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Heute Mittag hatte ich ein Posting von X auf dem Tablett, das eine Karte zeigt. | |||
Da hat es mich gerissen, die Spielmannslaune bahnte sich ihren Weg. Eigentlich wollte ich nur ein Posting dazu erstellen. Aber mein innerer Monk musste es abgleichen. | |||
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Posting der Karte auf X | |||
Eine kurze Recherche hat gezeigt, dass diese Karte tatsächlich häufiger verbreitet wird. | |||
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„Bevor Siedler *unser* Land überfielen“ – gepostet von einem indischen Account. | |||
Palästina 1828? | |||
Zunächst soll die Karte „Palästina“ im Jahr 1828 darstellen. | |||
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Kryptische Beschriftung auf der Karte. | |||
Natürlich habe ich auch versucht, die Beschriftung des Toten Meers zu entziffern. Das ist mir nicht möglich. Die Zeichen „N“ und „Ǝ“ kommen zusammen in keinem Alphabet vor, auch nicht im phönizischen oder Musnad (alt süd-arabisch). KIs geben nur Unfug wider. | |||
Ich denke eher, dass die Karte von einem Grafiker erstellt wurde, der damit „antike Vibes“ reinbringen wollte. Das muss nicht zwangsläufig der sein, der sie beschriftet hat. | |||
Da hat jemand eine Karte genommen und irgendwo englische Bezeichnungen draufgeklatscht. | |||
Lokalisation | |||
Noch viel spannender als die Lokalisation der Orte ist der Kontext. | |||
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Die Karte in vermeintlich bester Qualität. Aber immer noch nicht das unauffindbare Original. | |||
Vorab: Die islamische Expansion, also die arabische Kolonialisierung, fand ab den 630er Jahren statt. Die Region wurde etwa um 637 erobert. Der Felsendom und die al-Aqsa Moschee wurden unter dem Kalifen Marwan in den 680ern erbaut. | |||
Auch danach war die Region keineswegs gefestigt arabisch, die Kreuzfahrer und Byzanz - das Oströmische Reich - mischten noch für Jahrhunderte mit. | |||
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Die wenigstens halbwegs korrekte Karte. Ich habe es optisch etwas angeglichen. | |||
JERUSALEM | |||
Auf der Karte genannt wird „al Quds“. Das bedeutet aber nur „die Heilige“. Einen tatsächlichen Eigennamen hat Jerusalem im Arabischen nicht. | |||
Jerusalem wird nicht im Koran erwähnt. | |||
RAMALLAH | |||
AKKON (engl.: Acre) | |||
HAIFA | |||
HEBRON | |||
JENIN (Dschenin) | |||
TULKARM | |||
QALQILYA | |||
BETHLEHEM | |||
NEGEV | |||
GALILÄA | |||
GAZA | |||
Die Philister bzw. Seevölker werden, durch DNA nachgewiesen, im griechischen Raum verortet. Das würde zeitlich mit dem Zusammenbruch der mykenischen und minoischen Kultur zusammenpassen. | |||
Nach diesen Philistern, den alten Feinden der Kanaaniter (Vorläufer der Juden, u.a. Goliath in der Bibel) benannten die Römer 135 n. Chr. (Kaiser Hadrian, größte Ausdehnung) die Region nach dem Bar-Kochba-Aufstand in „Palaestina“ um. Genauer in die Provinz „Syria-Palaestina“. („Syria“ von den Assyrern, also ebenfalls Feinden der Kanaaniter/Juden) | |||
Einen arabischen Namen gibt es für Palästina nicht. Im arabischen gibt es kein „P“, weshalb es ersatzweise „Falestin“ genannt wird. | |||
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Hier nochmal zum Vergleich nebeneinander: | |||
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Das beweseits was? | |||
Und das ist, warum ich wirklich und „real live“ schallen lachen musste. | |||
Sondern weil absolut alle Orte und Bezeichnungen, die genannt werden, weit älter sind, als der Koran oder die islamische Expansion bzw. arabische Kolonialisierung. Teilweise so viel älter, dass es noch nicht einmal ein „arabisch“ im heutigen Sinne gab. Teilweise älter als das Judentum. | |||
Die einzige Ausnahme ist Ramallah, das aber erst im späten 16. Jh. Gegründet wurde. Vor allem durch Christen aus dem Libanon. | |||
