Dienstag, 2. Mai 2017

Generalverdacht gilt nur für Soldaten...

von Thomas Heck...

Generalverdacht ist eines der Unwörter der letzten Jahre. Man darf Flüchtlinge und Ausländern nicht unter Generalverdacht stellen, heisst es immer. Wenn das aber die Verteidigungsministerin mit den ihr anvertrauen Soldaten macht, dann ist dagegen nichts einzuwenden, oder? Dass man damit Menschen beleidigt, die weltweit ihren Kopf für diesen Land hinhalten, scheint in der Öffentlichkeit niemand zu stören. Ach Mädel, wärst Du doch bei Hartz-IV geblieben...

Sie spricht Führungsschwäche auf allen Ebenen an, nimmt sich selbst aber aus der Kritik raus. Dabei ist Führungsverantwortung unteilbar. Die Weisheit, dass der Fisch vom Kopf an zu stinken beginnt, gilt bei Frau von der Leyen ebenso. Sie ist mitverantwortlich für die Tatsache, dass die Bundeswehr schon lange nicht mehr Bestandteil der Gesellschaft ist.


Der Bundeswehrverband hat die Kritik von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Heer zurückgewiesen. Verbandschef Wüstner erklärte im MDR, es gebe Unmengen an Zuschriften aus den Einsatzgebieten.

Die Äußerungen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zum Zustand der Truppe stoßen beim Bundeswehrverband auf Kritik. Der Vorsitzende des Verbands, André Wüstner, sagte dem MDR, von der Leyen führe und verantworte die Truppe "mehr oder weniger" seit dreieinhalb Jahren.

"Kann keiner nachvollziehen"

Wüstner fügte hinzu: "Das kann keiner nachvollziehen, wie sich eine Ministerin jetzt sozusagen auf die Tribüne verabschiedet und über ihre Mannschaft urteilt." Wüstner bezeichnete die Kritik als "unglaublich". Er habe deswegen "Unmengen an Zuschriften" aus den Einsatzgebieten und von Bundeswehrangehörigen bekommen.

"Falsch verstandener Korpsgeist"

Von der Leyen hatte am Sonntag in einem Interview von falsch verstandenem Korpsgeist und Führungsschwäche auf mehreren Ebenen gesprochen. Sie bezog sich dabei auf den Fall eines terrorverdächtigen Offiziers und Fälle von sexueller Herabwürdigung und Mobbing.

Am Montag wandte sich die Ministerin in einem offenen Brief an die Soldaten und Soldatinnen. Darin ermuntert sie diese, Missstände offen anzusprechen und zu diskutieren.

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