Samstag, 24. September 2016

Wer ist das Pack? Verbrecher in der Politik

von Thomas Heck...

Ein Mörder, der sich an seinem Opfer verging. Ein Pädophiler, der seine minderjährigen Opfer mit Crystal Meth gefügig machte. Ein Kinderficker, der sich weltweit Pornobilder von Kindern anschaute. Wir reden nicht von einer Justizvollzugsanstalt in der Bronx, wo sich solche illustren Gestalten herumtreiben. Wir reden vom Bundestag und von den Landesparlamenten. Wir reden von unseren Volksvertretern. Der Unterschied ist nur, dass denen strafrechtlich recht wenig passiert, oftmals werden Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Manche sind halt doch gleicher als andere. Und sie sind nicht alleine...


Mörder und Gewalttäter, Piratenpartei

Kinderficker und Drogenhändler, Die Grünen

Päderast und Kinderpornokonsument, SPD


Freitag, 23. September 2016

Was zum Henker treibt diese Frau an?

von Thomas Heck...


Als Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Große Vorsitzende, die Grenzen für die meist arabischen Migranten aufmachte, da muss sie gewusst haben, dass:
  • Ein Schutz der Grenzen durchaus möglich gewesen wäre.
  • Sie damit gegen die Abkommen von Dublin, von Schengen und gegen bestehende Gesetze und das Grundgesetz verstieß.
  • Die Ausweisung von kriminellen und abgelehnten Asylbewerbern in Deutschland in der Regel nicht funktioniert, man diese Schmutzlappen also kaum aus dem Land bekommt.
  • Es unter den Migranten natürlich auch IS-Terroristen, Schwerverbrecher, Kleinkriminelle und Antisemiten gibt und eben nicht die Facharbeiter kommen, was uns gerne verlauft wurde.
  • Die Integration der Muslime sehr schwierig bis unmöglich ist und zum großen Teil gar nicht funktioniert, was zu weiteren Parallelgesellschaften führt.
  • Die volkswirtschaftlichen Kosten den Nutzen übersteigt, sowohl kurzfristig, mittelfristig und voraussichtlich auch langfristig. 
Sie hat also, sofern man bei ihr überhaupt davon reden kann, bei vollem Bewusstsein und aus dem eigenen Willen, also mit Vorsatz, den deutschen Volk einen nicht unerheblichen  Schaden zugefügt und ist Risiken eingegangen, die noch gar nicht abzuschätzen. Die Frage ist, was treibt diese Frau an? Was ist ihre Motivation für ihr verhalten? Wofür will man das eigene Land destabilisieren? Worin liegt der Sinn?

Das ist doch die entscheidende Frage. Entweder sie hat es einfach falsch eingeschätzt, was passieren kann. Sie hat sich geirrt, einen schweren politischen Fehler begangen und müsste dafür zurücktreten. Eine andere Alternative gibt es nicht. Oder sie hat es bewusst gemacht, war sich über die politischen, demoskopischen und wirtschaftlichen Folgen im Klaren. Doch dass wäre schlichtweg Landesverrat. 


„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. 
So wahr mir Gott helfe“

Ich kann mir kein Szenario mehr vorstellen, in dem sie glaubhaft macht, was sie letztlich zu ihrem Verhalten   bewogen hat und sie dennoch im Amt verbleiben könnte.

Donnerstag, 22. September 2016

Wenn Neger Neger erschießen, soll das Rassismus sein? Nicht doch.

von Thomas Heck...

