Donnerstag, 23. Februar 2017

Politisch korrekt auch zu Karneval

von Thomas Heck...

Mit Karneval konnte ich noch nie was anfangen. Aufgewachsen in Berlin, hatte ich aber auch wenig Berührung damit, bis auf den obligatorischen Fasching im Kindergarten. Später bemerkte ich, dass es in vielen Gegenden Deutschlands Karneval gibt und dieser zelebriert wird. Dies muss man respektieren, dann aber bitte politisch korrekt. Da soll es doch Jecken geben, die sich als Neger, Indianer oder andere ethnische Gruppen verkleiden. 

Dagegen gilt es, sich zu engagieren. „Ich bin kein Kostüm!" ist eine Plakatkampagne, die vom Forum gegen Rassismus und Diskriminierung auch in Deutschland aufgegriffen und mit Geldern des Antidiskriminierungsverbands Deutschland, der Amadeus (sic!) Antonio Stiftung sowie dem Verein der Bundestagsfraktion DIE LINKE e.V. durchgeführt wird.








Glauben Sie nicht? Lesen Sie hier:


„Ich bin kein Kostüm!“ – So wird es an den Tagen des diesjährigen Straßenkarnevals auf den Infoscreens in den U-Bahnen zu lesen sein.

Denn einige Kostüme stärken rassistische und stereotype Bilder. Europäer_innen benutz(t)en diese Bilder, um Ausbeutung und Unterdrückung von bestimmten Menschengruppen zu rechtfertigen. Dies ist den wenigsten Träger_innen der Kostüme bewusst. Die Zeit des Kolonialismus und der sogenannten „Entdeckungen“, die mit Massenmorden und anderen Gräueltaten einhergingen, wird bislang nicht ausreichend aufgearbeitet. Das sog. „Indianderkostüm“ und andere diskriminierende und teils romantisierende Bilder bestimmter Gruppen geben die Älteren so immer wieder an die nächste Generation weiter.

Auch Menschen, die sich als Trans_Frauen*, im Karneval verkleiden, sind sich der stigmatisierenden Wirkung ihrer Kostümierungen wohl in den seltensten Fällen bewusst. Die Kostüme stärken Stereotype, die Ungleichbehandlungen rechtfertigen, jedes Jahr aufs Neue.

Eine Studierendengruppe of Color aus Ohio entschied sich aus diesem Grunde, eine Plakatkampagne zu initiieren. Die Kampagne soll Menschen dafür sensibilisieren, dass die Bilder, die die Kostüme wiederaufgreifen und sie zu „den Anderen“ machen, ihr Leben nachhaltig negativ beeinflussen und nicht „okay“ sind.

„Ich bin kein Kostüm!“ ist eine Plakatkampagne, die vom Forum gegen Rassismus und Diskriminierung auch in Deutschland aufgegriffen und mit Geldern des Antidiskriminierungsverbands Deutschland, der Amadeus Antonio Stiftung sowie dem Verein der Bundestagsfraktion DIE LINKE e.V. durchgeführt wird. Die Plakate wurden mit freundlicher Unterstützung der Ohio-Gruppe S.T.A.R.S zur Verfügung gestellt. Für die Betroffenen sind alltagsrassistische und diskriminierende Erfahrungen weder harmlos noch witzig. Ihre Stimmen vermehrt hörbar zu machen, eine neue öffentliche Diskussion anzuregen, in der auch Interessensvertretungen von Menschen of Color zu Wort kommen und neue kreative und inklusive Karnevalstraditionen zu ermöglichen, ist das Ziel dieser Plakataktion.

Der Druck von Plakaten und Postkarten ist für den 11.11.2017 geplant. Diese können dann von Multiplikator_innen genutzt werden, um das Thema bei Schulungen, Workshops, aber auch in alltäglichen Diskussionen aufzugreifen. Die Plakate können unter heruntergeladen und unter info@oegg.de vorbestellt werden (0,50 € pro Postkarte sowie 1€ pro Plakat zzgl.Porto).

Das Kölner Forum gegen Rassismus und Diskriminierung begleitet städtische Maßnahmen sowohl im Hinblick auf die Information und Aufklärung der Bevölkerung über Rassismus und Diskriminierung als auch im Hinblick auf die Beseitigung und Verhinderung von rassistischen Strukturen. Hierzu entwickelt es eigene Vorschläge, Initiativen und Projekte.

