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Donnerstag, 12. Februar 2026

Der Iran als Hebel: Wie Trump Machtpolitik im Nahen Osten betreibt

von Michael Thoma

Volksvertreter gegen das eigene Volk Entschlossenheitsbekundungen im iranischen Parlament für das Mullah-Regime 



Die Islamische Republik Iran steht Anfang 2026 an einem geopolitischen Knotenpunkt, an dem sich innenpolitische Krise und globale Machtpolitik überlagern. Während die wirtschaftliche Lage im Land weiterhin prekär ist, die Proteste immer wieder aufflammen und die Zahl der Toten in die Zehntausende geht, erhöht die Regierung der Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump den politischen und militärischen Druck auf Teheran spürbar. Am Wochenende, um den 8. Februar herum, fand in Oman eine erste Gesprächsrunde zwischen einer US-Delegation unter Leitung der Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und iranischen Vertretern statt.

Witkoff und Kushner reisten jedoch nicht allein an, sondern ließen ihre Argumente durch die Präsenz einer Flugzeugträger-Kampfgruppe der US Navy unterstreichen. Der iranische Außenminister reagierte darauf mit einer unmissverständlichen Botschaft: Militärischer Druck schrecke den Iran nicht ab; weder werde man das Nuklearprogramm aufgeben noch sich zu Verhandlungen unter einer Drohkulisse zwingen lassen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich eine zentrale Frage: Was will Trump mit dieser Eskalation tatsächlich erreichen? Geht es ihm primär darum, sich innenpolitisch als starker Mann zu inszenieren, oder verfolgt er das Ziel, eine grundlegende Verschiebung des globalen Kräfteverhältnisses herbeizuführen?

Die Proteste im Iran bedeutet nicht notwendigerweise eine Eskalation

Die innenpolitische Lage im Iran ist dabei ein zentraler, aber häufig missverstandener Faktor. Die wirtschaftlichen Probleme des Landes sind tiefgreifend und strukturell. Zwar verfügt der Iran über gewaltige Ölreserven, kann diese jedoch nicht im vollem Umgang nutzen, da internationale Sanktionen den Öl- und Finanzsektor massiv getroffen haben. Hinzu kommt jahrelange Misswirtschaft im Inneren: weitverbreitete Korruption, eine ineffiziente Subventionspolitik sowie der dominierende Einfluss der Revolutionsgarden auf zentrale Wirtschaftsbereiche, die zunehmend autonom agieren. Die Inflation ist hoch, der Rial stark abgewertet, die Kaufkraft großer Teile der Bevölkerung drastisch gesunken. Besonders junge Menschen sehen kaum noch Perspektiven.

Diese Lage hat wiederholt Proteste ausgelöst, die längst nicht mehr nur ökonomisch motiviert sind. Die Kritik richtet sich oft gegen das Prinzip der Islamischen Republik selbst, gegen den schiitischen Staat und gegen eine Außenpolitik, die enorme Ressourcen in regionale Konflikte investiert, während sich die Lebensbedingungen im Inland weiter verschlechtern. Parolen, die Irans Engagement in Gaza, im Libanon oder in Syrien offen infrage stellen, verdeutlichen, dass Außen- und Innenpolitik für viele Iranerinnen und Iraner untrennbar miteinander verbunden sind. Gleichzeitig wäre es ein Fehlschluss anzunehmen, dass wirtschaftlicher Druck automatisch die Fähigkeit des Iran, regionale Machtprojektionen oder militärische Eskalationen zu verfolgen, entscheidend schwächt. Teheran hat bereits mehrere solcher Krisen überstanden, da zentrale Säulen seiner Macht (insbesondere die Revolutionsgarden) weitgehend von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung abgeschirmt sind. Militärische und paramilitärische Strukturen bleiben auch unter Sanktionen funktionsfähig. Zudem kann amerikanischer, oder gar israelischer, Druck einen nationalistischen Abwehrreflex auslösen, der Protestbewegungen kurzfristig eher schwächt als stärkt. Außenpolitische Eskalation ist daher kein verlässliches Instrument zur Förderung innenpolitischer Öffnung. Sollte es dennoch zu einem Regimeumsturz kommen, würden ihn nicht nur die Amerikaner, sondern auch Israel politisch und strategisch auszunutzen versuchen.

Russland, Ukraine und strategische Blockbildung

Für die USA liegt ein zentrales Ansatzfeld im internationalen Kontext, insbesondere im Verhältnis des Iran zu Russland und im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Die Unterstützung Teherans für Moskau, etwa durch Drohnentechnologie und militärische Kooperation, ist keine spontane Reaktion auf den Ukraine-Krieg, sondern Ausdruck einer über Jahre gewachsenen strategischen Partnerschaft. Beide Staaten sehen sich als Ziel westlicher Eindämmungspolitik, beide sind von Sanktionen betroffen, beide streben eine multipolare Weltordnung an, in der der Einfluss der USA begrenzt wird. Vor diesem Hintergrund war es folgerichtig, dass Russland und Iran im Januar 2025 ein umfassendes Partnerschaftsabkommen mit einer Laufzeit von 20 Jahren unterzeichneten.

Der Ukraine-Krieg hat diese Zusammenarbeit intensiviert und zugleich sichtbarer gemacht. Für den Iran bedeutet die Partnerschaft mit Russland politischen Rückhalt und technologische Vorteile; für Russland ist der Iran ein nützlicher, wenn auch nicht vollständig kontrollierbarer Partner. Gleichzeitig bleibt das Verhältnis asymmetrisch und von Misstrauen geprägt. Moskau wird Teheran nicht um jeden Preis unterstützen, und ein innenpolitisch instabiler Iran liegt auch nicht im russischen Interesse.

