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Mittwoch, 4. Februar 2026

Das Gaza-Bilderbuch - Die andere Ebene der Realität

Drohnenaufnahme einer Trümmerlandschaft mit zerstörten Häusern.
Das zerstörte Rafah an der Grenze zu Ägypten. [24.01.2025, Anadolu Agency, Hassan Eslaiah]

Für verschiedene Beiträge hatte ich einige Bildrechte gekauft. Die ich dann auch nochmal gesondert auf dem X-Account und der Facebook Fanpage gepostet hatte. Und die zu ermüdend vorhersehbaren Anfeindungen führten.
Machen wir es richtig…

Initialzündung dieses Projektes U.M. war es, Medienmeldungen zum Krieg zu erklären. Falschmeldungen, Fehlinterpretationen und mangelndem Fachwissen zu widersprechen. Laien zu erklären, was sie da in den Medien und auf Social Media sehen, hören und lesen.
Dann kam der Gazakrieg hinzu und die Flut von Propaganda bekam eine neue Dimension.

Im Grunde bin auch ich Journalist. Auch wenn ich mich nicht so sehe oder bezeichne. Ich betreibe das hier hauptberuflich und professionell.
Ich kaufe teuer Bildrechte für meine Beiträge. Das kann für ein Kontingent auch mal fünfstellig werden.
Ich erwähne das nur aus zwei Gründen.

Zum einen, um deutlich zu machen, dass ich die absolut gleichen Quellen nutze, wie alle anderen Medien auch. Nur dass ich nicht ein paar Tausend für ein Sattelitenbild ausgeben kann. Oder so viele Bilder in einen normalen Beitrag „investieren“ kann, wie hier.

Zum anderen, dass alle großen Medien locker das könnten, was auch ich mache.

Deshalb nutze ich im Kontext des Gazakrieges diese Bilder gerne dazu, um die schleichende Propaganda zu widerlegen. Warum ich sie „schleichend“ nenne, wird gleich klarer.

Israel lässt derzeit keine Journalisten einfach so in den Gazastreifen. Das ist – entgegen der Darstellung der Propaganda und der selbstwertdienlichen Medien – völlig normal.
Seit dem legendären Walter Cronkite und dem Vietnamkrieg lässt keine Streitkraft der Welt mehr Journalisten frei durch ein Kampfgebiet laufen. Jeden Abend konnten die US-Amerikaner bei Mac and Cheese anderen und vor allem den eigenen Soldaten beim Sterben zusehen. Ohne zu verstehen, worum es überhaupt geht. Keine gute Presse.

Und der Gazastreifen ist eine einzige Kampfzone. Nicht einmal eine große. Er ist etwa 40km lang und an der engsten Stelle nur 6km breit. Was bedeutet, die IDF (Israel Defense Forces) könnten mit der Artillerie jeden Punkt zu Klump schießen, ohne überhaupt da rein zu müssen.
Alleine der heiß umkämpfte Rest von Donezk, den Russland eigentlich schon im September 2022 annektiert hatte und an dem die Russen sich bis heute aufreiben, ist viel größer. Viel.
Der Gazakrieg ist Urban Warfare.

Also ist jedes Bild, jedes Video, dass wir gerade im Fernsehen oder im Internet sehen, auch von Palästinensern gemacht. Mit sehr sehr wenigen Ausnahmen.

Was wir sehen, ist gefiltert!

Also durchlaufen diese Bilder, die wir zu sehen bekommen, Filter.

• Der erste Filter ist, dass die Palästinenser natürlich dazu geneigt sind, das Dramatische zu fotografieren. Die Zerstörung, das Leid, das Elend.
Selbst wenn wir keine böse Absicht unterstellen, werden sicher mehr Aufnahmen davon gemacht, was den Menschen wichtig erscheint. Denn das verkauft sich.

• Der zweite Filter ist, dass die Diktatur der Hamas natürlich eine Vorauswahl trifft.
Das funktioniert nicht so schön deutsch-bürokratisch, wie die Nazis das sicher hinbekommen hätten. Aber wer im Gazastreifen als Fotograf oder „Journalist“ unterwegs ist, der wird schon wissen, mit welchen Aufnahmen er sich Ärger einhandeln könnte.

Im Kontrast dazu stehen die Bilder, welche die Palästinenser selber veröffentlichen, um Beispielsweise ihr neues Café auf Instagram zu bewerben. Denn wer gerade so etwas betreibt oder überhaupt noch betreiben kann, der wird mindestens gut mit der Hamas stehen und seine „Steuer“ oder sein Schmiergeld (Rishwa) abdrücken.

Ich empfehle gerne die Kanäle von Imshin , die auf Instagram und X solche Veröffentlichungen von Palästinensern zitiert. Und selbst dafür schon als „Radikale“ bezeichnet wurde.

