Montag, 12. Dezember 2016

Böllerfreie Zonen in Köln

von Thomas Heck...

Die massenhaften Übergriffe wie in der Silvesternacht 2015 sollen sich in Köln nicht noch einmal wiederholen. Die Polizei will mit umfangreichen Maßnahmen für mehr Sicherheit sorgen. Keine Rede mehr von Rekers Armlänge, keinerlei Erwähnung des Frauenbildes durch Merkels Gäste. Und die Abschiebung und Rückführung abgelehnter Asylbewerber lässt weiter auf sich warten. Das beruhigt doch. Doch was ist genau geplant?

Es ist eine erschreckende Bilanz des Jahreswechsels von 2015 auf 2016: Bundesweit wurden nach Angaben der Bundespolizei etwa 1200 Frauen Opfer eines Übergriffs, die meisten Taten waren Sexualdelikte. Allein 650 Fälle hat es den offiziellen Angaben zufolge rund um den Dom in Köln gegeben. Eines ist für die Polizei der nordrhein-westfälischen Stadt klar: Das soll, das darf sich nicht noch einmal wiederholen.


Um dieses Silvester für Sicherheit zu sorgen, will die Polizei auf verschiedene Maßnahmen zurückgreifen. Hier ein Überblick:

Mehr Personal

In der diesjährigen Silvesternacht sollen rund 1500 Polizeibeamte im Einsatz sein. Damit stockt die Polizei das Personal um mehr als das Zehnfache auf: Beim Jahreswechsel 2015 waren es nur rund 140 Polizisten. Hinzu kommen etwa 600 Mitarbeiter des Ordnungsamtes und von privaten Sicherheitsfirmen. Wie viele dieser polizeiexternen Sicherheitskräfte im vergangenen Jahr eingesetzt wurden, gab die Stadt Köln nicht bekannt, einer Sprecherin zufolge seien es 2016 aber "deutlich mehr".

Feuerwerksverbot rund um den Dom

Die Polizei will mit Absperrgittern eine Schutzzone rund um den Kölner Dom einrichten. Innerhalb dieses Bereiches darf kein Feuerwerk gezündet werden. 2015 waren Raketen und Böller wahllos und teilweise offenbar gezielt auf Menschen geschossen worden. An mehreren Stellen der Absperrung will die Polizei Kontrollen durchführen. Wo in der Silvesternacht abgesperrt wird, darüber können sich Besucher auf Plakaten informieren, die auch in Zügen ausgehängt werden sollen, oder sie sollen die Absperrgebiete per QR-Code über ihr Handy aufrufen können.

Verkehr im Hauptbahnhof

Auch im Kölner Hauptbahnhof war es in der vergangenen Silvesternacht zu chaotischen Zuständen gekommen: Halle und Bahnsteige waren komplett überfüllt, auch im Bahnhofsgebäude kam es zu Übergriffen. Um dieses Risiko einzudämmen, sollen die Züge am Bahnhof so ein- und abfahren, dass die Fahrgäste nicht so oft den Bahnsteig wechseln müssen. So soll ein übermäßiges Gedränge vermieden werden.

Soziale Netzwerke im Blick

Schon jetzt beobachtet die Polizei, was in sozialen Netzwerken geschrieben und gepostet wird, um sich so ein Bild der Stimmung machen zu können. "Wir wollen vor allem wissen, wie die Stimmungslage ist", sagte ein Polizeisprecher.

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