Mein Vater hat einmal zu mir als damals schon historisch fasziniertem Kind gesagt: „Die römischen Germanen haben in Köln schon Fußbodenheizung gehabt, da haben die Berliner Slaven noch auf Fellen geschlafen.“ | |||
Selbst wenn eine solche Karte irgendetwas beweisen könnte: diese Karte beweist höchstens das Gegenteil von dem, was sie vorgibt zu beweisen. | |||
Als Palästinenser wurden alle Menschen bezeichnet, die in der Region lebten. Unabhängig von der Konfession, also auch Juden und christlich Orthodoxe, Drusen, Beduinen, usw. So wie man „Engländer“ oder „Berliner“ sagt. | |||
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Nebenbei erwähnt | |||
Wir verwenden arabische Zahlen. Nachdem Inder die Grundlagen gelegt und Brahmagupta die Null „erfunden“ hat. Ohne sie gäbe es keine Computer. | |||
Angefangen mit den Heilige Drei Königen Jahrtausende vorher, den „Weisen aus dem Morgenland“ - die vermutlich „Magoi“ (vergl. „Magier“) aus Mesopotamien waren. Deren Schrein heute im Kölner Dom verehrt wird. Und was zur Zeit der Niederschrift des Neuen Testaments offenbar noch eine Bedeutung hatte: die Wiege der Sternkunde und Wissenschaft. | |||
Bagdad (heute Irak) war das weltweite Zentrum des Handels und der Wissenschaft. Weshalb es dort auch eine große jüdische Community gab, ebenso wie in Damaskus (heute Syrien). | |||
Die inzwischen alle vertrieben wurden. Auch sie leben als „Mizrachim“ - als dunkelhäutige, dunkelhaarige Juden mit arabischem sozio-kulturellem Hintergrund - heute in Israel. Und machen dem Vernehmen nach den besten Hummus. (Und über 20% der Israelis sind Muslime. Also eigentlich auch „Palästinenser“.) | |||
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Impression von Bagdad: Sindbad, 1001 Nacht… das kulturelle Zentrum der Welt. Für Jüngere: Das Spiel Assassin’s Creed Mirage zeigt die konzentrische Anordnung der historischen Stadt. | |||
Dann passierte etwas Dramatisches, was im europäischen Schulunterricht nicht vorkommt. | |||
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In dieser Zeit wuchs al-Ghazali auf, einer der einflussreichsten Theologen und Mystiker des Islam. | |||
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Abū Hāmid Muhammad ibn Muhammad al-Ghazālī, ca. 1055 bis 1111, Maschhad (heute Iran) | |||
Ab dem 13. Jahrhundert gibt es keinerlei bedeutende wissenschaftliche Erkenntnisse oder Entdeckungen mehr aus dem arabischen Raum. Nichts. | |||
Genau zwei Menschen mit arabischem Hintergrund haben einen Nobelpreis erhalten. Der Ägypter Naguib Mahfouz für Literatur und Ahmed Zewail für Chemie, der mit ägyptischem Hintergrund allerdings die US-Staatsbürgerschaft hat und in den USA lebt und forscht. | |||
Um die arabische Welt verstehen zu können, muss man verstehen, wie sehr unsere Kultur – bis nach China und Japan – empirisch, wissenschaftlich und logisch geprägt ist. Und dass diese Logik in der arabischen Welt, in dem sozio-kulturellen Hintergrund und der Erziehung, eine eher untergeordnete Rolle spielt. | |||
Es gibt inzwischen viele Studien und Untersuchungen dazu, dass Migranten aus dem arabischen Kulturraum hohe Hürden haben, weil die Werte, die ihnen vermittelt wurden, in unseren Gesellschaften wenig zählen. Aber umgekehrt unsere „Leistungsgesellschaften“ wenig verstanden werden. | |||
Ich halte das für wichtig mitzudenken, wenn man eine solche Propaganda, wie bei dieser Karte, sieht. | |||
…ich weiß, dem hätte ich einen ganzen Beitrag widmen sollen. Vielleicht mache ich das auch noch. |
„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ Sie verbieten nicht die Hassrede, sondern die Rede, die sie hassen. Den Sozialismus erkennt man daran, daß es die Kriminellen verschont und den politischen Gegner kriminalisiert...
Freitag, 7. November 2025
Fake-Karte für Pro-Pali-Propaganda - Geschichtsstunde
Donnerstag, 6. November 2025
New Yorks neuer Bürgermeister Mamdani: Radikaler Islamismus und Sozialismus in Personalunion

Dienstag, 4. November 2025
Als den Terroristen der Pager im Schritt explodierte - Operation Apollo...
von Thomas Heck...
