Montag, 27. Juni 2016

Brexit: Fair sieht anders aus

von Thomas Heck...

Die Beantwortung der Frage, wie sich Europa angesichts des Brexits verhalten sollte, hängt stark von der Grundrichtung der politischen Überzeugung ab. Demokraten würden zunächst die Entscheidung der Briten akzeptieren, die Hand reichen, weil man ja weiter miteinander leben muss, Geschäfte machen möchte und eh über die NATO weiter miteinander verbunden ist, darüberhinaus auf Drohungen verzichten, weil die eher Schaden anrichten und einen ganz schlechten Stil verraten.


Und dann gibt es Reaktion der EU-Politiker, die von Betroffen, tief verletzt bis hin zu tiefer Kränkung und beleidigt sein reicht. Da wird von Großbritannien nun verlangt, den Austritt schnell, am besten gestern, zu beantragen. Was prompt von Großbritannien zurückgewiesen wurde, die ihrerseits nochmals darauf hingewiesen haben, dass es sich um eine interne Abstimmung handelte und Großbritannien alleine Modalitäten und Zeitpunkt des Brexits entscheiden werden. Recht so. 

Nach resteuropäischer Lesart wird Großbritannien sowieso untergehen. Die Wirtschaft wird darben, das Königreich auseinanderbrechen, Pest und Cholera wüten... da muss man noch draufschlagen?

Die europäischen Politiker haben Angst, man kann die Angst förmlich riechen. Es ist nicht die Angst vor der Zukunft Europas, es ist die Angst vor eigene Machtverlust. Angst, eigene Pfründe zu verlieren. Angst, dass alle die eigene Bedeutungslosigkeit erkennen. Ein starkes Europa würde gelassen reagieren. Ein starkes Europa hätte schon die Griechen gehen lassen, noch besser die Griechen rausgeschmissen, die uns Steuerzahler beschissen haben, von Beginn an. Die Verzweiflung Europas hat man schon an dieser Griechenlandkrise bemerkt. Milliarden wurden geopfert, damit dieses kleine Land, welches sogar Oliven importieren muss, in Europa bleibt.

Bei dem Brexit liegt nun bei den Politikern Arsch auf Grundeis, quer durch alle Parteien. Angst davor, dass Großbritannien Erfolg beweisen könnte, gestärkt aus dem Brexit hervorgehen würde. Europa offenbart damit sein grandioses Scheitern, welches uns langfristig sehr teuer zu stehen kommen wird. Nun droht in Frankreich schon Jean-Marie Le Pen mit der Eröffnung des Frexits, andere Länder werden folgen. Den Letzten beißen die Hunde und das werden wieder einmal wir Deutsche sein, dessen Politiker noch von den Vereinigten Staaten von Europa feuchte Träume haben werden, wenn nur noch Deutschland übrig ist. Bleibt dann zu hoffen, dass nicht wieder von "Heim ins Reich" geträumt wird. Merkelsche Alternativlosigkeit ist schlimm genug.



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