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Freitag, 3. April 2026

SPD-Justizministerin Hubig: Lügen, verwirren, Verbotsgesetze durchdrücken, kritische Medien drangsalieren

von Alexander Schwarz

Falschdarstellungen und Unwahrheiten verbreiten, um die eigene Agenda zu verschleiern: Da ist Justizministerin Hubig (l.) beim Lügenkanzler in guter Gesellschaft



Beim politisch-medialen Kartell liegen die Nerven zunehmend blank. Weil seine ständigen Lügen und Täuschungen eine immer kürzere Halbwertszeit haben, schlägt es um sich und überschreitet dabei alle Grenzen. Nachdem die vor zwei Wochen gestartete Collien-Fernandes-Deepfake-Posse, die als Vorwand diente, um im Handstreich neue Internet-Zensurmaßnahmen durchzudrücken, innerhalb weniger Tage völlig in sich zusammengebrochen ist, bemüht SPD-Justizministerin Stefanie Hubig sich fieberhaft um Schadensbegrenzung. Obwohl Hubig sich bei ihrem Gesetzentwurf gegen „digitale Gewalt“ mehrfach und überdeutlich auf den Fall Fernandes bezog, lässt sie dies nun vehement bestreiten und jeden einschüchtern, der es ausspricht. Dabei zeigt sogar ein Instagram-Video ihres eigenen Ministeriums, in dem gleich zu Beginn mehrere Schlagzeilen aus der Fernandes-Berichterstattung eingeblendet wurden, was man als Grund für die Gesetzesverschärfung verstanden wissen wollte. Dabei war auch das Interview mit Hubig abgebildet, das in der gleichen „Spiegel“-Ausgabe erschien, in der die Fernandes-Affäre losgetreten wurde. Hubig blättert sogar in dem Magazin – und hat just die Seite mit dem Bericht über Fernandes aufgeschlagen!

Dass es sich um eine offensichtlich von langer Hand vorbereitete Kampagne handelte, fiel also nicht nur im Thema stehenden Experten, sondern auch aufmerksamen Beobachten sofort auf – auch dem Rechtsanwalt Patrick Baumfalk, der das Ganze auf “anwalt.de” mit der Feststellung kommentierte: „Es dauert keine 48 Stunden, bis Bundesjustizministerin Hubig den Fall namentlich als Begründung für ihr Gesetz gegen digitale Gewalt heranzieht.“ Daraufhin erhielt er prompt eine E-Mail von Eike Götz Hosemann, dem Leiter des Pressereferats des Justizministeriums, in der es hieß: „Diese Behauptung ist unzutreffend. Ministerin Hubig hat den von Ihnen sogenannten ‚Fall Fernandes‘ nicht als Begründung für das Vorhaben eines Gesetzes gegen digitale Gewalt herangezogen.“ Hosemann hielt es sogar für geboten, diese glatte Lüge via X öffentlich zu machen. Dabei war das einzige an Baumfalks Aussage unzutreffende Detail, dass es in Wahrheit gar keine 48, sondern nur 24 Stunden gedauert hatte, bis Hubig den Fall Fernandes als Grund für ihren Gesetzesvorstoß heranzog – und das, obwohl es zu diesem Zeitpunkt – und bis heute – nichts als unbewiesene Behauptungen von Fernandes über ihren Ex-Mann Christian Ulmen gab und die Kernvorwürfe nicht einmal von ihr selbst behauptet werden. Doch ausgerechnet die Justizministerin wischte das elementare rechtstaatliche Prinzip der Unschuldsvermutung also einfach beiseite und vermittelte den Eindruck, die Deepfake-Vorwürfe von Fernandes seien zweifelsfrei erwiesen und Anlass genug für ein neues Gesetz.

Skandalöse Amtsführung

Aber nicht nur Advokat Baumfalk, auch die „Welt“-Journalistin Fatina Keilani wurde vom Justizministerium angegangen: Nachdem Hubig am vergangenen Sonntag in der ARD-Sendung von Caren Miosga zu Gast war – wie auch Fernandes –, hatte Keilani am Montag in einem Kommentar geschrieben: „Aber sie ist ja nun einmal in derselben Sendung, und das sieht doch schon irgendwie nach Parteinahme aus, oder nicht? Und hat das Ministerium nicht auch Bezug auf den Fall genommen, um dem eigenen Gesetzesvorhaben Schub zu verleihen? Überhaupt ist diese Gleichzeitigkeit von Skandal und bereitliegendem Gesetzentwurf kurios.“ Diese in Anbetracht von Hubigs skandalöser Amtsführung noch sehr freundliche und gemäßigte Formulierung habe genügt, klagt Keilani, dass kurz nach 11 Uhr morgens ein Pressesprecher Hubigs angerufen und ihr “in ziemlich forschem Tonfall“ angebliche Falschberichterstattung unterstellt habe. Ihren Artikel ergänzte sie daraufhin um den Zusatz: „Ein Sprecher von Hubig wies dies am Montag gegenüber ‚Welt‘ zurück. Es bestehe kein Zusammenhang. Das Gesetz sei schon länger in Arbeit, und das Ministerium habe zu keinem Zeitpunkt Bezug auf den Fall Fernandes genommen.“ Eine Anfrage von „Nius“, ob das Justizministerium den Vorfall bestätigt und warum es Journalisten einschüchterte, blieb ebenso unbeantwortet, wie Fragen nach der Mitwirkung der Organisation “HateAid” bei der Planung des Gesetzes.

