Dienstag, 3. Januar 2017

Flüchtlinge belasten Arbeitsmarkt kaum - Witz des Tages

von Thomas Heck...

Die politische Entwicklung im neuen Jahr ist ungewiss, die deutsche Wirtschaft hingegen wird weiter wachsen, da sind sich die meisten Prognosen einig. Auch den Arbeitsmarkt sehen Experten eher positiv. Wie heute bekannt wurde, lag die Arbeitslosenquote zuletzt bei 5,8 Prozent. Jobsuchende Flüchtlinge bereiten kaum Sorgen - Trump und der Brexit dagegen schon. Eine dreiste Propagandalüge der regierungstreuen Medien, die sich mehr um angeblichen Rassismus bei der Polizei sorgen, als um die Opfer sexueller Gewalt. Wie die Klienten der Nafris überhaupt jemals in dieses Land integriert werden soll und was das kosten wird, weiß niemand. Dennoch sehen "Experten" da kaum ein Risiko. Ein Witz.


"Auch 2017 wird die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt sinken", sagt Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs Prognosen und Strukturanalysen am Institut für Arbeitsmarktforschung (IAB), der Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit. Grund dafür sei die gute Konjunktur, "die trotz weltweiter Turbulenzen ganz ordentlich" laufe, ergänzt Weber. Weder der Brexit noch die Wahl von Donald Trump zum künftigen US-Präsidenten schwächten bislang den kräftigen inländischen Konsum - und auch nicht den Außenhandel.

Während die deutsche Wirtschaft 2016 um 1,8 Prozent zugelegt habe, erwartet Weber 2017 ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts um 1,3 Prozent. Das sehen auch die Wirtschaftsweisen so: "Die Wachstumsdynamik bleibt im Wesentlichen erhalten", heißt es im Gutachten des Sachverständigenrats zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Gute Entwicklung am Arbeitsmarkt

Damit halte auch der Aufwärtstrend der Erwerbstätigkeit an, sagt Weber: "2017 erwarten wir auf dem Arbeitsmarkt ein Plus von 480.000 Personen." Während 2016 die Arbeitslosigkeit um etwa 110.000 Personen gesunken sei, prognostiziert Weber für 2017 einen Rückgang von lediglich rund 70.000 Personen. Dennoch, räumt der Wissenschaftler ein, könne die Arbeitslosigkeit "saisonbereinigt im Verlauf des nächsten Jahres vorübergehend leicht steigen" - wenn alle der Geflüchteten, die 2015 nach Deutschland kamen, nun auf den Arbeitsmarkt drängen.

Im Jahr 2016 waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit vom Dienstag durchschnittlich 2,691 Millionen Menschen arbeitslos - und damit 104.000 weniger als im Jahr davor. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote sank um 0,3 Punkte auf 6,1 Prozent. (Quelle: dpa)

Die meisten von ihnen haben inzwischen einen Aufenthaltsstatus, der ihnen einen Zugang zum Arbeitsmarkt öffnet oder verwehrt. Nicht alle sind im erwerbsfähigen Alter - alte Menschen, Kinder und auch etliche Frauen stehen dem Arbeitsmarkt gar nicht zu Verfügung. Weber beziffert für 2017 das Erwerbspersonenpotenzial mit rund 400.000 Flüchtlingen. Erwerbspotenzial deswegen, weil in dieser Zahl auch jene Menschen enthalten sind, die noch in einer Berufsförderung oder einem Integrationskurs stecken und deswegen nicht als arbeitslos im Sinne der offiziellen Statistik gelten. 2016 betrug das Erwerbspotenzial lediglich 160.000 Flüchtlinge. Tatsächlich arbeitslos würden 2017 allenfalls 90.000 Geflüchtete, schätzt Weber. Die Flüchtlinge jedenfalls werden die Erwerbslosenzahl nicht signifikant nach oben schnellen lassen.

Experten: Brexit und Trump belasten Wirtschaft stärker als Flüchtlinge

Das sehen auch andere Volkswirte so. Trotzdem schauen nicht alle so optimistisch auf das Wirtschaftswachstum wie Weber und die Wirtschaftsweisen. Einige Bankenvolkswirte rechnen mit einer Stagnation am Arbeitsmarkt oder einem minimalen Anstieg der Erwerbslosenzahl. Das aber führen sie weniger auf die arbeitssuchenden Flüchtlingen zurück als auf die Unsicherheiten der Weltmärkte.

Unkenrufe über mögliche Auswirkungen des Brexit und der Trump-Wahl in den USA schwächen vor allem die Investitionsbereitschaft. Die vom Bundeswirtschaftsministerium eingesetzte Expertenkommission zur Stärkung der Investitionen in Deutschland diagnostizierte Mitte Dezember 2016 eine signifikante Investitionsschwäche im öffentlichen wie im privaten Bereich. Das wirkt sich dämpfend auf den Arbeitsmarkt aus.

Weber vom IAB setzt nicht auf eine gigantische Einstellungswelle, die den deutschen Arbeitsmarkt stabil bleiben lasse. Die Arbeitslosigkeit sinke, weil viel weniger Frauen und Männer heute entlassen würden als noch vor Jahren. Vor allem die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wachse. Selbstständige, Beamte oder mithelfende Angehörige verlören an Bedeutung.

Die Gewinner am Arbeitsmarkt arbeiten laut IAB im Handel, Verkehr, Gastgewerbe, auf dem Bau. Durch den Ausbau der Ganztagsbetreuung für Kinder und durch die Alterung der Gesellschaft würden mehr Menschen in Erziehungs- und Gesundheitsberufen eine Stelle finden. Verlierer auf dem Arbeitsmarkt seien Beschäftigte im Banken- und Versicherungsgewerbe.

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