchmal ist es dann tatsächlich zum Verzweifeln, denn jede politische und gesellschaftliche Aussage kann heute mit KI illustriert werden, was sie für die Unbedarften und Gläubigen mit einem Gütesiegel versieht. Es sieht doch alles so echt aus. Noch 2007 arbeitete ein ganzes Team von Spezialeffekte-Spezialisten am flauschigen Haar der kochfreudigen Ratte Remy in Disneys “Ratatouille” – heute erledigt so etwas der heimische PC. Um echt von falsch zu unterscheiden, muss man schon genau hinsehen, so besitzen KI-generierte Personen in der Regel ein nahezu perfektes, porenfreies Hautbild. In einem heute in Umlauf gebrachten Video von Benyamin Netanyahu, dessen Tonspur auch noch falsch übersetzt wurde, hat der der israelische Ministerpräsident plötzlich sechs Finger an einer Hand. Die israelische Gentechnik ist zwar weit fortgeschritten, aber glaubwürdige Zeugen berichten, dass Netanyahu wie jeder andere Mensch ebenfalls mit fünf Fingern an jeder Hand ausgestattet ist. Texturen wirken oft zu perfekt, wie die der Blumen auf einem iranischen KI-Bild, das eine Massentrauerfeier zeigen sollte. Gesichter tauchen doppelt in der Masse auf, Hintergründe wirken unnatürlich unscharf. Beim ZDF wächst zwar schon wieder Gras über den hauseigenen KI-Skandal, aber ginge es nach Frank-Walter Steinmeier, müssten wir dessen “Experten” die Beurteilung überlassen. Das klingt nicht besonders vertrauenswürdig – denn auch dort gilt das Motto: “Echt ist, was wir als echt sehen wollen!”

Angesichts zahlreicher Meldestellen, bei denen nicht das Strafrecht zählt, sondern persönliche Empfindlichkeiten, ist es eine ziemlich dumme Idee, die Kontrolle über die sozialen Medien einem staatlichen Gremium zu überlassen. Denn schon allein diese Empfindlichkeiten kommen einer Zensur sehr nahe; man denke nur an Stichworte wie “Islamophobie” oder “Queerfeindlichkeit”. Eine einseitige Rücksichtnahme und damit die Unterbindung eines kritischen Meinungsspektrums ist somit vorprogrammiert. Schon jetzt häufen sich die Hausdurchsuchungen bei Journalisten, Oppositionellen und normalen Bürgern, die einfach ein Meme gepostet haben, das jemandem nicht passt. Jedem steht es frei, dagegen zu klagen, aber stattdessen kommt es zu vollkommen übertriebenen Einschüchterungsmaßnahmen, die gleich noch die Nachbarn des Beschuldigten miterziehen sollen. Und das bei einer Justiz, die bei der Verhandlung schwerster Verbrechen längst nicht mehr nachkommt und “harte Jungs” deshalb laufen lassen muss.

Freiheit kommt nun einmal mit einem Preis daher: Man muss auch einmal etwas aushalten können und nicht gleich, wie die Mitarbeiter des Thalia-Theaters in Tränen ausbrechen, wenn ein Mensch mit anderer Meinung auch nur anwesend ist. Auch wenn man seinem Diskussionsgegner am liebsten den PC oder das Handy wegnehmen möchte. Oder ihm eine knallen. Mir geht das im Moment bei manchem “Völkerrechtsexperten” so. Die Versuchung, nach Zensur zu rufen, ist dann groß. Aber auch ich möchte kein Spezialkommando vor meiner Tür stehen haben, welches meinen Mülleimer nach den Zeitungen durchsucht, aus denen ich diesen Text ausgeschnitten habe. Noch weniger wünschenswert sind nur noch durch Steinmeier zensierte und von Gauck zum Jubeln gezwungene Medien


ZDF-Intendant ohne Gegenvorschlag wiedergewählt: Der Politiker Wille ist ihr „Himmler-Reich“…

von Theo-Paul Löwengrub

ZDF-Intendant Himmler: Unfähigkeit und hemmungslose Agitation wird mit Vertragsverlängerung belohnt



Trotz aller atemberaubenden Skandale, die in seine Amtszeit fallen (und die sich in den letzten Wochen noch durch den Zensur-Auftritt des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther bei Markus Lanz und das KI-Fake-Video im heute journal zusammenballten) wurde ZDF-Intendant Norbert Himmler gestern vom Fernsehrat in seinem Amt bestätigt und wird damit weitere fünf Jahre an der Spitze der zwangsfinanzierten Propagandaschleuder stehen. Von den 60 Mitgliedern des Fernsehrates waren 53 anwesend, von denen 48 für Himmler stimmten – was allerdings auch dadurch erheblich erleichtert wurde, dass es keinen einzigen Gegenkandidaten gab. Die Journalistin Floria Fee Fassihi, die ebenfalls für das Amt kandidieren wollte, sah am Ende dann doch noch aus unbekannten Gründen davon ab.

Pro forma wurde Himmler in der Sitzung dann mit dem KI-Skandal konfrontiert, was er mit den üblichen hohlen Phrasen konterte: „Glaubwürdigkeit ist unser größtes Gut“, log er und bezeichnete den (das Gegenteil bestätigenden) Sachverhalt als „gravierend“; der Fall bedürfe der „lückenlosen Aufklärung“. Es habe ein dreifaches Versagen gegeben: „Ohne journalistische Begründung oder Einordnung von KI-Material dürfen wir das in Nachrichtensendungen schlichtweg nicht verwenden“, dann habe die „Überprüfung in der Schlussredaktion“ nicht funktioniert und schließlich habe es in der Aufarbeitung des Skandals am ersten Tag „handwerkliche Fehler“ gegeben. „Ja, Fehler passierten, aber der Fehler ist nicht dem ZDF aufgefallen, sondern er ist Dritten aufgefallen, die (…), ich will das jetzt mal salopp formulieren, aus der Schmuddelecke des deutschen Journalismus kommen“, gab Steffen Kampeter vom Bundesverband der Arbeitgeberverbände zu bedenken. Auch solche Impulse müssten aufgegriffen und nicht mit einer „Wagenburgmentalität“ beantwortet werden. Zorn auf den Whistleblower, der die Stimmen und Inhalte der Krisensitzung der ZDF-Mitarbeiter an „Nius“ durchgestochen hatte, würden sich verbieten, so Kampeter weiter, der auch daran erinnerte, dass der deutsche Journalismus „im Wesentlichen von Whistleblowern und Hintergrundinformantinnen und -informanten“ lebe.