Ideologie, Atomfrage und begrenzte Optionen für Europa

Noch unmittelbarer wirkt sich Irans regionale Politik im Nahen Osten aus, insbesondere der religiös-ideologisch geprägte Konflikt mit Israel. Ajatollah Ali Chamenei, der oberste Führer des Iran, hat Israel mehrfach als „bösartiges Krebsgeschwür“ bezeichnet. Seit der Revolution von 1979 versteht sich die Islamische Republik explizit als Gegner Israels, des „zionistischen Projekts“. Diese Haltung ist tief im politischen Selbstverständnis des Landes verankert. Der Konflikt ist daher nicht primär territorial oder taktisch, sondern politisch-ideologisch fundiert. Irans Ideologie schlägt sich in konkreter Politik nieder, insbesondere durch die Unterstützung zahlreicher nichtstaatlicher Akteure und Aufstandsbewegungen, die Israel militärisch bekämpfen sollen. Dazu zählen die Hisbollah im Libanon, palästinensische Gruppen wie Hamas sowie die Huthi-Rebellen im Jemen. Auch die langjährige Unterstützung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad diente strategisch der Aufrechterhaltung einer regionalen Achse gegen Israel. Diese Netzwerke sind keine losen Zweckgemeinschaften, sondern Teil einer bewussten iranischen Strategie, um regionalen Einfluss auszuweiten und den erklärten Erbfeind unter Druck zu setzen

Vor diesem Hintergrund ist auch die Atomfrage zu verstehen, die das Eskalationspotenzial erheblich erhöht. Der Iran bestreitet, Atomwaffen anzustreben, treibt jedoch die Urananreicherung in einem Ausmaß voran, das vielfach als Versuch gewertet wird, die Fähigkeit zum Bau von Nuklearwaffen zu erlangen. Für Israel und die USA stellt ein nuklear bewaffneter Iran eine rote Linie dar. Beide behalten sich daher vor, zu einem günstigen Zeitpunkt die entsprechenden iranischen Fähigkeiten militärisch auszuschalten. Dies gilt insbesondere für Israel, das im Falle eines Umsturzes oder einer inneren Instabilität vermutlich versuchen würde, verbliebene iranische Luftverteidigungs- und Nuklearanlagen anzugreifen – schlechte Presse international hin oder her. Gleichwohl dürften militärische Optionen derzeit für keine Seite die bevorzugte Vorgehensweise sein. Trump hat wiederholt gezeigt, dass er militärische Gewalt nicht als Mittel zur Verbreitung amerikanischer Werte versteht (man denke hier noch an Präsident G. W. Bush und den Irak-Krieg 2003!), sondern als flankierendes Instrument, um ein neues strategisches Gleichgewicht auszuhandeln. Genau dies scheint derzeit in Oman zu geschehen.

Signalwirkung für die Mullahs

Wenn man über den Druck der USA auf den Iran spricht, wird oft an ihre jüngste Operation in Venezuela erinnert – und das nicht ohne Grund. Beide Länder verfügen über enorme Ölreserven und galten in ihren jeweiligen Regionen – in Lateinamerika und im Nahen Osten – als zentrale Gegner der amerikanischen Dominanz. Für Trump dienen die Invasion in Venezuela und die Entführung des venezolanischen Präsidenten zugleich als Beispiel und Warnsignal. Die harte US-Politik dort zeigt, dass wirtschaftlicher Druck, Isolation und Machtprojektion kombiniert werden können, um unliebsame Regime unter Druck zu setzen. Diese Signalwirkung richtet sich auch an Teheran. Allerdings zeigt gerade Venezuela, dass Trumps angestrebtes „neues Gleichgewicht“ nicht zwingend mit einer langfristigen Strategie verbunden ist. Vieles deutet darauf hin, dass der US-Präsident vor allem schnell sichtbare Erfolge sucht.

Sollte das Regime im Iran tatsächlich fallen, könnte das Trump sogar ungelegen kommen. Statt eines schnellen Sieges müsste ein neues Iran in eine regionale Sicherheitsarchitektur am Persischen Golf eingebettet werden: eine Aufgabe von enormem Ausmaß. Trumps Politik folgt einem klaren Muster: maximale Abschreckung, sichtbare militärische Präsenz, wirtschaftlicher Druck und zugleich die Bereitschaft zu Verhandlungen zu amerikanischen Bedingungen. Ziel ist weniger ein unmittelbarer Regimewechsel als die Verbesserung der eigenen Verhandlungsposition.

Folgen für Deutschland

Was bedeutet all dies für Deutschland? Die deutsche Außenpolitik hat sich in der Iran-Frage bislang nicht mit Ruhm bekleckert. Das Atomabkommen von 2015, an dessen Aushandlung der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier beteiligt war, hat die regionalen Expansionsbestrebungen Teherans keineswegs eingedämmt. Gleichzeitig verhinderten der einseitige Ausstieg der USA aus dem Abkommen im Jahr 2018, die widersprüchliche Haltung Deutschlands und anderer europäischer Staaten in dieser Frage sowie die anschließende Rückkehr zu harten Sanktionen gegen den Iran, dass Berlin tragfähige und verlässliche Kanäle nach Teheran aufbauen konnte. Statt Einfluss auf die regionalen Ambitionen des Iran zu gewinnen, trugen diese Entwicklungen eher dazu bei, dass sich Teheran zu einem entschiedenen Gegenspieler der EU entwickelte. Insgesamt sind die Macht- und Einflussmöglichkeiten Deutschlands und anderer europäischer Staaten in der Region so begrenzt, dass sich eine realistische Außenpolitik auf eine beobachtende und abwägende Rolle beschränken sollte.