• Der dritte Filter ist, was an die Agenturen verkauft wird. Oder in Kooperationen mit Medienhäusern wie BBC, NBC oder New York Times. Aber auch deutsche Medien. Die immer wieder dabei ertappt werden, Beiträge mit oder von Hamas-Mitgliedern oder „Affiliierte“ übernommen zu haben.

Das Titelbild dieses Beitrags zeigt übrigens die Trümmerlandschaft von Rafah, ganz im Süden des Gazastreifens. Wo die Zerstörung extrem ist.
Vertrieben wird es – wie sehr viele dieser Bilder – über die 
staatliche Anadolu Agency (Anadolu Ajansı) in der Türkei. Die Türkei verdient also gerade am Gazakrieg.
Aufgenommen wurde es von Hassan Eslaiah. Dem „Journalisten“, der am 10/7 die Grenze zu Israel mit überschritten hat. Und dessen Ruf später etwas darunter gelitten hat, dass ein Selfie von ihm auftauchte, auf dem er vom Chef der Hamas im Gazastreifen 
Yahya Sinwar ein Bussi bekommt.

Der Mann hinter dem Krieg: Yahya Sinwar
Er ist der Mann, der hinter dem Terroranschlag auf Israel steckt. Er ist der Mann, der als Chef der Hamas den Krieg steuert. Und hinter Yahya Sinwar steckt eine…
Steady icon Steady

• Der vierte Filter ist dann, was die Medien kaufen. Also die Tagesschau, der Spiegel oder auch ich.
Und wenn die Tagesschau über den Gazakrieg berichten will, wird sie natürlich kein Bild kaufen, auf dem spielende Kinder am Strand zu sehen sind. Sondern Bilder der Zerstörung.

Diese Filter sorgen dafür, dass wir manipuliert werden.
Das ist keine geheimnisvolle Verschwörung. Wie pro-palästinensische Propagandisten dann gerne unterstellen, was man angeblich damit behaupten wollte. Es ist systemisch. Es ist ein System von gelenkter Kommunikation und von Angebot und Nachfrage.

Diese Manipulation erinnert mich stark an den Fim Clockwork Orange von dem Meister Stanley Kubrick von 1971. Der gewalttätige Protagonist Alex wird so lange gezwungen sich Videos von Gewaltdarstellungen anzusehen, bis er einen Ekel vor Gewalt entwickelt. Aversionstherapie. Die Masse macht es.

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Clockwork Orange: Aversionstherapie durch Dauerbeschallung

Für mich nicht mehr zu zählen, wie vielen durchaus erreichbare Menschen ich online begegnet bin, die der festen Überzeugung waren, im Gazastreifen würde nichts mehr stehen und alle seien vom Hunger- oder Kältetod bedroht.

Die üblichen Vorwürfe

Eine Abwehrreaktion stelle ich immer dann fest, wenn ich Fotos aus dem Gazastreifen veröffentliche, die diesen Filtern widersprechen. Die ungewohnt sind. Die Narrative in Frage stellen.
Das reicht meist schon für Anfeindungen, Beleidigungen und Drohungen.

Der häufigste Vorwurf ist überraschenderweise nicht, die Bilder seien getürkt. Was heute mit den Buchstaben KI etikettiert wird.
Der häufigste Vorwurf ist, ich wolle damit behaupten, die Zerstörung im Gazastreifen habe nicht stattgefunden. Oder sei „halb so wild“.

Der sicher nächst-häufige Vorwurf ist, ich wolle etwas verharmlosen.
Das ist absurd. Selbst wenn bis jetzt, wie von der Hamas angegeben, 71.000 Menschen getötet worden sein sollten, entspräche das etwa 3,5% der Bevölkerung. Im gleichen Zeitraum wurden mehr Menschen geboren. So etwas hält eine Gesellschaft schon aus.

Ich leugne nicht. Ich verschließe nicht die Augen.
Ich relativiere. Was ursprünglich nichts anderes bedeutet, als etwas in eine Relation zu setzen. Abstraktionsvermögen, Wissenschaft und rationales Denken tut so etwas ständig.

Lassen Sie sich für einen Moment entführen.

Das Gaza-Bilderbuch - Die andere Ebene der Realität

Bildunterschriften beachten!
Quelle aller Bilder mit Datum, Agentur und Fotografen angegeben.

Für den meisten Zorn sorgte wohl das Foto mit dem Pferd am Strand von Gaza.
Dieses Bild ist erstmal nur ein Bild. Es impliziert nichts.
Zu denken, ich wolle damit unterstellen, dass Palästinenser alle reich genug sind um sich Pferde zu halten, ist infantil.

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Ein Palästinenser beim Strandritt vor Gaza. [16.01.2025, APA Images, Omar Ashtawy]

Einige Palästinenser halten Pferde, die sie dann gegen eine Gebühr am Strand an „Touristen“ vermieten. Oder auf denen sie Kinder reiten lassen. Völlig normal in Ägypten und selbst an spanischen Stränden.