War es Karma, war es Gott oder war es der Mossad? Der Hizbollah sind am 17. September 2024 alle Pager explodiert. 3.000 verletzte Terroristen, 39 starben. In Syrien wurden 19 Soldaten der iranischen Revolutionsgarden getötet, viele wurden verletzt.
Es könnte aber auch eine geniale Geheimdienstoperation gewesen sein, bei der die Bestellung und Lieferung von Pagern abgefangen, die Pager manipuliert und unbemerkt an die Hizbollah ausgeliefert wurden.
Wie wir heute wissen war es eine brillante Operation des Mossad, der den Nahen Osten nachhaltig verändert hat. Und die Bilder wirken bis heute nach. Nie wieder wird ein Terrorist an sein Handy, seinen Pager und an sein Walkie Talkie gehen, ohne an diesen denkwürdigen Tag im September 2024 erinnert zu werden. Wie jagt man Terroristen Todesangst ein? Genau so...
Eine Doku in der ZDF-Mediathek beschreibt die Vorgänge und die Vorgeschichte für Verhältnisse des antisemitischen öffentlich-rechtlichen Dreckssenders ZDF ziemlich neutral und ungewöhnlich gut. Es lohnt sich, da mal reinzuschauen. Sie finden alle drei Teile hier verlinkt.
Montag, 3. November 2025
Rücktritt: Israels Militärstaatsanwältin gesteht Video-Leak...

Friedrich Merz wiederholt das Gastarbeiter-Märchen in der Türkei

Framing und kein Ende: Politische Spracherziehung für ARD- und ZDF-Redakteure beim Thema Migration
Seminare mit „Politkommissaren“ zu erwünschter Sprache für ÖRR-Redakteure?- Klartext statt Katalog: Redaktionen prüfen Fälle, nicht Listen. Will man „Flüchtling“ vermeiden? Dann begründe es im konkreten Stück. Will man „Welle“ verwenden? Wenn die Zahlen eine Welle zeigen, dann bitte mit Zahl. Der Leser kann mit Klarheit umgehen.
- Transparenz über Quellen und Geld: Jeder Kurs, der in öffentlich-rechtlichen Häusern Wirkung entfaltet, gehört offengelegt: Wer bezahlt? Welche Organisation steckt dahinter? Welche politischen Verflechtungen gibt es? Nennung von Summen und Quellen – genau so muss die Debatte geführt werden.
- Pluralität der Fortbildung: Wenn ein Sender Sprachkurse anbietet, dann nicht eine Linie, sondern mehrere Schulen: Journalistenrechte, Statistiknutzung, Polizeistatistik, Migrationsrecht – von unterschiedlichen Anbietern. Konkurrenz der Argumente, nicht Vereinheitlichung des Tons.
- Respekt vor dem Bürger: Dem Bürger darf man zutrauen, präzise Begriffe zu lesen, auch wenn sie nicht jedem gefallen. Wir machen Politik mit Erwachsenen, nicht mit Schutzbefohlenen. Eine Demokratie lebt davon, dass Leute sagen dürfen, was ist – und andere widersprechen können, warum es anders ist.
- Rückkehr zur Grundregel des journalistischen Handwerks: Nachricht – Kommentar – Analyse sind verschiedene Gattungen. Wer kommentiert, soll Haltung zeigen dürfen; wer berichtet, muss prüfen. Und wer analysiert, soll gründen. Sprachschulungen dürfen niemals die Grenze verwischen, indem sie bereits im Nachrichtenteil die „richtige“ Tonlage liefern.
Die Linke, der Antisemitismus und das Erbe, das keines sein will
Hausfront in Berlin: Aus „nie wieder“ wurde „immer wieder“Sonntag, 2. November 2025
Fall „Jurassica Parka“ und Berlins transqueerer Sumpf: Statt Aufarbeitung macht der CDU-geführte Senat grade so weiter
Szenen aus dem neu aufgetauchten Videomaterial von „Jurrassica Parka“ alias Mario O. in dem Kinder-Bällebad von 2023Der Stoff, aus dem die Dummheit war oder: Wenn der Bundesrechnungshof doch noch die Physik entdeckt…
Planlos und ahnungslos träumte Ex-Umweltminister und „Wasserstoff-Visionär“ Habeck vom grünen Strom aus dem Nichts

