Lieber Inkompetenz denn Parteilichkeit als Erklärung

Dies wollte Katrin Kroemer, die Vertreterin des Deutschen Journalistenverbandes, so nicht stehen lassen: Das Dokument des Whistleblowers sei so „zusammengefummelt“ worden, dass die Verwendung der Ausschnitte „vielleicht auch nicht mehr ganz redlich war“, behauptete sie wahrheitswidrig. Von einer „redlichen Informationsnummer“ könne keine Rede sein. Nathanael Liminski, der Chef der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei, gab zu Protokoll, ihm würde es „Sorgen machen, wenn die Qualität nicht mehr ganz so viel zählt, solange die Botschaft stimmt“. Nun sei „Binnenhygiene“ gefragt: „Hast Du jetzt sozusagen zu einer Botschaft das passende Bild gemacht – oder haben wir Bilder und haben die eingeordnet?“ Es gebe „viele Menschen da draußen, die sich durch diesen Vorgang in ihrem falschen Vorurteil bestätigt sehen, dass im ZDF Tendenz- und Haltungsjournalismus betrieben wird“, beklagte er. Von einem „falschen Vorurteil“ kann natürlich keine Rede sein. ARD und ZDF betreiben nichts anderes als „Tendenz- und Haltungsjournalismus“. Himmler besaß die Chuzpe, darauf zu entgegnen: „Wir haben keine Botschaft zu vermitteln in unseren Nachrichtensendungen. Wir haben zu sagen, was ist, und einzuordnen und das durch Dinge zu belegen, die tatsächlich in Bild und Ton authentisch sind.“

Der Versuch, vorsätzliche Desinformation als Ergebnis bedauerlicher Pannen darzustellen und lieber auf Inkompetenz denn Gesinnungskorruption als Erklärung anzubieten, ist für Himmler und seine Helfershelfer inzwischen eine gängige Masche. In seiner Bewerbungsrede hatte Himmler bereits allen Ernstes behauptet: „Wir bieten vielfältige Perspektiven und berichten unvoreingenommen. (…) Ich persönlich möchte mich in den kommenden Jahren dafür einsetzen, dass das ZDF ein relevanter Faktor für unsere Demokratie und für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ist“. Er bot sich also als Vorkämpfer „unserer Demokratie“, sprich: des politisch-medialen Kartells an, das immer weiter erodiert, weil sein Scheitern mittlerweile offenkundig ist.

Arroganz und Anmaßung

Himmler kündigte auch an, das ZDF werde auch in Zukunft eng mit privatwirtschaftlichen und internationalen Medien zusammenarbeiten werde. Die Partnerschaften mit der deutschen Kreativbranche werde man weiter intensiv pflegen und „den Kreis unserer Partner um Qualitätsmedien erweitern, die unsere Werte auch gemeinsam teilen“. Mit den Printmedien, „die unsere journalistischen Werte teilen“, will er enger und effizienter zusammenarbeiten. „Der Feind sitzt schlichtweg woanders“, so Himmler in entlarvendem Manichäismus. Unter „Feind“ versteht er – was sonst – „sogenannte Medien“, die „so einseitig berichten, dass das mit Journalismus nichts mehr zu tun hat. Sie bekämpfen den kritischen, den professionellen Journalismus aber mit allen Mitteln“, und hätten eine erodierende Wirkung auf die Gesellschaft, weil dadurch eine gemeinsame Wissensbasis unterminiert werde. „Der common ground für ein demokratisches Miteinander und vor allem auch für das Herstellen von Kompromissen fehlt, der fehlt immer mehr“, beklagte er.

Ausgerechnet der Chef einer Sendeanstalt, die jedes journalistische Ethos längst hinter sich gelassen hat und damit maßgeblich dazu beiträgt, das demokratische Miteinander zu zerstören, wirft sich nun zu dessen Hüter und Verteidiger gegen eine Welt von Feinden auf. Es ist eine abermalige Bestätigung der Arroganz und Anmaßung, die im politisch-medialen Komplex vorherrscht. Der beste Dienst, den das ZDF der Demokratie erweisen könnte, wäre, wenn es ganz einfach seine im Senderauftrag festgelegte Arbeit einer objektiven und überparteilichen Berichterstattung erfüllen würde, anstatt linksgrüne Propaganda zu betreiben und Fakten zu ignorieren oder zu verfälschen. Mit Gestalten wie Jan Bähmermann, Dunja Hayali oder Elmar Theveßen ist dies gar nicht möglich. Sie leben fürstlich von dem Geld, das den Gebührenzahlern abgepresst wird und missbrauchen ihre Bekanntheit zur Verbreitung ihrer ideologischen Agenda- und das sind nur einige der öffentlich bekannten Figuren des ZDF, diejenigen, die im Hintergrund agieren, sind meist nicht besser. Dieses Gebilde ist nicht reformierbar – und Himmlers Wahl liefert dafür die neuerliche Bestätigung.


Grüne, SPD und Linke ziehen mit dem Staatsfunk an einem Strang bei der Islamisierung dieses Landes

von Alexander Schwarz

Zufälle gibt’s: Der Syrer, der in der SWR-Wahlarena die AfD angriff und der Grünen Eder den Vorwand für ihre Hetze bot, ist mit dieser gut bekannt



Wenige Tage, nachdem der „Motra-Monitor“, ein vom Bundeskriminalamt (BKA) koordiniertes Forschungsprojekt zur Erfassung von Radikalisierungstendenzen, ermittelt hat, dass 45,1 Prozent der unter 40-jährigen Muslime in Deutschland islamismusaffine Tendenzen aufweisen, haben Grüne und Linke in Berlin keine anderen Sorgen, als einen Senatsbeauftragten gegen „antimuslimischen Rassismus“ zu fordern – das es in der Behörde von SPD-Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe bereits sechs solcher völlig überflüssiger Beauftragter und „Ansprechpersonen“, unter anderem für „Antiziganismus“, Schwule und Lesben gibt, reicht ihnen nicht. Der neue Beauftragte soll Diskriminierung am Arbeitsplatz oder bei der Wohnungssuche verhindern und auf Schulen, Behörden und Medien einwirken. Die Gewalt gegen Muslime habe zugenommen, argumentieren beide Parteien allen Ernstes – dabei ist das Einzige, was ständig zunimmt, die Gewalt von Muslimen gegen Nicht-Muslime. Grüne und Linke faseln in ihrem Antrag sogar von „antimuslimisch-rassistischen Tendenzen in Polizei und Verfassungsschutz“, die der Beauftragte ebenfalls untersuchen soll. Den neuen, völlig absurden “Gedenktag gegen Islamfeindlichkeit” am 15. März halten sie für unzureichend.

„Wem genau hilft das?“, fragte die Abgeordnete Tuba Bozkurt zwar zu Recht – aber aus den falschen Gründen; dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner warf ihre Linken-Kollegin Elif Eralp vor, sich nicht für die Anliegen der Muslime zu interessieren und forderte die Aufhebung des Kopftuchverbotes für Polizistinnen und Richterinnen. Von der CDU-Abgeordneten Claudia Wein kam nur wachsweiche Kritik: „Rassismus ist abzulehnen – ohne Wenn und Aber.“ Doch die “Bekämpfung von Diskriminierung” sei eine Aufgabe des gesamten Staates und dürfe nicht auf immer neue Sonderbeauftragte ausgelagert werden. „Wenn wir beginnen, für jede Gruppe eigene Antidiskriminierungsstrukturen zu schaffen, verlieren wir den Blick für das Ganze“, sagte sie. Dass allein schon das Wortkonstrukt „antimuslimischer Rassismus“ ein ausgemachter linker Propagandablödsinn ist, brachte sie nicht über die Lippen: Kritik an einer Religion ist per definitionem kein Rassismus, außerdem dient das ganze Theater ohnehin nur dem einen Zweck, Muslime vor eben dieser Kritik zu schützen. In Wahrheit sind Muslime tatsächlich in ihrer Gesamtheit die einzige Gruppe in Deutschland, der praktisch keine Gefahr durch Anhänger anderer Religionendroht, während umgekehrt der Islam alle anderen bedroht und diese Bedrohung immer wieder verwirklicht. Nicht wegen “Rassisten”, sondern maßgeblich wegen muslimischer Gefährder oder Täter gibt es solche neuen Phänomene wie obligatorische öffentliche Sicherheitskonzepte oder Messerverbotszonen, wobei immer mehr Volksfeste aus Angst vor Anschlägen dennoch nicht mehr stattfinden können.

