Samstag, 11. Juni 2022

Von der Damensauna zum Würstchengrill...

von Mirjam Lübke...

In der Damenumkleide und der nicht gemischten Sauna sind die meisten Frauen doch lieber unter sich. Zwar kritisieren wir uns auch untereinander äußerst gnadenlos, aber ab einem gewissen Alter lässt das wieder nach. Dann will man weder Speckröllchen noch Orangenhaut vor dem anderen Geschlecht zur Schau stellen. Zudem gibt es - die Älteren werden sich noch erinnern - etwas, was sich "Schamgefühl" nennt. Nicht jedem liegt FKK, es ist manchmal schon unangenehm genug, sich vor anderen, wildfremden Frauen ausziehen zu müssen.



Umgekehrt möchte ich auch nicht von jedem alles sehen oder hören - dabei geht es um persönliche Grenzen, die jeder Mensch hat. Im Wartezimmer meines Arztes mag ich keine detaillierte Beschreibung der letzten Darm-OP einer Mitpatientin hören, genauso wenig muss es sein, dass jemand in der Straßenbahn seine erotischen Erlebnisse für alle anderen deutlich vernehmbar ausbreitet. In mancher Alt-68er Kommune wurden die WG-Türen ausgehängt, weil die Bewohner keine Geheimnisse voreinander haben durften - da gab es noch nicht einmal eine Intimsphäre auf der Toilette. Und nein, ich möchte auch nicht unbedingt wissen, welchem Geschlecht jemand tagesaktuell angehören mag. Mir ist vollkommen schleierhaft, wie man es in der Sauna mit Perücke aushalten kann, aber wer unbedingt darauf besteht, kann auch eine gemischte "Shvitz" - so heißt Sauna passend auf Jiddisch - aufsuchen und unter seinen künstlichen Haaren langsam gar gekocht werden. Aber das gibt den selbsterklärten Damen offenbar nicht den gleichen Kick. Seltsam: Ich habe noch nie vom umgekehrten Fall gehört, einer Frau, die sich selbst als Mann deklariert, um sich unter nackte Herren zu mischen. Scheinbar sind Frauen in diesen Dingen zurückhaltender - auch wenn wir uns selbstverständlich auch an ästhetisch ansprechenden Herren erfreuen können. 

Es hat schon einen Grund, warum bestimmte Bereiche nach Geschlechtern getrennt sind - und auf die Trennung dieser Bereiche streng geachtet wird. Und jetzt soll das per Absichtserklärung ausgehebelt werden? Das hätten sich die pubertierenden Jungs aus "Eis am Stiel" nicht besser ausdenken können: Endlich müssten sie sich nicht mehr um ein kleines Loch in der Wand drängen, um einen Blick ins Himmelreich zu ergattern. Spätestens nach diesem Vergleich werden mir Gender-Aktivisten vorwerfen, "transphob" zu sein, denn mein Instinkt sagt: Hier ist was faul. Nicht immer, aber oft genug, um auf der Hut zu sein.

Auch wenn man sicherlich nicht jedem, der sich zur Frau erklärt, finstere Absichten unterstellen kann, so ist es einfach ein mulmiges Gefühl, nichtsahnend unter der Damendusche des örtlichen Schwimmbads zu stehen und eine verdächtige Wölbung im unteren Bereich des Badeanzugs der Duschnachbarin zu entdecken. Warum sind diese Empfindungen von Frauen plötzlich so zweitrangig geworden? In der Öffentlichkeit wird schließlich derzeit viel über sexuellen Missbrauch gesprochen, der fängt aber nicht erst an, wenn einem Mädchen oder einer Frau physische Gewalt angetan wird, sondern mit jenen Grenzüberschreitungen, welche aktuell unter dem Deckmantel der Toleranz der Gesellschaft aufgezwungen werden. 

Persönlich habe ich kein Problem damit, wenn eine Transfrau die Damentoilette benutzen will - noch gibt es dort Kabinen, die vor unerwünschten Blicken schützen. Aber was mich so stutzig macht, ist der unbedingte Wunsch, Zugang zu Orten zu bekommen, an denen es keinen Blickschutz gibt. Warum bestehen Transfrauen wie Tessa Ganserer in ihrer aktuellen Promo-Aktion "Splitterfasernackt" so darauf, ihr noch vorhandenes männliches Geschlechtsteil in einer weiblichen Runde zu zeigen? Was wollen sie dort? Tabus brechen, einfach mal schauen oder sich heimlich an der Naivität ihrer Umwelt erfreuen, die inzwischen selbst glaubt, dieses Verhalten akzeptieren zu müssen? 

Gerade Mädchen in der Pubertät werden damit in Verlegenheit gestürzt - diese Empfindung muss respektiert werden. Alles andere ist keine Aufklärung - wie man uns weismachen will - sondern einfach nur Belästigung. Der Exhibitionist muss sich heute einfach nur zur Frau erklären - und schon wird er unangreifbar - alles andere wäre schließlich "transphob". Es ist nicht einzusehen, warum das Bedürfnis von Frauen, eigene Räume für sich zu haben, hinter den Empfindsamkeiten einiger Weniger zurückstehen muss, die sich den Zugang durch moralischen Druck erzwingen wollen. 

Es geht nicht darum, einem Menschen den ernsthaften Wunsch zu verweigern, sein Geschlecht zu wechseln. Früher war das ein langwieriger, psychisch belastender Prozess. Das kann man respektieren, auch weil es nicht das Ergebnis einer Laune oder Mode ist, sondern lange durchdacht. Dies betrifft darüber hinaus auch nur einen kleinen Teil unserer Gesellschaft. Schaut man sich allerdings die Medienpräsenz von Männern mit Frauenperücken an, könnte man meinen, morgen schon würden Millionen Deutsche ihr Geschlecht wechseln wollen (wenn sie sich einmal für eins entschieden haben). Dafür werden neue Formulare gedruckt, "Aufklärungsfilme" schon im Kinderprogramm gezeigt und Gesetze geändert, die nur eine Handvoll Bürger betreffen. 

Es ist letztlich der große Aufruhr, der um die Sache gemacht wird, der letztlich auch den wirklich Betroffenen schadet, die den "Hype" nur mitmachen, um ein bisschen Aufmerksamkeit zu bekommen. Als was möchte Tessa Ganserer wohl in die Annalen des Bundestags eingehen? Als eine der wenigen Grünen, die den Mut hatten, gegen die Impfpflicht zu stimmen, oder als Mann in der Damensauna? Eigentlich sollte es in diesem Fall leicht sein, eine Entscheidung zu treffen.


1 Kommentar:

  1. Selbst Frauen können Transen nicht leiden... das sollte einem zu denken geben

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