von Klaus Rißler
Wohlstandslinke tarnen ihren eingefleischten und propagandistisch aufgeladenen Antisemitismus als „Israelkritik“, doch ihr selektiver und ausschließlicher Aktivismus Gaza bei Ignoranz für alle anderen Konflikte dieser Welt entlarvt ihnDie Geschichte des Antisemitismus in Europa in nur wenigen Leseminuten abzuhandeln, käme der Quadratur des Kreises gleich: Für dieses aus der Mathematik stammende Problem suchten neben Mathematikern auch immer wieder Laien vergeblich nach einer Lösung, weshalb dieser Begriff in vielen Sprachen als Metapher für eine unlösbare Aufgabe gilt. Ebenso wenig gelang es bis heute, den gordischen Knoten des Antisemitismus zu durchtrennen und diese Geißel des Hasses zu überwinden. Doch leider sieht es auch gegenwärtig immer weniger danach aus, diesem in der Menschheitsgeschichte wohl einmaligen Phänomen ein baldiges und auch endgültiges Ende bereiten zu können.
Und leider dürfte sich die in diesem Jahrhundert ihr trauriges zweittausendjähriges Jubiläum begehende Judenfeindlichkeit auch künftig weder rational begreifen und noch weniger lösen lassen. Aus diesem Grunde soll das Augenmerk hier sowohl auf den Vergangenen als auch, noch pointierter, auf den im 21. Jahrhundert weiterhin grassierenden Antisemitismus gelegt werden. Eine im Ultraschnelldurchgang beschriebene und damit extrem verkürzte Sicht auf die mittlerweile sich schon über fast 2000 Jahre erstreckende Aversion gegenüber allem Jüdischen erschien am 8. August 2025 hier auf Ansage! unter dem Titel „Kulturelle Bereicherung oder kulturelle Verarmung durch Zuwanderung ? Beispiele aus der deutschen Geschichte“.
Zerstreut in alle Himmelsrichtungen
Wie darin beschrieben, wurden die Juden als Folge der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. durch den Feldherrn und späteren Kaiser Titus (39 – 81 n. Chr.) allesamt umgesiedelt, wodurch die Römer beabsichtigten, sich ein für alle Mal eines rebellischen und aufmüpfigen Volkes an der Ostflanke ihres Reiches zu entledigen. Die Juden wurden – aus Sicht der damaligen römischen Herrscher durchaus nachvollziehbar – daher nicht geschlossen in ihrer damaligen ethnischen Gesamtheit in einer der weitläufigen zahlreichen römischen Provinzen neu angesiedelt, sondern in unzähligen Einzelgruppen willkürlich in alle nur erdenklichen Ecken und Winkel des Römischen Weltreichs verstreut. Es war die Wurzel der Diaspora. Seither gingen Juden in zahllosen Völkern auf, bewahrten sich jedoch ihre religiöse Identität. Als Ungläubige, Fremde und Sündenböcke wurden sie eben deshalb vielfach und über alle Epochen und Kulturräume hinweg verfolgt und ausgegrenzt.
Nachdem im Kaiserreich eine weitgehende Assimilation der Juden, darunter viele glühende Patrioten, stattgefunden hatte, erwachte der Antisemitismus ( so der seit 19. Jahrhundert verwendete wissenschaftliche Begriff für extreme Judenfeindlichkeit) nach Ende des Ersten Weltkriegs aufs Neue, als den Juden eine aktive Beteiligung am militärischen Zusammenbruch des Deutschen Reiches – auch als Dolchstoßlegende bekannt – unterstellt wurde. Nach einer Phase relativer Ruhe brach der Judenhass dann Anfang mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in aller Schärfe erneut auf, indem Juden von der neuen NS-Reichsregierung mit leider überaus durchschlagendem Erfolg aller nur erdenklichen Schlechtigkeiten bezichtigt wurden, die dazu auch noch in der völlig aus der Luft gegriffenen jüdischen Weltverschwörung gipfelte. Die Mär, dass eine nicht einmal 1 Prozent der deutschen Bevölkerung umfassende religiöse Minderheit je in der Lage gewesen wäre, mehr als 99 Prozent der Bevölkerung in den Abgrund zu reißen, fiel dank Propaganda auf fruchtbaren Boden.