Deutsche Zeitungen in die Presse berichtet gerne über angeblich gegen Neger gerichtete Gewalt der Polizei in den USA. Ein lächerlicher Vorwurf gegenüber einem Staat, wo der Präsident, die Justizministerin, viele Polizeichiefs und natürlich auch viele Polizeibeamte Neger sind. Hier grundsätzlich Rassismus als Motiv zu unterstellen, ist geradezu lächerlich, fragt doch keiner, ob die hohe Zahl von erschossenen Negern nicht daran festzumachen sei, dass diese Bevölkerungsgruppe überproportional häufig an Straftaten beteiligt ist. So schreibt SPIEGEL Online:

In den USA haben Polizisten in diesem Jahr bislang 706 Menschen erschossen, wie aus einer Statistik der "Washington Post" hervorgeht. Unter den Opfern sind demnach 163 Schwarze, das ist ein Anteil von gut 23 Prozent. Im vorigen Jahr zählten die Statistiker 990 Todesopfer. Insgesamt sind etwa drei Viertel der Amerikaner Weiße, etwa 13 Prozent sind schwarz.

Das jüngste Opfer ist der 43-jährige Schwarze Keith L. Scott. Er war in Charlotte im Bundesstaat North Carolina von Polizisten erschossen worden, laut Darstellung der Polizeibehörde war er bewaffnet. Die Familie des Toten dagegen sagt, er habe ein Buch in der Hand gehalten.

Als Reaktion darauf eskalierten erneut Proteste gegen Polizeigewalt. Bereits in den vergangenen Monaten hatte es mehrere Vorfälle gegeben, in deren Folge es zu gewaltsamen Ausschreitungen kam. 


Am Freitag war ein Afroamerikaner in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma von der Polizei erschossen worden, der unbewaffnet war und seine Hände erhoben hatte. Am Montag war ein Video von diesem Einsatz veröffentlicht worden.

Verglichen mit den USA sind tödliche Polizeischüsse in Deutschland ein seltenes Phänomen. Im Jahr 2015 erschossen Polizisten im Dienst zehn Menschen, wie die Zeitungen der "Funke Mediengruppe" unter Berufung auf eine Statistik der Deutschen Hochschule der Polizei berichteten. Das waren drei Todesfälle mehr als 2014.

Der Polizeidienst sei "in den vergangenen Jahren gefährlicher geworden", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow. Polizeibeamte würden immer häufiger Opfer von Gewalttaten. Sie ereigneten sich überwiegend im Streifendienst und gingen von Einzeltätern aus.

Es gebe "zahlreiche Einsätze mehr, in denen Beamte hätten schießen dürfen, die Kollegen aber durch Abwarten oder Abwägen deeskalieren konnten", sagte Malchow. Dies sei "auch ein Qualitätsmerkmal dieser Polizei hierzulande".

Ganz anders als den USA, wo Neger in allen Positionen des Staates und der Gesellschaft freien Zugang haben, alles erreichen können, alles erreicht haben, aber dennoch Rassismus allerorten vermuten. Die Tagesschau und das heute-Journal verorten dagegen Apartheid-ähnliche Zustände, in totaler Unkenntnis der tatsächlichen Situation in den USA. 

Mittwoch, 21. September 2016

Da traut man seinen Augen nicht

von Thomas Heck...

Kurz nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus, aus der die SPD als "Sieger" hervorging, kommt ans Licht, wie leichtfertig die Berliner Sozis schon wieder mit Steuergeldern umgehen. Denn am Dienstag wurde bekannt, dass Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (51, SPD) und Staatssekretärin Daniela Augenstein (SPD) getrennte Wege gehen. Die Senatssprecherin wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt – mit 37 Jahren. 


Doch um ihre finanzielle Versorgung muss sich die Staatssekretärin definitiv keine Sorgen machen. Denn Augenstein bekommt nach wie vor dicke Bezüge. Als Staatssekretärin a. D. erhält Daniela Augenstein noch drei Monate lang die vollen Bezüge, rund 8906 Euro pro Monat. Danach erhält sie rund 72 Prozent ihrer vollen Bezüge – also rund 6390 Euro. Diese Zahlung erhält sie maximal so lange, wie sie im Amt war – also 22 Monate.

An diese knapp zwei Jahre würde sich ein Ruhegehalt anschließen, das sich nach der bisherigen Dienstzeit im öffentlichen Dienst richtet. Wie hoch dieses Ruhegeld ist, ist nicht bekannt. Wenn Augenstein einen neuen Job hat, wird ein gewisser Teil weitergezahlt – abhängig davon, was sie mit der neuen Stelle verdient. Die Bezüge werden dann mit diesem Verdienst verrechnet. 


Die Sprecherin von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat kurz vor der Abgeordnetenhauswahl einen längeren Urlaub genommen. Wohl auch, um dieses Fiasko für den Steuerzahler nicht vor der Wahl publik werden zu lassen. Dass Augenstein mit 37 Jahren in den Ruhestand geht, macht aus finanzieller Sicht für sie wohl Sinn, weniger für den Steuerzahler. Denn hätte sie einfach gekündigt, wäre sie leer ausgegangen. Schon vor drei Wochen gab es Gerüchte über ein Zerwürfnis. Dann kam sie kurz vor der Abgeordnetenhauswahl für acht Tage zurück ins Rote Rathaus, bis die Versetzung vollzogen wurde. Ein Zerwürfnis soll es laut Michael Müller aber nicht gegeben haben.



Am Dienstag sagte er zu der Entscheidung: „Ich kann keinen Konflikt herbeireden, der nicht da ist. Ich erwarte doch auch Widerspruch im Team. Wenn man über sieben Jahre zusammenarbeitet, dann gibt es da nicht den einen Tag, sondern eher eine Entwicklung, dass beide einen anderen Weg einschlagen wollen.“ Und: „Alle Staatssekretäre wissen, dass es wahrscheinlich keine Lebensaufgabe ist.“ Wer auf den Posten von Augenstein rückt, ist nicht bekannt. Müller sagte, er sei mit zwei Kandidaten im Gespräch. Hoffentlich halten die mal ein wenig länger aus.

Dienstag, 20. September 2016

An der Grenze des Verstandes

von Thomas Heck...

Ich bin heute über einen Artikel in der ZEIT gestolpert, der mich sehr bewegt hat. Ich hatte letztes Jahr im Frühjahr eine schwere Erkrankung und mehrere Schlaganfälle. Die Fragmente meiner Erinnerungen belasten mich bis heute. Ich erinnere mich an schwere Halluzinationen, an Todesangst, aber auch in tiefer Dankbarkeit an Menschen, Ärzte, Pfleger, Familie und Freunde, die für mich da waren. Über meine Erinnerungen wollte ich schon immer schreiben, scheiterte aber immer wieder, weil diese Erinnerungen voll an Skurilität sind, die mit normaler Schriftsprache kaum zu beschreiben sind, jedenfalls reichen dafür meine Fähigkeiten nicht aus. Es ist wie ein Roman, der als unverfilmbar gilt. Nur umgekehrt. Die Bilder, die Geräusche sind da, können aber mir Worten kaum beschrieben werden.

Dieser Artikel beschreibt meine Erinnerungen sehr treffend, Erinnerungen an Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Geräusche der Maschinen in der Nacht, Gerüche, Eindrücke in der Liberationszone zwischen Koma und Wachzustand. Dinge, die mich bis heute nachts verfolgen.

Vielen Dank für den Artikel...