Dass das Bild auf einige KI-generiert wirkt, hat wohl eher damit zu tun, dass sie mit vielem gerechnet haben… Aber nicht mit einem Ausritt am Stand von Gaza.
Solche Aufnahmen kommen sehr einfach zustande, mit einer schnellen Verschlusszeit und einer aufgerissenen Blende. Das kann heute jede halb-gute Digitalkamera.

Von diesem einen Ausritt gibt es sogar eine ganze Fotostrecke von verschiedenen Fotografen. Schwer, so etwas zu fälschen und es dann noch einer Medienagentur anzubieten.

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Touristenpferde am Strand von Gaza. [16.01.2025, ohne Agentur, Rizek Abdeljawad]

Ja, da stehen auch Strandstühle:

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Zwei Kinder auf Ausritt am Strand in der Nähe des Hafens von Gaza-Stadt. [13.11.2025, ohne Agentur, Hashem Zimmo]

Und selbstverständlich gibt es das auch mit Kamelen. Die arabisierten Romantik ist sicher ein gutes Geschäft.

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Ein Ritt für die Kleinen auf einem Kamel am Strand von Deir El-Balah. [29.08.2025, Anadolu Agency, Hassan Jedi]

Man kann auch entspannt bei einer Shisha den Sonnenuntergang genießen.

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Blick vom Shisha-Café auf den Sonnenuntergang und den Strand von Gaza-City. [16.01.2026, ohne Agentur, Rizek Abdeljawad]

Und während die Hamas und auch Europäer auf Social Media verbreiten, im Gazastreifen würden Kinder erfrieren, spielt man derweil am Strand barfuß Fußball.

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Junge Palästinenser spielen am Strand von Gaza-Stadt Fußball. [30.01.2026, Anadolu Agency, Anas Zeyad Fteha]

Die Bilder unterscheiden sich von vor einigen Monaten. Aber nur, weil es vorher wärmer war.
Separees mit eleganten Sonnenschirmen für Familien, zum Teil mit Bedienung. Während alle Lebensmittel ausschließlich über Hilfslieferungen in den Gazastreifen kamen.

Die Frage darf erlaubt sein, wer dort saß: Familien der Hamas und Mitläufer, oder diejenigen, die jetzt in Zelten hocken und Motive für die Elendsbilder sind, die wir dann zu sehen bekommen.

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Strandleben wie in Nizza. [29.08.2025, Anadolu Agency, Hassan Jedi]
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Nur für die Eliten und Hamasi? Eher nicht. [29.08.2025, Anadolu Agency, Hassan Jedi]

Denn die gehörten meist auch vorher schon zur Unterschicht. Sie sitzen einen Steinwurf entfernt in den Zelten, die uns in Bildern präsentiert werden. Von denen wir dann bereitwillig annehmen, der ganze Gazastreifen würde so aussehen. Und die dann mit Millionenspenden und von der UN umsorgt werden, ohne die anderen Palästinenser in eine solidarische Pflicht zu nehmen.

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Die humanitäre Zone Al-Mawasi am Strand von Chan Yunis, rechts ein Zelt mit UNICEF-Emblem. [29.12.2025, APA Images, Tariq Mohammad]

Nochmal als Kontrast: Dieses Foto wurde auf dem Höhepunkt der Kampagne gemacht, im Gazastreifen würden Menschen verhungern…

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Ein Junge mit Skimboard am vollen Strand von Deir al-Balah. [29.08.2025, Anadolu Agency, Hassan Jedi]

Generell scheint am Strand bei Gaza mehr los zu sein, als man wohl so allgemein vermutet. Man kann Angeln, sich mit Freunden zusammensetzen und den Sonnenuntergang genießen.

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Dieses Bild wurde anscheinend schon aus der Datenbank genommen, hat sich wohl nicht so gut verkauft. [16.01.2025, ohne Agentur, Rizek Abdeljawad]

Fischerjungen bereiten die Netze vor. Es könnte aus Griechenland oder Spanien stammen. Ist aber aus dem angeblich genozidalem Kriegsgebiet.

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Fischerjungen bereiten die Netze am Strand von Deir El-Balah vor. [19.09.2025, Agentur und Fotografen finde ich grad nicht]

Ein Blick auf die Märkte lohnt in Nahost immer. Es gibt einen Eindruck von der Vitalität einer Gesellschaft.

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Der Omar Mukhtar Markt in Gaza-Stadt nach Sonnenuntergang. [31.12.2025, APA Images, Omar Ashtawy]

Nur, damit wir uns richtig verstehen: Auf diesem Markt wurden tagsüber auch weihnachtliche Outfits für Kinder verkauft. Während Israel angeblich monatelang nichts in das „Freiluftgefängnis“ gelassen hat.