Der Iran ist zweifellos Teil vieler Probleme – im Nahen Osten und in der globalen Ordnung. Für Europa ist dabei wichtig zu erkennen, dass eine Schwächung der iranischen Regierung vermutlich Teil einer Strategie Trumps ist, mit der er Russland bei möglichen Friedensverhandlungen zur Ukraine zu Zugeständnissen bewegen will, zumal Moskau derzeit militärisch im Vorteil ist. Allerdings ist es höchst fraglich, ob ein solcher Schritt die Entschlossenheit Moskaus tatsächlich beeinflussen würde – und ob er nicht vielmehr nur zu zusätzlicher Instabilität und neuen Problemen im Nahen Osten führen dürfte.


Samstag, 7. Februar 2026

Hatun Sürücü - ein feiger "Ehrenmord" vor 20 Jahren

von Thomas Heck

Am 7.2. jährt sich zum 20. Mal der Tag, an dem Hatun Sürücü von ihrem Bruder ermordet wurde. Er hatte ihr mehrfach ins Gesicht geschossen. Sie war eine Deutsche kurdischer Herkunft, ihre Eltern waren sunnitische Kurden. Im Alter von 16 Jahren wurde sie mit ihrem Cousin in Istanbul zwangsverheiratet und wurde mit 17 schwanger. Wegen Differenzen mit der streng religiösen Familie kehrte sie nach Berlin zurück und bekam hier ihr Kind. Sie legte ihr Kopftuch ab, wohnte in einem Heim für minderjährige Mütter, begann eine Lehre als Elektroninstallateurin.

Es war der Fall, der das Thema "Ehrenmord" und "Zwangsehen" in Deutschland in den Fokus rückte. Viel geändert hat sich seit dem nichts. Zwangsehen sind üblicher denn je, Ehrenmorde kommen immer wieder vor, werden von der Politik und der Gesellschaft mittlerweile nur noch mit Kopfschütteln quittiert, doch Konsequenzen gibt es eigentlich nicht. Die Rolle der gesamten Familie Sürücü in dem Falle ist heute weitestgehend geklärt. Die Beweisführung war jedoch schwierig. So schenkte Hattuns Vater seinem Sohn und Mörder seiner Tochter 5 Tage nach der Tat eine goldene Uhr, eine Belohnung.


Der Mörder Erhan Sürücü wurde nach 9 Jahren und 3 Monaten entlassen und sofort aus Deutschland ausgewiesen. Er musste seine Strafe bis zum letzten Tage absitzen und hatte keinerlei Ausgang. Ein gutes Beispiel für eine deutsche Justiz, die auch anders kann. Seine beiden Brüder, die ebenfalls tatverdächtig waren, setzten sich in die Türkei ab. Die türkischen Behörden weigern sich bei heute, die beiden auszuliefern.

Erhan Sürücü zeigt bis heute keinerlei Reue und verbreitet auf Facebook seine unsäglichen Ergüsse, die gekennzeichnet sind von tiefen Hass auf Deutschland und offensichtlichen Frust, da er keinerlei Haftverschonungen erhielt. Ein Wort des Bedauerns: Fehlanzeige. Mittlerweile zeigen er und seine Brüder offene Sympathie für den IS. Unter kurdischen und türkischen Jugendlichen geniesst er bis heute Kultstatus.


Hatuns Sohn Can lebte später in einer Pflegefamilie. Der Versuch der Familie Sürücü, das Sorgerecht zu erhalten, wurde von deutschen Gerichten zurückgewiesen. Er ist mittlerweile erwachsen. Ich hoffe, dass er ein erfülltes Leben hier in Deutschland geniesst.

Doch heute wollen wir das viel zu kurze Leben von Hatun Sürücü nicht vergessen. Sie wäre heute 44 Jahre alt, integriert, anerkannt und ist mehr Wert als all die Männer zusammen, die im Namen vom Islam von Ehre reden. Hatun hatte mehr Ehre. Ein Prototyp einer Muslima, die es verdient hätte, wenn ihr gesagt würde, Du gehörst zu Deutschland. Eine tolle Frau.

Doch es gibt auch Schattenseiten. Besonders perfide finde ich die Instrumentalisierung ihres Todes durch die Grünfaschisten in Berlin, die alljährlich einen Hatun-Sürücü-Preis ausloben. Gerade eine Partei, die für Kopftücher und Burkas eintritt, vehement gegen Burkaverbote kämpft, hat auch noch die Frechheit, einen Preis nach Hatun zu benennen. Den Grünen möchte ich zurufen, es steht Euch nicht zu, den Namen Hatun Sürücü zu benutzen, Ihr beschmutzt ihren Namen, wenn Ihr, die Ihr vor den Islamisten einknickt, sie für Eure Zwecke von Multimulti mißbraucht.


Freitag, 6. Februar 2026

Totgeprügelter Bahnschaffner Serkan C.: Hilfloser Aktionismus und Betroffenheitsfloskeln statt Grenzschutz und Abschiebungen

von Daniel Matissek

Dieses Foto machte Serkan C. unmittelbar vor Beginn der Schicht, in der es zu dem Angriff kam 



Die tödliche Prügelattacke eines angeblichen “Griechen aus Luxemburg” auf einen 36-jährigen Bahnschaffner, der ihn beim Schwarzfahren ertappt hatte, in einem Regionalzug bei Landstuhl sorgt weiter für Bestürzung. Über 1.000 Menschen, darunter viele türkische Familienmitglieder und Freunde des Opfers, der zweifache Familienvater Serkan C., kamen gestern zu einer bewegenden Trauerfeier auf einem Ludwigshafener Moscheegelände zusammen, die nur gestört wurde durch die zunehmend unerträgliche Phrasen der für diese Zustände direkt verantwortlichen Politiker, die hier wieder ihre tiefe Betroffenheit und Anteilnahme absonderten (allen voran der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer). Der Leichnam des Getöteten wird in die Türkei überführt.

