Montag, 14. Januar 2019

Identitäre "attackieren" Redaktionsgebäude

von Thomas Heck...

Wenn Linke einen AfD-Parteitag blockieren oder Bundestagsabgeordnete angreifen, ist in diesem Land offensichtlich noch alles in Ordnung. Wenn dann allerdings mit friedlichen Mitteln gegen linke Medien und Parteien  wegen der Verharmlosung linker Gewalt demonstriert wird, entsteht in den Medien schnell der Eindruck eines Kapp-Putsches 2.0. und aus Protesten und Demonstrationen, die bei den Idenditären eigentlich immer friedlich ablaufen, ganz im Gegensatz zu linker Standard-Gewalt, wie beim G20-Gipfel, werden Attacken. Lächerlich.

Was war geschehen? Die Identitäre Bewegung protestierte vor Verlagshäusern mit Plakaten gegen die Verharmlosung linker Gewalt. Die vermeinte "Attacke" auf die TAZ in Berlin wurde mit Video dokumentiert. Zu sehen ist da allerdings eher eine äußerst aggressiv auftretende TAZ-Mitabeiterin, die auch nicht bedrängt wurde aber ihrerseits die Demonstranten angreift. Von einer "gefährlichen Körperverletzung" kann jedenfalls nicht die Rede sein. Höchstens der Hund von der Dame könnte als Geschädigter benannt werden, wenn Frauchen das Tier an der Leine quer durchs Bild zerrt. Doch für unsere Qualitätsmedien ist der Fall klar. Für die FAZ haben die Identitären das Redaktionsgebäude attackiert. Ein echter Relotius. 




Rechter Protest: Identitäre attackieren Redaktionsgebäude



Mehrere Redaktionsgebäude und Parteiniederlassungen sind Ziel von Plakataktionen geworden, zu denen sich die rechte Identitäre Bewegung im Internet bekannt hat. In Berlin waren am Montag die „tageszeitung“ („taz“), die Zentralen von SPD und Grünen sowie das ARD-Hauptstadtbüro betroffen. Das bestätigten die Polizei und ein Sprecher der Grünen. Nach eigener Darstellung wollte die Identitäre Bewegung gegen eine Verharmlosung linker Gewalt protestieren. Fotos der Gruppierung auf Twitter sollen nach ihren Angaben auch Aktionen in weiteren Städten zeigen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) führt die Identitäre Bewegung als Rechtsextremismus-Verdachtsfall. Dem BfV zufolge ist von einzelnen Mitgliedern bekannt, dass sie Kontakte in die rechtsextremistische Szene unterhalten. Auch gehörten demnach einige Führungsaktivisten zuvor rechtsextremistischen Organisationen an.

Die Berliner Polizei ging am Montag von einer konzertierten, politisch motivierten Aktion aus. Der Staatsschutz prüfe, ob es bei den Taten einen Zusammenhang gibt, sowie die Glaubwürdigkeit der Bekenntnisses der Identitären Bewegung, sagte ein Sprecher. In Hessen verhinderten Polizisten eine Plakataktion der Identitären Bewegung am Redaktionsgebäude der „Frankfurter Rundschau“, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Nach Angaben der Berliner Polizei sollen sechs bis sieben Personen Plakate am „taz“-Haus angebracht, Flugblätter verteilt und eine Angestellte bedrängt haben. Der Staatsschutz ermittele wegen Hausfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und eines möglichen politischen Hintergrunds, sagte eine Polizeisprecherin. Der „taz“ zufolge versuchte die Gruppe, ein Plakat mit einem Foto des verletzten Bremer AfD-Landeschefs Frank Magnitz aufzuhängen. Laut Polizei versammelten sich kurze Zeit später Unbekannte vor der SPD-Zentrale und brachten dort ebenfalls Plakate an.

Die Identitäre Bewegung mit französischen Wurzeln ist seit 2012 auch in Deutschland aktiv. Sie wendet sich gegen „Multikulti-Wahn“, „unkontrollierte Massenzuwanderung“ und den „Verlust der eigenen Identität durch Überfremdung“. Laut dem Verfassungsschutzbericht 2017 hat die Gruppierung hierzulande etwa 500 Mitglieder.

In Frankfurt kontrollierten Beamte insgesamt acht Menschen, kurz bevor die eigentliche Aktion starten sollte, wie es hieß. Dabei wurde ein Plakat sichergestellt. Es werde wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt, sagte die Polizeisprecherin. Auch hier ermittelt der Staatsschutz.

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) verurteilte die Aktionen. „Dieser konzertierte Angriff zeigt, wie bedrohlich die Situation für die Kolleginnen und Kollegen mittlerweile ist“, teilte die Bundesgeschäftsführerin der Gewerkschaft, Cornelia Berger, mit. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärte, „diese bundesweite Attacke auf Parteien und Medien“ zeige, dass den Identitären die Parteien und die freien und kritisch berichtenden Medien ein Dorn im Auge seien.






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