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Der Omar Mukhtar Markt in Gaza-Stadt. [31.12.2025, Anadolu Agency, Saeed M. M. T. Jaras]

Die Marktstraße in Nuseirat einen Monat zuvor.

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Die Marktstraße von Nuseirat im mittleren Gazastreifen. [28.11.2025, Anadolu Agency, Hassan Jedi]

Noch aktueller?
Gerne. Nuseirat vor zwei Wochen.

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Die Marktstraße von Nuseirat vor einigen Tagen. [20.01.2026, Anadolu Agency, Moiz Salhi]

Und zur Sicherheit die gleiche Marktstraße von oben.

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Die Marktstraße von Nuseirat vor einigen Tagen. [29.10.2025, Anadolu Agency, Hassan Jedi]

Gerne nochmal: Richtig sind auch solche Bilder.
…aber wo kommen plötzlich die intakten Häuser im Hintergrund her?

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Der zerstörte Firas Markt in Gaza-Stadt, in dem sich Kombattanten verschanzt hatten. Eine Planierraupe bei Aufräumarbeiten. [09.12.2025, ohne Agentur, Eyad Azam]

Schön, wie schnell das Verhungern überwunden wurde. Sogar mit frischem Obst und Gemüse.
Gemüse, das auch vor dem Krieg in der Menge gar nicht im Gazastreifen angebaut werden konnte und über Israel, teilweise von Israel, teilweise aus Israel importiert wurde.

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Ein Marktstand in Nuseirat. [20.01.2026, Anadolu Agency, Moiz Salhi]

„Na ja“, könnte man nun denken, „das ist ja nach der Waffenruhe. Und nachdem Israel Lebensmittel wieder durchlässt.“
(Es ist übrigens eine Wafenruhe, kein Waffenstillstand und kein Frieden!)

Wagen wir einen Abgleich.

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Der Markt in Deir al-Balah [25.10.2024. APA Images, Omar Ashtawy]

Ein Marktstand auf dem gleichen Markt in Deir al-Balah, drei Monate später. Mit Avocados und Bananen, die sicher nicht im Gazastreifen angebaut wurden.

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Avocados in Deir al-Balah [19.01.2025, Anadolu Agency, Ali Jadallah]

Zu gemüselastig?
Jeder Deutsche weiß: Brot muss sein!

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Bäckerei des World Food Programmes der UN im Gazastreifen [22.05.2025, Anadolu Agency, Ali Jadallah]

Man konnte auch schön mit dem Sohn shoppen gehen.

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Schuhladen wie in Andalusien [07.08.2025, ohne Agentur, Saeed Jaras]

Bevor ich es vergesse… Einige hatten sich darüber erregt, dass ich ein Foto vom Goldmarkt in Gaza veröffentlicht hatte. Denn schließlich sei Gold in Nahost eine normale Geldanlage.
Das ist völlig richtig. Nicht nur in Nahost. Derzeit wird überall so viel Gold gekauft und gebunkert wie lange nicht. Allgemeine soziale Verunsicherung ist in Gold und Klopapier messbar.

Aber wenn man von der UN, Medien und Social Media dauerbeschallt wird, dass in einem Siedlungsgebiet - mit Einwohnern in der Größenordnung von Hamburg - mit Spenden versorgte Menschen verhungern und erfrieren, weil Israel nichts durchlässt, muss man da nicht für einen Augenblick innehalten und sich fragen, warum es dort einen „Gold Basar“ gibt?

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Goldmarkt in Gaza-City (Qissariya Market). [28.01.2026, Anadolu Agency, Khalil Ramzi Alkahlut]
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Goldmarkt in Gaza-City (Qissariya Market). [28.01.2026, Anadolu Agency, Khalil Ramzi Alkahlut]
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Goldmarkt in Gaza-City (Qissariya Market). [28.01.2026, Anadolu Agency, Khalil Ramzi Alkahlut]

Die Amarena-Kirsche auf dem Sahnehäubchen

Hinsetzen und verdauen:
Das Bild unten zeigt den Ansturm auf einen Handy Shop bei Nuseirat zum Start des iPhone 17. Das im Gazastreifen etwa 2300$ kostet. Dollar. Nicht Israelische Schekel, die übliche Währung.

Während Europäer herumlaufen und erzählen, die Gaza-Palästinenser würden verhungern.

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Ansturm auf einen Handy Shop bei Nuseirat zur Markteröffnung des iPhone 17. [28.11.2025, Anadolu Agency, Hassan Jedi]

Einzeltreffer? selektiv? Von mir ausgesiebt?
Es kann jeder selber abgleichen.
Bei jedem Stock-Anbieter wie Getty muss man nur entsprechend suchen, und man bekommt tausende Ergebnisse. Bilder und Videos.

Ich bin kein Kunde bei Getty, nicht angemeldet und habe es ausprobiert:

Bild
Ergebnis der spontanen Suche auf Getty-Images, ohne Anmeldung und wo ich nur sehe, was jeder andere auch sehen kann.

