von Wilma Fricken

Täter Jeffrey K. bei seiner Festnahme
“Das Problem sind Irre” – und da ist dann auch mal ein Biodeutscher dabei: Nach bisherigen Erkenntnissen handelte es sich bei der gestrigen Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt nicht um einen islamistischen Terroranschlag, sondern um die Tat eines psychisch kranken Deutschen namens Jeffrey K. Der 33-Jährige Haustechniker und Boxtrainer war gestern gegen 16.45 Uhr mit seinem VW durch die Fußgängerzone gerast, hatte dabei einen 77-jährigen Mann und eine 63-jährige Frau getötet und eine noch unbekannte Zahl weiterer Personen – teilweise lebensgefährlich – verletzt. Erst vor aufgestellten Pollern auf dem Markt kam der Wagen zum Stehen. K. ließ sich widerstandslos festnehmen. Dabei soll er “psychisch auffällig” gewesen sein. „Wir gehen von einer Amokfahrt aus“, sagte die leitende Oberstaatsanwältin Claudia Laube bei einer Pressekonferenz. Es gebe derzeit „keinerlei Anhaltspunkte für eine andere Lesart, es gibt keinerlei Anhaltspunkte für einen weiteren Tatbeteiligten“. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in zwei Fällen sowie versuchten Mordes in mindestens zwei Fällen.
Vom sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer kam der bei solchen Anlässen übliche schauderhafte Phrasensalat: „Das erschüttert mich zutiefst. Ich bin in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien. Den Verletzten wünsche ich Kraft und schnelle Genesung. So eine Tat macht uns sprachlos – und sie macht uns entschlossen“, teilte er auf Twitter mit. Der Rechtsstaat werde mit “aller Konsequenz” handeln. Jetzt werde es darum gehen, füreinander da zu sein. „Sachsen hält zusammen“, beschwor er. Derweil kommen die Ermittlungen nur schleppend voran. Die Amokfahrt stellt offenbar eine Beziehungstat dar. Nachdem die Täteridentität feststand, wurde eilig und mit besondere Beflissenheit von den Behörden mitgeteilt, dass es sich beim Täter um einen „deutschen Staatsbürger“, handelte.
Täter fällt aus dem Erwartungsraster
Weil diese Information im Land der massenhaft verramschten Staatsbürgerschaften keine Relevanz mehr hat, wurde ostentativ nachgeschoben, dass es sich um einen „gebürtigen Deutschen“ handelte. Auch dies wäre zwar angesichts eines Migrantenanteils von in vielen Großstädten mehr als 50 Prozent eine Feststellung ohne weitere Aussagekraft, weshalb zunächst dennoch viele davon ausgingen, dass es sich hier abermals um einen weiteren jener zahllosen Terroranschlag handeln dürfte, nach denen die fast immer muslimischen und migrantischen Täter vom Fleck weg für psychisch gestört erklärt wurden (eine Grundannahme, die nichts mit “rassistischen” Vorurteilen , sondern stochastisch plausiblen Urteilen zu tun hat und angesichts der Erfahrungen der letzten Jahre mehr als angebracht erscheint, wenn sie sich in diesem Fall auch als haltlos erwies und somit also ausnahmsweise keine Irreführung durch Behörden und Medien stattfand!).
Doch ein Video der Festnahme des Täters zeigte eindeutig, dass es sich um einen indigenen Mann handelt – den 33-jährigen Boxtrainer Jeffrey K, der in einem Beziehungsstreit gewesen sein soll und bereits als hochgradig verhaltensauffällig in Erscheinung getreten war; erst am Sonntag soll er aus einer psychiatrischen Einrichtung entlassen worden sein. Inwiefern diese Entlassung medizinisch vertretbar oder nicht doch verfrüht und fahrlässig war und insofern ein Behördenversagen vorliegt, wird nun zu prüfen sein. Die geradezu merkliche Erleichterung und triumphierende Berichterstattung über den ausnahmsweise einmal nicht islamistischen Tathintergrund zeigt in diesem (gleichwohl schrecklichen) Vorfall, wie sehr sich die unzähligen Terroranschläge in Deutschland und anderen europäischen Ländern, bei denen Migranten durch Fußgängerzonen rasten, ins allgemeine Bewusstsein eingebrannt haben.
Nun fehlt nur noch das Framing als “rechts”
Die Folge ist, dass sich inzwischen bereits „gewöhnliche“ Geisteskranke dieser – ähnlich wie Messer-, Axt- und Machetenangriffe bis vor zehn Jahren völlig exotischen und ungebräuchlichen – Methode bedienen, um ihren Wahn auszuleben und möglichst viele Menschen zu töten. Auch ohne jeden politisch-religiösen Hintergrund fallen geistig Verwirrten inzwischen intuitiv sofort solche Amokfahrten ein, wohl auch, um maximale Aufmerksamkeit zu erregen. Nun fehlt eigentlich nur noch der – mit Sicherheit bereits fieberhaft betriebene – Versuch, Jeffrey K. ein politisches, sprich: “rechtes” Motiv zu unterstellen.
Wie im Fall des schwer schizophrenen Hanau-Attentäter Tobias Rathjen, aus dessen wirren Hinterlassenschaften selektiv die zur Untermauerung eines solchen Framings tauglichen Aussagen und Hinweise herausgegriffen wurden, um aus ihm einen rechtsextremen Vorsatztäter zu machen, dürfte es nicht lange dauern, bis auch K. in dieses Raster fällt; er erfüllt dazu gleich mehrere Klischees: ein ostdeutscher aggressiver weißer Mann, Zivilversager und frustriert – so stellen die linken Elitenblasen den gemeinen AfD-Anhänger vor. Was auch immer uns hier noch eröffnet werden wird: Die Tragödie, dass hier mindestens zwei Menschen einer solchen völlig sinnlosen Untat eines Wichtigtuers zum Opfer gefallen sind, der seine Probleme nur auf Kosten Anderer lösen zu können glaubte, ist schlimm genug. Man kann nur noch hoffen, dass die Verletzten überleben und möglichst schnell genesen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen