Donnerstag, 16. April 2020

Deutschland ist ein Volk von Denunzianten...

von Thomas Heck...

Beinahe täglich hört man von Shitstorms, die das Land durchfahren. Da genügt schon ein falscher Post, eine kritische Nachfrage auf eine staatliche Maßnahme. Den Promi trifft es besonders schnell und besonders hart. Der Grund ist die Reichweite in Sozialen Medien. 

Und wenn jemand es wagt, die Regierung Merkel anzugreifen, kommt ganz schnell ein Heerschar höriger Merkel-Jünger, die in Stasi-Manier vor den Tastaturen sitzen und das Netz überwachen. Da weiß man, wie es in der DDR gelingen konnte, ein ganze Volk zu überwachen und zu drangsalieren. Dahinter steht eben nicht nur ein böser Staat. Sondern es sind böse Menschen, die bereits im kleinen anfangen, den Nachbarn zu überwachen und zu drangsaliseren. Menschen, die aus unterschiedlichen Motivation den Mitmenschen kontrollieren, aus Neid denunzieren. Da ist der nächste Schritt nicht mehr weit. Wir dämpfen heute schon unsere Gesprächslautstärke auf der Terrasse. Wir sind halt ein Volk von Denunzianten...

Sonja Zietlow arbeitet seit fast 30 Jahren als Moderatorin im Privatfernsehen


Nach ihren umstrittenen Beiträgen zur Corona-Krise hat Dschungelcamp-Moderatorin Sonja Zietlow (51) ihr Facebook-Profil gelöscht.

Der RTL-Star: „Ich muss mir leider selbst den Vorwurf machen, dass ich Facebook unterschätzt habe.“ Sie habe sich entschieden, „diesem digitalen Watschen-Karussell bis auf weiteres den Rücken zu kehren“.

Zietlow: „Mit zunehmender Besorgnis, habe ich beobachtet, was mit meinen Postings gemacht wurde und was unter meinen Postings stattfand.“ Respektlos und maßlos haben demnach einige Nutzer ihre Plattform genutzt, „um andere aber auch mich und (sogar meine Hunde) zu beleidigen, beschimpfen, diffamieren, denunzieren und anzuprangern“.

Zietlow hatte auf ihrer privaten Facebook-Seite Kommentare, Bilder und Videos zu Corona gepostet und war als „Verschwörungstheoretikerin“ angegangen worden.

Jetzt betont sie, dass sie „keiner politischen Partei angehöre“. Zietlow: „Ich lasse mich auch nicht, vor allem ungefragt, vor einen politischen Karren spannen.“ 

Doch hier gehe es nicht um Politik, sondern um unsere Gesundheit: „Mir steht es nicht zu, die Maßnahmen, die zum Schutz unserer aller Gesundheit getroffen wurden, zu bewerten oder gar zu kritisieren.“ Sie erlebe aber „die Hoffnungslosigkeit“ vieler Freunde. „Ich glaube, Existenzängste, Arbeitslosigkeit und Isolation können krank machen. Genauso wie Sars-Cov-2“, erklärt Zietlow. Sie wolle das große Ganze sehen und zu bedenken geben, dass viele außerhalb des Virus krank werden können.

Angesichts von Experten und Wissenschaftlern mit unterschiedlichsten Ergebnissen und Betrachtungsweisen, wolle sie zum Beispiel „gerne an die Heinsbergstudie glauben“. 

Zietlow: „Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass Prof. Streeck mit seinen vorläufigen Ergebnissen recht hat und wir es mit keinem Killer-Virus zu tun haben. Mir persönlich erscheinen seine Zahlen validiert und logisch. Bin ich deswegen eine Verschwörungstheoretikerin? Entscheidet selbst.“

Die Moderatorin hatte auf ihrem Facebook-Profil beinahe täglich Videos und Artikel zu Corona-Maßnahmen geteilt, die im Allgemeinen die Freiheitseinschränkungen hinterfragen. Darunter ein längerer Beitrag eines Krankenpflegers, aus dessen Sicht das Coronavirus nicht gefährlicher als eine Grippe sei und ältere Menschen nun einmal sterben würden. Auch eine Einschätzung der Ärztin Barbara Dirhold veröffentlichte Zietlow. Deren Forderungen: „Abschirmen der Risikogruppen und Bewegungsfreiheit für gesunde Arbeitnehmer zur Ausübung ihres Berufes und damit Aufrechterhaltung unserer Wirtschaft und mittelfristig auch unseres Gesundheitswesens.“




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