Hubis gesamtes Verhalten in den letzten zwei Wochen hätte eigentlich zehnmal ihren Rücktritt oder ihre umgehende Entlassung gerechtfertigt: Die überforderte und/oder unfähige SPD-Ministerin verbreitet nachweislich nicht nur Lügen, sondern will auch noch andere zwingen, diese zu übernehmen. Allerdings hat sie damit in Bundeskanzler Merz ein leuchtendes Vorbild, weshalb ihr auch kein Ungemach droht. Außerdem tritt Hubig die Unschuldsvermutung mit Füßen, indem sie auf die bloßen Behauptungen von Fernandes hin eine Gesetzesänderung auf den Weg bringen will und sich damit indirekt an der Vorverurteilung von Christian Ulmen beteiligt – obwohl die Ermittlungen der Behörden sich erst im absoluten Anfangsstadium befinden, die spanische Justiz den Fall offenbar nicht vor Gericht bringen will und ein etwaiges Urteil noch Lichtjahre entfernt wäre, sofern es überhaupt zu einem Verfahren kommt und sich in dieser hochgradig dubiosen und unseriösen Psy-Op zur Durchsetzung eines weiteren freiheitsfeindlichen Gesetzes irgendetwas substanziell Justiziables ergeben sollte. Der ganze Fall ist ein weiteres Beispiel für die Machtanmaßung der Politkaste.

Hatz auf kritische Medien auch im Fall Dipama

Früher hätte das Gebaren von Hubig zu einem medialen Orkan geführt, der sie aus dem Amt gefegt hätte, doch seit die Mainstream-Journaille auf die Seite der Regierung übergegangen ist, zieht sie mit der Politik an einem Strang. Der „Spiegel“, „Bild“ und fast alle anderen großen Medien waren an der Entfesselung und Verbreitung dieser aufgebauschten Geschichte beteiligt und stecken nun wieder als Komplizen zu tief drin. Sie beschränken sich lediglich darauf, ihre Artikel zu dem Thema zu korrigieren und um Transparenzhinweise zu ergänzen, in denen sie klarstellen, dass „ein falscher Zusammenhang zwischen Deepfake-Pornos und der Anzeige gegen Christian Ulmen suggeriert“ worden sei, wie etwa die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt. Die “Tagesschau” löschte oder änderte einfach sang- und klanglos ihre Beiträge von Beginn der Affäre, als sie die “Spiegel”-Anschuldigungen unkritisch übernommen, den Fall in Top-Priorität vermeldet und Fernandes sogar in den “Tagesthemen” minutenlang interviewt hatte; sie war selbstverständlich und durchschaubar Teil der Medienkampagne.

Aber auch sonst macht der Staat sich weiterhin zum Rächer verletzter linker Befindlichkeiten: Die Staatsanwaltschaft München I hat ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen einen Journalisten von „Apollo News“ eröffnet, weil dieser im vergangenen September einen kritischen Artikel über Hamado Dipama, ein Mitglied des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks, verfasst hatte. Dipama, ein aus Burina Faso stammender abgelehnter Asylbewerber, der aber natürlich trotzdem in Deutschland bleiben durfte, hat in diesem Räderwerk des woken Wahnsinns seinen auskömmlichen Platz als fanatischer “antikolonialer” Aktivist gefunden und wird als solcher vom linken Medienzirkus verzückt herumgereicht. Als der “Norddeutsche Rundfunk” die Moderatorin Julia Ruhs abgesetzt hatte, reagierte Dipama mit einer regelrechten Hasstirade: „Die Unterwanderung durch Rechte und Neo-Faschisten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk muss gestoppt werden“, schrieb er. Die Münchner Kriminalpolizei verlangt von „Apollo News“ nun allen Ernstes die Herausgabe der Personalien des unter Pseudonym schreibenden Autors, was Chefredakteur Max Mannhart jedoch tapfer verweigert. Insgesamt geht Dipama gegen mindestens 30 verschiedene Äußerungen über sich strafrechtlich vor, darunter auch gegen den „ÖRR Blog“ und den „Tichys Einblick“-Autor Josef Kraus, der deswegen sogar vor einem Monat einen Hausbesuch von zwei Polizisten erhielt. Auch “Journalistenwatch” wurde abgemahnt – obwohl ein auf der Berichterstattung von “Apollo News” fußender Bericht nach Bekanntwerden der Dementierung bestimmte Aussagen durch Dipama schon Wochen zuvor durch die Redaktion selbst von der Seite genommen worden war. Während dieses Land also in realer Kriminalität versinkt, der die Behörden aber längst nicht mehr Herr werden, verschwendet die Justiz vom Provinzstaatsanwalt bis hinauf zur Justizministerin lieber Zeit und Ressourcen, um Medien zu verfolgen, die sich kritisch, aber sachlich mit einem hetzerischen Migranten auseinandersetzen. Und die Justizministerien beteiligt sich massiv an einer Kampagne zu Gesetzesänderungen, wobei sie sich ausdrücklich auf völlig unbewiesene Behauptungen stützt. Auch dieser Fall beweist damit, dass dieser Staat, von der Spitze abwärts, völlig außer Kontrolle geraten ist und bedenkenlos immer weitere Grenzen überschreitet.