Schatulle judenfeindlicher Klischee
Wer die Macht dieser Propaganda bezweifelt, möge nur auf die Gegenwart blicken: Sahen wir in den vergangenen 10 Jahren nicht überdeutlich, wie es erneut möglich war, sowohl während des Flüchtlings- als auch Corona-Skandals mittels einer pausenlos auf das Volk herunterprasselnden Medienpropaganda die Hirne Dutzender Millionen Menschen in diesem Land durch Umlegen des Angstschalters schlagartig umzupolen und zur blinden Befolgung der Direktiven der Regierenden zu bewegen? Dieselben Mechanismen, nur noch viel brachialer, wirkten einst während der 12-jährigen braunen Hitlerdiktatur. In der Tat bedienten sich die Nationalsozialisten auch in den seit Ende Juni 1941 eroberten Gebieten im Osten großzügig aus der Schatulle überlieferter judenfeindlicher Klischees, indem sie in großem Umfang den vor allem in Weißrussland, der Ukraine und den Baltischen Staaten wuchernden Antisemitismus ausnutzten und sich dabei des Mitwirkens vieler einheimischer judenfeindlicher Helfer versichern konnten.
Auch wenn es eine Illusion war anzunehmen, dass der Antisemitismus nach dem epochalen Zivilisationsbruch des Holocaust und all den Verbrechen des NS-Staates endlich überwunden wäre, hätte man dennoch nicht erwartet, wie hartnäckig er sich halten und dass aufs Neue aus den Löchern kriechen würde. Natürlich konnte eine fast zweitausendjährigen Geschichte des Hasses und der jahrhundertelangen tiefen Abneigung gegenüber Juden, nebst einer grenzenlosen, sich über 12 Jahre hinziehenden, tagtäglich neu entfachten Hetze, nicht erwartet werden. Doch die Renaissance des Judenhasses, die sich mit der Gründung des Staates Israel auf die Abneigung des “Zionismus” verlagerte, betraf nicht nur (oder sogar jahrzehntelang weniger) das für den Holocaust verantwortliche Deutschland, sondern vor allem die meisten westeuropäischen Staaten. Dass sich Antisemitismus seit eh und je nie von Staatsgrenzen aufhalten ließ, wird in trauriger Weise bis heute ersichtlich.
Der judenhassende Jude Marx
Über viele Jahrzehnte hinweg konnte man davon ausgehen, dass vorwiegend die extreme Rechte sowohl in Deutschland als auch im übrigen Europa das Privileg der Judenfeindlichkeit für sich in Anspruch nahm, und in der Tat ist der Antisemitismus nach wie vor sehr stark in diesem Milieu verwurzelt. Man hat es allerdings geradezu fahrlässig versäumt, einer sich im Windschatten der Rechten entwickelnden, womöglich jedoch weit gefährlicheren Eskalation der Judenfeindlichkeit seitens linksextremer Kreise gewahr zu werden, zu der neuerlich auch die SPD zu gehören scheint und die Gründe hierfür liegen nicht zuletzt auch in der Geschichte der linken Bewegung.
Wie viele Menschen wissen überhaupt, dass der Verfasser des dreibändigen Werkes „Das Kapital“ und Gründervater des Weltkommunismus, Karl Marx (1818 – 1883), der sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits einer Rabbinerfamilie entstammte, ein glühender Antisemit war und ihn seine Briefe an Ferdinand Lasalle (1825 – 1864), den Initiator des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins des Jahres 1863 (und damit einer der Wegbereiter der deutschen Sozialdemokratie) , der ebenfalls jüdischer Konfession war, sogar auch noch als Rassisten entlarven? Tatsächlich sprang sogar der gebürtige Jude Marx, völlig unverständlich, auf den bereits im 19. Jahrhundert durchaus salonfähigen Zug der Judenfeindlichkeit auf.