Die Pressemitteilung finden Sie hier

Die Plakate zum Herunterladen:






Kommentare:

  1. Es ist nicht mehr auszuhalten, wer hier in Deutschland heutzutage das Sagen hat. Man darf sich nicht mehr kostümieren, wie man will, könnte rassistisch sein. Man darf Frauen keine Komplimente mehr machen (s. NRW), weil das sexistisch wäre. Man verbietet bei einem Volksfest das Fleisch, weil man damit angeblich CO2 einspart, warum auch immer man das einsparen will. Man darf nicht ... und so weiter und so fort. Die Liste wird immer länger. Täglich werden wir immer mehr indoktriniert. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich denke, dass dieses Land verdient vor die Hunde zu gehen. Diese Typen sind dann die ersten, die es trifft. Hinterher kann man vielleicht Deutschland in ein paar Jahrzehnten später wieder aufbauen. Vielleicht.

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  2. Kostüme sind "rassistisch"?
    Da werden einfach irgendwelche Behauptungen aufgestellt und alle Welt nimmt sie ernst und glaubt sie - weil sie von Linken kommen? Die wissen alles und haben immer recht? Weil sie die Guten sind und automatisch über die richtige Weltanschauung, Ethik und Moral verfügen?

    Dabei suchen sich Menschen Kostüme nicht aus, um andere besser beleidigen oder herabsetzen zu können, sondern um sich als die zu verkleiden, die sie sich ausgesucht haben. Das ist ein harmloses Rollenspiel, und kein Rassismus. Für eine kurze Zeit gibt man seine echte Identität ab und verkleidet sich als jemand, der man gerne sein möchte. Astronaut, Scheich, Clown, Zigeuner, Polizist, sogar Katze usw.

    Das Problem bei dieser "Antidiskriminierungsgruppe" ist, dass sie wegen ihrer vermeintlich heren Einstellung nun überall nach dem Feind suchen, den sie bekämpfen können. Daraus ergibt sich aus neurologischen Gründen eine sogenannte Aufmerksamkeitsheuristik. D.h. man nimmt vermehrt wahr, worauf man achtet. Findet man keine eindeutigen Ereignisse, wendet man sich auch ähnlichen Fällen zu. In Ermangelung echter Nazi-Attacken auf unschuldige Afrikaner u.ä. sucht man nun nach den rassistischen Gedanken oder Einstellungen. Irgendwo muß er ja sein, der Feind!

    Dabei hätte ein echter wirklungsvoller Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung sehr viel zu tun. Richtig eingesetzt, müßte er das Verbot des Führerscheinerwerbs für Frauen in Saudi-Arabien z.B. bekämpfen. Oder die Weigerung bestimmter Männer, Frauen auch nur die Hand zu geben, oder von ihnen Arbeitsanweisungen entgegen zu nehmen. Überall in islamischen Staaten werden Frauen, Homosexuelle und Christen diskriminiert, sogar mit dem Tode bedroht. Das ist ein sehr breites Aufgabenfeld für wirkliche Antdiskriminierungskämpfer. Hier wäre Aufklärung und Widerstand sehr vonnöten.
    Aber es gäbe auch sehr viel Widerstand von Seiten dieser Diskriminierer! Die ließen sich solche Weltrettungsbemühungen nicht so ohne weiteres gefallen. Da stürzt man sich dann schon lieber auf harmlose Westler, die sich ohnehin gerade in einer Phase massiven Schuldgefühls und des Glaubens, sie seien die "schlimmste Heimsuchung dieses armen Planeten" befinden.
    Ist einfacher und bringt garantiert viel Anerkennung und Aufmerksamkeit.
    Bringt aber nicht wirklich etwas. Die echten Diskriminierungsopfer leiden weiter.

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  3. "Das bin nicht ich, und das ist nicht ok." Ich WILL auch nicht als DU an den Karneval gehen.... Was soll daran falsch sein, mich als jemand anderen, als du es bist zu verkleiden? Du verkleidest dich ja auch nicht als ich und trotzdem lasse ich dich in Ruhe.

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