Montag, 30. März 2026

Was vom „Correctiv“-Märchen übrigblieb: Interview mit Potsdam-Teilnehmerin Simone Baum

von Daniel Matissek

Keine Sorge, die Parole bezieht sich NICHT auf kriminelle Migranten… 



Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Wer will sich auch noch ein Stückchen vom Opferkuchen abschneiden? Publicity gibt’s grade gratis für schon länger unter dem medialen Radar segelnde Underdogs der Aufmerksamkeitsökonomie, Has-beens und Profilneurotiker, die eine große Zukunft hinter sich haben. Man muss nur irgendeine Geschichte erzählen, die noch so lange zurückliegen und noch so unüberprüfbar sein mag – und schon bekommt jede ihre “fucking fifteen minutes of fame” im linksdeutschen Empörungsstadel. Seit den Anschuldigungen von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen, die sich zunehmend in einem Morast von Widersprüchen und Inkonsistenzen verliert und inzwischen als Ouvertüre eines beispiellosen legislativen Putschversuchs des NGO-Komplexes zur weiteren Einschränkung von Freiheitsrechten entlarvt ist, folgt jetzt die große Stunde der Trittbrettfahrerinnen. Eine regelrechte Welle der Offenbarungen brandet auf: Immer mehr Frauen “brechen ihr Schweigen”, wie es anerkennend vermeldet wird, und berichten von psychischen und sexuellen Gewalterfahrungen. Auffallend: Es handelt sich dabei oftmals gar nicht um reale Verbrechen, sondern natürlich um “Gewalt” nach neuerer Lesart gemeint ist: Unschöne Momente und leider unvermeidliche Stresssituationen mit dem anderen Geschlecht und namentlich Ex-Partnern, die es leider nunmal im Leben jeder Frau gibt (so wie umgekehrt auch jedes Mannes) völlig unterhalb der Strafbarkeitsgrenze liegen, werden da zu subjektiven Übergriffen hochgekocht und unterscheidungslos mit echten Scheußlichkeiten auf eine Stufe gestellt.

Weil das Internet so ein schrecklicher, rechtsfreier Raum ist, in dem ausnahmslos finsteren Gesellen und Psychopathen lauern, vor denen der Staat seine betreuten Bürger nur noch durch Social-Media-Verbote, Dauerzensur, überbordende EU-Datenschutzregelungen und demnächst dann auch noch Klarnamenpflicht schützen kann, finden hier natürlich die eigentlichen Verbrechen statt – nicht da draußen in einem Land mit zwei Gruppenvergewaltigungen täglich und über 30.000 Messerattacken. Das ist die Folie, vor der sich nun die “Opfer” outen. Zum Beispiel Cathy Hummels: Bei einem Stammtisch der „Abendzeitung München“ mit der auch hier wieder unterirdisch präpotent dahersülzenden Grünen-Politikerin Katharina Schulze vor rund 100 Gästen in München bekannte sie „Ich wurde psychisch vergewaltigt!“. Ein Stalker habe Drohbriefe mit ausgedruckten Screenshots ihrer privaten Instagram-Nachrichten verschickt und versucht, sie zu erpressen. Einmal sei er sogar auf ihrem Grundstück aufgetaucht.„Ich habe auch schon sehr, sehr viele Leute angezeigt. Die klauen meine Daten, aber ich darf nicht die Daten von dem Täter klauen. Mir wurde da gesagt, das gehe nicht wegen Datenschutz“, so das TV-Sternchen. Ach Gottchen! Frage: Hat Hummels nicht gerade die größtmögliche Öffentlichkeit im Internet gesucht und davon profitiert, indem sie als Influencerin ihr Privatleben exhibitionistisch zur Schau stellte? Meinte sie, es gäbe da draußen keine Spinner, Voyeure, Stalker? Wieso sollen für dieses Naivität jetzt alle anderen Internetnutzer büßen, sollten jetzt alle Männer am Pranger stehen? Vor allem aber: Welche Person des öffentlichen Lebens ist nach solchen Maßstäben eigentlich noch nicht “psychisch vergewaltigt” worden? Ich fühle mich durch Abmahnungen linker NGOs, Steuerbescheide, Krankenversicherungsbeitragserhöhungen und das deutsche Fernsehprogramm übrigens ebenfalls psychisch vergewaltigt. Ich saß deshalb aber noch nie in einer Talkshow.

Im Land der konditionierten Dauerentrüstung

Der Debattenbeitrag der ehemaligen „Tagesschau“-Sprecherin Judith Rakers, die sich ebenfalls im Fahrwasser der Fernandes-Nabelschau zu Wort meldete, betrifft immerhin reale Übergriffe. In ihrem Podcast „Baborie & Rakers – Was war los gewesen?“ mit Ariana Baborie erzählte die 50-Jährige eigenen “traumatischen Erlebnissen” und führte aus: “Natürlich habe auch ich in meinem Leben schon sehr viele Situationen erlebt mit Männern, die sehr, sehr brenzlig waren – und in denen es auch um sexuelle Gewalt ging!“. So sei sie als etwa siebenjähriges Mädchen im Wald von einem Mann mit einem Hund bedroht worden; er packte ihren Arm und rieb ihn an seinem Penis. „Das war so die schlimmste Situation“, so Rakers. Bis heute habe sie deshalb Angst vor Schäferhunden (nicht vor Penissen?) Irgendwie scheint Rakers einen bestimmten Fetisch-Typus angezogen haben, denn sie berichtete noch von einem weiteren Vorfall mit ihrem Arm, diesmal in einem Schulbus: Ein Mann masturbierte und rieb ihren Arm an seinem Geschlechtsteil. Ihr Vater habe sie zuvor auf solche Situationen vorbereitet – sie sei deshalb gleich aufgestanden, habe laut geschrien, alle drehten sich um, und der Täter floh an der nächsten Haltestelle. Ariana Baborie reagierte auf diese Schilderungen “erschüttert”. Rakers Fazit: “Schweigen schützt Täter, Reden schützt Betroffene”. Dass sie gerade jetzt redet, hat natürlich rein gar nicht zu tun mit der aktuellen künstlichen Aufregung einer Kampagne, die für noch mehr strafrechtlich überflüssige Gesetze trommelt, um die Netzkontrolle auszuweiten.