Während du schliefst


Wenn ein Mensch bewusstlos auf der Intensivstation liegt, verliert er einen Teil seiner Zeit und mitunter sein Vertrauen in die Welt. Eine simple Idee kann helfen, beides zurückzugewinnen.
Der Wäschekorb ist das Letzte, was Tanja Meinke* sieht, bevor die Welt erlischt. Sie ist gefallen, liegt auf dem Boden vor ihrem Bett. Wie merkwürdig sich das anfühlt. Die Beine gehorchen ihr plötzlich nicht mehr, nicht einmal die Jeans kann sie richtig anziehen. Tanja Meinke spürt noch, wie ihr Fuß gegen den Wäschekorb tritt, dann fällt der Vorhang.
Hallo, Frau Meinke, Sie sind heute, am 4. 12. 2010, bei uns auf der Intensivstation aufgenommen worden. Heute Morgen um 10 Uhr sind Sie bewusstlos umgefallen und in das Uniklinikum Kiel gefahren worden. Sie hatten einen Schlaganfall, der mit einem Katheter behandelt worden ist. Dazu haben Sie eine Narkose bekommen. Auch jetzt auf der Intensivstation bekommen Sie Schlaf- und Schmerzmittel, Sie werden künstlich beatmet. Zurzeit wirken Sie tief schlafend, schmerzfrei, als würden Sie sich ausruhen. Gut so. Ihre Familie weiß Bescheid und will auch noch kommen. Wir passen gut auf Sie auf! Pfleger Peter
Peter Nydahl hatte gerade Dienst auf der Intensivstation, als Tanja Meinke in die Klinik eingeliefert wurde. Nach der Notoperation, bei der die Ärzte einen Thrombus aus den Blutgefäßen in ihrem Gehirn entfernten, kam sie in seine Obhut. Nydahl versorgte sie in den Tagen, als sie im künstlichen Koma lag. Er legte ihr eine Magensonde und saugte die Atemwege frei. Er sprach mit ihr, und er schrieb für sie – ein Tagebuch.
Wenn jemand einen Schlaganfall erleidet wie Tanja Meinke oder ein Unfall ihn aus dem Alltag reißt, wenn eine Hirnerkrankung oder eine Operation ein künstliches Koma erforderlich macht – immer dann, wenn ein Patient über mehrere Tage bewusstlos auf der Intensivstation der Kieler Uni-Klinik liegt, beginnt Peter Nydahl ein Tagebuch. Gemeinsam mit den anderen Pflegern und Schwestern hält er darin fest, was Tag für Tag geschieht: welche Fortschritte der Patient macht, welche Untersuchungen nötig sind, wer zu Besuch kommt und wie das Leben draußen weitergeht. Die Tagebücher sollen den Patienten später ihre verlorene Zeit zurückgeben, die Lücke schließen, die in ihr Leben gerissen wurde.

Von außen betrachtet sind es gewöhnliche Ordner. Auf dem Deckel klebt ein Foto der Uni-Klinik – es könnten Akten aus der Krankenhausverwaltung sein. Aber das sind sie nicht. Man sieht es an den handschriftlichen Einträgen, die oft bewegend sind, denn auch die Angehörigen machen mit. Ihre Einträge, so Nydahl, sind die wichtigsten. Tanja Meinkes Mann Ralf schreibt am Abend des 4. Dezember:
Hallo, mein Sorgenkind!
Ich weiß jetzt, warum ich am Freitag so einen merkwürdigen Drang verspürte, Dir Blumen zu kaufen und Dir zu sagen, dass ich Dich liebe. Es ist jetzt Samstagabend, 20 Uhr, und nach fast 12 Stunden Bangen kann ich Dich endlich sehen. Es scheint alles gut zu sein! Wir fahren also gleich nach Hause – ich muss mit Mina sprechen, die weiß noch nichts … Morgen wollen sie Dich aufwecken. Ich werde da sein.
Ich liebe Dich.

Doch Tanja Meinke wachte nicht auf am nächsten Tag. Und auch am darauffolgenden nicht. Um ihr Gehirn zu schonen, ließen die Ärzte sie in einem künstlichen Koma. Eine Woche lang war sie bewusstlos. Danach folgten Tage, an denen man sie probeweise für einige Minuten aus dem Koma holte. Tanja Meinke hat aber keine Erinnerungen an diese Tage. Etwa zwei Wochen ihres Lebens fehlen ihr. Zwei Wochen vergingen zwischen dem letzten Anblick des Wäschekorbs und dem ersten bewussten Blick im Krankenhaus. Zwei Wochen, in denen Angehörige und Freunde an ihrem Bett standen und ihre Hand hielten, in denen draußen der erste Schnee fiel und die Tochter Mina zu Hause ohne sie das Nikolausgeschenk auspackte. "Es hat lange gedauert, bis ich begreifen konnte, dass dazwischen so viel Zeit vergangen war", sagt Tanja Meinke heute.

