von Wilma Fricken
Opferrolle rückwärts: Das Einzelgespräch mit Collien Fernandes bildetet den Auftakt zum „most-biased German TV event ever“ bei Miosga gestern Abend in der ARD Gestern Abend durfte endlich auch die ARD, genauer: der mehrheitlich linksextrem besetzte “Norddeutsche Rundfunk” (NDR), seinen Part in der schmutzigen Propagandainszenierung “Digitale Männergewalt im Netz feat. Collien Fernandes & Friends” leisten. Und wer sonst würde sich für ein solches Schaulaufen der Heuchelei und Peinlichkeiten besser eignen als Caren Miosga. Deren Show erklomm gestern den Olymp der Voreingenommenheit und medialen Einseitigkeit, indem sie eine längst zum Bumerang gewordene Geschichte, deren Wahrheitsgehalt inzwischen streng Richtung Potsdamer Lügenmärchen à la “Correctiv” tendiert, zu retten versuchte. In einem Einzelgespräch mit der Moderatorin wiederholte Fernandes – beide Frauen waren denkbar bieder und hochgeschlossen gekleidet, jedes Detail war hier choreographiert! – scheinbar zunächst ihre Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen, dessen Namen sie aber nicht in den Mund nahm, und führte aus, dass er unter ihrem Namen Videos an Männer verschickt habe, in denen Fernandes brutal vergewaltigt wurde. Hier widersprach sich die Schauspielerin erneut: In der ursprünglichen “Spiegel”-Enthüllungsstory und allen direkt anschließenden hysterischen Medienberichten war der Hauptvorwurf gegen Ulmen gewesen, dass er selbst Deepfakes seiner Frau angefertigt und unter ihrem Namen verschickt haben soll.
Gegenüber “Nius” behauptetet Fernandes letzte Woche dann plötzlich, es habe zum einen den Deepfakes von ihr gegeben und zum anderen das, was ihr Mann unter ihrem Mailaccount verschickt habe – doch das seien nur Pornos (keine Deepfakes also) gewesen. Nun klang es gestern Abend wieder so, als wolle sie Ulmen doch bezichtigen, Deepfakes und Deepnudes (also KI-gestützte Montagen, in denen der Kopf oder das Gesicht einer Person auf einen nackten Körper montiert wird – von ihr erstellt und verschickt zu haben) – bloß, um wenig später wieder zu erklären, es habe sich bei den Fotos und Videos weder um Deepfakes noch heimlich gemachte Aufnahmen gehandelt habe, sondern mutmaßlich um echte pornografische Inhalte, verschickt über ihre falschen Profile.
Allmählich wird es verwirrend
Für den Zuschauer wird der Fall langsam verwirrend, denn Fernandes selbst scheint nicht mehr genau zu wissen, was sie eigentlich wirklich erzählt beziehungsweise, was wirklich passiert ist und was sie womöglich mit der sie unterstützenden linksextremen NGO “HateAid” abgesprochen oder den linken Kampagnenmedien alles erzählt hat. Miosga zeigte an dieser Stelle wenigstens ein einziges Mal kritische journalistische Restverantwortung, indem sie sich den Hinweis abrang, Ulmens Anwälte hätten verbindlich hätten, ihr Mandant habe nie irgendwelche KI-generierten Fotos oder Videos verschickt. Ansonsten packte die Moderatorin Fernandes aber in Watte und ersparte ihr kritische Nachfragen zu den zahlreichen Ungereimtheiten. Aber es ging hier ja auch nicht um die Wahrheit und Aufklärung eines Sachverhalts; wäre dem so, dann hätte die Gegenseite – Ulmen oder sein Anwalt – ebenfalls eingeladen werden müssen.