Die DDR übernahm keine Verantwortung für den Holocaust
Aber war nicht auch die später im Ungeist Marx‘ errichtete linke DDR-Diktatur ein judenfeindliches Staatsgebilde, hat man nicht dort, im angeblich„ersten antifaschistischen Staates auf deutschem Boden“, jegliche Verantwortung für den Holocaust stets vehement bestritten, sich selbst zum Staat von NS-Gegnern erklärt, die Rechtsnachfolge für das Dritte Reich verweigert und damit jedwede Verantwortung inklusive etwaigen Rückerstattungen von durch die Nazis „arisiertem“ Eigentum abgelehnt? Im Gegensatz zur Bundesrepublik leistete die DDR demgemäß praktischerweise auch keinerlei Entschädigung und Wiedergutmachung an – in deren Jargon – “im Ausland lebende jüdische Kapitalisten“. Konsequenterweise verfolgte die DDR daher auch eine jahrzehntelange strikt anti-israelische Politik und lockerte diese rigide Haltung erst kurz vor ihrem Ende, als sie mit dem Jüdischen Weltkongress ins Gespräch zu kommen versuchte, um ihr ramponiertes internationales Ansehen aufzupolieren.
Frankreich entwickelte sich bereits vor Jahrzehnten – “dank” seiner millionenfachen Zuwanderung von Muslimen aus den früheren Kolonien, die zu einem islamischen Bevölkerungsanteil von über 10 Prozent führte – zu einem regelrechten europäischen Hotspot der schon legendären muslimischen Judenfeindlichkeit. Dazu nur drei Beispiele, an die sich die Deutschen auch anhand der breiten Berichterstattung durch die Medien noch gut erinnern mögen: Bereits vor der unkontrollierten Grenzöffnung durch Angela Merkel stürmten zwei islamistische Selbstmordattentäter am 7. Januar 2015 das Gebäude der satirischen Zeitschrift “Charlie Hebdo” in Paris und töteten 12 Menschen.
Wohlig eingerichtet in der Opferrolle
Bei dem islamistischen Terrorangriff auf das Pariser Bataclan-Theater vom 13. November 2015 starben 130 Menschen und am 14. Juli 2016, dem französischen Nationalfeiertag, fielen 86 Menschen in Nizza einem islamistischen Terroranschlag zum Opfer. Damit übernahm Frankreich die unrühmliche „Pole-Position“ des islamistischen Terrors in Europa, der sich aber auch immer mehr gegen die restlichen, 400.000 bis 500.000 noch in Frankreich verbliebenen Juden richtete – infolgedessen und es wohl kaum einen Tag ohne antisemitischen Gewaltakt im Land geben dürfte. So ist es auch kein Wunder, wenn unter diesen Vorzeichen jährlich tausende Juden dem Land den Rücken kehren und damit aber auch einen gewaltigen „Brain Drain“ auslösen.
Aber auch in Deutschland streben die durch radikalisierte Muslime verursachten Übergriffe sowohl auf jüdische Menschen als auch jüdische Einrichtungen wie Cafés und Restaurants einem neuen Höhepunkt entgegen. Obwohl die Zahl der Attacken seitens linker Gruppierungen auf Juden in den vergangenen Jahren verglichen mit der rechten Szene weit überwog, ging der linke Mob auch noch eine unheilige Allianz mit den Zehntausenden und leider zu einem erheblichen Anteil militanten, hierzulande doch angeblich Schutz suchenden Palästinensern ein. Wobei man sich fragen muss, weshalb diese es eigentlich vorziehen, ihre Heimat zu verlassen, statt sich bei ihresgleichen in Gaza oder Ramallah “wohlig” in der ewigen Opferrolle einzurichten und ihr Land in einen blühenden Garten zu verwandeln, so wie dies der benachbarte Judenstaat vollbrachte – übrigens mit wesentlich weniger internationalen Finanzhilfen als Hamas und Fatah.
Linientreue Journaille
Spätestens seit dem Massaker der palästinensischen Terrororganisation an friedlich feiernden Menschen vom 7. Oktober 2023 fegt ein vor allem von linken und palästinensischen Aktivisten und Terrorgruppen inszenierter und nicht enden wollender Sturm der Feindseligkeit gegenüber jüdischen Menschen nicht nur durch die Republik, sondern auch das ganze westliche Europa. Und urplötzlich erhält man nach den vielen Menschen in diesem Land als unverhältnismäßig empfundenen israelischen Gegenmaßnahmen den untrüglichen Eindruck einer Täter-Opfer-Umkehr. Denn der Hamas war von vorn herein bewusst, dass es zu dieser militärischen Antwort seitens der Israel Defense Forces (IDF) kommen würde. Man hat diese Reaktion nicht nur provoziert, sondern von vornherein auch billigend in Kauf genommen.