Der Funktionsmigrant im Studio

Der Antrag von Grünen und Linken bestätigt erneut die im ganzen Westen zu beobachtende Allianz aus linken Parteien und Muslimen, die der Hass auf freie Gesellschaften, auf den Westen insgesamt und namentlich auch die USA und Israel eint. Linke agieren längst als enthusiastische Steigbügelhalter für die Islamisierung Deutschlands und Westeuropas. Dies zeigte sich auch in der “Wahlarena”-Sendung des “Südwestrundfunks” zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März: Dort trat ein Syrer auf, der radebrechte, warum er und sein kleiner Sohn Angst vor der AfD haben müssten – ein typisches Beispiel für die Täter-Opfer-Umkehr und Inversion der realen Bedrohungslage in diesem Land. Wie auf Stichwort schloss sich die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Eder prompt den Attacken auf den im Studio anwesenden AfD-Spitzenkandidaten an Bollinger an; allerdings überforderte die lächerliche Inszenierung die anscheinend limitierten intellektuellen Fähigkeiten Eders, denn Inmitten ihrer künstlichen hysterischen Tirade entfuhr ihr die Bemerkung, dass sie und just dieser arabische Migrant, der aus Angst vor der AfD angeblich kaum noch zur Ruhe kommt, keine Unbekannten sind: beide hätten sich “ja kennengelernt auf der Demonstration Kirchheimbolanden bleibt bunt“. Erneut kommt hier wieder der infame Dreiklang der Linkspropaganda zum Tragen: Ein persönlicher mit der Grünen-Spitzenkandidatin bekannter muslimischer Vorzeigemigrant ist “zufällig” Gast in einer öffentlich-rechtlichen Wahlsendung, um als Stichwortgeber und “Sidekick” aus einer vorgeblich “neutralen” Kandidatenrunde ein weiteres öffentliches Tribunal gegen die AfD zu machen. Die perfekte Symbiose aus Opferrolle und linksgrünmedialem Scherbengericht.

Wer den ÖRR kennt, weiß, dass solche Sauereien längst Methode haben – zumal Rheinland-Pfalz ohnehin das Land ist, in dem wirklich sämtliche Kräfte in Politik, Verwaltung, Justiz und der mindestens halbstaatlichen Medien im Kampf gegen die AfD zusammenwirken. Inzwischen kam heraus, dass derselbe Syrer aus der Wahlsendung schon zuvor zweimal vom SWR interviewt worden war – natürlich ohne, dass dies den Zuschauern offenbart wurde. Dies wirft die Frage auf, ob es nicht womöglich sogar Mitarbeiter des Senders in ihrer eigentlichen Rolle übliche linke Polit-Aktivisten waren, die ihn mit der Grünen-Kandidatin bekanntgemacht oder zumindest hausintern als Studiogast empfohlen hatten. Der Fall reiht sich ein in eine endlose Reihe von nicht deklarierten Kurz- und Live-Interviews mit scheinbar zufällig ausgewählten Passanten auf der Straße oder Gästen im Studiopublikum, bei denen es sich dann um Parteimitglieder von Grünen oder SPD handelt, wenn nicht gar um Lokalpolitiker, oder wie in diesem Fall um Vertreter der Migrationslobby. Dies ist eines der zahllosen Beispiele für die anhaltende Islamisierungs- und Migrationspropaganda, die nicht nur zum x-ten Mal belegt, dass der ÖRR endlich abgeschafft werden muss, sondern auch, wie Grüne, Linke und SPD alles tun, um die “Religion des Friedens” in Deutschland zu verankern – in der irrigen Hoffnung, die von ihnen importierten Migranten würden ihnen die Mehrheiten verschaffen, die sie unter der einheimischen Bevölkerung schon lange nicht mehr zusammenbekommen. Der Preis für diesen ruchlosen Machterhaltseifer wird Deutschland seine Identität und Existenz kosten.


Freitag, 13. März 2026

Zwei Anschläge an einem Tag: Der islamistische Terror nimmt auch in den USA Fahrt auf

von Tom Schiller

Die brennende Synagoge gestern in West Bloomfield



Gestern kam es zu gleich zwei Terroranschlägen in den USA: Am Vormittag stürmte der ehemalige Nationalgardist Mohamed Jalloh – der 2016 wegen ISIS-Unterstützung verurteilt worden war – eine Reserveoffizier-Ausbildung (ROTC-Klasse) im Constant-Hall-Gebäude. Der Muslim Jalloh stammt aus Sierra Leone und trat nach seiner Einbürgerung 2009 dem US-Militär bei. Nach seiner Entlassung widmete er sich intensiv der Unterstützung von ISIS, sammelte Geld und beschaffte Waffen für die radikale muslimische Terrortruppe. 2016 wurde er deswegen verhaftet und 2017 zu 11 Jahren Haft verurteilt. Seit 2024 ist er auf Bewährung auf freien Fuß. Im Namen Allahs erschoss er gestern einen Dozenten und verletzte zwei weitere Personen schwer, bevor er ausgeschaltet wurde.

Ein weiter “Gotteskrieger” fuhr ebenfalls gestern in West Bloomfield mit einem Auto, welches mit reichlich Sprengstoff vollgepackt war, direkt in eine Synagoge, wodurch ein Feuer im Gebäude entstand. Als er erkannte, dass sein eigentliches Ziel, die Synagoge zu sprengen, misslungen war, lieferte er sich noch ein Feuergefecht mit der örtlichen Polizei, bis er zum Glück erschossen wurde.

Weitere Terrorakte werden folgen

Auf wundersame Weise wurde dabei nur ein Service-Mitarbeiter des jüdischen Gebetshauses Hauses verletzt, als er von dem Dschihadisten angefahren wurde. Nach den tödlichen Schüssen in Austin am 1. März und dem misslungenen Anschlagsversuch mit Molotow-Cocktails und einer Nagelbombe durch zwei Nachwuchskrieger in New York waren dies gestern die Anschläge Nummer drei und vier seit dem US-Angriff auf den Iran – und es werden nicht die letzten gewesen sein. Zudem gab es – fast unbeachtet von den meisten Medien – auch zahlreiche Bombenalarme, die sich allerdings nur als Drohungen erwiesen.