Auf erschreckende Weise hat der Fall erneut aufgezeigt, zu welcher Gefahrenzone der öffentliche Raum und vor allem der öffentliche Personennahverkehr mittlerweile geworden ist – aber auch, welcher alltäglichen verbalen und körperlichen Gewalt Bahnmitarbeiter jeden Tag ausgesetzt sind. Wie virulent die Lage ist, zeigte sich daran, dass wenig später schon die nächsten Meldungen über Angriffe auf Bahnangestellte eingingen. Laut Bundespolizei gibt es jedes Jahr über 3.000 solcher Übergriffe. Deshalb hat sich die Bahnchefin Evelyn Palla in ohnmächtigem Aktionismus nun auf eine symbolpolitische Handlungssimulation versteift: Sie will in Berlin einen “Sicherheitsgipfel” mit Vertretern von Bundesregierung, Bundesländern, Gewerkschaften und Bundespolizei veranstalten, um Personal und Fahrgästen besser zu schützen. „Unser Kollege Serkan wurde Opfer sinnloser Gewalt – jetzt müssen wir handeln! Schluss mit den Angriffen auf Menschen, die für unsere Gesellschaft im Einsatz sind – ob in Uniform oder zivil“, verkündete sie. Kernforderungen der Bahn seien die langfristige Klärung der Kosten für Sicherheitspersonal in den Verkehrsverträgen, die kurzfristige Aufstockung des Sicherheitspersonals in Zügen und Bahnhöfen und die Ausweitung des Einsatzes von Bodycams und moderner Überwachungstechnik. Die Verkehrsminister der Länder kündigten zudem an, Ende März über den Schutz für Mitarbeiter im Nahverkehr zu beraten. Dazu gab’s gestern noch Schweigeminuten vor dem Übergang zur Tagesordnung.

Komplett unter den Teppich gekehrt

Diese immer verzweifelteren Absichtsbekundungen, was “sich jetzt ändern muss”, und vorgetäuschten Anstrengungen sind quasi im Bahnverkehr die Entsprechung dessen, was in “Sicherheitskonzepten“ für Feste und Weihnachtsmärkte sowie Schulen und öffentlichen Einrichtungen schon seit Jahren mit immer mehr bürokratischer Finesse ausgebrütet und (mehr schlecht als recht) umgesetzt wird – und sie alle sind letztlich Übersprungs- und Alibi-Ersatzhandlungen zur Ablenkung von der die einzig notwendigen, aber seit 10 Jahren versäumten staatlichen Sicherungsmaßnahme eines effektiven Grenzschutzes. Denn der Hauptgrund für die stetig steigende Gewalt in Zügen und überall sonst im öffentlichen Raum werden auch hier wieder komplett unter den Teppich gekehrt – die verbrecherische Migationspolitik Angela Merkels und die offenen Grenzen, die zum Einsickern von Millionen gewaltbereiten Jungmännern aus dem islamisch-arabischen Raum liegt. Sollten sich die im Internet kursierenden Spekulationen bestätigen, wonach der Mörder von Serkan C. eigentlichen ein Araber war, der sich 10 Jahre als “Flüchtling” in Griechenland aufhielt und dann von dort nach Luxemburg zog, würde sich auch dieser Fall in die blutige Endlosserie der importierter Gewalt einreihen.

Die Probleme sind alle bekannt und benannt – auch wenn sie öffentlich zerredet werden. So erklärt der Bielefelder “Gewaltforscher” Jonas Rees gegenüber der „Deutschen Welle“: „Wir sehen bei den Zahlen seit 2015 einen kontinuierlichen Anstieg von Gewalt. Die neue Normalität seit mindestens zehn Jahren heißt also, dass es quasi zum Alltag für die Beschäftigten gehört, dass sie beschimpft, beleidigt, bedroht oder eben auch körperlich angegriffen werden.“ Der entscheidende Punkt sei aber nicht mehr die Frage, ob unsere Gesellschaft zunehmend verroht, sondern diese: “Was sind wir an Gewalt und Entgleisung über die letzten Jahre schon gewohnt?“ Laut einer von Rees durchgeführten Studie tritt Gewalt besonders häufig auf, wenn die Fahrgäste alkoholisiert und wenn die Züge überfüllt oder verspätet seien und zu Großereignissen hin- und wieder wegführen. Auch der Wochentag spiele eine große Rolle. Samstags und insbesondere freitags nach der Arbeit steige die Zahl der Gewalttaten signifikant an.

Richterbund gegen (!) schärfere Gesetze

Das mag ja alles stimmen – doch auch hier wird wieder kein Wort darüber verloren, warum es denn nun ausgerechnet seit 2015 einen derartigen Gewaltanstieg gibt. Die Fahrgäste werden in diesem Zeitraum wohl kaum mehr trinken oder aus einem anderen Grund aggressiver geworden sein; die Konstanten blieben gleich, doch die Variablen, die sich seitdem ändern, sind alle mit der Problemmigration konnotiert. Doch dank einer interdisziplinär verbreiteten Sozialarbeitermentalität, die die Täter in einem Nebel von Relativierungen und Ablenkungen hüllt und stattdessen das Credo “nichts hat mit nichts zu tun” predigt, ist hier ein Anpacken des Problems an der Wurzel kaum zu erwarten. Und die Justiz verweigert inzwischen sogar ganz offen einen drakonischeren Gesetzesrahmen: So wies Sven Rebehn, der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes,

die Forderung von Innenminister Alexander Dobrindt nach verschärften Strafen zurück; dies sei wenn, dann ohnehin nur mit deutlich mehr Personal in der Strafjustiz und im Strafvollzug möglich. Er plädierte stattdessen „neben einer besseren Prävention etwa durch mehr Polizeipräsenz“ für eine “konsequente Strafverfolgung, die Gewalttäter schnell und unmissverständlich zur Rechenschaft zieht“. Letzteres ist im Prinzip deckungsgleich mit dem, was Dobrindt fordert, doch das Problem ist eben nicht nur die Exekutive – sondern eine allzu milde Kuscheljustiz, die diese Konsequenz eben missen lässt, die auf Täter-Opfer-Umkehr abonniert ist und generalpräventiven Bevölkerungsschutz als Argument schon gar nicht gelten lässt – schon aus Sorge, sich dann ethnisches Profiling oder “Rassismus” vorwerfen zu lassen.