Nein, Zweck der ganzen Sendung war dasselbe manipulative Framing, das diese Scheinaffäre seit zwei Wochen begleitet: Mit diesem angeblichen Musterbeispiel digitaler Gewalt sollen nun neue, schärfere Gesetze begründet werden, die am Ende natürlich ganz anderen Zwecken dienen. Doch genau dafür hat Fernandes ja ihre Seele, ihre Integrität und wohl auch ihre Glaubwürdigkeit verkauft und sich vor dem Karren linksextremer zivilgesellschaftlicher “Aktivisten“ spannen lassen. Also sagte sie bei Miosga artig die von ihr erwarteten Sprüchlein auf: Aufgrund ihrer ach so schrecklichen angeblichen Erfahrungen als Opfer einer “virtuellen Vergewaltigung” müsse hier nun gesetzlich unbedingt „nachgeschärft“ werden, damit auch in solchen Fällen Täter zukünftig „härter bestraft werden“. Aufgrund der besonderen Umstände sei ihr Fall einer, „der bisher noch nicht erfasst ist“, so Fernandes. Um nicht wieder ins Detail gehen zu müssen und womöglich erneut Widersprüche evident werden zu lassen, lenkte sie schleunig von sich ab und berichtete von ihren Begegnungen mit anderen Betroffenen. Niemand von diesen sagte: “ich gehe zur Polizei” und laufe am nächsten Tag los. “Man braucht dafür und man hat diesen Gedanken wahrscheinlich schon ewig mit sich herumgeschleppt, bis man überhaupt diesen Schritt geht. Und wenn man dann den Mut hat, diesen Schritt zu gehen, dann ist es total wichtig, wie man dort aufgenommen wird“, so die hochtrabenden und theatralischen Ausführungen Fernandes. Ein derartiges Opfer ist sehr wohl eine schallende Ohrfeige – und zwar für alle Frauen realer Vergewaltigungen und vor allem Gruppenvergewaltigungen. Doch für die interessiert man sich weder in der ARD noch in Fernandes‘ Heuchlerblase an Z-Prominenten, weil es sich da nicht um weiße, biodeutsche Cis-Männer als Täter handelt.
Hubig will die Welle nutzen
Miosga griff den hohlen Pathos ihres Gastes gleichwohl dankbar auf: „Und Sie konnten sich aber überwinden, den Schritt zu gehen, weil das muss ja eine enorme Ohnmacht sein, oder wie muss ich mir das vorstellen?“ Nach rund 15 Minuten hatte Fernandes ihre Schuldigkeit getan – und die Sendung ging mit den anderen Gästen weiter, deren Auswahl ein Skandal für sich war. Besonders die Anwesenheit von SPD-Justizministerin Stefanie Hubig war zuvor Gegenstand heftiger Kritik von Juristen und Medienexperten, die eindringlich an sie und auch Bundeskanzler appellierten, diesen Auftritt sein zu lassen. Doch die geltungssüchtige Hubig dachte nicht dran – und nutzte die gebotene unkritische ARD-Bühne dankend für ihre politische Agenda (besser: die von “Hate Aid”) Dass sich eine amtierende Bundesjustizministerin in einer Fernsehsendung für Gesetzesänderungen auf Grundlage eines Falles ausspricht, bei dem es sich um ein schwebendes Verfahren handelt, ist ungeheuerlich und in jeder Hinsicht eine Verhöhnung rechtsstaatlicher Grundprinzipien. Damit wurde die für die Justiz an sich zwingende Unschuldsvermutung dann endgültig mit Füßen getreten. So wurde die ganze Sendung befürchtungsgemäß zum Tribunal unbewiesener Behauptungen, Pauschalanschuldigungen gegen Männer und einseitigen Animositäten in einem Scheidungskrieg, die die Öffentlichkeit rein gar nichts angehen.
Diametral gegenüber stehen der Hysterie die äußerst dürftigen Realfakten des Falls. Die Ermittlungen in Deutschland durch die Staatsanwaltschaft Itzehoe befinden sich im Anfangsstadium, nachdem Fernandes es versäumt hatte, die erbetenen Unterlagen einzureichen – angeblich, weil das entsprechende Schreiben sie nicht erreicht hat. Doch auch in Spanien, wo sie ebenfalls Anzeige gegen Ulmen erstattet hat, sind die Ermittlungen derzeit ausgesetzt. Alleine daraus wird deutlich, dass die Geschichte, die von “Spiegel”, Fernandes selbst und zahllose linke Aktivisten seit bald 10 Tagen ausgemärt wird, so nicht stimmen kann. Das “Missing Link” ist die Version der Gegenseite – doch Christian Ulmen hatte nie eine Chance, in diesem Scherbengericht gehört zu werden. Selbst seine “Freunde” – die üblichen Charakterschweine des moralinsauren doppelmoralischen linken Kultur- und Medienzirkus – gingen wortreich zu ihm auf Abstand und ließen ihn fallen, während seine Ex-Frau als Märyterin und “mutigen” Anklägerin verherrlicht wurde. Dazu passt ,dass von Ulmens Seite gestern kein Vertreter an Miosgas Sendung teilnehmen durfte.