Viele Patienten haben Albträume oder Wahnvorstellungen

Es sind wahre Wunder, die die Intensivmedizin vollbringt. Aber was macht es mit einem Menschen, wenn er überlebt, aber einen Teil seiner Zeit verloren hat? Kann er überhaupt verstehen, was mit ihm geschehen ist? Was, wenn der Körper als geheilt entlassen wird, aber die Seele nicht mehr hinterherkommt? Diese Fragen stellte sich auch Peter Nydahl vor einigen Jahren. "Wir wissen ja gar nicht, was aus den Menschen wird, wenn sie später verlegt werden", sagt er. Nydahl tat sich mit seinem Kollegen Dirk Knück zusammen, der heute an der Klinik Hirslanden in Zürich arbeitet. Man könnte meinen, Pfleger haben mehr als genug zu tun, was sollen sie sich auch noch über den Verbleib ihrer Patienten den Kopf zerbrechen? Aber Nydahl und Knück ging die Sache nicht aus dem Kopf. Sie beschlossen, ehemalige Patienten zu besuchen, die bei ihnen auf der Intensivstation gelegen hatten. Das Ergebnis war erschütternd. "Denen ging es überhaupt nicht gut", sagt Nydahl. "Sie hatten Erinnerungslücken und oft auch sehr seltsame, verschwommene Erinnerungen an die Zeit auf der Intensivstation. Manche waren völlig verwirrt."

Die beiden Pfleger beschlossen, ein Konzept auszuprobieren, das Knück aus Skandinavien kannte. In Norwegen und Dänemark schreiben Pflegekräfte nämlich schon seit Jahren Tagebücher für Patienten, die im Koma liegen oder künstlich beatmet werden und deshalb sediert werden müssen. "Es ist eine große Hilfe für diese Patienten, wenn sie im Nachhinein rekonstruieren können, was mit ihnen geschehen ist. Es hilft ihnen zu verstehen", sagt Dirk Knück, der die ersten Tagebücher noch auf eigene Kosten im Copyshop drucken ließ.
Heute Nacht ist im Zimmer viel los gewesen, bei Ihnen wie auch bei Ihrem Nachbarpatienten war viel zu tun. Ständig brummt, piept und summt es. Ich weiß nicht, was Sie mit den Stimmen und Geräuschen verbinden. Frühere Patienten erzählten, sie hätten die Beatmungsmaschine als Dampfmaschine, die Matratze wie ein Schiff, die Geräte wie einen Supermarkt oder Flughafen wahrgenommen. Möglichkeiten zur Verwechslung gibt es viele.
Die Pflegekräfte beschreiben ganz bewusst auch die Geräusche und Reize im Krankenzimmer. Denn all die Apparaturen können für einen Menschen, der nicht bei vollem Bewusstsein ist, bedrohlich wirken. Es ist eine rätselhafte Welt, in der sich Patienten auf der Intensivstation befinden. Manche, die im künstlichen Koma liegen, haben wie Tanja Meinke später keine Erinnerung an diese Zeit. Für sie ist es, als hätte es diese Tage nie gegeben. Sogar an Momente des Wachseins, in denen sie schon auf der Bettkante saßen und ansprechbar waren, können sie sich nicht mehr erinnern. Andere Patienten bekommen dagegen weit mehr mit, als ihr Anblick vermuten lässt. Nur können sie die Eindrücke oft nicht richtig einordnen. Die Bewusstseinsstufen sind fließend. Viele Patienten sind nicht einfach völlig bewusstlos oder völlig wach. Sie befinden sich irgendwo dazwischen, in einem Nebel. Und das kann unheimlich sein. Auch wenn ein sedierter Mensch friedlich wirkt, können sich in seiner Innenwelt schreckliche Dinge abspielen. Viele Patienten haben Albträume oder Wahnvorstellungen. Manche fühlen sich verfolgt, fürchten um ihr Leben und fühlen sich sogar von ihren Angehörigen bedroht.

Mediziner vermuten, dies liege zum einen an den schweren Verletzungen oder Erkrankungen, die das Gehirn beeinträchtigen, zum anderen an den starken Nebenwirkungen der Medikamente und Schlafmittel. Das lange Liegen erschwert zudem die Körperwahrnehmung. Und letztlich sind die medizinisch notwendigen Maßnahmen oft unangenehm. All das kann zu seltsamen Empfindungen führen. Traum und Realität können für die Patienten auf beängstigende Weise verschwimmen. Sie bauen mitunter äußere Reize wie das Piepen der Monitore oder das Wimmern des Bettnachbarn in ihre Träume ein und bekommen Angst.
Bei ihrer Befragung hörten Nydahl und Knück erstaunliche Geschichten. Für manche ältere Männer klang das Klacken und Einrasten der Bettgitter wie MG-Feuer. "Sie dachten, sie wären wieder im Krieg", erzählt Nydahl. Ein anderer Patient hatte geträumt, er wäre ein Wal, der harpuniert würde – möglicherweise weil die Ärzte ihn beim Legen des zentralen Venenzugangs arg gestochen hatten. Eine Frau mit Drainage-Schläuchen im Brustkorb meinte, sie wäre entführt worden und würde immerzu mit Speeren in die Flanken gestochen. Und wieder ein anderer wähnte sich auf einem Schiff in Seenot, weil er in einem Spezialbett lag, das sich um bis zu 60 Grad neigte.
Es kommt vor, dass Patienten im Nachhinein von Erinnerungen an Dinge gequält werden, die überhaupt nicht geschehen sind. Ein Tagebuch, meinen Nydahl und Knück, helfe diesen Menschen, wieder daran glauben zu können, dass ihnen nichts Schlimmes zugestoßen ist und niemand ihnen Böses wollte. Es helfe auch, die bizarren Eindrücke zu ordnen und simple Erklärungen dafür zu finden. Beim gemeinsamen Lesen könnten Patienten und Angehörige ihre Wahrnehmung der Situation abgleichen und so wieder zueinanderfinden.
Das Personal ist freundlich und freut sich mit der ganzen Familie über jeden Fortschritt, den Du machst. Der Pfleger versicherte mir sogar, dass er Dich umsorge, als wärest Du seine Mama. Das ist doch großartig. Marianne und ich besuchen Dich jeden Tag und streicheln Dich und sprechen mit Dir und freuen uns richtig, wenn Du die Augen öffnest und uns anschaust. Wir alle unterstützen Dich mit Gedanken und Gebeten.
Diese Zeilen schrieb ein Mann aus der Schweiz in das Tagebuch seiner kranken Frau, um ihr zu versichern, dass sie nach ihrer schweren Herzoperation auf der Intensivstation gut aufgehoben war.

Weniger posttraumatische Belastungsstörungen

Erste Untersuchungen ergaben, dass Patienten mit einem Intensivtagebuch im Nachhinein seltener unter Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung litten als Patienten ohne Tagebuch. Auch war die Lebensqualität bei ihnen in den Monaten nach der Entlassung höher. "Die Tagebücher haben einen positiven Effekt, davon bin ich überzeugt", sagt die Psychologin Teresa Deffner, die auf der Intensivstation der Uni-Klinik Jena Patienten und Angehörige psychologisch betreut. Wie genau die Bücher wirken, sei allerdings unklar. "Es gibt noch keine stringente psychologische Theorie, die den Mechanismus erklären könnte", sagt Deffner. Das Konzept sei noch nicht ausreichend erforscht. Die Studien, die bislang existieren, seien zudem so unterschiedlich, dass man daraus kaum allgemeingültige Theorien oder Empfehlungen ableiten könne. Dennoch ist Deffner sicher: "Das Tagebuch gibt den Patienten im Nachhinein die Gewissheit: Da waren Menschen, die auf mich aufgepasst haben, die sich liebevoll um mich gekümmert haben."