Niemand also nennt die Ursache für die Gewaltexplosion beim Namen – doch dafür fordert jeder, an den Symptomen herumzudoktern. Man tut so, als handele es sich dabei um ein merkwürdiges und unergründliches Phänomen, mit dessen Folgen man nun eben zurechtkommen müsse. Immer mehr gut integrierte Migranten fallen mittlerweile der durch neuralgische Zuwanderergruppen und ins Land gelassene Psychopathen explodierenden Gewalt zum Opfer: Erst letzte Woche wurde eine 18-jährige Iranerin zum Zufallsopfer eines südsudanesischen Selbstmörders, der sie mit vor den einfahrenden Zug riss. Die in Friedland von einem Iraker vor den Zug gestoßene Liane K. war Ukrainerin. Serkan C. ist nun der aktuellste Blutzeuge dieser Entwicklung. Und der schändliche Eiertanz um die Wahrheit, bei dem der Elefant im Raum, der da Massenmigration heißt, verschwiegen wird, verhindert, dass endlich wirksame Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Diese bestehen ausschließlich in einem radikalen Zuwanderungsstopp und einer massiven Abschiebeoffensive – nicht in noch mehr Geld für Sicherheitspersonal, Bodycams und Krisenworkshops. Das Maß ist wirklich voll.



Mittwoch, 4. Februar 2026

Das Gaza-Bilderbuch - Die andere Ebene der Realität

Drohnenaufnahme einer Trümmerlandschaft mit zerstörten Häusern.
Das zerstörte Rafah an der Grenze zu Ägypten. [24.01.2025, Anadolu Agency, Hassan Eslaiah]

Für verschiedene Beiträge hatte ich einige Bildrechte gekauft. Die ich dann auch nochmal gesondert auf dem X-Account und der Facebook Fanpage gepostet hatte. Und die zu ermüdend vorhersehbaren Anfeindungen führten.
Machen wir es richtig…

Initialzündung dieses Projektes U.M. war es, Medienmeldungen zum Krieg zu erklären. Falschmeldungen, Fehlinterpretationen und mangelndem Fachwissen zu widersprechen. Laien zu erklären, was sie da in den Medien und auf Social Media sehen, hören und lesen.
Dann kam der Gazakrieg hinzu und die Flut von Propaganda bekam eine neue Dimension.

Im Grunde bin auch ich Journalist. Auch wenn ich mich nicht so sehe oder bezeichne. Ich betreibe das hier hauptberuflich und professionell.
Ich kaufe teuer Bildrechte für meine Beiträge. Das kann für ein Kontingent auch mal fünfstellig werden.
Ich erwähne das nur aus zwei Gründen.

Zum einen, um deutlich zu machen, dass ich die absolut gleichen Quellen nutze, wie alle anderen Medien auch. Nur dass ich nicht ein paar Tausend für ein Sattelitenbild ausgeben kann. Oder so viele Bilder in einen normalen Beitrag „investieren“ kann, wie hier.

Zum anderen, dass alle großen Medien locker das könnten, was auch ich mache.

Deshalb nutze ich im Kontext des Gazakrieges diese Bilder gerne dazu, um die schleichende Propaganda zu widerlegen. Warum ich sie „schleichend“ nenne, wird gleich klarer.

Israel lässt derzeit keine Journalisten einfach so in den Gazastreifen. Das ist – entgegen der Darstellung der Propaganda und der selbstwertdienlichen Medien – völlig normal.
Seit dem legendären Walter Cronkite und dem Vietnamkrieg lässt keine Streitkraft der Welt mehr Journalisten frei durch ein Kampfgebiet laufen. Jeden Abend konnten die US-Amerikaner bei Mac and Cheese anderen und vor allem den eigenen Soldaten beim Sterben zusehen. Ohne zu verstehen, worum es überhaupt geht. Keine gute Presse.

Und der Gazastreifen ist eine einzige Kampfzone. Nicht einmal eine große. Er ist etwa 40km lang und an der engsten Stelle nur 6km breit. Was bedeutet, die IDF (Israel Defense Forces) könnten mit der Artillerie jeden Punkt zu Klump schießen, ohne überhaupt da rein zu müssen.
Alleine der heiß umkämpfte Rest von Donezk, den Russland eigentlich schon im September 2022 annektiert hatte und an dem die Russen sich bis heute aufreiben, ist viel größer. Viel.
Der Gazakrieg ist Urban Warfare.

Also ist jedes Bild, jedes Video, dass wir gerade im Fernsehen oder im Internet sehen, auch von Palästinensern gemacht. Mit sehr sehr wenigen Ausnahmen.

Was wir sehen, ist gefiltert!

Also durchlaufen diese Bilder, die wir zu sehen bekommen, Filter.

• Der erste Filter ist, dass die Palästinenser natürlich dazu geneigt sind, das Dramatische zu fotografieren. Die Zerstörung, das Leid, das Elend.
Selbst wenn wir keine böse Absicht unterstellen, werden sicher mehr Aufnahmen davon gemacht, was den Menschen wichtig erscheint. Denn das verkauft sich.