Man muss sich aber auch die Frage stellen, weshalb sich die allzu gutgläubigen Deutschen von den Fake-News der Staatsmedien (ARD, ZDF, DLF, DW) und der ganzen linientreuen Journaille seit vielen Jahren hinters Licht führen lassen, die Israelis würden absichtlich Genozid über Genozid an der Zivilbevölkerung Gazas begehen – obwohl seit vielen Jahren eigentlich bekannt sein müsste, dass sich Terroristen bevorzugt Schulen und Krankenhäusern et cetera als Schutzschilde bedienen, um dann der Weltöffentlichkeit gegenüber Israel der gezielten massenweisen Auslöschung zivilen palästinensischen Lebens bezichtigen zu können.
Suche nach Sündenböcken
Und wer behindert die Lebensmittellieferungen an die notleidende palästinensische Bevölkerung? Sind es in erster Linie die Israelis, die sich eine Serie negativer Berichterstattung der Weltöffentlichkeit gegenüber wohl kaum noch leisten können oder sind es nicht weit eher die Hamas-Terroristen, die sich zum einen wohl zu allererst daraus zu bedienen trachten und zum anderen politisches Kapital aus einer großen Notlage schlagen ? Nebenbei bemerkt, jedes ausgelöschte Leben, sei es ein palästinensisches oder ein israelisches, ist eines zu viel und dieser ethische Grundsatz gilt für alle Konflikte.
Für mich ist im Nachklang zu den Ereignissen vom 7. Oktober 2024 mehr denn je und abermals ersichtlich, dass man wie schon vor bald 100 Jahren, primär in den Staaten Westeuropas, einen Sündenbock sucht, dem man alle erdenklichen Übel, die das Leben nur so bereit hält, in die Schuhe schieben kann. Doch die widerlichen Unterstellungen tragen diesmal den Stempel eines linken Mobs. Hingegen begegnet man den Palästinensern – die sich seit 75 Jahren hartnäckig weigern, an den kulturellen, wirtschaftlichen und technischen Segnungen des Judenstaates Anteil zu nehmen, sondern danach streben, den Staat Israel auszulöschen – mit Nachsicht und übergroßer Milde und all dies trotz ihrer jahrzehntelangen und größtenteils selbstverursachten Versäumnisse. Und wie viele an die Palästinenser von der EU verteilten Milliarden Euro versickerten in antisemitischen Hetzkampagnen und in den Waffenarsenalen der Hamas?
Welcher Mehrwert?
Seit dem Stichtag vom 7. Oktober 2023 zeigte sich eine schon seit Jahrzehnten nicht mehr beobachtete und seither unablässig andauernde Judenfeindlichkeit durch einen palästinensischen Mob mit freundlicher Unterstützung gleichgestrickter extrem-linker Sympathisanten mit Dutzenden an anti-israelischen, judenfeindlichen Demos in den meisten westeuropäischen Metropolen. In diesem Zusammenhang frage ich mich, welchen Mehrwert die Zehntausende hierzulande lebenden Palästinenser für ihr Gastland bislang erbrachten und dabei das Gastrecht auf das schändlichste mit Füßen traten. Und welchen Beitrag leisten dagegen unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger ? Diese Frage dürfte sich wohl sehr einfach beantworten lassen.
Ebenfalls mit Stichtag vom 7. Oktober 2023 lässt sich eine galoppierende Präsenz von das islamische Kopftuch tragenden jungen bis sehr jungen Frauen, bis hinab zu Mädchen im Grundschulalter, beobachten. Prägnanter und mit einer nicht mehr zu überbietenden Warnung an das Volk der „Ungläubigen“ kann man die offensichtliche Überlegenheit des Islam in einer sich immer säkularer entwickelnden biodeutschen Gesellschaft nicht mehr zum Ausdruck bringen. Und könnten die Ursachen dieser neuen Qualität des Antisemitismus nicht im Koran, der Heiligen Schrift des Islam, zu finden sein, einer Konfession, die sich irriger Weise aber auch als Bekenntnis des Friedens versteht und dabei zu alledem auch noch vor lauter Selbstbewusstsein und moralischem Überlegenheitsgefühl nur so strotzt?
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen