Mittwoch, 7. März 2018

Die Fachkraft für Digitalisierung hebt ab...und stürzt gleich tief...

von Thomas Heck...

Wer heutzutage Staatsministerin für Digitales wird, sollte mit den Grundsätzen Sozialer Netzwerke vertraut sein und ggf. auch einfach mal die Pfoten von der Tastatur lassen. Wenn CSU-Politikerin Bär scherzt über Flugtaxi – und muss sich danach entschuldigen.



Dorothee Bär wird als Staatsministerin für Digitales in die neue schwarz-rote Bundesregierung einziehen. Am Mittwoch musste sie nun lernen: Das Netz vergisst nichts – in diesem Fall einen missglückten Tweet der 39-Jährigen. Bär saß offenbar im Zug, als dieser ungeplant halten musste. Draußen sah Bär Rettungskräfte. Trotzdem entschied sie sich, einen mehr als fragwürdigen Beitrag zu schreiben: 

“Wenn man mit der Bahn gestrandet ist und weit und breit kein Flugtaxi in der Nähe ist ...”  



Der Hintergrund: Bär versuchte wohl scherzhaft, mit einem offensichtlichen Unfall und dem Zwangshalt, für ihre Idee eines Flugtaxis zu werben. In einem ZDF-Interview hatte Bär am Montagabend betont, dass man sich auch um andere Fragen als nur dem Ausbau des Breitbandinternets beschäftigen sollte. Darunter: ”Kann ich in Deutschland mit einem Flugtaxi durch die Gegend kommen?” DAS Thema der Gegenwart, wo Unternahmen in ländlichen Gegenden von Breitband-Verbindungen nur träumen können.

Unter dem – mittlerweile gelöschten Post von Bär sammelten sich allerdings bissige bis wütende Kommentare – viele Nutzer fanden es pietätlos, wie Bär mit der Situation umging. 

So schrieb ein Netzaktivist, der offenbar im selben Zug wie Bär saß: “Wenn Menschen gerade einen Toten von den Gleisen kratzen und du einen Hashtag rocken kannst.”

Daneben äußerten auch zahlreiche andere Nutzer ihren Unmut: 

“Lustig, dass Ihre Kollegen gearde erst verabschiedet haben, dass Gaffer, die bei schweren Unfällen Videos oder Fotos machen, künftig dafür bis zu zwei Jahren ins Gefängnis sollen.”

“Ich hoffe sie finden ein Flugtaxi und fliegen ganz weit weg. Ihr geschmackloser Tweet passt zu Ihrer Partei.”

”Hier ist offenbar ein Mensch gestorben und Sie haben nichts Besseres zu tun, als Fotos aus dem Zug zu twittern und dies für Ihre Politik und Ihren ‘Humor’, sofern man dies so nennen kann, zu instrumentalisieren?! Ich hoffe, Sie schämen sich und überdenken Ihr Amt nochmal.”

Bär rudert zurück

Nachdem der Tweet etwa eine halbe Stunde online stand, löschte Bär ihn – und entschuldigte sich.

“Man muss auch zu seinen Fehler stehen”, schrieb sie. Sie habe erst eben erfahren, was wirklich passiert war.

Außerdem habe sie den Ursprungstweet gelöscht, “weil er offensichtlich viele verletzt hat”.

Es ist schon beeindruckend, wie man schon vor der Vereidigung als designierter Staatsminister seine Duftmarke setzt und letztlich nur Gestank absondert. Mit der werden wir noch viel Spaß haben... #ErzählBär

Fing schon beim Interview mit Marionette Slomka an, wo die beiden Schnattergänse nichts ganz so recht miteinander klarkamen...

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