Definitiv werden die US-Amerikaner in nächster Zeit noch mehr solcher Szenarien erleben – denn die Biden-Regierung hat dafür gesorgt, dass niemand mehr genau sagen kann, wie viele Menschen mit welchen Absichten unkontrolliert ins Land strömten, nachdem man so generös die Schlagbäume an der Grenze geöffnet hatte. Für deutsche Ohren klingt das alles sonderbar vertraut…


Traumata am Thalia-Theater: Tränen der Moral

von Thomas Hartung

Thalia-Publikum während Harald Martensteins Rede beim „Prozess gegen Deutschland“ Indignierte Linke verkraften keine Konfrontation mit der Realität – das gilt erst recht fürs Ensemble 



Das deutsche Stadttheater ist ein merkwürdiger Ort geworden. Einst verstand es sich als Bühne des Konflikts – ein Raum, in dem Tragödien, Widersprüche und menschliche Abgründe sichtbar wurden. Heute dagegen scheint es zunehmend ein Ort der moralischen Selbstvergewisserung zu sein. Das Theater zeigt nicht mehr, wie Menschen sind, sondern wie sie sein sollen. Sven Behrischs gefühlsduseliger “Zeit”-Bericht über Milo Raus Inszenierung am Hamburger Thalia Theater und die Reaktionen der dortigen Mitarbeiter liefert ein fast lehrbuchhaftes Beispiel für diese Entwicklung. Es seien Worte gefallen wie „Verletzung“, „verbrannte Erde“, „Rassisten auf unserer Bühne“, „Eindringlinge“. Krisensitzungen im Haus habe es gegeben, Einzelgespräche, Aktionsgruppen, Betroffenenkreise. „Von einer Thalia-Mitarbeiterin hört man, Tränen seien geflossen, weil Rechtspopulisten auf denselben Stühlen saßen, dieselben Garderoben benutzten und das Theater, ihr Theater, beschmutzt hätten“, schreibt Behrisch. Das Theater wird hier zur emotionalen Werkstatt moralischer Läuterung.

Natürlich ist das keineswegs neu. Seit Brecht gibt es die Idee eines politischen Theaters, das gesellschaftliche Missstände sichtbar macht. Doch zwischen Brechts epischem Theater und dem heutigen moralischen Erbauungstheater liegt ein entscheidender Unterschied. Brecht wollte Menschen zum Denken bringen. Das heutige Theater möchte sie zum richtigen Fühlen bringen. Was hier geschieht, ist eigentlich eher ein Fall für die Couch – wenn nicht gar die Psychiatrie – denn für eine politologisch-soziologische Debatte.

Das Theater als moralisches Territorium

Kultursoziologisch jedenfalls ist der Vorgang ist höchst aufschlussreich. Das klassische Theater verstand sich als öffentlicher Ort. Jeder konnte den Zuschauerraum betreten – Aristokraten, Bürger, Arbeiter, Opportunisten, Revolutionäre. Gerade darin lag seine politische Kraft: Die Bühne sprach zur Gesellschaft als Ganzes. Das moderne Stadttheater dagegen scheint zunehmend ein Territorium mit moralischer Zugangskontrolle zu sein.

Die Empörung entzündet sich nicht an einer Inszenierung, nicht an einem Text, nicht einmal an einer politischen Aussage. Sie entzündet sich an der bloßen Anwesenheit bestimmter Menschen. Dass diese Menschen dieselben Räume betreten, dieselben Stühle benutzen, dieselben Garderoben sehen, wird als Zumutung empfunden. Man könnte fast sagen: Nicht die Bühne ist politisch geworden – das Gebäude selbst ist es.

Bemerkenswert ist dabei vor allem die Sprache, in der diese neurotischen Befindlichkeitsstörungen beschrieben werden. Worte wie „Verletzung“, „verbrannte Erde“ oder „Eindringlinge“ gehören ursprünglich in den Wortschatz körperlicher Gewalt oder militärischer Konflikte. Hier jedoch beschreiben sie ein Ereignis ganz anderer Art: den Umstand, dass politische Gegner denselben kulturellen Raum betreten. Die Reaktion darauf folgt einem inzwischen nur allzu vertrauten Muster. Zunächst entsteht ein Gefühl der Kränkung. Daraus entstehen Gesprächskreise, interne Aufarbeitungen, moralische Selbstvergewisserungen. Das Theater verwandelt sich vorübergehend in eine Art emotionales Rehabilitationszentrum. Man trifft sich, spricht über Gefühle, versichert sich gegenseitig der eigenen moralischen Integrität.

Die Tragikomödie des Kulturbetriebs

Interessant ist, dass diese Dynamik fast vollständig innerhalb der Institution stattfindet. Das Publikum spielt dabei nur eine Nebenrolle. Die eigentliche Szene spielt sich hinter der Bühne ab: in Teamsitzungen, Aktionsgruppen und Krisengesprächen. Das Theater wird damit zu einer Art moralischer Gemeinschaft, die ihre eigenen Grenzen verteidigt.

Der Skandal besteht nicht darin, dass etwas auf der Bühne gesagt wurde. Der Skandal besteht darin, dass jemand da war. Dass ein Harald Martenstein dieselbe Luft geatmet hat wie die moralisch Rechtschaffenen. Das ist eine bemerkenswerte Verschiebung. Früher galt Kunst als Ort der Provokation; heute scheint sie vor allem ein Ort der Selbstvergewisserung ihrer Produzenten zu sein. Ironischerweise bestätigt gerade diese weinerliche Hypersensibilität eine alte kulturkritische Beobachtung: Einrichtungen, die sich als besonders moralisch verstehen, reagieren oft besonders empfindlich auf Abweichungen. Peter Sloterdijk hat solche Institutionen einmal als „Empfindlichkeitsapparate“ beschrieben. Sie produzieren moralische Sensibilität – und gleichzeitig eine steigende Reizbarkeit. Es war ebenfalls Sloterdijk, der auch vom „Zynismus der guten Gefühle“ geschrieben hat: Man weiß, dass die Welt weitaus komplizierter ist, aber man genießt dennoch die moralische Selbstvergewisserung. Das Theater wird so zum Ort einer emotionalen Disziplinierung.

Auf der Bühne Pluralismus, hinter der Bühne herrscht praktizierte Homogenität

Dabei geht etwas verloren, das einst das Herz des Theaters ausmachte: das Tragische.
Die großen Dramen der europäischen Tradition – von Sophokles über Shakespeare bis zu Ibsen – lebten davon, dass sie moralische Gewissheiten erschütterten. Sie zeigten Konflikte, in denen niemand vollkommen recht hatte. Das moderne moralische Theater dagegen liebt klare Rollen. Täter und Opfer, Schuldige und Gerechte, Unterdrücker und Befreite. Die Welt erscheint übersichtlich – zumindest für zwei Stunden. Aber dann…

Im Thalia Theater zeigt sich diese Dynamik in Reinform. Die moralische Ordnung des Hauses scheint so empfindlich geworden zu sein, dass bereits die bloße Anwesenheit politischer Gegner als Kontamination empfunden wird. Man könnte sagen: Die Bühne spielt noch Stücke.

Aber die eigentliche Aufführung findet inzwischen im Personalraum statt.
Vielleicht liegt darin die eigentliche Tragikomödie der heutigen Kulturinstitutionen. Sie verste-hen sich als Orte der Offenheit, der Vielfalt und des Dialogs. Doch sobald der Dialog tatsächlich stattfindet – in Gestalt politischer Gegner im Zuschauerraum – reagieren sie mit Abwehr. Die Bühne predigt Pluralismus. Der Betrieb dahinter praktiziert Homogenität. So entsteht eine merkwürdige Situation: Das Theater inszeniert gesellschaftliche Konflikte – und erschrickt, wenn sie real auftreten. Und wenn es ganz schlimm kommt, fließen sogar Tränen. Nicht im Zuschauerraum. Sondern hinter der Bühne.