Später zu lesen, dass andere da waren, dass sie gebangt haben und verzweifelt waren, das geht vielen Patienten sehr nahe. Auch vier Jahre nach ihrem Schlaganfall sagt Tanja Meinke: "Ich muss jedes Mal weinen, wenn ich das Tagebuch lese. Es berührt mich so sehr." Manchmal schafft sie nur ein paar Seiten, dann wird es zu viel. Sie sagt, sie sei froh, dass es ihn gebe, den roten Hefter, der heute zu Hause in ihrem Küchenregal steht. Einerseits. Andererseits wühlt es sie noch immer auf: der Gedanke daran, wie hilflos sie dagelegen hat, all die Tage, wie krank sie war. Es ist eine starke emotionale Wirkung, die man nicht unterschätzen darf. Das eigene Leid zu begreifen tut weh. "Manche realisieren beim Lesen erstmals, wie schlimm es um sie stand, dass sie fast gestorben wären", sagt Teresa Deffner.
Wenn ich nur wüsste, was Du in diesem Moment willst. Weiterleben und kämpfen, oder möchtest Du Deine Ruhe haben und gehen? Was bekommst Du in Deinem Tiefschlaf von Deiner Umwelt mit? Hörst Du uns? Fühlst Du uns? Diese Ungewissheit reißt mir beinahe das Herz aus dem Leib. Wir alle sind so hilflos. Wir stehen fassungslos an Deinem Bett. Ich habe Angst, Dich alleine zu lassen. Ich möchte in den nächsten Stunden immer an Deiner Seite sein.
Diese Sätze schrieb eine Frau in das Tagebuch ihres Vaters, der bei einem Unfall schwer verletzt wurde und in Lebensgefahr schwebte. Wie muss es sich anfühlen, später solche Worte über sich selbst zu lesen? Psychologen warnen: Man sollte die Patienten nicht allein damit lassen, sie im Idealfall beim Aufarbeiten begleiten. Auf keinen Fall dürfe man jemanden dazu drängen, sich mit der Erinnerung an seine Erkrankung auseinanderzusetzen. Jeder braucht seine Zeit. Manche Patienten wollen ihr Tagebuch erst ein Jahr nach ihrer Entlassung lesen, berichtet Peter Nydahl. Andere holen es nie ab. Vielleicht weil sie vergessen wollen, weil der Blick zurück zu schmerzhaft ist.
Dabei kann das Verstehen ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Genesung sein, glaubt Nydahl. "Viele Patienten sind ungeduldig." Ihnen gehe die Heilung nicht schnell genug. "Sie sehen nicht, wie groß die Fortschritte sind, weil sie ihren Gesundheitszustand mit dem von früher vergleichen." Das Tagebuch dokumentiert die volle Länge des Weges. Es hält die Momente fest, in denen ein Patient das erste Mal wieder aus eigener Kraft atmen konnte, in denen er die Hand des Pflegers drückte, die Augen aufschlug und erste Fragen beantworten konnte. All dies sind Meilensteine für einen Menschen auf der Intensivstation.
Was macht es mit den Angehörigen, wenn sie eine geliebte Person so hilflos und verletzlich sehen? Wenn sie an ein Bett mit Schläuchen und Maschinen treten und überwältigt sind? "Für die Familien ist das Tagebuch eine riesige Erleichterung", sagt Dirk Knück. Sie können sich ihre Sorgen von der Seele schreiben und zugleich eine wichtige Aufgabe erfüllen. Sie können etwas tun, das dem Kranken später helfen wird. Wenn den Angehörigen das klar werde, seien die meisten voller Enthusiasmus bei der Sache. Deshalb möchte Knück, dass mehr Menschen von den Intensivtagebüchern erfahren. "Wenn ich als Angehöriger davon weiß, kann ich es auch ohne Pfleger machen. Alles, was ich dafür brauche, sind ein paar Worte und ein Blatt Papier."