Um die Kirche einmal im Dorf zu lassen: Natürlich sind solche Erlebnisse abstoßend und verstörend – aber jeder, wirklich jeder Mensch macht irgendwann in seinem Leben irgendwann auch einmal hässliche und schockierende Erfahrungen, früher noch weitaus mehr als heute – doch in einer Hypersensibiltätsgesellschaft vom Snowflakes, eierlosen Waschlappen und zartbesaiteten Neurotikern, wo jeder Wurf mit dem Wattebausch zum körperlichen Angriff wird und jede Belastung zum Trauma gibt es keine Verjährung für Empörungsanlässe. Im Land der konditionierten Dauerentrüstung wird daher “digitale Gewalt” gleichgesetzt mit realer Vergewaltigung, und chauvinistische Sprüche, Anmachen oder Catcalling sollen von physischem sexuellem Missbrauch nicht mehr unterscheidbar sein. Dieser Kniff ist nunmal notwendig, weil es es darum geht, alle Männer zu latenten oder vollendeten Sexualverbrechern zu stempeln. Oder, wie es die (im Nebenfach natürlich auch als Feministin herumgereichte) “Klimaschutzaktivistin” Theresia Crone, die aussieht wie ein Teenie, aber den intellektuellen Horizont einer Fünfjährigen vermuten lässt, gestern bei Miosga ausdrückte: “Wir müssen davon wegkommen, Täter nur im strafrechtlichen Sinne zu sehen!” Spoiler: Gemeint damit sind natürlich nur die weißen, biodeutschen, postkolonialen, triebgesteuerten, kastrationswürdigen Schweine, die “virtuell vergewaltigen” – aber grundsätzlich nicht die aus frauenverachtenden Kulturräumen eingewanderten realen Gruppenvergewaltiger, Frauenschläger und “Ehrenmörder”, bei denen im Zweifel Traumata und kulturelle Missverständnisse vorliegen und die deshalb ebenso aus der öffentlichen Debatte gehalten werden wie ihre Opfer.


Detektivgeschichte: Die Bombe auf das Ahli Krankenhaus

 

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Am frühen Abend des 17.10.2023, in den ersten Tagen des Gazakrieges, detonierte etwas auf dem Parkplatz des Al-Ahli Krankenhauses in Gaza-Stadt. Die Hamas meldete einen Angriff durch die IDF. Und über die Nacht ansteigend bis zu 471 Todesopfer und mehr. Die Medien weltweit übernahmen die Meldung.
Eine Rückblende. Ein Rollenspiel, Dr. Watson.

Die Meldung erschien mir sofort absurd. Denn es ergab in der Phase des gerade erst beginnenden Krieges nach dem Terroranschlag und Massaker durch die Palästinenser am 7.10. überhaupt keinen militärischen Sinn.

Warum sollten die IDF (Israel Defense Forces) überhaupt ein Krankenhaus bombardieren?
Selbst, wenn man Israel alles Übel der Welt unterstellen will, aber die Kapazitäten von Bomben, Treibstoff und Flugstunden wären doch woanders sicher besser aufgehoben. Das Krankenhaus ist nicht einmal vier Kilometer von der israelischen Grenze entfernt. Die IDF hätte das ganze Krankenhaus mit Artillerie einebnen können, ohne ein Flugzeug zu starten oder einen Fuß in den Gazastreifen setzen zu müssen. Preiswerter wäre das allemal.
Vielleicht denken nur (ehemalige) Soldaten so. Aber darauf kommt es halt an.

Ich habe mir den Wecker gestellt und saß mit verquollenen Augen - Haare ins Gesicht gekämmt, Gesicht zur Faust geballt – um halb fünf wieder im Büro. Vor mir entfaltete sich das gesammelte Medienversagen der Welt.
Alle hatten in der Nacht die Meldungen der Hamas unkritisch übernommen.

Screenshots verscheidener Berichte aus internationalen Zeitungen.
Teilweise wurde auch nachträglich vorsichtiger berichtet. Die ersten Meldungen sind jedoch bis heute online.

London, New York, Amman und Tunis: Überall versammelten sich Menschen, um gegen den angeblichen Luftschlag gegen ein Krankenhaus zu protestieren. Auch, nachdem die IDF sich dazu geäußert hatte. Die Propaganda-Maschine war angelaufen.

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Demonstration in New York, 18.10.2023

Die Recherche gestaltete sich ab einem gewissen Punkt sehr leicht. Denn plötzlich tauchten „Tatortfotos“ bei den Stock-Anbietern auf, die die Palästinenser selber gemacht hatten. Genau bei den Quellen, die große Medien auch nutzten.
Fotos… genau mein Spielplatz.

Ich kam sehr schnell zu dem Schluss, dass es sich nicht um einen Angriff der IDF gehandelt hatte. Und dass die Zahlen von 500 Getöteten schlicht Phantasie waren.
Die Auswertung hatte ich auf meiner Homepage veröffentlich.
Und das ist an dieser Stelle wichtig: Bevor die IDF irgendetwas veröffentlicht haben.

Ich war mir so absolut sicher, dass ich bereit war, mich gegen die gesammelte Weltpresse zu stellen. Was nichts Heldenhaftes ist, niemanden schert ein kleiner MilBlogger. Ich möchte nur verdeutlichen, wie sicher ich mir war.

Die U.M.-Homepage ist nach wie vor nach einem Hacker-Angriff offline.
Weil ich in einem kommenden Artikel auf diese Story Bezug nehmen will und weil der angebliche Angriff bis heute von einigen als Nachweis für die Bösartigkeit Israels angeführt wird, habe ich mich dazu entscheiden, es nochmal aufzuarbeiten.