Fastenbrechen für Bürgergeldempfänger: Dortmunder Arbeitsamt feiert Ramadan mit Luxusbüfett


Es gab kleine Puddings, türkische Süßspeisen wie Baklava, Salate, kleine Fleischspieße, Wraps und viele weitere Leckereien.



von Marc Sierzputowski

Das Arbeitsamt in Dortmund lädt zu einem Fastenbrechen ein, finanziert vom Steuerzahler. Und das, obwohl die Bundesbehörde zur politischen und weltanschaulichen Neutralität verpflichtet ist. Auf Instagram zeigt sich ein pompöses Luxusbüfett in der Kantinenhalle der Agentur für Arbeit, die an diesem Tag ihre Neueröffnung feiert. Das Fastenbrechen ereignete sich vergangenen Mittwoch in Dortmund.

NIUS liegen interne Mails der Behörde vor, die belegen, dass die Geschäftsleitung der Behörde zum muslimischen Fastenbrechen eingeladen hat, selbst Kinderbetreuung war gewährleistet.

So sieht die Kantine der Agentur für Arbeit aus, wenn ein muslimisches Fastenbrechen in der Bundesbehörde gefeiert wird



Pompöses Luxusbüfett im Arbeitsamt

In den Sozialen Medien der von der Bundesbehörde engagierten Cateringfirma, zeigt sich das gigantische Büfett. Es gibt kleine Puddings, türkische Süßspeisen wie Baklava, Salate, kleine Fleischspieße, Wraps und viele weitere Leckereien. Ein Büfett, das vom Steuerzahler finanziert wurde.

Das Luxuriöse Büffet in der Kantinenhalle des Arbeitsamts. Finanziert vom Steuerzahler.



Kinderbetreuung und Leckereien auf Steuerzahlerkosten

In einer internen Mail an die Mitarbeiter wird von der Geschäftsleitung der Bundesbehörde zum gemeinsamen Fastenbrechen (Iftar) dazu eingeladen. In der Mail heißt es: „Da die Veranstaltung in die Zeit des Ramadans fällt, hat sich das Team bewusst dafür entschieden, das gemeinsame Essen zum Zeitpunkt des Iftars stattfinden zu lassen.“

Auch für die Kinderbetreuung sei gesorgt worden sein. In einer internen Mail an die Mitarbeiter heißt es dazu weiter: „Damit auch Familien entspannt teilnehmen können, bieten wir an diesem Abend eine Kinderbetreuung für alle Gäste an, die ihre Kinder mitbringen möchten. So möchten wir sicherstellen, dass jede und jeder die Möglichkeit hat, an diesem besonderen Anlass teilzunehmen und den Abend in angenehmer Atmosphäre zu genießen.“

Veranstaltung war öffentlich zugänglich

Firmeninhaberin und die Leiterin Heike Bettermann beim gemeinsamen Fastenbrechen in der Behörde.



Aber nicht nur Mitarbeiter der Behörde waren eingeladen. Die Veranstaltung war öffentlich zugänglich und prominent durch die Geschäftsleitung der Arbeitsagentur Dortmund beworben. Die Leiterin der Agentur, Heike Bettermann, war selbst zu Gast und genoss das Fastenbrechen mit Kunden der Behörde und Mitarbeitern.


Donnerstag, 12. März 2026

Warum Deutschland einen Flugzeugträger braucht


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Heute Morgen wurde auf X die Frage aufgeworfen, was gegen ein oder zwei deutsche Flugzeugträger spricht. Und weil das Posting aus den unerfindlichen Gründen der X-Logik grade steil geht, wurde es auch in meine Timeline gespült.

Sie erschien mir aber ergebnisoffen und durchaus humorfähig, nicht AfD-mäßig um endlich wieder jemand sein zu können. Weshalb ich das gerne beantworte. Und den Ersteller gar nicht exposen will. (Außerdem folgt er meiner Seite, es kann kein schlechter Mensch sein.)

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Da wir alle wissen, dass ich als MilBlogger natürlich kriegsgeil sein muss, und überdies ehemaliger Marineflieger und Nachrichtenmann bin, bin ich in der Blase der deutschen MilBlogger und OSINT-Opossums natürlich prädestiniert und elitär versiert, diese Frage zu beantworten.

Es kann natürlich auch sein, dass mein Hirn nach fast einer Woche Covid und inzwischen psychotische Zustände annehmender Langeweile fieberbesoffen Spielmannslaune hat und ich mich damit einfach nur davon ablenke, dass mein Ausatmen sich anhört, als würde der dicke Nachbar schwitzend einen schweren Umzugskarton durch das Treppenhaus schieben, oder eine spanische Truhe mit Leiche drin oder sowas, und ich weiß wie lang dieser Satz ist weil ich ihn angefangen habe ohne zu wissen wie er enden soll und ich lass das jetzt so und außerdem kann man Schwitzen nicht hören.

Aus reinem Waffenstolz würde ich mich einmal im Jahr mit einem Klappstuhl vor den Flugzeugträger setzen, mit hochgekrempelten Ärmeln stolz mein Marineflieger-Tattoo präsentieren und mir mit Bier aus der Kühlbox manierlich die Peitsche durchs Gesicht ziehen.
Nicht, dass ich einen Grund für Bier bräuchte. Aber ich finde die Idee sexy.

Allerdings sei hier von vorn herein klargestellt, dass Deutschland einen Flugzeugträger besitzt. Scheiß langsam, aber der Größte der Welt: Sylt.
Da war zu meiner Zeit auch die Marinefliegerlehrgruppe, weshalb das Fliegerlied immer „Westerland“ von den Ärzten war.

Starten wir also das Projekt „Wir bauen einen Flugzeugträger (oder zwei)“.

Schwimmen muss das Teil

Zunächst brauchen wir eine Werft, die das Ding baut.

Da würden sich die Naval Yards oder ThyssenKrupp in Kiel anbieten. Dann wäre unser Flugzeugträger aber in der Ostsee. Und das Ding ist platt wie ein Ententeich. Taktisch wäre er da auch so sinnvoll wie ein zweites Arschloch. Als hätten wir einen kugelsicheren Maibach mit Echtlederausstattung und Zigarrenhalter, der auf einem Flughafen Mallozze-Vollklatsche-Touris zu den Flugzeugen shuttelt.
Unsere schwimmende Stadt müsste also erstmal um Dänemark herum geschleppt werden.

Es bliebe also nur die Meyer Werft in Papenburg, dann müssten wir halt die Ems für ein halbes Jahr dicht machen. Die werden begeistert sein, von Kreuzschiffe auf Flugzeugträger umzusteigen. Wie damals Loriot: Von Panzerwagen auf Marzipankartoffeln. Und die Mitarbeiter erst, die alle durch den MAD überprüft werden.

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Die Meyer Werft bei Papenburg

Dann hätten wir das Problem des Antriebs.
Man könnte einfach Gasturbinen und Diesel nehmen, wie die Briten und Italiener. So ein Teil verbraucht bei normalem Marsch bummelig 8000 Liter pro Stunde, bei Einsatzgeschwindigkeit dürften es auch mal 12.000 Liter werden. Kann man so machen. Ich habe nur das Gefühl, dass das in Zeiten, in denen man sich von Erdöl-produzierenden Ländern unabhängig machen will, irgendwie nicht mehrheitsfähig wäre.

