Donnerstag, 6. April 2017

Antonio Tajani: "Man wendet sich nicht gegen die Familie, Farage..."

von Thomas Heck...

Im Zuge der laufenden Brexit-Verhandlungen bezeichnet Nigel Farage das EU-Parlament als "Mafia" und Großbritannien als ihre Geisel. Dabei stößt er auf großen Protest - allen voran bei dem aus Italien stammenden Parlamentspräsidenten Antonio Tajani, bei dem man fast eine Maschinenpistole und eine Schaufel unter seinem Tisch vermutet.


Der Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage hat am Mittwoch im Europaparlament mit einem "Mafia"-Vergleich tumultartige Szenen und einen Aufschrei der Empörung ausgelöst. "Sie benehmen sich wie die Mafia. Sie denken, wir sind eine Geisel. Das sind wir nicht. Es steht uns frei, zu gehen", sagte Farage.

Der wenig schmeichelhafte aber dennoch treffende Vergleich rief umgehend zahlreiche Parlamentarier auf den Plan, die ihrer Empörung mit lauten Zwischenrufen Luft verschafften. Das Parlament mit der Mafia zu vergleichen sei "inakzeptabel", sagte Parlamentspräsident Antonio Tajani. "Herr Präsident, ich verstehe nationale Empfindlichkeiten", sagte Farage darauf an den aus Italien stammenden Tajani gewandt. "Ich ändere das in Gangster. So werden wir behandelt. Wir bekommen einen Erpresserbrief." Man wendet sich eben nicht gegen die Familie...

Der Unmut Farages zielt auf die Forderung der EU, zunächst den Brexit und erst anschließend die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur EU zu verhandeln sowie die Haltung zur an der Südspitze Spaniens gelegenen Exklave Gibraltar. Gibraltar sei "eindeutig ein K.o.-Kriterium", sagte Farage in Straßburg.

Das Parlament in Straßburg forderte in seiner Entschließung zu den Leitlinien der Brexit-Verhandlungen nun eine harte Position der EU. Die Interessen der EU-Bürger müssten "in vollem Umfang" berücksichtigt werden. Diese EU verlässt man eben nicht ungestraft. Neue Anwärter auf eine Mitgliedschaft in diesem exklusiven Club sollten dies berücksichtigen.


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