Aber nicht als knappe Auswertung, wie vor fast zweieinhalb Jahren. Sondern als Nacherzählung. Als Detektivarbeit. Das gibt auch einen kleinen Einblick in das befremdliche Hexenwerk, das ich hier vollbringe. Als das andere es gerne darstellen, nicht ich.

Sie, die geneigten und verehrten Leserinnen und Leser, sind Dr. Watson. Und ich bin Sherlock Holmes.
Folgen Sie mir, Watson, folgen Sie.

Das Ahli Krankenhaus

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Das Ahli Krankenhaus wurde schon 1882 während des Osmanischen Imperiums gegründet. Nach dem Anglo-Ägyptische Krieg durch die „Anglican Church's Church Missionary Society“, also durch Christen. Später wurde es übernommen von der US-amerikanischen Southern Baptist Convention.
Deshalb heißt es auch offiziell Al-Ahli Arab Baptist Hospital, es unterhält bis heute Verbindungen in die USA und bekommt sicher Gelder von dort. Wie fast jedes Krankenhaus im Gazastreifen.
Es wäre sicher ein ziemlich dämlich gewähltes Ziel. Oder ein ziemlich gutes, wenn man es sich schnell mit den in den USA mächtigen Evangelikalen verscherzen will. Und damit womöglich mit dem Lieferanten seiner Bomben. (Israel produziert fast alles selbst, aber die Bomben sind aus den USA.)

Das ganze Gelände besteht aus einer Ansammlung von kleineren, nach und nach gebauten Gebäuden. Viele sind mit Solar-Paneelen versehen. Man ist sich bewusst, dass der Strom aus Israel kommt.

Die Detonation erfolgte auf einem Parkplatz, den ich als Angestelltenparkplatz bezeichnet hatte.
Tatsächlich hat das Krankenhaus keinen größeren Parkplatz. Es mag auch sein, dass er öffentlich zugänglich ist. Aber viel Verkehr dürfte es da nicht gegeben haben, es gibt keine direkte Zufahrt.

Die Anzahl der Betten, also die stationäre Kapazität des Krankenhauses, wird in mehreren Quellen mit 50 angegeben. Das ist angesichts der Größe der Hauptgebäude glaubwürdig.

Es ist also ein Mini-Krankenhaus. Auf einigen Karten wird es sogar als „Ärztehaus“ bezeichnet. Also etwas, wo Patienten hauptsächlich ambulant versorgt werden. Ein Gebäude wird beispielsweise als Augenarzt bezeichnet.
Diese Aufteilung findet man bei vielen Krankenhäusern im Gazastreifen. Auch bei dem häufig berichteten Shifa Krankenhaus, das einen ganzen Häuserblock einnimmt. Und das übrigens weniger als drei Kilometer entfernt liegt.

Die Pressekonferenz

Gefasst hat mich das Ganze dann, als ich in der frühmorgendlichen Recherche das Foto der aufgebarten Leichen gesehen habe.
Nicht wegen der Leichen. Denn ich war ja zu Bett gegangen mit der Behauptung, dort seien 500 Menschen gestorben. Es war mit Leichen zu rechnen. Es ist mir auch völlig klar, dass die der Blickfang sind. Weshalb Viele dann sicher das Denken zugunsten der Gefühle eingestellt haben. Das Bild wurde allerdings wenig veröffentlicht.

Sondern weil sich bereits wenige Stunden nach der Detonation Ärzte inmitten von zusammengetragenen Leichen hingestellt und eine „Pressekonferenz“ gegeben haben.
So etwas nennt man gestellt, im Englischen besser „staged“. (stage = Bühne)

Welcher Arzt tut so etwas? Ich hatte mit Vielem gerechnet, aber nicht mit dieser Unverfrorenheit. Die ich als Europäer als zutiefst amoralisch und verabscheuungswürdig empfand. Inzwischen ist sie gewohnheitsbedingt nur noch ein Schulterzucken wert.
Und ausgerechnet, ausschließlich, die Köpfe der toten Kinder waren bewusst unverhüllt. Das Konzept der Würde scheint in Palästina eher ungebräuchlich zu sein.

Dieses Bild ist für mich Sinnbild der palästinensischen Opfer-Narrative und Propaganda geworden. Wenn dieses Kalkül, so etwas zu veranstalten, jemanden mit „westlichen“ Werten nicht anwidert, ist die Nadel seines moralischen Kompasses verbogen.

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Die nächtliche Pressekonferenz der Ärzte. Inmitten von drapierten Leichen um ein Rednerpult. Links im Bild ein Hamas-Offizier, der die Szene überwacht.

Nur 10 Tage nach dem 10/7 und zehn Tage bevor Israel Truppen in einer großen Bodenoffensive in den Gazastreifen schickte, trauten sich einige Hamasi noch in Uniform aufzutreten.
Alle Ärzte im Gazastreifen werden vom Gesundheitsministerium der Hamas bezahlt. Aber auf diesem Bild stand tatsächlich ein Hamas-Offizier ohne Maske unverhohlen herum. Und von den wenigen Medien, die dieses Bild verwendeten, hinterfragte es niemand.

Ich habe bis heute diesen Pavillon nirgendwo finden können. Und ich habe danach gesucht. Auf dem Gelände des Ahli Krankenhauses ist und war er jedenfalls nicht. Auch das Pflaster ist ein völlig anderes.
Die Palästinenser haben einfach vor einem anderen Krankenhaus irgendwelche Leichen zusammengekarrt, „Journalisten“ zusammengerufen und ihre Ärzte diese „Pressekonferenz“ veranstaltet haben.