Die Angehörigen, das ergab kürzlich eine Studie aus Frankreich, empfinden das Tagebuch als wohltuenden Weg der Kommunikation. Sie haben das Gefühl, über das Schreiben eine Verbindung zu dem Menschen aufrechtzuerhalten, der da an Schläuchen vor ihnen liegt und so weit weg erscheint. Jemand habe das mal mit dem Schreiben von Briefen verglichen, sagt Peter Nydahl. Man schreibt an einen Menschen und weiß, dass der andere diese Zeilen einige Tage später lesen wird. Man wirft den Brief ein und weiß, bald wird er ankommen. So ist es auch mit den Tagebüchern. Die Kranken werden sie lesen können – nicht heute, nicht morgen, aber eines Tages, ganz bestimmt. "Es sind Dokumente der Hoffnung", sagt Peter Nydahl. Wer Briefe schreibt, der glaubt an eine Zukunft.
Hallo, Mami, ich bin gerade das erste Mal bei Dir und musste weinen, als ich Dich gesehen habe, aber vor Freude! Freude, dass ich Dich endlich wiedersehen konnte und Du da bist. Die letzte Zeit war schrecklich ohne Dich, ich habe gemerkt, dass ich ohne Dich nicht leben kann! Der Moment, als Papa mir sagte, dass Du wach bist und es Dir schon viel besser geht, war der schönste Moment in meinem Leben! Du bist mein Ein und Alles, Mama! Ich hoffe, ich kann Dich bald wieder in meine Arme schließen.
Tanja Meinkes Tochter schrieb diese Zeilen am 12. Dezember. Tanja Meinke kann sie heute lesen, wenn sie möchte und wenn sie sich stark genug fühlt. Aber was ist, wenn ein solcher Brief niemals ankommt? Manche Patienten auf der Intensivstation wachen nicht mehr auf, sie sterben. Es ist ein trauriger Gedanke, doch keine Zeile sei umsonst geschrieben, sagt Dirk Knück. Auch die Tagebücher der Verstorbenen helfen – denen, die zurückbleiben.

Knück erinnert sich noch gut an das erste Tagebuch, das er hat schreiben lassen. Ihm war eine junge Frau auf der Intensivstation aufgefallen. Sie kam jeden Tag, um ihren Vater zu besuchen. Der Mann war gestürzt und lag im Koma. "Jeden Tag saß die Tochter an seiner Seite und blickte verzweifelt auf die Monitore", erzählt Knück. "Sie hat so hilflos gewirkt." Da gab er ihr den Rat, an ihren Vater zu schreiben. Von da an saß die junge Frau jeden Tag bei ihm und schrieb – viele, viele Seiten. Der Vater aber hat nie lesen können, was seine Tochter ihm sagen wollte, seine Verletzungen waren zu schwer, er starb. "Eine Weile später hat mir die Tochter eine Kopie dieses Tagebuchs geschickt und einen Brief dazugelegt", erzählt Knück. Sie erklärte, das Schreiben habe ihr geholfen, das Ganze zu verstehen und loszulassen. In dem Brief stand: "Wissen Sie, die Zeit, die ich schreibend am Bett meines Vaters verbracht habe, war die intensivste Zeit, die ich je mit ihm verbracht habe."
* Name geändert
Erschienen in der ZEIT