• Der zweite Filter ist, dass die Diktatur der Hamas natürlich eine Vorauswahl trifft.
Das funktioniert nicht so schön deutsch-bürokratisch, wie die Nazis das sicher hinbekommen hätten. Aber wer im Gazastreifen als Fotograf oder „Journalist“ unterwegs ist, der wird schon wissen, mit welchen Aufnahmen er sich Ärger einhandeln könnte.

Im Kontrast dazu stehen die Bilder, welche die Palästinenser selber veröffentlichen, um Beispielsweise ihr neues Café auf Instagram zu bewerben. Denn wer gerade so etwas betreibt oder überhaupt noch betreiben kann, der wird mindestens gut mit der Hamas stehen und seine „Steuer“ oder sein Schmiergeld (Rishwa) abdrücken.

Ich empfehle gerne die Kanäle von Imshin , die auf Instagram und X solche Veröffentlichungen von Palästinensern zitiert. Und selbst dafür schon als „Radikale“ bezeichnet wurde.

• Der dritte Filter ist, was an die Agenturen verkauft wird. Oder in Kooperationen mit Medienhäusern wie BBC, NBC oder New York Times. Aber auch deutsche Medien. Die immer wieder dabei ertappt werden, Beiträge mit oder von Hamas-Mitgliedern oder „Affiliierte“ übernommen zu haben.

Das Titelbild dieses Beitrags zeigt übrigens die Trümmerlandschaft von Rafah, ganz im Süden des Gazastreifens. Wo die Zerstörung extrem ist.
Vertrieben wird es – wie sehr viele dieser Bilder – über die 
staatliche Anadolu Agency (Anadolu Ajansı) in der Türkei. Die Türkei verdient also gerade am Gazakrieg.
Aufgenommen wurde es von Hassan Eslaiah. Dem „Journalisten“, der am 10/7 die Grenze zu Israel mit überschritten hat. Und dessen Ruf später etwas darunter gelitten hat, dass ein Selfie von ihm auftauchte, auf dem er vom Chef der Hamas im Gazastreifen 
Yahya Sinwar ein Bussi bekommt.

Der Mann hinter dem Krieg: Yahya Sinwar
Er ist der Mann, der hinter dem Terroranschlag auf Israel steckt. Er ist der Mann, der als Chef der Hamas den Krieg steuert. Und hinter Yahya Sinwar steckt eine…
Steady icon Steady

• Der vierte Filter ist dann, was die Medien kaufen. Also die Tagesschau, der Spiegel oder auch ich.
Und wenn die Tagesschau über den Gazakrieg berichten will, wird sie natürlich kein Bild kaufen, auf dem spielende Kinder am Strand zu sehen sind. Sondern Bilder der Zerstörung.

Diese Filter sorgen dafür, dass wir manipuliert werden.
Das ist keine geheimnisvolle Verschwörung. Wie pro-palästinensische Propagandisten dann gerne unterstellen, was man angeblich damit behaupten wollte. Es ist systemisch. Es ist ein System von gelenkter Kommunikation und von Angebot und Nachfrage.

Diese Manipulation erinnert mich stark an den Fim Clockwork Orange von dem Meister Stanley Kubrick von 1971. Der gewalttätige Protagonist Alex wird so lange gezwungen sich Videos von Gewaltdarstellungen anzusehen, bis er einen Ekel vor Gewalt entwickelt. Aversionstherapie. Die Masse macht es.

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Clockwork Orange: Aversionstherapie durch Dauerbeschallung

Für mich nicht mehr zu zählen, wie vielen durchaus erreichbare Menschen ich online begegnet bin, die der festen Überzeugung waren, im Gazastreifen würde nichts mehr stehen und alle seien vom Hunger- oder Kältetod bedroht.

Die üblichen Vorwürfe

Eine Abwehrreaktion stelle ich immer dann fest, wenn ich Fotos aus dem Gazastreifen veröffentliche, die diesen Filtern widersprechen. Die ungewohnt sind. Die Narrative in Frage stellen.
Das reicht meist schon für Anfeindungen, Beleidigungen und Drohungen.

Der häufigste Vorwurf ist überraschenderweise nicht, die Bilder seien getürkt. Was heute mit den Buchstaben KI etikettiert wird.
Der häufigste Vorwurf ist, ich wolle damit behaupten, die Zerstörung im Gazastreifen habe nicht stattgefunden. Oder sei „halb so wild“.

Der sicher nächst-häufige Vorwurf ist, ich wolle etwas verharmlosen.
Das ist absurd. Selbst wenn bis jetzt, wie von der Hamas angegeben, 71.000 Menschen getötet worden sein sollten, entspräche das etwa 3,5% der Bevölkerung. Im gleichen Zeitraum wurden mehr Menschen geboren. So etwas hält eine Gesellschaft schon aus.

Ich leugne nicht. Ich verschließe nicht die Augen.
Ich relativiere. Was ursprünglich nichts anderes bedeutet, als etwas in eine Relation zu setzen. Abstraktionsvermögen, Wissenschaft und rationales Denken tut so etwas ständig.

Lassen Sie sich für einen Moment entführen.

Das Gaza-Bilderbuch - Die andere Ebene der Realität

Bildunterschriften beachten!
Quelle aller Bilder mit Datum, Agentur und Fotografen angegeben.

Für den meisten Zorn sorgte wohl das Foto mit dem Pferd am Strand von Gaza.
Dieses Bild ist erstmal nur ein Bild. Es impliziert nichts.
Zu denken, ich wolle damit unterstellen, dass Palästinenser alle reich genug sind um sich Pferde zu halten, ist infantil.

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Ein Palästinenser beim Strandritt vor Gaza. [16.01.2025, APA Images, Omar Ashtawy]

Einige Palästinenser halten Pferde, die sie dann gegen eine Gebühr am Strand an „Touristen“ vermieten. Oder auf denen sie Kinder reiten lassen. Völlig normal in Ägypten und selbst an spanischen Stränden.

