von Helena Bauernfeind
Omanischer Kopilot Terrorist Hammam al-Hammami widerlegt das Märchen, der Islamterror sei nur ein Phänomen sozial abgehängter bildungsferner TäterVielleicht wäre es für Europas radikale Linke langsam an der Zeit, einen unangenehmen Unterschied zu lernen: Muslime zu verteidigen ist etwas anderes, als Islamismus zu verteidigen.
Der Fall des omanischen FlyDubai-Copiloten Hammam al-Hammami, dem um ein Haar ein 9/11-ähnlicher Terroranschlag gelungen wäre, liefert dafür ein Lehrstück. Ein Mann mit Hochschulabschluss, internationaler Pilotenausbildung und Berufserfahrung in der Luftfahrt entsprach so gar nicht dem klassische Klischee vom perspektivlosen Analphabeten aus einem Elendsviertel. Nach CNN-Recherchen soll er bei Oman Air wegen extremistischer Ansichten ausgeschieden sein. In seinen inzwischen gelöschten Social-Media-Aktivitäten fanden sich unter anderem Bezüge zu Al-Qaida-Terroristen, radikal-islamistische Inhalte und frauenfeindliche Vorstellungen.
Und hier wird es interessant. Wenn ein gebildeter Mensch sich einer totalitären Ideologie zuwendet, dann ist die Erklärung „Armut, Diskriminierung, Kolonialismus“ ungefähr so überzeugend wie die Behauptung, ein überzeugter Nationalsozialist sei lediglich wegen einer schlechten Straßenbeleuchtung radikal geworden. Nein, die entscheidende und überfällige Erkenntnis lautet: Islamismus ist keine soziale Befindlichkeit. Er ist eine Ideologie. Eine Ideologie, die mit erstaunlicher Konsequenz genau jene Freiheiten verachtet, die Europas radikale Linke sonst mit großem Pathos verteidigt: Gleichberechtigung, sexuelle Selbstbestimmung, Säkularismus, Religionskritik, Meinungsfreiheit und die Freiheit der Frau, über ihr eigenes Leben zu bestimmen.
Die Islamisten selbst beim Wort nehmen
Man stelle sich diesen ideologischen Kurzschluss vor: Man verteidigt die Freiheit – und entschuldigt gleichzeitig diejenigen, die sie abschaffen wollen. Genau das ist es, was in Europa und im Westen überall passiert. Dieses Islam-Nähe ist keine Solidarität. Sie ist politischer Selbstbetrug. Besonders bemerkenswert ist dabei die selektive Empörung: Sobald Islamisten westliche Gesellschaften ablehnen, wird nach den Ursachen im Westen gesucht. Doch sobald jemand Islamismus ablehnt, fahndet man im Westen nach Vorurteilen und unterstellt “antimuslimischen Rassismus”.
Vielleicht könnte man zur Abwechslung ja einmal die Islamisten selbst beim Wort nehmen: Nicht jeder, der den Westen ablehnt, ist ein missverstandenes Opfer. Manche meinen es tatsächlich so. Und vielleicht ist genau das die Erkenntnis, die Europas radikale Linke am schwersten erträgt: Nicht jeder Feind der westlichen Demokratie ist automatisch ein Verbündeter der Linken. Manche sind einfach ihre politischen Gegner. Wer das nicht begreift, verteidigt am Ende nicht die Freiheit – sondern ihre endgültige Zerstörung.
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