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Die Vorbereitung der Pressekonferenz. Im Hintergrund sieht man, dass es sich um ein anderes Krankenhaus handelt. In der Mitte wird schon Platz für das Rednerpult gelassen. Ich hätte es gerne als Titelbild verwendet, doch das wäre sicher auf einigen Social Media Plattformen blockiert worden.

Aber, mein lieber Watson, da es hier um Deduktion geht, wollen wir moralischen und ethischen Aspekten für den Moment nicht über Maß Tribut zollen.
Lassen Sie uns den Tatort untersuchen. Haben Sie Ihre Lupe dabei?

Die Beweisbilder

In den frühen Morgenstunden des 18.10.2023 tauchten dann die Fotos eines Atia Darwish in den Datenbanken auf. Die von Apa Images angeboten wurden. Da ich keine weiteren Hinweise finden konnte, muss ich davon ausgehen, dass es sich dabei um die Austrian Press Agency in Österreich handelt.

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Darwish hielt sich am nächsten Morgen auf dem Parkplatz des Ahli Krankenhauses auf und machte dutzende Bilder. Die aus einem für mich nicht nachvollziehbaren Grund von den Medien ignoriert wurden. Vermutlich war er früher da und hat auf Tageslicht gewartet. Unten sieht man bereits einen weiteren „Journalisten“ mit Heilm in eine Kamera sprechen.
Er fotografierte sowohl vom Dach eines Gebäudes aus, als auch am Boden. Es bleibt der Fantasie überlassen, ob er das hätte tun können, wenn er ein wirklich freier Journalist war. Aber geschenkt.

Nimmt man die Karte und die Nordrichtung, kann man sehen, dass die Bilder am frühen Morgen gemacht worden sein müssen. Sie Sonne kommt aus Ost, die Schatten sind lang, die Sonne steht tief, das Universum blufft nicht.

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Die Windrose eingeblendet, das Foto wurde aus Ost aufgenommen.

Der Krater

Erst am Freitag hatte ich mal wieder eine virtuelle Debatte mit einem der üblichen Kandidaten auf X.
Eigentlich lag ich vorm Fernseher und habe hin und wieder auf dem Tablett geantwortet, während er sich abarbeitete. Ich hatte gebeten, er solle belegen, dass die IDF das Krankenhaus angegriffen haben.
Es ist teilweise entwürdigend mit anzusehen, wie einfach manche über ein Stöckchen springen. Tanzt, meine Puppen, tanzt.

Daraufhin kam der übliche Strom von Links. Die ausnahmslos über Sekundär- und Tertiärquellen irgendwelche Videobeweise widerlegten. Siehe ganz unten. Aber nichts belegten.
Überflüssig zu erwähnen, dass mir ansteigend Inkompetenz und Bezahlung durch Israel vorgeworfen wurden.

Ich habe mehrfach freundlich aufgefordert, er solle den Krater zeigen. Ich habe sogar das von mir käuflich erworbene und verifizierte Bild hochgeladen.
Erst nach langen Debatten, die - wie ebenfalls üblich - bis nach zwölf Uhr nachts dauerten, antwortete er mit einem verwackelten Video des Kraters. Ich habe tatsächlich kurz aufgelacht.

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Das ist wenig überraschend. Denn der Krater wurde nicht direkt fotografiert – zumindest kenne ich keine Aufnahmen.
Es gab nämlich keinen. Es gab eine Delle. Nennen wir es „Aufschlagstelle“.

Und das ist übrigens der einzige Punkt, an dem ich meine Auswertung vom 18.10.23 korrigieren muss.
Mir stand nur Bildmaterial zur Verfügung, auf dem die Menschengruppe auf der „Aufschlagstelle“ stand. Da ich aber am frühen Morgen noch nach einem echten Krater gesucht habe, bin ich tatsächlich nicht im Mindesten auf die Idee gekommen, dass Menschen „auf“ einem Krater stehen könnten.

Die zu dem Zeitpunkt am häufigsten verwendete Munition der Israelis waren 2000 Pfund Mark 84 Bomben. Oder Bauart-ähnliche. Was auch quasi der allgemeine Standard ist. Quasi das Billy Regal des Zerstörens aus der Luft.
Diese werden dann mit so genannten JDAM nachgerüstet, so dass aus doofen Bomben schlaue Bomben werden. Was aber an der Sprengkraft nicht ändert. Nur an der Genauigkeit und Reichweite. Ich hatte es mehrfach erklärt.

Luftschlag gegen das Strand-Café: Hintergründe, Erklärungen,…
Stellen wir uns einen Krimi vor, wie Agatha Christie ihn geschrieben hätte. Ein mutmaßliches Verbrechen, ein Ermittler, ein eingeschränkter Personenkreis, ein paar Tote,…
Steady icon Steady

Werden diese Bomben lasergelenkt, kommen sie auf eine Genauigkeit von bummelig 30cm.
Israel hat auch kleinere Bomben, bis etwa 1000 Pfund. Was nur das Gesamtgewicht beschreibt, nicht die Sprengkraft. Und doppelt so große, die 4000-Pfünder. Aber die 2000er waren und sind nun einmal der Max Mustermann unter den Bomben und sind es bis heute. Auch von den USA, wo sie gefertigt werden.

Ich habe ein Bild herausgesucht, auf dem man den Krater einer 2000er sieht. Damit Sie, mein lieber Watson, sich zumindest eine Relation vorstellen können.
In dem Krater steht übrigens einer drin. Nicht drauf.