Dass das Bild auf einige KI-generiert wirkt, hat wohl eher damit zu tun, dass sie mit vielem gerechnet haben… Aber nicht mit einem Ausritt am Stand von Gaza.
Solche Aufnahmen kommen sehr einfach zustande, mit einer schnellen Verschlusszeit und einer aufgerissenen Blende. Das kann heute jede halb-gute Digitalkamera.

Von diesem einen Ausritt gibt es sogar eine ganze Fotostrecke von verschiedenen Fotografen. Schwer, so etwas zu fälschen und es dann noch einer Medienagentur anzubieten.

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Touristenpferde am Strand von Gaza. [16.01.2025, ohne Agentur, Rizek Abdeljawad]

Ja, da stehen auch Strandstühle:

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Zwei Kinder auf Ausritt am Strand in der Nähe des Hafens von Gaza-Stadt. [13.11.2025, ohne Agentur, Hashem Zimmo]

Und selbstverständlich gibt es das auch mit Kamelen. Die arabisierten Romantik ist sicher ein gutes Geschäft.

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Ein Ritt für die Kleinen auf einem Kamel am Strand von Deir El-Balah. [29.08.2025, Anadolu Agency, Hassan Jedi]

Man kann auch entspannt bei einer Shisha den Sonnenuntergang genießen.

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Blick vom Shisha-Café auf den Sonnenuntergang und den Strand von Gaza-City. [16.01.2026, ohne Agentur, Rizek Abdeljawad]

Und während die Hamas und auch Europäer auf Social Media verbreiten, im Gazastreifen würden Kinder erfrieren, spielt man derweil am Strand barfuß Fußball.

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Junge Palästinenser spielen am Strand von Gaza-Stadt Fußball. [30.01.2026, Anadolu Agency, Anas Zeyad Fteha]

Die Bilder unterscheiden sich von vor einigen Monaten. Aber nur, weil es vorher wärmer war.
Separees mit eleganten Sonnenschirmen für Familien, zum Teil mit Bedienung. Während alle Lebensmittel ausschließlich über Hilfslieferungen in den Gazastreifen kamen.

Die Frage darf erlaubt sein, wer dort saß: Familien der Hamas und Mitläufer, oder diejenigen, die jetzt in Zelten hocken und Motive für die Elendsbilder sind, die wir dann zu sehen bekommen.

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Strandleben wie in Nizza. [29.08.2025, Anadolu Agency, Hassan Jedi]
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Nur für die Eliten und Hamasi? Eher nicht. [29.08.2025, Anadolu Agency, Hassan Jedi]

Denn die gehörten meist auch vorher schon zur Unterschicht. Sie sitzen einen Steinwurf entfernt in den Zelten, die uns in Bildern präsentiert werden. Von denen wir dann bereitwillig annehmen, der ganze Gazastreifen würde so aussehen. Und die dann mit Millionenspenden und von der UN umsorgt werden, ohne die anderen Palästinenser in eine solidarische Pflicht zu nehmen.

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Die humanitäre Zone Al-Mawasi am Strand von Chan Yunis, rechts ein Zelt mit UNICEF-Emblem. [29.12.2025, APA Images, Tariq Mohammad]

Nochmal als Kontrast: Dieses Foto wurde auf dem Höhepunkt der Kampagne gemacht, im Gazastreifen würden Menschen verhungern…

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Ein Junge mit Skimboard am vollen Strand von Deir al-Balah. [29.08.2025, Anadolu Agency, Hassan Jedi]

Generell scheint am Strand bei Gaza mehr los zu sein, als man wohl so allgemein vermutet. Man kann Angeln, sich mit Freunden zusammensetzen und den Sonnenuntergang genießen.

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Dieses Bild wurde anscheinend schon aus der Datenbank genommen, hat sich wohl nicht so gut verkauft. [16.01.2025, ohne Agentur, Rizek Abdeljawad]

Fischerjungen bereiten die Netze vor. Es könnte aus Griechenland oder Spanien stammen. Ist aber aus dem angeblich genozidalem Kriegsgebiet.

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Fischerjungen bereiten die Netze am Strand von Deir El-Balah vor. [19.09.2025, Agentur und Fotografen finde ich grad nicht]

Ein Blick auf die Märkte lohnt in Nahost immer. Es gibt einen Eindruck von der Vitalität einer Gesellschaft.

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Der Omar Mukhtar Markt in Gaza-Stadt nach Sonnenuntergang. [31.12.2025, APA Images, Omar Ashtawy]

Nur, damit wir uns richtig verstehen: Auf diesem Markt wurden tagsüber auch weihnachtliche Outfits für Kinder verkauft. Während Israel angeblich monatelang nichts in das „Freiluftgefängnis“ gelassen hat.

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Der Omar Mukhtar Markt in Gaza-Stadt. [31.12.2025, Anadolu Agency, Saeed M. M. T. Jaras]

Die Marktstraße in Nuseirat einen Monat zuvor.

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Die Marktstraße von Nuseirat im mittleren Gazastreifen. [28.11.2025, Anadolu Agency, Hassan Jedi]

Noch aktueller?
Gerne. Nuseirat vor zwei Wochen.

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Die Marktstraße von Nuseirat vor einigen Tagen. [20.01.2026, Anadolu Agency, Moiz Salhi]

Und zur Sicherheit die gleiche Marktstraße von oben.

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Die Marktstraße von Nuseirat vor einigen Tagen. [29.10.2025, Anadolu Agency, Hassan Jedi]

Gerne nochmal: Richtig sind auch solche Bilder.
…aber wo kommen plötzlich die intakten Häuser im Hintergrund her?

