Mittwoch, 9. November 2016

Demokratie lernt man von den USA

von Thomas Heck...

Über Trump wurde seitens unserer Politik durch Vertreter jedweder Parteien und Fraktionen, durch Journalisten, Schauspielern, sogenannten Intellektuellen, Halbintellektuellen und sonstigen Vollidioten viel gesprochen, aus meiner Sicht wurde zu viel Unsinn geredet, Ideologie schlug Argumentation - in typisch deutscher Tradition...

Die US-Amerikaner sind da viel weiter als wir. Da wird über Parteigrenzen hinweg zusammengearbeitet. Wahlkampf ist jetzt vorbei, nun beginnt die harte Arbeit. Mich beeindruckte vor acht Jahren schon, mit welcher Selbstverständlichkeit die Administration im Weißen Haus von George W. Bush auf Barack Obama überging, wie partnerschaftlich, ja freundschaftlich der Umgang beider Präsidenten miteinander war und bis heute ist, trotz politischer Differenzen, die ausgeprägter kaum sein könnten. Und das mit einer Selbstverständlichkeit, die für deutsche Verhältnisse unmöglich wäre. Frei von Ideologie, nur der Sache verpflichtet.


Ich sehe gerade die Ansprache von Präsident Obama, der Trump viel Erfolg für seine Arbeit wünscht. Zuvor die Ansprache von Hillary Clinton, die Trump Unterstützung und Zusammenarbeit anbot. Das ist Demokratie.

Während dieser Reden liefen die Newsticker mit Statements deutscher Politik durch, für die man sich nur schämen konnte. Während ich die Worte eines gereiften und weisen Barack Obama über Demokratie und die Normalität des politischen Wechsels in einer über 200jährigen Tradition hörte, musste ich folgende Statements lesen:

  • Gabriel: Trump ist autoritär und chauvinistisch
  • Wir erwarten schwierige Beziehungen zu den USA (Martin Schulz)
  • Ein schwerer Schock (Ursula von der Leyen)
  • Röttgen sieht eine dramatische Zäsur in den USA 
  • Joachim Gauck: Wir stehen vor einer Bewährungsprobe
  • Trump könnte schnell Kreide fressen (Bartsch)
  • Riexinger hofft ab abschreckende Wirkung
  • Kanada und Mexiko beschwören Freundschaft zu den USA

Politiker aus aller Welt gratulieren Trump, nur aus Deutschland kommt Kritik, Häme und Beschimpfungen, bestenfalls Gratulation als Pflichtübung. Wer wirklich ein guter Freund der USA ist, kann man gut erkennen. Es ist nicht Deutschland. Denn Deutschland ist nicht demokratisch gereift. Das bemerken wir Bürger an den täglichen Unfreiheiten, an Unterdrückung der freien Meinung durch die Regierung und durch die Medien. Es steht unseren Politikern nicht zu, über den Atlantik zu schauen und die USA zu kritisieren, die uns in Sachen Demokratie, Anstand, Gerechtigkeit, um Lichtjahre voraus sind, ausgestattet mit 200 Jahren Erfahrung, wovon Deutschland nur träumen kann.


Deshalb kann ich es nur mit Bewunderung sagen: God bless America, land that I love... was für großartige Menschen, was für großartige Demokraten, was für ein großartiges Land. Was sind wir dagegen für ein erbärmliches Konstrukt, wie erbärmlich ist unser Versuch der Demokratie, wie erbärmlich unser scheitern. 

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