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Der Anflug

Die Ausrichtung eines Kraters ist kompliziert. Also zu ermitteln, von wo eine Bombe, Rakete oder ein Marschflugkörper kam. (Im deutschen Militärsprech kurz FK = Flugkörper) Weil viele physikalische Faktoren eine Rolle spielen. In diesem Fall ist es aber sehr einfach.

Man sieht an der Einschlagstelle einen „Kometenschweif“ aus einer Richtung (im Bild nach links oben). Das ist die Richtung, in der die Wucht wegging.
Man kann es auch daran erkennen, dass dort das Gitter, das die Grünfläche begrenzt hatte, weg ist. Der Teil zur Linken ist aufgebogen. Der Teil zur Rechten ist nicht nur aufgebogen, sondern wurde um den noch stehenden Baum gebogen.

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Das kann aufgrund der Faktoren anders aussehen. Ich möchte auch nicht den Eindruck vermitteln, dass ich das irgendwie gelernt hätte. Sowas können Forensiker, die das wirklich lange und wissenschaftlich studiert haben. Von denen es wahrscheinlich nur sehr wenige auf der Welt gibt. Die Leute, die Flugzeugtrümmer nach einem Aufprall untersuchen, beispielsweise.

Aber da dieser „Krater“ nicht tief ist, und andere Bildzeichen weitere Hinweise geben, ist das hier wirklich simpel: Was auch immer da eingeschlagen ist, kam aus Nordost.
Das ist kein Hinweis auf die Richtung, von wo aus es abgefeuert wurde. Denn in der Luft kann ja sonst was passiert sein. Es ist nur ein Hinweis auf die Richtung, die das „Projektil“ unmittelbar vorm Einschlag hatte.

Und es ist eben wichtig, für die weiteren Bildzeichen.
Ich erkläre es Ihnen, mein lieber Watson.

Wuchtwirkung und Brandwirkung

Die Palmen sind genau von diesem Krater ausgehend verkohlt. Sie sind jedoch nicht umgeknickt.

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Das bedeutet, dass die Wucht nicht ausgereicht hat, eine biegsame und doch stabile Palme zu knicken.
Die Brandwirkung war heftig, hat die Bäume aber nicht entzündet, sondern nur verkohlt. Sie war also kurz, aber heiß.

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Die Wuchtwirkung hat ausgereicht, um ein Fahrzeug hochzuheben und zu drehen. Dieses Auto ist nur etwa sieben Meter vom Krater entfernt.
Ein weiteres Auto wurde in ein anderes Fahrzeug gedrückt.
Alle anderen Autos stehen nach wie vor, wie sie geparkt wurden. Sie sind ausgebrannt. Was bei einer kurzen, aber heftigen Entzündung nun einmal passiert. Denn ein Auto besteht aus vielen brennbaren Komponenten. Aber eine Wucht, wie bei einer Bombe, ist nicht zu erkennen.

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Bei den Gebäuden sind Ziegel abgedeckt. Die nur lose aufliegen.
Bei den großen Gebäuden im Hintergrund sind einige Scheiben eingedrückt und Rollos abgerissen. Sie sind ca. 15 Meter entfernt. (Das sind übrigens keine Schätzungen, ich habe es vermessen.) Es sind jedoch keine Schrapnelle an den Fassaden zu erkennen. Die Solar-Paneele auf den Dächern sind unbeschädigt.

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Das Krankenhaus auf einem Satllitenbild vom darauffolgenden Tag, dem 19.10.2023. Alle Solaranlagen sind intakt.

Der Krankenwagen, der in ca. 30m Entfernung steht, ist unbeschädigt. Der kann allerdings auch erst nach der Detonation durch den Haupteingang (im Bild oben, nicht sichtbar) dort abgestellt worden sein. Man sieht jedoch auf dem Gesamtbild auch den weinroten Wagen unten rechts im Bild, der bis auf eine kaputte Windschutzscheibe keine Schäden aufzuweisen scheint.

Was war es denn nun?

Mein lieber, verehrter Freund Watson. Sie sind ehemaliger Militärarzt. So sicher, wie Sie einen Knochenbruch erkennen, so sicher kann man hier nur zu einem Ergebnis kommen.

Das war keine Bombe. Es war auch keine Rakete und kein Marschflugkörper.
Das war ein Flugkörper, der in der Luft abgeschmiert ist und dann zufällig auf dem Parkplatz eines Krankenhauses einschlug. Entweder, weil er abgefangen und nicht vollständig zerstört wurde. Oder ein Krepierer einer selbstgebauten, so genannten Qassam Rakete der Palästinenser.

Eine Bombe hätte eine viel verheerende Wirkung gehabt. An den Gebäuden wären Einschläge von Schrapnellen zu sehen. Selbst bei einem 1000-Pfünder wäre die Wucht so groß, dass die Solar Paneelen beschädigt würden.
Die Bäume wären umgeknickt, die Fahrzeuge in einem viel weiteren Radius weggedrückt.

So absurd sich das für einen Laien anhören mag, Watson mein Freund, aber die Brandwirkung wäre viel geringer. Denn diese „Wirkmittel“, wie man beim Militär sagt, wollen ja durch die Wucht wirken, nicht durch Brand.

Das sieht eindeutig so aus, als wenn der Flugkörper bzw. dessen Treibstoff ohne Detonation in einem großen Feuerball kurz, aber heftig verpufft wäre. Und das wiederum legt nahe, dass er aus dem Gazastreifen gestartet wurde.
Wäre er in Israel runtergegangen, wäre der meiste Treibstoff verbraucht gewesen und hätte keine solche Brandwirkung mehr entfalten können.
Elementar, mein lieber Watson, elementar.