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Der zerstörte Firas Markt in Gaza-Stadt, in dem sich Kombattanten verschanzt hatten. Eine Planierraupe bei Aufräumarbeiten. [09.12.2025, ohne Agentur, Eyad Azam]

Schön, wie schnell das Verhungern überwunden wurde. Sogar mit frischem Obst und Gemüse.
Gemüse, das auch vor dem Krieg in der Menge gar nicht im Gazastreifen angebaut werden konnte und über Israel, teilweise von Israel, teilweise aus Israel importiert wurde.

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Ein Marktstand in Nuseirat. [20.01.2026, Anadolu Agency, Moiz Salhi]

„Na ja“, könnte man nun denken, „das ist ja nach der Waffenruhe. Und nachdem Israel Lebensmittel wieder durchlässt.“
(Es ist übrigens eine Wafenruhe, kein Waffenstillstand und kein Frieden!)

Wagen wir einen Abgleich.

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Der Markt in Deir al-Balah [25.10.2024. APA Images, Omar Ashtawy]

Ein Marktstand auf dem gleichen Markt in Deir al-Balah, drei Monate später. Mit Avocados und Bananen, die sicher nicht im Gazastreifen angebaut wurden.

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Avocados in Deir al-Balah [19.01.2025, Anadolu Agency, Ali Jadallah]

Zu gemüselastig?
Jeder Deutsche weiß: Brot muss sein!

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Bäckerei des World Food Programmes der UN im Gazastreifen [22.05.2025, Anadolu Agency, Ali Jadallah]

Man konnte auch schön mit dem Sohn shoppen gehen.

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Schuhladen wie in Andalusien [07.08.2025, ohne Agentur, Saeed Jaras]

Bevor ich es vergesse… Einige hatten sich darüber erregt, dass ich ein Foto vom Goldmarkt in Gaza veröffentlicht hatte. Denn schließlich sei Gold in Nahost eine normale Geldanlage.
Das ist völlig richtig. Nicht nur in Nahost. Derzeit wird überall so viel Gold gekauft und gebunkert wie lange nicht. Allgemeine soziale Verunsicherung ist in Gold und Klopapier messbar.

Aber wenn man von der UN, Medien und Social Media dauerbeschallt wird, dass in einem Siedlungsgebiet - mit Einwohnern in der Größenordnung von Hamburg - mit Spenden versorgte Menschen verhungern und erfrieren, weil Israel nichts durchlässt, muss man da nicht für einen Augenblick innehalten und sich fragen, warum es dort einen „Gold Basar“ gibt?

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Goldmarkt in Gaza-City (Qissariya Market). [28.01.2026, Anadolu Agency, Khalil Ramzi Alkahlut]
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Goldmarkt in Gaza-City (Qissariya Market). [28.01.2026, Anadolu Agency, Khalil Ramzi Alkahlut]
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Goldmarkt in Gaza-City (Qissariya Market). [28.01.2026, Anadolu Agency, Khalil Ramzi Alkahlut]

Die Amarena-Kirsche auf dem Sahnehäubchen

Hinsetzen und verdauen:
Das Bild unten zeigt den Ansturm auf einen Handy Shop bei Nuseirat zum Start des iPhone 17. Das im Gazastreifen etwa 2300$ kostet. Dollar. Nicht Israelische Schekel, die übliche Währung.

Während Europäer herumlaufen und erzählen, die Gaza-Palästinenser würden verhungern.

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Ansturm auf einen Handy Shop bei Nuseirat zur Markteröffnung des iPhone 17. [28.11.2025, Anadolu Agency, Hassan Jedi]

Einzeltreffer? selektiv? Von mir ausgesiebt?
Es kann jeder selber abgleichen.
Bei jedem Stock-Anbieter wie Getty muss man nur entsprechend suchen, und man bekommt tausende Ergebnisse. Bilder und Videos.

Ich bin kein Kunde bei Getty, nicht angemeldet und habe es ausprobiert:

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Ergebnis der spontanen Suche auf Getty-Images, ohne Anmeldung und wo ich nur sehe, was jeder andere auch sehen kann.

Man kann auch alle hier veröffentlichten Bilder prüfen.

Die systemsiche Manipulation

Ich könnte tausende solcher Fotos bringen.
Jeder könnte das. Jeder könnte sie finden. Jeder könnte sie veröffentlichen.

Die Medienkompetenz ist in der breiten Öffentlichkeit nicht ausgeprägt genug, das zu prüfen und zu verstehen. Und für eine Plattform wie dieser ist es zu teuer, so viele Bilder zu bringen.

Um es nochmals sehr deutlich zu sagen:
Das bedeutet nicht, dass es im Gazastreifen kein Leid gibt. Selbstverständlich gibt es das. Es ist Krieg. In jedem Krieg gibt es Leid.

Aber es bedeutet, dass die Bilder, die wir durch die Medien sehen, Filter durchlaufen haben. Und vielleicht nicht „die Wahrheit“ abbilden. Es bedeutet, dass zwei Wahrheiten gleichzeitig existieren können.
Und es bedeutet, dass wir zumindest hinterfragen sollten, ob die Narrative der Verhungernden und Erfrierenden stimmen können. Ob unser Bild im Kopf wirklich der Realität entspricht.

Oder ob wir nicht doch irgendwie manipuliert sind.

Es war mir ein Bedürfnis, das einmal deutlich abzubilden. Weshalb ich diesen Beitrag bewusst ohne Bezahlschranke veröffentliche. Obwohl er für mich sehr teuer war.

Sie können meine Arbeit unterstützen. Ohne Nepp, ohne Kündigungsfrist oder ähnliches, ab 4,99€ pro Monat. Wofür Sie dann auch alle Beiträge hinter Bezahlschranke und die Newsletter lesen und mir per PN Fragen stellen können. Auf einer deutschen Plattform, nach europäischen und deutschen Gesetzen, keinem US-Konzern.


Erschienen auf steady.page