Dienstag, 22. Februar 2022

Schau mal Mutti, eine Umwelt-Demo...

von Mirjam Lübke...

"Mama, die Terroristen von 'der letzten Generation' haben gerade den Frankfurter Flughafen in die Luft gesprengt!"

"Dörte-Amina, wie oft muss ich dir noch sagen, dass diese Menschen 'Aktivisten' sind? Damit wollten sie nur gegen den Klimawandel protestieren!"

An solche Argumentationslinien haben wir uns mittlerweile gewöhnt, wer schon ein paar Jahre älter ist, wird sich vielleicht noch an die Rechtfertigung der ersten RAF-Anschläge durch deren Sympathisanten erinnern. Da wurde aus der Bombe im Kaufhaus dann einmal rasch einmal eine humanitäre Aktion gemacht: Das war Protest gegen den Krieg in Vietnam! Die Deutschen sollten am eigenen Leib erfahren, wie es dort zugeht! Ausgerechnet die selbsternannten Hüter der "Aufarbeitung der deutschen Geschichte" hatten komplett den zweiten Weltkrieg ausgeblendet, der damals noch gar nicht so lange her war. Wenn es ihnen nicht gar darum ging, diese Wunde wieder aufzureißen. 


Damals wie heute spielten viele linke mehr oder minder Intellektuelle bei diesem Schönreden von Gewalttaten mit, wie etwa Heinrich Böll, der sich beklagte, er sei dadurch Opfer von Hetzjagden geworden. Vieles davon hat sich mittlerweile als gesellschaftlicher Konsens verfestigt, die Methoden der Relativierung, aber auch die Art zu reagieren, wenn es dafür Gegenwind gibt. Gerade ist es Nancy Faeser, die sich als Opfer einer "rechten" Kampagne sieht, weil ihr allzu trautes Kuscheln mit der Antifa öffentlich wurde. Dabei steht man nicht etwa selbstbewusst zu dem, was man geschrieben oder getan hat, sondern dreht dem politischen Gegner gleich mit enormen Getöse den Hahn der Kritik zu. Man könnte das als billige Masche abtun - aber es ist eben doch noch ein Unterschied, ob so ein Stil in der AStA-Teestube gelebt wird oder von einer Ministerin, die ihn zum offiziellen Standard erhebt und ihn zur Grundlage ihrer Politik macht. So werden die Fridays-for-Future-"Aktivisten" wohl nicht auf viel Widerstand erfahren, wenn sie zunehmend gewaltbereiter vorgehen. Im Gegenteil: Im Bundestag werden sie auf manchen Sympathisanten treffen, der sich heimlich wünscht, mit ihnen gemeinsam ein bisschen Infrastruktur kaputt zu machen. 

Was ist eigentlich so schwierig daran, eine gesellschaftliche Übereinkunft zu schaffen, nach der Gewalt generell nichts in politischen Auseinandersetzungen zu suchen hat? Angesichts der allgemeinen Gleichgültigkeit gegenüber linken Zerstörungsorgien und Gewalt durch "traumatisierte" Migranten nimmt sich die Trauer um die Opfer von Hanau, die derzeit die Medien bestimmt, ziemlich heuchlerisch aus. Das Entsetzen der Angehörigen ist echt und berechtigt, ebenso der Wunsch nach Aufklärung der Vorgeschichte - aber haben offizielle Stellen überhaupt ein Interesse daran? Und warum wird das zehnte Opfer, die Mutter des Täters, kaum erwähnt? 

Natürlich kommt der neuen Innenministerin so ein Attentat bei ihrem Feldzug gegen die Opposition ganz recht, aber das Attentat von Hanau will nicht wirklich ins Bild passen und die zuständigen Behörden haben sich auch nicht mit Ruhm bekleckert: Der an einer Psychose erkrankte Täter schrie in seinen Briefen geradezu zwischen den Zeilen "kümmert euch um mich!" - aber nichts passierte. Entgegen landläufiger Meinung folgen auch Psychosen einer gewissen Logik: Was wäre, wenn der Täter, um maximale Aufmerksamkeit zu generieren, zu der Tatform griff, von der er sich das meisten mediale Interesse erhoffte? Das macht die Tat keinen Deut besser, würde aber die Mechanismen, nach denen die Beurteilung von Gewalt mittlerweile funktioniert, nur noch offensichtlicher machen. Der Mythos von den "Linken, die nur Sachen kaputt machen" und den "mordenden Rechten" blieb gewahrt. Denn der Konsens darüber, dass grundsätzlich jeder, der in unserem Land lebt, ein Recht darauf hat, dass der Staat sein Leben und seinen Besitz schützt, ist längst aufgekündigt. Nun haben offenbar auch die FFF-"Aktivisten" die Lizenz zur Selbstjustiz erhalten, während selbst friedliche Spaziergänger mit dem Etikett "Hanau" versehen werden. Auch wenn sie noch nie im Leben jemandem ein Haar gekrümmt haben. 

Man will es sich eben nicht verderben mit der Gefolgschaft, die man sich in den letzten Jahren herangezogen hat. Während man über "Menschenverachtung" und "Spaltung der Gesellschaft" predigt, wird beides bereits fleißig umgesetzt - natürlich im Namen des Guten und der allgemeinen Rettung des Planeten. Damit kann man mittlerweile jeden Totalitarismus an den Mann (oder die Frau) bringen. Es ist gut, dass dies von immer mehr Bürgern erkannt wird.

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