Hey, wir sind Deutschland. Wir können beim nächsten Krieg nicht einfach mit einem 300 Meter langen Dacia vorfahren. Da muss schon Musik drin sein.
Also nehmen wir natürlich Atomantrieb.
Jetzt haben wir dummerweise aber auch alle Atomkraftwerke abgeschafft und haben gar keine Erfahrung mit Atomantrieb für Schiffe. Ich habe ja auch keine Ahnung, wie man sowas baut, aber irgendwie das Gefühl, das kann man nicht einfach googeln.

Ignorieren wir das. Wir müssen eh noch so viel ignorieren, da ist das Problem mit dem Atomantrieb auch nur ein Furz im Orkan.
Wir bekommen das Ding soweit gebaut, durch die Ems und nach Wilhelmshaven geschleppt. Denn das ist der einzige Hafen, der bleibt. Es sei denn, wir baggern die halbe Nordseeküste um. Nehmen wir lieber, was eh da ist.
Natürlich nicht im Stützpunkt am Heppenser Groden, der wäre insgesamt zu klein und irgendwo muss unsere bisherige Marine, die da stationiert ist, ja auch hin.

Wir nehmen den JadeWeserPort. Am Containerterminal werden weniger Tonnen umgeschlagen, als im Hamburger Hafen. Also kann der weg. Wenn Deutschland einen neuen Tiefseehafen will, sollen sie sich doch einen buddeln. Die Narren.

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JadeWeserPort... Zukünftige Heimat der deutschen Flugzeugträger.

Das Ding wird zum Stützpunkt umgebaut, die Grünfläche plattiert, schon ist der Lachs geschuppt. Und wenn irgendwelche Umweltgruppen ankommen und rumjammern, weil im Umland irgendeine weltweit einzigartige, halbamphibische, deutschsprachige Krustentierpopulation vorkommt, werden diese Hodenkobolde neben die Klimaclowns geklebt.

Dann haben wir erstmal einen Rumpf und einen Parkplatz, aber nach unseren Erfahrungen mit Flughäfen und Elbphilharmonien geht das sicher ratzifatzi.
Dann kann ich meinen Klappstuhl aufstellen, meinen Hutbürgerhut aufsetzen und „Schlaaand“ schreien, bis ich rotzevoll vom Hocker kippe.

Schon einmal Zeit, ihm einen Namen zu geben.
US-Schiffe haben das Kürzel USS, britische das Kürzel HMS (Her Majesty’s Ship) und iranische IRIS (Islamic Republic of Iran Ship). Deutsche Schiffe haben eigentlich kein Kürzel. Nicht einmal das!
Gängig wäre FGS für Federal German Ship.

Nennen wir unser Projekt also die FGS Breckerfeld.
Weil wir wissen, dass man sich der Romantik, Mondänität und des Kosmopolitismus von westfälischen Ortsnamen nur schwer entziehen kann.

Die Flieger

Dann brauchen wir noch Flugzeuge.
Wir haben natürlich noch Marineflieger. Meine Party People. Die bestehen aber aus Helikoptern für den Bordeinsatz und Seefernaufklärern. U-Boot-Jagd können wir, richtig gut sogar, weil das durch Kattegat und Skagerrak unsere von der NATO zugedachte Rolle in der Verteidigung ist.

Das Problem ist, dass wir friedensbesoffen die ganze Sparte der Marineflieger-Kampfjets eingestampft haben. Es gibt sie nicht mehr. Und natürlich auch die spezielle und erweiterte Ausbildung der Piloten nicht mehr. Weil Deutschland der Meinung war, ohne Sowjetunion wird das nicht mehr gebraucht und das Geld sei anderweitig besser aufgehoben. Friedensdividende nennt man das wohl. Unser neuer Freund Putin und so, wir erinnern uns. …was aus dem wohl geworden ist? Wladimir „Judo-Waldi“ Wladimirowitsch, der alte Spaltenküsser.

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Marine Tornado, gute alte Zeit.

Nehmen wir für den Anfang nur die Grundausstattung.
Zunächst brauchen wir Jagdbomber. Irgendwas, was dem Feind eine große Traglast auf den Kopf werfen kann. Und von Radars möglichst nicht gesehen wird.
Da könnten wir unsere alten Tornados nehmen. Die können viel schleppen und können aufklären.
Da ist aber das Problem, dass die nicht nur in hohen Ehren ergraut sind. Sondern dass die einmal von einem Flugzeugträger starten können. Einmal. Wenn wir das Ding doppelt so lang bauen, können sie auch wieder landen.

Wir haben aber eh gerade F-35 bestellt. Das ist gut, die sind im Iran auch gerade im Einsatz.
Bestellen wir halt noch welche. In einer anderen Version, aber ansonsten haben wir ja schon alles, oder bekommen es eh. Tankstutzen und Ersatzräder und so.
Ich würde sagen, wir brauchen so 20 Stück. Flieger, nicht Ersatzräder.

Dann brauchen wir Flugzeuge, die noch mehr für den Luftkampf ausgelegt sind, also eigentlich Jäger. So reine Typen gibt es nicht mehr, aber halt so die Richtung.
Der Eurofighter Typhoon ist mehr so der Porsche 992, der Tornado der Mercedes Diesel Kombi mit Dachgepäckträger und Anhängerkupplung. Wir brauchen Porsche.
Und wenn die Autos jetzt nicht passen, hört auf mit Klugscheißern, ich habe keine Ahnung von Autos. Mein zweites Auto war ein Merser Diesel mit Agrarhaken, mein erstes ein Leopard II. Eat my dust.

Nehmen wir also mal zehn Typhoon dabei. Die sind primär dafür da, die FGS Breckerfeld vor feindlichen Flugzeugen, Marschflugkörpern und Drohnen zu schützen.

Dann brauchen wir Flugzeuge, die elektronische Kampfführung können. Die können unter anderem feindliche Radars bekämpfen, auch die Radars von Flugabwehrsystemen, die uns angreifen.
Da hätten wir die ECR Tornados, mit dem gleichen Problem. Aber es sollen eh gerade 15 Typhoon der Luftwaffe umgerüstet werden. Also bestellen wir doch gleich noch fünf mehr.

Als Amarena-Kirsche auf dem Sahnehäubchen wäre natürlich schick, wenn wir auch Fernaufklärung machen könnten. Damit wir früh genug wissen, was da so auf uns zukommt. Im wahrsten Sinne.
Das sind diese Maschinen mit der riesigen Untertasse oben drauf. Auch sowas haben wir, aber eben nicht für Träger. Die US-amerikanischen E‑2D Hawkeye werden seit 1960 bis heute produziert. Wir werden die nehmen müssen. Einfach weil es kein europäisches System gibt, dass von einem Träger aus operieren kann. Aber da würden auch zwei reichen.

Damit werden die deutschen Marineflieger zu neuem Glanz auferstehen. Nehmt das, ihr Pazifistenpudel!

Soldaten wie Sand am Meer

Jetzt brauchen wir Besatzung und Bodenpersonal.
Wir bekommen bis jetzt schon nicht genug Leute. Und haben Politiker, die sich nicht so recht trauen, da irgendwas mit der Wehrpflicht zu machen. Was aber eh egal ist. Denn da die FGS Breckerfeld jederzeit auch außerhalb eines Verteidigungsfalles einsetzbar sein muss, auf unbestimmte Zeit, mit hoher Geheimhaltung und kommunikativem Shut Down, müssten es eh Zeitsoldaten sein.