Sicher ist allerdings, dass es sich keinesfalls um einen absichtlichen Beschuss durch eine Seite gehandelt hat. Selbst wenn so ein Feuerball dramatisch aussieht, er ist keine Detonation.

Und bevor sie einwerfen, dass die IDF auch kleine Raketen einsetzen: Das ist vollkommen richtig. Sie verwenden beispielsweise die Spike aus Eigenproduktion, die sie gegen fahrende Ziele einsetzen. Diese werden manchmal mit einem Betonkopf versehen, da man nur das Fahrzeug ausschalten will. Aber die werden zumeist von Drohnen oder Helikoptern aus gestartet, was in der Phase des Krieges einen riskanten Überflug bedeutet hätte. Denn man musste ja noch mit einer zumindest halbwegs funktionierenden Flugabwehr rechnen.
Sie ist auch viel präziser und viel kleiner, hat also weniger Treibstoff und erzeugt keine solche Brandwirkung. Und auch hier greift die militärische Logik: Warum eine hübsche und teure Rakete auf den Parkplatz eines Krankenhauses vergeuden, wo es doch so viele interessantere Ziele gab?

Nein nein, mein lieber Watson, das war eine abgeschmierte Rakete und kein gezielter Angriff. Sagen Sie Inspector Lestrade, er muss sich nicht bemühen und kann zu Hause bleiben.

500 Tote und Viedo-Beweis

Ich habe mir abschließend den Spaß erlaubt, einmal die Grünflächen des Gebäudes zu messen.
Denn es wurde gemeldet, dort seien 500 Menschen getötet worden, weil sie Unterschlupf in dem Krankenhaus gesucht hatten. Wie man aber sehen kann, sind sicher die wenigsten davon in den Häusern gestorben. Denn es hat nur 50 Betten.

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Helfer sammeln etwas von eienr scheinbar blutigen Stelle auf.

Es wurde auch gemeldet, die meisten hätten auf dem Rasen campiert. Und tatsächlich lag dort auch etwas Gerümpel herum und es gibt mindestens ein Video, wie üblich schlecht zu erkennen und verwackelt, das Leichen auf dem Rasen zeigen soll.

Diese Grünfläche ist etwa 900m² groß. Es müsste also wirklich voll gewesen sein. Sehr voll. Kein-Platz-zum-liegen-voll.

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Am Vormittag des 18. Oktobers haben die IDF ein abgehörtes Telefonat veröffentlicht. Nachdem ich meine Auswertung veröffentlicht hatte.
Wie ich inzwischen von ihm selber weiß, war der damalige Sprecher der IDF Admiral Hagari seit dem Abend auf der Suche nach Informationen der anderen Einheiten gewesen, bis er endlich diese Information von der Itelligence erhielt.

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In dem Telefonat sagt ein Palästinenser zu einem anderen, die Rakete sei vom Islamischen Dschihad von einem Friedhof aus abgefeuert worden. Auf Nachfrage erklärt er, der Friedhof befände sich direkt rechts vom Krankenhaus. („Al-Ma’amadani“ ist eine andere Bezeichnung für das Krankenhaus.)

Und siehe da: Direkt am Krankenhaus befindet sich ein großer Friedhof.
Das ist auch konsistent mit der Auswertung. Eine Rakete, die hochgeht und abschmiert.

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Es gibt noch eine weite Debatte um einen vermeintlichen Videobeweis. Al Jazeera hatte ein Handy-Video veröffentlicht. Woraufhin der Kanal der IDF nachts um viertel vor drei auf X reagierte. (Die Einheit der Pressesprecher besteht aus etwa 450 Soldaten, überwiegend Soldatinnen.)

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Nun haben sich viele berufen gefühlt dies zu analysieren. Teilweise sehr aufwändig. Welche Raketen wohin gegangen sind, 3D-Rekonstruktionen aller gefeuerten Raketen, usw.
Doch selbst wenn dieses Video nicht diese eine Rakete zeigen sollte, sondern eine andere: Die IDF hatten das so aber auch nie behauptet. Das Video wurde von Al Jazeera veröffentlich, nicht von den IDF. Die Gegenbeweise laufen also ins Leere.

Laut Ockhams Rasiermesser ist die naheliegendste Erklärung allen anderen vorzuziehen. Und dies ist die naheliegendste Erklärung: Eine Rakete ist abgeschmiert, vermutlich sogar eine selbstgebaute der Palästinenser selber. Sie verpufft auf dem Parkplatz eines kleinen Krankenhauses in der Nähe. Einige Menschen sterben, einige Autos brennen ab, das Krankenhaus bleibt funktionsfähig.
Die Hamas meldet einen absichtlichen Angriff auf ein Krankenhaus, karrt Leichen zusammen, hält eine Pressekonferenz ab, bei der sie vor allem tote Kinder präsentiert, und alle Medien weltweit steigen darauf ein.
So entlarvend wie banal. So berechenbar.

Die Frage ist, ob sie auch eine Meldung des IS so blauäugig übernommen hätten. Doch anstatt eine Lehre daraus zu ziehen, verbreiten sie bis heute Nachrichten radikaler Terroristen, ohne sie zu prüfen und prüfen zu können.

Und nun, Watson, scrollen Sie doch noch einmal zum Titelbild. Nachdem Sie das nun alles wissen, fragen Sie sich doch einmal, wie dramatisch der Bildausschnitt gewählt wurde. Und was das wohl für einen Eindruck bei jemandem erweckt, der diese Informationen nicht hat.

Kommen Sie, Watson.
Wir wollen doch einmal sehen, ob unsere Mrs. Hudson uns nicht einen Tee macht.
Hier bleibt nichts mehr zu tun für uns.


Erschienen auf steady.page