Man kann auch alle hier veröffentlichten Bilder prüfen.

Die systemsiche Manipulation

Ich könnte tausende solcher Fotos bringen.
Jeder könnte das. Jeder könnte sie finden. Jeder könnte sie veröffentlichen.

Die Medienkompetenz ist in der breiten Öffentlichkeit nicht ausgeprägt genug, das zu prüfen und zu verstehen. Und für eine Plattform wie dieser ist es zu teuer, so viele Bilder zu bringen.

Um es nochmals sehr deutlich zu sagen:
Das bedeutet nicht, dass es im Gazastreifen kein Leid gibt. Selbstverständlich gibt es das. Es ist Krieg. In jedem Krieg gibt es Leid.

Aber es bedeutet, dass die Bilder, die wir durch die Medien sehen, Filter durchlaufen haben. Und vielleicht nicht „die Wahrheit“ abbilden. Es bedeutet, dass zwei Wahrheiten gleichzeitig existieren können.
Und es bedeutet, dass wir zumindest hinterfragen sollten, ob die Narrative der Verhungernden und Erfrierenden stimmen können. Ob unser Bild im Kopf wirklich der Realität entspricht.

Oder ob wir nicht doch irgendwie manipuliert sind.

Es war mir ein Bedürfnis, das einmal deutlich abzubilden. Weshalb ich diesen Beitrag bewusst ohne Bezahlschranke veröffentliche. Obwohl er für mich sehr teuer war.

Sie können meine Arbeit unterstützen. Ohne Nepp, ohne Kündigungsfrist oder ähnliches, ab 4,99€ pro Monat. Wofür Sie dann auch alle Beiträge hinter Bezahlschranke und die Newsletter lesen und mir per PN Fragen stellen können. Auf einer deutschen Plattform, nach europäischen und deutschen Gesetzen, keinem US-Konzern.


Erschienen auf steady.page


Dienstag, 13. Januar 2026

Antifa vs. Migrantifa: Leipzig als Brennspiegel politischer Polarisierung

von Thomas Hartung

Ständige Konfrontationen mit der Polizei, neuerdings auch untereinander: Linksradikales Milieu in Leipzig-Connewitz



Leipzig galt lange als freundliche Studentenstadt mit Bach-Fest und Buchmesse. Heute ist die Stadt ein Brennspiegel: Wer wissen will, wie sich politische Konflikte verdichten, wie Gewalt legitimiert und delegitimiert wird, muss nach Leipzig schauen. Hier trifft linke Militanz auf migrantischen Antisemitismus, eine selbstbewusste jüdische Szene auf eine aggressive Kinder-Kultur, christliche Gemeinden auf eine Buttersäure-Antifa – und einen Staat, der seine Empörung sehr selektiv verteilt. Der jüngste Vorfall wirkt wie eine bittere Pointe: Eine Gruppe von acht Kindern greift das jüdische Café „HaMakom“ an. Zwei Jungen reißen zunächst eine Israelfahne herunter, kehren dann mit Verstärkung zurück, bewerfen eine Mitarbeiterin mit gefüllten Plastikflaschen und verletzen sie, versuchen ins Café einzudringen und beschädigen eine Scheibe. Dabei skandieren sie „Fuck Israel“. Die identifizierten Täter sind zehn und elf Jahre alt, polizeibekannte Intensivtäter mit russischer und südsudanesischer Staatsangehörigkeit; die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Volksverhetzung.

Brisanter könnte der Ort kaum sein: Das angegriffene Café versteht sich als „Ort jüdischen Lebens, Begegnung und persönlicher Aufarbeitung“, Teil einer Ausstellung über jüdisches Leben, Antisemitismus und Holocaust in Leipzig – in einer Stadt, die 2026 unter dem Motto „Tacheles – jüdisches Leben“ an sich selbst arbeitet. Leipzig zeigt hier die neue Konstellation: Antisemitismus ist offiziell geächtet, in der Praxis aber weitgehend importiert und entkoppelt von der Bildsprache „Nie wieder“. Der Feind steht nicht mehr in SA-Stiefeln vor der Synagoge, sondern trägt Kinderjacke, Migrantenbiographie und Smartphone. Der Staat reagiert – aber ohne das Problem wirklich benennen zu wollen, weil es nicht in das Monopolbild vom „Rechtsextremismus“ als Hauptquelle des Judenhasses passt.

Christenverfolgung von links

Keine zwei Kilometer weiter, in einem unscheinbaren Viertel, erlebt eine christliche Gemeinde ebenfalls eine andere Form von Hass: Das „Stay“-Café der Zeal Church wurde seit November 2022 mindestens 22-mal angegriffen: Scheiben wurden eingeschlagen, Farbe, Schmierereien. An Heiligabend 2025 bohren Täter ein Loch in die Frontscheibe und injizieren einen halben Liter Buttersäure – das Café ist nun auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die Botschaft ist eindeutig: Ihr seid hier nicht erwünscht. Hier kommen die Täter aus der linksextremen Szene. Auf “Indymedia” begründen sie die Anschläge offen damit, das Café sei von „fundamentalistischen“ und „erzkonservativen“ Christen getragen, stehe für „Queerfeindlichkeit und Misogynie“ und müsse daher „in den Ruin getrieben“ werden. Ziel ist nicht mehr Kritik oder Protest, sondern Vernichtung – eine Wortwahl, die man sonst aus antifaschistischen Aufrufen gegen vermeintlich „rechte“ Läden kennt.

Dasselbe Muster zeigt sich auch andernorts: In Kassel wurde eine Freie Evangelische Gemeinde verwüstet, Fenster zertrümmert, die Parole „218 abtreiben!“ an die Fassade gesprüht. Wer am christlichen Lebensschutz festhält oder nicht zum Regenbogenchor gehört, wird zur „Feindstruktur“ erklärt – und darf nach Ansicht der Szene folgerichtig mit allen Mitteln bekämpft werden. Doch gerade Leipzig steht aktuell exemplarisch für eine neue Form innerdeutscher Christenverfolgung: nicht vom Staat orchestriert, aber von Teilen der linken Szene betrieben und vom bürgerlich-linken Milieu mit bemerkenswerter Gelassenheit hingenommen. Kirchen, die sich nicht zum Zeitgeist bekennen, gelten nicht als Schutzobjekte, sondern als legitime Ziele moralischer Gewalt.

Connewitz: Mythos „antifaschistischer Schutzwall“ – und innerlinker Bürgerkrieg

Der Stadtteil Connewitz ist seit Jahren Projektionsfläche dieses Milieus. In den 1990ern durch Hausbesetzungen von Punks und Autonomen zur „antifaschistischen Hochburg“ stilisiert, bekam er vor fast exakt zehn Jahren seinen Gründungsmythos, als Hunderte Neonazis den Stadtteil überfielen und Läden verwüsteten. 217 wurden am Ende angeklagt, mittlerweile haben fast alle ihr rechtskräftiges Urteil. Ein Verfahren wurde eingestellt, da der Angeklagte verstorben ist. Außerdem gab es zwei Freisprüche. Alle Verurteilten wurden wegen Landfriedensbruchs bestraft, zum Großteil kamen sie mit Bewährungsstrafen davon. Seitdem aber gilt für das dort ansässige linke Milieu: Wir sind die Belagerten – also ist jede Gegenaggression Verteidigung! Doch tatsächlich ist Connewitz längst Ausgangspunkt einer eigenen Gewaltökonomie: Silvesterkrawalle, Angriffswellen auf die lokale Polizeiwache, brennende Barrikaden, gezielte Attacken auf Beamte – all das gehört zur Jahresroutine. Nach dem Urteil gegen die linksextreme Gewalttäterin Lina E. wird Leipzig zum Schauplatz eines „Tag X“, an dem Steine, Flaschen und Molotowcocktails fliegen.

Neu ist nun, dass die Szene sich selbst spaltet – und zwar entlang des Nahostkonflikts: Für den 17. Januar 2026 ist eine Demo „Antifa heißt Free Palestine“ mitten in Connewitz angekündigt: “antiimperialistische” Bündnisse, Gruppen wie “Handala Leipzig”, “Students for Palestine” und “Migrantifa Leipzig” wollen gegen die „antideutsche“ Szene aufmarschieren, die sich ausdrücklich mit dem Staat Israel solidarisiert. Die Organisatoren brandmarken Connewitz in ihrem Aufruf als „weiße Zone“: ein Viertel, in dem die „antideutsche“ Linke proisraelische Hegemonie ausübe und palästinasolidarische Menschen seit dem 7. Oktober 2023 unter Druck setze. Als zentrale Feindorte gelten ihnen das linke Abgeordneten- und Projektbüro „linXXnet“ und der Club “Conne Island” – beides bisher ikonische Orte der Szene. Die Demo-Route wird bewusst an diesen Adressen vorbeiführen. Nach übereinstimmenden Angaben sollen 1.000 Polizisten zum Einsatz kommen, um beide Lager zu trennen.

Linke Gewalt gegen „rechte Firmen“

Damit verschiebt sich der Fokus: Nicht mehr nur Polizei, „Nazis“ oder Immobilienfirmen, sondern neuerdings linke Einrichtungen selbst geraten ins Visier. Die sächsische Links-Landesarbeitsgemeinschaft „Shalom“ ruft ihrerseits zur Gegendemo auf und warnt vor „autoritären und antisemitischen Gruppen“. Juliane Nagel, prominente Linke-Abgeordnete aus Leipzig, sieht ihr Viertel und „linke Räume“ bedroht – und wirft den Palästina-Bündnissen Spaltung im Sinne von Rechten und Staat vor. Während also der linke Bürgerkrieg um die richtige Haltung zu Israel tobt, kommentieren die „Freien Sachsen“ die Palästina-Demo als willkommene Attacke auf die „Antifa-Hochburg Connewitz“. Die einen marschieren gegen „weiße Zonen“, die anderen zur Verteidigung „linker Orte“ – und die Rechten klatschen und halten sich zurück.