Wir launchen einfach einen Image-Film, wie damals Top Gun. Natürlich den alten. Niemand hat den neuen gesehen.
Niemand.
Mit 60 dürfte Tom Cruise bei den Marinefliegern nicht einmal die Räder ölen. Muss doch keiner sehen sowas. Geriatrie Geschwader.

„Breckerfeld – Im Sturm von Gefahr und Liebe“.
(98% der Entscheidungsträger von Verwertungsgesellschaften und RTL-Redakteuren bestätigen, dass Filme in Deutschland solche Untertitel brauchen.)
100 Millionen Grundinvestition, der Rest über Productplacement. Ihr werdet sehen: Peanuts.

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Der Film zum Flugzeugträger: Hauptrolle Matthias Schweighöfer, Moritz Bleibtreu als der, der in der Mitte des Films stirbt, Christoph Waltz als Admiral und Diddi Hallervorden als geistig zerrütteter Alt-68er, der nicht will, dass seine Tochter einen Soldaten datet. (Gespielt von irgendeiner Perle, die bereit ist mal sieben Sekunden ihre Nippel zu zeigen, um auch die zu bedienen, die das mit den Porno-Internetseiten noch nicht verstanden haben.) Soundtrack irgendwas mit Castrop-Rauxeler Gangster Rap.

Damit bekommen wir die Besatzung locker zusammen. Die Laufen uns die Bude ein. 3300 Mann Besatzung und 2500 Mann fliegerisches Personal.
Und an Land nochmal 2000, das können dann zur Hälfte auch Wehrpflichtige sein. Planung und Nachschub lassen wir jetzt mal weg. Nur die, die dann da stationiert sind, wo wir in Wilhelmshaven die Krustentiere ausgerottet haben.
Ich bin sicher, Wilhelmshaven wird sich über den Zuzug von knapp 8000 Mann plus Lieferverkehr richtig freuen. Die örtliche Gastronomie auf jeden Fall.

Kurz überschlagen

Und da liegt sie dann, der stolz der deutschen Marine. Ein zum Schiff geschmiedeter, neuer deutscher Nationalstolz. Weil Deutsche ja sonst nix haben, um stolz sein zu können. Zumindest glauben das wohl einige.
Überschlagen wir es kurz.

Die Breckerfeld selber macht, bei planmäßigem Lauf des Baus, 12 Milliarden.
Bei 20 F-35C (Trägervariante) kommen etwa zwei Milliarden drauf.
Die Typhoon sind etwas teurer, die ELOKA Version sicher noch etwas. Aber sagen wir, wir machen einen guten Deal, dann sind wir mit 2,7 Milliarden dabei.
Bau der Kaserne, Ausbildungszentren (dezentralisiert und disloziert), Beschaffung eines Fuhrparks… Komm, wir sind unter uns, runden wir auf insgesamt 20 Milliarden ab.
Schnäppchen.

Dann müssten wir uns noch über die Kampfgruppe, die Carrier Strike Group, unterhalten.
Dazu gehören Luftabwehrzerstörer - im Schnitt drei bis vier – und mindestens ein Jagd-U-Boot.
Gut, letzteres können wir wirklich, unsere sind die besten weltweit.

Wir haben gar keine Zerstörer. Aber recht ansehnliche Fregatten. Das geht auch.
Wir haben gerade sechs Fregatten der F126 im Zulauf, erste 2028. Bestellen wir gleich drei mehr, ist dann günstiger. Sollten allerdings spezialisierter sein, aber das sind Details. Gehen wir von einer Milliarde pro Stück aus, sind das läppische vier Milliarden.
Die Brauchen zwar auch wieder Personal, aber… Image-Film!

Habe ich erwähnt, dass der Einsatz einer solchen Carrier Strike Group ohne Waffen täglich über eine Million Euro kostet?

Wenn alles läuft, haben wir den Puff 2035 besenrein schlüsselfertig.
Ich denke, ich werde mir schon einmal einen Klappstuhl bestellen. Personalisiert und mit Marineflieger-Logo. Noch besser: Gleich morgen arbeite ich an der Gründungssatzung der Marinefliegerkameradschaft Breckerfeld-Ultras „Mit allen Wassern gewaschen, mit Alkohol gereinigt“ e. V.
Memo an mich: Städtepartnerschaft.

Mal wenigstens halb ernst

Kommen wir runter von dem Trip. So schön er auch ist. Sonst träume ich noch davon. …falls der dicke Nachbar endlich mal aufhört die Kartons durchs Treppenhaus zu schieben und ich schlafen kann.

Ich erkläre mal, warum das ein typischer, laienhafter Gedanke ist. Und warum er – aus militärischer Sicht zu Ende gedacht – völlig nutzlos ist.
Es ist so ein bisschen, wie Leute von „Langstreckenraketen“ sprechen und nicht wissen, dass sie damit „atomare Interkontinentalraketen für des Inferno“ sagen.

Und Stammleserinnen und -leser werden einschätzen können, dass ich ja wirklich doch eher „rustikal“ unterwegs bin. Nicht rechts oder nationalistisch, nur militärisch klar und ziemlich empathielos. Moral stört nur beim Geschäft.

Wofür braucht man eigentlich Flugzeugträger?
Ernsthaft jetzt. Wofür?

Israel fliegt derzeit ständige Angriffe gegen den Iran. Die haben keinen Flugzeugträger.
Die israelische Luftwaffe ist etwas größer als die deutsche. Das hat aber taktische und strategische Gründe, aufgrund der Situation Israels und vor allem des Irans. Also Dinge, die weit vor Netanjahu schon begonnen haben.
Insgesamt sind die IDF (Israel Defense Forces) sogar kleiner als die Bundeswehr.

Das bedeutet, Israel kämpft gerade gegen einen Feind, der über 1000km weit weg ist und – je nach Flugroute – zwei bis drei Länder entfernt ist. Die können das. Die sind gut.
Israel könnte aber niemals den Iran einnehmen, ebenso wie Deutschland niemals Russland einnehmen könnte.

Um das zu können, muss man die berühmten „Boots on the ground“ bekommen. Und man muss eine Luftüberlegenheit herstellen. Was Israel und die USA im Iran nur deshalb so schnell konnten, weil der Iran im Grunde eine überaltete Schrott-Luftwaffe hat. Aus Gründen.

Einen Flugzeugträger braucht man, um direkter aus der Luft auf einen Gegner einwirken zu können.
Das geht aber auch über Lufttanker. Und Landeplätze. Die die USA gerade am Persischen Golf ja auch haben. Nur mit dem Flugzeugträger alleine ginge das auch nicht so einfach.

Russland hat einen einzigen Flugzeugträger. Und der verrottet seit Jahren in einer Werft. Ich musste den noch lernen, man kann mich auch nachts um drei besoffen wecken und ich kann „Admiral flota Sowjetskowo Sojusa Kusnezow“ sagen.

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Die Kuznetzow auf Reede, etwa 2019.

