Montag, 28. November 2016

Die Linkspartei und die Nähe zur RAF

von Thomas Heck...

Auf einem Parteitreffen der antisemitischen Linkspartei zog ein T-Shirt mit dem Logo der RAF die Aufmerksamkeit auf sich. Doch so richtig schien es dann doch niemanden zu stören, stehen sie doch der RAF und deren Terror durchaus positiv gegenüber, die Ziele sind klar: Zerschlagung des Kapitalismus.




Anlass für das Treffen der Partei war die gescheiterte Wahl der Kandidatin Evrim Sommer als Bezirksbürgermeisterin. Nur ein Thema lenkte von Sommer ab: Das T-Shirt des Parteimitglieds Sebastian S. (29). Wie die Berliner Morgenpost berichtet, muss sich Die Linke nun gegen Vorwürfe wehren, dass die Partei sich nicht eindeutig von linksextremistischen Strömungen abgrenze.

S. trug bei dem Treffen ein T-Shirt, das die linksterroristische „Rote Armee Fraktion“ (RAF) verherrlicht. Auf der Vorderseite des Shirts stand „RAF dich auf“, die Rückseite zeigte die Worte „Zu neuen Taten“. Ein roter fünfzackiger Stern und eine Maschinenpistole waren daneben abgebildet, welches dem Logo der RAF stark ähnelte.

Sebastian S. wurde von der Linken für die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) nominiert. Nach B.Z.-Informationen kandidierte er bei der letzten Berlin-Wahl in Lichtenberg auf Platz 36 für das Bezirksparlament. Er ist gelernter Bankkaufmann, befindet sich aber zur Zeit in Elternzeit.

Die Morgenpost befragte S. zu seinem T-Shirt. Dieser reagierte zunächst ausweichend. „Kleidung ist für mich Ausdruck meiner Individualität“, sagte er am Rande der Versammlung. Den Slogan „Zu neuen Taten“ fände er „in Zeiten des Rechtsrucks“ gut. Angesichts der Abstiegsängste müsse man „neue Wege finden“. Dies wolle er mit dem T-Shirt ausdrücken.

Erst nach Anfrage der Morgenpost nach der Versammlung gab es Reaktionen zum T-Shirt. Am Abend meldete Sebastian S. sich per SMS selbst zu Wort. Er bereue es, über seine Kleidungswahl nicht nachgedacht zu haben und entschuldige sich bei allen, die er damit brüskiert habe. Die Linke und er selbst lehnten Gewalt in jedweder Form ab. „Ich habe aus meinem Fehler gelernt“, schrieb er. Wirklich?

Daniel Tietze (39), Linke-Fraktionschef in der BVV: „Ich hatte es selbst nicht gesehen, bin von der Presse aufmerksam gemacht worden. Das T-Shirt geht natürlich gar nicht. Ich habe den jungen Mann gleich angesprochen, er ist in Tränen ausgebrochen, hat sich entschuldigt und von seiner Dummheit distanziert. Das war eine Unbedarftheit. Er hat sofort anstandslos einen Pullover übergezogen.“

Lichtensbergs Parteivize Sebastian Schlüsselburg (33) erklärte, man werde in Parteigremien noch einmal über den Vorfall sprechen. „Für ihn selbst und Die Linke ist Gewalt jedenfalls keine Form der Auseinandersetzung.“ Nicht im ernst.

T-Shirt-Träger Sebastian S.: „Ich war so dumm. Ich bereue es und werde mich am Montag nachträglich als Kandidat von der BVV-Liste streichen lassen.“ Ein Parteiaustritt stehe noch nicht zur Debatte.

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