“Eklatant rechtswidrig”
Ulmens Anwalt Christian Schertz warf den Sendeverantwortlichen des NDR vor, damit „eklatant rechtswidrig“ zu handeln: „Das Fernsehgericht tagt mit der höchsten Vertreterin der Justiz in Deutschland und der Anzeigenerstatterin. Und das bei einem gerade erst eingeleiteten Ermittlungsverfahren gegen einen Beschuldigten“, kritisierte er. Dass die Glaubwürdigkeit und Seriosität des NDRs und Miosgas selbst hinter der Mattscheibe ähnlich gering anzusiedeln ist wie auf der Mattscheibe, zeigt sich am unseriösen Gebaren der Redaktion: Schertz hatte dezidiert habe angeboten, in die Sendung zu kommen – doch dies sei jedoch abgelehnt worden, weil die Runde bereits feststehe. Das war aber gar nicht der Fall – denn wenige Stunden vor der Sendung teilte Miosga plötzlich mit, dass der Gesprächskreis nun doch erweitert werde. Freilich nicht um kritische Gegenstimmen, sondern um noch mehr Vertreter der linken Einheitsmeinung. Zunächst lud die „angehende Juristin und Aktivistin“ als weiteren Gast neben Fernandes und Hubig noch Theresia Crone hinzu, die ebenfalls “Betroffene von digitaler Gewalt” sei und deren Fall „als bislang einzig bekannter in Deutschland“ gelte, „bei dem es im Kontext der Verbreitung von sexualisierten Deepfakes überhaupt zu einem Strafurteil“ gekommen sei. Und dann wurde auch noch der Journalist Ronen Steinke von der „Süddeutschen Zeitung“ eingeladen, der ein hochbedenkliches Verhältnis zur Meinungsfreiheit pflegt.
Hier diskutierten also, einschließlich Miosga, vier eingefleischte Linke über die Verschärfung von Gesetzen für die Verbreitung von Deepfake-Videos anhand eines Einzelfalls, der noch lange einer strafrechtlichen geschweige denn gerichtlichen Aufklärung harrt und in dem das Opfer Fernandes, die das Ganze zumindest offiziell ins Rollen gebracht hat, von der ursprünglichen Anschuldigung an ihren Mann wieder abgerückt war. Crone fordere „ein Umdenken in Polizei und Justiz, um Opfern besser zu helfen“, hieß es weiter. Dieses Umdenken stellt sie sich konkret so vor, dass der “strafrechtliche Täterbegriff” abgeschafft wird. Ihrer Meinung nach sei man „auch schon Mittäter, wenn ich sehe, dass meine Kumpel eben die Mische für die Mädchen auf der Party stärker machen und dann sagen, hö hö, wir füllen die mal so richtig ab, ja. Oder wenn eben in der Umkleide ein Witz gemacht wird über Vergewaltigung oder sexualisierte Gewalt“. Crone fordert, solche Fragen breiter in der Gesellschaft zu diskutieren – etwa in Schulen, am Arbeitsplatz und an Universitäten – und entsprechende Verhaltensweisen nicht zu dulden.
Worum es wirklich ging
Dumpfe, raunende, männerfeindliche Pauschalunterstellungen und Verallgemeinerungen sind bei diesem Thema also vollauf akzeptiert – und dafür soll, ähnlich wie im Fall von “Hass und Hetze” oder Tatbeständen “unter der Strafbarkeitsgrenze” – die klare Trennung zwischen Erlaubtem und Verbotenem immer weiter verwischt werden. Darum geht es hier wirklich – und um mehr: Denn letztlich sollen nicht nur Deepfakes, sondern sämtliche mit KI erstellten Inhalte, also auch satirische Memes, Cartoons oder Spaßvideos, kriminalisiert werden, um noch mehr Zensur zu ermöglichen. „Wir wollen künftig unterscheiden einmal zwischen pornografischen Deepfakes und zwischen anderen Deepfakes. “Also es gibt ja den Fall eines bekannten Fernseharztes, der angeblich wirbt für bestimmte Medikamente, das sind keine pornografischen Deepfakes, aber es sind eben Deepfakes. Da soll das Verbreiten künftig strafbar sein. Und bei den pornografischen Deepfakes soll aber schon das Herstellen und dann eben auch das Verbreiten, das Posten, entsprechend strafbar werden“, kündigte Hubig an. Der Begriff „Deepfake“ soll also massiv ausgedehnt werden.
Zwar weigerte sich Hubig, sich zum konkreten Fall Fernandes zu äußern (wegen dem sie überhaupt nur eingeladen worden war): Schließlich gebe es ja eine „unabhängige Justiz“ in Deutschland, heuchelte sie. Natürlich ist diese “unabhängige Justiz” inzwischen vielfach ebenso eine Schimäre wie die “unabhängigen Journalisten bei ARD und ZDF”. Die bloße Anwesenheit der amtierenden Bundesjustizministerin in der Sendung bedeutete bereits eine Vereinnahmung des Justizapparats und eine Zementierung von Opfer-Täter-Zuschreibungen, bevor Gerichte überhaupt evaluiert haben, was sich wirklich zugetragen hat. Und es bedeutet eine eindeutige Positionierung. Alle vier Studiogäste waren sich denn auch natürlich darin einig, dass man „mehr tun“ müsse. Kein Wort davon, dass namhafte Juristen seit langem darauf aufmerksam machen, dass es keinerlei gesetzliche Regelungslücke gibt, auch nicht bei Deepfakes und Deepnudes, die allesamt Paragraph 187 Strafgesetzbuch unterfallen.
Irgendwie den Fall retten
Und natürlich auch kein Wort davon, dass hier wieder einmal politische Willensbildung von politischen Influencern, gesteuerten und staatsfinanzierten NGOs des Linksstaats ausgeht und nicht vom Bürger. Denn der Gesetzesentwurf, für den mit dieser Psy-Op getrommelt wird, wurde von “Hate Aid” ausgearbeitet; und die überfallartigen, von Hysterie und Massendemos begleiteten Forderungen nach Gesetzesverschärfungen im Hauruck-Verfahren sollen ohne sachliche Diskussion, quasi im Empörungsaffekt forciert werden.
Aufschlussreiche Randnotiz: Das Thema Klarnamenpflicht, von der viele befürchten, dass sie im Zuge dieser vom Zaun gebrochenen Debatte handstreichartig eingeführt werden soll, kam in der Sendung nicht vor. Es ging hier überdeutlich nur darum, das Thema Deepfakes zu puschen und Gesetzesänderungen zu fordern. Und natürlich darum, den Fall Fernandes zu “retten” – denn der ist durch das inkonsistente Geplapper der Protagonistin im “Spiegel”, im “Kölner Treff”, gegenüber “Nius” und schließlich (in schusssicherer Weste, unter krampfhaft verdrückten Tränen) live auf einer Hamburger Linksdemo so löchrig wie ein Schweizer Käse geworden. Die Anwesenheit von Ulmens Anwalt – der natürlich vehement darauf hingewiesen hätte, dass Deepfakes gar nicht Gegenstand in dieser ganzen Affäre sind, und Fernandes vermutlich mit “hard facts” konfrontiert hätte, hätte zum Untergang dieser C-Prominenten mit wehenden Fahnen geführt und dem Publikum vor Augen geführt, dass hochsubjektive, emotionale und private Animositäten in einem Rosenkrieges vielleicht nicht die solideste Evidenzgrundlage für Vorwürfe zu digitaler Gewalt sind. Dadurch aber hätte die linke Kamarilla die Galionsfigur ihrer aktuellen Kampagne verloren – und das durfte nicht sein. Deshalb setzte man bei Miosga darauf, dass die Eintracht der ausgesuchten systemkonformen Gäste nicht gestört wurde, indem man störende Gegenmeinungen wie mal schlicht nicht stattfinden ließ. Diese Ausgabe von “Miosga” toppte am Ende alles – und muss in ihrer grotesken Einseitigkeit als weitere Bankrotterklärung für die ARD bezeichnet werden.


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