Connewitz wird so zur Drehscheibe einer dreifachen Polarisierung. Erstens steht migrantischer und antiimperialistischer Antisemitismus gegen „antideutsche“ Israel-Solidarität. Zweitens hat sich eine autonome Gewaltkultur gegen Polizei, Christen und Unternehmer etabliert. Und drittens findet sich eine rechte Peripherie, die zusieht, wie der Lieblingsfeind sich selbst zerlegt – ohne dass die Stadt eine klare Linie gegen jede Form politischer Gewalt findet. In dieses Bild fügen sich die Anschläge auf sogenannte „rechte Firmen“ ein: Linksextreme zünden die Baumaschinen einer Immobilienentwicklerin an, greifen später eine Mitarbeiterin tätlich an; die Polizei spricht von einer „neuen Qualität linker Brutalität“. Jüngst gehen LKW der Firma Rothkegel in Flammen auf, ein “Indymedia”-Schreiben rechtfertigt dies mit angeblichen Kontakten des Unternehmers zur “rechten Szene”. Das LKA ermittelt wegen politischer Motivation. Und Parallel dazu tritt die wieder sogenannte „Hammerbande“ aus dem Schatten – jenes Netzwerk „Antifa-Ost“, dessen Geschichte exemplarisch zeigt, wie weit sich der linksextreme Gewaltkorridor von Leipzig aus inzwischen erstreckt. Seit Jahren attackiert die Gruppe tatsächliche und vermeintliche „Nazis“ mit Hämmern, Schlagstöcken und vermummten Überfallkommandos; mehrere Opfer erleiden Schädelbrüche und schwere Kopfverletzungen. Die Bundesanwaltschaft wirft den mutmaßlichen Mitgliedern nicht nur gefährliche Körperverletzung, sondern in mehreren Fällen versuchten Mord vor und spricht von einer kriminellen Vereinigung.

Extremistisches Memorandum in der “taz”

Diese Woche beginnt vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der nächste Großprozess gegen sechs Angeklagte der Gruppe unter anderem aus Leipzig, denen Angriffe auf Rechtsextreme beim „Tag der Ehre“ in Budapest 2023 sowie ein koordinierter Überfall auf mehrere Thor-Steinar-Läden und Neonazis in Erfurt, Magdeburg, Halle und Schwerin zur Last gelegt werden. Bemerkenswert ist, wie tief die Personalien dieser Szene in das Leipziger Umfeld hineinragen: Unter den Beschuldigten finden sich Personen, die in der Stadtverwaltung, in sozialen Projekten oder im akademischen Milieu andocken konnten und dem staatsgeförderten NGO-Umfeld zuzurechnen sind. Zugleich mobilisiert die linksradikale Szene in Connewitz Solidaritätsdemos, während Ungarn und die USA die „Antifa-Ost“ inzwischen als Terrorgruppe einstufen.

Die “taz” wiederum druckt pünktlich zum Prozessauftakt eine ausführliche Erklärung „einiger der vom GBA verfolgten Antifaschist*innen“, in der der Mordvorwurf als „politisch motivierte Eskalation“ verspottet wird, zugleich aber ein selbstbewusstes Bekenntnis zu militantem Antifaschismus abgelegt wird – als sei die Frage, ob man politischen Gegnern den Schädel einschlagen darf, in erster Linie eine Frage der historischen Perspektive.

„Auch wenn gewaltvoller Widerstand gegen Nazis heute von vielen moralisch abgelehnt wird, kann seine historische Bedeutung nicht geleugnet werden“, heißt es da etwa. Es sei leicht, moralische Urteile über jene zu fällen, die Gewalt anwenden. Doch vor dem Hintergrund historischer Erfahrungen „ist die Frage, die sich alle Demokratinnen und Demokraten stellen sollten, bis zu welchem Punkt man das staatliche Gewaltmonopol schwerer gewichtet, als die Notwendigkeit, Faschismus zu bekämpfen“. Das ist kein Witz.

Polarisierung mit Doppelstandard

Leipzig wird so zum Labor eines asymmetrischen Rechtsverständnisses: Wer auf der „richtigen“ Seite kämpft, darf mehr als andere. Gewalt gegen Sachen, gegen Unternehmen, gegen Christen, gegen Israel-Solidarische und natürlich gegen “Nazis” – all das wird relativiert, solange das Feindbild stimmt. Die Polizei spricht von Terrorismus; der städtische Diskurs spricht lieber von „Aktivismus“, „Protest“ oder – wie im “taz”-Artikel – von innerlinken „Streits um Deutungshoheit“.

Der Angriff von Migrantenkindern auf ein jüdisches Café, die Buttersäure gegen ein christliches Café, die brennenden Bagger einer Immobilienfirma, der angekündigte Marsch „Antifa heißt Free Palestine“ gegen linke Israel-Sympathisanten: Auf den ersten Blick sind das getrennte Geschichten, doch in Wahrheit bilden sie eine Trias der Polarisierung. Im ersten Fall materialisiert sich importierter Judenhass in der Generation, die man über pädagogische Projekte gerade immunisieren will. Im zweiten Fall trifft der Hass jene Christen, die sich der dominierenden Sexualmoral nicht beugen wollen – und deshalb als „reaktionäre Struktur“ markiert sind. Im dritten und vierten Fall richtet sich Gewalt gegen wirtschaftliche Existenzen und linke Räume selbst, sobald sie dem radikalen Moralcode widersprechen.

Gemeinsam ist all dem: Die Opfer sind aus Sicht der dominierenden Stadtelite nie die „richtigen“ Opfer. Jüdische Einrichtungen dienen gern als Kulisse für Erinnerungspolitik – reale Bedrohungen durch migrantische Täter stören die saubere Erzählung. Christliche Freikirchen passen nicht ins Bild einer queeren, progressiven Stadt – ihre Verfolgung lässt sich zur „Auseinandersetzung um Vielfalt“ umlabeln. Unternehmer gelten per se als verdächtig, insbesondere, wenn sie der falschen politischen Ecke zugerechnet werden. Und wenn sich die Linke selbst bekämpft, beschreibt man das als tragischen, aber im Kern „innerlinken Streit“, nicht als Symptom von Antisemitismus und Gewaltkultur in der eigenen Szene.

Was Leipzig uns lehrt

Was macht Leipzig damit so exemplarisch? Die Stadt bündelt drei Strömungen, die Deutschland insgesamt prägen werden. Exportierte Erinnerungskultur trifft importierte Konflikte, so lässt sich die erste zusammenfassen. Projekte wie “HaMakom” oder das Themenjahr „Tacheles“ leben von der Hoffnung, dass pädagogische Narrative gegen Antisemitismus immunisieren. Der Angriff auf das Café zeigt, wie begrenzt diese Hoffnung ist, wenn man die realen Prägungen der Zuwanderungsmilieus ausblendet. Die zweite Strömung kann man wie folgt überschreiben: Ein linksautonomes Milieu genießt faktische Narrenfreiheit, kann man die zweite überschreiben: Connewitz ist nicht Ursache aller Probleme, aber Symbol einer Szene, die gelernt hat, dass ihr Gewaltverhalten politisch relativiert wird, solange es gegen die scheinbar „legitimen“ Ziele geht. Neu ist, dass diese Ziele zunehmend auch linke Orte selbst sind – “linXXnet”, “Conne Island”, Israel-solidarische Gruppen. Die Antifa spaltet sich in proisraelische „Antideutsche“ und antiimperia-listische Palästinaaktivisten; dazwischen bleiben Jüdinnen und Juden, die von beiden Seiten eher instrumentalisiert als geschützt werden. Und die BRD mutiert zu einem Staat, der sich selbst als moralische Instanz versteht, so darf man getrost die dritte Strömung subsumieren. In offiziellen Verlautbarungen treten Stadt und Land als Erzieher auf: gegen Hass, gegen Hetze, gegen Intoleranz. Gleichzeitig versagen sie dort, wo es wirklich unbequem wird – bei der konsequenten Benennung islamisch geprägter Judenfeindschaft, bei der klaren Verurteilung linksterroristischer Strukturen, bei der Verteidigung konservativer und nichtwoker, mithin unmodischer Manifestationen des Christentums.

Leipzig ist so kein exotischer Sonderfall, sondern Vorbote. Die Stadt zeigt, wie eine Republik aussieht, in der politisch definierte Feindbilder wichtiger werden als der allgemeine Rechtsfrieden – und in der selbst die Linke im Nahostkonflikt in feindliche Lager zerbricht. Konservative Kritik hat in dieser Situation eine einfache Aufgabe: Sie muss daran erinnern, dass eine Stadt, die jüdisches Leben feiert und gleichzeitig Gewalt verharmlost, die von jüdischen, christlichen und bürgerlichen Einrichtungen ausgeht, ihre eigene Glaubwürdigkeit untergräbt; dass eine Linke, die in Connewitz Antifa gegen Antifa marschieren lässt, jede moralische Sonderrolle verspielt; und dass ein Staat, der all dies duldet, nicht mehr Hüter gleicher Maßstäbe ist, sondern selbst Teil der Polarisierungsmaschine.