Politiker, Pazifisten und andere Randexistenzen unterscheiden gerne zwischen „Offensivwaffen“ und „Defensivwaffen“. Was Unfug ist. Mit fast allem, mit dem man abwehren kann, kann man auch angreifen. Zumindest auf taktischer Ebene.
Wenn die Zuschreibung als „Offensivwaffe“ aber auf irgendetwas zutrifft, dann auf Flugzeugträger. Und auf SSGN, aber das ist ein anderes Thema.

Die USA haben sogar einen guten Grund dafür, so viele Flugzeugträger zu haben. Völlig egal, ob man Imperien oder Trump kacke findet.
Sie können etwa 12 solcher Carrier Strike Groups auf die Beine stellen. Von denen gerade einmal eine vorm Iran im Einsatz ist (USS Abraham Lincoln) und eine zweite gerade im Zulauf (USS Gerald R. Ford).

Wenn man sich die Weltkarte anschaut, sind die USA ziemlich isoliert.
Mögliche Gegner sind Russland und China. Und die sind weit weg. Und waren es auch schon, als sie USA nach dem zweiten Weltkrieg angefangen haben, sich diese teuren Flugzeugträger draufzuschaffen.
Und nur deshalb – und wegen der Tiefseehäfen – haben sie eine über Jahrzehnte gewachsene Infrastruktur, diese Träger immer wieder zu erneuern. Never change a running system.
Für uns ist Russland aber ganz nah. Und China geht uns nichts an.

Dass Großbritannien zwei Flugzeugträger und nuklear bewaffnete U-Boote hat, ist auch ersichtlich. Denn UK gehört zu den „Five Eyes“ (FVEY), also Australien, Kanada, Neuseeland und USA. Auch das ist historisch gewachsen.
Wir vergessen gerne, dass es nach wie vor ein Commonwealth gibt. Nicht mehr die Kolonien, sondern heute freiwillige und stolze Ableger des historischen Commonwealth. Canada ist britischer, als es amerikanisch ist. Ebenso Neuseeland. Und wenn man einen Australier sprechen hört, denkt man, das sei eine überzeichnete Parodie eines Briten. Barbados, Trinidad und Tobago, Dominica und wie sie alle heißen, alles Aushilfsbriten.

Und die sind natürlich alle mehr oder weniger mit Großbritannien verbündet. Und deshalb macht es für Großbritannien auch Sinn, sich zwei Flugzeugträger anzuschaffen.
Aber genau damit haben sie sich verrannt. Der zweite, die HMS Prince of Wales, hat nicht einmal Flugzeuge. Kein Scherz. Da sollen, wenn denn geliefert und bezahlt, 12 F-35 drauf. Zwölf. Auf einem haushaltsüblichem sind mindestens 30, eher 40 Flugzeuge.

Sinn und Zweck lassen bei Frankreich schon stark nach, aber wenigstens ist die Charles de Gaulle der einzige atomgetriebene Flugzeugträger außerhalb der USA weltweit. Aber jetzt wollen die noch einen zweiten, größeren bauen. Und ich persönlich habe das Gefühl, der Franzose sollte dringend einmal mit seinem Therapeuten über Kompensation sprechen.

Bei Italien habe ich gar keine Ahnung mehr, was und warum die sowas brauchen. Liebe für Sprache, Küche, Kultur und Geschichte, Kudos gehen raus. Aber… Ragazzi, ma che fai? Wofür? Die drei kürzesten Bücher der Welt sind „Englische Küche“, „2000 Jahre deutscher Humor“ und „Italienische Heldensagen“. Mal unter uns, habt ihr mal eure Militärgeschichte des letzten Jahrhunderts nachgeschlagen?

Es wurde auch in dem Thread der auslösenden Frage gesagt, dass Italien ja jetzt seinen Flugzeugträger schickt.
…ja, vor Zypern. Quasi umme Ecke. Nicht vor den Iran. Um gegen Drohnen der Hisbollah zu schützen. Das könnten zwei Moderne Flugabwehrfregatten auch.

Soll ich jetzt noch auf den indischen Flugzeugträger eingehen? Oder die thailändische HTMS Chakri Naruebet, die nur noch Helikopter hat? Oder den japanischen, bei denen das als Inselstaat gegenüber China wieder halbwegs Sinn macht?

Wozu genau jetzt?

Also fragen wir uns doch einmal, für welchen Fall genau Deutschland einen Flugzeugträger brauchen sollte. Entschuldigung… die die FGS Breckerfeld. Oder gar einen zweiten, die FGS Ennepetal nicht zu vergessen.

In der Ostsee sind die Dinger strategisch völlig wertlos. (Das Bild mit dem zweiten Arschloch habe ich schon gebracht, oder?) Moskau und Sankt Petersburg können wir eh erreichen. Bei Riga kurz rechts abbiegen, am McDonalds und Douglas vorbei, hinterm Aldi links, die Taurus oder HARM absetzen und ab nach Hause, bevor Pavel „Blyat“ sagen kann.

Wir bräuchten Flugzeugträger, wenn wir beispielsweise Verbündete irgendwo weit weg unterstützen wollten. Weit weg.
Selbst wenn wir Israel unterstützen wollten, könnten wir das von Israel aus. Oder von der Türkei. Die ja immer noch NATO-Partner ist. …ok, mehr so der verschrobene, bucklige Onkel mit über die Halbglatze gekämmten Haaren, den keiner mag, der auf jeder Familienfeier besoffen die promiskuitive Cousine befummelt. Aber Familie kann man sich halt nicht aussuchen.

Wen?
Wenn Trump auf die glorreiche Idee kommt Mauritius einzunehmen, wie er gehört hat, dass es da wertvolle Briefmarken gibt, und es in Trumpnistria oder Donaldistan umbenennen will? (An dieser Stelle werden mindestens fünf Leser aussteigen um „Mauritius Briefmarken“ zu googeln.)

Ich kann mir kein einziges Szenario vorstellen, wofür wir Flugzeugträger bräuchten. Nicht einmal bei Kanada, weil wir da nämlich eh Basen haben bzw. gern gesehener Gast sind. Und mal ehrlich: wer will Kanada? Freundliche Menschen die genetisch unfähig sind zu lügen, Dudelsäcke haben und Wald. Viel Wald.

Flugzeugträger bräuchten wir, um auf dicke Hose zu machen und endlich mal wieder richtig schön deutsch und stolz sein zu können. Vor allem deutsch. Aber auch stolz. Mehr so untenrum.
Wenn die CDU sowas durchbringt, kann die AfD sich gleich auflösen.

Nochmal: Ich bin militärisch in meinen Ansichten wirklich ein harter, konservativer Hund. Aber eben nicht rechts oder nationalistisch. Alles schön mit Sinn, Verstand, Verbündeten, Freunden und zur Verteidigung.
Ich verzichte gerne auf meinen Klappstuhl.

Ach scheiß drauf. Ich bin krank. Ich bestell mir jetzt so einen Klappstuhl.
Und dann geh ich beim Nachbarn nachfragen, warum der seit fünf Tagen umzieht.

Wer es bis hierher geschafft hat, wird mir die Überschrift verzeihen. Honey Trap für die Dauerempörten und AfD-Wähler, die sich Zuspruch erhofft haben. Schafft Euch ein Rückgrat an. Ist billiger als die FGS Breckerfeld.

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Erschienen auf steady.page